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Thema: Plusbriefe mit Zusatzfrankatur
Das Thema hat 72 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 05.10.2016 21:01:42 Gelesen: 39631# 1 @  
Bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Threads komme ein paar Ausführungen zu den Plusbriefen und Ihrer Geschichte:

Plusbriefe der Deutschen Post gibt es seit 1998. Kurz nach Erscheinen der ersten Ausgaben setzte ein wahrer Hype ein. Eine große Schaar Sammler wandte sich den Plusbriefen zu. Dieser Hype hielt bis Mitte der 2000er an und alle Ausgaben wurden ausführlich erforscht. Dann begann das Interesse abzuflauen, was meiner Ansicht nach daran lag, dass das Sammelgebiet durch zahlreiche "Nebengebiete" inkl. der Eigenausgaben der DPAG sehr ausuferte und dadurch immer mehr Sammler abschreckte.

Die Katalogisierung im Michel war leider sehr unglücklich, denn die Plusbriefe wurden einfach eingereiht in andere Formen von Ganzsachenumschlägen, wie z.B. Sonderumschläge, Gedenkumschläge und Blanko-Umschläge. Die Gesamtzahl all dieser Umschläge liegt mittlerweile bei ca. 400. Außerdem wurde eine Trennung nach dem Typus des eingedruckten Wertzeichens (Sonderwertzeichen -> USo.. / Wertzeichen aus Freimarkenserien -> U..) vorgenommen und die eigentlichen Plusbriefe an unterschiedlichen Stellen katalogisiert.

Damit komme ich zu dem, was ich unter den eigentlichen Plusbriefen verstehe: Es sind die Umschläge, die für den allgemeinen Bedarf produziert werden und an jeder Post-Filiale erhältlich sind. Sie erscheinen in verschieden großen Gebinden und sind ein rein bedarfsorientiertes Produkt. Im Grunde sind sie vergleichbar mit den Marken der Dauerserien. Genau das ist es auch, was mich immer an den Plusbriefen fasziniert hat. Sie sind eben kein Produkt, das für Sammler hergestellt wird, sondern millionenfach im Gebrauch.

Deshalb wunderte es mich auch etwas, dass hier so wenig über die Plusbriefe gepostet wird, denn auf den Philaseiten wird Bedarfspost zu recht groß geschrieben. Dem möchte ich nun etwas Abhilfe verschaffen und zwar mit einem speziellen Teil meiner Plusbriefsammlung.

Plusbriefe erscheinen in den gängigen Portostufen und sind so für bestimmte Verwendungen vorgesehen. Im täglichen Postaufkommen finden sich viele besondere Verwendungsarten, damit meine ich Verwendungen der Plusbriefe in anderen Portostufen. Häufig wird dabei nicht auf die exakte Portostufe geachtet, so dass viele Belege mehr oder weniger überfrankiert häufig vorkommen. Die Kombination aus den Verwendungsarten mit unterschiedlichen Währungsangaben, betrachtet für verschiedene Gebührenperioden ergibt eine Fülle von Kombinationsmöglichkeiten, quasi ein eigenes Sammelgebiet.

Ich beginne mit einem USo 5IY, der 2000 als Kompaktbrief verwendet wurde: Auffrankatur mit einer 110 Pf ATM zu insgesamt 220 Pf:



Es folgt ein USo 6Y, der 2001 als Kompaktbrief gelaufen ist, auffrankiert mit einer Sondermarke in Doppelnominale zu insgesamt 220 Pf:



Der einfache Postkunde nahm es mit der Portohöhe nicht immer so genau, so dass es beim Auffrankieren nicht selten zu überfrankierten Belegen kommt. In diesem Fall ein USo 5IY, der mit 2x110 Pf zu einem Großbrief mit 330 Pf auffrankiert worden ist, wo 300 Pf gereicht hätten:



Ich nehme stark an, dass der Versender einfach keine anderen Marken zur Hand hatte.

