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Thema: Rumänien: Marken echt oder falsch ?
Das Thema hat 166 Beiträge:
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Kieskutscher Am: 05.03.2017 12:14:00 Gelesen: 51509# 92 @  
Ich habe hier wieder eine Frage.

Sind die 8 Marken von Rumänien echt oder falsch ?

Wolfgang Weber


 
Heinz 7 Am: 05.03.2017 17:04:21 Gelesen: 51476# 93 @  
@ Kieskutscher [#92]

Hallo Wolfgang,

ich bin kein "Prüfer" von Rumänien-Marken und aufgrund von Fotos kann ich keine Aussage machen. Die Marke müsste im Original vorliegen, das Papier ist eines der zentralen Echtheitsmerkmale.

Rein optisch sehen die Marken gut aus. In der zweiten Reihe, die erste Marke ist jedoch mit einem Gitterstempel "GR1" gestempelt. Da habe ich erhebliche Zweifel. Die 6 Parale-Marke gibt es gestempelt nur als Einzeldruck (Michel 9 I), nicht als Maschinendruck (Mi 9 II). Die Einzeldruck-Marke kam aber 1862 auf den Markt und trägt andere Stempel. Der Gitterstempel "GR1" kam erst 1865 zum Einsatz, und da waren diese Marken nicht mehr gültig. Meines Wissens gelten alle Marken Mi. Nr. 9 mit einem Gitterdstenpel als gefälscht.

Mehrere Fälscher der Zeit benutzten solche einfach zu fälschenden Gitterstempel, um aus den günstigen ungebrauchten Marken teure "gebrauchte" herzustellen.

Die letze Marke könnte echt gebraucht sein, allerdings scheint mir der Stempel "nicht prüfbar" zu sein, und daher hält sich die Freude darüber vermutlich in engen Grenzen.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 06.03.2017 20:07:04 Gelesen: 51431# 94 @  
@ Kieskutscher [#92]

Den Ausführungen von Heinz7 [#93] kann ich nur zustimmen.

Die Marken sehen auch für mich echt aus, nur mit dem waagrechten Paar der 6 Parale-Marke habe ich leichte Zweifel; es wäre wirklich wichtig, das Papier mit eigenen Augen zu sehen und zu fühlen.

Ob ein Stempel so aufgesetzt ist, dass er nicht prüfbar ist wie bei der letzten Marke, der 30 Parale, muss man einfach in Kauf nehmen. Natürlich ist ein nachvollziehbarer Stempel alle Mal ein Grund, sich etwas mehr zu freuen.

Die 30 Parale Marke, die ich hier zeige, ist ebenfalls hauchdünn mit einem nicht erkennbaren M3 - Stempel abgeschlagen. Die 6 Parale Marke kann man auch farblich differenzieren.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 11.03.2017 17:45:47 Gelesen: 51322# 95 @  
Liebe Leser,

Achtung! Das Auktionshaus Schlegel bietet eine 5 Parale-Marke an, die sicher falsch ist!



Text (Auktionsbeschreibung):

"1858, 5 Par. schwarz auf weißem Papier, 2 ungebrauchte Einzelwerte, farbfrisch und vollrandig, ein Wert extrem breitrandig, beide mit Originalgummi, saubere Qualität (ME 440,-)"

Die abgebildete Marke verursacht beim ersten Blick vielleicht Herzklopfen, denn die untere Randlinie ist nicht unterbrochen. Das würde heissen: statt Michel-Wert Euro 220 wären Euro 30'000 angesagt (Michel Nr. 5y) (Michel-2010). Dazu kommt, dass das Papier aussieht wie bei den echten Marken!

A B E R: Die Marke ist nicht echt. Im Heft 42 von Stiedl-Billig sind nicht weniger als 10 Fälschungen abgebildet (Abb.30-39), die vorliegende Schlegel-Marke ist nochmals eine andere!

