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Thema: Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Journalist Am: 17.05.2018 11:50:20 Gelesen: 37963# 1 @  
Hallo an alle,

vor etlichen Jahren hatte ja das Autorengespann Wolfgang Maassen und Wilhelm van Loo regelmäßig in der philatelie über aktuelle Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland berichtet. Der erste Artikel über eine Fälschung mit Euroangabe (Doppelnominale) stammt aus der philatelie 304 vom Oktober 2002. Dort wurde über zwei verschiedene Varianten der Fälschung "Steinerne Brücke Regensburg" berichtet. Vor kurzem wurde ja auch an anderer Stelle über einen neuen Betrugsprozess in Bochum berichtet, bei dem es um aktuelle Fälschungen zum Schaden der Post ging. Dort wurde unter anderem die Marke "Buchenwälder" genannt. Es erscheint mir daher sinnvoll, dieses Thema nicht mal da oder dort in Teilen zu erläutern, sondern in einem zusammenhängenden neuen Tread.

Kann jemand diese Fälschung mal hier als Brief oder als Marke aus seiner Sammlung zeigen ? - Das wäre toll.

Gesucht wird hier aber nicht nur diese bekannte Fälschung auch andere oder bisher unbekannte Fälschungen ab dem Jahr 2002 bis heute können und sollen hier zukünftig vorgestellt werden.

Ich bin gespannt auf weitere Folgebeiträge - viele Grüße

Jürgen
 
Pete Am: 24.06.2018 18:25:34 Gelesen: 37738# 2 @  
@ Journalist [#45]

Vor kurzem wurde ja auch an anderer Stelle über einen neuen Betrugsprozess in Bochum berichtet, bei dem es um aktuelle Fälschungen zum Schaden der Post ging.

Der Vollständigkeit halber der Link zu diesem Thema im Forum:

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11482&CP=0&F=1

Ein weiteres Thema, was sich mit aktuellen Fälschungen der Dauerserie "Blumen" befasst, befindet sich unter [1].

Was lange währt, wird endlich gut oder anders geschrieben, lief mir vorgestern nach ca. eineinhalbjähriger - bis dato erfolgloser - Suche in aktueller Kiloware die erste Fälschung zum Schaden der Deutschen Post über den Weg. Um das Fass voll zu machen, fanden sich gleich fünf Exemplare dieser Fälschung in dem ca. 4-5 kg Briefstücke umfassenden Posten der Jahre (Stempeldatum) 2013-2017, welche mir ein Sammlerkollege zwecks Durchsicht ausgeliehen hatte. Dieser Sammlerkollege war angenehm über das Ergebnis der Suche überrascht und gestattete es, einige Exemplare online in diesem Thema vorzustellen. Zwei Exemplare durften danach den Weg in meine Sammlung antreten. :-)

Es handelt sich bei den nachfolgenden Stücken um eine Fälschung der Briefmarke zu 0,60 Euro aus der Dauerserie "Blumen" (Mi-Nr. 3046), welche als Original am 05.12.2013 zwecks zum 01.01.2014 anstehender Erhöhung des Portos für einen Standardbrief (Format C6; Gewicht bis 20 g) von 0,58 Euro auf 0,60 Euro erschien.



Briefzentrum 70 vom 31.08.2015 bzw. Briefzentrum 74 vom 28.10.2015



Briefzentrum 70 vom 22.11.2015 bzw. Briefzentrum 74 vom 02.05.2016

Bedingt durch spätere Portoerhöhungen weisen die Briefstücke Ergänzungswerte auf (2015 Porto von 0,62 Euro, seit 2016 Porto von 0,70 Euro). Es ist nun rein spekulativ, dass die Fälschung zwar zur Ausgabe für das Jahr 2014 vorgesehen war, allerdings hauptsächlich (ausschließlich?) ab 2015 postalisch verwendet wurde.

Die Fälschung ist wie das Original selbstklebend und fiel bei der Durchsicht der Kiloware vor allem dadurch zuerst auf, dass das Papier der Briefmarke im Vergleich zu den Nachbarmarken nicht weiß sondern eher gräulich ("schmutzig") erscheint. Unter der Lupe sind auch kleine graue Pünktchen (Flecken) ersichtlich. Die Papieroberfläche ist ganzflächig glänzend, während das Original stellenweise matt erscheint. Das Druckraster wirkt - laienhaft ausgedrückt - grober.

Die Fälschung beinhaltet im Vergleich zum Original auch einen Zeichungsunterschied im oberen Drittel des Motivs. Wer sieht diesen?



Bund Mi-Nr. 3046 - links falsch, rechts echt

Die Fälschung fällt unter einer handelsüblichen UV-Lampe nicht auf, d.h. diese fluoresziert wie das Original. Die Zähnung (Stanzung) der Fälschung ist insgesamt auch gut getroffen und weicht nicht bzw. nicht wesentlich vom Original ab. Die vorliegenden Exemplare wurden in den benachbarten Briefzentren 70/71 (Stuttgart) und 74 (Heilbronn) maschinell entwertet. Dadurch lässt sich (bisher) eine Verwendungszeit dieser Fälschung von August 2015 bis August 2016 belegen.

Sind weitere Fälschungen bekannt bzw. liegen dubiose Stücke vor, welche nicht so recht einzuordnen sind?

Gruß
Pete

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=1888
 
Holzinger Am: 24.06.2018 20:20:58 Gelesen: 37694# 3 @  
@ Pete [#46]

Meiner Meinung nach die Sonnenreflexion auf dem roten Blütenblatt (rechts oben unterhalb der grünen Blätter).
 
Pete Am: 24.06.2018 21:23:35 Gelesen: 37673# 4 @  
@ Holzinger [#117]

Danke für deine Überlegung. Ich meinte einen noch einfacheren Zeichnungsunterschied, womit man mit einer Lupe problemlos, beispielsweise auf einem Tauschtag, echt und falsch nachprüfen kann. :-)

Gruß
Pete
 
Holzinger Am: 24.06.2018 21:40:45 Gelesen: 37662# 5 @  
@ Pete [#118]

Aber hallo, warum mit der Lupe den unterbrochenen/durchgehenden (rechten) Konturenrand des "K" beim obigen Text suchen, wenn die "Reflexion" so deutlich in das Auge fällt. :-)
 
bignell Am: 24.06.2018 22:15:55 Gelesen: 37648# 6 @  
Ich sehe auch unten einen Unterschied, bei der Fälschung grenzt die Blume an den linken Bildrand (der eine Strich links unten), beim Original ist ein deutlicher Abstand.

Lg, harald
 
Journalist Am: 25.06.2018 11:14:50 Gelesen: 37592# 7 @  
@ Pete [#118]

Hallo an alle,

der von Pete gemeinte Unterschied ist auch ohne Lupe sehr gut erkennbar und hilft vor Ort bei jedem Tauschtag, diese Fälschung schnell und sicher zu erkennen. Je nach Sehstärke des Sammlers ist natürlich die Lupe zusätzlich hilfreich. :-)

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 25.06.2018 21:12:34 Gelesen: 37492# 8 @  
Hallo an alle,

vielleicht noch ein Tipp - betrachtet doch mal die Schrift im Vergleich zwischen echt und falsch. :-)

viele Grüße Jürgen
 
Holzinger Am: 25.06.2018 22:01:41 Gelesen: 37475# 9 @  
@ Journalist [#123]

Meinst Du den Text "Kaiserkrone"? Da hatte ich doch am Beispiel des "K" bereits im Beitrag von Holzinger [#119] hingewiesen.
 
Journalist Am: 25.06.2018 22:23:42 Gelesen: 37459# 10 @  
@ Holzinger [#124]

Ja die Schrift ist deutlich unterschiedlich, zwar nicht ganz so deutlich beim großen K aber beim folgenden kleinen k und den direkt folgenden r - speziell die Serifen der Schrift haben mehr oder wenige deutliche Unterschiede, da die Schrift bei der Fälschung neu gesetzt wurde - dabei sind deutliche Fehler passiert. In der Septemberausgabe der philatelie, soll diese Fälschung ausführlich mit allen Details und Unterschieden vorgestellt werden.

Viele Grüße Jürgen
 
Pete Am: 01.07.2018 18:35:57 Gelesen: 37319# 11 @  
@ bignell [#121]

Ich sehe auch unten einen Unterschied, bei der Fälschung grenzt die Blume an den linken Bildrand (der eine Strich links unten), beim Original ist ein deutlicher Abstand.

Ein interessanter Gedanke! Leider nicht generell zutreffend, wie nachfolgend anhand vorliegender Originale der Mi-Nr. 3046 ersichtlich:



Wieso auch immer ist das Blumenmotiv trotz identischer Farbe (Blume und Bildrahmen) innerhalb des Bildrahmens in der Lage zu "wandern" - im Scan von links außen über die Mitte nach rechts außen. Eventuell mag dies mit der Ausgabeform dieser selbstklebenden Briefmarke, d.h. Folienblatt bzw. von der Rolle (verschiedene Rollengrößen?) abhängig sein.

Im Beitrag [#46] verwies ich auf einen bestehenden Zeichnungsunterschied zwischen echt und falsch. Journalist äußerte sich in Beitrag [#125] bereits entsprechend, dass der Blumenname bei der Fälschung neu gesetzt wurde. Ein auffallender Unterschied besteht darin, dass bei der Fälschung die Buchstaben "k" und "r" von "Kaiser krone" frei stehen, während am Original diese zwei Buchstaben durch einen waagerecht verlaufenden Strich miteinander verbunden sind. Dieser markante Unterschied lässt sich mit guten Augen bzw. mit der Lupe überprüfen.

Zusammenfassend würde ich als Merkmale zur Erkennung dieser Fälschung vermerken:

- Papier gräulich und nicht weiß, unter der Lupe kleine Flecken erkennbar
- Papier ganzflächig glänzend (Original innerhalb der Briefmarke im Regelfall unterschiedlich matt glänzend)
- gröberes Druckraster
- bestehende Zeichnungsunterschiede, u.a. bedingt durch eine Neusetzung des Blumennamens sind die Buchstaben "k" und "r" im Blumennamen nicht miteinander verbunden

Es müsste überprüft werden, ob sich die selbstklebenden Fälschungen im Wasserbad vom Trägerpapier (Bsp. Briefumschlag) ablösen lassen. Ich nehme an, dass dies nicht funktioniert.

Gruß
Pete
 
Journalist Am: 21.07.2018 11:14:42 Gelesen: 37167# 12 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute hier aus aktuellen Posteingang eine weitere Fälschung zum Schaden der Post vorstellen. Diese Marke wurde ja schon mal vom Arbeitskreis Markenheftchen in seiner Info 6/2017 vorgestellt und dies wurde auch auszugsweise in der DBZ 2-2018 zitiert.

Anbei nun ein Ausschnitt aus einem überfrankierten Einschreibebrief aus aktuellen Posteingang mit einer Teilfrankierung dieser Marken:



Erkennbar ist diese Marke leicht an der falschen Zähnung - diese ist bei der Fälschung wellenförmig:



Wer kann hier gelaufene Exemplare aus der Kiloware zeigen ? oder sogar komplette Briefe ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 25.07.2018 13:46:13 Gelesen: 37008# 13 @  
Hallo an alle,

eben wurde als Vorabveröffentlichung der Artikel "Fälschung "Vogelwarte Helgoland" aus der philatelie auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" freigeschaltet [1].

Dazu anbei nun hier auch einige ergänzende Bilder zur Fälschung:



Dies ist ein Bildvergleich der echten und der falschen Marke sowie rot markiert die zwei Stellen, an denen man mit bloßen Auge die Fälschung leicht erkennen kann.

Viele weitere Details, die aber eher nur unter der Lupe erkennbar sind, werden natürlich auch im obigen Artikel nicht nur textlich sondern auch mit ausführlich vorgestellt.

Beispielsweise wurde ja bei dieser Marke auch die Verpackung gefälscht:



Es folgt ein Vergleich links die falsche Rolle, rechts die echte Rolle von oben:



Auch die Nummern auf der Rückseite wurden gefälscht - hier allerdings noch sehr einfach und gut sichtbar:



(links die echten rechts die falschen Nummern)

Soweit einige Ausschnitte zu dieser Fälschung - viel Spaß beim Suchen in der Kiloware.

Mich interessieren dabei Frühdaten und Spätdaten (Stempel) bzw. ob jemand echt gelaufene Belege findet oder hier zeigen kann.

Viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-vogelwarte-helgoland.html
 
Journalist Am: 05.08.2018 18:12:04 Gelesen: 36520# 14 @  
@ Journalist [#45]

Hallo an alle,

ich habe mal eine Übersichtstabelle von Fälschungen zum Schaden der Post erstellt, die bisher in der philatelie im Zeitraum 2002 bis 2009 vorgestellt wurden. Da ich diese nicht als Exceltabelle hier direkt einbinden kann, habe ich entsprechende Bildschirmkopien erstellt:







In der ersten Spalte ist die Wertstufe, in der zweiten das Motiv, es folgt das Ausgabedatum, die Michelnummer, eine Unterscheidung ob nassklebend oder selbstklebend und hier ob Rolle oder Folienblatt, dann als Gedächtnisstütze ein Scan einer echten Marke.

In der vorletzten Spalte steht die entsprechende philatelie-Ausgabe, in der über diese Fälschung berichtet wurde und in der letzten Spalte steht der Monat und das Jahr der entsprechenden philatelieausgabe.

Insgesamt handelt es sich hier um 18 verschiedene Fälschungen, die im Zeitraum 2002 bis 2009 dort vorgestellt wurden.

Diese Tabelle soll als Anregung und schnelle Übersicht dienen, von welchen Motiven es Fälschungen gibt, die bisher bekannt sind.

Viele Grüße Jürgen
 
mediaskate Am: 08.08.2018 00:45:07 Gelesen: 36323# 15 @  
Hallo,

bin neu in diesem Forum. Als Frankaturhändler habe ich schon einige Erfahrung gemacht und möchte mich auf den Bericht äußern.

Vor kurzem wurde ja auch an anderer Stelle über einen neuen Betrugsprozess in Bochum berichtet, bei dem es um aktuelle Fälschungen zum Schaden der Post ging. Dort wurde unter anderem die Marke "Buchenwälder" genannt. Es erscheint mir daher sinnvoll, dieses Thema nicht mal da oder dort in Teilen zu erläutern, sondern in einem zusammenhängenden neuen Thread.

Kann jemand diese Fälschung mal hier als Brief oder als Marke aus seiner Sammlung zeigen ? - Das wäre toll.


Habe ein Foto der Buchenwälder angehängt, das ich selbst gemacht habe Wer sich das Bild genau ansieht wird jede Menge Fehler zum Original finden, abgesehen davon, dass die Fluoreszenz nur aufgedruckt war.


 
Journalist Am: 12.08.2018 09:12:05 Gelesen: 36138# 16 @  
@ mediaskate [#15]

Hallo Mediaskate,

danke für das Zeigen der Fotos von den gefäschten Buchenwäldern.

@ Journalist [#14]

Ergänzend zu obigen Beitrag möchte ich noch eine weitere Marke vorstellen, von der eine Fälschung zum Schaden der Post existiert. Es handelt sich dabei um die Marke "Europa" aus dem Jahr 2000 Michelnummer 2113 (Bei der folgenden Abbildung handelt es sich um die echte Marke):



Dies ist die erste Marke mit Doppelnominale, die auch gefälscht wurde. Im Michel ist diese auch als Fälschung zum Schaden der Post gelistet, es fehlen aber weitere Details, wie man diese erkennen kann. Im Buch von Wolfgang Maaßen "Echt oder falsch?" wird diese Fälschung aber ausführlicher vorgestellt. Bekannt wurde diese Fälschung laut dem Buch im September 2001 als Einzelmarke, aber auch als Zehnerbogen.

Das einfachste Kriterium beim Erkennen dieser Fälschung ist die UV-Lampe. Während die echte Marke grüngelb leuchtet, fehlt diese bei der gefälschten Marke.


Weitere relativ einfach erkennbare Merkmale sind alle nicht zur Markengestaltung notwendigen Flächen - diese sind bei der echten Marke auch als Fläche gedruckt, während diese bei der Fälschung gerastert sind (beispielsweise das "grün" der Marke.

Wer kann hier diese gefälschte Marke zeigen?

Viele Grüße Jürgen
 
Ron Alexander Am: 12.08.2018 16:31:58 Gelesen: 36060# 17 @  
@ Journalist [#16]

Hallo Jürgen,

habe meine Dubletten durchgeschaut, konnte aber nichts finden.

Was mir vor kurzem bei MiNr. 3046 aufgefallen ist unter UV Licht:



Die mittlere Marke leuchtet richtig weiß, die anderen nicht. Wenn ich sie im vollen Dublettenbestand betrachte dann springt sie einen schon fast an. Als würde man UV Licht auf ein weißes Papier richten. Würde fast sagen, Marke gedruckt auf ein anderes Papier unter UV licht erkennt man auch dünnere Stellen, hält man die Marke in der Hand bzw. Pinzette fällt nichts auf. Da ich hier einen UV Unterschied sehe, passt es nicht wie von Dir weiter oben gezeigt.

Lege ich beide Marken übereinander, unten Original, die fragliche Marke darüber so stimmt der Druck überein, keine Abweichungen:



Grüße,
Ron
 
Journalist Am: 13.08.2018 10:29:10 Gelesen: 35967# 18 @  
@ Ron Alexander [#17]

Hallo Ron,

beim Thema "Wiederverwendete PWZ" hatte ich schon mal am Rande erwähnt, das aus mir noch nicht bekannten Gründen bei der Betrachtung von abgeweichten modernen Briefmarken unter UV-Licht, so wie von dir auch geschildert, sehr große Unterschiede auftreten können.

Was hier die Ursache ist, ist mir noch nicht klar, ob es am Abweichprozeß liegen könnte, der die UV-Schicht beeinflusst oder ... ? eine Kombination aus verschiedenen Ursachen .... ?

Ich würde dies aber eher in diesem Tread nicht weiter verfolgen bzw. lieber nur im dem Tread "Wiederverwendete PWZ" weiter diskutieren wollen, damit wir uns hier nicht verzetteln.

Wie schon mal an anderer Stelle auch geschrieben, ist natürlich die UV-Lampe schon mal ein erstes wichtiges Hilfsmittel beim groben überprüfen von Marken, ob es sich um eine Fälschung handeln könnte.

Sie hilft etwa zu 60% weiter. Je nach gefälschter Marke gibt es dann weitere teils mit bloßen Auge erkennbare Details, die helfen die Fälschung schnell zu erkennen. Bei der obigen Marke Kaiserkrone ist dies besonders die Schrift "Kaiserkrone" - ausführliche Details und Abbildung werden in der nächsten philatelie vorgestellt werden.

Ein weiteres sehr günstiges Hilfmittel habe ich jetzt durch einen Bekannten gezeigt bekommen - eine 60fach-Lupe mit LED-Beleuchtung, mit der man schnell bestimmte Details anschauen kann oder sich die Raster an einer bestimmten Stelle betrachten kann.

Diese 60fach-Lupe kommt aus China und wird von vielen Anbietern zu unterschiedlichen Preisen von circa 2 Euro bis 10 Euro angeboten. Ich habe nun so eine Lupe zu Testzwecken in China für 1,75 Euro incl. Versandkosten incl. Batterien und Kunstlederbeutel zum Unterbringen bestellt. :-)

Allerdings muss ich nun noch circa 4 Wochen warten, bis diese hier in Deutschland ankommt. Spätestens in Sindelfingen kann ich diese dann tatsächlich zeigen bzw. testen, ob sie das verspricht, was diese auf den ersten Anschein her suggeriert.

Soweit für heute viele Grüße Jürgen
 
Shinokuma Am: 13.08.2018 20:34:50 Gelesen: 35887# 19 @  
Hallo Jürgen,

ich habe so den Eindruck, dass Du hier der Experte in Sachen Fälschungen zum Schaden der Post bist.

Daher meine Frage: Sind bereits Fälschungen der Mi.Nr. 2311 bekannt?

Mir ist kürzlich unter dem Mikroskop ein gravierender Unterschied bei der Rasterung des unteren rechten Sockels aufgefallen. Typ I und Typ II unterscheiden sich sowieso, aber ich habe eine einzige Marke, die noch eine dritte Rastervariante aufweist.

Ich zeige hier mal Fotos der 3 Rastertypen. Sollten die hier nicht gut erkennbar sein, sende ich auf Anfrage auch gerne die Fotos als E-Mail-Anhang direkt.





Links ist Typ I zu sehen, rechts die normale Typ II und unten die abweichende Variante.

Die Unterschiede lassen sich sogar mit einer Lupe gut erkennen, wenn auch nicht so präzise.

Beste Grüße
Gunther
 
Journalist Am: 14.08.2018 18:30:40 Gelesen: 35810# 20 @  
@ Shinokuma [#19]

Hallo Gunther,

bezüglich der Mi-Nummer 2311 (deutsch französische Freundschaft) 55 Cent sind mir bisher keine Fälschungsinfos bekannt.

Vom Winkel her sieht die untere aber für mich erst mal so aus wie Typ II, es sieht allerdings so aus als ob hier das rot wie bei Typ I gedruckt wurde - vielleicht handelt es sich ja hier um eine 3 Variante oder Mischform ?

viele Grüße Jürgen
 
Shinokuma Am: 20.08.2018 19:27:18 Gelesen: 35680# 21 @  
Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine "Expertise". Das ist genau das, was mir auch aufgefallen war. Die rosaroten Rasterpunkte sind bei der 3. Variante, wie ich sie jetzt mal nenne, ebenso wie bei Type I im 45° Winkel aufgetragen, während sie bei Type II deutlich sichtbar im 15° Winkel parallel zur gelben Farbe erscheinen.

Gibt es eigentlich bei der Post eine Anlaufstelle, wo man nach dem Vorhandensein einer dritten Druckvariante fragen könnte? Und macht es Sinn, sich diesbezüglich an die Redaktion des Michel-Kataloges zu wenden?

Vielen Dank im Voraus für Deine Bemühungen!

Mit besten Grüßen
Gunther
 
Journalist Am: 23.08.2018 12:04:14 Gelesen: 35585# 22 @  
@ Shinokuma [#21]

Hallo Gunther,

ja bis vor circa 2 Jahren gab es bei der Bundesdruckerei mal einen Kontaktmann, der solche Fragen, aber auch Fragen zu Plattenfehlern beantwortet hatte. Aber dieser Kontakt wurde auch aus Kostengründen wegrationalisiert. Wenn auch andere Sammler das selbe nachweisen könnten, könnte man dies sicherlich auch der Redaktion des Michel-Kataloges melden - aber solange hier nur eventuell eine Marke vorliegt, ist das erst einmal nicht sehr aussagekräftig.

Bezüglich der leichten Untersuchbarkeit der Rasterung von Briefmarken habe ich ja in China eine 60-Fach-Lupe mit LED-Beleuchtung bestellt. Wenn die in circa 4 Wochen da ist, werde ich die ausführlich testen, diese könnte aufgrund ihres günstigen Preises eventuell für jeden Philatelisten zukünftig gute Dienste tun und so die philatelistische Forschung voranbringen - aber hier ist noch etwas Geduld angesagt.

Nun aber noch eine Info - vorhin habe ich als Vorabveröffentlichung der Artikel mit der ausführlichen Analyse der Fälschung 60 Cent "Kaiserkrone" aus der Dauerserie Blumen im Internet freigeschaltet. Dazu nun anbei hier auch noch drei ausgewählte Bilder zum Einstieg:







Weitere ausführliche Bilder findet ihr unter dem angegebenen Link.

