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Thema: (?) (440/451) Zensurpostbelege
Das Thema hat 452 Beiträge:
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reichswolf Am: 13.05.2011 18:30:50 Gelesen: 358413# 253 @  
Hallo zusammen,

ich habe vorhin einen niederländischen Spezialisten für Feldpost, Zensuren usw. angemailt um zu erfahren, wo genau denn die Karte aus [#248] durch die Niederländer zensiert wurde. Die Antwort kam super fix, die Zensur fand in Breda statt. Der Einzeiler CENSUUR GEPASSSEERD mit 49mm Breite wurde dort von Februar 1916 bis Juni 1917 verwendet.

Die Homepage des niederländischen Sammlerfreundes ist einen Blick wert: http://www.veldpost-nl.eu/

Beste Grüße,
Christoph
 
rainern1 Am: 28.05.2011 10:43:20 Gelesen: 354181# 254 @  
Ist das eine Zensur ?

Die Karte wurde am 10.12.1938 von Oberammergau nach Klagenfurt geschickt. Die Ostmark gehörte zu diesem Zeitpunkt bereits zum Deutschen Reich.

Die Frage bezieht sich auf den ausgebalkten Text: Ist das eine Zensur oder hat der Absender einen Text selbst ausgebalkt ?

Mit besten Grüßen
Norbert


 
Postgeschichte Am: 28.05.2011 13:13:38 Gelesen: 354142# 255 @  
@ rainern1 [#254]

Hallo Norbert,

es könnte sich um eine Zensurierung handeln. Wer die Durchbalkung vorgenommen hat, lässt sich aber zweifelsfrei nicht ermitteln, da ein Stempel der Zensurstelle, der einen Bezug zu dieser herstellen könnte, fehlt. So lässt sich nur vermuten, daß es sich um eine Maßnahme der Zensurstelle handelt.

Gruß nach Wien auch an die Gattin
Manfred
 
rainern1 Am: 28.05.2011 14:44:14 Gelesen: 354127# 256 @  
Das freut mich sehr, wieder etwas von Ihnen gehört zu haben!

Ein Hinweis auf eine Durchbalkung durch den Absender ist der Text "ein Treffen" unter der Durchbalkung. Vielleicht hat der Absender in letzten Augenblick das Treffen absagen müssen.

Ich hoffe, dass vergleichbare Belege gemeldet werden.

Herzliche Grüße, auch an Ihre Frau
Norbert
 
gründi Am: 15.07.2011 13:40:12 Gelesen: 352966# 257 @  
Postkarten Stempel "geprüft - m(it) zu befördern" - Wer weiß mehr ?

Hallo zusammen,

ich habe gestern in einem Briefe Lot zwei Postkarten gefunden, deren Stempel ich mir nicht erklären kann.

Zum einen eine Pk aus Metz, vom 15.6.1917 nach Traunstein in Oberbayern. Neben dem üblichen Poststempel befindet sich in der oberen Mitte der Karte ein blaufarbener Stempel "Metz - geprüft m zu befördern".

Was bedeutet der Stempel und warum musste die Karte geprüft werden?

Des weiteren eine zweite Karte, die obere auf dem Scan, aus Loberich vom 30.10.1918, ebenfalls nach Traunstein in Oberbayern. In der oberen Mitte der Karte befindet sich kein Kreisstempel, nur ein Schriftzug "Kempen P.K. zu befördern".

Ich frage mich auch hier, warum diese Karte kontrolliert wurde.



Wer weiß mehr?

Mit freundlichen Sammlergrüßen

Florian
 
rostigeschiene Am: 15.07.2011 13:58:47 Gelesen: 352956# 258 @  
@ gründi [#257]

Hallo Florian

1917 war Krieg und alle Post wurde einer Zensur unterworfen. Es könnten ja Kriegswichtige (entscheidende) Geheimnisse mit der Post befördert werden. Obwohl diese, vermeintliche verräterischen Nachrichten, bestimmt nicht auf einer Ansichtskarte versendet wurden, wurde alles geprüft.