Bei solch heiklen Marken ist eine Prüfung durch erfahrene Experten unbedingt anzuraten!

Heinz
 
Kieskutscher Am: 12.03.2017 10:58:47 Gelesen: 51283# 96 @  
Hallo Heinz 7 und Parale 10,

vielen Dank für die Antwort und der genauen Beschreibung. Die Marken haben alle sehr dünnes Papier (wie Butterbrotpapier).

Wolfgang Weber
 
Heinz 7 Am: 14.03.2017 00:18:32 Gelesen: 51226# 97 @  
@ Kieskutscher [#96]

Im Thema "Rumänien Fürstentum Moldau: Marken echt oder falsch ?" [1] ist unter Beitrag 66 eine Stellungnahme des Auktionshauses Schlegel zu finden!

Siehe dort!

Freundliche Grüsse
Heinz

[1] http://philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=1836&CP=0&F=1
 
10Parale Am: 15.03.2017 21:48:47 Gelesen: 51168# 98 @  
Vor solchen Punkt-Stempel (siehe auch Lars Boettger [#5]) wie auf dieser Marke die Finger weg lassen, außer man braucht Vergleichsstücke.

Was der Scan nicht zeigt, auch das Papier der Marke fühlt sich unecht an, so dass ich auch die Marke als eine Ganzfälschung betrachte.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 18.03.2017 23:43:12 Gelesen: 51024# 99 @  
Ist die hier abgebildete Marke echt oder falsch?

Michel Nr. 12 Fürst Cuza, 5 Parale blau, gewöhliches weißes Papier

Michel-Wert: 80 Euro

Ich habe mir einmal das Vergnügen bereitet, die Caracteristici de desen (Besonderheiten der Zeichnung) im CMPR von K.Dragomir (Seite 68) zu studieren. Auch für mich ist immer noch nicht leicht, den Text in rumänischer Schriftsprache zu verstehen. Ich möchte aber einmal auf wenige Punkte hinweisen, die mir zeigen, dass die Marke echt sein muss:

1. die 5 im linken unteren Feld ist größer als die 5 im rechten oberen Feld.
2. im Feld "CINCI PARALE" gibt es 12 Rhomben, die oben mit Punkten beginnen
3. im Feld "FRANCO" sind es 13 Rhomben-Linien (bei Fälschungen 9 1/2 )
4. da O in FRANCO ist mehr eckig als rund

Dies sind nur 4 Eigenheiten der Zeichnung. Ich bin deshalb überzeugt, die Marke ist echt.

Natürlich spielt auch das Papier eine große Rolle. Aber hier habe ich einfach den Eindruck beim Fühlen, dass es passt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 19.03.2017 21:37:06 Gelesen: 50962# 100 @  
@ 10Parale [#99]

Im 2. Handbuch von Fritz Heimbüchler (2002) sind auf den Seiten 152-153 Echtheitsmerkmale der Fürst Cuza-Ausgabe 1865 angegeben. Es sind andere, als Du sie in Deinem Beitrag benennst (aus dem CMPR-Katalog). Die sechs Echtheitsmerkmale von Stiedl/Billig (1938, Heft 43, Seite 5) sind auch nur zum Teil dieselben, wie bei Heimbüchler.

Aufgrund der Hinweise, die ich zur Beurteilung habe, (CMPR 1974, Stiedl/Billig 1938, Heimbüchler 2002) sehe ich auch nicht, dass die von Dir gezeigte Marke NICHT ECHT sein sollte.

Eine Ferndiagnose nur aufgrund des Bildes ist aber, wie früher schon oft gesagt, nicht möglich. Die Marke muss auch aufgrund des Papieres beurteilt werden. Das ist aufgrund eines Fotos natürlich nicht möglich.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.03.2017 17:25:04 Gelesen: 50817# 101 @  
@ Heinz 7 [#100]

Hallo Heinz,

vielen Dank für deine Ferndiagnose. Auch Val. Tebeica beschreibt in seinem Buch "Die ersten rumänischen Postmarken" die Cuza-Ausgaben, die zur Ausgabe gelangt sind. Ich werde in Kürze noch einmal auf das Thema zu "schreiben" kommen, wobei ich auf das Papier eingehen möchte.