Viele Grüße Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-60-cent-kaiserkrone.html
 
Journalist Am: 16.09.2018 12:19:39 Gelesen: 35364# 23 @  
Hallo an alle,

in der neuesten DBZ Nr. 20 vom 14. September 2018 ist auf Seite 6 eine auf den ersten Blick unscheinbare Info "Gefälscht" zu finden, die extrem interessant ist:



In diesem Kurzbeitrag wird berichtet, dass derzeit bei der Post von 4 Freimarken (Dauerserie - Blumen) sowie von 16 Sondermarken "gefährliche Fälschungen zum Schaden der Post" existieren. Diese werden als Michel-Nummern namentlich gelistet.

Bezüglich der Dauerserie Blumen (Freimarken) werden folgende 4 Nummern gelistet:

2507 - 145 Cent Schwertlilie nassklebend
2547 - 100 Cent Tränendes Herz nassklebend
3043 - 60 Cent Kaiserkrone nassklebend
3189 - 70 Cent Schokoladen Kossmee nassklebend

Bei mindestens zwei Fällen bezüglich der Sondermarken geht aus der scheinbar der DBZ vorgelegten Abbildung nicht eindeutig hervor, ob es sich um eine nassklebende oder selbstklebende Variante handelt.

Dazu später aber einmal mehr - betrachten wir heute nur die genannten Blumenmarken.

Bekannt ist ja hier dass bezüglich der 60 Cent Kaiserkrone und der 70 Cent Schokoladen Kosmee Fälschungen in selbstklebender Form existieren. Von nassklebenden Fälschungen liegen hier bisher keine Meldungen vor. Das läßt darauf schließen, das auf dem der DBZ vorgelegten Übersicht über aktuelle Fälschungen, zwar immer das richtige Motiv abgebildet ist, aber nicht immer die richtige Variante (nassklebend oder selbstklebend).

Obige Aufstellung müsste also mit großer Wahrscheinlichkeit bei der 60 Cent und 70 Cent bezüglich der Michel-Nummer etwas anders lauten.

Ob dies auch auf die anderen beiden genannten Motive der Blumenserie zutrifft, ist bisher nicht bekannt.

Festzuhalten bleibt aber, dass es bezüglich der Blumenserie mindestens 5 verschiedene Fälschungen in der Bedarfspost zu finden gibt (55 / 60 / 70 / 100 / 145 Cent).

Wer kann hier entsprechende Fälschungen von der 55 Cent, der 100 Cent und der 145 Cent zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 12.10.2018 13:23:21 Gelesen: 34919# 24 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja eine Aufstellung aus der DBZ gelistet, in der über insgesamt 20 verschiedene aktuelle Fälschungen berichtet wird. Dieser Beitrag wurde in fast der selben Form auch im folgenden Briefmarkenspiegel abgedruckt.

Bei den Sondermarken ist auch die Marke aus der Serie "Mikrowelten" mit dem Motiv "Blüte Odermennig" gelistet. Der Autor aus der DBZ war sich hier aber nicht ganz sicher, ob es sich um die naßklebende Variante (Michelnummer 3193 - erschienen am 3. Dezember 2015) oder um die selbstklebende Variante (Michelnummer 3206 - erschienen am 2. Januar 2016 in 100er Rollen (Markenboxen) erschienen ist. Dabei hat sich bei der selbstklebenden Variante das Motiv "Blüte Odermennig" immer mit dem Motiv "Kieselalge" abgewechselt.

Aufgrund einer neuen Meldung kann nun festgestellt werden, das es sich bei der Fälschung um eine etwas simple Fälschung der selbstklebenden Variante mit der Michelnummer 3206 handelt. Die Fälschungen wurden allerdings nicht in der Rolle sondern als Bogenware auf Silikonpapier gedruckt. Im folgenden wird nun zuerst ein postfrischer 4-er-Bogen (falsch) vorgestellt:



Zum Vergleich dazu noch einmal die echte Marke:



Diese Fälschung ist am einfachsten an der falschen simplen Stanzung zu erkennen, die eher sägezahnartig ist. Auch unter UV-Licht ist die Marke gut zu erkennen, denn sie hat keine UV und leuchtet daher nur bläulich.



Es gibt viele weitere einzelne Details, die teils mit blosen Auge, teils mit einer guten Lupe schnell erkennbar sind. Besonders hilfreich ist dabei eine 60-fach Lupe mit LED-Beleuchtung, die man bei Ebay zwischen 2 und 6 Euro aus China teils schon mit Batterien erhalten kann.

Beispielsweise ist die Wertangabe bei der Fälschung gerastert, beim Original aber flächig gedruckt.

Soweit für heute einmal wieder neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 13.10.2018 17:59:03 Gelesen: 34813# 25 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja ein kurzer DBZ-Beitrag erwähnt, in dem 16 verschiedene Sondermarken mit Michelnummer gelistet sind, die als Fälschungen zur Zeit aktuell auf dem Markt sind.

Dabei wurde auch die selbstklebende Michelnummer 2350 (Fregatte aus Elfenbein) gelistet, die am 2. Juni 2016 als 100er Marken-Box erschienen ist. Später (?) wurde diese auch noch als 500er Rolle angeboten und verkauft. Dazu folgt ein Bild einer echten Marke:



Von dieser Marke existieren nun sogar 3 verschiedene Fälschungen. Zwei davon lassen sich leicht mit einer UV-Lampe erkennen. Eine Variante leuchtet unter UV gar nicht (ist einfach grau). Außerdem sind die Details beim Schiff unschärfer, soweit erste Infos dazu.

Die zweite Fälschung dieser Marke leuchtet unter UV vor allem im Bereich des weißen Randes bläulich. Ein weiteres erstes zusätzliches Kriterium ist mit einer 60-fach Lupe gut erkennbar, während bei der echten Marke der äußere Rand weiß ist, ist er bei dieser Fälschungsvariante mit einem gelben "Raster" versehen bzw. gelblich gesprenkelt. Auch das Reflexionsverhalten der Marken ist unterschiedlich. Bei der Fälschung gibt es gegen das Licht betrachtet eine wesentlich stärkere Reflexion, als bei der echten Marke, die eher matt reflektiert.

Die dritte Fälschung ist mit einer UV-Lampe auf den ersten Blick nicht so einfach zu erkennen. Die Fälschung leuchtet ähnlich wie die echte Marke, es sieht nur etwas schwächer (leicht gesprenkelt) aus. Auch bei dieser Fälschungsvariante sind die Details unschärfer als bei Original. Hier ist ein weiteres Merkmal, der etwas dunklere Druck des Schriftzuges " Jacob Zeller ... 1620".

Soweit eine erste Info zu dieser Fälschung beziehungsweise den 3 verschiedenen Fälschungs-Varianten dieses Motivs.


Wer kann hier entsprechende Marken aus der Kiloware oder der Bedarfspost zeigen ?

Das wärs für heute aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 19.10.2018 20:14:18 Gelesen: 34685# 26 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in der Aufstellung der DBZ werden bezüglich der dort gelisteten 16 als Fälschungen existierenden Sondermarken auch die Michelnummern 3147 und 3148 genannt. Dabei handelt es sich um folgende Marken:



Bei den Marken handelt es sich um selbstklebende Marken aus einem Markenfolder mit gemischter Anordnung. Dieses wurde auch gefälscht. Dazu ein passender Bildausschnitt der Fälschung:



Erkennbar sind die Fälschungen beispielsweise mit einer UV-Lampe, die Marken leuchten nicht geblichgrün sondern eher bläulich bzw. nur zart gelblich. Erkennbar sind die Marken aber auch an der schlechten Stanzung besonders in der Mitte, d.h. entweder an der linken bzw. an der rechten Seite der Marke, wie obiges Bild zeigt.

Beide Marken sind aber auch noch am unschärferen Druck erkennbar, dies ist beispielsweise am ehesten am Nummernschild der Autos sichtbar.

Während bei der Fälschung der Schriftzug "Klassische Automobile" und die Jahreszahl der Herausgabe auch im weißen Bereich etwas gerastert sind und dadurch nicht so scharf und deutlich wirken, sind sie bei den echten Marken nur weiß und dadurch auch konturenschärfer.

Soweit einige erste Details zu dieser Fälschung - wer kann hier echt gelaufene Belege oder Marken aus der Kiloware zeigen ?

Das wärs für heute aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 30.10.2018 19:49:13 Gelesen: 34474# 27 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in der oben erwähnten Aufstellung der DBZ ist die im folgenden erstmals kurz vorgestellte Fälschung mit der Michel-Nummer 2974 ("Die Rasenbleiche - Max Liebermann 240 ct MH 92) nicht erwähnt. Diese Fälschung konnte der Autor nun in Sindelfingen auf der dortigen Briefmarkenmesse gegen eine andere Fälschung eintauschen.

Zuerst zeige ich nun mal die echte Marke:



Erschienen ist diese als MH 92 am 2. Januar 2013.

Im Michel Spezial wird diese Postfälschung kurz beschrieben mit gröberen Raster und damit unschärferen Druck.

Unter UV leuchtet die Fälschung nur schwach gelb grünlich im Vergleich zur echten Marke. Ein weiterer Unterschied sind die weißen Tücher auf der Wiese. Bei der echten Marke wirken diese eher etwas schmutzig bzw. das Grün der Wiese scheint scheinbar etwas durch. Bei der Fälschung hingegen sehen die Tücher viel heller und weißer aus. Auch das Glanzverhalten unterscheidet sich. Während bei der Fälschung alles gleichmäßig glänzend wirkt, ist dies bei der echten Marke eher nur im Bereich der farbigen Teile zu sehen und nicht im weißen Bereich. Es folgt nun ein Bild der Fälschung:



Soweit eine erste kurze Analyse und Vorstellung dieser Postfälschung - wer kann hier echt gelaufene Fälschungen zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 31.10.2018 23:20:11 Gelesen: 34400# 28 @  
@ Journalist [#27]

Guten Abend Jürgen,

Im Michel Spezial wird diese Postfälschung kurz beschrieben mit gröberen Raster und damit unschärferen Druck.

In meinem von 2016 steht davon noch nichts.

Ich denke aber, größere Rasterpunkte und -abstände allein reichen für den unscharfen Druck nicht aus. Bei der "Saskia" von Rembrandt aus 2006 gibt es im niederländischen Druck größere Rasterpunkte und -abstände, jedoch keine Unschärfe. Überprüfe bitte mal an den Liebermann-Marken die Rasterwinkel von Schwarz und Magenta im Vergleich zum Original.

Ich schicke Dir die Tage die Untersuchungsergebnisse zu den "klassischen Automobilen", dort erkennst Du den Unterschied auch.

Viele Grüße
Ben.
 
peno Am: 01.11.2018 19:59:39 Gelesen: 34284# 29 @  
@ Journalist [#18]

Lieber Jürgen,

mit Interesse und wie bei mir üblich auch mit Verspätung habe ich die Anmerkungen gelesen und bin dabei über deine 60fach-Lupe mit LED-Beleuchtung gestolpert. Ist sie mittlerweile bei Dir angekommen und konntest Du sie schon ausprobieren? Für nähere Informationen dazu (Foto, Größenangaben, Link usw.) wäre ich Dir dankbar.

Liebe Grüße
peno
 
Journalist Am: 01.11.2018 20:59:15 Gelesen: 34256# 30 @  
@ Ben 11 [#28]

Hallo Ben,

die Info mit der Postfälschung habe ich aus dem Michel Spezial Band 2 2017, anscheinend wurde diese dort das erste mal erwähnt.

Da dem Michel hier oft Details fehlen, sind diese Angaben dort bisher nicht immer optimal bzw. 100% richtig. Hier muss schrittweise noch die eine oder andere Richtigstellung bzw. Verbesserung der Details erfolgen - soweit dazu.

@ peno [#29]

Hallo Peno und an alle anderen,

anbei nun hier im folgenden 3 Scans zur genannten 60-fach Lupe mit LEED-Beleuchtung.

Jedem dem ich diese Lupe vorgeführt hatte, war begeistert und ich hätte sofort viele verkaufen können.







Die obigen Scans sind Bildschirmkopien vom letzten Kauf von mir von einem der Anbieter, der diese dort für 2,18 Euro incl. Versandkosten und Batterien angeboten hatte. Lieferzeit circa 8 Wochen aus China.

Aus meiner Sicht und auch der positiven Rückmeldung fast aller Sammler, denen ich diese Lupe gezeigt hatte, kann ich diese nur allen Sammlern empfehlen, egal ob sie nun Fälschungen oder was anderes sammeln. Für Unterwegs auf einem Tauschtag, das optimale kostengünstige Instrument.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 04.11.2018 16:55:28 Gelesen: 34112# 31 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag hatte ich ja erstmals auf den DBZ-Beitrag aus der Ausgabe 6 über aktuelle Fälschungen hingewiesen:



Da hier nur die Michelnummern gelistet sind, habe ich nun diese Daten in eine Tabelle mit Abbildungen umgewandelt, damit man leichter einen Überblick haben kann, welche Motive gefälscht vorliegen können. Dazu nun die passende Tabelle in zwei Teilen:



Die Werte sind in der Tabelle nach Michelnummer aufsteigend sortiert. An einer Stelle war scheinbar nicht ganz eindeutig klar, ob es sich um naßklebende oder selbstklebende Marken handelt - allerdings dürfte das Motiv richtig sein - daher an dieser Stelle noch die Fragezeichen.

Bekannt ist ja mittlerweile auch, daß es beispielsweise von der Fregatte aus Elfenbein mindestens 3 verschiedene Fälschungen gibt. Es ist daher nicht auszuschließen, das es auch von den anderen hier gelisteten Motiven nicht nur eine sondern zwei oder mehrere Fälschungsvarianten / Auflagen geben könnte !

Ich hoffe diese Tabelle hilft beim Suchen nach Fälschungen - viel Spaß wünscht Euch dabei

Jürgen
 
Journalist Am: 23.12.2018 16:34:57 Gelesen: 33518# 32 @  
@ Journalist [#23]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja auch die 145 Cent Blumenmarke (Schwertlilie) naßklebend zitiert, das diese als Fälschung vorliegen soll. Dazu kann ich nun die ersten Bilder zeigen:



Gezeigt wird hier ein vorhandener 5-er-Streifen einer der bekannten Fälschungen. Diese ist leicht durch eine UV-Lampe erkennbar. Die Marke leuchtet gar nicht, man sieht ansatzweise nur bläulich leuchtende Papierfäden. Natürlich ist auch die Zähnung speziell bei den Ecken merklich mangelhaft. Diese Marken waren auch nummeriert, wie die Rückseite des 5-er-Streifen zeigt. Auch die Gummierung sieht eher wie ein aufgetragener "Sprühlack" aus, als die glatte gleichmäßige Gummierung der echten Marken.



Wie auch schon bei anderen Blumenmarkenfälschungen aufgefallen, ist die Schrift (Schwertlilie) bei der Fälschung nicht gerade besonders deutlich im Vergleich zum Original erkennbar, soweit eine erste grobe Schnellanalyse.

Außerdem gibt es Aussagen, das diese Marke auch in einer anderen gefälschten Variante vorliegen soll.

Soweit viele Grüße

Jürgen
 
Ben 11 Am: 23.12.2018 17:08:27 Gelesen: 33498# 33 @  
@ Journalist [#32]

Hallo Jürgen,

die gelben Punkte ausserhalb des Markenbildes kommen mir ja sehr bekannt vor. Kannst Du die mal vergrößert darstellen?

Ich wünsche ein frohes Fest und besinnliche Tage.

Viele Grüße
Ben.
 
ReinierCornelis Am: 24.12.2018 18:49:03 Gelesen: 33407# 34 @  
Journalist,

"Yellow dots" oder "Machine Information Code" bei alle Farbendruckern oder Kopierapparaten.

Seit 19.03.1999 bei Briefmarken benutzt! Australien!





Meine Bogen hat 20.03.1999.
 
Ben 11 Am: 25.12.2018 09:56:19 Gelesen: 33351# 35 @  
@ ReinierCornelis [#34]

Hallo Rein,

vielen Dank für Deinen Hinweis! Wusste ich's doch: irgend was war mit diesen gelben Punkten. Ich werde der Spur mal nachgehen und die Punkte genauer erforschen.

Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, eine andere Marke mit solchen Merkmalen zu untersuchen.



145er "Fregatte aus Elfenbein", selbstklebend auf Folienstreifen. Nach meiner Einschätzung ist das kein Kopierer oder ähnliches, sondern Digitaldruck von der Rolle. Ähnlich könnte das bei der 145er "Schwertlilie" auch gewesen sein. Sind die gelben Punkte wirklich eine Codierung, ließe sich zum Beispiel neben dem Druckdatum auch die Gerätenummer der Maschine herausfinden.

Ich wünsche noch erholsame Tage zwischen den Jahren.

Viele Grüße
Ben.
 
christel Am: 27.01.2019 01:49:02 Gelesen: 32874# 36 @  
Leider nur zwei Screenshots.

Ich hoffe in den nächsten Tagen bessere Fotos liefern zu können, wenn ich eventuell einen dieser "Bogen" bekommen werde.

Ist diese Fälschung bereits bekannt?


 
Journalist Am: 27.01.2019 09:51:44 Gelesen: 32830# 37 @  
@ christel [#36]

Hallo Christel,

da die Mailanfrage über philaseiten intern bei mir hier nicht funktioniert, habe ich Dir eine separate email geschickt - schon jetzt danke für die Antwort - viele Grüße Jürgen
 
Pepe Am: 27.01.2019 18:56:35 Gelesen: 32715# 38 @  
Das war sogar Familienpost. Gelaufen von Görlitz nach Brandenburg. Und weil auch nur ganz wenige Marken erworben waren (Kleinunternehmer), ohne jegliche nachträgliche Folgen.



2005 05 12, Mi 2457, Mehrfachfrankatur Fälschung



Die 1,41 Nachporto wurden bei Zustellung erhoben.

Nette Grüße Pepe
 
drmoeller_neuss Am: 28.01.2019 08:12:00 Gelesen: 32637# 39 @  
@ Pepe [#38]

Die Fälschung ist erst einmal gut gemacht. Ich vermute, dass den Marken die Fluoreszenz fehlt, und sie daher von der Briefaufstellmaschine nicht erkannt wurden. Dann kommt Verdacht auf, dass mit den Marken etwas nicht stimmen könnte.
 
Ben 11 Am: 28.01.2019 21:49:01 Gelesen: 32494# 40 @  
@ Pepe [#38]
@ drmoeller_neuss [#39]

Ich halte das ja für eine klassische Fehleinschätzung, da man auch unter UV-Licht z.B. auf den weißen Balken oben und unten keine gelbe Fluoreszenz sehen kann. Der Aufstellmaschine wird es womöglich genauso gegangen sein. Der Grund für die fehlende gelbe Fluoreszenz ist ein farbpigmentfreier Bindemitteldruck der die Sicherheitspigmente der Seltenen Erden enthält. Dieser wurde als erstes auf das Papier gebracht. Danach folgen die Farben. Unter IR-Licht leuchten die vermeintlich weißen Teile (Balken, Bildumriß und Schrift) nämlich grün.



Viele Grüße
Ben.
 
Pepe Am: 28.01.2019 23:39:05 Gelesen: 32468# 41 @  
@ Ben 11 [#40]

An Fehleinschätzung hatte ich auch geglaubt. Weil bei mir die Sammlung Bund irgendwann gegen Null ging und ich so bis heute nicht mal ein Vergleichsstück habe, ist der Brief dann mit vielen anderen in die Massenaufbewahrung abgetaucht. Durch Zufall hat er mal wieder Licht gesehen und ist nun rätselhaft. Ich zeige mal eine 800 dpi und dann noch ein Eckranddetail:



Es wird sich um das obere Markenpaar handeln, weil die grauen Farbraster der Ränder oben und links erkennbar sind.

Unter normaler UV Leuchte fallen die Ränder der Zähnung auf. Könnte auch von der Gummierung her so bläulich leuchten. Leider kein Vergleichsstück.



Im 2011er Michel gab es nur das Hinweiszeichen 'FALSCH' im rechteckigem Rahmen. Im 2015er DSK folgt dem Zeichen folgende Bemerkung: "Die Fälschungen lassen sich nur durch technische Differenzmethode anhand des abweichenden Rasters erkennen."
Diese Methode werden sicher nur Insider erklären können.

Nette Grüße Pepe
 
Ben 11 Am: 29.01.2019 20:51:41 Gelesen: 32297# 42 @  
@ Pepe [#41]

Guten Abend Pepe,

Die Fälschungen lassen sich nur durch technische Differenzmethode anhand des abweichenden Rasters erkennen.

Der Spruch steht auch in meinem DSK von 2016.

Unter "Differenzmethode" verstehe ich mathematisch den Vergleich eines bekannten Sollwertes X mit einem Messwert Y. Die Größe der Abweichung zwischen beiden, also die Differenz, ist das Qualitätskriterium. Auf ein (Druck)-Raster bezogen, kann man die farbliche Flächendeckung der Rasterpunkte auf dem weißen Papier ermitteln. Leider haben wir auf den Marken keine Rasterpunkte. Lediglich die grauen Bereiche am Bogenrand sind gerastert. Diese Rasterpunkte liegen bei meinen und Deinen Marken im Winkel von 45° und scheinen auch den gleichen Abstand und die gleiche Größe zu haben.

Ich zeige nochmal zwei Bilder der linken oberen Ecke einer Marke mit Rand.



Im linken Bild unter UV-Licht 254nm erkennt man den farblosen Druck im oberen "weißen" Balken an dem Übergang in die Rasterpunkte. Das ist ähnlich den Merkmalen des SAD bei den Sehenswürdigkeiten. Die blaue Farbe im Bereich der Perforation im rechten Bild (und auch in Deinem UV-Bild) zeigt die Reaktion der optischen Aufheller im Papier auf UV-Licht 365nm. Der normalerweise gelb leuchtende Papierstrich wurde in der Perforation zerstört. Man erkennt auch, dass die bläuliche Farbe durch die farblose Sicherheitsschicht im oberen Balken dringt. Während die gelbe Fluoreszenz hier unterdrückt wird, ist sie zwischen den Rasterpunkten am Bogenrand wieder zu sehen.

Wenn Du möchtest, kannst Du mir Deinen Umschlag mal leihweise schicken. Ich würde ihn mal untersuchen und insbesondere die IR-Fluoreszenz auf 980nm IR-Licht testen. Schicke mir einfach mal eine Mail.

Viele Grüße
Ben.
 
Journalist Am: 10.02.2019 11:54:21 Gelesen: 31817# 43 @  
@ Journalist [#27]

Hallo an alle,

wie man auch der letzten philatelie entnehmen konnte, gibt es vom Markenheftchen MH 92 Max Liebermann zwei nachgewiesene Fälschungen.

Siehe auch folgender Link:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-mh-92-max-liebermann.html

Im obigen Beitrag von philaseiten wurde die erste Variante (Fälschung A) vorgestellt, die unter anderem unter UV nicht leuchtet, sondern nur bläulich schimmert aufgrund der optischen Aufheller. Ein weiteres auch mit blosen Auge gut sichtbares Erkennungsmerkmal sind die Tücher auf der Wiese.



Beim Original sind diese grünlich, bei beiden Fälschungen eher weißlich als grünlich schimmernd.

Eine weitere Besonderheit der zweiten Fälschung (B) ist das satte UV-Leuchten, im Gegensatz zur echten Marke. Gleichzeitig sehen die weißen Flächen bei dieser Fälschung unter Normallicht eher gelbstichig aus, als weiß wie beim Original.

