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Thema: Neuheiten aus Deutschland
Das Thema hat 515 Beiträge:
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Brigitte Am: 29.01.2016 07:01:00 Gelesen: 381029# 316 @  
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Thema: „300. Geburtstag George Bähr“

Ein Bild gibt es von ihm nicht, deshalb weiß die Nachwelt nicht, wie er aussah. Auch wichtige biografische Daten und die näheren Umstände seines Lebens liegen vielfach im Dunkeln. Allerdings hat der Barock-Baumeister George Bähr (1666–1738) ein sichtbares Meisterwerk hinterlassen, das seinen Ruhm bis heute fortschreibt. Nach seinen Plänen wurde in Dresden zwischen 1726 und 1743 die weltberühmte Frauenkirche errichtet, deren unverwechselbare Kuppel die Silhouette der Stadt an der Elbe prägt. Gegen viele finanzielle Widerstände, Zwist mit Kollegen vor allem wegen baustatischer Bedenken hat er an dem steinernen Kuppelbau festgehalten und ihn am Ende durchgesetzt.

George Bähr war in einfachen Verhältnissen als Handwerkersohn im erzgebirgischen Fürstenwalde aufgewachsen und lässt sich seit 1693 in Dresden als Zimmergeselle nachweisen. Er bildete sich stetig weiter, u.a. in den Bereichen Statik und Mechanik, und galt bald als einer der führenden Baufachleute in Sachsen. Mit dem Bau der Frauenkirche wurde Bähr 1722 beauftragt. Bähr schuf mit einer Höhe von 24 Metern und einem Durchmesser von 26 Metern die größte steinerne Kuppel nördlich der Alpen. Obenauf setzte er mit der sogenannten Laterne noch einen Aufsatz, der in 67 Metern Höhe eine Aussichtsplattform enthielt. Insgesamt erinnerte die äußere Form an eine „steinerne Glocke“, eine Bezeichnung, die sich bald schon einbürgerte.

Am 15. Februar 1945 fiel das Gotteshaus der Feuersbrunst nach den Luftangriffen der Alliierten zum Opfer und stürzte in sich zusammen. Im Zuge des nach den Originalplänen von George Bähr durchgeführten Wiederaufbaus wurde sein Grabmal 1994 in den Trümmern der Frauenkirche wiederentdeckt und geborgen. Auf der Rückseite fand sich die Inschrift: „Nun hab ich genug gelebt, gebaut, gelitten, Mit Satan, Sünd und Welt genug gestritten. Jetzt lieg ich in dem Bau, der droben prangt, Hab vollen Sieg und Ruh und Fried erlangt. Nehmt, Liebste, Gott zum Mann und Vater an, In dessen Treu niemand verderben kann.“



Ausgabetag: 01.03.2016
Wert (in Euro Cent): 260
Motiv: Frauenkirche Dresden mit Schriftzug George Bähr ©Foto akg-images
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Rudolf Grüttner und Sabine Matthes, Oranienburg
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3218 / selbstklebend: MiNr. 3224
 
Brigitte Am: 01.02.2016 07:08:00 Gelesen: 380295# 317 @  
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Thema: „Kloster Corvey – Weltkulturerbe der UNESCO “

Die ehemalige Benediktinerabtei Corvey mit ihrer fast 1200-jährigen Geschichte gilt als eine der bedeutendsten Klosteranlagen des mittelalterlichen Frankenreichs. 822 gegründet, entwickelte sich das kaiserliche Stift im Weserbergland schnell zu einem kulturellen Zentrum Europas. Von hohem kunst- und baugeschichtlichem Wert ist insbesondere das Westwerk der Abteikirche St. Stephanus und St. Vitus. Es ist das einzige erhaltene karolingische Westwerk überhaupt. 2014 erhielt das ehemalige Benediktinerkloster höchste Anerkennung: Das „Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“, die ehemalige Klostersiedlung, wurden zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die Gründung Corveys geht auf Ludwig den Frommen (778–840) zurück. Dieser ließ auf Wunsch seines verstorbenen Vaters Karl des Großen (747/48–814) direkt an der Weser eine mächtige Abtei errichten. Das Bauwerk sollte den Anspruch des fränkischen Königshauses über das 804 eroberte Sachsenland festigen. Insbesondere das Westwerk, die vorgelagerte Zweiturmanlage der Abteikirche, zeugt von jener Blütezeit. 873–885 an die dreischiffige Basilika angeschlossen – damals noch mit drei Türmen – gilt es heute als ältestes westfälisches Baudenkmal. Auch die Schreibstube und die Klosterbibliothek trugen zum Ruhm der Abtei bei.Im 9. Jahrhundert gegründet, wurde die Bibliothek mit den Jahren stetig erweitert. Bis 1793 umfasste der Bestand an die 6000 Werke.

