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Thema: Extreme Postlaufzeiten - immer schön langsam
Das Thema hat 97 Beiträge:
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Pommes Am: 13.01.2012 21:24:52 Gelesen: 46735# 23 @  
@ Dakotajana [#22]

Ja schon klar. Das passiert mir als Verkäufer aber auch ab und zu. Manchmal hat man halt beruflich viel um die Ohren oder private Angelegenheiten zu erledigen. Ärgerlich ja, ein Grund zu Sorge erst, wenn sich das ganze nicht mit Korrespondenz klären lässt.

ABER ging es hier nicht um einen Brief aus Brasilien? Nach einem Monat würde ich noch nicht "die Flinte ins Korn werfen", sondern noch etwas abwarten. Auch wenn die Sendung gar nicht ankommt, ist nicht ohne Weiteres der Verkäufer/Absender Schuld. Bei Überseedestinationen geht auch schon mal eine Sendung verloren ... Bei Übersee-Kontakten daher immer bei bekannten oder sonst vertrauenswürdigen Verkäufern kaufen und ggf. für die Versendung etwas mehr Geld ausgeben (Wertbrief o. ä . - soweit möglich).

Der Ärger ist schon verständlich, aber "etwas Schwund ist immer" Beim Onlinekauf sollte ein gewisses Vertrauen bestehen, ansonsten gibt es so viele Unwägbarkeiten, wo eine Sendung im Zweifel abhanden gekommen ist - das haben die meisten hier sicher schon einmal erlebt. Wenn der berechtigte Verdacht auf betrügerische Verkäufer besteht, sollte man so sachlich wie möglich darüber berichten und andere zu Vorsicht anhalten. Foren sind dafür genau der richtige Platz. Allerdings sollte man sich davor hüten, beim ersten Fall von einem Gauner zu sprechen. Eine sachliche Meldung wie ... der Verkäufer xyz hat den Versand am bestätigt, aber bis zum ... war noch kein Eingang zu verzeichnen, genügt völlig. Wenn das einige Male geschieht, hat man zumindest eine einigermaßen gesicherte Tatsachengrundlage. Genau so sollte man aber in dem Falle, dass der Versand einfach länger gedauert hat, drüber berichten!

Die "Bösen" sind nicht immer die Verkäufer, sondern auch auf den Transportweg gibt es viele "böse Buben". Dafür kann der Verkäufer aber nichts.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Pete Am: 14.01.2012 16:32:38 Gelesen: 46707# 24 @  
@ Dakotajana [#14]

Die Transportzeiten Laufzeiten von Briefen würde mich mal interessieren.

im vergangenen Jahr hatte ein Sammlerkollege mehrere Dutzend Sendungen in den Urlaub nach Tansania (Ostafrika) mitgenommen, um diese als C6-Brief bis 20g per Luftpost nach Deutschland befördern zu lassen. Die Briefe mit Porto zu je 800 Shilling wurden in Deutschland vorab mit Briefmarken und Blocks aus den 1980er Jahren (teils dachziegelartig) frankiert, die in postfrischer Erhaltung in Deutschland schwer wie Blei in den Alle-Welt- bzw. Motivalben liegen. Die Briefe wurden am 24.09.2011 am Schalter des Postamts in Shangani Beach (Festland von Tansania) eingeliefert und kamen alle am 03.11.2011 (bzw. im Einzelfall als Nachzügler am 04.11.2011) bei diversen Empfängern in Deutschland an. Die Laufzeit betrug knapp 6 Wochen.

Vom Hauptverwaltungszentrum des Landes Tanzania aus, der inoffiziellen Hauptstadt Dar-es-Salaam, sollen Briefe nach Deutschland wesentlich kürzer untwegs sein.

Am Rande: mehrere der zu verschickenden Sendungen mussten inflationsbedingt vor Ort in Tansania nachfrankiert werden, um die Portohöhe von 800 Sh. zu erreichen. Teilweise verwendete das Postamt dazu Sonderbriefmarken von 1991, die noch vorrätig waren (!).