Soweit einige Ergänzungen zu obigen Beitrag.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 13.02.2019 15:15:47 Gelesen: 31583# 44 @  
@ Journalist [#14]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja mal eine Übersichtstabelle für in der philatelie veröffentlichte Fälschungen vorgestellt. Dazu nun ein Teilaspekt als Ergänzung - die Fälschungen der 55 Cent Frauen Marke Hildegard Knef. Zuerst einmal eine Übersicht der 7 bekannten Fälschungen:



Nun konnte ich eine dieser Fälschungen als 10er-Bogen eintauschen:



Zum Vergleich nun noch einmal eine echte Marke und daneben eine aus obigen Zehnerbogen:



Die hier gezeigte Fälschung ist unter UV erkennbar, den sie leuchtet bläulich (optische Aufheller). Wie man weiter sieht ist die Zähnung nicht ok und der Schwarzdruck ist unschärfer gerastert.

Wer hat von dieser Fälschung eine der anderen Varianten ?

Viele Grüße Jürgen
 
Ostfriesland Am: 21.02.2019 21:13:19 Gelesen: 31143# 45 @  
Frankaturverkauf bei Ebay Kleinanzeigen

Wer hat Kontakt mit der Kleinanzeige gehabt ?

In der Anzeige wurde:

1,45€ Briefmarken x 200 Stück (290€) für 220€
Preis: 220 €
Hat auch andere Werte angeboten z.B. 70 und 85 Cent in Mengen.

Der Verkäufer stammt angeblich aus 24143 Kiel - Gaarden, heißt vermutlich Peter [...]. Die Anzeige ist zirka 10 Tagen in Ebay Kleinanzeigen drin.

Bitte um Erfahrungsaustausch.
 
Journalist Am: 22.02.2019 20:42:17 Gelesen: 30980# 46 @  
@ Ostfriesland [#45]

Hallo,

ich hatte auch Kontakt mit dieser Kleinanzeige - bitte melde Dich mal über meine email - danke.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 23.02.2019 15:21:58 Gelesen: 31300# 47 @  
Hallo an alle,

es sind Meldungen über insgesamt 4 neue verschiedene Fälschungen aufgetaucht, dabei handelt es sich zum einen um eine 70 Cent Marke selbstklebend (Rolle) und zwei verschiedene Folder (MH) einmal mit der Wertstufe 85 Cent und zwei wechselnden Tiermotiven sowie der heute hier erstmals gezeigten Fälschung eines weitern Folders (MH) 145 Cent mit dem Motiv Elbphilharmonie. Diese Fälschung ist leicht mit einer UV-Lampe erkennbar, denn es leuchtet nur bläulich, d.h. es gibt nur optische Aufheller vom Papier, die dieses Leuchten verursachen. Natürlich besitzt diese Fälschung auch keine weiteren Sicherheitselemente (Seltene Erden), die im Infrarot sichtbar wären. Hier schlägt das entsprechende Prüfgerät nicht an. Es folgt nun ein Scan der Vorder- und Rückseite der Fälschung:



Weiter anbei noch ein Detailausschnitt einer einzelnen gefälschten Marke mit 600 dpi



Da ich mir erst noch Originale besorgen muss, um weitere Vergleiche durchzuführen, kann ich erst im Laufe der nächsten Woche weitere Details dazu nennen.

Diese Fälschung wurde über ebay Kleinanzeigen angeboten.

Die oben genannten Fälschungen dürften, da sie aus der selben Quelle stammen, die selben Effekte aufweisen, also unter UV bläulich leuchten.

Soweit neueste Infos aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
EdgarR Am: 23.02.2019 16:34:44 Gelesen: 31278# 48 @  
"Fälschungen zum Schaden der Post" - irgendwie macht das doch keinen Sinn oder?

Wenn ich mir hier die gemeldeten Falsifikate ansehe - weit überwiegend selbstklebende - und mir den zu treibenden Aufwand vor Augen halte (die Herstellung dürfte zwar wohl technisch anspruchsloser sein als die von Euro-Geldscheinen, aber dennoch ...) dann frage ich mich unwillkürlich, ob der Aufwand für den/die Fälscher in einem darstellbaren Verhältnis zum Gewinn steht?

Wenn ich Geldscheine fälsche, dann kann ich die entweder selbst in Umlauf bringen oder über Mittelsmänner (dann natürlich für deutlich unter dem Nominalwert) in Umlauf bringen lassen. Jedenfalls habe ich für das falsche recht schnell und ziemlich viel echtes Geld.

Aber Marken? Bringe ich die selber "in Umlauf" habe ich nicht mehr davon als nur "gespartes" Porto. Oder ich muss praktisch eine Art Dienstleistungsfirma aufmachen und quasi wie ein Lettershop für große Kunden frankieren und versenden - dann ist das Risiko aufzufliegen aber schon gewaltig. Oder ich muss die gefälschten Marken mühsam selbst oder über Mittelsmänner (bei entsprechend hohem Abschlag zum Nominalwert) in zwangsläufig kleinen Tranchen (wer kauft schon, sagen wir mal, mehr als 1.000 Stück à !,45 €?) verticken. Mühsam, mühsam. Und riskant,

Also: Irgendwie macht das keinen Sinn, oder? Es wäre denn, "man" würde als Hauptzweck Falsifikate herstellen um letztlich Sammler damit zu beglücken und "abzuernten".

meint kopfkratzend EdgarR
 
Pete Am: 23.02.2019 21:16:10 Gelesen: 31194# 49 @  
@ EdgarR [#48]

"Fälschungen zum Schaden der Post" - irgendwie macht das doch keinen Sinn oder?

Es dürfte aus Sicht des Fälschers weiterhin lohnend sein, sonst wären in den letzten fünf bis sechs Jahren nicht derart viele verschiedene Fälschungen zum Schaden der Deutschen Post AG aufgetaucht.

Beispiel:

In einer (ausländischen) Druckerei werden im Kundenauftrag 20.000 Stück einer Briefmarke mit einer Nominale zu 1,45 Euro als Nachahmung produziert, wobei sich theoretisch die Gesamtnominale auf 29.000 Euro belaufen würde. Dabei wird seitens der Druckerei (mehr oder weniger) darauf geachtet, neben den offentsichtlichen Dingen wie Format, Motiv (Zeichnung), Zähnung/Stanzung, Art des Klebers und Farbe auch weiterführende Merkmale der Druckvorlage (Bsp. Druckraster, Verhalten unter der UV-Lampe, Bildschärfe) möglichst konsequent in der Nachahmung zu übernehmen.

Diese Fälschungen gelangen später über den Druckauftraggeber bzw. dazwischen geschaltete Mittelsmänner in kleineren Mengen (Bsp. per 1000 Stück) an Frankaturwarehändler (und von dort aus an den Endabnehmer = späterer Absender der damit frankierten Sendungen) bzw. in unterschiedlichsten Stückzahlen (durchaus auch 100 Stück und mehr pro Transaktion) direkt an mögliche Endkunden über ebay & Co., Letzteres zu einer Quote von 70 oder 80 % des Nominalpreises. Aus Sicht des Endabnehmers sollte ein gewisser Anreiz bleiben, Frankaturware unter Nominale zu kaufen.

Derzeit existieren bundesweit weiterhin genügend Absender (Unternehmen), welche für den Versand über die Deutsche Post AG die Ausgangspost mit Briefmarken und nicht mittels Absenderfreistempel oder anderen Frankierarten freimachen. Sonst gäbe es kaum derartige Angebote und Frankaturwarehändler wären brotlos.

Selbst wenn der Druckauftraggeber lediglich 50 % der Nominale als Verkaufspreis gegenüber der nächsten Vertriebsebene (Mittelsmänner) ansetzt, sollten nach Abzug der Druckkosten für den Druckauftrag bzw. Zeitaufwand für die Organisation/Planung des Vorhabens und Logistik nach Deutschland ein paar Euro übrigbleiben.

Es wäre denn, "man" würde als Hauptzweck Falsifikate herstellen um letztlich Sammler damit zu beglücken und "abzuernten".

Die Gruppe der Sammler dürfte bezüglich der potentiell für den Sammlermarkt relevanten Menge als zweifelsfrei irrelevant eingeschätzt werden bzw. müsste eine Fälschung zum Schaden der Post erst einmal auffallen und publiziert werden, damit interessierte Sammler davon erfahren. ;-)

Gruß
Pete
 
StefanM Am: 25.02.2019 08:18:43 Gelesen: 31019# 50 @  
Zurzeit gibt es diverse Angebote bei Ebay mit Frankaturware "Marke Individuell" ab 1,- Euro.



Könnten das auch Fälschungen zum Schaden der Post sein?
 
StefanM Am: 26.02.2019 08:41:56 Gelesen: 30880# 51 @  
@ StefanM [#50]

Die Gebote steigen und steigen! Für die gezeigten Angebote liegen sie jetzt bei 333,- / 71,- / 222,- Euro. Ihr findet die Angebote in der Rubrik "Briefmarken/Gültige Frankaturware" und mit dem Suchbegriff "Marke individuell".

Gruß
Stefan
 
Pete Am: 26.02.2019 18:11:26 Gelesen: 30784# 52 @  
@ StefanM [#50]

Zurzeit gibt es diverse Angebote bei Ebay mit Frankaturware "Marke Individuell" ab 1,- Euro.

Könnten das auch Fälschungen zum Schaden der Post sein?


Gegenfrage: Weshalb sollten die Angeboten der Marken falsch sein? Auf dem ersten Blick sieht es mir eher aus, als sei ein (Über-)Angebot diese Ausgabe "Marke Individuell" im Angebot. ;-) Dem zukünftigen Käufer kann es im Grunde egal sein, was die Marken ursprünglich einmal gekostet haben. Den Bewertungen nach hat der Anbieter bereits in der Vergangenheit einige Posten Frankaturware verkauft.

Nachfolgend die Fotos des betroffenen Artikels. Für jedes Angebot wurden - soweit ersichtlich - die gleichen Bilder verwendet.



Gruß
Pete

[1] https://www.ebay.de/itm/312500607116 - Angebot per 200 Stück
[2] https://www.ebay.de/itm/312500595188 - Angebot per 300 Stück
[3] https://www.ebay.de/itm/312500610238 - Angebot per 500 Stück
 
Journalist Am: 26.02.2019 18:54:51 Gelesen: 30775# 53 @  
@ StefanM [#50]
@ StefanM [#51]

Hallo Stefan,

wie auch schon Pete geschrieben hat, glaube ich hier nicht an Fälschungen. Auf diesem Sektor ist mir und den Spezialisten auf dem Gebiet der Marke Individuell bisher nichts bekannt geworden. Weiter ergibt die Bildanalyse bezüglich des Datamatrixcodes, das dieser unterschiedlich ist. Das hier ein Fälscher auch die passenden Datamatrixcode unterschiedlich fälschen würde, würde schon einiges Verständnis und Technik auf diesem Sektor erfordern.

Zwar wurden bisher im Bereich Frankaturware selten auch "Marken Individuell" angeboten, aber es ist nicht das erste Mal, das dies passiert. Das Motiv "Jahreswechsel 2019" ist vorbei und die Aktion vermutlich abgeschrieben. Nun wird der restliche Überbestand noch möglichst effektiv zu Geld gemacht. Bei Ebay kann man da so zwischen 80 und 95% des Frankaturwarewertes erzielen, das ist immerhin mehr, als wenn man das über Frankaturwarehändler weiter veräußern würde, da die ja auch noch was verdienen wollen.

Soweit zu diesen Postings.

Nun aber noch zu der davor erfolgten Meldung über die neue Fälschung Folienblatt Elbphilharmonie:

@ Journalist [#47]

Da die Versandstelle dieses Folienblatt nicht mehr im Angebot hatte, hat der Autor sich dieses bei einem gut sortieren Fachhändler (Hans Brunner, Schwanstetten) besorgt und kann nun einige weitere einfache Merkmale der Fälschung im Vergleich zum Original nennen.

Wenn man die Originalmarke und die Fälschung direkt neben einander hat, so sieht man sofort, das die Fälschung eher bläulich aussieht, während die echten Marken eher violett aussehen. Dies sieht man auch in folgenden Scans - links die echte Marke - rechts die Fälschung:



Auch im Bereich der Wertangabe kann man deutlich mit einer guten Lupe weiteres erkennen. Bei der Fälschung ist der Bereich um die Wertangabe flächig in gelb ungerastert gedruckt, bei der echten Marken kann man ein zusätzliches rotes Raster erkennen.

Typische weitere Merkmale sind die mangelnde Konturenschärfe besonders erkennbar bei der Schrift oder der Jahreszahl. Auch die Oberfläche ist bei der Fälschung sehr glatt im Vergleich zu Fälschung. Auf der Rückseite des Folienblattes fehlt bei der Fälschung im Bereich der abgebildeten Marke der "Schatten" im Vergleich zum echten Folienblatt.

Das einfachste Merkmal hier ist aber eine UV-Lampe, den die Fälschung leuchtet bläulich.

Soweit für heute zu dieser Fälschung erste wichtige Details, weitere ausführliche Infos folgen demnächst in der philatelie.

Teil 3:

In obigen Beitrag wurde auch über eine Fälschung 70 Cent selbstklebend als Rolle berichtet. Das Motiv wurde aber noch nicht genannt, nun konnte eine dieser Fälschungen im Internet erworben werden. Es handelt sich um die 70 Cent Wangerooge, näheres zu dieser Fälschung demnächst in Kurzform auch hier.

Soweit für heute neue Infos aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
StefanM Am: 27.02.2019 07:48:48 Gelesen: 30670# 54 @  
@ Pete [#52]

Gegenfrage: Weshalb sollten die Angebote der Marken falsch sein?

Ich wunderte mich über das massive Angebot zu 1,- Euro bei beträchtlichem finanziellem Engagement für die Herstellungsaufträge bei der Post. Mittlerweile ist der Preis gestiegen. Mal sehen wo es endet.

Stefan
 
Journalist Am: 28.02.2019 18:27:48 Gelesen: 30484# 55 @  
@ Journalist [#53]

Hallo an alle,

unter obigen Beitrag hatte ich im Teil 3 auf die weitere Fälschung 70 Cent Wangerooge vermutlich aus der selben Quelle genannt. Nun liegt diese Fälschung im Original vor und es erfolgte eine erste schnelle grobe Begutachtung.

Die Fälschung ist auch wieder einfach mit einer UV-Lampe erkennbar, sie hat kein UV und leuchtet nur bläulich (optische Aufheller im Papier) genauso wie bei der Fälschung "Elbphilharmonie".

Vertrieben wird diese Fälschung als 100er Rolle mit gefälschter Verpackung. Dies ist erst das zweite Mal, nach den Hattinger Brüdern, wo nicht nur eine Fälschung hergestellt wurde, sondern auch noch die Verpackung mit gefälscht wurde - es folgt ein Scan von einer Seite der echten und falschen Verpackung:



Links handelt es sich um die echte Verpackung,rechts um die falsche Verpackung. Die gefälschte Verpackung wurde nicht einfach kopiert sondern "neu gesetzt". Dabei haben die Fälscher nicht die echte Marke genutzt sondern die Fälschung, auf der gefälschten Verpackung abgebildet. Weiter haben Sie den Schattenrand vergessen.

Erkennen kann man die gefälschte Marke mit bloßen Auge auch am großen "W" von Wangerooge, denn hier wurde bei der Fälschung ein falsches anders geformtes "W" benutzt.



Links der Ausschnitt von der echten Verpackung, rechts der Ausschnitt von der gefälschten Verpackung. Das gefälschte W ist in der Mitte deutlich erkennbar, beim echten W laufen die beiden mittleren Teile oben spitz zusammen, bei der Fälschung läuft die linke Seite im oberen Drittel der rechten Seite rein, weiter befindet sich in der Mitte bei der Fälschung eine Serife, bei dem echten W nicht. Dies werden wir auch gleich weiter unten besser sehen.

Eine weitere ungewöhnliche Besonderheit ist die Versieglung der Rollen, hier im folgenden rechts eine echte Rolle, links die Fälschung mit dem selbstgestalteten roten Pfeil:



Auch die Rollenaufwicklung und Rollengröße ist anders wie der folgende Scan zeigt:



Die echte Rolle ist kleiner und hat keinen Pappkern, wie die linke Fälschung.

Zum Schluss für heute für die erste grobe Schnellanalyse noch ein weiterer Scan:



Dieser Scan zeigt den unteren Schriftzug - links die echte Marke - rechts die Fälschung. Hier sieht man deutlich, das unterschiedliche "W" von Wangerooge - siehe die zwei roten Markierungspfeile. Weiter sieht man, das rechts bei der Fälschung das weiß einen leichten Blauschleier hat.

Unter einen Mikroskop lassen sich weitere Details finden, beispielsweise die Konturenschärfe der Schriftzüge wie der Jahreszahl. Weitere Details zu dieser Fälschung Wangerooge folgen in einer der nächsten philatelie-Ausgaben.

Der selbe Ebay Kleinanzeigen-Account hatte auch noch eine weitere vermutliche Fälschung im Angebot das Folder 85 Cent Tierkinder mit dem Iltis und den jungen Wildschweinen. Auch hier dürfte die Fälschung durch eine UV-Lampe erkennnbar sein.

Soweit weitere Neuigkeiten aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 02.03.2019 10:59:55 Gelesen: 30330# 56 @  
@ Journalist [#55]

Hallo an alle,

bei obigen Posting hat sich an einer Stelle ein kleiner Fehler eingeschlichen - tatsächlich sieht man links die echte Versiegelung einer Rolle und rechts die falsche mit dem roten Pfeil.



Weiter habe ich nun in der Zwischenzeit mal die gefälschte Rolle geöffnet - eine Nummerierung der Rolle ist nicht vorhanden, bei der echten Rolle dagegen ist die erste Marke mit der Nr. 100 zu sehen - soweit diesbezüglich eine weitere Ergänzung.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 06.03.2019 16:46:59 Gelesen: 30122# 57 @  
Hallo an alle,

die neuesten Recherchen zu Fälschungen haben den Autor ins Bahnhofsviertel von Frankfurt, das für sein Rotlichtmilieu und seine Drogenszene bekannt ist, geführt. Aus diesem Bereich hat vor einigen Tagen ein ebay-Kleinanzeigenanbieter 144 Cent Marken (SWK - Motiv Beethovenhaus Bonn) zu günstigen Konditionen angeboten. Ein Ankaufsversuch des Autors scheiterte zwar, aber über einen Strohmann konnte er doch einige dieser angebotenen Marken zur Prüfung erhalten.

Gezeigt werden nun die entsprechenden Marken von vorne und hinten:



Diese Marke wurden ja am 16. Januar 2003 aufgrund einer Portoermäßigung des Großbriefes auf 144 Cent sowohl in naßklebender Form als 10er-Bogen als auch als Rolle herausgegeben.

Im Juni 2003 wurde das Motiv dann als selbstklebende Marke in Form eines sogenannten "Business-Bogen" (100 Stück) herausgegeben.

Dieser Business-Bogen oder ein Teil davon wurde nun als Vorlage für diese Fälschung benutzt und dürfte irgendwann in den Jahren 2003 bis 2005 gefälscht worden sein (denn ab 1. Januar 2006 betrug das neue Großbriefporto 1,45 Euro).

Das diese Fälschung nun jetzt erst auftaucht, führt zu der Vermutung, dass die Fälschung zwar vor circa 15 Jahren erfolgte, der Vertrieb aber aufgrund einer Verhaftung oder Strafe, die abzusitzen war, nicht mehr erfolgreich umgesetzt werden konnte. Nachdem nun vermutlich diese Strafe abgesessen ist und der Täter wieder in Freiheit weilt, versucht er oder Mittelsleute die über etliche Jahre im Versteck harrenden Briefmarkenfälschungen nun gewinnbringend an den Mann zu bringen.

Die Fälschung selbst ist relativ einfach - sie hat kein UV und keine Aufheller im Papier - es leuchtet also unter UV gar nicht. Wie der folgende Ausschnitt zeigt, ist die Zähnung mehr oder weniger stümperhaft sägezahnartig erfolgt.



Bekannt ist bisher von dem großen Business-Bogen nur der gezeigte Teil als Fälschung, ob dieser nur so in dieser Variante hergestellt wurde oder ob von der Fälschung auch weitere Teile des Bogens existieren, muß noch erforscht werden - wer kann hier eventuell weiterhelfen ?

Interessant wäre es auch, festzustellen, ob diese Fälschungen doch schon damals vor circa 15 Jahren genutzt wurden?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 13.03.2019 12:18:26 Gelesen: 29915# 58 @  
@ Journalist [#55]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag noch einige weitere Scans zur Unterscheidung echt - falsch der obigen Fälschung 70 Cent Wangerooge - zuerst in einer Fotomontage jeweils ein senkrechtes Pärchen aus beiden Rollen - links die echten Marken - rechts die falschen Marken:



Man sieht, das die echten Marken farblich etwas anders rüber kommen als die Fälschung. Auch der Abstand zwischen den Marken ist bei der Fälschung etwas kürzer.

Aber das einfachste Erkennungsmerkmal ist beim Schriftzug "Wangerooge" das falsche "W" im Vergleich zum echten wie die folgende Fotomontage gut zeigt:



Oben sieht man hier die echte Marke, unten die falsche Marke mit dem anderen W - dies ist mit blossem Auge leicht erkennbar - aber zusätzlich gilt unter UV - bei der falschen Marke, es leuchtet nur bläulich, da nur optische Aufheller im Papier vorhanden sind.

Soweit noch eine Ergänzung wie man diese Fälschung erkennen kann.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 27.03.2019 13:26:36 Gelesen: 29664# 59 @  
@ christel [#36]

Hallo an Christel und alle anderen,

in der April-Ausgabe der philatelie kann nun nach längeren Recherchen und teils harten Verhandlungen mit dem Ebaykleinanzeigenanbieter die von christel unter posting [#36] vermutete Fälschung bestätigt werden und sie wird in der aktuellen philatelie zusammen mit einer weiteren Fälschung aus der Blumenserie vorgestellt werden. Es ist zwar die Aprilausgabe, es ist aber kein Aprilscherz, es handelt sich um einen 36er Bogen:



Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch noch mal bei dem Ebaykleinanzeigenanbieter, dem diese Fälschung auch angedreht worden ist, der aber im Sinne der Aufklärung und Schutz vor anderen Opfern gut kooperiert hat, sodass letztendlich diese Fälschung ordentlich analysiert und vorgestellt werden kann.

Wie eine Detailaufnahme vom Schriftzug zeigt, ist die Druckqualität und Ausführung sehr unscharf:



Interessant ist allerdings, das diese Fälschungen unter UV mehr oder weniger genauso leuchten, wie die echten Marken



Wenn diese Marken nicht als ganzer Bogen angeboten werden, sondern maximal in Sechserblocks ohne Rand, so sind sie nur durch den unschärferen Druck und die schlechte Zähnung erkennbar.

Wer kann von dieser Fälschung Marken aus dem Bedarf zeigen ?

Übrigens soll es von der 400 Cent Fuchsie auch eine Fälschung geben, die unter UV gar nicht leuchtet, wer kann diese vorlegen ?

Soviel für heute Neues aus der Fälscherküche.