Etwa zwei Jahrhunderte lang stand Corvey im Zenit seiner Macht. Ende des 10. Jahrhunderts setzte jedoch der Niedergang ein. Die Gründung zahlreicher neuer Klöster in der Umgebung, Brände, Misswirtschaft und Erbstreitigkeiten führten zu einer Auszehrung, von der sich das Kloster nicht mehr erholen sollte. Den endgültigen Niedergang erlebte Corvey schließlich im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648). Der ohnehin bereits kaum noch existierende Konvent wurde nun vollends dezimiert, das Gebäude schwer zerstört. Nach der Säkularisierung im Jahr 1803 ging Corvey schließlich in Privatbesitz über.



Ausgabetag: 01.03.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Westseite mit Klosterkirche
Foto: Tore Straubhaar, Höxter
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Daniela Haufe und Prof. Detlef Fiedler, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3219
 
Brigitte Am: 03.02.2016 07:11:00 Gelesen: 379819# 318 @  
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Serie: „Burgen und Schlösser“
Thema: „Schloss Sanssouci“

Es war einst der Lieblingssitz des „Alten Fritz“ – und ist heute die bedeutendste Schlossanlage Deutschlands. Die Sommerresidenz König Friedrichs II. von Preußen (1712–1786) in Potsdam vor den Toren Berlins steht an einem besonderen Ort. Das Schloss liegt auf einem Weinberg und krönt ihn wie eine große, gelbe Sonne. Nicht von ungefähr nannte Friedrich der Große sein Refugium „Sans Souci“, zu deutsch „Ohne Sorge“. Die Namensgebung war sowohl als Wunsch wie als Leitmotiv zu verstehen. Hier wollte der Preußenkönig unbeschwert seine Sommer verbringen – jenseits des Regierungstrubels. Heute sind Schloss und Park von Sanssouci ein Touristenmagnet und UNESCO-Welterbe (seit 1990).

Von 1745 bis 1747 errichtete Hofarchitekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699–1753) den eingeschossigen, über 90 Meter langen Schlossbau im Rokokostil – bestehend aus einer zentralen Rotunde, einem Marmorsaal sowie zwei Seitenflügeln mit je fünf Zimmern. Nicht zu groß sollte die Sommerresidenz sein, aber dennoch prachtvoll und repräsentativ. Auch die Innenraumgestaltung entsprach exakt den Vorstellungen Friedrichs des Großen. Der Ostflügel beherbergte danach die königlichen Wohngemächer, der Westflügel die Gästezimmer sowie die Dienerkammern. Räumlicher Mittelpunkt ist der dem Garten zugewandte Marmorsaal.

Nach Fertigstellung umgab Friedrich seine Sommerresidenz mit einer 290 Hektar großen Parkanlage. Hier trafen Zier- und Nutzgärten, waldartige Bereiche und unzählige steinerne Skulpturen in perfekter Symbiose aufeinander. Sogar eine Mühle, eine Grotte und einen Ruinenberg beherbergt das weitläufige Gelände. Das Schloss selbst, nun auch „preußisches Versailles“ genannt, wird von der 1764 errichteten „Bildergalerie“ sowie den „Neuen Kammern“ (1774) flankiert. Letztere dienten zunächst als Orangerie, später als Gästetrakt. Friedrich starb am 17. August 1786 in seinem Arbeitszimmer auf Schloss Sanssouci. In der Gruft auf der Terrasse seines Lieblingsschlosses hat er auch seine letzte Ruhe gefunden.



Ausgabetag: 01.03.2016
Wert (in Euro Cent): 85
Motiv: Schloss Sanssouci
Foto: ©Noppasin Wongchum/123RF.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Nicole Elsenbach, Hückeswagen
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3220 / selbstklebend: MiNr. 3231
 
Brigitte Am: 24.02.2016 09:58:38 Gelesen: 374820# 319 @  
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Serie: „Deutschlands schönste Panoramen“
Thema: „Moselschleife“

Die Mosel gilt als wichtigster Nebenfluss des Rheins. Die sie umgebende, liebliche Landschaft ist geprägt vom Weinbau und beherbergt malerische Ortschaften. Als „La Moselle“ entspringt der Fluss in den französischen Vogesen, fließt an Trier vorbei, schlängelt sich durch Hunsrück und Eifel und mündet schließlich nach 544 Kilometern bei Koblenz in den Rhein. Berühmt ist die Mosel nicht zuletzt wegen ihrer zahlreichen Schleifen, etwa bei Bremm oder bei Pünderich. Als eine der schönsten Moselschleifen gilt jene bei Kröv an der Mittelmosel. Der Weinort mit rund 2300 Einwohnern liegt mitten im windungsreichsten Teil des Mosellaufes und ist umgeben von rebenbewachsenen Hängen.

