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Thema: (?)(120/132/136) Deutsches Reich: Devisenkontrolle im Auslandsbrief- und Paketverkehr
Das Thema hat 136 Beiträge:
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TomWolf_de Am: 21.11.2008 12:09:18 Gelesen: 158475# 12 @  
Zum Thema Literatur, doktorstamp hat mich an etwas erinnert: In der Rundbriefen der ARGE Infla wurde das Thema vor vielen Jahren behandelt.

Den Namen des Verfassers habe ich vergessen, aber in dem Artikel war eine Quellenangabe enthalten zu einem Beitrag von Herrn Dahnke (?) erschienen in einem Rundbrief der ARGE Zensurpost.

Mit dem Leiter der ARGE Zensurpost habe ich mich vor einigen Jahren schon deswegen in Verbindung gesetzt und er hat mir damals mitgeteilt, daß es neuere Artikel zu den Devisenkontrollstellen in den Rundbriefen gibt, die von Robin Pizer erstellt und von Wolfgang Vogt (dem Leiter der ARGE Zensurpost) ins Deutsche übersetzt wurden. Diese Artikel konnte ich völlig problemlos von ihm als Kopie bekommen. Berechnet wurden nur das Porto und die Kosten der Kopien.

Wer sich (auch längerfristig) für diese Thema interessiert, dem empfehle ich, sich mit Wolfgang Vogt in Verbindung zu setzen. Kontaktadresse habe ich seinerzeit auf bdph.de bei den Arbeitsgemeinschaften gefunden. Eine eigene Homepage hat die ARGE Zensurpost leider nicht. Die Artikel dokumentieren den damaligen Stand der Forschung (ca. 1992), sind einfach zu verstehen, lassen aber in ihrer Gänze noch Fragen offen. Das liegt natürlich auch daran, daß dieses Material innerhalb der Masse eher selten zu finden ist, und Robin Pizer der einzige ist, der sich um diese Materie kümmert.

Gruß
Thomas
 
doktorstamp Am: 21.11.2008 14:24:35 Gelesen: 158464# 13 @  
Robin Pizer ist mir natürlich bekannt, und seinen Vortrag habe ich beigelebt, sehr interessant.

Selbst habe ich einige Poststücke. Vielleicht kann ich ihn dazu ermuntern hier was zu schreiben. Wäre aber nur in Englisch.

mfG

Nigel
 
TomWolf_de Am: 24.11.2008 11:38:41 Gelesen: 158414# 14 @  
In Ergänzung zu Beitrag [#126] zeige ich einen Einschreibebrief von 1921 aus Bombay/Indien (heute Mumbai) nach Nürnberg. Zuständig war die Devisenkontrollstelle München, dort wurde der Brief auch geöffnet und nach dem Verschließen weitergeleitet.



Auf der Rückseite erkennt man die typische Beschriftung des Verschlußzettels, darauf abgeschlagen das Sigel der "Postüberwachungsstelle München".



Der Zettel trägt die Nummer "9", München hatte aber die Nummer "16". Es handelt sich hierbei um einen Zettel, der eigentlich in der Devisenkontrollstelle 9 - Freiburg verwendet wurde. Man kann davon ausgehen, daß diese Zettel für Freiburg fertig gedruckt worden waren, aber zum damaligen Zeitpunkt von Freiburg nicht abgerufen wurden, weil noch genügend Zettel vorhanden waren. Da in München eine wesentlich höhere Stückzahl an Poststücken zu bearbeiten waren, wurden die 9er Zettel nach München geliefert und dort verwendet. Wahrscheinlich hätte es zu lange gedauert, für München neue Zettel zu drucken, man hat ausgeliefert, was gerade verfügbar war. Trotzdem muß das als Ausnahme gewertet werden, Solche Belege sind nicht häufig zu finden.

Gruß
Thomas
 
doktorstamp Am: 29.11.2008 14:42:09 Gelesen: 158376# 15 @  
@ TomWolf_de [#12]

Ich habe zum Glück mit Robin Pizer am Donnerstag dieser Woche noch sprechen können. Er hat mir versichert er meldet sich hier an, und wird zu dem Thema schreiben.

Ferner hat er mir geschildert wie er noch über 1.000 Belege hat, die bei ihm lagern, diese sind noch für die Weiterforschung.

Eine Auflistung der von ihm erfassten Artikel wird er auch bringen.

mfG

Nigel
 
TomWolf_de Am: 02.12.2008 09:00:42 Gelesen: 158350# 16 @  
@ doktorstamp [#15]

Hallo Nigel.