Gruß
Pete


 
filunski Am: 14.01.2012 17:02:59 Gelesen: 46698# 25 @  
@ Dakotajana [#14]

Hallo Andreas,

ich bekomme auch manchmal Post aus Brasilien. Vier Wochen für einen Brief kann man dabei getrost als normal ansehen, schneller habe ich es kaum erlebt. Bis sechs Wochen sind ohne Weiteres möglich.

Dann kommt es auch noch auf die Versandart an, möglichst billig aus Brasilien geht mit "economico", dauert dann eben 4 Wochen und länger.

Je nachdem wie groß der Brief ist und was auf der Zollerklärung steht (oder eventuell nicht da steht) landet der Brief dann auch schon mal für geraume Zeit, wie pommes auch bemerkte, beim deutschen Zoll und es dauert noch länger. Vielleicht bekommst du dann auch irgendwann Post vom Zoll um dich zu dem Brief zu äußern.

Also noch nicht aufgeben!

Gruß,
Peter
 
- Am: 17.01.2012 09:29:13 Gelesen: 46642# 26 @  
Es ist schon verwunderlich, Waren Produkte welcher Art auch immer, Beispiel Blumen:

Blumen aus Kolumbien sind innerhalb von 1 Tag in Deutschland dies gilt für fast alle Dinge des täglichen Lebens.

Das die Beförderung eines Briefes eine Dauer von mehr als 5 Wochen hinlegt, das kann nicht sein.

Übrigens der Brief ist gestern angekommen ohne eine Zollerklärung, als ganz normale Briefpost befördert. Die Sendung wurde geöffnet, nehme an das dies stichprobenartig gemacht wird.
 
filunski Am: 17.01.2012 11:12:10 Gelesen: 46629# 27 @  
@ Dakotajana [#26]

Mein Glückwunsch, Andreas, zum Erhalt des Briefs!

Ich meine Du setzt zu hohe Maßstäbe an ausländische Postverwaltungen.

Wir sind hier alle durch unsere (zwar oft, meist zu Unrecht, geschmähte) Post sehr verwöhnt. Schnelle Zustellzeiten und vor allem eine normalerweise sehr hohe Zuverlässigkeit waren und sind nicht nur zu Zeiten der Deutschen Bundespost, sondern auch noch heute bei der DPAG, ganz selbstverständlich. Dies kann so leider nur auf wenige Postverwaltungen und -dienste in anderen Staaten auf diesem Globus übertragen werden. Da ich selbst lange Jahre im Ausland lebte und immer schon viel internationale Korrespondenz hatte, und noch habe, kann ich davon aus eigener Erfahrung "ein Lied singen".

Wenn Blumen aus Kolumbien nach einem Tag in Deutschland sind (wobei mir das schon etwas unwahrscheinlich erscheint), dann gelten für Waren (insbesondere Frischwaren) andere Maßstäbe und die dahinter stehenden Firmen haben da ganz andere Mittel und Konditionen als wir im privaten Briefverkehr.

Insbesondere bei Briefpost von und nach Süd- und Mittelamerika sind da leider ganz andere Verhältnisse anzutreffen. Normale, nicht eingeschriebene Sendungen, gehen da oft schon mal "verloren", aus welchen Gründen auch immer, vorstellbar ist in diesen Staaten alles. Um halbwegs sicher zu gehen, dass ein Brief von oder nach dorthin auch ankommt wähle ich immer den Versand per Einschreiben. Ist zwar auch keine 100%ige Garantie, aber zumindest von unserer Post bekommt man bei Verlust ein gewissen Ersatz. Das Gleiche rate ich auch immer meinen Korrespondenten in diesen Ländern, die sich darüber, meist aus eigener Erfahrung mit ihrer lokalen Post, sowieso keinen Illusionen hingeben.

Ein weiterer Faktor der dazu beiträgt Auslandspost (von außerhalb der EU) zu uns zu verlangsamen ist auch unsere Zollabfertigung. Alle ankommenden Briefe/Sendungen die über einen normalen bis zu 20g Standardbrief hinausgehen werden vom Zoll bei Ankunft vor Weiterleitung auf den Postweg inspiziert. Meist nur durch Scanner, oft aber auch bei Auffälligkeiten (z.B. Herkunftsland, fehlende Zollerklärung, zweifelhafter Inhalt derselben, auffällige Verpackung) durch Öffnen und Sichtinspektion, was der Zoll auf der Sendung durch Anbringen eines entsprechenden zollamtlichen Aufklebers für den Empfänger deutlich vermerkt.

