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Thema: (?) (116) Alliierte Besetzung: Zehnfachfrankaturen
Das Thema hat 119 Beiträge:
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diva Am: 29.11.2014 17:38:54 Gelesen: 74559# 45 @  
@ alemannia [#44]

Hallo und guten Abend,

vielen Dank für die umfassende Info. Ich wünsche noch ein schönes Wochenende und nochmals danke.

Grüße
Diva
 
Manne Am: 01.12.2014 09:14:26 Gelesen: 74511# 46 @  
Hier eine 10-fach Frankatur vom 23.2.48 als Drucksache von Schwenningen in die Schweiz.

Gruß
Manne


 
jmh67 Am: 01.12.2014 09:42:06 Gelesen: 74503# 47 @  
@ Manne [#46]

Das ist zwar ein schöner Beleg mit zehn gleichen Marken, aber keine Zehnfachfrankatur im engeren Sinne. Diese kommen nur kurz nach der Währungsumstellung im Juni 1948 vor, als die alten Marken noch einige Tage zu 1/10 ihres Nennwerts weitergalten.

Jan-Martin
 
alemannia Am: 01.12.2014 09:44:04 Gelesen: 74503# 48 @  
@ Manne [#46]

Hallo zusammen,

das ist keine Zehnfachfrankatur, sondern eine normale, mit 10 Pf. portogerechte Drucksache von der FZ in die Schweiz vom 23.2.48 und nicht vom 23.6.48.

Gruß

Guntram
 
Manne Am: 01.12.2014 13:30:24 Gelesen: 74470# 49 @  
@ alemannia [#48]

Vielen Dank für die Richtigstellung.

Gruß
Manne
 
Manne Am: 01.12.2014 13:32:19 Gelesen: 74467# 50 @  
Dann müsste dieser Brief passen, 21.6.48.

Gruß
Manne


 
alemannia Am: 01.12.2014 14:09:40 Gelesen: 74453# 51 @  
@ Manne [#50]

Hallo,

die Reichsmark-Marken der Französischen Zone verloren am 20.06.1948 ihre Frankaturgültigkeit, konnten aber am Vormittag des 21.06.48 (1. Briefkastenleerung) noch verwendet werden.

Zehnfachfrankaturen waren in der Französischen Zone nicht vorgesehen, wurden aber geduldet, lt. Michel-Spezial in Württemberg bis zum 23.06.48 bzw. teilweise sogar bis 26.06.48.

Somit dürften auch die verklebten 10 Marken der Michel-Nr. 8 (Tarif Inland bis 20 g = 24 Pfennig) von Württemberg-Hohenzollern vom 21.06.48-15 Uhr eigentlich nicht mehr offiziell zulässig gewesen sein.

Ein schöner Beleg, wenn er echt gelaufen ist, findet

Guntram
 
Eilean Am: 11.03.2015 16:57:52 Gelesen: 73522# 52 @  




Hier drei schöne Belege, für mich als nicht zehnfach-Sammler: Sind denn Beleg 1+2 portogerecht? Alles in München gelaufen, teils als Ortsbrief.

Gruß
Andreas
 
alemannia Am: 11.03.2015 18:04:53 Gelesen: 73507# 53 @  
Hallo zusammen,

meine Meinung zur Freimachung:

Beleg 1: Portogerechte Drucksache zu 6 Pfennig

Beleg 2: Brief im Ortsverkehr vom 23.06.48 - 8 Uhr,erste Briefkastenleerung und somit letzte Verwendungsmöglichkeit der alten RM-Marken

Die Postgebühren im Ortstarif betrugen für Briefe bis 20 g = 16 Pfennig und in der 2. Gewichtsstufe (20-250 g) = 32 Pfennig.

Somit wäre der Beleg überfrankiert, was aber nicht selten war, denn die alten Marken wurden ja frankaturungültig und es wurde "verklebt", was noch vorhanden war.

Gruß

Guntram
 
jokama Am: 22.05.2015 13:27:50 Gelesen: 72852# 54 @  
Hallo Forum,

ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und habe eine (vielleicht) interessante Information.

Es betrifft den Beitrag von Pepe vom 30.6.13 und kontrollratjunkie, gleiches Datum.