Ich bleibe noch ein wenig bei den Kompaktbriefen. Hier ein USo 21 AII, verwendet als Kompaktbrief 2003 und portogerecht auffrankiert mit 0,44€ zu der ab 1.1.2003 gültigen Portostufe von 100 ct. Eine Mischfrankatur von einem Plusbrief in Doppelnominale mit einer Marke in Euro-Währung:



Zurück zum Jahr 2001, als der Kompaktbrief noch 220 Pf kostete. Hier eine Mischfrankatur eines USo 21 AII mit einem Freistempler:



2006 lag das Porto Kompaktbrief bei 90 ct. Hier eine Spätverwendung eines USo 21 AII, auffrankiert mit einer Digitalmarke zu 0,34 Euro:



Das soll zum Auftakt erst einmal reichen. In meinem nächsten Posting stelle ich ein paar Varianten mit Einschreiben vor. :)

Ich hoffe, dass sich hier noch andere finden, die Freude an diesem Sammelthema haben!
 
Michael Mallien Am: 07.10.2016 18:18:54 Gelesen: 39564# 2 @  
Bei der Einführung der Plusbriefe galt noch die DM-Währung, doch schon bald darauf erschienen Wertzeichen in Doppelnominale (DM und Euro).
Die ersten Postentgelte in Euro-Währung am 1.1.2002 bestanden daher aus vielen krummen Werten. Die neuen Postengelte ab 1.1.2003 brachten zum Teil wieder glattere Entgelte, aber andererseits auch neue krumme Entgelte. Eine Besonderheit war, dass alle Entgelte für Briefe reduziert wurden.

Standardbrief von 110Pf/56ct auf 55ct
Kompaktbrief von 220Pf/112ct auf 100ct
Großbrief von 300Pf/153ct auf 144ct
Maxibrief von 440Pf/225ct auf 220ct
Maxibrief Plus von 740Pf/378ct auf 373ct

Bei den Zusatzleistungen kam es hingegen zu Erhöhungen.

Aus dieser Gemengelage an Frankiermöglichkeiten ist es nicht verwunderlich, dass kleine Über- oder Unterfrankaturen nicht selten waren.

Heute stelle ich ein paar Einschreibebriefe vor. Zunächst ein USo 1 als Einwurfeinschreiben mit reiner DM-Frankatur (110Pf + 300Pf):



Dieser Beleg trägt sogar einen Ersttagsstempel 10.6.1998 für den USo 1. Ich nehme mal an, dass er "philatelistischem Bedarf" entstammt?!

Aus der Portoperiode ab 1.1.2003 hier ein USo 20 II als Übergabeeinschreiben mit Zusatzfrankatur in Doppelnominale. Mit 0,56 + 2,05 = 2,61 Euro um 1 ct überfrankiert.



Ebenfalls mit 2,61 Euro ist dieses Einwurfeinschreiben auf USo 21 AI frankiert:



Dabei handelt es sich offensichtlich um einen Kompaktbrief (1,00 Euro), bei dem sich die Zusatzleistung "Einwurfeinschreiben" (1,60 Euro) genau wie im Beleg davor auf 2,60 Euro summiert.

Der Plusbrief zu 110Pf/0,56 Euro wurde mit Marken in Eurowährung (1,60 + 0,45 = 2,61) auffrankiert.

Im nächsten Posting habe ich ein paar schöne Belege Einschreiben/Rückschein für euch. :)
 
HG Am: 07.10.2016 18:35:35 Gelesen: 39562# 3 @  
Es freut mich sehr, dass Sie das Thema Plusbriefe mit Zusatzfrankatur aufgreifen, da sich mit diesen Ganzsachen ein schönes, interessantes und preisgünstiges Sammelgebiet auftut. Ihre Kommentare zur Katalogisierung der "eigentlichen" Plusbriefe sprechen mir aus der Seele. Vielleicht findet jemand auch mal eine griffige Bezeichnung für diese Art von Ganzsachenumschlägen.

Ich möchte einige Aspekte zum Sammelgebiet Zusatzfrankaturen anreißen.