Im Zweifelsfall hält der Zoll dann die Sendung auch erst mal zurück und benachrichtigt den Empfänger welcher sich dann mit der zuständigen Zollstelle in Verbindung setzen muss. All dies verlängert, insbesondere auch in Zeiten mit hohem Postaufkommen, die Laufzeit ungemein. Nur als Beispiel, ich habe einmal einen ca. 50g wiegenden Einschreibebrief von den Philippinen, nach 10 (!) Wochen erhalten ( erhalten indem ich persönlich zum nächstgelegenen Hauptzollamt nach Regensburg gefahren bin und ihn mir dort nach Klärung der Unstimmigkeiten in einem persönlichen Gespräch mit dem zuständigen Beamten, abgeholt habe. Ansonsten hätte es wahrscheinlich noch gut eine Woche länger gedauert).

All das erfährt man aber nur durch lange Praxis im Umgang damit und ist dann schon mal etwas geduldiger bei der Erwartung von Auslandspost!

In diesem Sinne mit den besten Grüßen,
Peter
 
- Am: 17.01.2012 18:59:53 Gelesen: 46604# 28 @  
@ filunski [#27]

Danke Peter für die ausreichende Erklärung !

Mit den Blumen ist das richtig, Hollöndische Handler haben in Kolumbien Plantagen wo zum Beispiel Rosen gezüchtet werden, die kommen dreimal die Woche per Flieger an. Will heissen heute geschnitten und versandt morgen in Holland auf dem Blumenmarkt.

Ich erwarte desgleichen auch eine Sendung aus Russland (Belarus) dauert das auch so lange ?

Gruss
Andreas
 
filunski Am: 17.01.2012 20:28:59 Gelesen: 46594# 29 @  
@ Dakotajana [#28]

Hallo Andreas,

Zu Belarus, also Weissrußland, kann ich nichts sagen, da habe ich keine Erfahrungswerte. Nur zu Russland selbst, deren Post ist zuverlässiger als man vielleicht annehmen möchte (Einschreiben sind aber anzuraten!). Postlaufzeiten im Normalfall 10 Tage bis 3 Wochen.

Gruß,
Peter
 
Pommes Am: 17.01.2012 21:34:58 Gelesen: 46587# 30 @  
@ Dakotajana [#28]

Zu Weißrussland kann ich auch nicht viel sagen. So weit ich mich erinnere, hatte ich mal eine Sendung von dort, die nach drei/vier Tagen hier war.

Zu den Blumen aus Kolumbien und dem Brief aus Brasilien kann man vielleicht noch vermuten, dass der Brief den Weg über den Atlantik ggf. per Schiff genommen hat und dann kann's schon mal dauern. Gibt es denn einen Luftpostaufkleber auf dem Brief? Am besten mal ein Bild zeigen.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
markulli Am: 17.01.2012 22:56:38 Gelesen: 46580# 31 @  
Aktuelle Erfahrung zu Litauen. Prioritaire Brief am 14.01. abgestempelt, heute am 17. erhalten, weil gestern Nichtaustragemontag war. Es hatte auch schon mal einen Tag schneller geklappt.

Beste Grüße
Ulrich
 
- Am: 20.01.2012 08:36:50 Gelesen: 46528# 32 @  
@ Pommes [#30]

Hallo Thomas !

Der Brief aus Weißrussland ist gestern angekommen, am 09.01.12 in Minsk abgestempelt, Ankunft 19.01.12 somit eine Laufzeit von 10 Tagen. Übrigens ein brisanter Inhalt 75,00 Euro bar. Hätte ich nie riskiert, einen Brief nach Weißrussland zu senden mit Bargeld. Der Brief ist wohl anstandslos gelaufen. Übrigens der Sammler hat diesen Weg der Barzahlung gewählt, weil eine Banküberweisung ihn 50,00 Euro gekostet hätten.