Unser Sammlerkollege "Pepe" hat in Beitrag # 271 in "Rumänien für Sammler" den Satz Michel Nr. 90 - 94 zum 25. Regierungsjubiläum von König Karl I. vorgestellt, jene besondere 13. Ausgabe, die nur 3 Tage gültig war. In Beitrag #273 beschreibst du die Korrelationen mit dem julianische/gregorianischen Kalender, den letzteren die rumänische Post bereits ab dem 01.01.1865 benutzte. Auch einen schönen Brief mit einer Satzfrankatur zeigst du uns.

Ich habe nun von einem belgischen Internethändler aus reiner Neugier 3 "gefälligkeits"-gestempelte Bögen der Michel Nr. 91, 3 Bani violett erstanden mit einer Abstempelung vom 23. Mai 1891.

Nun lese ich aber, dass die Jubiläumsmarken in randlosen Bögen zu je 130 Marken hergestellt wurden. Nun weiß ich selbst nicht, was ich davon halten soll. Der hier abgebildete Bogen besteht aus 25 Marken und hat einen Rand, keine Gummierung.

Ist dies eine Fälschung, Mache für Sammler oder gibt es sonst irgendwie eine Erklärung?

Liebe Grüße

10Parale


 
Gerhard Am: 23.03.2017 19:20:02 Gelesen: 50749# 102 @  
@ 10Parale [#101]

Hallo 10Parale,

das sieht alles soo sauber aus, das muß ja eigentlich falsch sein - würde ich spontan sagen. Allerdings bin ich kein Spezialist hierfür und wie bereits in einigen threats erwähnt, das "Fühlen" des Papiers ist, wie manches Andere, am Bildschirm nicht möglich.

Bin gespannt was hierzu noch rauskommt, wie alle Eintragungen zu dem Thema, die ich regelmäßig mit Interesse und Freude verfolge.

MphG
Gerhard
 
Heinz 7 Am: 23.03.2017 22:08:06 Gelesen: 50732# 103 @  
@ 10Parale [#101]

Lieber Freund,

von dieser Marke (Mi 91) gibt es ebenfalls Ganzfälschungen, das ist auch bei Michel vermerkt. Bei Stiedl/Billig sind Fälschungen abgebildet. Entscheidend ist aber meines Erachtens der Hinweis im CMPR; da steht, dass die Marke in Bogen von 130 Marken hergestellt wurde (seltsame Anzahl).

Deine 25er-Bogen erinnern fatal an die SPIRO-Fälschungen, die ja auch in 25-Bogen hergestellt wurden. Dazu kommen die wohl maschinell angebrachten, regelmässigen Abstempelungen "23. MAI".

Kurzum: Ich halte diesen Bogen für eine Ganzfälschung.

Sorry!

Heinz
 
10Parale Am: 24.03.2017 19:44:09 Gelesen: 50650# 104 @  
@ Heinz 7 [#103]

Kurzum: Ich halte diesen Bogen für eine Ganzfälschung.

Ja, so dachte ich auch von Anfang an und du gibst den entscheidenden Hinweis. Die echten Marken können nur von dem Bogen mit 130 Marken stammen.

Aber das Papier sieht hervorragend echt aus und fühlt sich auch so an, also ich bringe mal einen Bogen mit nach München zu unserem Treffen.

