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Thema: Altdeutschland Norddeutscher Postbezirk: Belege
Das Thema hat 329 Beiträge:
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sotos Am: 23.06.2014 10:57:26 Gelesen: 117902# 55 @  
Hallo,

habe hier eine Dienstsache mit Dienstmarke 1Gr., Mi.Nr. 4. Im Briefe-Katalog Michel ist genau dieser Stempel als Neustempel abgebildet, OPD Düsseldorf. Weiter in der Bewertung wird angegeben, dass die Neustempel der bisherigen Poststanstalten und Orte 12.- bis 50.- € auf Brief werten, die Stempel der neuen Postorte aber 75.- bis 250.- €.

Auf der Suche, auf google und Co. konnte ich keine Auflistung der "neuen Orte" finden. Wer könnte mir eine Auflistung der Orte nennen?


 
Jürgen Witkowski Am: 23.06.2014 12:18:37 Gelesen: 117884# 56 @  
@ sotos [#55]

Bei Deinem Stempel handelt es sich um einen nachverwendeten Preussenstempel. Zu erkennen ist er neben der Stellung der Zeilen zueinander und der Größe von 39x14 mm, an den unterschiedlichen Schrifttypen (1. Zeile Antiqua, 2. Zeile Grotesk). Von den preussischen Stempeln mit Angabe des Regierungsbezirkes sind für Essen drei Haupttypen bekannt.

Die von Michel als "Neustempel" bezeichneten Stempel, die erst nach der Preussenzeit angeschafft und im NDP verwendet wurden, kommen in Essen in zwei Haupttypen vor. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal besteht in der einheitlichen Schrifttype Antiqua für die 1. und 2. Zeile. Das kann man auf dem von mir vorgestellten Beispiel gut erkennen.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
sotos Am: 23.06.2014 15:16:17 Gelesen: 117856# 57 @  
@ Concordia CA [#56]

Hallo,

habe meinen Stempel beim Feuser-Katalog von 1995 unter der 949-R3 gefunden wertet 10.- auf Marke, jedoch ist meiner ohne Jahreszahl. Der von Dir abgebildete ist mit Jahreszahl, aber als Typ im Feuser nicht mal gelistet.

Also kann mann die Preusenstempel vor den 1.1.1868, bevor die Posthoheit der NPD übernahm als Nachverwendete Stempel erkennen. Die Aussage vom Michel (Neustempel) hat mich zwecks der Regierungsbezirke verwirrt.

Grüße
 
Cantus Am: 17.07.2014 14:23:52 Gelesen: 117652# 58 @  
Hier ein Faltbrief, der am 12.6.1870 von Elberfeld (heute Wuppertal) nach Coburg gelaufen ist. Der rückseitig abgeschlagene Ankunftstempel von Coburg datiert nur einen Tag später. Innen enthält der Brief ein zweiseitiges Schreiben, auf die Abbildung habe ich aber verzichtet.



Viele Grüße
Ingo
 
zockerpeppi Am: 01.11.2014 21:08:05 Gelesen: 62938# 59 @  
Mir ist gerade aufgefallen dass es zwei verschiedene Threads für den Norddeutschen Postbezirk gibt.



Ein Fundstück aus Sindelfingen, allerdings ein Fehlkauf! Ich habe nicht richtig aufgepasst und mich mit den vielen "Oppenheims" vertan. Aber nun ist er mein:

Oppenheim & Co Berlin an die Rothschild Brüder in Paris. Abgestempelt: BERLIN.POST.EXP.11.ANHALT.BAHNH. 30/5/.68*8-9N. Postvertragsstempel Prusse Erquelines vom 1 JUIN. Ankunft in Paris , Stempel in rot auf dem Recto vom 1 JUIN 68, frankiert à 4einhalb Groschen

beste Sammlergrüße
Lulu
 
bayern klassisch Am: 02.11.2014 12:52:11 Gelesen: 62897# 60 @  
@ zockerpeppi [#59]

Hallo Lulu,

ich finde den Brief sehr schön und kann vordergründig keinen Fehlkauf sehen (ich weiß, du sammelst nach Absender/Empfänger). Über solch einen "Fehlkauf" würde sich jeder NDP - Sammler freuen. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
zockerpeppi Am: 02.11.2014 20:01:48 Gelesen: 62858# 61 @  
@ bayern klassisch [#60]