Gruss
Andreas
 
- Am: 20.01.2012 08:37:47 Gelesen: 46527# 33 @  
Habe doch glatt vergessen den Scan hochzuladen !


 
drmoeller_neuss Am: 20.01.2012 12:55:10 Gelesen: 46506# 34 @  
Es gibt schnelle Länder und eben weniger schnelle Länder. Nur meine Erfahrungen:

Kurze Laufzeiten gibt es aus den Niederlanden, Dänemark, Finnland, Schweiz, Österreich, USA und Malaysia (KL, aus den Provinzen dauert es länger): ca. 3 Tage.

Dann gibt es viele Länder im Mittelfeld: Spanien, Kanada, Italien, Polen, Irland, Ägypten, Südafrika: ca. 1 Woche bis 10 Tage.

Und die langsamen: Pakistan, Indien (eigentlich unabhängig von der Provinz): mindestens 3-4 Wochen, aber die Briefe kommen alle an.

Philippinen: aus Manila schon in einer Woche, aus den Provinzen auch schon einmal 6 Wochen. Briefe kommen aber an.

Grönland: unberechenbar, 4 Tage bis 4 Wochen.

Postverlust hatte ich bislang nur aus Pakistan und Italien.
 
Baber Am: 20.01.2012 20:00:09 Gelesen: 46472# 35 @  
@ Dakotajana [#14]

Ich glaube bei Brasilien kannst Du noch hoffen, dass die Sendung ankommt. Ich habe über Ebay auch schon in Brasilien gekauft. Es hat lange gedauert, aber angekommen ist es.

Gruß
Bsber
 
filunski Am: 23.01.2012 18:14:12 Gelesen: 46387# 36 @  
Bislang hatte ich mit Neuseeland die Erfahrung gemacht, dass Briefe von und nach dorthin so zwischen 8 Tagen und 4 Wochen benötigen (per Luftpost wohlgemerkt!).

Heute nun erreichte mich die Nachricht meines dortigen Freundes, dem ich am 24. November einen Maxi Brief geschickt hatte, dass dieser Brief (ich hatte ihn schon insgeheim als verloren geglaubt) gestern bei ihm ankam!

Der Zustand war wohl miserabel, der Brief muss sehr nass geworden sein und war von NZ Post geöffnet und neu in eine Plastiktasche gepackt worden. Laufzeit also ca. 2 Monate! Fazit: Nur die Hoffnung nicht aufgeben!

Gruß,
Peter
 
Pommes Am: 23.01.2012 18:52:37 Gelesen: 46380# 37 @  
@ filunski [#36]

Hallo Peter,

da ging es bei mir aber schneller. Der am 11.01.2012 abgeschickte Brief ist bei Erich (NZ- 0140 Kensington, Whangarei) am 17. oder 18.01.2012 angekommen Er hat nicht jeden Tag ins Postfach geschaut.

Zu aller Erstaunen hat sogar der im anderen Thema (extreme Postlaufzeiten) gezeigte WM-Block die Reise unbeschadet überstanden.

@ drmoeller_neuss [#34]

Hallo,

Deine Liste kann ich aufgrund meiner Erfahrungen so unterschreiben, lediglich Polen geht hier ganz im Osten meist schneller.

Bei den schnellen darf ich Frankreich und die größeren Orte in Skandinavien ergänzen.

Bei mittel wären aus meiner Sicht die baltischen Staaten und Spanien zu nennen.

Bei "potentiell" langsam kann ich auch noch Ägypten, Irak und China nennen, obwohl das ab und zu auch überraschend schnell gehen kann.

Aus den Philippinen habe ich keine Erfahrungen. Nach dort sollte man unbedingt vorsichtig sein! Ein Freund von mir hat eine Philippina als Lebensgefährtin. Nach seinen Aussagen wird dort alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Die beiden liefern immer bei einem philippinischen "Reisebüro" in Berlin ganze Paketladungen ein. Die kommen dann per Fracht auf die Inseln und werden dort von Privat weiter gegeben. Es dauert zwar ein wenig, aber es kommt an. Ggf. gibt es das in anderen Großstädten auch.