Nun lassen sich manche Sammler ja klassische Fälschungen einhergehen. Während moderne Fälschungen lediglich dem Zweck dienen, den Dummen, Unwissenden an der Nase herumzuführen, um Ihn um ein paar Groschen aus der Tasche ziehen, dokumentieren diese klassischen Fälschungen etwas anderes, was ich nicht so einfach in Worte fassen kann.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 25.03.2017 12:38:59 Gelesen: 50597# 105 @  
@ 10Parale [#104]

Lieber Freund,

die in Beitrag [#101] gezeigte Fälschung ist ein sehr gefährliches Produkt. Wäre die Einzelmarke angeboten, hätte wohl kaum ein Sammler die Marke als Fälschung erkannt; Bild und Stempel sehen meines Erachtens sehr "gut" aus. Bei einer Marke mit einem Katalogwert von weniger als Euro 10 vermutet man auch nicht unbedingt, eine Ganzfälschung anzutreffen!

Früher war es eine schwierige und aufwändige Angelegenheit, eine Briefmarke zu fälschen (Ganzfälschung). Heute, mit den neuen Technologien, ist das viel einfacher/günstiger möglich! Leider scheint es so, dass heute neue Fälscher-Werkstätten rare Briefmarken reproduzieren (z.B. teure Marken aus China). Bei billigen Briefmarken sieht man im Normalfall nicht so genau hin.

Wir wissen, dass im XIX. Jahrhundert sehr viel gefälscht wurde; es gab eine ganze "Fälscher-Industrie". Diese alten Fälscher hatten natürlich dieselben Absichten wie die neuen; man nutzt die Wünsche der Sammler zum eigenen Vorteil aus und betrügt sie. Ob man die Geschädigten als "dumm" bezeichnen soll, ist Ermessenssache. Die Formulierungen "leichtgläubig"/"unwissend"/"unvorsichtig" gefällt mir besser.

"Dumm" finde ich einen Sammler nur, wenn er wirklich namhafte Beträge in Fälschungen versenkt in der Annahme, echte Originale zu kaufen. Oder wenn er allen Ernstes glaubt, eine wirklich teure Rarität für einen Pappenstiel kaufen zu können (siehe z.B. Beitrag [#77]). Sobald ein Kaufpreis für eine Marke eine gewisse Höhe überschreitet, sollte man einen Kauf nur tätigen, wenn man zuvor sich vergewissert hat, dass die Marke echt ist.

Dass auch Fälschungen bei vielen Sammlern eine gewisse "Berechtigung" haben, in die Sammlung aufgenommen zu werden, hat durchaus seine Gründe. Wichtig ist aber, dass man die Fälschungen klar als solche bezeichnet (und am besten auch als solche kennzeichnet! -> siehe Beitrag [#95] und [#97]).

Einige Fälschungen haben auch durchaus "ihren Preis", der kann vor allem bei den berühmten "Speratis" sogar sehr respektabel sein. Einzelne Sperati-Fälschungen kosten durchaus 100-200 Euro! Das darf und sollte aber für eine andere Fälschung nie der Massstab sein!

Interessant war auch das Auktionsresultat bei Köhler, als wieder einmal ein komplettes Album des berühmten Fälschers Fournier verkauft wurde (enthaltend eine riesige Anzahl von Fälschungen und Faksimile). Bei einem Ausruf von 1500 Euro stieg das Resultat auf respektable Euro 4800.

Anbei ein Foto einer Zeitschrift, die Fournier seinerzeit herausgab:



Man sieht also: Das Thema "Fälschungen" hat durchaus seinen Platz in der Welt der Philatelisten. Kenntnisse helfen auch hier vor Schaden!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 25.03.2017 19:41:18 Gelesen: 50557# 106 @  
Diese alten Fälscher hatten natürlich dieselben Absichten wie die neuen; man nutzt die Wünsche der Sammler zum eigenen Vorteil aus und betrügt sie.