In der Tat nur der falsche Absender, sonst ist an dem Brief nix auszusetzen.

liebe Grüße
Lulu
 
Saguarojo Am: 08.11.2014 14:59:01 Gelesen: 117070# 62 @  
Hier ein Brief aus Duderstadt vom 13.7.1870 mit Marke Norddeutscher Postbezirk an "Herrn I.D. Schubert (Weißwarenhandlung) in Frankenhausen bei Nordhausen". Eine Weißwarenhandlung ist ein Wäschehandlung.



[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Kleidung und Wäsche - Rohmaterial, Herstellung, Vertrieb"]
 
bayern klassisch Am: 11.12.2014 15:02:59 Gelesen: 116861# 63 @  
Liebe Sammlerfreunde,

es gibt Briefe, an denen ich einfach nicht vorbei gehen kann, auch wenn ich sie gar nicht sammle. So war das auch hier:



In Braunschweig wurde am 21.4.1868 "Einliegend 90 Thaler scheribe neunzig Thaler in Braunschweigischen Bankscheinen" an "Das Königlich Bayersche Bezirksgericth Schweinfurt" unter "Criminalia" verschickt. Das Tinten - "B" stand wohl für Beutelstück.

Als Wertbrief war er von der Aufgabepost zu wiegen und das Wiegeergebnis auf dem Brief oben links zu notieren: hier 1 6/10 Loth. Die Taxen betrugen 21 Kr. und 3 Kr. = 24 Kr..



Chronologisch betrachtet lief er in Schweinfurt ein und erhielt den Vermerk auf der Siegelseite: "Enthielt eine Sendung in einer Kriminaluntersuchungssache, weshalb Porto diesseits nicht gezahlt werden konnte. Schweinfurt den 20. April 1868. Der k. Untersuchungsrichter F. Mayer".

Demnach war der Brief vom Empfänger geöffnet, ohne dass man das Porto zuvor bezahlt hatte und nach Anbringung dieses Vermerks wieder verschlossen worden. Hierbei ist zu beachten, dass die beiden kleinen, hellroten Siegel vom Absender stammen, der P(reußisch) B(raunschweigischen) L(andes) Polizei - Direction zu Braunschweig.

Nun schickte man den Brief wieder zurück, doch gab es ein Problem, wie uns die Siegelseite deutlich zeigt: "Emballage (= Verpackung) zerrissen, daher amtlich eröffnet, Inhalt richtig. Leipzig, den 22. April 1868 ?? Postexpedition No. 1. Unterschrift".

Vorne lesen wir: "Beanstandet - 21 / 3 = 24 135 und verte (= hinten)". Leipzig hat also neu versiegelt und vorne neu das Wiegeergebnis mit jetzt 1 15/20 Loth festgestellt ("nach Verschluß").

Wie ich finde, ein nicht alltägliches Briefchen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 11.12.2014 17:14:33 Gelesen: 116840# 64 @  
Lieber Bayern Klassisch,

die Entfernungsprogression war hier P7 (30 - 40 Meilen). Für einen Wertbrief fielen somit 14 Kreuzer Porto an. Die Werttaxe war hier 2 Sgr = 7 Kreuzer. somit lassen sich die 21 Kreuzer erklären. Die 3 Kreuzer sollte somit ein Botenlohn sein.

Die Rücksendung hätte die gleichen Gebühren, also nun 14 Kreuzer = 4 Gr. Rücksendung + 7 Kreuzer = 2 Gr. Werttaxe nach sich ziehen müssen. Selbst die Neuversiegelung hätte in Auslage gebracht werden können.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 11.12.2014 17:18:53 Gelesen: 116836# 65 @  
@ Magdeburger [#64]

Lieber Magdeburger,

in Bayern war die (amtliche) Nachsiegelung kostenlos. Bist du sicher, dass sie beim Norddeutschen Postbezirk Geld gekostet hatte?