Natürlich suche ich auch weitere bisher nicht bekannte Fälschungen oder vermeintliche Fälschungen - bitte meldet Euch bei mir - als Journalist gewähre ich natürlich selbstverständlich Quellenschutz meiner Zuträger und Informanten im Sinne des Presserechtes.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 07.04.2019 14:19:30 Gelesen: 29413# 60 @  
@ Journalist [#57]

Hallo an alle,

noch mal ergänzend zu der Fälschung 144 SWK Beethovenhaus Bonn einige Infos - die Originalmarke selbstklebend wurde in einem sogenannten "Businessbogen" mit 100 Stück herausgegeben. Dieser Bogen besteht aus 5 Teilen, von vorne betrachtet dem oberen Deckblatt mit 4 Marken selbstklebend, sowie jeweils 4 weiteren Teilen mit jeweils 24 Marken (8 in der Breite, 3 in der Höhe):



und der untere Teil, da nicht alles auf dem Din A4-Scanner gepasst



Von der Rückseite her sieht dieser Bogen folgerndermaßen aus:



und die restlichen 3 Teile (da es sonst nicht auf einen A4-Scanner gepasst hätte):



Von diesem unteren Teil liegt nun vom vorletzten Teil die Fälschung vor:



Der Rest ist bisher unbekannt - entweder wurde er nicht gefälscht oder er müsste irgendwo noch existieren ?

Um die Sammler damals nicht allzu stark zu belasten, wurde der Bogen als solcher nicht komplett als katalogrelevant erfasst, sondern nur eine dieser Marken - er wurde auch nicht als Markenheftchen oder Folienblatt erfasst. Spezialsammler unterscheiden hier sogar noch 2 Varianten, Details dazu liegen mir aber nicht vor.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 09.04.2019 19:45:16 Gelesen: 29211# 61 @  
Hallo an alle,

im Internet gibt es nun unter dem folgenden Link eine Gesamtübersicht über alle bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung - zumindest die, die irgendwo schon mal literaturmäßig erwähnt wurden - oft fehlen aber noch weitere Details zur jeweiligen Marke. Gelistet sind hier derzeit 50 verschiedene Fälschungen:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html

Diese Übersicht ist nach Michel-Nummer sortiert - die neueste Fälschung ist oben, die älteste unten. Dazu nun auch ein Muster der Erfassung:



Während im linken Teil allgemeine Angaben über die Marke zu finden sind, ist in der Mitte zumindest ein kleiner Scan der betroffenen Marke zu sehen, da das Auge so doch leichter erkennen kann, um welche Marke es sich handelt, statt den links vorhandenen Text geistig zu analysieren. Rechts ist der Datenstand zu den entsprechenden möglichen Unterscheidungsmerkmalen erfasst. Dabei wird zum einen eine Angabe zur UV-Analyse auch farblich hinterlegt (hier in diesem Beispiel gibt es keine UV-Reaktion, daher ist hier ein grau hinterlegt). Die Angaben über das Verhalten bei Analyse mit Infrarot bezüglich des Sicherheitsaufdruckes (seltene Erden)befinden sich darunter - rechts davon gibt es eventuell weitere interessante Hinweise zur Marke und ganz rechts ob diese Marke noch als Fälschung zur Analyse benötigt wird - in diesem Fall bin ich auch leihweise an entsprechenden Objekten interessiert - schon jetzt danke für Infos dazu.

Aufgrund dieser Tabelle habe ich nun heute eine erste anonyme Spende zur Marke mit der Michelnummer 3349 Straßenbahn erhalten. Bei der ersten groben Schnellanalyse habe ich dabei festgestellt, das es sich um Fälschung 51 handelt - den im Unterschied zu der bisherigen Variante, die ohne UV war - hat diese nun UV, aber sie hat keine seltenen Erdenelemente.



(links die Fälschung rechts die echte Marke zum Vergleich)

Weitere erste grobe Merkmale:

> am deutlichsten ist die etwas fettere Jahreszahl 2017 zu erkennen.

> mit einer Lupe kann man weiter feststellen, das bei der Fälschung im Bereich der gelben "Farbbalken" links, unten und um die Wertangabe herum noch ein rotes Raster zu sehen ist, während die echte Marke nur aus einer gelben Farbe (Sonderfarbe ?) besteht.

Dies ist ansatzweise auch bei den folgenden 2 Scans aufgenommen mit 600 dpi erkennbar:



Links die Fälschung rechts die echte Marke - hier der Ausschnitt mit der Jahreszahl 2017



Links die Fälschung rechts die echte Marke - hier sieht man besonders im Bereich der Wertangabe, bei der Fälschung das rote Raster.

> Die Fälschung zeigt unter Infrarotlicht keine Reaktion auf die seltenen Erden, während bei der echten Marke diese ganzflächig vorhanden ist.

Sonst ist die Marke im Vergleich zum Original sehr gut gefälscht.

Bedanken möchte ich mich hier bei dem anonymen Spender - gesucht werden nun aber noch Informationen, in welcher Konfiguration (Bogen) diese Fälschung hergestellt wurde.

Vielleicht finden Sie ja so eine Marke im Bedarf - wer kann hier was zeigen ?

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 14.04.2019 09:54:31 Gelesen: 28968# 62 @  
@ Pete [#116]
@ Journalist [#61]

Hallo an alle,

ich habe ja nicht nur im letzten Beitrag dazu aufgerufen, mal in der aktuellen Post nach Fälschungen zum Schaden der Post zu suchen. Einfache Hilfsmittel dazu die UV-Lampe, die Übersicht über die Briefmarken, die als gefälscht bekannt sind und eine gute Lupe als Ergänzung.

Zwar haben die Fälschungen keine Millionenauflagen, man sucht daher schon ein bisschen die Stecknadel im Heuhaufen - aber wie das erste Beispiel von Pete [#116] belegt, kann man hier doch in der Kiloware / Bedarfspost Fälschungen finden, die die Post selbst nicht gefunden hat. Dazu nun auch ein aktuelles Beispiel, was ich dieser Tage erhalten habe:



Ein typischer Fund aus der Kiloware - der Stempel sieht zwar dürftig aus - er lässt sich aber doch dem Briefzentrum 74 (Heilbronn) zuordnen (aufgrund der sehr schwach erkennbaren Werbeteile "Sinsheim - Täglich für sie geöffnet". Leider lässt sich das Datum nicht so eindeutig zuordnen, die Stempelung muss aber nach dem 1.1.2015 erfolgt sein, denn davor betrug das Porto 60 Cent.

Dieses Beispiel soll dazu anregen, das die Suche nach Fälschungen bei der Kiloware doch zu Erfolgen führt verbunden mit der Bitte, einen erfolgreichen Fund hier vorzustellen :-) - also viel Spaß beim Suchen wünscht Euch

Jürgen
 
Journalist Am: 21.04.2019 17:10:39 Gelesen: 28742# 63 @  
@ Journalist [#59]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger Meldung möchte ich nun hier auch noch die zweite Marke aus der selben Quelle etwas ausführlicher vorstellen - es handelt sich hier um die Fälschung 260 Cent Madonnenlilie im 36er Bogen:



Wenn die zwei Marken direkt nebeneinander liegen - links die echte und rechts die falsche - sieht man sofort, den deutlichen Unterschied in der Bildschärfe und den Details, besonders gut ist dies beim Schriftzug "Madonnenlilie" erkennbar:



Links der unscharfe Druck der Fälschung, rechts die echte Schriftzug:



Zum Abschluß noch ein Bild unter UV:



Man sieht hier deutlich, das die Fälscher zumindest die UV nachgemacht haben, was bei vielen anderen Fälschungen nicht der Fall ist. Allerdings wurde hier keine Lackschicht mit UV benutzt.

Wer kann von dieser Fälschung echt gelaufene Belege oder Frankaturausschnitte zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 12.05.2019 09:12:30 Gelesen: 28256# 64 @  
@ Journalist [#27]
@ Journalist [#43]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beiträgen zur Fälschung Max Liebermann kann ich nun einen Briefausschnitt einer gelaufenen Fälschung zeigen, der von der Post nicht erkannt wurde:



Der Briefausschnitt stammt aus aktuellen Posteingang vom 25. Februar 2019 - wie man hier sehen kann, ist die Entwertung der Großbriefsortieranlagen scheinbar bisher nicht in der Lage Fälschungen zu erkennen.

Bei der Fälschung handelt es sich um die Variante A siehe auch folgender Link:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-mh-92-max-liebermann.html

Diese ist mit UV-Lampe erkennbar, aber noch besser mit dem Infrarotlaserpointer, der auf seltene Erden anspricht, sofern diese vorhanden sind. Dies war hier nicht der Fall, daher sieht man hier mit diesem Infrarotlaserpointer auch keine typische grünliche Reaktion.

Man kann diese Fälschung aber auch mit blosen Auge an den "weißen Tüchern" erkennen. Beim Original haben diese einen Grünstich bei der Fälschung A fehlt dieser Grünstich.

Dies zeigt, das man doch Fälschungen in der Kiloware oder aktuellen Tagespost finden kann - wer kann weitere echt gelaufene Fälschungen zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 12.05.2019 14:09:55 Gelesen: 28210# 65 @  
@ Journalist [#64]

Hallo Jürgen,

ist die Entwertung der Großbriefsortieranlagen scheinbar bisher nicht in der Lage Fälschungen zu erkennen.

Das würde ich etwas anders formulieren. Die Sortieranlage hat wohl die gelbe UV-Fluoreszenz und die grüne IR-Fluoreszenz der 20-Cent-Marke erkannt und die Entwertung eingeleitet. Eine Überprüfung der Portorichtigkeit erfolgte jedoch nicht, obwohl die Verteilung der IR-Fluoreszenz auf dem Papier diese ermöglichen könnte. Mischfrankaturen stellen somit ein Problem dar, das technisch lösbar wäre, praktisch aber wohl nicht umgesetzt wurde.

Viele Grüße
Ben.
 
Journalist Am: 15.05.2019 17:44:24 Gelesen: 28049# 66 @  
@ Journalist [#32]

Hallo an alle,

in obiger Meldung wurde ja bereits die erste Fälschung der Blumenmarke "Schwertlilie" (145 Cent) in Rollenform kurz vorgestellt. Weiter gab es bisher unbestätigte Aussagen, dass von diesem Motiv weitere Fälschungen vorliegen sollen.

Dies kann nun mit heutiger Meldung bestätigt werden. Vor kurzem wurden bei ebay 50 Kleinbogen des Motivs Schwertlilie als "gültige Frankaturware" angeboten und erfolgreich versteigert. Der Versand erfolgte aus Hannover. Nicht nur der Höchstbietende sondern auch die unterlegenen Bieter bekamen ein nachträgliches Angebot. Verkauft wurden so mindestens 1000 bis 5000 Marken, die allerdings gefälscht sind, wie die folgenden ersten Bilder und eine erste grobe Schnellanalyse ergeben hat. Gekauft haben dürften diese Marken hauptsächlich Online-Versandhändler bei ebay, die so ihre Portokosten weiter mit gültiger Frankaturware unter Postpreis aufpeppen wollen.



Gezeigt wird oben rechts ein gefälschter 6er Teil eines Kleinbogens sowie rechts unten daneben eine echte Marke im Vergleich.

Wie man leicht sieht, sind die Fälschungen etwas matter und nicht kräftig wie bei der echten Marke. Wie schon auch an anderer Stelle mehrmals erwähnt, ist hier besonders wieder der Schriftzug "Schwertlilie" unscharf gedruckt. Dies liegt daran, das bei der echten Marke keine Passerverschiebungen vorkommen, zum anderen aber auch an einer separaten sauberen Buchstabenumrandung, die bei der Fälschung fehlt.



Betrachtet man weiter die Zähnung, besonders von der Rückseite so ergeben sich weitere Unterschiede, diese scheint ohne eine Messung vorgenommen zu haben, etwas größer bezüglich der Löcher und wenn man mit einer 60-fach Lupe schaut, sogar leicht konisch nach innen und die Fälschungslöcher weißen eine bräunliche "Randfärbung" auf.



Bezüglich des Schriftzuges "Schwertlilie" gibt es allerdings auch Kleinbogen, die nicht ganz so schlecht aussehen, wie das erste Bild, wie der folgende Scan eines anderen gefälschten Kleinbogens zeigt:



Die Marken weißen oberflächlich eine schwache Fluoreszenz auf, es scheint sich hier um eine Oberflächenbeschichtung zu handeln.

Vergleicht man den weißen Bereich so stellt man weitere Unterschiede fest, bei den echten Marken zeigen sich die weißen Flächen eher glatt und matt während diese bei der Fälschung eher etwas glänzender sind und eine "rauhere" Oberfläche zeigen.

Betrachtet man die Marken mit einem Infrarotlaser mit 980 Nanometer, so sieht man bei der Fälschung keine Reaktion, bei der echten Marke sieht man besonders im Bereich der grünen Flächen eine grünliche Fluoreszenzreaktion.

Ob es von diesem Motiv noch andere Fälschungsvarianten gibt, steht derzeit noch nicht fest, der Autor will es aber auch nicht ausschließen.

Eine genauere Analyse und Vorstellung wird noch erfolgen - soweit für heute neues aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 19.05.2019 10:15:30 Gelesen: 27846# 67 @  
@ Journalist [#66]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger erster Meldung nun ergänzende Bilder mit einem USB-Mikroskop. Da ich hier noch am Üben bin, könnten die Bilder manchmal noch nicht so optimal sein, aber Übung macht den Meister. :-)

Zuerst noch einmal ein Vergleich des Schriftzuges "Schwertlilie"



Links beim Original sieht man die extrem saubere Abgrenzung des Schriftzuges, der durch eine separate Linie sauber abgegrenzt wird. Rechts die Fälschung ist zwar nicht ganz schwarz aufgenommen, aber man sieht deutlich die fehlende saubere separate Linie, die das Weiße vom Rest trennen soll.

Vergleicht man weiter die Wertangabe und den Schriftzug "Deutschland", so kann man hier unter dem Mikroskop weitere Details erkennen - speziell bei der 5 ist im rechten Teil der Farbauftrag nicht richtig satt, sondern das weiße "schimmert" etwas durch.



Betrachtet man weiter die Serifen, so sieht man das diese eher etwas "grobschlächtiger" sind, als die feinen Enden beim Original - siehe beispielsweise beim "s" von Deutschland.

Zum Schluß noch einmal ein Blick auf die Rückseite bzw. die Zähnungslöcher:



Beim Original links sind die Abstände zwischen den Löchern größer als bei der Fälschung. Weiter sind die Löcher bei der Fälschung etwas größer und man sieht hier sehr schön den braunen Rand als wie wenn die Löcher mit einem Laser von der Rückseite her reingebrannt wurden ? und so einen leicht konischen Eindruck mit angesenkter Kante hinterlassen - zumindest sieht es so für den Autor auf den ersten Blick aus.

Wer kann diese Marken auf Belegen oder aus der Kiloware zeigen ?

Soweit weitere Details zu dieser Fälschung aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 05.06.2019 18:02:51 Gelesen: 27467# 68 @  
@ Pepe [#38]
@ drmoeller_neuss [#39]
@ Ben 11 [#40]
@ Pepe [#41]
@ Ben 11 [#42]

Hallo an obige Autoren und an alle,

die in obigen Beitrag erstmals vorgestellte Postfälschung der Europamarke Gastronomie (Michel-Nr. 2457 - herausgegeben am 12. Mai 2005) liegt mir nun auch leihweise als postfrisches Original vor. Daher möchte ich ergänzend zu obigen Beiträgen einige weitere Fakten bringen. Dazu zuerst noch einmal beide Marken mit 600 dpi im Vergleich - oben die echte Marke, unten die Fälschung, die auch im 10er Bogen gefälscht wurde:



In der philatelie 348 vom Juni 2006 wurde diese Fälschung vom Autorengespann Wilhelm van Loo und Wolfgang Maassen vorgestellt. Dort wurde erwähnt, das die Fälschung nur schwierig über die sogenannte Differenzmethode erkannt werden könnte.

Aufgrund der neueren Forschung und der vorliegenden gefälschten postfrischen Marke, können nun aber weitere teils auch einfache Erkennungsmerkmale kurz erläutert werden.

Die UV-Reaktion bei 365 nm ist bei der Fälschung, viel schwächer als beim Original. Am leichtesten erkennbar ist die Fälschung aber mit einem Infrarotlaserpointer mit 980 nm. Während hier speziell im weißen Bereich und im Bereich der orangenen und violetten Farbe ein deutliches Infrarotsignal zu sehen ist, während im schwarzen Bereich dieses fast nicht sichtbar ist, ist bei der Fälschung hier im weißen Bereich überhaupt keine Reaktion zu sehen.

Nun hat aber nicht jeder so einen Infrarotlaserpointer. Es gibt aber auch weitere optische Merkmale, die unterschiedlich sind.

Die Jahreszahl 2005 ist bei der Fälschung etwas fetter (rechts) als beim Original (links):



Ein weiteres Merkmal ist der Schriftzug "Deutschland", dieser ist bei der Originalmarke etwas fetter als bei der Fälschung rechts:



Auch der Schriftzug Gastronomie wirkt bei der Fälschung rechts etwas schlanker und dünner als bei der echten Marke (links):



Soweit einige erste ergänzende Infos zu dieser Fälschung.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 20.08.2019 16:18:30 Gelesen: 26462# 69 @  
Hallo an alle,

bezüglich der Fälschungsmeldungen scheint derzeit alles etwas ruhiger. Dies liegt nach Ansicht des Autors daran, das die Fälscher zuerst einmal die groß angelegte und lange angekündigte Portoänderung abwarten wollten, bis fest stand welche Portostufen nun gelten und welche Motive erscheinen werden.

Da manche Fälschungen schon ein knappes halbes Jahr später auf dem Markt auftauchten, geht der Autor davon aus, das die ersten Fälschungen mit einer der gängigen neuen Portostufen 90 Cent, 95 Cent 155 Cent oder 270 Cent gegen Ende des Jahres auftauchen werden.

Sicherlich wird dabei auch wieder die Dauerserie Blumen dabei sein.

Von dieser Serie waren ja schon folgende Werte in vorherigen Beiträgen zumindest ansatzweise mal erwähnt:

a) 55 Cent Gartenrose

die im Beitrag

@ Journalist [#14]

hier erstmals kurz erwähnt wurde. Dort wurde mitgeteilt, das dies damals der letzte Artikel vom bekannten Autorenteam Wilhelm van Loo und Wolfgang Maassen in der philatelie 11/2009 vorgestellt.

Diese Marke liegt nun auch dem Autor zur Ansicht vor und kann demnächst auch hier ausführlicher gezeigt werden.

b) 60 Cent Kaiserkrone

Über diese wurde ja hier schon an verschiedenen Stellen ausführlich berichtet siehe beispielsweise unter folgenden Beitrag

@ Journalist [#22]

Dies war ja eine der zwei Fälschungen der Blumendauerserie der 3 Hattinger Brüder.

c) 62 Cent Pfingstrose

Diese Marke war bisher als Fälschung nicht bekannt, aber bezüglich der Erfahrungswerte des Marktes vermutet worden.

Diese Fälschung kann nun heute hier erstmals bestätigt werden.

Sie wird in den nächsten Tagen in ersten Bildern mal vorgestellt werden.

d) 70 Cent Schokoladenkossmee

Zwar wurde diese Marke hier bildlich noch nicht vorgestellt, über sie wurde aber hier schon öfters im Zusammenhang mit dem großen Betrugsprozess der 3 Hattinger Brüder berichtet siehe folgender Beitrag

@ Pete [#116]

Diese Marke war eine der großen Fälschungen mit Verpackung der 3 Hattinger Brüder.

e) 100 Cent Tränendes Herz


Über diese Marke wurde hier zumindest erstmals in einer Übersicht am Rande berichtet siehe folgender Beitrag

@ Journalist [#23]

Auch diese Marke liegt nun erstmals als Fälschung zur Ansicht vor und wird in nächster Zeit hier mal bildlich vorgestellt werden.

f) 145 Cent Schwertlilie

Von dieser Marke sind ja bisher mindestens zwei verschiedene Varianten als Fälschung bekannt und diese wurden hier auch schon mal kurz bildlich in folgenden Beiträgen vorgestellt siehe

Journalist [#32]

Bei dieser ersten Variante handelte es sich um eine naßklebende Rollenfälschung.

Bei der im folgenden Beitrag vorgestellten Marke

@ Journalist [#66]

wurde die Kleinbogenvariante vorgestellt.

g) 260 Cent Madonnenlilie:

Diese wurde ja wie hier an anderer Stelle schon erwähnt wurde, im 36er Bogen gefälscht siehe auch folgender Beitrag

@ Journalist [#63]

h) 400 Cent Fuchsie

Diese wurde nach bisherigen Erkenntnissen in zwei verschiedenen Varianten gefälscht, von denen eine als 36er Bogen hier ja schon mal früher im folgenden Beitrag bzw. kurz vorgestellt wurde.

@ Journalist [#59]

Von der zweiten Variante gibt es bisher nur entsprechende Meldungen, die derzeit noch weiter verifiziert werden müssen.

Soweit an dieser Stelle mal eine Übersicht über die bisher bekannt gewordenen Fälschungen der Blumendauerserie. Ob mit dieser Listung alle Varianten genannt sind, bezweifelt der Autor. Er vermutet aufgrund der Erfahrung, das hier vermutlich noch die eine oder andere zwar schon genannte Variante in anderer Aufmachung auch gefälscht und vertrieben genutzt worden sein dürfte.

Soweit für heute eine Zusammenstellung der Blumenfälschungen mit Datenstand von heute vom 20. August 2019. Wie weiter oben schon kurz erwähnt, werden in der nächsten Zeit hier nun die vorgelegten Fälschungen der Blumenserie 55 Cent, 62 Cent und 100 Cent bildlich vorgestellt werden.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 26.08.2019 12:43:30 Gelesen: 26278# 70 @  
@ Journalist [#69]

Hallo an alle,

bezugnehmend auf obige Zusammenfassung der bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post der Blumendauerserie erfolgt nun wie oben angekündigt einige erste Bilder und Infos zum Erkennen der Fälschung 55 Cent Gartenrose.

Vorgestellt wurde diese ja erstmals in einem Artikel von Wilhelm van Loo und Wolfgang Maassen.

Zuerst ein 600 dpi Scan mit links der selbstklebenden Variante, in der Mitte die selbstklebende Fälschung und rechts zum Vergleich auch die naßklebende Variante der Gartenrose:



Die Fälschung in der Mitte wurde zu Analysezwecken auf eine Folie aufgezogen. Sie weicht deutlich in der Zähnung von beiden echten Marken ab und ist eher ein Zwitter - eine sägezahnartige Stanzung. Weiter ist leicht erkennbar, das die Marke selbst dunkler ist und wie man auch leicht sieht, ist besonders der Schriftzug "Deutschland" sehr fett.

Vergleicht man diese Marken auch unter UV - so findet man auch hier leicht den Unterschied wie das folgende Foto zeigt:



Wie man ganz deutlich sieht, leuchtet die falsche Marke unter UV rosarot.

Wie weiter auch schon in anderen Beiträgen zu Fälschungen der Blumenserie festgestellt, klappte es hier auch nicht bei der sauberen Reproduktion des Schriftzugs:



Oben ist der Schriftzug "Gartenrose" von der selbstklebenden Marke, in der Mitte die Fälschung und unten der Schriftzug "Gartenrose" der naßklebenden Marke.

Bei der Fälschung ist der Schriftzug nicht sauber vom Bild durch eine separate dünne Linie abgetrennt, wie man leicht sieht.

Vergleicht man zum Schluß noch mal den Druck der Wertziffern und des Schriftzugs "Deutschland"



so sieht man besonders beim Schriftzug Deutschland, das dieser viel fetter als die Originale sind.

Soweit eine erste kurze Darstellung auch in Bildern an dieser Stelle.