Ganzsachen mit Zusatzfrankatur sind meines Erachtens interessant, wenn für die Verwendungsart kein eigener Plusbrief angeboten wird. Zum Beispiel sind Standard-Plusbriefe, die zum Kompaktbrief auffrankiert sind, bis zum August 2000 sehr interessant, ab Ausgabe des Plusbriefs Sächsische Schweiz im August 2000 sind solche Zusatzfrankaturen für mich weniger interessant, wenn nicht weitere Gesichtspunkte hinzukommen. Ebenso sind Auffrankierungen nach den Portoerhöhungen seit 2013 nicht prickelnd.

Im Mittelpunkt stehen für mich bedarfsgebrauchte Plusbriefe mit Zusatzfrankaturen und nicht von Sammlern oder Händlern produzierte Belege. Hier muss der Sammler sehr aufpassen, denn bei Onlineversteigerungen erzielen solche Belege oft nicht einmal den Portowert der Zusatzfrankatur.

Ein lohnender Bereich, der manchmal Spürsinn erfordert, sind Über- oder Unterfrankaturen, besonders wenn diese durch den Postangestellten am Schalter vorgenommen worden sind. Einschreiben sind in dieser Hinsicht ergiebig.

Andere Gesichtspunkte neben Zusatzfrankaturen bei bedarfsgebrauchten Plusbriefen neben können für manchen Sammler auch ansprechend sein, z. B. Postvermerke, Aufdrucke von Konsolidierern, Nachentgelte, nachträgliche Entwertungen, Vorausentwertungen mit Absenderstempeln nicht auf Infopost, Stempel des Service-Centers Briefermittlung usw.

Ich wünsche diesem Thema viele Leser und eine breite Diskussion.

Horst
 
Michael Mallien Am: 08.10.2016 11:53:22 Gelesen: 39530# 4 @  
@ HG [#3]

Tatsächlich habe ich mir bei den Belegen mit Zusatzfrankatur keine Gedanken darüber gemacht, ob es für die Versendungsart andere Plusbriefe gibt. Sammlungstechnisch kann das natürlich ein Aspekt sein. Ich habe vielmehr einfach das in meine Sammlung aufgenommen, was sich in verschiedenen Posten befand und was ich für den jeweiligen Plusbrief noch nicht hatte. Ich finde z.B. auch die ganz verschiedenen Arten der Zusatzfrankatur durch Sondermarken, ATM, Freistempler, Digitalmarke und andere sehr reizvoll.

Heute widme ich mich dem Thema Einschreiben/Rückschein.

Als erstes ein USo 20 II, verwendet 2002 und korrekt frankiert mit 4,40 Euro: 0,56 + 2,05 (Einschreiben) + 1,79 (Rückschein)



Die Zusatzfrankatur besteht komplett aus Marken in Doppelnominale.

Im Vergleich dazu ein USo 21 B II, verwendet in der selben Portoperiode und ebenfalls nur mit Marken in Doppelnominale auffrankiert. Am Ende besteht die Gesamtfrankatur aber nur aus 4,39 Euro, ist also mit 1 ct unterfrankiert:



Hier machen sich die Rundungsfehler bei der Umrechnung auf den einzelnen verwendeten Marken bemerkbar. Betrachtet man die Frankatur in DM-Währung sind nämlich beide Belege korrekt mit 8,60 DM frankiert.

Tja, was meint nun der Sammler dazu, der auf genaue Portorichtigkeit wert legt: Würde ein solcher Beleg Gnade vor seinen Augen finden?

Den Ausgleich schafft dieser USo 21 A I, verwendet 2003. Die Zusatzfrankatur besteht aus Marken in Doppelnominale und in Eurowährung. Er ist mit 4,41 Euro frankiert.



In dieser Portoperiode setzen sich die erforderlichen 4,40 Euro wie folgt zusammen: 0,55 + 2,05 (Einschreiben) + 1,80 (Rückschein). Durch die Rundungen von 0,56 auf 0,55 und 1,79 auf 1,80 hat sich am Gesamtbetrag nichts verändert.