Dieser Brief aus Wittenberge stammt von einem Briefmarkenhändler Wilhelm Horn. Er hat viele dieser Briefe "gemacht", auch Nachnahmebriefe (siehe meine Webseite). Die Marken sind wahrscheinlich nicht auf dem Postamt mit dem Bezirksstempel versehen worden.

http://www.manfredkaiser.de/berlin_48-49.html#24.6.48o

Ich habe noch einen anderen Beleg an die gleiche Adresse. Wenn Interesse besteht, kann ich auch den anderen Brief abbilden.

Auf meiner Webseite findet Ihr meine Mailadresse. Über einen Meinungsaustausch würde ich mich freuen.

Gruß

Manfred
 
Stefan Am: 23.05.2015 09:39:15 Gelesen: 72747# 55 @  
@ jokama [#54]

Ich habe noch einen anderen Beleg an die gleiche Adresse. Wenn Interesse besteht, kann ich auch den anderen Brief abbilden.

Bitte auch den anderen Brief aus Wittenberge analog dem Stück aus Beitrag [#31] (Fortsetzung in Beitrag [#32] und [#33]) zeigen.

http://www.manfredkaiser.de/berlin_48-49.html#24.6.48o

Die Website ist interessant und schön bebildert mit Belegen aus der Zeit von 1948/49 (was halt alles in Berlin möglich war).

Danke.

Gruß
Pete
 
jokama Am: 23.05.2015 15:22:06 Gelesen: 72710# 56 @  
Hallo Pete,

ich habe beide Briefe gescannt.

Der Nachnahmebrief ist aus einer Briefmarken-Album-Seite gebastelt. Ich habe Vorder- und Rückseite abgebildet. Ich hatte wegen des Nachnahmebriefes vor längerer Zeit mit einem Prüfer für Bezirksstempel 36 telefoniert, leider ist mir der Name entfallen, ich glaube er war in Magdeburg zu Hause. Dieser Prüfer hat mir erzählt, dass der Herr Horn in Wittenberge viele dieser Briefe gemacht hat, auch die Nachnahmebriefe, die mit Phantasiefrankaturen versehen wurden.





Gruß

Manfred
 
Stefan Am: 25.05.2015 17:54:37 Gelesen: 72615# 57 @  
@ jokama [#56]

Dieser Prüfer hat mir erzählt, dass der Herr Horn in Wittenberge viele dieser Briefe gemacht hat, auch die Nachnahmebriefe, die mit Phantasiefrankaturen versehen wurden.

Ok. Demnach handelt es sich bei den Briefen um Attrappen. Bliebe die Frage, ob die Bezirkshandstempelaufdrucke und die Stempelentwertungen ebenfalls gefälscht wurden (Ganzfälschung oder Rückdatierung echter Stempel) oder ob es sich bei den Briefattrappen um Gefälligkeitsentwertungen aufgrund einer Vorlage am Schalter handelt.

Gruß
Pete
 
jokama Am: 25.05.2015 18:35:09 Gelesen: 72602# 58 @  
Hallo Pete,

ich meine, die Briefe sind gelaufen, aber die Handstempel sind verfälscht. Es war ja möglich, Marken im Besitz eines Händlers von einem Freund auf der Post abstempeln zu lassen. Das ist häufig passiert. Auf meiner Webseite kannst Du einen "Sparke-Brief" sehen, von Dr. Böheim ist die Handstempelmarke als verfälscht markiert.

Aus meiner Jugendzeit in Berlin (ja, ich bin schon so alt) weiß ich, dass in Westberlin, wo diese Bezirksstempel auch existierten, Marken so gestempelt wurden, dass nur 3 Berlin zu erkennen war (z.B. Berlin N20).

Doch zu Herrn Horn. Bei ebay ist ein Brief im Angebot, der sehr nach Horn, Wittenberge aussieht.



Gruß

Manfred
 
jokama Am: 25.05.2015 18:57:36 Gelesen: 72592# 59 @  
Zur Ergänzung des Themas hier ein Auszug aus der Webseite des Spezialisten Dr. Boeheim

http://www.briefmarken-boeheim.de/einfuehrung.htm

Ein weiteres großes Sammelgebiet bei den Bezirkshandstempelaufdrucken ist das Sammeln von Fälschungen und fraglichen Aufdrucken. Hier kann man eine Vergleichs- und Forschungssammlung aufbauen und dadurch mit der Zeit selbst zum Experten werden. Zudem wird dieses Material häufig günstig angeboten. Fälschungen zum Schaden der Post sind auf nicht philatelistisch beeinflußten Bedarfsbriefen und Paketkarten nur sehr selten verwendet worden, solche Stücke sind sehr gesucht, erzielen heute hohe Preise.