Der Stempel P.K. (Post Kontrolle) zeugt davon, es gab aber auch andere Ausführungen dieser Zensurstempel, wie Dein Beispiel aus Metz zeigt.

Werner
 
Postgeschichte Am: 15.07.2011 14:03:24 Gelesen: 352951# 259 @  
@ gründi [#257]

Hallo Florian,

bei den beiden Stempeln mit der Inschrift "... zu befördern" handelt es sich um Zensurstempel, die während des 1. Weltkrieges für den Auslands- und teilweise auch für den Inlands-Postverkehr eingesetzt wurden.

Zur 1. Karte: Zensurstempel von Kempen im Rheinland, etwa 15 km von der Niederländischen Grenze entfernt. Die Zensurstelle Kempen wurde erst Ende 1918 eingerichtet. Daher ist dieser Stempel seltener als der folgende und wird bei Riemer mit 30 Wertpunkten bewertet.

Zur 2. Karte: Zensurstempel von Metz, der Hauptstadt des Regierungsbezirkes Lothringen, lag ca. 17 km von der französischen Grenze entfernt. Da Elsaß/Lothringen nach dem Krieg 1870/71 wieder zum Deutschen Reich kam, war dieses Gebiet seit Beginn des 1. Weltkrieges "unter Beobachtung" (durch die u.a. dort lebende französische Bevölkerung) und der Postverkehr auch teilweise eingeschränkt und z.T. auch ganz eingestellt gewesen. Zensuriert wurden sowohl Auslands- als auch Inlandspost. Der Zensurstempel Metz ist in verschiedenen Formen relativ häufig zu finden. Der Stempel von Metz dürfte die Nr. 478 nach Riemer sein und wird mit 2 Wertpunkten bewertet.

Gruß
Manfred
 
gründi Am: 15.07.2011 14:26:32 Gelesen: 352943# 260 @  
Hallo Werner, hallo Manfred,

vielen Dank euch beiden für die hilfreichen Erklärungen.

Sie haben mir sehr weiter geholfen.

Liebe Sammlergrüße

Florian
 
Martinus Am: 22.07.2011 21:23:39 Gelesen: 352965# 261 @  
Hallo,

auf der Rückseite eines Briefes der SBZ habe ich diesen Stempel gefunden. Wer kann mir helfen, um was es sich da handelt?



lg Martinus
 
Jürgen Witkowski Am: 22.07.2011 21:45:06 Gelesen: 352959# 262 @  
@ Martinus

Die Abbildung der Vorderseite des Briefes hätte die Recherche sehr vereinfacht.

Es handelt sich um einen Zensurstempel der sowjetischen Zensurstelle Halle (Saale), die von April 1947 bis etwa Ende Mai 1950 aktiv war.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Martinus Am: 22.07.2011 21:48:23 Gelesen: 352956# 263 @  
@ Concordia CA



Hier wie gewünscht die Briefvorderseite und einem Danke !

mit Sammlergruß Martinus
 
kauli Am: 23.09.2011 22:38:57 Gelesen: 346247# 264 @  
Hallo zusammen,

Wer weiß was die 41 in dem großen Kreis bedeutet. Die anderen Stempel sind mir bekannt, nur bei dem wüßte ich gerne welchen Zweck er erfüllt hat.



Grüße aus Berlin
kauli
 
Heinz 1 Am: 20.10.2011 21:32:37 Gelesen: 318412# 265 @  
Welche Zenzurstelle ?

Hallo zusammen,

wer kann mir sagen wo der abgebildete Brief zensiert wurde? Es ist von Aachen über New York wieder zurück nach Aachen gelaufen. Es sollte eigentlich nach Jeumont in Belgien gehen (in der Nähe der französischen Grenze).

Abgesandt am 18.1.1921, in New York am 2.1.1921 und in Aachen wieder Zurück am 24.2.1921.



Der Text auf dem Zensurstreifen ist: Auf Grund der Verordnung vom 15. November ???? (Reichsgesetzblatt S. 1324). Über dem Text steht noch die Zahl "24". Die Rautenstempel der Zensurstelle haben die Zahl 13. Wer weiß wo der Brief zensiert wurde und wie ist der vollständige Text des Zensurstreifens ist.