@ HG [#3]

Ich danke für diese Bemerkung:

Ein lohnender Bereich, der manchmal Spürsinn erfordert, sind Über- oder Unterfrankaturen, besonders wenn diese durch den Postangestellten am Schalter vorgenommen worden sind.

Das ist sozusagen eine Steilvorlage für den 4. Beleg in diesem Posting. Es handelt sich um einen USo 21 B IIa, verwendet 2003 mit gemischter Zusatzfrankatur in Eurowährung und in Doppelnominale. Die Gesamtfrankatur hätte ebenfalls 4,40 Euro sein sollen, aber sie summiert sich auf gerade mal 3,86 Euro!



Ich überlasse es euch heraus zu finden, wie dieser Beleg, der ja über einen Postschalter ging, dennoch unbeanstandet blieb. :)
 
eifelsammler Am: 08.10.2016 14:32:42 Gelesen: 39511# 5 @  
Guten Tag!

Auch zu diesem Thema gebe ich mal meinen "Senf" ab.

@ Michael Mallien:

Hallo Michael,

bei dem unterfrankierten Einschreiben könnte es sein, dass Absender wie auch der entgegennehmende Bedienstete am Postschalter einfach die unterschiedlichen Währungen ignoriert haben und somit auf 4,50€ (110, 45, 55, 220, 20) kamen? Wir werden es wohl nie herausfinden!

Beim Suchen bin ich dann noch auf vier überfrankierte Zusatzfrankaturen gestoßen

Nr. 1: 59 Cent statt 58 Cent, wahrscheinlich in Ermangelung einer zwei Cent Marke



Nr. 2: 1,13€ für einen Kompaktbrief



Nr.3: 1,10€ für einen Kompaktbrief



Nr.4: Kein Plusbrief, sondern Pluskarte und somit Themenfremd! Etwas kurios, eine Pluskarte die mit Ergänzungsmarke zwei Cent zusatzfrankiert wurde. Wahrscheinlich ist die aufgebende Dame mit Briefen und Postkarten beim Porto etwas durcheinander geraten.



Viele Grüße

Carsten
 
StefanM Am: 10.10.2016 08:09:51 Gelesen: 39465# 6 @  
@ eifelsammler [#5]

Hallo Carsten,

die Nummer 1 ist 2013 verwendet worden. Da war das Porto gerade von 0,55 auf 0,58 erhöht worden, weshalb es die 3-Cent-Marken gab.

Verwendet wurde aber ein alter Plusbrief zu 0,56 Euro und 2-Cent-Marken gab es noch gar nicht. Die kamen erst bei der nächsten Portoerhöhung 2014.

Korrekt hätte also nur mit einer 2-Cent-ATM auffrankiert werden können. Ansonsten sehen die Zusatzfrankaturen ja ziemlich "zufällig" aus. Es wurde einfach dazu geklebt, was gerade da war. :o

Viele Grüße
Stefan
 
Michael Mallien Am: 10.10.2016 19:19:44 Gelesen: 39437# 7 @  
@ eifelsammler [#5]

Danke für die Belege, Carsten. Stefan hat ja schon etwas dazu geschrieben, was auch meiner Sicht der Dinge entspricht. Die Pluskarte mit der überflüssigen Zusatzfrankatur ist ein schönes Kuriosum und zeigt, wie Nichtsammler von den Portoänderungen verwirrt sein können.