Nur von geringem Handelswert, aber als Vergleichmaterial interessant, sind dagegen die zahlreich und in sehr vielen Varianten vorkommenden Machwerke, die aus der Zusammenarbeit von gewinnsüchtigen Briefmarkenhändlern und bestechlichen Postbeamten entstanden sind: In vielen Fällen wurden bereits während der Kurszeit der Marken und noch viel mehr in den ersten Monaten danach (manchmal auch noch Jahre später) illegal Aufdrucke mit Originalstempeln auf privaten Urmarkenbeständen hergestellt, die nicht offiziell abgerechnet wurden und nie regulär an einem Postschalter verkauft wurden. Diese Marken werden seit 1993 mit dem neu eingeführten Prüfzeichen "verfälscht" signiert.

Daneben gibt es noch eine weite Grauzone von ungeklärten Aufdrucken, bei denen auch die heutigen Prüfer noch keine sichere Prüfentscheidung treffen können. Außerdem gibt es auch zahlreiche Fälschungen, die mit nachgemachten Stempeln oder offiziell nicht verwendeten Bezirksstempeln hergestellt wurden (Prüfzeichen: "falsch").

Die in den ersten Jahren im Großhandel und in Neuheitenabonnements verkauften Bezirkshandstempelmarken waren überwiegend "verfälschte" Stücke. Dies besserte sich erst, als die ersten Bezirkshandstempelprüfer ihre Tätigkeit aufnahmen, auch wenn diese anfangs noch nicht den von heutigen Prüfern erreichten Wissensstand hatten und darum im Laufe der Jahre manche Prüfentscheidung wieder korrigiert werden mußte.

Allen Anfängern und Nichtspezialisten, die nur echte Marken sammeln wollen, würde ich daher empfehlen, nicht zu sehr auf vorhandene Altprüfzeichen zu vertrauen und bei Neueinkauf alle besseren Stücke von einem BPP-Prüfer nachprüfen zu lassen soweit die Marken nicht bereits von einem amtierenden BPP-Prüfer geprüft sind.


Der ganze Artikel kann unter der oben angegeben Adresse nachgelesen werden.

Manfred
 
Redfranko Am: 03.08.2015 20:57:03 Gelesen: 71660# 60 @  
Hallo zusammen,

nun kann ich auch mal eine Zehnfachfrankatur bieten. Eine Postkarte gestempelt am 22.06.1946 um 20 Uhr von Gudensberg (Bz. Kassel) nach Deute (seit 1972 ein Stadtteil von Gudensberg). Frankiert mit:

14 x MiNr. 944 = 84 PF
1 x MiNr. 943 = 2 PF
1 x MiNr. 946 = 10 PF
1 x MiNr. 951 = 24 PF
auf MiNr. P 962 = 12 PF
 

Ergibt insgesamt 120 PF / 10 = 12 PF Porto Postkarte im Fernverkehr.



Gruß
Frank
 

alemannia Am: 04.08.2015 21:08:23 Gelesen: 71591# 61 @  
@ Redfranko [#60]

Hallo zusammen,

da komme ich auf 132 RPf, also mit 12 RPf überfrankiert.

Gruß

Guntram
 
Redfranko Am: 04.08.2015 22:04:26 Gelesen: 71577# 62 @  
@ alemannia [#61]

Hallo Guntram,

da hast Du natürlich recht *rotwerd*. Hatte die 12 Pf von der Karte übersehen.

Gruß, Frank
 
Manne Am: 06.09.2015 19:07:16 Gelesen: 70928# 63 @  
Guten Abend,

beim Tauschabend am vergangenen Freitag erworben.

Karte vom 21.6.48 und Brief vom 23.6.48 aus Schwenningen.

Gruß
Manne


 
Bautenfünfer Am: 22.01.2016 23:01:32 Gelesen: 68770# 64 @  
Hallöchen,

kann mir Bautenserie1948-Fachidiot mal wer sagen, warum hier gleich ein Attest vorliegt und was denn dieser Brief so etwa wert ist?