@ Heinz 7 [#105]

Hallo Heinz,

nach meinem Kenntnisstand haben z.B. die Gebrüder Spiro ihre Nachahmungen nicht als "echte Marken" verkauft, sondern als billige Ersatzstücke zum Einkleben in die Sammleralben. Auch Fournier hat zumindest einen Großteil seiner Ware nicht als echte Marken angeboten. Es fehlte bei beiden die Betrugsabsicht. Der Fall ist heute anders gelagert. Spiro- und Fournierfälschungen werden von unwissenden Sammlern als echte Marken an unwissende Sammler verkauft.

Beste Grüße!

Lars
 
Heinz 7 Am: 26.03.2017 12:22:06 Gelesen: 50488# 107 @  
@ Lars Boettger [#106]

Lieber Lars,

das ist richtig. Es gab früher mehrere Hersteller von Faksimile / Nachahmungen, und wenn sie ihre Produkte so deklarierten, ist dagegen auch wenig einzuwenden. Nur - Du sagst es - die Produkte der Herren Nachahmer wurden dann eben doch sehr oft dazu benutzt, Gutgläubigen echte Raritäten vorzugaukeln. Fournier stellte z.B. solche Nachahmungen her, und sagte dies auch (siehe Beitrag [#105] - seine Zeitschrift). Er bot darin teure/unerschwingliche Marken als Nachahmungen an.

Andere Fälscher betrachteten ihre Erzeugnisse als eigenständige "Kunstwerke". Sperati war zum Beispiel sehr eitel und war angeblich einmal beleidigt, als man Fälschungen von ihm als echte Marken attestierte. Er hat dann auch eigene Erzeugnisse praktisch mit einem Copyright versehen.



Hier zeige ich eine von vier Rumänien-Marken, die Sperati gefälscht hat. Sperati erklärte sie als Kunstwerke. Bei ihm ist aber bekannt, dass er bisweilen "vergass", seine Fälschungen als solche zu bezeichnen. Ich nehme an er hat so betrügerisch Geld erschwindelt.

Beste Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.03.2017 14:44:38 Gelesen: 50470# 108 @  
@ Heinz 7 [#107]

Ergänzung zu Beitrag [#107]

Der Einzelabzug der 80 Parale-Ochsenkopf-Marke mag als Kunstwerk durchgehen; man kann ihn eigentlich nicht verwechseln mit einer richtigen Michel Nr. 7, denn die Original-Marke ist rot.

Viel schwieriger wird es, wenn die Fälscher (wie auch Sperati) wirklich täuschend echte Duplikate herstellten und sie ohne Kennzeichnung dem Markt übergaben. Beispiel gefällig?



Die Leser werden mir beipflichten, dass die Marken fast nicht voneinander zu unterscheiden sind. Eine ist aber eine Ganzfälschung! Dem Meister-Philatelisten Robson Lowe war es in erster Linie zu verdanken, dass dieser gefährliche Fälscher Sperati angeklagt und zur Strecke gebracht wurde.

Die Sperati-Produkte wurden dann klar gekennzeichnet und können damit nicht mehr gefährlich werden!



Alle Fälschungen sollten als solche gekennzeichnet werden, um unerfahrene Sammler vor (möglichen) Schäden zu bewahren! So auch die Marke, gezeigt in Beitrag 95. Vielleicht kann sich der jetzige Besitzer der Marke doch noch dazu entscheiden; ich hoffe es.

Heinz
 
Gerhard Am: 27.03.2017 08:27:01 Gelesen: 50428# 109 @  
@ Heinz 7 [#108]

Hallo Heinz,

es kann sich ja eigentlich nur bei der rechten Marke um die Sperati-Fälschung handeln, oder liege ich falsch ?

Super interessant dieser threat, wie so einiges auf unsern liebsten Seiten. Bedanke mich ausdrücklich für den lese- und Betrachtegenuß.

MphG
Gerhard
 
Heinz 7 Am: 29.03.2017 18:30:06 Gelesen: 50278# 110 @  
@ Gerhard [#109]

Hallo Gerhard,

vielen Dank für Deine anerkennenden Worte.