Zu dem vorgestellten Beleg mit der 3,86 Euro Frankatur in [#4]: Da hast Du fast recht würde ich sagen. Meine Interpretation ist, dass bei dem Plusbrief selbst die Doppelnominale nicht erkannt wurde, denn die 110 auf dem Wertstempel ist präsenter, als die 0,56 unten links. In diesem Fall passt es nämlich genau mit den erforderlichen 4,40 Euro. Sie setzen sich zusammen aus 1,10 + 0,45 + 0,55 + 0,10 + 2,20 = 4,40

Ich habe heute ungewöhnlichere Zusatzfrankaturen:

1. Ein U 32 BaII (25ct), auffrankiert zu einem Standardbrief 2011 von 55ct.



Das besondere daran ist, dass der Plusbrief schon eine Vorausentwertung trug. Ich weiß gar nicht, ob es zugelassen ist, dass Ganzsachen mit VE auffrankiert verwendet werden dürfen? Weiß jemand mehr? Na jedenfalls ist der Brief befördert worden und der Absender, ein Modehaus, sieht nicht gerade philatelistisch beeinflusst aus.

Schön ist auch der "Blumenstrauß", der sich aus dieser Frankatur ergibt.

Ich habe noch ein Stück des gleichen Typs:

2. U 11 A (24ct) als Standardbrief 2002 verwendet. Die Frankatur summiert sich auf 0,56 Euro:



Hier ist allerdings der philatelistische Einfluss offensichtlich. Ich weiß es genau, denn der Brief ging an mich. ;)

Schön finde ich diesen:

3. U 6 AY (1,12 Euro), der mit einer 0,13 Euro ATM auffrankiert wurde zu einem Kompaktbrief Europa 2010, für den Entgelt 1,25 Euro betrug:



So viel für heute!
 
Sachsendreier53 Am: 11.10.2016 13:10:05 Gelesen: 39406# 8 @  
Plusbrief zu 70 Cent / DIN C6 , Serie Mikrowelten 2015, MiNr.3192, mit 15 Cent Zusatzfrankatur, gelaufen als Kompaktbrief bis 50 g = 0,85 Cent.



gestempelt im BZ 48 / mg / 10-8.16-21

mit Sammlergruß,
Claus
 
Michael Mallien Am: 16.10.2016 12:43:12 Gelesen: 39306# 9 @  
Hier eine Spätverwendung eines U13 BX /02 von 2002, gelaufen 2014 als Einschreiben. Das erforderliche Entgelt betrug 2014 für einen Standardbrief (0,60 Euro) per Einschreiben (+ 2,15 Euro) = 2,75 Euro:



Die Zusatzfrankatur erfolgte mit einer Einschreibe-Digitalmarke zu 1,75 Euro für das fehlende Entgelt: 1,00 + 1,75 = 2,75 Euro.
 
Michael Mallien Am: 17.10.2016 20:55:28 Gelesen: 39259# 10 @  
2 Einwurf-Einschreiben auf U 44 B. Beide vom selben Versender (Absenderadresse rückseitig), aber 1x mit 1,80 Euro Zusatzfrankatur und Einschreibelabel und dann, ein paar Tage später, ohne Zusatzfrankatur und mit dem gleichen Einschreibelabel.



Wer kennt den Hintergrund?

Es gibt wohl zwei Möglichkeiten:

1. Das Einschreibelabel beinhaltet die erforderliche Zusatzfrankatur und die 1,80 Euro waren in der ersten Sendung zuviel aufgeklebt.

2. Das Zusatzentgelt wurde bei der zweiten Sendung am Schalter entrichtet.

Ich vermute Variante 2.
 
Baber Am: 18.10.2016 09:41:51 Gelesen: 39226# 11 @  
Variante 1 scheidet aus, denn dann hätte auf dem Einschreibelabel die Einschreibegebühr vermerkt sein müssen wie in [#9] gezeigt.

Vielleicht gibt es noch eine 3. Variante: Der Einlieferer hat ein ganzes Bündel Einschreibebriefe eingeliefert, wobei auf einem Brief die Zusatzfrankatur fehlte, was der Postler dann beim Aufkleben der R-Zettel übersehen hat.

Gruß
Baber
 
Journalist Am: 18.10.2016 13:38:54 Gelesen: 39205# 12 @  
@ Michael Mallien [#10]
@ Baber [#11]

Hallo an Euch beide,

ich würde mich hier auch der 3. Variante anschließen - bei Einlieferungen von mehreren Einschreiben per "Liste" wird nur die erste und letzte Nummer auf der Liste gescannt, eine Prüfung des Portos von der Annahmekraft ist nicht vorgesehen !