Ist nicht so mein Sammelgebiet und ich habe keine Ahnung. im Gegensatz zur Bautenserie.
 
alemannia Am: 23.01.2016 10:37:34 Gelesen: 68728# 65 @  
Hallo,

der Wert des Briefes ergibt sich natürlich am Markt bei einem Verkauf.
Der Michelwert dürfte lt. meinem Michel-Briefe 2005/06 ca. 170,00 € betragen:

Michel-Nr. ZF 2 b - ZF-Frankatur vom 22.6.48 = 40,00 €

Aufschlag für Einschreiben (2) = 20,00 €

Aufschlag für Eilbrief (3) = 80,00 €

Zuschlag für die Frankatur 20 x 1,50 = 30,00 €

Zuschlag für die Frankatur 3 x 0,80 = 2,40 €
 

Wie geschrieben, das ist nur der Wert nach der Systematik des Michel-Briefe-Kataloges.

Wenn der Brief nicht mehr benötigt wird, könnte man ihn z.B. einfach hier bei PPA mit dem Mindestverkaufspreis einstellen und abwarten.

Wie auch befundet, ist die Frankatur mit alten 17,20 RM und somit 1,72 neue DM, portogerecht:

32 Pfennig für Brief Ortsverkehr bis 50 g, zzgl. Einschreiben mit 60 Pfennig zzgl. Eilzustellung 80 Pfennig.

Gruß

Guntram
 

Bautenfünfer Am: 24.01.2016 18:49:35 Gelesen: 68640# 66 @  
Aha, Danke für die Infos! Habe ich für 3 Euro gekauft!
 
Max78 Am: 03.09.2016 19:10:33 Gelesen: 64318# 67 @  
Hallo zusammen,

hier einmal ein Beleg, der finde ich wunderbar zeigt, wie eng der Zeitraum für mögliche Zehnfachfrankaturen wirklich war. Dieser Umschlag wurde, wie es in den Zeiten von Papiermangel öfter geschah, zweimal verwendet. Zuerst mit einer Mi. 949 EF portogerecht mit 16 Pf. innerhalb Dresden am 26.05.48 versendet, wurde der Umschlag am 28.06.48 "umgemodelt" und mit 40 x 6 Pfennigen (Mi. 944) portogerecht mit 240 Pfennigen frankiert:





Zwar von der Versendungsart her etwas relativ gewöhnliches, aber in Verbindung mit der zweifachen Verwendung, finde ich, ganz ansprechend.

mit Grüßen Max
 
zaubermann Am: 03.01.2017 20:41:45 Gelesen: 61777# 68 @  
@ Max78 [#67]

Guten Abend zusammen,

ich hätte auch ein paar Fragen zu folgenden Belegen:

Diese Karte ist wohl am 23.6.1948 gelaufen, aber der Stempel ist nur auf einem mini Eck.

Wie ist so was zu bewerten?



Bei diesem Brief scheint alles zu passen. Stempel vom 23.6.1948

Ist der Brief portogerecht frankatiert worden?



Dieser Brief gibt mir Rätsel auf.

Er wurde erst am 28.6.1948 gestempelt. Allerdings habe ich irgendwo gelesen, dass in in der Sowjetischen Zone und in Ost-Berlin aufgrund der durchgeführten eigenen Währungsreform Zehnfachfrankaturen ebenfalls möglich waren, allerdings dort für den Zeitraum vom 24.06. bis 31.07.1948. Auch in Westberlin endete die Möglichkeit der Verwendung der alten RM-Marken mit 1/10 Frankaturwert am 31.7.1948.

Ist das so richtig?



Da ich diese Belege über E-Bay verkaufen möchte, könntet ihr mir bitte sagen, was die einzelnen Belege an Wert haben?

Ich bedanke mich für eure Hilfe!

Viele Grüße

Mike
 
lueckel2010 Am: 03.01.2017 21:05:05 Gelesen: 61768# 69 @  
@ zaubermann [#68]

Viele Fragen, von denen ich die letzte beantworten möchte:

Über Zehnfachfrankaturen im Zusammenhang mit der Währungsreform im Bereich der SBZ kannst Du auf zwei im Michel Briefe-Katalog alles nachlesen. Der gezeigte Beleg (Mi.-Nr. 951 ZF) wird mit 5.00 M€ bewertet (2012/ 2013). Aus diesem Katalogpreis dürfte sich dann der E-Bay-Einstellpreis ableiten lassen.

MfG, "lueckel2010"
 

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