Ja, du liegst falsch! Die linke Marke ist die Sperati-Fälschung! Aber nur sehr wenige Menschen können die guten Sperati-Fälschungen als solche identifizieren. Meines Wissens wurde sogar an der Gerichtsverhandlung (vor mehr als 60 Jahren) von Experten ausgesagt, Sperati-Nachahmungen seien echte Marken! Sperati, in seinem Stolz gekränkt, stellte daraufhin eine neue Fälschung her, um zu zeigen, dass er das kann!

Ich weiss aber nicht, um welche Marke und Nachahmung es sich dabei handelt.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 29.03.2017 21:31:48 Gelesen: 50251# 111 @  
@ Lars Boettger [#106]
@ Heinz 7

Es fehlte bei beiden die Betrugsabsicht. Der Fall ist heute anders gelagert. Spiro- und Fournierfälschungen werden von unwissenden Sammlern als echte Marken an unwissende Sammler verkauft

So scheint es. Als ich die "gefährlichen Ganzfälschungen" für ca. 4,-- Euro pro Stück bei einem eBay-Händler erwarb (meines Wissens nach bot er auch ungestempelte 25-er Blocks der Marke an, die ich jedoch verpasste), trieb mich eher die Neugier als das Unwissen. Ich gehe nicht einmal davon aus, dass der Händler weiß, dass es sich um Ganzfälschungen dreht.

Nun gut, sie sind in meiner Hand und ich habe Sie schon dementsprechend gekennzeichnet. Eine so schöne Reproduktions-Kennzeichnung, wie sie Heinz7 uns in Beitrag [#108] zeigt, haben sie jedoch nicht.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 30.03.2017 21:18:35 Gelesen: 50183# 112 @  
@ 10Parale [#101]

Die Jubiläumsausgabe war offenbar ein beliebtes Objekt für Fälscher, was eigentlich erstaunt, da die Marke nur 3 Tage gültig war.

Anbei ein "Nachdruck", zueinander kopfstehend gedruckt. Für welche Zwecke wohl?



Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 31.03.2017 19:21:58 Gelesen: 50120# 113 @  
@ Heinz 7 [#100]

Die Cuza-Marken wurden auf folgenden drei Papiersorten gedruckt:

1. gewöhnliches, weißgelbes Papier
2. senkrecht gestreiftes, weißes, dickes Papier
3. bläuliches Papier

Zum ersten Mal wurde auf das Ausgabeland Rumänien hingewiesen (Posta Romana). Die Moldauausgaben und die Ausgaben der Vereinigten Fürstentümer geben keinen Hinweis auf das Ausgabeland.

Die Marken bedienten den neuen Posttarif ab 1. Januar 1865.

- Ortsbriefe 5 Parale
- für jede Entfernung innerhalb des Landes bis zum 15 gramm = 20 Parale (Gewichtsstufen je 15 gramm)
- Drucksachen im Kreuzband 2 Parale für je 15 gramm für alle Entfernungen im Lande

Val. Tebeica weist in seinem Werk "Die ersten rumänischen Postmarken" darauf hin, dass seit der Einführung der Ochsenköpfe 1858 die Gebühren innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne 3 x herabgesetzt wurden. Ein bestimmter Brief, der zu Anfang der Briefmarkenzeit 54 Parale gekostet hatte, wurde nun mit 20 Parale freigemacht.

Es kam hinzu, dass die rumänische Post nun am 1. Januar 1865 vom julianischen zum gregorianischen Kalender wechselte. Tebeica weist wiederum darauf hin, dass daher Briefe mit einem Stempeldatum vom 01. - 12. Januar 1865 als eine Fälschung betrachtet werden müssen.

Das heißt, im chronologischen Verlauf springt das postalische Stempeldatum vom 31. Dezember 1864 direkt auf den 13. Januar 1865 über. Das erste schwarze Loch in der Geschichte der Philatelie. Stephen Hawking wird es freuen.