Daher rutschen hier oft falsch frankierte Einschreiben durch, handelt es sich diesbezüglich um Auslandseinschreiben, können diese seit etwas über einem Jahr an den Absender wegen Nachentgeltes zurück geschickt werden.

Viele Grüße Jürgen
 
Michael Mallien Am: 23.10.2016 17:14:05 Gelesen: 39146# 13 @  
@ Baber [#11]

Ich denke nicht, dass Variante 1 ausscheidet, denn das Einschreibelabel und die Einschreibe-Digitalmarke sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.

Variante 3 ist zwar möglich, doch gibt es keinen Hinweis darauf, dass mehr als ein Einschreiben an einem Tag aufgegeben wurde. Die beiden gezeigten Belege sind zu unterschiedlichen Daten eingeliefert worden. Es liegen 8 Kalendertage dazwischen.

Aber wer weiß schon, was tatsächlich passiert ist.
 
Michael Mallien Am: 23.10.2016 17:34:36 Gelesen: 39143# 14 @  
Heute komme ich zu einer Gattung von Zusatzfrankaturen, wie wir sie alle aus den regelmäßigen Portoerhöhungen für Standardbriefe der letzten Jahre gut kennen. Das ging natürlich auch nicht an den Plusbriefen vorüber.

Man kann gar eine eigene kleine Sammlung aus diesem Thema erstellen, geordnet nach dem Verwendungsjahr.

2013

Das Standardbriefporto beträgt 58ct nach vormals 55ct. Plusbriefe zu 55ct mit 3ct Auffrankatur sind entsprechend häufig zu finden. Hier ein USo 89:



2014

Das Standardbriefporto stieg um 2ct auf 60ct. Hier ein USo 280 B mit entsprechender Auffrankatur:



Es gab jedoch nach wie vor viele Plusbriefe aus der Zeit vor 2013, die nun mit 5ct auffrankiert werden mussten. Hier ein USo 143 I:



2015

Und wieder ging es um 2ct nach oben für den Standardbrief. Dieses mal also auf 62ct. Hier ein U 43 mit Zusatzfrankatur:



Plusbriefe zu 55ct (vor 2013) bräuchten nun schon 7ct zusätzlich. Für diese Variante habe ich kein Beispiel, aber vielleicht jemand von euch?

Plusbriefe zu 58ct (aus 2013) brauchten 4ct zusätzlich. Da kann ich einen weiteren USo 280 B zeigen:



2016

In diesem Jahr gab es den großen Schritt von 62ct auf 70 ct. Für die Weiterverwendung von Plusbriefe zu 62ct habe ich zwei Beispiele. Ein U 48 und ein USo 354:



Plusbriefe zu 55ct (vor 2013) bräuchten jetzt 15ct zusätzlich.
Plusbriefe zu 58ct (aus 2013) bräuchten 12ct zusätzlich. Für diese beiden Varianten habe ich leider auch keine Beispiele.
Plusbriefe zu 60ct (aus 2014) brauchen 10ct zusätzlich. Hier habe ich einen U 44 B:


 
Christoph 1 Am: 23.10.2016 23:19:56 Gelesen: 39116# 15 @  
@ Michael Mallien [#14]

Sehr schöne Zusammenstellung, vielen Dank!

Zur Portoerhöhung 2015 kann ich etwas beisteuern:

Plusbriefe zu 55ct (vor 2013) bräuchten nun schon 7ct zusätzlich. Für diese Variante habe ich kein Beispiel, aber vielleicht jemand von euch?

Zwar kein "normaler" Plusbrief, sondern eine Sonderganzsache (immerhin ja auch ein "USo") zur Briefmarkenmesse 2008 in Essen - gelaufen am 12.1.2015, also kurz nach der Portoerhöhung von 60 auf 62 ct, portorichtig auffrankiert mit 7 ct (wobei allerdings die Post die zusätzlichen 2 ct nicht stempeln wollte).