Viele Grüße aus der Fälscherküche,

Jürgen
 
Journalist Am: 29.08.2019 10:40:53 Gelesen: 26186# 71 @  
@ Journalist [#69]

Hallo an alle,

wie im obigen Übersichtsbeitrag schon angekündigt, erfolgt nun die Vorstellung der Fälschung "100 Cent Tränendes Herz - selbstklebend" der Blumendauerserie.

Dazu erfolgt zuerst ein Bild mit 600 dpi von der Fälschung links und der echten Marke rechts. Die Fälschung ist hier zu besseren Analysezwecken auf einer transparenten Folie aufgezogen. Auch die echte Marke wurde zur besseren Darstellung der Ränder auf eine Silikonfolie aufgezogen.



Man sieht hier wieder leicht die typischen Fehler, unscharfe Schrift, wegen fehlender Randlinien - Details dazu folgen weiter unten und vor hier bezüglich der senkrechten Stanzung gewisse Abweichungen - näheres weiter unten.

Betrachtet man diese beiden Marken unter UV so sieht man, das die Fälscher hier keine besondere Sorgfalt haben walten lassen.



Die Fälschung links leuchtet nur bläulich d.h. sie hat nur optische Aufheller aber keine UV-Substanz.

Es folgt nun der angekündigte Vergleich des Schriftzuges "Tränendes Herz":



Oben befindet sich die echte Marke, man sieht hier wieder deutlich die separate trennende Linie des Schriftzuges zur weißen Fläche. Da diese bei der Fälschung fehlt, wirkt die Schrift unschärfer.

Auch der Vergleich der Wertziffer und des Schriftzugs "Deutschland" bietet weitere interessante Aufschlüsse:



Während beim Original die Wertangabe und der Schriftzug "Deutschland" flächig gedruckt ist, ist er bei der Fälschung gerastert gedruckt.

Auch bei der Stanzung wurde besonders bei der senkrechten Zähnung bezüglich der Fälschung nicht besonders sorgfältig gearbeitet, wie ein Vergleich zeigt:



Man kann hier leicht in der Mitte sehen, wo beide Marken dicht beieinander liegen, das die Stanzung ungleich ist- bei der echten Marke rechts ist ein "Stanzloch" mehr zu finden.

Ein weiteres Bild dazu zeigt die Ursache:



Oben sieht man die echte Marke unten die falsche - dort ist der waagrechte Teil länger, als bei der echten Marke.

Zu den Rasterunterschieden und anderen Details folgt gelegentlich noch ein ausführlicher Artikel in der philatelie.

Soweit für heute zu dieser Blumenfälschung,

viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Journalist Am: 31.08.2019 19:53:56 Gelesen: 26119# 72 @  
@ Journalist [#69]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger Zusammenfassung der bisher bekannten Fälschungen der Blumenserie nun noch die bisher nicht bekannte Fälschung 62 Cent Pfingstrose selbstklebend in einer ersten Kurzvorstellung hier:



Das Bild zeigt links eine echte Marke aus einem Folienblatt, das zur besseren Darstellung auf Silikonfolie umgebettet wurde. In der Mitte ist die Fälschung, die zur besseren Analyse auf einer transparenten Folie aufgezogen wurde, rechts ist eine echte selbstklebende Pfingstrose von der Rolle mit rückseitiger hier nicht zu sehender Nummer mit 600 dpi gescannt.

Bevor wir die Details näher betrachten, zuerst noch ein Foto unter UV:



Die Marken sind hier in der selben Reihenfolge aufgenommen, wie beim ersten Scan. Man sieht das diese Fälschung in der Mitte kein UV hat, sondern nur leicht bläulich wegen der optischen Aufheller im Papier leuchtet.

Nach bisher noch nicht bestätigten Gerüchten, soll es diese Fälschung aber auch mit UV geben - wer kann diese hier zeigen ?

Wie auch bei den anderen Blumenfälschungen fällt leicht die etwas unscharfe Schrift des Namenszugs "Pfingstrose" auf. Betrachten wir daher nun eine entsprechende Vergrößerung, aufgenommen mit einem USB-Mikroskop:



Wie auch schon bei den anderen Blumenfälschungen hat man die dünnen Trennungslinien, die die weiße Schrift vom restlichen Motiv trennen, nicht nachmachen können. Daher erscheint die Schrift natürlich unschärfer.

Weiter kann man an diesem Vergleichsfoto sehen, daß die Zähnung der Fälschung deutlich abgerundete Ecken im Gegensatz zur echten Marke hat.

Betrachten wir nun noch die Wertangabe und den Schriftzug "Deutschland" genauer:



Im Gegensatz zur 100 Cent Fälschung Tränendes Herz, ist der Wertaufdruck und die Schrift zwar nicht gerastert, aber man hat den Farbton nicht so exakt getroffen. Die Fälschung der Farbe ist eher dunkler und geht etwas leicht ins violett.

Auch hier sieht man weiter die abgerundeten Ecken der Zähnung bei der Fälschung.

Eventuell wurde diese Fälschung dann in einer zweiten Auflage noch mit UV versehen, denn laut mündlichen Angaben, soll die zweite Variante identisch zur ersten sein, da sie auch bezüglich der Stanzung die abgerundeten Ecken haben soll. Wenn dies so wäre, würden beide aus der selben Fälscherküche stammen.

Soweit für heute ergänzende Infos zu den Blumenfälschungen.

Aufgrund der bisherigen Fakten geht der Autor davon aus, das es nicht mehr lange dauern wird, bis auch eine der neuen gängigen Wertstufen der Blumenserie (80 Cent, 95 Cent, 155 Cent) als neue Fälschungen auftauchen werden.

Da die Fälscher in der Regel bei der Schrift nicht sehr sorgfältig sind, dürfte dies eine der einfachen Erkennungszeichen sein - wer kann hier demnächst was melden ?

Viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Journalist Am: 23.09.2019 11:55:29 Gelesen: 25704# 73 @  
Hallo an alle,

aus einer zuverlässigen Quelle habe ich von einem Frankaturwarehändler die Info, das die ersten 155 Cent Buschwindröschen nun als Fälschung selbstklebend vorliegen sollen. Sie sollen auf alle Fälle keine seltenen Erden haben. Es gibt auch unbestätigte Aussagen, das diese bläulich leuchten sollen - ich bitte daher auf diesem Wege um entsprechende Vorlagen zur genauen Beschreibung - danke

Viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Journalist Am: 26.09.2019 17:17:35 Gelesen: 25594# 74 @  
@ Journalist [#24]

Hallo an alle,

obige relativ simple Fälschung Blüte Odermennig wurde von der Post relativ schnell gefunden und der Täter ermittelt. Von den 20.000 in China hergestellten Marken konnte praktisch die gesamte Auflage entweder bei den Betrogenen oder noch beim Vertreiber sichergestellt werden und wurde natürlich vernichtet. Da der Vertreiber alle Betrogenen entschädigt hatte und der Post so auch kein Schaden entstanden ist, wurde er freigesprochen.

Die Wahrscheinlichkeit, diese Fälschung in der Bedarfspost nachträglich zu finden, dürfte relativ gering sein, da vermutlich nur wenige Exemplare unerkannt durchgerutscht sind.

Der obige 4-er "Block" stammte von einem der Betrogenem, der bei der Ablieferung an die Deutsche Post übersehen wurde. Dieser hatte nun im Rahmen eines Umzugs hinter dem Schreibtisch durch Zufall noch den folgenden 6-er "Bogen" gefunden, den er glücklicherweise nicht vernichtet sondern an mich weiter gereicht hat. Diesen möchte ich natürlich hier zeigen, da so ansatzweise die Herstellungs- bzw. Vertriebsform leichter gezeigt werden kann - Die Fälschungen wurden in größeren Bogen von jeweils circa 30 bis 50 Stück je Trägerbogen vertrieben.



Postfrische weitere Marken dieser Fälschung zu finden, dürfte daher auch sehr schwierig sein - denn wie in diesem Fall müsste ein weiterer Betrogener diese Fälschungen nicht vollständig an die Post zurück gegeben haben oder aus Versehen irgendwo noch verlegt haben.

Soweit noch eine Ergänzung zu obigen ersten Beitrag über diese Fälschung.

Viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 27.09.2019 08:47:53 Gelesen: 25529# 75 @  
@ Journalist [#74]

Da der Vertreiber alle Betrogenen entschädigt hatte und der Post so auch kein Schaden entstanden ist, wurde er freigesprochen.

Das kann ich so nicht nachvollziehen. In Deutschland ist auch der versuchte Betrug strafbar (siehe § 263 Absatz 2 StGB). Oder scheut die Post den Rechtsweg?
 
Journalist Am: 02.10.2019 20:05:09 Gelesen: 25344# 76 @  
@ drmoeller_neuss [#75]

Hallo,

Ja es mag zwar so sein, das auch der versuchte Betrug strafbar ist, der Täter wurde aber nach meinen Informationen vom zuständigen Richter diesbezüglich nicht verurteilt.

Man muss heute scheinbar halt schon einiges anstellen, um entsprechend verurteilt zu werden.

Viele Grüße Jürgen
 
piems Am: 18.10.2019 20:43:01 Gelesen: 25003# 77 @  
@ Journalist [#25]

Hallo Jürgen,

ich habe einen Brief mit der Fälschung der MiNr. 2350 (Fregatte aus Elfenbein) erhalten. Dass es sich um eine Fälschung handelt, hätte ich gar nicht bemerkt, weil sie keine offensichtlichen Fälschungsmerkmale aufweist. Allerdings wurde der Brief von der postinternen Security entdeckt und unter Deckumschlag an mich zugestellt. Ein Formular, in dem ich den Absender bekanntgeben soll, lag bei (der Umschlag trug keinen).

Ich habe den Umschlag für die Ermittlungen bereitgestellt, mit der Bitte um Rückgabe, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Vorher habe ich noch einen Scan der Marke angefertigt:



Viele Grüße
Clemens
 
Journalist Am: 18.10.2019 21:14:17 Gelesen: 24984# 78 @  
@ piems [#77]

Hallo Clemens,

welche der drei Fälschungsvarianten war es denn, hatte Sie UV ja oder nein oder leuchtete sie bläulich ?

Ohne Absender ist der Umschlag für weitere Ermittlungen nicht besonders hilfreich - die Wahrscheinlichkeit, das Du den Umschlag zurück erhältst, ist aus meiner Sicht auch sehr gering.

Viele Grüße Jürgen
 
Ben 11 Am: 19.10.2019 09:18:41 Gelesen: 24924# 79 @  
@ Journalist [#78]

Guten Morgen Jürgen,

anhand des eingestellten Bildes ist die Beurteilung der Marke recht schwierig. Druckmerkmale der Details und Rasterpunkte der Farben kommen nicht so genau rüber. Ich würde die Marke dennoch nach dem Typ 3 meiner Beschreibung klassifizieren. Hauptmerkmale zur Unterscheidung sind hier die "stehend wirkende" Hauptflagge des Schiffes und die seitliche Beschriftung. Es gibt in dieser Type einen Versatz zwischen der Jahreszahl "1620" und der Länderkennung "Deutschland", die im Bild recht gut zu erkennen ist.

Viele Grüße
Ben.
 
piems Am: 19.10.2019 11:42:51 Gelesen: 24892# 80 @  
@ Ben 11 [#79]

Hallo Ben,
hallo Jürgen,

die Fälschung reagiert nicht auf UV. Demnach wäre es die 1. Variante. Den Absender kannte ich, habe ihn auf dem Fragebogen angegeben und bin gespannt, ob ich in der Angelegenheit noch eine Nachricht von der Post bekomme.

Viele Grüße
Clemens
 
Journalist Am: 01.11.2019 22:42:06 Gelesen: 24508# 81 @  
@ Pete [#116]
@ Journalist [#22]

Hallo an alle,

anbei ein Teilausschnitt einer Postkarte aus Stuttgart mit einer Fälschung der 60 Cent Kaiserkrone, die von der Post sauber am 28.10.2019 gestempelt und nicht erkannt wurde



Scheinbar funktioniert die Erkennung von Fälschungen doch nicht so einfach, wie von der Post erhofft.

Viele Grüße Jürgen
 
nightdriver Am: 03.11.2019 07:53:24 Gelesen: 24361# 82 @  
@ Journalist [#76]

Ja es mag zwar so sein, das auch der versuchte Betrug strafbar ist, der Täter wurde aber nach meinen Informationen vom zuständigen Richter diesbezüglich nicht verurteilt.

Man muss heute scheinbar halt schon einiges anstellen, um entsprechend verurteilt zu werden.


In der (präzisen) Wortwahl dürfte hier der Schlüssel liegen. Nicht verurteilt heißt ja nicht freigesprochen. Namentlich kommt insbesondere die Einstellung nach § 153a StPO gegen Auflagen (bspw. Zahlung eines Geldbetrags an eine gemeinnützige Einrichtung) in Betracht. Wenn noch erhebliche anderweitige Straftaten begangen wurden ist die Einstellung nach § 154 StPO zweckmäßig, weil die zu erwartende Strafe neben der bereits rechtskräftig festgesetzten oder in einem anderen Verfahren zu erwartenden Strafe nicht erheblich ins Gewicht fällt.
Lediglich der guten Ordnung halber sei noch § 153 StPO erwähnt, der die Einstellung ohne Auflagen bei geringer Schuld ermöglicht.
 
Journalist Am: 25.01.2020 15:19:21 Gelesen: 22408# 83 @  
@ Journalist [#73]

Hallo an alle,

damals am 23.9.2019 hatte ich ja schon mal gepostet, das die 155 Cent Buschwindröschen in der selbstklebenden Variante als Fälschung vorliegen soll. Nun kann ich endlich dazu auch die ersten Bilder und eine erste Schnellanalyse nachreichen:



Links sieht man eine echte Marke - rechts die Fälschung - gefälscht wurden bisher Rollenmarken oder zumindest Streifen - den mir liegt ein 8er Streifen mit Nummern vor, bei dem natürlich die Nummern auch gefälscht sind:



Die linke Nr. 65 ist die echte - rechts - die Nr. 95 ist die Fälschung

Die Marken weisen keine UV auf - sie leuchten unter UV satt bläulich, sie besitzt keine seltenen Erden als zusätzliches Sicherheitselement

Unter einer 30 Fach-Lupe erkennt man im weißen Bereich ein leichtes gelbes Punktemuster.

Während bei der echten Marke beim Werteindruck wie üblich eine spezielle Sonderfarbe benutzt wird, zeigt die Fälschung hier eine leichte Rastermischung



Oben sieht man die echte Marke unten die Fälschung.

Typisch für alle Blumenfälschungen ist die mehr oder weniger mangelhafte unsaubere Gestaltung des Blumennamens:



Während bisher alle echten Blumenmarken um die Schrift eine ganz zarte Umrandung haben, bekommen dies die Fälscher nicht hin oder achten nicht auf diese Details und daher wirkt die Schrift natürlich eher unschärfer. Dies ist auch mit einer guten Lupe jederzeit zu sehen.

Ob die Fälschungen als komplette Rollen und wenn ja in welcher Variante angeboten werden und oder ob auch die Verpackung gefälscht wurde, ist derzeit noch nicht bekannt.

Sachdienliche Hinweise zu dieser Marke aber auch anderen Fälschungen werden selbstverständlich jederzeit streng vertraulich entgegen genommen - als Journalist wird Quellenschutz nach dem Pressegesetz gewährt - danke.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 26.01.2020 15:47:35 Gelesen: 22288# 84 @  
@ Journalist [#47]
@ Journalist [#53]

Hallo an alle,

in den obigen Beiträgen wurde ja schon über die Fälschung des MH Tierkinder mit den Motiven Wildschwein und Iltis (85 Cent Marken) berichtet. Damals konnte schon mitgeteilt werden, das diese Marken auch keine UV besitzen und bläulich leuchten, so wie das MH Elbphilharmonie, das aus der selben Quelle stammt (zumindest vom Vertrieb her).

Nun können hierzu auch erste Bilder von einer Schnellanalyse gezeigt werden.



Der obige Scan bzw. diese Bildmontage zeigt oben die echten Marken und unten die Fälschung.

Auch ohne ein USB-Mikroskop einzusetzen, sieht man leicht, das die Schrift und die Wertangabe etwas unscharf ist, besonders gut sichtbar ist dies bei der Landesbezeichnung "Deutschland und der Jahreszahl".

Dies liegt daran, das die Fälscher einfach die Motive scannen und daraus eine Druckvorlage erstellen. Das Scannen kann oft aber nicht die Feinheiten exakt wiedergeben bzw. die Auflösung beim Scannen war zu schwach. Dies führt dann dazu, das speziell die Details mit feinen Konturen unschärfer werden - besonders gut sichtbar ist dies in der Regel bei der Beschriftung der Marken.

Aber auch auf der Rückseite der Markenheftchen sind den Fälschern Fehler unterlaufen. Ein typischer Fehler ist dabei oft, das um die echten Marken, die dort gezeigt werden der Schattenrand mehr oder weniger mangelhaft ist oder sogar fehlt wie bei den Tierkindern - wie der folgende Vergleichsscan zeigt:



Oben ist der Ausschnitt eines echten MH zu sehen, hier existiert speziell rechts und unten ein Schatten, dieser fehlt bei der Fälschung unten. Es gibt natürlich auch weitere Unterschiede auf dieser Seite.

Soweit Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 28.01.2020 12:33:07 Gelesen: 22117# 85 @  
@ Journalist [#83]

Hallo an alle,

mit heutigen Datum wurde die Fälschungsübersicht, die unter folgenden Link zu finden ist:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html

umfangreich aktualisiert. Zum einen wurden nun die Infos zu der ja seit längerer Zeit bekannten neuesten Fälschung 155 Cent Buschwindröschen (Blumenserie - selbstklebend - Streifen oder Rollenfälschung) ergänzt, zum anderen konnten einige weitere alte und ältere Fälschungen erstmals gelistet werden, von denen im Laufe der letzten Monate entsprechende Informationen eingegangen sind. Es handelt sich dabei in absteigender Michelreihenfolge um folgende Marken(darunter ist jeweils zur besseren Veranschaulichung eine entsprechende Originalmarke abgebildet):

Mi-Nr. 3070 - 145 Cent - 175 Jahre deutsche Ferneisenbahn



Mi-Nr. 2305 - 100 Cent - Frauen - Maire Juchacz



Mi-Nr. 2297 - 144 Cent - Frauen - Esther von Kirchbach



Mi-Nr. 2249 - 153 Cent - 50 Jahre Bundesanstalt für Arbeit



und Mi-Nr. 2162 - 110 Pfg/ 56 Cent - 300. Jahrestag der Gründung des Königreichs Preußen



Damit sind nun mindestens 60 verschiedenen Fälschungen seit der Euroeinführung bekannt.

Wer kann von diesen Marken hier Fälschungen zeigen ?

Viel Spaß beim Suchen - soweit neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 29.01.2020 21:14:31 Gelesen: 21953# 86 @  
@ Journalist [#85]

Hallo an alle,

bei obiger Übersicht fehlt bisher noch die Marke "200 Jahre Dampfschiff "Die Weser"" (Michel-Nummer 3279), von der aber schon mal gerüchteweise unbestätigte Meldungen vorlagen.

Heute erhielt ich nun das Folienblatt 62, das sich tatsächlich als Ganzfälschung herausgestellt hat. Ob dies schon die zweite Fälschungsvariante dieser Marke ist oder ob es sich um diese hier nun in folgenden kurz vorgestellte Version handelt, ist derzeit nicht klar.

Zeigen wir nun zuerst das echte Folienblatt 62 von vorne und hinten:



Betrachten wir nun als erstes in einer ersten Kurzanalyse die Marke selbst im Vergleich:



Oben sehen Sie die echte Marke, unten die Fälschung. Außer dem ersten groben Eindruck, das die Farben leicht anders im direkten Vergleich wirken, sieht man hier aber speziell wieder bei der Beschriftung z.B. Jahreszahl, der Wertangabe, und den Schriftzügen Deutschland und "200 Jahre Dampfschiff "Die Weser"", das diese bei der Fälschung etwas unschärfer sind.

Dies liegt an den üblichen Fehlern der Fälscher, die echte Marke wird nicht besonders hochauflösend gescannt und dies führt zu entsprechenden Unschärfeeffekten besonders bei den Details und der scharfen Abgrenzung der Schrift vom Bildhintergrund.

Betrachtet man die Marke unter UV, so hat die Fälschung zwar auch einen UV-Effekt, aber etwas blasser als bei den echten Marken. Ein Test mit dem Infrarotlaserpointer zeigt, das die seltenen Erden (zusätzliches Sicherheitselement) bei der Fälschung nicht vorhanden ist.

Weiter zeigt sich speziell im weißen Randbereich ein unterschiedliches Glanzverhalten des Papiers und seiner Rauhigkeit, bei der echten Marke ist die Rauhigkeit relativ glatt, bei der Fälschung nicht.

Auch auf der Rückseite des Folienblatts gibt es weitere typische und deutliche Unterscheidungsmerkmale. Zwar wurden diesmal um die Marke der Schattenrand ähnlich gut übernommen, die Schrift "Dampfschiff "Die Weser"" und das Schiff sind aber bezüglich der Konturenschärfe bei der Fälschung nicht so scharf, wie beim echten Folienblatt.

Besonders auffällig ist die Rasterung um das Posthorn:



Oben sieht man den Ausschnitt vom echten Folienblatt, unten von der Fälschung, diese ist bezüglich der Linien bei der Fälschung eher sägezahnartig.

Weiter zeigen sich bei der Fälschung bei den schwarzen Flächen des Posthorns "Quetschränder". Diese sind auch schön im Bereich des EAN-Codes zu sehen, schauen Sie einfach mal die erste 4 genauer an und vergleichen Sie oben (echt) und unten (falsch):



Soweit eine erste grobe Analyse dieser Fälschung - wer kann hiervon gelaufene Belege vorlegen ? beziehungsweise Infos liefern, wo bzw. wie diese Fälschungen vertrieben werden.

Hinweise werden selbstverständlich vertraulich behandelt und als Journalist wird Quellenschutz garantiert - schon jetzt danke für ergänzende Meldungen.

Soweit Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 30.01.2020 09:59:01 Gelesen: 21880# 87 @  
@ Journalist [#31]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde ja die Sondermarke mit der Michelnummer 2765 - 260. Geburtstag von Friedrich von Schiller erwähnt. In den letzten Tagen habe ich hier ein Eckrandoberstück der Fälschung für mein Archiv erhalten. Ich kann daher hier nun diese Fälschung genauer vorstellen.

Gefälscht wurde diese Marke relativ gut in 10er Bogen, naßklebend. Dazu nun zuerst ein Vergleichsscan der echten Marke links und der Fälschung rechts:



Betrachtet man beide Marken unter UV, so ist die Fälschung allerdings leicht zu erkennen, den sie hat keine UV und auch keine optischen Aufheller im Papier (denn dann würde sie bläulich leuchten).

Da die Marke von der Farbgebung her keine großen Ansprüche an Fälscher stellt, ist die Fälschung vom Bild und der Schrift her sehr gut gelungen, auch die Zähnung ist ok.

Ein kleiner Fehler, der mit einer Lupe erkennbar ist, ist den Fälschern aber doch passiert. Bei der Jahreszahl 1793 in der Mitte der Marke hat sich bei der letzten Zahl 3 ein Fehler bezüglich der Serive eingeschlichen.



Während bei der echten Marke hier die 3 unten schräg nach unten ausläuft, ist diese 3 bei der Fälschung leicht nach oben gebogen und besitzt eine kleine Serive.