Das sind gute Neuigkeiten! Ich freue mich schon darauf, mich mit Robin auszutauschen.

Heute Abend werde ich einige meiner Belege einscannen, dann geht es hier weiter im Text.

Bis dahin möchte ich eine interessante Paketkarte zeigen (die sich leider nicht in meinem Besitz befindet). Die Karte wurde von der Postüberwachungsstelle Stuttgart nach München überstellt. Von dort aus ging es dann weiter nach Zagreb in Jugoslawien.



Interessant ist der links unten abgeschlagene Rahmenstempel "Stuttgart geprüft und freigegeben" der noch aus der Zeit des 1. WK stammt und weiter verwendet wurde.

Gruß
Thomas
 
Baldersbrynd Am: 03.12.2008 11:39:04 Gelesen: 158334# 17 @  
Hallo Alle,

ich zeige einen Brief aus Berlin nach Kopenhagen, gesendet am 1.8.1919. Gestempelt in Kopenhagen am 4.8.1919 1 OMB = 1. Bestellung.
Ein Zettel auf dem Rückseite früher für dem Postüberwachung. Devisenvermerk eingesetz mit einem Stempel.

Viele Grüße
Jørgen


 
Baldersbrynd Am: 03.12.2008 11:46:39 Gelesen: 158333# 18 @  
Hallo Alle

Noch ein Brief mit Devisenzettel. Gesendet von Plauen nach St. Gallen, Schweiz am 2.6.1922. Devisenzettel mit Nr. 16 (München)

Gruß Jørgen



 
Jürgen Witkowski Am: 04.12.2008 21:27:11 Gelesen: 158303# 19 @  
Im Gegensatz zu der bisher im Mittelpunkt der Betrachtung stehen den frühen Periode der Devisenüberwachung, ist die Zeit zwischen 1933 und 1939 in einem Werk von Karl-Heinz-Riemer dokumentiert:

Devisenkontrolle im Auslandsbrief- und Paketverkehr im Deutschen Reich 1933-1939
48 Seiten, 63 Abbildungen (1983)

Erhältlich bei der Poststempelgilde http://www.poststempelgilde.de/shop.html.

Ich habe inzwischen gelernt, dass Einschreibebriefe besonders intensiv mit dieser Kontrollmaßnahme bedacht wurden.

Eine sowjetische Ganzsache (MiNr. U 44c) mit Zusatzfrankatur als Einschreiben aufgegeben am 4.12.1936 in Moskau (?) nach Essen-Katernberg. Das Material des Umschlages ist irgendwo an der fliessenden Grenze von Papier zu Lumpen angesiedelt. Wahrscheinlich hatte man zu diesen schwierigen Zeiten in der Sowjetunion nichts besseres zur Verfügung.

Ich hoffe, ich habe den Aufgabeort Moskau richtig gedeutet, ansonsten bitte ich die dieser Schrift kundigen Mitleser um eine entsprechende Korrektur. Vorderseitig befindet sich neben dem Recomandé-Stempel noch ein Einschreibestempel mit von Hand ergänzter Nummer.

Auf der Rückseite befindet sich ein vierzeiliger Rechteckstempel in französischer Sprache, der aber so schwach abgeschlagen ist, dass ich ihn nicht entziffern kann. Der zu Prüfzwecken geöffnete Brief wurde mit Verschluss-Klebezetteln wieder verschlossen. Jeder dieser Klebezettel erhielt gemäß Vorschrift einen Tagesstempel der für das Bestimmungspostamt zuständigen Sammelstelle, in diesem Fall Duisburg, mit Datum 10.12.1936. Die Prüfung wurde in aller Regel von einem Zollbeamten durchgeführt.

Der Ankunftstempel von Essen-Katernberg stammt vom gleichen Tag.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
doktorstamp Am: 05.12.2008 03:02:07 Gelesen: 158296# 20 @  
@ Concordia CA [#19]

Lieber Jürgen,

Moskau ist schon richtig "MOSKVA OBLAST" und sicher ein Stadtteil.

Als ich in einem anderen Forum zu diesem Thema schrieb, ich habe genau den Punkt hervorgehoben wie du, nämlich Einschreiben waren einer näherer Untersuchung unterzogen. Leider hat ein Bekannter dort dies als Schmarrn bezeichnet, als ich ihn dann fragte ob er mit der Verordnung aus 1918 vertraut sei, hat er nichts von sich hören lassen. Jetzt sehe ich meine Aussage als berechtigt.