Vielen Dank für die Aufklärung hinsichtlich des Portos - fielen die 3 Kreuzer in Bayern an?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
volkimal Am: 10.06.2015 20:31:14 Gelesen: 115738# 66 @  
Hallo zusammen,

drei Briefe an den Fabrikanten Max Eckhardt bzw. den Friedensrichter Eckert nach Schönfeld bei Annaberg. Sind es zwei Personen oder ist der Name einmal falsch geschrieben?



Das Porto 1/3 Groschen gab es in Sachsen für Briefe bei Masseneinlieferung (31 bis 60 Stück).



Ein Groschen, normaler Brief bis 15 Gramm. Als Ort war ursprünglich "Schönfeld bei Ehrenfriedersdorf" angegeben. Dieses wurde in "Schönfeld bei Annaberg" korrigiert. Schönfeld liegt zwischen Annaberg und Ehrenfriedersdorf und gehört heute zu Annaberg-Buchholz.



Portopflichtige Dienstsache vom Gendarmen Helbig an den Friedensrichter Eckert. Frankiert mit einer Dienstmarke zu 1 Groschen.



Was mich irritiert ist die Marke auf dem zweiten Brief. Sie hat einen grauen Netzaufdruck, den ich nicht im Katalog finde (oder ich übersehe etwas). Wer kann mich über diese Marke aufklären?

Viele Grüße
Volkmar
 
LK Am: 10.06.2015 20:48:32 Gelesen: 115737# 67 @  
@ volkimal [#66]

Hallo Volkmar,

das ist ein normalerweise nicht sichtbarer Sicherheitsunterdruck.

Wurde schon bei Preußen eingeführt.

Dieser tritt bei falscher Lagerung hervor.

Gruß
 
volkimal Am: 10.06.2015 21:46:33 Gelesen: 115727# 68 @  
@ LK [#67]

Hallo LK,

danke für die schnelle Antwort - wieder etwas dazugelernt.

Vorhin habe ich eine Frage vergessen. Hatte Schönfeld 1868 schon ein eigenes Postamt oder stammt der Ausgabestempel aus Annaberg?

Volkmar
 
Cantus Am: 28.09.2015 22:23:45 Gelesen: 114598# 69 @  
Von mir ein Paketbegleitbrief, aufgegeben am 14.1.1868 in Zöblitz, heute ein Ortsteil von Marienberg, und bereits am 15.1.1868 in Chemnitz ausgeliefert.





Viele Grüße
Ingo
 
Saguarojo Am: 29.09.2015 16:42:27 Gelesen: 114541# 70 @  
Reco-Aufbrauch-Ganzsache drei Silbergroschen Preußen, überklebt mit einer 1 Groschen-Marke und einer 2 Groschen-Marke unten links. Von Duderstadt nach Köln vom 22.6.1869. Ankunft am 23.6.



Viele Grüße
Joachim
 
hajo22 Am: 29.09.2015 17:19:15 Gelesen: 114525# 71 @  
Neben anderen altdeutschen Postgebieten ist auch der "Norddeutsche Postbezirk" ein reizvolles (altdeutsches) Sammelgebiet und der Übergang zu den Marken des "Deutschen Reiches".

Wertbrief mit 5 Siegeln über 300 Thaler (in "Cassenscheinen") aus Berlin nach Leobschütz/Oberschlesien vom 26.7.(1869). Frankiert mit 14 Groschen, jeweils 2x5Gr. (Mi.Nr.5) und 2x2 Gr. (Mi.Nr.17).

Das Porto interpretiere ich wie folgt:

Beförderungsgebühr (> 50 Meilen) = 5 Gr.
Versicherungsgebühr (> 50 Meilen/je
100 Thaler 3 Groschen) = 9 Gr.
-----------------------------------------------
Gesamt = 14 Gr.
 



VG, hajo22
 

Magdeburger Am: 29.09.2015 17:22:50 Gelesen: 114524# 72 @  
Liebe Sammelfreunde,

dann steure ich mal einen Ortsbrief bei:



Sudenburg wurde am 01.07.1867 in Magdeburg eingemeindet, so dass auch alles korrekt ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 29.09.2015 22:10:40 Gelesen: 114473# 73 @  
Für den Paketbegleitbrief-Spezialisten hier eine Begleitung für einen "Korb mit acht Stück lebenden Tauben" aus Zeulenroda nach Nürnberg vom 23.2.1871. Frankiert mit 8 Groschen: 5+2+1 Gr. (Mi.Nrn. 18,17,16).