Als Negativbeispiele aus Europa kann ich Belgien und (wie Du) Italien nennen. Das meiste kommt zwar an, aber es gibt auch eine erhebliche Zahl von Briefen, die schon mal über zwei Wochen dauern.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
drmoeller_neuss Am: 24.01.2012 20:22:58 Gelesen: 46332# 38 @  
Bevor man pauschal auf die Postdienste in der dritten Welt schimpft, muss man sich erst einmal über die allgemeinen Verhältnisse im Klaren werden. Ich berichte aus Indien und den Philippinen.

Strassennamen gibt es nur in den grossen Städten und auch nur für die wichtigen Strassen. In Manila haben manche Strassen auch zwei Namen, den alten spanischen und einen neueren philippinischen. Manche Bürgermeister verewigen ihren Familienclan, in dem sie Strassen nach ihren Freunden nennen. Natürlich hält das nur eine Wahlperiode, und Geld für Strassenschilder ist sowieso nicht da.

Mit Hausnummern ist noch schwieriger. Das einfache europäische Prinzip, vom Anfang bis zum Ende der Strasse durchzuzählen, greift häufig nicht. In Indien haben grössere Geschäfts- und Appartementshäuser eigene Namen, und dann werden die Condos durchnummeriert. Dann gibt es auch Adressen wie im übertragenen Sinne "Max Mustermann, neben Restaurant "Zum Mustermann", 123456 Musterpur oder "Nähe Esso-Tankstelle".

Vom Briefträger wird schon einiges an Ortskenntnis abverlangt. Dafür wird er fürstlich mit 2 bis 3 Euro pro Tag entlohnt.

Und hier setzt sich ein weiterer Teufelskreis in Gang: Der Grossteil der Bevölkerung kann nicht vernünftig schreiben, also braucht man keine Post. Das Briefaufkommen ist sehr gering und die Portosätze sind sehr niedrig (ein Einschreibebrief kostet in Indien etwa 30 Cent, ein Standardbrief etwa 8 Cent). Wenn die Post nicht noch andere Aufgaben wie die Auszahlung von Renten übernimmt, ist das für den Staat ein Zuschlussgeschäft. Investitionen werden nicht getätigt. Selbst in grossen indischen Städten gibt es keine Sortieranlagen und die Post wird per Hand gestempelt. Ich habe bislang noch keinen Maschinenstempel aus Bangalore gesehen !

Werbung wird durch Boten verteilt. Dafür braucht man die Post nicht, da die zu lange braucht und nicht flexibel ist. Die besser Verdienenden kommen in den Genuss einer Strom- und Wasserrechnung, die aber auch häufig durch Boten verteilt werden. Oft nimmt der Bote dann gleich den Scheck mit, denn Banküberweisungen so wie bei uns gibt es nicht. Am Rande: Wer eine Wasserrechnung bekommt, ist schon privilegiert, da das Wasserwerk davon ausgeht, dass man einen festen Wohnsitz hat und die Rechnung bezahlen kann. In solchen Ländern ersetzt die Wasserrechnung die amtliche Anmeldebestätigung. Mit der Wasserrechnung in der Hand kann man einen günstigeren Postpaid-Mobilfunkvertrag bekommen.

Meine Eltern wohnen in einer grösseren philippinischen Stadt. Die Hauptpost hat zwei Schalter und sieht aus wie ein bayrisches Dorfpostamt. Meistens ist dort nichts los. Briefmarken gibt es nur in wenigen Wertstufen (Zitat: "für Postkartenporto haben wir nicht, aber die bekommen Sie sicher in Manila", Kommentar: ca. 80 km Entfernung mit dem Bus). Postkarten kann man aber bekommen. Praktischerweise werden Motive aus den ganzen Philippinen verkauft, als würde man in Deutschland auf Sylt auch Postkarten von Berlin und Berchtesgaden im Ständer finden.

Wenn man auf dem Provinzpostamt hartnäckig nachfragt, bekommt man seine Post ausgehändigt. Der Briefträger verteilt nicht so schnell, wenn überhaupt.