Hoffentlich dauert es nicht zu lange ehe der Robin sich hier anmeldet.

mfG

Nigel
 
reichswolf Am: 05.12.2008 04:02:12 Gelesen: 158293# 21 @  
@ Concordia CA [#19]

Der Aufgabeort müßte Stchekino sein, wie es im R-Stempel und im Aufgabestempel (ЩЕКИНО) steht. Stchekino wird wohl gleichbedeutend sein mit Schtschokino (http://de.wikipedia.org/wiki/Schtschokino). Das liegt ca 200 km südlich von Moskau im Oblast Tula. Die heutigen Grenzen des Oblast Tula gibt es aber erst seit dem 26.09.1937, es ist also durchaus möglich, daß Schtschokino 1936 noch zum Oblast Moskau gehörte, dafür habe ich bisher allerdings noch keine Bestätigung gefunden. Das würde die Abkürzung MOC. OBL. im Aufgabestempel erklären. Oblast ist russisch für Gebiet, Verwaltungseinheit.

Evtl. hat Lacplesis passende Informationen.

Beste Grüße,
Christoph
 
TomWolf_de Am: 05.12.2008 09:13:31 Gelesen: 158282# 22 @  
Der folgende R-Brief aus Jarrow nach Stuttgart wurde mit dem Zettel Nr. 24 verschlossen, der eigentlich der Postüberwachungsstelle Kölln-Deutz zugeteilt war.



Auf der Rückseite ist das Siegel der Postüberwachungsstelle Stuttgart abgeschlagen.



Bei der folgenden Karte ist ein kleiner Rundstempel abgeschlagen (Freigegeben St.), dessen Sinn sich mir noch nicht recht erschliessen will. Als frühestes Datum habe ich den 26.11.1918 erfasst, also relativ früh nach Ende des 1.WK.



Dieser kleine Stempel findet sich hauptsächlich auf Postkarten aus dem württembergischen Raum ins Ausland gerichtet. Seltener kommt er auf Briefen vor, dann meist auf Kriegsgefangenensendungen. Alle bisher von mir erfassten Belege mit diesem Stempel passen zur regionalen Zuständigkeit der Postüberwachungsstelle Stuttgart. Ich frage mich aber schon seit langem, ob es sich wirklich um einen Stempel der Postüberwachungsstelle Stuttgart handelt, und zu welchem Zweck er angeschafft wurde. Vielleicht hat ja jemand Informationen, die mir weiterhelfen würden?

Gruß
Thomas
 
doktorstamp Am: 05.12.2008 16:38:49 Gelesen: 158262# 23 @  
@ TomWolf_de [#12]

Es folgt unten aus einem email von Robin eine Auflistung der Artikel zu dem Thema.

Nigel

you asked last week about what had been published and I list below the
major articles.


Devisenzensurvermerke auf Briefen des Abstimmungsgebietes OS, R.Ritter,
AG OS Rb 1967-1987.
Devisenkontrolle vom 1918-1925, KH Dahnke, AG Zensur Rb 1974-1975.
Devisenkontrollle von 1918-1925, KH Dahnke, RS der AG OS Nr 43/44, 1977
Zensurmerkmale der Postueberwachungsstelle Freiburg i.Br., Wolfgang
Herterich, AGZ RB 39/83
Bibliographie zum Thema Devisenkontrolle 1919-1925, R Ritter,
AG Zensur Rb 76/93.
Devisenkontrollstelle Dresden Nr 4 1918-1923, Horst Lueddicke AGZ RB Nr
86/97, 87/97
Devisenkontrollstelle/Kontrollstelle Flensburg 1919-1923, Dr Hans-Dieter
Lutz, AGZ RB 96/2000 (R Pizer contributed several items)

Selection of own research
published in Germania, magazine of the Germany & Colonies PS of GB

The Exchange Control Inspection Office at Dresden 1918-1923, vol 19,
no 3, June 1983.
Little Known Inspection Offices 1918-1923, vol 21, no 2, April 1985.
The Difference between Exchange Control Supervision and Examination
Offices, vol 22, no 2, April 1986.
German Exchange Control - Standard Sealing Labels, vol 23, no 1,
February 1987.
Munich Exchange Control Office 1918-1923, vol 23, nos 4,5, June,
September 1987.
Hamburg Exchange Control Office 1918-1923, vol 26, nos 2,3, April, June
1990.
Berlin Exchange Control Offices for the Letter Post 1918-1923, vol 28,
nos 3,4, August, November 1992.
The Emmerich Postal Supervision Office 1918-1924, vol 32, no 4, November
1996.
German Exchange Control at Karlsruhe 1918-1924 and French Censorship
in Alsace Lorraine 1918-19, vol 37, nos 2,3, May, August 2001.
Konstanz Exchange Control Office 1918-1924 vol 43, no.1, February 2007