Wer kann von dieser Fälschung gestempelte oder echt gelaufene Marken zeigen ?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 01.02.2020 16:27:09 Gelesen: 21637# 88 @  
@ Journalist [#31]

Hallo an alle,

in obiger Aufstellung wurde ja auch die Mi-Nr. 3002 - 145 Cent Ischta-Tor (selbstklebend - Rolle) gelistet. Dazu können nun auch nach Vorlage von Vergleichsmaterial in einer ersten Schnellanalyse erste Details genannt werden. Dazu nun zuerst ein Vergleich der echten Marke links und der Fälschung rechts:



Die Fälschung ist nicht besonders hochwertig und es fallen verschiedene Dinge auf. Unter UV leuchtet die Fälschung bläulich (optische Aufheller vom Papier), sie besitzt also kein UV und natürlich keine seltenen Erden. Die Fälschung ist zwar als Rolle gefälscht, sie wurde aber nicht entgittert, wie das Bild weiter zeigt. Weiter ist der Druck nicht besonders detailgetreu, wie ein Ausschnitt der unteren rechten Ecke - oben echt, unten falsch gut zeigt:



Besonders auffallend mit blosen Auge ist aber, das der Schriftzug Deutschland bei der Fälschung in Schwarz, statt in dunkelblau zu sehen ist.



Zwar liegt mir derzeit noch keine Marke mit Nummer einer echten Marke vor, aber wenn man sich die Nummer der falschen Marke anschaut, sieht man leicht, das diese auch nicht den üblichen Aussehen entspricht:



Soweit eine erste schnelle grobe Analyse dieser Fälschung, wer kann echt gelaufene Exemplare zeigen ?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 03.02.2020 16:30:53 Gelesen: 21487# 89 @  
@ Journalist [#31]

Hallo an alle,

in obiger Aufstellung wurde ja auch die Mi-Nr. 3330 Design aus Deutschland "Glasgefäße" gelistet. Nun können dazu nach einer ersten Schnellanalyse auch erste ergänzende Bilder und weitere Infos gezeigt werden - links die echte Marke -recht die falsche Marke:



Die Marke wurde in 100er Rollen selbstklebend hergestellt. Die Fälschung wurde auch als Rolle selbstklebend mit gefälschter Nummer hergestellt.



Dabei wurden bei der Nummer schon einige Fehler gemacht, zum einen wurde diese um 180 Grad gedreht angebracht - siehe obiger Vergleich - links echte Nr. 100 - rechts falsche Nr. 45, zum weiteren wurden die falschen Nummern im gerasterten Offsetdruck aufgebracht wie ein weiterer Vergleich unter dem USB-Mikroskop zeigt:



Unter UV leuchtet die Fälschung deutlich bläulich, sie ist also so gut zu erkennen.

Vom Druckbild her und den Details sieht die Fälschung aber erst einmal sehr gut aus, wie auch ein Vergleichsausschnitt vom unteren Rand bei 600 dpi zeigt:



Allerdings lassen sich hier ansatzweise schon weitere Unterschiede erkennen, die Farben wirken "flächiger" und nicht so "gerastert". Betrachten wir daher als nächstes einmal die jeweils linke untere Ecke mit der Wertangabe unter einem USB-Mikroskop:



Während bei der echten Marke oben deutlich das Raster zu erkennen ist, wirkt bei der Fälschung doch alles flächiger und bei gleichen Lichtverhältnissen spiegelt bzw. reflektiert die Oberfläche der Fälschung doch deutlich im Vergleich zum matten Glanz der echten Marke.

Gehen wir daher mit dem USB-Mikroskop noch näher ran - dann sieht es so aus:



Während oben bei der echten Marke ein deutliches Raster zu sehen ist, kann man davon unten bei der Fälschung nichts erkennen - interessant ist hier aber, dass die gesamte Fläche mit gelben Farbpunkten versehen ist, die besonders im weißen Bereich auffallen.

Die eben beschriebenen Eigenschaften sind aber nicht nur in dieser Ecke zu sehen, wie ein weiterer Detailausschnitt diesmal vom Namen "Baumann" links oben deutlich zeigt:



Links ist wieder der Ausschnitt von der echten Marke, rechts der Ausschnitt von der Fälschung zu sehen.

Wer kann von dieser Fälschung gestempelte Marken zeigen ???

Übrigens, wie einige Versuche mit Fälschungen ergeben haben, die auf Papier geklebt wurden und versucht wurden, abzuweichen, dies ist so gut wie nicht möglich, denn die Fälscher benutzen natürlich nicht die Spezialgummierung der Deutschen Post sondern hier handelt es sich um ein Standardklebepapier, das entsprechend bedruckt wurde.

Zwar konnte ich nun in kurzer Zeit durch tolle Meldungen hier viel berichten, es gibt hier aber immer noch viel zu entdecken und von etlichen Marken fehlen hier noch Details.

Ich suche daher auch leihweise oder im Tausch gegen andere Fälschungen weiteres Vergleichsmaterial für mein Forschungsarchiv. Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt und als Journalist gewähre ich natürlich auch Quellenschutz nach dem Pressegesetz. Also nur Mut bei dem Verdacht von Fälschungen - schon jetzt danke für weitere Meldungen, damit diese auch veröffentlicht werden können.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 07.02.2020 15:55:54 Gelesen: 21256# 90 @  
@ Journalist [#85]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag wurde erstmals auch über die 100 Cent Frauen Mi-Nr 2305 berichtet, dass diese Marke, die am 16. Januar 2003 erschienen ist, auch als Fälschung existiert. Dank einer ergänzenden Meldung zu obigen Beitrag können hier nun erstmals auch weitere Details und Bilder vorgestellt werden.

Der folgende Kleinbogen:



ist falsch. Dazu nun weitere Details - dazu liegt allerdings nur eine einzelne lose postfrische Marke vor. Der Bildvergleich zeigt hier links die Fälschung und rechts das Original:



Wie man hier schon ansatzweise sehen kann, sind die Farben leicht anders. Während bei der Fälschung links es sich eher um ein blaugrün handelt ist das Original rechts schwarzblau. Diese Farbe enthält auch die "seltenen Erden", die bei der Fälschung natürlich nicht vorhanden sind. Die Fälschung leuchtet unter UV auch grüngelb, hier gibt es nur minimale Unterschiede.

Die echte Marke ist ja in Stichtiefdruck hergestellt, die Druckfarbe ist daher unter der Lupe etwas erhaben, dies ist bei der Fälschung nicht der Fall, hier ist die Druckfarbe flächig aufgetragen. Auch die rote Farbe wird bei der Fälschung links nicht so gut getroffen, wie bei der echten Marke (schwarzkarminlila).

Weitere Infos und Unterschiede liefert ein USB-Mikroskop.

Betrachten wir dazu nun zuerst die rechte obere Ecke mit dem Namen Marie Juchacz genauer:



Oben sieht man die echte Marke, unten den gleichen Ausschnitt aus der Fälschung. Außer dem schon erwähnten nicht exakt getroffenen Farbtönen fällt auch bei der Fälschung auf, das die Details bzw. feine Linienführung des Stichtiefdrucks bei der echten Marke oben unten bei der Fälschung natürlich nur ansatzweise wiedergegeben wurden.

Dies zeigt sich aber nicht nur hier sondern auch beispielsweise beim linken Auge in Großaufnahme unter dem USB-Mikroskop:



Besonders auffällig ist aber die linke untere Ecke mit der Wertangabe:



Hier haben die Fälscher den dunkelblauen Bereich deutlich weiter in den Kragen ausgedehnt, als bei Original. Dies ist sogar mit bloßen Auge gut zu sehen.



Soweit einige Erkenntnisse zu dieser Fälschung - wer kann mit diesen neuen Erkenntnissen nun echt gelaufene Belege und oder gestempelte Marken zeigen ??

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 12.02.2020 18:50:15 Gelesen: 21004# 91 @  
@ Journalist [#86]

Hallo an alle,

vor wenigen Tagen hatte ich ja erstmals über die Fälschung der 70 Centmarke 200 Jahre Dampfschiff "Die Weser" berichtet. Dazu liegen nun neue Erkenntnisse vor.

Die Fälscher scheinen hier ein etwas größeres Rad zu drehen. Sie verkaufen diese Folienblätter nicht einzeln, sondern eingeschweißt in einer Kunststofffolie im 50er Set also fünfzig Folienblätter mit je 10 gefälschten Marken zu einem angeblichen Postpreis von 350 Euro - wie der folgende Scan eine entsprechenden gefälschten Verpackung zeigt:



Dies war die Markenseite und die Deckblattseite des Folienblatts sieht so aus:



Wer kommt hier schon auf die Idee, das der Inhalt komplett gefälscht ist ? Allerdings haben die Fälscher doch einen Fehler gemacht, aktuelle Verpackungen dieser Art der Deutschen Post besitzen einen zusätzlichen Aufkleber auf der Folie auf der Deckblattseite, diese fehlt hier natürlich.

Laut weiteren Infos versuchen die Fälscher bzw. der Vertrieb dieser Fälschungen beispielsweise durch den persönlichen Besuch bei Briefmarkenfachgeschäften und anderen Läden im Großraum Aachen Bonn Osnabrück diese Verpackungen an den Mann zu bringen.

Hier wurde also nicht nur das Folienblatt gefälscht, es wurde auch die entsprechende Verpackung der nächstgrößeren Einheit gefälscht !

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
EdgarR Am: 12.02.2020 21:44:41 Gelesen: 20966# 92 @  
@ Journalist [#91]

Ist ja durchaus ein plausibles Vorgehen und ziemlich "ungefährlich" für Fälscher/Verkäufer wie auch Käufer/Verwender: In der Regel werden die 70-er Marken mit irgendeinem Ergänzungswert aufgestockt - 10 Cent für Standardbrief oder 15 Cent (plus 2 dieser 70iger) für Großbrief. Schon fluoresziert irgendwas auf den Sendungen "richtig" - und der Brief fällt fast nie auf.

Staunend Edgar
 
Journalist Am: 14.02.2020 11:29:50 Gelesen: 20812# 93 @  
@ EdgarR [#92]

Hallo Edgar,

ja das ist eine interessante Fragestellung ob die Detektionssysteme der Post bei Mischfrankaturen von echten und gefälschten Marken dies auch erkennen können ?

@ Journalist [#91]

Nun auch noch an alle,

vom Arbeitskreis Markenheftchen e.V. (akmh) wurde mir nun noch als Ergänzung zu obigen Beitrag ein entsprechender Scan eines Aufklebers zugeschickt, der bei einem 50er Pack Folienblätter in der Regel auf der Infoseite zum Markenheft angebracht ist



und den die Fälscher vergessen haben, nachzumachen und auch anzubringen.

Die Fälschung wird aber scheinbar nicht nur über "Hausbesuche" angeboten, auch bei ebay Kleinanzeigen und bei ebay sind dort derzeit oder waren dieser Tage entsprechende Angebote zu sehen oder wurden schon verkauft.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 18.02.2020 17:44:51 Gelesen: 20593# 94 @  
@ Journalist [#93]

Hallo an alle,

eine weitere Ergänzung zu obigen Fall, nachweisbar verkauft wurden bisher mindestens 3000 gefälschte Briefmarken (6 - 50er Packungen) und weitere 3000 gefälschte Briefmarken in 6 50-er Packs sind derzeit zusätzlich im Angebot erhältlich.

Ohne weitere schon verkaufte 50er Packungen, auf die teils nur indirekt geschlossen werden kann.

Die Vermutung, das hier schell ein größeres Rad gedreht werden soll, scheint sich zu bestätigen.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 18.02.2020 18:00:17 Gelesen: 20583# 95 @  
Mein Mitleid mit der Deutschen Post hält sich in Grenzen. Wenn man schon die Marken nicht fälschungssicher drucken kann (andere Postverwaltungen können das, zum Post Nord im Stichtiefdruck oder Nigeria mit einem Hologramm), warum sichert man dann die Verkaufspackungen nicht ab, z.B. mit einem Hologramm-Aufkleber, wie das viele Software-Hersteller machen?
 
EdgarR Am: 19.02.2020 10:55:32 Gelesen: 20465# 96 @  
@ drmoeller_neuss [#95]

Mein Mitleid mit der Deutschen Post hält sich in Grenzen.

Das meine ebenso. Aber die vorgeschlagene Abhilfe [immer schwieriger nachzumachende Briefmarken auszugeben] bleibt so lange wirkungslos so lange die DP AG alle Jahre wieder ihr Porto erhöht und dann laufend niedrige Ergänzungswerrte benötigt zum Auffrankieren: dann "sieht" die Sortier- und Aufstellmaschine im Briefzentrum [wer nicht weiß wie das geht - siehe "Sendung mit der Maus"!] nämlich eine "richtig" flouroszierende Marke auf dem Brief - da sie jedoch weder die Anzahl noch die Portowertigkeit der Marke[n] zur Kenntnis nimmt, ist für die Maschine damit der Fall in Ordnung.

Wen die Post dies vermeiden wollte dann müsste sie das US-amerikanische System übernehmen und "Forever"-Marken ausgeben: Marken die heute für 1 Standard-Inlandsporto gültig sind wären das dann auch noch in X Jahren, ungeachtet aller in der Zwischenzeit erfolgenden Preiserhöhungen. Keine Ergänzungswerte - kein Auffrankieren - nur eine Marke auf einem Brief und die kann dann [halbwegs...!] fälschungssicher gemacht werden.

Aber mal eine andere Frage in diesem Zusammenhang: Offensichtlich juckt eine Menge von ein paar zehntausend gefälschter Marken den Fast-beinahe-Monopolisten DP AG nicht wirklich. Bei einer Marken ausgebenden Privatpost (dort bewegen sich die Markenauflagen i. a. im Bereich von hunderten bis höchstens gut 10.000 Stück) wäre so ein reger Fälschungsbetrieb hingegen wohl existenzbedrohend?!
Gibt es denn in jenem Sektor überhaupt bekannt gewordene Fälschungen?

Phile Grüße EdgarR
 
Holzinger Am: 19.02.2020 11:23:34 Gelesen: 20450# 97 @  
@ EdgarR [#96]

Gibt es denn in jenem Sektor überhaupt bekannt gewordene Fälschungen?

Sehr gute Frage - hat da jemand Erkenntnisse?
 
Journalist Am: 19.02.2020 11:52:54 Gelesen: 20436# 98 @  
@ EdgarR [#96]
@ Holzinger [#97]

Hallo EdgarR und Holzinger und an alle die hier mitlesen,

das Fälschen von gültigen Postwertzeichen ist nicht nur aus Deutschland bekannt. Auch England hat damit große Probleme. Je kleiner das Land und je kleiner die überhaupt benötigten Frankaturmarken, je geringer ist die Wahrscheinlichkeit, das hier etwas gefälscht wird. Die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, ist relativ gering, aus meiner Sicht handelt es sich hier oft um organisierte "Geldwäsche", zwar nicht im extremen Stil aber, auch kleinere Summen rechnen sich.

Ja es gäbe verschiedene Alternativen, die Briefmarken fälschungssicherer zu machen, aber das würde je Marke teils einige Cent in der Herstellung zusätzlich kosten, und diese Kosten ist man scheinbar bei der Deutschen Post nicht bereit zu zahlen!

Man will hier am liebsten die "eierlegende Wollmilchsau", die noch weniger in der Herstellung kostet, als bisher, aber wesentlich sicherer ist. Eine eventuelle Option wären wie bei den Internetmarken oder den ATM aus den Bonn Kölner Raum zusätzliche "Fingerabdrücke" in Form eines Datamatrixcodes. Vielleicht ist diese Technologie, ja diese "eierlegende Wollmilchsau" ? - vorausgesetzt sie kann drucktechnisch und überwachungstechnisch zu vertretbaren Kosten hergestellt werden.

Bezüglich der Fälschungen von Privatpostmarken, hier soll es mal vor einigen Jahren speziell bei der Pin AG Berlin Probleme gegeben haben - hier kennen sich aber bestimmt markensammelnde Privatpostsammler besser aus als ich.

Soweit einige Ergänzungen von mir dazu - viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Holzinger Am: 19.02.2020 12:04:49 Gelesen: 20428# 99 @  
@ Journalist [#98]

Mir sind eigentlich nur diese Artikel - allerdings ohne Bild - bekannt. Es ging wohl damals um die "Frosch"-Marke.

https://www.welt.de/welt_print/wirtschaft/article4420671/Post-Konkurrent-Pin-kaempft-mit-gefaelschten-Briefmarken.html

https://www.fr.de/wirtschaft/faelscher-zocken-11535417.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/postdienstleister-briefmarkenfaelscher-machen-pin-zu-schaffen-a-645642.html

und einige andere aus dem Nachrichtenbereich. Aus philatelistischer Sicht/Kreisen ist mir allerdings konkretes nicht bekannt. Deshalb meine Frage.
 
Pete Am: 19.02.2020 22:55:23 Gelesen: 20302# 100 @  
@ EdgarR [#96]

Aber mal eine andere Frage in diesem Zusammenhang: Offensichtlich juckt eine Menge von ein paar zehntausend gefälschter Marken den Fast-beinahe-Monopolisten DP AG nicht wirklich. Bei einer Marken ausgebenden Privatpost (dort bewegen sich die Markenauflagen i. a. im Bereich von hunderten bis höchstens gut 10.000 Stück) wäre so ein reger Fälschungsbetrieb hingegen wohl existenzbedrohend?!
Gibt es denn in jenem Sektor überhaupt bekannt gewordene Fälschungen?


Ja, der Frosch von PIN ist als Fälschung (oder nicht genehmigter und vergleichsweise nachlässig ausgeführter Nachdruck seitens der Druckerei - daran scheiden sich die Geister) im Jahr 2009 aufgetaucht. Das Original erschien ab Mai 2007 in einer mittleren sechsstelligen Auflage. Daraufhin wurde seitens der damaligen PIN Mail AG aus Berlin zum 01.09.2009 frühere Ausgaben der PIN Group (ausgegeben vor dem 01.06.2008) im eigenen Zustellgebiet (Berlin) als zulässige Frankatur für ungültig erklärt. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2009 der hundertste postfrische (oder "PIN-frische"?) Zehnerbogen bei ebay verkauft wurde, habe ich aufgehört zu zählen. Derartige Stücke wurden auch noch Jahre danach bei ebay angeboten. Postfrisch ist diese Marke meiner Meinung nach recht häufig (auch oder vor allem (?) bedingt durch die ebay-Angebote), bedarfsgestempelt vor dem 01.09.2009 eher selten, wobei ab dem Bekanntwerden dieser Variante auch philatelistisch inspirierte Sendungen spätestens aus dem Monat August 2009 existieren. Mir liegt als Frühdatum eine Sendung (mutmaßlich Bedarf) aus dem Monat Mai 2009 vor. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, soll diese Variante anfangs über einige wenige Shops von PIN in Berlin in Umlauf gelangt sein.



Zehnerbogen dieser Fälschung (oder illegaler Nachdruck) ohne Bogennummer



überfrankierter Kompaktbrief (C6-Sendung bis 50 g) vom 27.05.2009 aus Berlin - verklebtes Porto zu 1,04 Euro, wobei 0,90 Euro korrekt gewesen wären - anscheinend waren keine anderen Marken passend vorhanden



C6-Sendung bis 20 g vom 15.07.2009 von DE1154 (PIN Mail AG in Berlin) an den Zustellpartner DE8214

Ich würde die Existenz von gefälschten Briefmarken bei Postmitbewerbern nicht zwingend als existenzbedrohend einstufen. Es sollte allerdings im Regelfall für reichlich Wirbel bzw. Aufregung sorgen. Die deutliche Mehrheit der Sendungen ist bei (fast?) allen Postmitbewerbern briefmarkenlos (d.h. Stempel und Aufkleber als Frankiermerkmal).

Gruß
Pete
 
Journalist Am: 20.02.2020 10:15:25 Gelesen: 20231# 101 @  
@ Journalist [#94]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag die neuesten Ergebnisse. Wie vermutet wurde die angebotene Menge von weiteren 2500 Stück schnell verkauft, da der vermutlich gewährte Preisnachlass bei den Käufern vermutlich dafür gesorgt hat, das Gehirn auszuschalten und nur die Dollarzeichen des schnellen Gewinns zu sehen.

Besagter Verkäufer hat so innerhalb von knapp 3 Wochen nachweislich mindestens 5000 Stück über ebay kleinanzeigen verkauft und nun natürlich seine Spuren gelöscht, da er keine neuen Angebote eingestellt hat und die zusätzlichen Alibiangebote auch gelöscht hat. Er ist so nun elektronisch nicht mehr sichtbar. Recherchen mit den vorhandenen Daten dürften ins Nirwanna führen, da es sich mit großer Wahrscheinlichkeit bei den Absenderangaben der Zusendungen um gefakte Adressen gehandelt hat - aber dies ist ja auf diesen Sektor so üblich.

Dies zeigt deutlich, wenn hier nicht sehr schnell recherchiert und von der Deutschen Post gehandelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit bei 100 Prozent, das der Betrüger nie zur Verantwortung gezogen werden dürfte. Die einzigen Dummen in diesen Spiel sind eventuell die vermeintlichen Absender-Fakeadressen (die vielleicht sogar echt sind), die dann aber gar nicht wissen, was für ein Spiel man mit ihnen getrieben hat. Weitere Dumme sind die Nutzer dieser gefälschten Marken, die teils mehr oder weniger ahnungslos nur aus Geiz ist Geilmentalitäten, günstig Briefmarken aus dubiosen Quellen unter Postpreis kaufen.

Es gibt aber natürlich auch seriöse Quellen, die Frankaturware unter Postpreis teils in großen Mengen anbieten und handeln - dieser Geschäftszweig der Philatelie existiert schon sehr lange.

Mal sehen, wann der nun untergetauchte Betrüger wo unter anderen Namen wieder auftaucht ?

Soviel für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 20.02.2020 11:39:20 Gelesen: 20207# 102 @  
@ Journalist [#101]

Es gibt aber natürlich auch seriöse Quellen, die Frankaturware unter Postpreis teils in großen Mengen anbieten und handeln - dieser Geschäftszweig der Philatelie existiert schon sehr lange.

Zumindest bei aktueller Frankaturware bezweifle ich die Seriösität solcher Quellen. Es mag natürlich verzweifelte Sammler geben, die immer "Zehnmal Bund postfrisch" gekauft haben und von heute auf morgen aufgeben.

Ich vermute eher Selbstständige, die den Finanzamt Briefmarkenquittungen vorlegen und Mailing-Aktionen verkaufen, und damit den Gewinn schmälern. Macht 45% Steuerrabatt, die Marken gehen mit 30% Abschlag heraus, bleiben immer noch 15% über.

Vermutlich ist es der Post egal, bzw. die Gegenaktionen kosten mehr als der eigentliche Schaden.

Die Bahn hat das Problem der gefälschten Fahrkarten mit Einführung des QR-Code in den Griff bekommen.
 
Briefmarkenburny62 Am: 21.02.2020 23:33:27 Gelesen: 19979# 103 @  
Es gibt aber natürlich auch seriöse Quellen, die Frankaturware unter Postpreis teils in großen Mengen anbieten und handeln - dieser Geschäftszweig der Philatelie existiert schon sehr lange.