Von Kröv aus führt eine Straße in Serpentinen aufwärts zu einer idyllischen Bergkapelle, die mitten in den Weinbergen liegt. Hier oben wird man mit einem der schönsten Panoramen belohnt, das Deutschland zu bieten hat. Zu Füßen liegt das Weindorf Kröv am Beginn der engen Moselschleife. Der Fluss windet sich um den Traben-Trarbacher Stadtteil Wolf, ehe er Richtung Traben-Trarbach fließt, dem geschäftigen Doppelstädtchen unter dem Festungsberg Mont Royal. Berühmt ist Kröv insbesondere für seine Weinlage namens „Kröver Nacktarsch“, die jedes Jahr prämierte Spitzenweine hervorbringt. Zahlreiche Legenden ranken sich um die kuriose Namensgebung. Die Kröver selbst bevorzugen jene Fassung, nach der die Winzer heimlichen Fasstrinkern die Hosen runterzogen, um ihnen kräftig das blanke Hinterteil zu versohlen. Hauptattraktion von Wolf, das seit 1969 zu Traben-Trarbach gehört, ist die Klosterruine der Liebfrauenkirche auf dem Göckelsberg.

Das Gotteshaus, das im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, zählt zu den ältesten Pfarr- und Marienkirchen an der Mosel. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts pflegten hier Augustiner-Chorherren ein klösterliches Leben. Auch von hier hat man einen atemberaubenden Blick auf die Kröver Moselschleife – diesmal allerdings vom anderen Flussufer aus.



Ausgabetag: 07.04.2016
Werte (in Euro Cent): Motiv „Moselschleife (links) “ 90 Cent / Motiv „Moselschleife (rechts)“ 90 Cent
Motiv: Moselschleife bei Kröv, Wolf und Traben-Trarbach
© Foto: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3225 und 3226 / selbstklebend: MiNr. 3241 und 3242
 
Brigitte Am: 26.02.2016 07:08:00 Gelesen: 373893# 320 @  
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Serie: „Schätze aus deutschen Museen“
Themen: „Tizian – Kaiser Karl V.“ und „Jacob Zeller- Fregatte aus Elfenbein“

Ob „Gemäldegalerie in Berlin“, „Alte Pinakothek“ in München oder „Hamburger Kunsthalle“ – die deutsche Museenlandschaft ist reich an Häusern, die einzigartige Kunstschätze beherbergen. Die Serie „Schätze aus deutschen Museen“ widmet sich zahlreichen dieser wertvollen Kunstwerke. Nach „Trauernde Frauen“ von Tilman Riemenschneider und „Geburt Christi“ von Martin Schongauer erscheinen nun zwei weitere Markenmotive zu Meisterwerken – ein Porträt von Kaiser Karl V. des Malers Tizian sowie ein filigranes Elfenbein-Kunstwerk aus der Hand Jacob Zellers.

Als „Die Sonne unter den Sternen“ rühmten Zeitgenossen einst Tizian (um 1487/90–1576), der die venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts prägte. Tizian war einer der Hauptmeister der italienischen Hochrenaissance. Seine Meisterschaft lag zweifellos in der Farbgebung und ihren vielfältigen, subtilen Nuancierungen. 1533 wurde er Hofmaler unter Kaiser Karl V.. Eines der berühmtesten Porträts des Kaisers fertigte Tizian 1548: Es zeigt den mächtigsten Herrscher des Abendlandes in einem Lehnstuhl. Vorbildhaft schuf Tizian eine Synthese aus Repräsentationsbild und eindringlicher Charakterstudie. Das Gemälde ist heute in der Alten Pinakothek in München zu bewundern.