Der Paketzettel wurde aus Platzgründen teilweise um den Brief herumgeklebt. Aber man möge selber sehen:



Hoffentlich kamen die Tiere gut an.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 30.09.2015 02:26:52 Gelesen: 114452# 74 @  
@ hajo22 [#73]

Guten Morgen Hajo22,

die Tauben samt Korb wogen 11 Pfund 15 Loth und die Entfernung betrug knapp 20 Meilen. Damit ergibt sich die Progressionsstufe P4 (15-20 Meilen) und je angefanges Pfund waren 2 Pfennige je Progressionsstufe zu entrichten.

Somit haben wir die Rechnung:

2 Pfennige * 12 Pfund * 4 = 96 Pfennige = 8 Silbergroschen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 30.09.2015 08:09:33 Gelesen: 114433# 75 @  
@ Magdeburger [#74]

Danke Dir. Ich habe immer wieder Probleme die Hieroglyphen bei den Gewichtsangaben auf den Briefen richtig zu deuten.

Wie ich an der Uhrzeit ersehe, bist Du "Nachtarbeiter", hoffentlich nicht wegen der Portoberechnung.

BG, hajo22
 
Magdeburger Am: 30.09.2015 15:40:29 Gelesen: 114392# 76 @  
@ hajo22 [#75]

Hallo Hajo22,

ist stehe fast jeden Tag sehr früh auf - und abend geht es früher in die Waagerechte.

Da der Brief auch hier reinpaßt:



Paketbegleitung von Calbe / Saale in das knapp 2 Meilen entfernte Bernburg vom 14.06.1869 zu später Stunde. Das Paket wog gerade mal 1 Pfund 20 Loth und hier war der Mindestfahrposttarif von 2 Sgr. zu entrichten.

Siegelseitig Ausgabestempel vom Folgetag und auch Paketausgabestempel des gleichen Tages vorderseitig.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 02.10.2015 14:37:31 Gelesen: 114332# 77 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier mal ein weiterer Paketbegleitbrief vom 21.09.1869 aus Dresden nach Magdeburg:



Die Entfernung beträgt etwa 22 Meilen und entspricht der Progressionstufe 5, dass Paket wog 5 Pfund 2 Loth und nach Gewicht ergibt sich 2 Pfennige * 6 Pfund * 5 Progressionsstufe = 60 Pfennige = 5 Sgr. was anzuwenden war, da der Mindestfahrpost niedrigr war (4 Sgr.)

Vorderseitig ist der Zweikreisstempel "MAGDEBURG.PACKET-BESTELLUNG" von der 1. Nachmittagzustellung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 02.10.2015 16:59:37 Gelesen: 114304# 78 @  
Liebe Sammelfreunde,

da ich gerade beim scannen war, noch ein netter kleiner Beleg:



Passend zum vorherigen Beleg ist es auch eine Paketbegleitung. Aufgegeben wurde diese am 12.01.1869 in Colditz, ca. 18 Meilen entfernt. Das Paket wog 3 1/2 Pfund und der Mindestfahrposttarif betrug hier 4 Sgr. Nach Gewicht ergibt sich folgendes:

2 Pfennige * 4 Pfund * 4 Progressionsstufe (15-20 Meilen) = 32 Pfennige = 2 2/3 Sgr.

Hier galt also der Mindestfahrposttarif, da dieser höher ist.

Im Gegensatz zum vorherigen Paket, wurde dieses nicht ausgetragen, sondern von der Packkammer abgeholt und dazu wurde der Kastenstempel A + Posthorn mit Jahreszahl bei der Abholung vorderseitig abgeschlagen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Martinus Am: 01.03.2016 14:17:15 Gelesen: 111771# 79 @  
Glück dem tüchtigen Sucher ...

Jedenfalls habe ich hier einen Beleg, den ich gern zeigen möchte:



Wer kann mir denn was zu dem P.E. sagen - und wer zu dem Ausgabestempel auf der Rückseite?

Vielen Dank im voraus.

Gruß Martinus
 

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