Einer dieser Quellen sind Briefmarkensammlungen Bund, welche eher mau, aber den postfrischen Anteil ab der Eurozeit haben. Immer zu sehen bei Auktionen. Verkauft werden diese Sammlungen immer (mit Zuschlag 70-75% Postpreis), Alben und Rest der Sammlung für lau. :)

Gruß
Briefmarkenburny
 
Journalist Am: 25.02.2020 19:29:00 Gelesen: 19763# 104 @  
@ Journalist [#101]

Hallo an alle,

da besagte Quelle anscheinend doch noch einen größeren Vorrat hat, wurden in den letzten Tagen weitere circa 5.000 Stück angeboten und anscheinend auch verkauft, den die besagten verschiedenen Kleinanzeigen waren nach wenigen Stunden nicht mehr vorhanden, das Geschäft läuft also doch noch sehr gut und nun könnten locker circa 10.000 Stück in knapp 3 Wochen verkauft worden sein.

Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis aus aktuellen Briefmaterial auch solche mit Fälschungen auftauchen könnten, natürlich als Mischfrankatur. Achtet also auf die 70 Cent Dampfschiff "Die Weser".

Wer allerdings versucht, diese Fälschungen abzuweichen, dürfte wenig Erfolg haben, den diese Fälschungen sind in der Regel nicht oder nur sehr schwer abweichbar.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 14.03.2020 08:18:00 Gelesen: 19114# 105 @  
@ Journalist [#57]
@ Journalist [#60]

Hallo an alle,

bezüglich obiger Fälschung wird es in der nächsten Tagen auch einen ausführlichen Artikel in der philatlie geben - hier der passende Link zur Vorabveröffentlichung:

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/die-besonderheiten-des-business-bogens-beethoven-haus.html

Die Fälschungen sind nicht nur an der mangelhaften Zähnung gut zu erkennen:



Auch unter UV sind diese leicht erkennbar:



Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 09.04.2020 16:59:26 Gelesen: 18490# 106 @  
Hallo an alle,

wir haben zwar Corona-Zeiten, aber die Fälscher arbeiten trotzdem - mir liegen derzeit zu 3 verschiedenen neuen Fälschungen erste Infos vor - sobald ich hier die entsprechenden Originale habe, werde ich weitere Infos mitteilen.

Bei den Portostufen soll es sich um eine selbstklebende 80 Centmarke handeln, sowie zwei naßklebende Marken zu 155 Cent und 270 Cent.

Von letzteren beiden müsste ich, wenn alles klappt bis spätestens Ende nächster Woche sowohl die Originale als auch die zugehörigen Fälschungen zum Vergleich vorliegen haben.

Soweit erste inoffizielle Infos aus der Fälscherküche.

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 22.04.2020 19:20:00 Gelesen: 18029# 107 @  
@ Journalist [#106]

Hallo an alle,

im obigen Beitrag hatte ich ja schon angedeutet, das es neue Fälschungen gibt. Eine davon ist die 270 Cent naßklebend Fritz Bauer aus dem Jahr 2019 mit der Michelnummer 3502 herausgegeben am 2. November 2019. Es handelt sich dabei um eine naßklebende Briefmarke.

Erstmalig wurde dabei auch der EAN-Code mit gefälscht.

Zuerst einmal ein Bogenausschnitt der echten Marken (Oberteil) mit EAN-Code:



Vergleicht man nun die Marken unter UV 365 Nanometer so kann man keine Unterschiede erkennen, es fehlt hier auch die oft typische Lackierung, in der UV versteckt ist, trotzdem haben die gefälschten Marken fast identische UV-Eigenschaften, zumindest nach der ersten Schnellanalyse.

Eine Untersuchung mit einer 30-fach Lupe mit LED-Beleuchtung brachte so gut wie keine wesentlichen Unterschiede, die Fälschung wurde in sehr guter Qualität reproduziert.

Mit einer Phosporlampe kann man aber ansatzweise den ersten Unterschied erkennen:



Bei der echten Marke sind die seltenen Erden im Bereich des Körpers von Fritz Bauer ausgespart und nicht vorhanden - dies kann man ansatzweise mit einer Phosporlampe erkennen. Der auf diesem Foto scheinbar etwas grauere Bereich des Hintergrundes im Vergleich zum weißen Hintergrund im Bereich des EAN-Codes zeigt deutlich den Bereich in dem die seltenen Erden in einer Grundbeschichtung in einem farblosen Lack aufgetragen wurden.

Mit dem Infrarotlaserpointer werden diese Ergebnisse bestätigt.

Unter dem USB-Mikroskop kann man an vielen Stellen oft keine großen oder nur minimale Unterschiede feststellen wie die folgenden 3 Ausschnitte zeigen - links immer das Original - rechts die Fälschung:







Beim letzten Vergleich kann man zumindest unter der 1 von 1903 ansatzweise leichte Rasterunterschiede erkennen.

Soweit erste Infos zu dieser neuen Fälschung.

Bei der zweiten Fälschung aus der selben Quelle handelt es sich um eine vergleichbare sehr gute Fälschung mit ähnlichen Fehlern, die ansatzweise auch mit einer Phosporlampe erkennbar ist oder aber mit einen Infrarotlaserpointer eindeutig mangels Reaktion erkennbar ist.

Hier wurde erstmals eine Zuschlagsmarke gefälscht - weitere Details zu dieser Fälschung (die auch als solche vorliegt) folgen allerdings hier erst kurz vor der Veröffentlichung und Vorstellung dieser Fälschung in der nächsten philatelie in der Juniausgabe 2020. Sie müssen sich daher an dieser Stelle hier noch etwas gedulden - danke für ihr Verständnis.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 14.05.2020 17:29:49 Gelesen: 17291# 108 @  
@ Journalist [#107]

Hallo an alle,

die obige Fälschung hat eine sehr gute Qualität. Wie schon in der Schnellanalyse festgestellt, ist ein Unterschied unter UV-Licht 365 nm nicht erkennbar !

Wie oben auch schon erwähnt, kann man mit einer Phosporlampe (256 nm) ansatzweise sehen, wo die seltenen Erden versteckt sind. Diese wurden in einem ersten Druckschritt in einer farblosen Schicht im Druckraster 45 Grad aufgetragen wie folgender Scan zeigt:



Eine ausführliche Darstellung dieser Fälschung, die seit Ende März angeboten wird, ist in einigen Tagen in der Juniausgabe der philatelie zu finden.

Dort wird außerdem die aus gleicher Quelle stammende sehr gute Fälschung einer Zuschlagsmarke (Jugendmarke) vorgestellt werden.

Die Fälscher wussten hier sehr gut Bescheid und haben eine sehr gute Arbeit geleistet. Die Druckraster sind bei der Zuschlagsmarke sogar identisch zum Original sowohl bezüglich der Rasterwinkel als auch bezüglich der Punktgröße. Soweit einige erste weitere Infos vorab - viele Grüße aus der Fälscherküche

Jürgen
 
Journalist Am: 16.05.2020 08:17:48 Gelesen: 17157# 109 @  
@ Journalist [#106]
@ Journalist [#107]
@ Journalist [#108]

Hallo an alle,

die zwei obigen genannten Fälschungen 270 Cent Fritz Bauer und die 155 Cent + 55 Cent Zuschlagsmarke müssen spätestens Anfang März gedruckt worden sein, denn erste Versuche, diese Fälschungen zu verkaufen, konnten nun schon vom 27. März 2020 nachgewiesen werden. Der bisherige Schwerpunkt der Angebote dieser Fälschungen kommt aus dem Großraum Hamburg. Gedruckt wurden diese gefälschten Marken scheinbar in größerer Auflage.

Bei der gefälschten Zuschlagsmarke handelt es sich um die Michel-Nr. 3487 aus der Jugendmarkenserie - der dortige Höchstwert 155 Cent + 55 Cent mit dem Motiv "Mopsfledermaus".

Hier schon mal dazu ein Scan der echten Marken (Bogenoberteil mit EAN Code):



Ausführliche Details zu beiden Fälschungen können Sie in einigen Tagen in der Juniausgabe der philatelie lesen. Wie üblich, wird aber hier auch schon vorher ein Link angekündigt, in dem sie diesen Artikel als Vorabveröffentlichung im Internet lesen können. Diese Freischaltung wird circa Mitte nächster Woche erfolgen.

Soweit weitere Infos aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 21.05.2020 15:46:45 Gelesen: 16923# 110 @  
@ Journalist [#86]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag hatte ich ja schon mal erste Details der Fälschung Dampfschiff "Die Weser" vorgestellt. In der nächsten philatelie wird diese Fälschung ausführlich im Vergleich zum Original vorgestellt. Unter dem folgenden Link finden Sie schon jetzt die Vorabveröffentlichung dieses Artikels[1].

Da Links ohne Bilder doch sehr trocken sind noch zwei weitere Bilder als Vergleich zu dieser Fälschung hier:



Der Teilausschnitt der Jahreszahl 2016 - links die echte Marke mit der flächig gedruckten Jahreszahl, rechts die Fälschung und noch ein weiterer Teilausschnitt:



Links die echte Marke mit dem flächigen Druck der Wertangabe 70 und rechts die Fälschung.

Am Wochenende wird dann noch der zweite Artikel als Vorabveröffentlichung freigeschaltet werden, in dem über die Fledermausfälschung berichtet wird.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-folienblatt-62-die-weser.html
 
Journalist Am: 24.05.2020 08:33:35 Gelesen: 16687# 111 @  
@ Journalist [#110]

Hallo an alle,

wie oben schon angekündigt wurde gerade eben auch der zweite Artikel über Fälschungen mit dem Titel "Erste Fälschung einer Zuschlagsmarke" als Vorabveröffentlichung aus der philatelie (Juni-Ausgabe 2020) im Internet freigeschaltet [1].

Daraus auch noch hier einige ergänzende erste Bilder, zuerst von der Mopsfledermaus:



Es handelt sich hier um einen Vergleich der echten Marken oben und der Fälschung unten unter UV-Licht mit 256 Nanometer (Phosphorlampe). Oben sieht man deutlich, das die Seltenen Erden (das zusätzliche zweite Sicherheitselement für Briefmarken) als Sicherheitsaufdruck nur im inneren Bereich der Marke mit Ausnahme eines circa 2 mm breiten Randes im Bereich der Zähnung als erster Druckgang in einer farblosen Schicht gedruckt wurde.

Zusätzlich noch abschließend zur Mopsfledermaus ein Ausschnitt der Gesichtszüge der Fledermaus:



Links das Original und rechts die Fälschung mit wesentlich ausführlicher Detailierung der Gesichtszüge ohne die typischen Rosetten. Diese Fälschung hat die beste Qualität, die der Autor bisher gesehen hat. Die Druckraster und Abstände der Druckpunkte und die Druckwinkel sind bei der Fälschung identisch !!!

Auch bei der zweiten Marke aus der selben Quelle findet man im Druck selbst nur minimale Unterschiede:



Diese Abbildung zeigt einen Bildausschnitt der Krawatte im unteren Teil - links die echte Marke - rechts die Fälschung. Der Hauptunterschied bei dieser zweiten Fälschung ist aber auch wieder nur der fehlende Sicherheitsdruck mit den Seltenen Erden.

Gedruckt wurden diese Fälschungen im Offsetdruck, solche Maschinen haben einen Durchsatz von 4 Meter pro Sekunde, hier wurden also nicht gerade wenige Marken als Fälschung hergestellt.

Erkennbar sind diese Fälschungen für einen Sammler in der Regel nur mit einer Phosphorlampe, da unter UV mit 365 Nanometer keine Unterschiede zwischen der Fälschung und dem Original existieren. Mal sehen, was aus dieser Quelle noch alles an Fälschungen auftauchen könnte ?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/erste-faelschung-einer-zuschlagsmarke.html
 
Journalist Am: 28.05.2020 11:35:45 Gelesen: 16514# 112 @  
@ Journalist [#111]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger Meldung noch der Hinweis das auch die entsprechende Übersichtstabelle mit bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" aktualisiert wurde [1].

Mit dem heutigen Datenstand sind somit mindestens 67 verschiedene Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung bekannt - vermutlich gibt es aber noch die eine oder andere Fälschung die dem Autor bisher noch nicht gemeldet wurde und daher dürften es realistisch schon über 70 Fälschungen seit 2002 geben.

Daher hier nochmals der Aufruf an alle, melden Sie bitte zum einen in der obigen Übersicht noch nicht gemeldete Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung oder senden Sie leihweise diese zur Ansicht und Prüfung zu - schon jetzt danke an alle Informanten. Die eingehenden Informationen werden nach dem deutschen Presserecht selbstverständlich quellenrechtlich anonym behandelt.

Auch anonyme Zusendungen mit gefälschten Marken sind willkommen.

Weiter werden auch noch dort zwar gelistete teils etwas ältere Fälschungen gesucht, die aber im Original noch nicht zur Prüfung vorgelegen haben. Auch hier bittet der Autor um weitere Zusendungen - es ist auch im begrenzten Umfang ein Tausch Fälschung gegen Fälschung vorstellbar, um die Forschungssammlung weiter ausbauen zu können.

Schon jetzt vielen Dank an die bisherigen Informanten und Tipgeber - machen Sie weiter so, damit diese Fälschungen hier vorgestellt werden können.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html
 
Journalist Am: 07.06.2020 18:35:22 Gelesen: 16158# 113 @  
@ Journalist [#111]

Hallo an alle,

die gefälschte Mopsfledermaus ist auch für die Motivarbeitsgemeinschaft Zoologie e.V. interessant und sie hat mit Erlaubnis des Autors diesen Teil des Artikels auf ihrer interessanten Webseite unter "News" eingestellt [1] - dazu hier erst einmal eine Bildschirmkopie der entsprechenden Seite zur Info und dann der passende Link für Zoologiesammler



Soweit noch eine interessante Ergänzung zu dieser Fälschung.

Viele Grüße Jürgen

[1] https://www.arge-zoologie.de/index.php/saeugetiere/264-hoehere-saeugetiere-eutheria/fledertiere-chiroptera/glattnasen-vespertilionidae/241-die-gefaelschte-mopsfledermaus
 
Journalist Am: 06.08.2020 19:51:55 Gelesen: 15014# 114 @  
Hallo an alle,

am 8. Juli 2020 ging in Saarbrücken vor dem dortigen Amtsgericht nach zwei Jahren und drei Sitzungen ein Betrugsprozeß um Briefmarkenfälschungen zu Ende. Die erste Verhandlung fand am 3. Dezember 2018 statt, die zweite nach einer Coronaverschiebung erst vor kurzem am 22. Juli 2020 und die letzte mit dem Urteilsspruch dann am 8. Juli 2020. Der Autor war extra an diesem Tag vor Ort und hatte auch die vorherigen Sitzungen beobachten lassen bzw. selbst beobachtet.

Dazu ist nur derzeit ein neuer Artikel für die Septemberausgabe der philatelie in Vorbereitung mit dem Titel "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

In diesem Artikel geht es nicht nur um den dortigen behandelten Fall, es zeigt auch sehr gut die Schwachstellen des derzeitigen Vorgehens durch die Post und die Gerichte gegen die Fälscher auf.

Die Leser dieser Rubrik werden die Vorabveröffentlichung, die in circa 10 Tagen erfolgen wird, schon hier als erste erfahren.

Benutzt wurde Original Vordruckpapier mit dem Motiv Post Tower Bonn und Brandenburger Tor, obwohl laut dem Verpackungsmaterial, dieses ja ordentlich dokumentiert werden sollte, wie folgender Scan zeigt:



Soweit neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 17.08.2020 18:42:23 Gelesen: 15016# 115 @  
Marke Marienplatz München (naßklebend) - 2 Auflagen ?

Hallo an alle,

ich habe hier zwei verschiedene naßklebende 10er Bogen der Marke aus der Serie U-Bahnstationen "Marienplatz München" 95 Cent vorliegen, die sich an verschiedenen Stellen im Druckraster unterscheiden.

Die einfachste Erkennung ist dabei die blaue Linie der U-Bahn selbst - in einem Fall hat sie ein leichtes weißes Raster - im anderen Fall hat Sie kein Raster !

Auch die anderen Farben haben unterschiedliche Rasterwinkel.

Fotos dazu folgen noch wenn alles klappt, vor einer Reise.

Wer kann diese Beobachtungen hier bestätigen, das ihm hier von dieser Marke entsprechende Exemplare mit obigen genannten Unterschieden vorliegen - schon jetzt danke für ihre Meldungen.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 18.08.2020 09:54:47 Gelesen: 14926# 116 @  
@ Journalist [#115]

Hallo an alle,

hier nun noch einige erste Bilder als Ergänzung zu gestriger Meldung. Zuerst einmal ein kompletter 10er Bogen mit 300 dpi gescannt - bezogen von der Versandstelle Weiden vor einigen Tagen - er hat im Bereich der blauen Farbe ein leichtes Raster:



Nun dazu ergänzend ein Bildausschnitt einer unteren linken Ecke im Vergleich:



Links sieht man die Marke aus obigen 10er Bogen - rechts die Marke aus anderer Quelle ohne Raster im Bereich des blauen Bandes - weiter ist hier auch gut erkennbar, das das rote Raster einen anderen Winkel hat, als bei der rechten Marke.

Ergänzend dazu ein weiterer Bildausschnitt von anderer Stelle der rechten oberen Marke aus dem Zehnerbogen vom rechten Bogenrand:



Links sieht man wieder die Marke aus obigen 10er Bogen von der VS-Lieferung - rechts im Vergleich dazu die Marke aus der anderen Quelle - erkennbar ist hier sehr gut, das rechts die blaue Linie kein Raster hat und im Bereich der gelben Farbe, das das rote Raster einen anderen Winkel hat als bei der linken Marke.

Wer kann hier von der rechen Marke (kein Raster im blau) echt gelaufene Exemplare melden ?

Wer kann hier von der rechten Marke (kein Raster in blau) postfrische Exemplare melden ?

Schon jetzt danke für entsprechende Antworten.

Gab es überhaupt in der letzten Zeit bekannte Fälle, bei denen eine naßklebende ondermarke in zwei Auflagen gedruckt wurde ? - und wenn ja welche waren das ?

Viele Grüße Jürgen
 
Vernian Am: 18.08.2020 10:44:13 Gelesen: 14908# 117 @  
Hallo,

wenn nicht die unterschiedlichen Rasterwinkel wären hätte ich erst mal nur vermutet es handelt sich um Farbsättigungsunterschiede.

Trotzdem stellt sich mir die Frage ob es sich zwingend um zwei Auflagen handeln muß, oder ob möglicherweise die eine Auflage nur auf zwei Maschinen gedruckt wurde, die sich aber (unerkannt) eben in dem Druckresultat etwas unterscheiden? Oder da ja heute alles digital gesteuert ist, der Druck wurde zwar auf einer Maschine, aber nicht in einem Durchgang durchgeführt, bspw. weil irgendein Problem auftrat. Bis zur Fortsetzung des Drucks erfolgte ein (automatisches?) Update der Software, welches Auswirkungen auf die Bildumsetzung in den Druck hatte, weshalb dann die Rasterausrichtung / Rasterpunktdichte / Farbintensität o.a.m. anders erfolgte als zuvor. Also das Ganze zwar im Grunde wie zwei Auflagen, nur unerkannt weil in ein und demselben Druckauftrag ausgeführt.

Reine Hypothese, aber denkbar, oder?

Best

Vernian
 
Journalist Am: 19.08.2020 09:38:41 Gelesen: 14801# 118 @  
@ Vernian [#117]

Hallo Vernian,

dazu werde ich auf alle Fälle auch noch demnächst einen Experten befragen. Aber bisher galt in der Regel immer, andere Raster - neue Druckauflage und dies müsste dann entsprechend auch katalogisiert werden - wie beispielsweise bei der Blumenmarke 62 Cent Pfingstrose selbstklebend - siehe Rollenmarkenkatalog:



Sollte diese rechte Marke mit dem anderen Raster und der blauen Linie ohne Raster allerdings nicht gestempelt im Bedarf groß gefunden werden oder auch postfrisch an verschiedenen Orten in Deutschland gefunden werden, wäre die Sachlage etwas anders.

In diesem Fall besteht dann der begründete Verdacht, das es sich um eine neue Fälschung zum Schaden der Post handeln würde ?

Diese wäre allerdings dann in sehr guter Qualität, da die rechte Marke mit der blauen Linie ohne Rasterung die selben Sicherheitsmerkmale wie die linke echte Marke aufweist - also sowohl UV stimmt fast identisch als auch das zweite Sicherheitselement "die seltenen Erden" wurde an den richtigen Stellen gedruckt.

In diesem Falle würde es sehr spannend werden, denn wenn diese Quelle weiter produziert, dann geht alles !

Daher hier noch einmal der Aufruf, diese Marke zu untersuchen, ob von der rechten Variante einiges gefunden wird oder nicht ? - denn die bisherige rechte Marke (bei der unter anderem die blaue Linie ohne Raster ist) stammt bisher nicht nachweisbar von einem Postschalterverkauf sondern aus einer anderen Quelle, die ich derzeit noch nicht weiter erläutern möchte.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 20.08.2020 11:30:52 Gelesen: 14711# 119 @  
Hallo an alle,

gesucht werden immer noch erste sachdienliche Hinweise über die naßklebende Marke Marienplatz mit den folgenden Eigenschaften:



blaue Linie ohne Raster und anderes Raster rot



Wer kann von dieser Marke gestempelte Exemplare zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 20.08.2020 17:02:37 Gelesen: 14595# 120 @  
@ Journalist [#114]

Hallo an alle,

vorhin wurde der oben angekündigte neue Artikel als Vorabveröffentlichung auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" in der Hauptrubrik "Automatenmarken (ATM)" freigeschaltet [1].

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/automatenmarken-atm/aufdruckfaelschungen-bei-atm-ein-aktueller-postbetrugskrimi.html
 
Journalist Am: 24.08.2020 20:01:46 Gelesen: 14606# 121 @  
Hallo an alle,

ist die Marke so selten, da noch niemand etwas gemeldet hat?

Viele grüße Jürgen
 
Vernian Am: 24.08.2020 23:09:05 Gelesen: 14565# 122 @  
@ Journalist [#121]

Die Zahl der Neuheitensammler Deutschland ist halt weiter rückläufig (ich besorge mir auch schon seit bald 20 Jahren nur noch was mir gefällt oder was durch Tausch und Postverkehr reinkommt), da gibt es vielleicht nicht mehr so viele, die die Marke (schon) haben (ich auch nicht) - und dann ist ja Urlaubszeit (viele sind verreist um C-19 als Souvenir mitzubringen).

Best

V.
 
Journalist Am: 29.08.2020 17:23:22 Gelesen: 14432# 123 @  
Hallo an alle,

ich möchte mit diesem Beitrag doch noch einmal dieses Thema etwas aus der Versenkung holen, in der Hoffnung dass nicht nur vernian sondern auch jemand anderes vielleicht doch einen Hinweis zu dem Thema geben kann -

viele grüße Jürgen
 
Winni451 Am: 29.08.2020 19:35:25 Gelesen: 14394# 124 @  
Schade, dass niemand weiterhelfen kann, auch ich nicht. Mein sehr geringer Bestand zeigt nur die "Normalform" (blaue Linie geraster).

Grüße
Winfried
 
drmoeller_neuss Am: 29.08.2020 20:17:23 Gelesen: 14365# 125 @  
Ich habe auch meinen Umschlag mit den Neuheiten von der Versandstelle getestet.

Ergebnis: Nur die gerasterte Normalform. Daher habe ich hier nicht gleich geantwortet.
 
funnystamp Am: 29.08.2020 22:01:12 Gelesen: 14335# 126 @  
Habe aus verschiedenen Verkaufsstellen Marken vorliegen, alle nur die gerasterte Normalform.

Grüße Hermann
 
Journalist Am: 30.08.2020 14:24:07 Gelesen: 14265# 127 @  
@ funnystamp [#126]

Hallo Hermann und die anderen, die hier doch etwas gemeldet haben - danke.