Eines der Prunkstücke des „Neuen Grünen Gewölbes“ in Dresden ist die „Große Fregatte aus Elfenbein“ von Jacob Zeller (1581–1620). Der über einen Meter hohe Tafelaufsatz in Form einer von Neptun getragenen Fregatte ist nahezu komplett aus Elfenbein geschnitzt bzw. gedrechselt. Selbst die scheinbar vom Wind geblähten, pergamentdünnen Segel fertigte der Kunstdrechsler aus Elfenbein. Gespannt werden sie durch eine hauchdünne goldene Takelage, in denen winzige Matrosen aus Elfenbein umherklettern. Ketten, Anker und Kanonen zieren Deck und Schiffsrumpf. Zeller war der wohl bedeutendste Elfenbeinkünstler am sächsischen Hof. Die exakt nach zeitgenössischen Vorbildern gearbeitete Fregatte konnte er 1620 noch kurz vor seinem Tod vollenden.





Ausgabetag: 07.04.2016
Werte (in Euro Cent): Motiv 1 „Tizian-Kaiser Karl V.“ 70 Cent / Motiv 2 „Jacob Zeller-Fregatte aus Elfenbein“ 145 Cent
Motiv: Motiv 1: Gemälde “Kaiser Karl V.”, © Foto: bpk / Bayerische Staatsgemäldesammlungen / Motiv 2: Skulptur „Fregatte aus Elfenbein“, © Foto: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Karpinski
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
Motiv 1: MiNr. 3227 / Motiv 2: MiNr. 3228 / selbstklebend: MiNr. 3250
 
Brigitte Am: 29.02.2016 07:07:00 Gelesen: 373087# 321 @  
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Thema: „500 Jahre Reinheitsgebot für Bier“

Das bayerische Reinheitsgebot ist ein halbes Jahrtausend alt und damit eine der weltweit ältesten und bis heute gültigen Lebensmittelverordnungen. Am 23. April 1516 erließen die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. ein Gesetz, das zur Bierherstellung nur „Gersten, Hopfen und Wasser“ zuließ. Zugrunde lagen Motive, die man heute mit dem Begriff „Verbraucherschutz“ umschreiben würde. Denn Bier war zu jener Zeit kein Produkt hoher Braukunst. Um seine Haltbarkeit zu verlängern, mischten die Brauer oft abenteuerliche Zutaten in den Sudkessel: Die Palette reichte von Stechapfel über Wermut bis zu Ochsengalle. Selbst giftige Substanzen wie Tollkirsche oder Bilsenkraut kamen zum Einsatz.

Schon früh gab es daher Versuche der Obrigkeit, die Qualität des „Grundnahrungsmittels“ zu verbessern. 1156 erließ Kaiser Barbarossa für Augsburg ein Gesetz, in das auch die Bierqualität Eingang fand. „Wenn ein Bierschenker schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß gibt, soll er gestraft werden“ – heißt es in der „Justitia Civitatis Augustensis“, dem ältesten deutschen Stadtrecht. Eine Festlegung auf bestimmte Rohstoffe zum Bierbrauen erfolgte 1487 durch Herzog Albrecht IV. von Bayern. Er verfügte, dass zur Bierbereitung nur Wasser, Gerste und Hopfen verwendet werden dürfe – die Regelung galt jedoch zunächst nur für München. Erst das heute als „Reinheitsgebot“ bekannte Gesetz von 1516 weitete die Münchner Regelung auf ganz Bayern aus.

Hefe wurde, weil ihre Bedeutung im Brauprozess zunächst noch nicht bekannt war, später noch als vierte erlaubte Zutat ausdrücklich ins Reinheitsgebot mit aufgenommen. Und noch eine weitere Veränderung gab es im Laufe der Jahre: Aus Gerste wurde Gerstenmalz, aus Gerstenmalz schließlich Malz. 1906 wurde das bayerische Reinheitsgebot auch im übrigen Deutschland übernommen. Seitdem hat es nichts von seiner Aktualität verloren. Das Motto „Hopfen und Malz – Gott erhalts“ ist auch nach 500 Jahren Leitspruch des deutschen Brauwesens und Inbegriff für Qualität.



Ausgabetag: 07.04.2016
Wert (in Euro Cent): 45
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas und Martin Poschauko, Bad Feilnbach
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3229
 
Brigitte Am: 02.03.2016 07:03:00 Gelesen: 372516# 322 @  
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Thema: „125. Geburtstag Nelly Sachs“

Am 16. Mai 1940 gelang Nelly Sachs (1891–1970), die aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie stammte, mit einer der letzten Passagiermaschinen die Flucht aus ihrer Heimatstadt Berlin und dem nationalsozialistischen Deutschland. Vor ihr lagen 30 Jahre Exil in Stockholm. Dort entstand ein dichterisches Werk, das 1966 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Sachs verarbeitete in ihrem Werk aus der Opferperspektive das Schicksal der Juden und das Morden in den Gaskammern. Sie zählt zu den wichtigsten Vertretern der Holocaust-Literatur und gilt als eine der größten Lyrikerinnen deutscher Sprache.