Wie schon oft im Forum erwähnt, ist ein Scan leider nicht in der Lage, das Papier genau darzustellen.

Ich zeige hier eine 5 Parale Marke mit dem relativ selteneren weißen, gestreiften, senkrechten Papier. Die Farbe ist nicht tiefblau und die Echtheitsmerkmale sind vorhanden. Im Michel Katalog wird diese Marke mit 120,-- Euro ungebraucht bewertet.

Original gestempelt (Ortsbrief) sind diese Marken etliches mehr wert.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 03.04.2017 21:47:22 Gelesen: 49979# 114 @  
@ Heinz 7 [#112]

Ja, es ist traurig, aber wir Sammler kommen an den Fälschungen und ihrer über 100-jährigen Tradition wohl nicht vorbei.

Ich habe einen interessanten Anbieter bei eBay entdeckt, der teilweise sehr gute Stücke verkauft. Wenn ich etwas von ihm kaufe, schickt er mir immer sozusagen "gratis" als Zugabe ein paar Fälschungen mit. Ich erkenne sie auf den "ersten Blick" daran, dass sie auf der Rückseite handschriftlich mit fake bezeichnet sind. Ich kann über die Gründe nur spekulieren.

Ich zeige hier solch ein Stück. Wären die Marken oder der Stempel oder beides echt, wären sie sicher nicht billig zu haben.

Wir könnten hier auch einen Querverweis machen zum Thema "Vom Nutze philatelistischer Literatur". An Hand des Michel-Kataloges finden wir heraus, dass es sich um die beiden Marken Michel Nr. 22 und Michel Nr. 23 aus dem Jahr 1869 handelt. Sie zeigen Fürst Karl I. mit Backenbart.

Die Marken sind farblich sehr gut gemacht, das blutrot der 15 Bani ebenso wie das blau der 10 Bani Marke. Vergleicht man dann aber die einzelnen Plattenmerkmale, wie sie z.B. Kiriac Dragomir im CMPR darstellt (Seite 97 für die 15 Bani blau), erkennt man schnell, dass es sich um gefälschte Marken handelt. Die Buchstaben und Zahlen und Linien sind einfach zu glatt und nahtlos, wenn man die Lupe zur Hand nimmt.

Viel interessanter ist jedoch ein anderes Verhältnis, welches die Fälschung enttarnt:

Der Stempel ist von BRAILA und lt. Kiriac Dragomir handelt es sich um den Stempel A62 fig. 368 mit Agraffe (Seite 97)

Dieser Stempel mag nicht gefälscht sein, jedoch war seine Verwendungszeit vom 01.07.1862 - 14.04.1868. Da die beiden Marken, mit denen der Stempel abgeschlagen wurde, erst 1869 erschienen, liegt hier eindeutig eine Fälschung vor.

Ich finde es ist eine sehr gefährliche Fälschung. Ich gebe zu, dass ich diese Fälschung nicht so einfach erkannt hätte.

Hier zeigt sich wie wertvoll philatelistische Literatur ist. Hier zeigt sich aber auch "Augen auf beim Kauf". Diese Fälschung wandert wieder in mein Fake-Album.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 04.04.2017 14:20:18 Gelesen: 49936# 115 @  
@ 10Parale [#114]

Lieber Kollege,

es ist wirklich alarmierend, was an Fälschungen alles existiert und auf dem Markt "herumfloated". Das oben gezeigte Stück sieht wirklich gut aus, mehr als 9 von 10 Sammlern würden dieses Fragment wohl ohne Bedenken für ihre Sammlung akzeptieren. Auch in der Riesen-Sammlung, die von David Feldman 2016 verkauft wurde, existierten Fälschungen zuhauf. Wenn man nicht weiss, wer diese Dinger kauft, muss man befürchten, dass sie über kurz oder lang wieder auftauchen - und wer weiss, wie viele Stücke dann plötzlich "echt" "geworden" sind?