German translations by W Vogt and published in the Rundbrief of the
ARGE Zensur

Die Devisenkontrollstelle in Dresden 1918-1923, AGZ RB Nr 64/90
Wenig bekannte Devisenkontrollestellen 1918-1923, AGZ RB Nr 65/90
Dre Unterschied zwischen Postueberwachungsstellen und
Postpruefungsstellen 1918-1923 AGZ RB Nr 66/91
Devisenkontrollstelle Muenchen, AGZ RB Nr 67/91
Devisenkontrollstelle Hamburg 1918-1923, AGZ RB Nr 68/91
Devisenkontrollstelle fuer Briefpost in Berlin 1918-1923, AGZ RB Nr 72/92
Die Postueberwachungsstelle Emmerich 1818-1923, AGZ RB Nr 84/96
Deutsche Devisenkontrolle in Karlsruhe 1918-1924 und franzoesische
Postzensur in Elsass-Lothringen 1918-1919, AGZ RB Nr 97/2000
Devisenkontrollstelle Konstanz 1918-1924, AGZ RB Nr 116/2007

Some of these articles have been reprinted in USA by the Inflation Study
Group and in Germany by the ARGE Bayern. The Berlin article was
published in the Danzig Report No.77 1992 - it included the Berlin
article above plus some extra information about Lauenburg and Elbing
Exchange Control Offices. I hope to have an article on the Koenigsberg
Exchange Control Office completed this winter.

This means that offices at Bremen, Breslau, Frankfurt, Stuttgart,
Koeln-Deutz, Cleve, Ludwigshafen remain to be written up. Then
everything needs revising and a book producing.

**Colour scans of unusual items like return to sender, send to customs,
confiscated and items with enclosures about the exchange control would
be welcome. As would anything from the smaller offices several of which
closed in 1919.**

**Scans von Belegen mit Vermerken wie "Zurück an Absender"; "Zum Zoll/zu Beschau";
Beschlagnamt, sowie Belege mit Einlagen sind erbeten. Auch von den kleineren Ämtern sind solche erwünscht, da viele dieser schon 1919 beschlossen waren.


The bibliography that I helped Rolf Ritter write in 1992 now needs updating.

Die Bibliographie aus 1992 ist längst Überholungsdürftig

Robin
 
Georgius Am: 05.12.2008 17:01:59 Gelesen: 158260# 24 @  
@ Concordia CA [#19]

Hallo Jürgen,

Dem Gesagten von "reichswolf" ist meinerseits nichts hinzuzufügen. Hundertprozentig auch meine Meinung. Ob "e" oder "o" im Wort Stchekino, ist eine Frage der Betonung, denn ein betontes "e" spricht man wie ein "o", geschrieben bleibt es jedoch ein "e" in der russischen Sprache wohlgemerkt.

Viele Grüße
Georgius
 
doktorstamp Am: 05.12.2008 19:44:27 Gelesen: 158247# 25 @  
Nigel

I have had a look at the website

http://www.PhilaSeiten.de

and found the discussion on German Exchange control.

While most of this touches on 1918-1925, mention is made of 1933-1939
for which a booklet exists by KH Riemer with title
Devisenkontrolle im Auslandsbrief- und Paketverkehr im Deutschen Reich
1933 bis 1939

published by Poststempelgilde Rhein-Donau as Heft 93 in 1983.

There was another period of exchange control from 1948 to about 1955
about which little is recorded. I might write something when I have done
the 1918-1925 stuff.

TomWolf_de is correct with the law of 15 Nov 1918 signed by Ebert and
Haase. The list of offices and numbering is correct. There were other
offices which were never numbered which closed in 1919 plus an office at
Hindenburg which was open in 1923 but little is known of this.

Friedrichshafen (office 21) used Stuttgart (office 19) labels. I have
never seen labels with the number 21.

Labels with numbers 25 (Cleve), 26 (Aachen) and 27 (Trier) do exist but
the offices at Aachen and Trier in occupied Rhineland were not allowed
to open by the Belgians and the French. So labels 26 and 27 were used up
in Hamburg and Muenchen.