Auch wenn es off-Topic ist, noch ein Kommentar zu Pommes: Die Philippinen sind sicher. Natürlich gibt es "no-go"-Areas, aber die Kriminalität ist nicht höher als in Europa. Das Problem ist die Korruption, besonders in der Provinz, und die teilweise katastrophale Infrastruktur. Knapp 1/3 des gesamte Volkseinkommen wird im Ausland durch philippinische Gastarbeiter erwirtschaftet. Dank der relativ guten Bildung sind die Filipinos im Ausland gefragt, zum Beispiel im persischen Golf, aber auch in Europa zum Beispiel im Pflegebereich. Die Überweisungen in die Heimat helfen der nicht arbeitenden Verwandschaft, sich über Wasser zu halten. Um die Gastarbeiter bei Laune zu halten, können Gastarbeiter Pakete (fast) zollfrei in die Heimat schicken.

Auch in Deutschland gibt es mehrere Unternehmen, die diese sogenannten "Balikbayan-Pakete" regelmässig einsammeln, und dann einen grossen Container packen, der per Seefracht auf die Philippinen verschifft wird. Den Weitertransport vor Ort und die Verteilung auf den Philippinen übernimmt ein lokales Unternehmen. Dieser Transport ist recht günstig (ein grosser Umzugskarton kostet etwa 80 EUR Fracht, unabhängig vom Gewicht. Versanddauer: nach Manila ca. 6-8 Wochen, in die Provinzen entsprechend länger). Leider bieten diese privaten Frachtpostunternehmen rein gar nichts aus philatelistischer Sicht, es gibt keine Gebührenmarken oder Frachtaufkleber oder ähnliches. Es wird bar bei Abholung gezahlt und auf einer Zweckform-Quittung bestätigt.

Und wieder zurück zur Philatelie: Es gibt einige Sammler in den Philippinen und die Post bemüht sich um die Sammler. Man kann Briefmarken auch im Balikbayan-Paket auf die Philippinen schicken. Das ist vielleicht nicht erlaubt, aber es stört keinen.
 
Magdeburger Am: 24.03.2012 15:18:34 Gelesen: 45864# 39 @  
Liebe Sammelfreunde

zu folgender Karte wurde ich gefragt, ich hoffe, ich gebe alles richtig wieder:

Gekauft wurde alles in einem Hotel in Lanzarote Ende letzten Jahres. In einem dort aufgestellten Briefkasten wurde diese eingeworfen und kann erst vor wenigen Tagen in Dessau an.



Interessant ist, dass keine Wertstufe auf der Marke ist. Schwarz ist P.P., möglicherweise für (Porto) Gebühr bezahlt, aufgedruckt. Weiterhin scheint diese aus der Schweiz sein und ein Stempel ist nicht vorhanden.



Schwach ist auch ein Strichcode vorhanden.



Wer kann hierzu was sagen? - Es ist mir doch etwas kurios.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
drmoeller_neuss Am: 06.05.2012 20:19:02 Gelesen: 45692# 40 @  
Hier ein nächster rekordverdächtiger Brief zum Thema lange Postlaufzeiten:

Am 06. September 1980 machte sich dieser Einschreibebrief aus Tristan da Cunha auf den Weg nach Quebec in Kanada. Angekommen ist er in Montreal viereinhalb Monate später, nämlich am 20. Januar 1981. Weihnachtspost sollte man in Tristan da Cunha wohl besser schon im August abschicken.

Ein Detail am Rande: da die Insel keinen Flughafen hat, stellt sich nicht die Frage nach Luftpost. Eine Ortsbezeichnung erübrigt sich, da es nur ein Postamt auf der Insel in "Edinghburgh-of-the-seven-seas" gibt.




 
T1000er Am: 15.11.2012 09:56:18 Gelesen: 43306# 41 @  
Deutsche Post: Megaschnell

Hallo,

da sage noch einer bei der Deutschen Post würde nicht schnell gearbeitet! Habe heute Morgen einen Brief aus Trier erhalten der nicht mal einen halben Tag unterwegs war. Abgestempelt beim Briefzentrum 54, 14.11.12 - 21 Uhr, Ankunft in meinem Briefkasten 15.11.12 noch vor 9 Uhr morgens. Das ist ja fast unglaublich!