Wenn Du diesen Beleg für Deine Sammlung haben möchtest, kannst Du mir eine Nachricht schicken.
 
Michael Mallien Am: 24.10.2016 22:54:20 Gelesen: 39084# 16 @  
@ csjc13187 [#15]

Danke für die Vorstellung der "fehlenden" Variante.

Aber ich möchte einwenden, dass es eben kein Plusbrief ist, wie du selbst schon geschrieben hast. Dass Michel Plusbriefe, also Ganzsachen, die für den allgemeinen Bedarf produziert werden, zusammen mit Sonderganzsachen, Gedenkganzsachen und Blanko-Umschlägen katalogisiert, ist leider etwas unglücklich.
 
Christoph 1 Am: 24.10.2016 22:59:51 Gelesen: 39083# 17 @  
@ Michael Mallien [#16]

Dass Michel Plusbriefe, also Ganzsachen, die für den allgemeinen Bedarf produziert werden, zusammen mit Sonderganzsachen, Gedenkganzsachen und Blanko-Umschlägen katalogisiert ist leider etwas unglücklich.

Ja, das sehe ich auch so und habe mich auch schon darüber gewundert.
 
jmh67 Am: 25.10.2016 09:43:48 Gelesen: 39064# 18 @  
@ csjc13187 [#17]

Was will man, es sind alles postgültige Ganzsachen. Dann müsste man auch Sonderbriefmarken und Blocks getrennt von Dauerserien katalogisieren. Wäre mir als Dauerseriensammler zwar angenehm, dürfte sich aber nur mit erheblichem Aufwand realisieren lassen, zumal die Übergänge fließend sind.

-jmh
 
Christoph 1 Am: 25.10.2016 10:59:49 Gelesen: 39053# 19 @  
@ jmh67 [#18]

Da hast Du nun auch wieder recht. Gar nicht so einfach, wenn man mal näher darüber nachdenkt.
 
Gerhard Am: 25.10.2016 11:35:51 Gelesen: 39042# 20 @  
@ Michael Mallien

Habe gestern folgenden Brief erhalten - PPA macht's möglich.

Gerhard


 
Michael Mallien Am: 25.10.2016 20:37:50 Gelesen: 39014# 21 @  
@ jmh67 [#18]

Was will man, es sind alles postgültige Ganzsachen.

Das ist richtig, aber die Sonderganzsachen sind eben Stücke die nicht am Postschalter erhältlich sind. Ich bewerte sie persönlich als reinen Sammlerbedarf. Und es ist wie immer in der Philatelie: Jeder kann sammeln was ihn interessiert.
Mich interessieren eben mehr die Umschläge, die den eigentlichen Bedarf abdecken, nämlich die Ganzsachen, die ich als Plusbriefe bezeichne.

Dann müsste man auch Sonderbriefmarken und Blocks getrennt von Dauerserien katalogisieren.

Ich denke nicht, dass das die Unterscheidung in Dauer- und Sondermarken direkt vergleichbar ist mit der Unterscheidung in Plusbriefe und Sonder-/Gedenk-/Blanko-Ganzsachen. Sowohl Sondermarken als auch Dauermarken bekommt schließlich auch der Normalbürger am Postschalter zur allgemeinen Verwendung. So gesehen entsprächen Sonder- und Dauermarken zusammen genommen eher den Plusbriefen.
 
eifelsammler Am: 29.10.2016 13:52:46 Gelesen: 38958# 22 @  
Hallo!

Heute etwas "großformatigeres", wusste gar nicht, dass es so etwas auf Karton gibt. Eine 145 Cent mit zwei Internetmarken zum Einwurfeinschreiben frankiert. Miserable Tintenstrahlentwertung, vermutlich vom BZ 29 (Absender: Halogenkauf, Lightech, Schlehenweg 4, 29690 Schwarmstedt).



Viele Grüße

Carsten
 

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