Exchange control ceased for unregistered and registered mail in October
1920 but was soon re-imposed on registered mail. This reduced the amount
of mail needing inspection and so you will find labels intended for one
office used somewhere else.
eg Elbing (office 23) used labels for Konstanz (office 12) overprinted 23
Dresden (office 4) used labels for Elbing overstruck 4 including the
Konstanz ones already overprinted 23. Dresden also used Bremen (office
2) labels usually with a 2 line Postueberwachungsstelle cachet.

Emmerich (office 6) used labels from Freiburg (office 9) with number
altered in manuscript in 1919 - this may have been an error of
distribution by the Zentrale fuer Postueberwachung who printed and
distributed the labels in 1919 and 1920.

Hamburg (office 10) used labels from Lauenburg (office 22) and Aachen
(office 26) sometimes but not always overstamped 10 in a ring.

Muenchen (office 16) used labels from Bremen (office 2), Emmerich
(office 6), Karlsruhe (office 11), Stuttgart (office 19), Aachen (office
26), Trier (office 27). Sometimes these were overstruck 16 but not
always however the label is usually struck with the circular (30mm dia)
Muenchen arms type cachet.

The 1818 error for 1918 is illustrated. I have 1818 labels from Berlin
(office 1), Bremen (office 2 but overprinted 16 and used at Muenchen),
Breslau (office 3), Dresden (office 4), Frankfurt (office 8), Freiburg
(office 9), Hamburg (office 10),
and have been told about 1818 labels from Koenigsberg (office 13).

An adapted wartime label from Stuttgart is illustrated by TomWolf_de. I
expect many more adapted labels and cachets are in people's collections
unrecognised. The circular Freigegeben St. cachet must be from
Stuttgart. It is very common.

The parcel card dated 17 MAI 21 with a Stuttgart re-direction label is
unusual. There were at least two printings of the label with the capital
letter of Muenchen the most obvious difference. There was a third label
without Muenchen 3 Bhf and two different printings with Hamburg 7
replacing Muenchen 3 Bhf where the H of Hamburg is the most obvious
difference.

Only insured parcels went through the Exchange Control and this ceased
in August 1921 when the Customs were given the job of checking Exchange
Control regulations at the same time as they checked Customs regulations
(why this did not happen at the start I do not understand as it seems
daft to have two different Government Departments check the same parcel).

Hope this helps

Robin
 
Jürgen Witkowski Am: 05.12.2008 22:57:15 Gelesen: 158236# 26 @  
@ doktorstamp [#25]

Vielen Dank an Dich, dass Du Robin Pizer auf unsere Diskussion zu diesem interessanten Thema aufmerksam gemacht hast und vielen Dank an Robin für seine Literaturhinweise und die Ergänzungen zu den hier gezeigten Belegen und deren Interpretation.

Ich denke, obwohl sie in englischer Sprache verfasst sind, sind sie weitgehend verständlich. Falls Unklarheiten bestehen, werden sich bestimmt einige Mitglieder finden, die die entsprechenden Textpassagen ins Deutsche übersetzen können.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 05.12.2008 23:36:08 Gelesen: 158232# 27 @  
Aus April 1939 stammt dieser Brief aus Baghdad nach Essen-Steele. Der eingeschriebene Luftpostbrief wurde am 18. April 1939 in Baghdad aufgegeben und wurde am 20.04.1939 auf dem Flughafen Halle / Leipzig, der wie alle deutschen Flughäfen jener Zeit auch als Grenzausgangs- und eingangs-Postanstalt fungierte, der Devisenzensur unterzogen.

Die Klebezettel wurden vorschriftsmässig abgestempelt und auch die Unterschrift des Zensors fehlt nicht. Am 21.04.1939 erhielt der Brief schließlich den Ankunftstempel Essen-Steele 1d und wurde zugestellt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
TomWolf_de Am: 08.12.2008 09:33:27 Gelesen: 158183# 28 @  
Der folgende R-Brief wurde am 11.4.1936 in Kopenhagen aufgegeben. In Leipzig kam der Brief am 12.4.1936 an (Ankunftsstempel), und wurde dort als "Devisenunverdächtig" eingestuft (Stempel auf der Vorderseite).

Da der Brief nicht zugestellt werden konnte (Empfänger verreist), wurde er an den Absender zurückgeschickt.



Auf dem Weg zurück wurde der Brief dann doch von der Devisenüberwachung geöffnet. Die beiden Verschlußzettel wurden am 14.4.1936 gestempelt, und am 16.4.1936 kam der Brief wieder in Kopenhagen an.