Diese infos helfen weiter, denn es verdichtet sich der Verdacht, das es sich doch um eine sehr gute Fälschung handeln könnte. Dazu müssen nun aber erst einige weitere Analysen durchgeführt werden, die etwas Zeit und Aufwand erfordern.

Soweit für heute neues aus der Forscherküche, Jürgen

[Beiträge [#115] bis [#127] redaktionell verschoben / Wunsch von Journalist]
 
Journalist Am: 03.09.2020 13:12:40 Gelesen: 14122# 128 @  
@ Journalist [#115]

Hallo an alle,

in den obigen Beitrag vom 17.8.2020 hatte ich ja erstmals über die naßklebende 95 Cent Marienplatz berichtet. Damals galt noch der Unschuldsbeweis und eher die zumindest ansatzweise theoretische Möglichkeit, das es sich um eine zweite Druckauflage der Deutschen Post bei einer anderen Druckerei handeln könnte.

Dies ist aber nun nicht der Fall - das bedeutet eindeutig, das es sich hier um eine professionelle neue Fälschung handelt.

Diese wird dieser Tage teils in Kontigenten von bis zu 100.000 Stück verschiedenen Frankaturwarehändlern im Ankauf angeboten. Die ersten Angebote dieser Fälschung wurden mir allerdings bereits schon Anfang / Mitte Juli gemeldet. Da aber die Prüfung der "Seltenen Erden" ok war, hatte ich diesen ersten Warnhinweis leider nicht weiter sorgfältig betrachtet.

Bei dieser Fälschung wurden erstmals die "seltenen Erden" genauso gedruckt bzw. eingesetzt wie bei der echten Marke !!!

Es gibt aber glücklicherweise doch einige andere Unterschiede, um diese zu unterscheiden siehe auch

@ Journalist [#116]

Bei der Fälschung hat die blaue Linie kein Raster - bei der echten Marke gibt es aber eins ! - dies ist das einfachste Kriterium.



Links die echte rechts die falsche Marke.

Derzeit laufen verschiedene Detailuntersuchungen zur Drucktechnik und zur Art der Fälschung der "Seltenen Erden". Wenn hier entsprechende weitere Ergebnisse vorliegen, wird hier darüber natürlich berichtet werden - außerdem ist natürlich ein entsprechender Artikel in der philatelie in Vorbereitung.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 04.09.2020 09:18:01 Gelesen: 14048# 129 @  
Hallo an alle,

bezüglich der Erkennbarkeit der gefälschten Marken im Postbetrieb liegt nun auch ein Scan vor der testweise abgeschickt wurde:



Wie man dem Ausschnitt entnehmen kann, wurde die Sendung am 20.8. anstandslos gestempelt und unerkannt zum Empfänger befördert. Ob es nun nur in diesem BZ Probleme mit der Erkennung der Fälschung gibt oder auch in anderen oder sogar generell, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschließend sagen.

Interessant ist übrigens auch wie diese Großmengen angeboten werden, nicht ordentlich geblistert sondern in großen Stapeln in Klarsichthüllen. Wer hier nicht schon stutzig wird, hat verloren.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 04.09.2020 09:28:40 Gelesen: 14043# 130 @  
@ Journalist [#129]

Ob es nun nur in diesem BZ Probleme mit der Erkennung der Fälschung gibt oder auch in anderen oder sogar generell, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschließend sagen.

Bist Du Dir sicher, dass die Post die Fälschung wirklich nicht erkannt hat? Möglicherweise ist Dein Poststück bereits intern registriert und photographiert worden, und man wartet nur noch auf weitere Beweisstücke.

Es ist unklug, beim ersten Auftreten bereits zuzuschlagen, um damit die Mittelsmänner zu warnen.
 
Journalist Am: 07.09.2020 09:13:29 Gelesen: 13938# 131 @  
@ drmoeller_neuss [#130]

Hallo,

ja ich bin mir hier sicher, dass das Poststück nicht registriert wurde, denn wie man auch bei der Briefankündigung sehen kann, sind die gespeicherten Sendungsbilder nicht gerade von hoher Qualität. Außerdem zählen vor Gericht ja nur tatsächlich vorgelegte bzw. dokumentierte Briefe - siehe auch der Artikel in der philatelie "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

Ben_11 hat übrigens mal ausgerechnet, wie viel Papier bzw. welche Zeit man benötigt um diese 100.000 gefälschten Marken zu drucken. Ohne Rüstzeit der Maschinen würde man bei einer Rollenoffsetdruckmaschine etwa 4000 Meter Papier benötigen - bei einer Bogenoffsetdruckmaschine wäre es identisch nur das es halt eine entsprechende Anzahl von Papierbögen wäre. Die Zeit zum Druck beträgt nur knapp 20 Minuten, also kein großer Arbeitsaufwand für eine professionelle Druckerei oder für ein nettes Nebengeschäft eventuell unterbezahlter Drucker in einem ärmeren Land im Osten.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 07.09.2020 11:48:44 Gelesen: 13908# 132 @  
@ Journalist [#131]

ja ich bin mir hier sicher, dass das Poststück nicht registriert wurde, denn wie man auch bei der Briefankündigung sehen kann, sind die gespeicherten Sendungsbilder nicht gerade von hoher Qualität. Außerdem zählen vor Gericht ja nur tatsächlich vorgelegte bzw. dokumentierte Briefe - siehe auch der Artikel in der philatelie "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

Die gleichen Untersuchungen und hoch aufgelösten Scans, die Du gemacht und hier gezeigt hast, kann auch die Deutsche Post machen. Wenn das unter Zeugen passiert und vernünftig dokumentiert wird, ist das auch gerichtsfest, selbst wenn das "Corpus delicti" nicht mehr vorhanden ist.

Wenn ein einzelner Brief mit einer Fälschung von der Post angezeigt wird, wird man dem Absender nichts vorwerfen können. Der Absender wird behaupten, die gefälschte Marke mit ein paar anderen auf einem Tauschtag gutgläubig erworben zu haben. Eine Hausdurchsuchung wird man bei dieser "Bagatelle" auch nicht erwirken können und an die Hintermänner kommt man gar nicht heran. Bei tausenden von Briefen sieht es schon anders aus. Deswegen ist es für die Deutsche Post besser zu warten und unauffällig Beweise zu sammeln. (die Stasi hat genauso gearbeitet, und peinlichst darauf geachtet, an den beanstandeten Poststücken keine Spuren zu hinterlassen und Verzögerungen bei der Zustellung zu vermeiden).

Ben_11 hat übrigens mal ausgerechnet, wie viel Papier bzw. welche Zeit man benötigt um diese 100.000 gefälschten Marken zu drucken. Ohne Rüstzeit der Maschinen würde man bei einer Rollenoffsetdruckmaschine etwa 4000 Meter Papier benötigen - bei einer Bogenoffsetdruckmaschine wäre es identisch nur das es halt eine entsprechende Anzahl von Papierbögen wäre. Die Zeit zum Druck beträgt nur knapp 20 Minuten, also kein großer Arbeitsaufwand für eine professionelle Druckerei oder für ein nettes Nebengeschäft eventuell unterbezahlter Drucker in einem ärmeren Land im Osten.

Das Problem liegt nicht im Druckverfahren. Inzwischen bekommt jede Hinterhofdruckerei den Offsetdruck in der gleichen Qualität wie die Bundesdruckerei hin. Das Problem liegt doch eher auf der Beschaffungsseite. Wo kann ich Postwertzeichenpapier mit der gleichen Gummierung und Zähnungsmaschinen mit der gleichen Zähnung wie für die Post beschaffen? Ich vermute auch, dass irgendeine "offizielle" Wertzeichendruckerei an diesem Krimi beteiligt ist.

Im übrigen sind in den letzten beiden Jahrzehnten einige Wertzeichendruckereien liquidiert worden. Halbfertige Druckprodukte aus der Konkursmasse überschwemmen den Markt als seltene "Abarten" und werden zum Teil sogar zur Frankatur verwendet, siehe Tansania. Auch hier wäre ein Missbrauch denkbar.

Ist das Fälschen von Briefmarken nur ein Problem der Deutschen Post? Zumindest in den Niederlanden gab es ähnliche Probleme, weswegen alle Guldenmarken vor knapp zehn Jahren als ungültig erklärt wurden. Auch in Italien wurde fleissig gefälscht, und die betroffenen Dauermarken ausser Kurs gesetzt. In Irland hat es den 1-Pfund-Wert aus der Dauerserie Architektur getroffen (Nr. 502). Die Fälschung wurde aber meistens zur Zahlung von Rundfunkgebühren verwendet und seltener auf Briefen.
 
Journalist Am: 10.09.2020 10:27:33 Gelesen: 13781# 133 @  
Hallo an alle,

die Fälschungen sind vor allem ein Problem der großen Länder, wo auch viele Briefmarken benötigt werden - also Deutschland, Großbritannien und einigen anderen Ländern. Hier scheint aber jedes Land seine eigene Strategie oder Nicht-Strategie zu verfolgen, aber darüber habe ich leider nicht sehr viele Erkenntnisse.

Interessant ist allerdings, das die Franzosen, seit einiger Zeit bei ihren Sicherheitsbalken auch die "Seltenen Erden" benutzen, aber in einer anderen Zusammensetzung. Dazu wurden erste Analysen vorgenommen. Wenn diese abgeschlossen sind, soll darüber berichtet werden. Leider haben sich einige dieser geplanten Analysen coronabedingt verzögert. Seit wann die Franzosen dieses zusätzliche Sicherheitselement nutzen, ist bisher nicht bekannt. Erkennbar ist dies allerdings derzeit nur einfach mit einen IR-Laserpointer, soweit dazu.

Mit heutigen Datum wurde außerdem die Gesamtübersicht der bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung aktualisiert. Aufgenommen wurde zum einen obige genannte Mi-Nr. 3538 Marienplatz und ein ältere Fälschung, die in der letzten Zeit gemeldet wurde (70 Cent selbstklebend Penauts - Snoopy) Mi-Nr. 3371 - der passende Link dazu ist am Ende dieses Beitrags zu finden.

Damit sind hier nun 69 bekannte Fälschungen seit 2002 gelistet.


Soweit für heute neues aus der Fälscherküche

Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html
 
Journalist Am: 26.09.2020 14:14:05 Gelesen: 13230# 134 @  
@ Journalist [#128]

Hallo an alle,

wenn man sowohl ein Original als auch eine Fälschung hat, kann man unter UV-Licht auch einen weiteren Unterschied deutlich feststellen:



Die echten Marken haben eine doppelt so intensive UV-Reaktion, wie die Fälschung, die scheinbar nur in einem dünnen Dispersionslack vor dem Druck aufgetragen wurde.

Soweit eine weitere Ergänzung zu dieser Fälschung.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 27.10.2020 13:52:25 Gelesen: 12216# 135 @  
@ Journalist [#134]

Hallo an alle,

vorhin wurde zu obiger Fälschung als Vorabveröffentlichung der in einigen Tagen in der philatelie 521 - Novemberausgabe erscheinende Artikel "Professionelle Fälschung: Marienplatz" freigeschaltet - siehe auch der Link am Ende dieses Beitrags. Eine Spektralanalyse des zusätzlichen Sicherheitselements "Seltene Erden" kam zum Ergebnis, das die Deutsche Post vermutlich diese Fälschung maschinell nicht erkennen kann.

Allerdings lässt sich diese Fälschung aufgrund einiger deutlicher Rasterfehler doch deutlich am besten an der blauen Linie erkennen:



links sieht man die echte Marke, bei der die blaue Linie gerastert ist, rechts die Fälschung ohne Rasterung.

Der Autor vermutet weiter, das aus dieser Quelle mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Fälschungen auftauchen werden, da die Fälscher scheinbar über das entsprechende Wissen und die Ausstattung verfügen, neue Briefmarken schon knapp 3 Monate nach Erscheinen in einer Auflage von mindestens 100.000 Stück schnell mal so herstellen zu können.

Bitte melden Sie daher ihnen merkwürdig erscheinende Marken - auch anonyme Zusendungen von gefälschten Marken zur Analyse sind willkommen, den jede Info auf diesem Sektor hilft, das Puzzle schnell zu lösen.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/professionelle-faelschung-marienplatz.html
 
Journalist Am: 28.12.2020 08:06:38 Gelesen: 9349# 136 @  
@ Journalist [#135]

Hallo an alle,

nicht nur bei Corona rollt scheinbar die 2. Welle. Nachdem die Fälscher in der ersten Welle versucht haben im Direktvertrieb ohne große Spuren zu hinterlassen, ihre Ware an den Mann zu bringen, scheint nun die 2. Welle bei ebay begonnen zu haben.

Innerhalb weniger Tage wurden von einem Anbieter während Weihnachten mindestens 7200 naßklebende Marienplatz als Frankaturware von einem Verkäufer aus einer Millionenstadt aus Norddeutschland verkauft und der Verkauf läuft weiter.

Da nur Vorkasse gilt und da keine Reklamation (Rückgabe) vorgesehen ist, dürfte der Käufer in diesem Fall nach der Lieferung und der Prüfung mit einer Lupe, ob es sich hier tatsächlich um die Fälschung handelt (blaue Linie ohne Raster) keine Chance mehr haben, sein Geld zurück zu bekommen.

Angeboten werden diese nach einen ersten Lockvogelangebot a 100 Stück nun per 1000 Stück auf einen Schlag.

Die erste Rund des Verkaufs war scheinbar nicht so erfolgreich, wie gewünscht und nun dürfte so versucht werden die Ware unter das Volk zu bringen.

viele Grüße Jürgen
 
philapit Am: 28.12.2020 09:56:48 Gelesen: 9332# 137 @  
Hallo Journalist,

ich hatte Ende September in Görlitz folgendes Erlebnis auf dem Polenmarkt auf polnischem Gebiet. Nachdem ich mir dort neue Steckalben für billiges Geld 3.00 für 16 seitiges Album verschweißt angeschaut hatte wurde ich von einem älteren Mann angesprochen ob ich Interesse an Briefmarken hätte. Mir wurde dann eine 1000-er Rolle 1,55 € Blumen für 500.00€ angeboten.

Als ich darauf antwortete das es sich wohl um Fälschungen handelt, wurde das nicht einmal verleugnet. Als ich weiterging wurde mir noch hinterhergerufen 400.00. Ich möchte noch erwähnen das der ältere Herr, sehr gepflegt wirkte und akzentfrei deutsch sprach. Es wurden auch an 2 Ständen Alben mit deutschen Bund Marken -DM Werte in Massen xx und als Blickfang und zum Kauf animierend € Marken in größeren Mengen mit beigelegt.

Was muß der Post wohl für ein Schaden entstehen?

Es war jede Menge Polizei auf diesem Markt unterwegs! An alle ehrlichen Sammler nur der Rat - Vorsicht !

Jede Menge Spitzenwerte zu Preisen die schwindlig machen. Sicher alles Fälschungen.

Erfolgreiches 2021 und bleibt gesund
philapit
 
Journalist Am: 16.02.2021 15:55:06 Gelesen: 7199# 138 @  
@ Journalist [#136]

Hallo an alle,

der obige Verkäufer wurde Anfang Januar von Ebay gelöscht, weshalb verrät Ebay natürlich nicht. Ob sich nun Käufer beschwert haben, nachdem Sie vermutlich festgestellt haben, das es sich um gute Fälschungen gehandelt hat, werden wir nicht erfahren. Insgesamt scheint Verkäufer zumindest laut den sichtbaren Dingen, mindestens verschiedene Auktionen mit einer Gesamtsumme von circa 12000 bis 15000 Marken verkauft zu haben. Was davon ausgeliefert wurde, ist leider nicht bekannt.

Nun aber noch zu einer neuen zwar relativ primitiven Fälschung, aber Fälschung bleibt Fälschung. Bei ebay Kleinanzeigen bietet zur Zeit ein Anbieter naßklebende Briefmarken an - Preis VB.

Wenn man sich hier die vorliegenden Bilder des Anbieters genau anschaut, sollte man schon vorsichtig werden, den die Zähnung der nicht ganz so deutlich fotographierten Häufchen sehen doch sehr gewagt und amateuerhaft aus.

Dieser Anbieter hat alle gängigen vier verschiedenen Inlandsportostufen im Angebot 60 Cent, 80 Cent, 155 Cent und 270 Cent. Ich möchte nun hier heute als erstes die 270 Cent zeigen. Es handelt sich hier um die Marke mit dem Motiv Ernst Barlach:



Das Bild sagt ja schon sehr viel, lustig ist die Zähnung, die wohl an eine selbstklebende Marke erinnern soll. Mit der Größe der Marken hat es der Fälscher auch nicht so genau genommen. Teilweise ist die Landesbezeichnung Deutschland nur unvollständig zu erkennen und die Jahreszahl 2020 ist nur bei einer von den 3 abgebildeten Marken lesbar. Auch die Positionierung der Zähnung ist nicht besonders präzise, dies erkennt man beispielsweise an der Wertangabe und den Abständen dieser Zähnung dazu.

Viele Opfer wird der Verkäufer vermutlich nicht finden, man kann dies eher als "Laienfälschung" betrachten, aber trotz dieser laienhaften Arbeit wurden hier gültige Briefmarken nachgemacht.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 17.03.2021 10:33:27 Gelesen: 5818# 139 @  
@ Journalist [#138]

Hallo an alle,

der obige Anbieter bei ebay-Kleinanzeigen ist zwar verschwunden, aber ich möchte hier der Vollständigkeit halber auch noch die zweite der vier von ihm gefälschten Marken zeigen:

Zuerst einmal das Original Beethoven selbstklebend:



Dazu im Vergleich seine Werke:



Dabei ist die unterste Fälschung eine Rarität. :-)

Wer findet hier den Fehler des Fälschers ?

Viel Spaß beim Suchen.

Überraschend wird dieser Tage von einem ebay-Verkäufer vor allem 62 Cent selbstklebend Blumen ohne Gummi ohne Stempel angeboten, die Marken scheinen mal im Wasserbad gelegen zu haben, ob hier die Stempel chemisch entfernt wurden, ist nicht erkennbar, dazu brächte man die Originale.

Überraschend ist aber, das diese nicht alltäglichen Portostufen zu 60 Cent und 62 Cent erst jetzt nach doch so langer Zeit auftauchen.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche viele Grüße

Jürgen
 
EdgarR Am: 06.04.2021 13:02:01 Gelesen: 4731# 140 @  
Wenn ich hier so lese

mit welchem Aufwand und mit welcher Rafinesse die Fälscher zu Werke gehen um hunderte- bis tausenderweise Euros auf Kosten der DP AG abzuzocken und mit welchem technischen Aufwand und welchen raffinierten Erfindungen umgekehrt die DP AG bemüht ist das Nachmachen von Postwertzeichen zu erschweren und/oder gefälschte Briefmarken im Postgang zu erkennen und herauszufischen ...

dann wundere ich mich umso mehr, dass ein Inlandsbrief < 20 Gramm - also derzeit Porto 0,80 € - dieser Tage auf so schlicht-primitive Art wie hier:



mit einer seit langem ungültigen DM-Zeit-Marke zu 110 Pfennigen (also so ca. 0,56 €) völlig unbeanstandet und unbeachtet befördert werden kann?

Angeblich ist doch die Farbtönung der Floureszenz der "neuen" €-Nominalen gegenüber der alten DM-Nominalen extra verändert worden? Und weder das seltsame unpassende Porto noch die Tesastreifen, die die Marke oben und unten halten haben Mensch noch Maschine zum Stutzen gebracht?

Kopfschüttelnd EdgarR
 
achim11-76 Am: 06.04.2021 13:11:56 Gelesen: 4724# 141 @  
Also wenn das noch geht, vielleicht mal zu Testzwecken einen Testballon mit Marken - Veteranen aus den 60er Jahren loslassen und gucken was passiert.
 
lueckel2010 Am: 06.04.2021 16:06:43 Gelesen: 4689# 142 @  
@ achim11-76 [#141]

Selbstverständlich geht das! Misch einfach eine "leuchtende" Marke unter die "Frankatur". Wenn Du Glück hst, bekommst Du eine "so" produzierte "Rarität" kostenfrei ins Haus geliefert. Maschinen sind manchmal als "dumm" einzustufen und heutige Postmitarbeiter leider gelegentlich auch!

Wenn Du allerdings Pech hast, wird Dir ein erhöhtes Einziehungsentgelt (auch pauschalierter Schadenersatz genannt) "abgeköpft", das meines Wissens 50.00 € beträgt.

Es gilt daher eine Interessen- bzw. Risikoabwägung: Schaffung einer "Rarität" oder monetärer Verlust!

Moin aus Ostfriesland, "lueckel2010"
 
Journalist Am: 06.04.2021 17:39:39 Gelesen: 4660# 143 @  
@ EdgarR [#140]

Hallo EdgarR und an alle,

diese Prüftechnik kann wahlweise auch abgeschaltet werden.
Dies passiert oft zum Ende der Schicht kurz vor dem Abgang, da die eventuell ausgeschleusten Belege noch zeitnah überprüft werden sollen. In diesem abgeschalteten Zustand wird alles gestempelt, egal ob eine Marke vorhanden ist oder nicht, es erfolgt ganz einfach ein entsprechender Maschienstempelabschlag.

Anders wäre es wenn diese Technik immer laufen würde und nicht manuell je nach Personal an oder ausgeschaltet werden kann.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 15.05.2021 17:10:10 Gelesen: 2207# 144 @  
Auf Alibaba bin ich auf folgende Wertzeichendruckerei in der Volkrepublik China gefunden: Shanghai Zhongtian Technology Co., Ltd. [1].

Mit über 1000 Angestellten, davon 50 in Forschung und Entwicklung scheint der Betrieb keine kleine Hinterhofklitsche zu sein. Laut der Alibaba-Einträge wurden dort Briefmarken für Australien, Großbritannien und den USA gedruckt.

Es gibt genau eine (!) Bewertung von einem Kunden aus Polen (!), der sich für die hervorragende Qualität bedankt.

Möglicherweise hat diese Sicherheitsdruckerei im offiziellen Auftrag Briefmarken für Großbritannien und Australien gedruckt. Supermärkte wie AlbertHeijn können ihre Rabattmarken in China herstellen lassen. Die Philippinen und viele afrikanische Länder haben in letzter Zeit einige Sondermarken in China drucken lassen.

Ehrlich gesagt, kann ich es aber nicht glauben, dass die staatliche Post der USA in der Volksrepublik China Briefmarken drucken lässt. Zumindest die Bilder lassen den Eindruck entstehen, dass einige Markenausgaben aus den USA aus China kommen.

Die Königliche Post (Royal Mail) aus dem Vereinigten Königreich warnt vor gefälschten Briefmarken [2] [3].

Hier sollte einmal die Deutsche Post genauer nachforschen. Vielleicht war man in dem chinesischen Unternehmen sogar fest im Glauben, im Auftrag der Postverwaltungen gehandelt zu haben. Dieser Fehleinschätzung unterlag vor knapp 70 Jahren die renommierte österreichische Staatsdruckerei, die die Schwindelausgaben für Malakku Seletan gedruckt hatte. Diese Cinderellas fanden damals reisenden Absatz, weil sie in einer offiziellen Staatsdruckerei in sehr guter Qualität hergestellt wurden.







[1[ https://shzhongtian.en.alibaba.com
[2] https://personal.help.royalmail.com/app/answers/detail/a_id/14308/~/what-is-stamp-fraud%3F
[3] https://www.dailyrecord.co.uk/news/scottish-news/royal-mail-crackdown-crooks-cash-12246684
 
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