Wer braucht da noch Eilboten oder Expressdienste? :-)

Gruß,
T1000er
 
Baber Am: 15.11.2012 10:36:50 Gelesen: 43295# 42 @  
Hallo,

für den Inlandsdienst ist die Deutsche Post Spitze, das kann ich nur bestätigen.

Anders sieht es mit Auslandssendungen aus. Dieser Brief aus Indien mit Luftpost-Einschreiben wurde am 1.10.12 aufgegeben und traf am 14.11.12 ein. Ich vermute aber, dass der Zoll der wahre Verursacher ist, denn bei Sendungen aus Indien vermutet er wohl immer verbotene Medikamente und so liegt die Sendung entsprechend lang beim Zoll.



Gruß
Baber
 
drmoeller_neuss Am: 15.11.2012 13:11:20 Gelesen: 43264# 43 @  
@ Baber [#42]

Da kann der Zoll wirklich nichts dafür. Maximal geht ein Tag verloren, und Deine Sendung wurde als Freigut ausgesondert.

Briefe aus Indien brauchen nun mal so lange. Ich hatte aber jetzt ein Einschreiben aus Mumbai gehabt, der hat es in zwei Wochen nach Deutschland geschafft. Normal sind drei bis vier Wochen.

Das Dilemma sind die niedrigen Posttarife, die staatlich vorgegeben sind und seit Jahren nicht mehr erhöht wurden. Dieser Einschreibe-Brief hat 88 Rs. Porto gekostet, das sind etwa 1,40 EUR. Bereits ein normaler Grossbrief in Deutschland kostet 1,45 EUR. Ein Inlandsbrief kostet in Indien nur 5 Rs.

Der Teufelskreis verschärft sich dadurch, dass immer weniger Leute die Post in Indien benutzen, da Briefe auch innerhalb Indiens mehrere Wochen brauchen. Innerhalb von Grossstädten wie Bangalore sind auch 5 Tage keine Seltenheit. Die indische Post bietet alternativ EMS an, dann dauert es zwischen indischen Grossstädten nur wenige Tage. Die Gebühren betragen ein Vielfaches des normalen Tarifes.

Die grossen indischen Postämter sind sehr modern mit Computern eingerichtet, und unterscheiden sich kaum von mitteleuropäischen Postämtern. Mit einem Netz von über 150.000 Postämtern und -stellen hat Indien eines der dichtesten Netze in der Welt. Selbst das kleinste Dorf im Himalaya hat seine eigene Poststelle.
 
Redfranko Am: 15.11.2012 13:51:04 Gelesen: 43245# 44 @  
Während die italienische Post ein wunderbares Beispiel für den neuen "Entschleunigungstrend" ist:

Karten und Brief am 10.10.12 eingesteckt, am 14.11.12 angekommen - zumindest die meisten.

Oder gibt es dort nur noch eine Quartalsleerung? :-)

Gruß aus Hamburg, Frank
 
mausbach1 Am: 15.11.2012 17:53:19 Gelesen: 43213# 45 @  
Dann nehmen wir auch einmal Österreich:

Gestempelt in Saalfelden am 24.10. - Ankunft hier in Südwestfalen am 12.11. - mit PRIORITY-Label versehen.
 
Rainer HH Am: 15.11.2012 18:07:53 Gelesen: 43203# 46 @  
Wenigstens der Ortsbrief wird innerhalb von 1 Tag zugestellt. ;)


 
dietrich Am: 18.11.2012 12:50:35 Gelesen: 43110# 47 @  
Hallo Andreas,

ich lebe in Brasilien und kann sagen, daß hier die Post aus und nach Deutschland normal sehr lange braucht - frag bitte nicht wieso. Der Brief hier hatte allerdings alle Rekorde geschlagen:



Laufzeit, trotz Luftpostaufkleber vom 15.12.2009 bis 9.4.2010 - immer schön locker bleiben, wat möt dat möt, der Brief kommt schon noch an.

sonnige Grüße dietrich
 

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