Warum der Brief zunächst als Devisenunverdächtig eingestuft und dann auf dem Rückweg doch kontrolliert wurde ist zwar rätselhaft, dadurch ist aber ein schöner, aussagekräftiger Beleg entstanden.

Gruß
Thomas
 
Baldersbrynd Am: 08.12.2008 11:33:47 Gelesen: 158174# 29 @  
Hallo Alle

Hier sind drei Belege mit Devisenkontrolle nach 1945


Gesendet am 8.8.1948 aus Essen-Altenessen nach Stockholm, Kontrolle in Hamburg.


Gesendet am 25.3.1954 aus Göteborg Schweden nach Hamburg, Kontrollstreifen mit Lateinischen Buchstaben.


Gesendet am 17.8.1954 aus Bad Schwalbach nach Kopenhagen, Kontrolle in Hamburg.

Viele Grüße
Jørgen
 
TomWolf_de Am: 09.12.2008 09:12:10 Gelesen: 158149# 30 @  
Der folgende Brief ist diesmal ohne Zensur, ist aber an die Postüberwachungsstelle in Stuttgart gerichtet. Solche Belege sind recht selten, kaum jemand achtet auf die Adresse.

Hat sonst noch jemand Belege, die an eine Postüberwachungsstelle adressiert waren?

Gruß
Thomas


 
TomWolf_de Am: 11.12.2008 09:25:59 Gelesen: 158097# 31 @  
Heute zeige ich ein Karte, die von der Zeit her zur Devisenkontrolle passt. Die Karte wurde in der Postüberwachungsstelle Friedrichshafen geprüft, der rote Stempel stammt noch aus der Zeit des 1.WK.

Gruß
Thomas


 
Hermes Am: 29.12.2008 21:39:33 Gelesen: 157984# 32 @  
Lieber Thomas,

Devisenkontrolle auf einer Postkarte, dass passt leider nicht.

Obwohl: Die Griechen haben Devisenkontrolle Stempel auch auf Postkarten und sogar Transitbelege vom Ausland via Athen oder Thessaloniki verwendet, in den 30-er Jahren. Aber die haben vom Stempeln nur einen Spass gemacht, es gab da doch nichts auf Devisen zu kontrollieren ?

Soll also eine andere Art von Zensur sein. Nicht mehr militärisch. Oder doch, bis Versailles?

Fr Gruss,

Hermes
 
22028 Am: 04.01.2009 13:17:22 Gelesen: 157929# 33 @  
Hier ein Brief aus Kolumbien vom Juni 1922 mit der SCADTA geflogen und adressiert nach Coburg. Es wurde vermutet dass der Stempel P.Ü./ 12. Juli 1922 auf von der Devisenkontrolle war, allerdings fehlt der Verschlussstreifen.

Rückseitig ist noch der Ankunftsstempel von Coburg vom 13. Juli 1922.

Ein anderer Sammler meinte es dass das was mit der Postüberwachung im Zuge der Vorbereitung auf den Deutschen Tag in Coburg 1922 zu tun hat.

Wer kann Licht ins Dunkel bringen?


 
Jürgen Witkowski Am: 04.01.2009 22:16:00 Gelesen: 157901# 34 @  
@ 22028 [#33]

Der Beleg ist wirklich eine harte Nuß. Einen vergleichbaren Stempel habe ich trotz intensiver Suche nicht finden können.

Wenn der Brief durch eine Post-, Polizei- oder Devisenüberwachung gelaufen wäre, wäre er üblicherweise geöffnet worden und müsste entsprechende Spuren aufweisen, selbst wenn die Verschlußzettel später vom Brief entfernt worden oder abgefallen wären.

Kann man außer den Öffnungsspuren des Empfängers noch andere Hinweise auf eine Brieföffnung erkennen ?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
doktorstamp Am: 05.01.2009 02:43:01 Gelesen: 157882# 35 @  
@ Concordia CA [#34]
@ 22028 [#33]

Möglich wäre dieser hier als Durchlaufstempel aufgebracht. Wenn man das Porto betrachtet ist er ein Brief ersten Gewichtstufe.

Laut Robin Pizer galten einige Firmen und Personen als unbedenklich.

mfG

Nigel
 
22028 Am: 05.01.2009 04:26:52 Gelesen: 157878# 36 @  
Ein Sammlerkollege machte mich auf einen Infla Brief aufmerksam welcher derzeit bei ebay angeboten wird und einen ähnlichen Stempel wie mein Brief trägt. Evtl. hilft das weiter.


 

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