Im voraus möchte ich mich schon einmal herzlich bedanken für die Hilfe.

Heinz
 
Postgeschichte Am: 20.10.2011 22:16:01 Gelesen: 318403# 266 @  
@ Heinz 1 [#265]

Hallo Heinz,

es handelt sich um eine Devisenkontrolle bei der Postüberwachungsstelle Köln-Deutz. Hier erfährst Du mehr über die Devisenkontrolle.

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?&ST=991&page=0

Gruß
Manfred
 
Heinz 1 Am: 20.10.2011 22:28:40 Gelesen: 318397# 267 @  
@ Postgeschichte [#266]

Hallo Manfred,

herzlichen Dank für die schnelle Antwort.

Viele Grüße Heinz
 
Marie Gerwarth Am: 26.01.2012 23:53:45 Gelesen: 329536# 268 @  
Hallo,

ich habe vor einiger Zeit alte Briefe und Briefmarken aus dem damaligen Deutschen Reich bekommen.

Ich wuerde es riesig schätzen, wenn mir jemand sagen würde, was sie wert sind.


 
Georgius Am: 28.01.2012 14:22:20 Gelesen: 329236# 269 @  
@ Marie Gerwarth [#268]

Entschuldigung Marie,

wenn ich mich hier einmische. Die rechte Abbildung zeigt eine sog. Ersttagskarte (nach Michelkatalog), die als Postkarte so befördert werden durfte. Die Marken haben mit dem Deutschen Reich allerdings nichts zu tun, denn sie erschienen 3 Jahre nach dessen Ende. Die Einzelmarken werden gestempelt mit 5,00 € bewertet.

Die Karte könnte zwischen 5 und 10 € liegen, wenn ich berücksichtige, daß der FDC bei Michel mit 18,00 € bewertet wird, die Karten aber wesentlich häufiger zu finden sind. Zur linken Abbildung kann ich nichts sagen, da ich die Vorderseite nicht sehe.

Beste Sammlergrüße
Georgius
 
Georgius Am: 28.01.2012 15:37:48 Gelesen: 329221# 270 @  
Kleiner Nachtrag: Ein bekannter Briefmarkenhändler bietet zwei dieser Ersttagskarten mit verschiedenen Unterscheidungsbuchstaben (UB) zu 14,95 € an. Das fiel mir soeben in die Hände.

Gruß
Georgius
 
Marie Gerwarth Am: 31.01.2012 01:34:06 Gelesen: 328881# 271 @  
@ Georgius [#269]

Lieber Georgius,

danke so sehr für Deine Hilfe! Hier ist die Vorderseite:



Lieber Georgius,

ich wollte mich noch einmal ganz herzlich bedanken fuer Deine Hilfe. Dies sind meine ersten Briefmarken und ich finde das alles sehr interessant.

Alles liebe
von Marie
 
Georgius Am: 01.02.2012 13:27:29 Gelesen: 328658# 272 @  
@ Marie Gerwarth [#271]

Hallo Marie,

von den Spezialisten hier im Forum für Zensurpostbelege wirst Du bestimmt eine kompetente Antwort erwarten können. Mein Gebiet ist das jedoch nicht.

Viele Grüße
Georgius
 
Germaniafan Am: 23.05.2012 09:06:13 Gelesen: 314646# 273 @  
Ich habe hier eine Fernpostkarte von Mainz nach Gries/Elsass vom 05.08.1914 die einen Dreizeilen-Prüfstempel der Inlandsposüberwachungsstelle Straßburg zeigt.





Ich erlaube mir aus dem Buch von Karl Heinz Riemer "Die Postüberwachung im Deutschen Reich durch Postüberwachungsstellen 1914-1918" zu zitieren.