Ich wundere mich seit Langem, dass die Sammlerverbände und Arbeitsgemeinschaften und Prüferverbände nicht energischer gegen Fälschungen vorgehen. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass sich "niemand die Finger verbrennen" will. Die Kenntlichmachung einer Fälschung muss wohlüberlegt und RICHTIG sein, und das geht nur mit Fachwissen und grosser Arbeit, welche natürlich auch entschädigt werden muss. Dass (fast) niemand gerne Geld ausgibt, um Fälschungen zu entlarven, zu kennzeichnen und "ausser Betrieb" zu nehmen, ist nachvollziehbar.

Dennoch wäre es mehr als nur hilfreich, es wäre vielleicht sogar dringend NÖTIG, dass der Fälschungsbekämpfung mehr Gewicht beigemessen würde.

Auch ein Rätsel ist mir, warum wir so wenig über die Prüfungsbefunde all der Experten von früher wissen. Die meisten Atteste scheinen spurlos verschwunden zu sein, besonders die kritischen. Ich würde mir wünschen, dass die Prüfer nach Beendigung ihrer Karrieren ihre Archive (bzw. Kopien der Prüfungsbefunde) der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, als Info-Datenbank. Wenn es "zentrale Fälschungs-Register" gäbe, die einsehbar wären, würden wohl viele Sammler vor Schaden geschützt.

Es gibt zudem Sammler, die wenig überlegen, und bestehende Atteste wegwerfen! Argument: das Attest kann nur zum Zeitpunkt der Erstellung 100% gültig sein; insbesondere die Erhaltung kann einen Tag später schon überholt sein: eine Marke bekommt, neu, einen Bug, oder eine postfrische erleidet einen Gummischaden und gilt nicht mehr als postfrisch, usw. - Dennoch sollte ein Attest, das zu der Echtheit des Stückes, des Stempels, der Verwendung (auf Brief oder Ganzsache), Stellung nimmt, niemals weggeworfen werden. Kommt ein anderer Prüfer zu anderen Schlüssen, sollte dies auch nachvollziehbar dokumentiert sein. Erst so wachsen tiefere Kenntnisse.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 04.04.2017 16:31:27 Gelesen: 49906# 116 @  
@ Heinz 7 [#115]

Ich wundere mich seit Langem, dass die Sammlerverbände und Arbeitsgemeinschaften und Prüferverbände nicht energischer gegen Fälschungen vorgehen. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass sich "niemand die Finger verbrennen" will. Die Kenntlichmachung einer Fälschung muss wohlüberlegt und RICHTIG sein, und das geht nur mit Fachwissen und grosser Arbeit, welche natürlich auch entschädigt werden muss. Dass (fast) niemand gerne Geld ausgibt, um Fälschungen zu entlarven, zu kennzeichnen und "ausser Betrieb" zu nehmen, ist nachvollziehbar.

Hallo Heinz,

nach über zehn Jahren Erfahrung in der Fälschungsbekämpfung kann ich Dir mein Fazit geben: Solange die Sammler immer noch mit wenig Geld versuchen, Ihre Vordruckalben zu füllen, so lange es keine Handhabe gegen Fälschungsangebote bei eBay, bei Händlern und bei Auktionatoren gibt, so lange wird es immer reichlich Fälschungen geben.

Konrad Kramer führt für den BDPh einen Kampf gegen die Windmühlen bei Ebay. Er kann hier nur Angeboten auf der deutschen Ebay-Seite nachgehen. Staatsanwälte und Polizei weigern sich, Anzeigen zu verfolgen: "Sind sie geschädigt?" "Nein." "Dann können Sie auch keine Anzeige machen." Oder auch gerne genommen: "Wie, 10.000 Euro Schaden? Das ist nur ein Bagatelldelikt, das wird sicher eingestellt."

Meine Hoffnung ist nur, dass die Sammler irgendwann einmal klüger werden.

Beste Grüße!

Lars
 

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