(3) Drei-Zeilenstempel in provisorischer Herstellung und dem Text "Strassburg Els./Gepr. u. zu beförden/Post Commission" Abb.683. Der Abschlag in schwarzer und blauschwarzer Farbe liegt in den ersten Tagen des August 1914 vor. Es gibt auch Abschläge, wo "Els." auf dem Kopf stehend vorliegt. Ob es von dieser Art zwei Stempel gab, müssen weitere Funde klären.



(4) Drei-Zeilenstempel dieser Fertigung mit dem Text "Straßburg Els/gepr.und zu befördern/Post-Comm." Die Abschläge in violetter Farbe liegen auf Karten vor die den Poststempel vom 31. Juli 1914 tragen! Der Stempel soll auch mit der "1" hinter "Els." vorliegen.

Der gezeigte Stempel weist sowohl Übereinstimmungen im Text und der Stempelfarbe von den unter (3) und (4) beschriebenen Stempeln auf. Ich tendiere zu einer Einordnung unter dem Stempel (3) auch wenn im vorliegenden Fall die Stempelfarbe nicht passt. Interessant ist das Kopfstehende E in "Els." sowie die zusätzliche "1" hinter "Els." Könnte es sich um den unter (3) beschriebenen vermutlichen 2ten Stempel handeln ?

Auf Eure Meinungen bin ich gespannt.

Schöne Grüße
Guido
 
Postgeschichte Am: 23.05.2012 09:38:23 Gelesen: 314638# 274 @  
@ Germaniafan [#273]

Hallo Guido,

herzlichen Glückwunsch zu der Karte. Die provisorischen Stempel von Strassburg sind nicht gerade häufig gesäht. Hinzu kommt noch, daß es sich hierbei vielleicht um einen won Karl-Heinz Riemer zwar bezeichneten, aber noch nicht gezeigten Stempel handeln könnte. Ich würde den Stempel aber unter der von Riemer klassifizierten Nr. 4 sehen, da er hier mehrere Übereinstimmungen zeigt, sowohl in der Farbe, als auch in der ersten Textzeile:

Der Stempel soll auch mit der "1" hinter "Els." vorliegen.

Die "1" hinter Els. ist übgrigens ein kleines L, welches oft als Ersatz für die Zahl 1 genommen wurde. Markant an deinem Stempel ist das große "S" in Els. Daher kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, daß es sich um einen neuen (vielleicht einem der von Riemer genannten aber nicht gezeigten drei Zeilenstempel) handelt.

Wo du allerdings ein kopfstehendes "E" entdeckt haben willst, kann ich nicht nachvollziehen. Riemer sprach übrigens von einem kopfstehenden "Els.". Vermutlich hat dich dieser Hinweis auf die Einordnung zur Nr. 3 geführt, die aber aus o.a. Gründen nicht zutrifft.

Strassburg ElS. l
Gepr. u. zu befördern
Post Commission


Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Henry Am: 23.05.2012 09:45:39 Gelesen: 314634# 275 @  
@ Postgeschichte [#274]

Hallo Manfred,

in der vergrößerten Abb. des abgeschlageneen Stempels würde ich das nur halb vorhandene E von Els ebenfalls als kopfstehend betrachten.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Postgeschichte Am: 23.05.2012 10:34:41 Gelesen: 314619# 276 @  
@ Henry [#275]

Hallo Henry,

in einem nur teilweise und verstümmelt abgeschlagenen "E" ein kopfstehendes zu erkennen, alle Achtung. Andere haben bei einem vollständig abgeschlagenen schon Probleme, ein solches zu sehen.

Also mal Ernsthaft. Woran willst Du das festmachen?

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Germaniafan Am: 23.05.2012 10:40:43 Gelesen: 314618# 277 @  
@ Postgeschichte und Henry [#273] [#274]

Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Ich tendiere deshalb zu Stempel (3) da bei dem unter Stempel (4) bezeichneten Stempel "Post Commission" nicht ausgeschrieben wurde.

Hier nochmal ein Ausschnitt zum kopfstehenden E (spiegelverkehrt wäre wohl der bessere Ausdruck) von "ElS."



Ob es sich bei der nachfolgenden 1 tatsächlich um ein kleines l handelt kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen.

Schöne Grüße
Guido
 

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