Im schwedischen Exil bezogen Nelly Sachs und ihre Mutter eine kleine Wohnung. Das nur 41 Quadratmeter große Apartment war fortan Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Während sie tagsüber die kranke Mutter pflegte, schrieb sie des Nachts Gedichte.

Als Nelly Sachs im Winter 1942/43 Kenntnis erhielt von dem Massenmord an den europäischen Juden, veränderte sich ihr Stil radikal. Der lyrisch-elegische Duktus wich einem knappen und sachlichen Ton. Später verfügte sie, dass nichts, was vorher von ihr verfasst wurde, gedruckt werden solle. 1947 erschien Nelly Sachs’ lyrischer Debütband „In den Wohnungen des Todes“, zwei Jahre später der Band „Sternverdunkelung“. Die Texte kreisen um die Toten des Holocaust, ihre Lyrik diente in erster Linie der „Durchschmerzung“.

Der Tod der geliebten Mutter im Jahr 1950 löste eine tiefe Lebenskrise aus. Die Transzendenz der Leiderfahrung verarbeitete sie in der Sammlung „Flucht und Verwandlung“ (1959). Ende der 1950er Jahre verschlechterte sich der psychische Gesundheitszustand von Nelly Sachs. Fortan prägten Krankheitsschübe und Aufenthalte in Nervenheilanstalten ihr Leben. Als „Dichterin jüdischen Schicksals“, wie sie der Germanist Walter Berendsohn (1884–1984) bezeichnete, wurde Nelly Sachs dennoch einem breiteren Publikum bekannt. Krönung ihres Lebenswerkes war die Verleihung des Literaturnobelpreises am 10. Dezember 1966 in Stockholm.



Ausgabetag: 07.04.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Daniela Haufe und Prof. Detlef Fiedler, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3230
 
Brigitte Am: 23.03.2016 14:44:54 Gelesen: 368879# 323 @  
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Dauerserie: „Schreibanlässe“
Thema: „Herzlichen Glückwunsch“, „Zum Geburtstag viel Glück“, „Hochzeit“

„Herzlichen Glückwunsch!“ Mit dieser schönen Grußgeste nehmen wir am Leben eines Mitmenschen Anteil. Geburtstag, Namenstag, Hochzeit, die bestandene Abiturprüfung, eine Beförderung, der geschaffte Führerschein oder die Geburt des kleinen Töchterchens – alles Anlässe, zu denen wir anderen gratulieren und viel Glück wünschen. Traditionell wird ein Glückwunsch zu einem besonderen Anlass auf dem Postweg als Brief oder Karte verschickt.

Der Brief selber sollte mit der Hand geschrieben sein und nicht mit dem Computer. Das Handschriftliche vermittelt den Eindruck: Da hat sich jemand die Mühe gemacht, einen persönlichen Text zu formulieren und sich zusätzlich die Zeit genommen, ihn mit der Hand zu schreiben. Dies wird von den meisten Menschen als Zeichen besonderer Wertschätzung empfunden und erhöht die positive Wirkung des Glückwunschschreibens. Grundsätzlich gilt für die Form des Glückwunschtextes: Er soll „menscheln“, denn der Ton macht die Musik, auch beim Schreiben. Unpersönliche Grüße gehören nicht in ein stilvolles Glückwunschschreiben, stattdessen sollte der Empfänger merken, dass der Verfasser tatsächlich mit dem Herzen dabei war, als er seine Zeilen schrieb.

Der Geburtstag ist schon deshalb etwas ganz Besonderes, weil dieser Tag – im Gegensatz zu allgemeinen Festtagen – dem Geburtstagskind ganz alleine „gehört“. Daher sollte man den Glückwunsch zum Geburtstag eines nahestehenden Menschen besonders liebevoll gestalten. Natürlich kann man telefonisch oder persönlich gratulieren. Gerne greift man jedoch auch zu Brief oder Karte, um dem Jubilar seine Wünsche per Post zukommen zu lassen. Am besten den individuell zugeschnittenen Geburtstagsgruß in einen schönen Umschlag gesteckt – fertig ist die Geburtstagspost.

Beim Glückwunschschreiben zur Hochzeit ist zu überlegen, in welcher Beziehung man zum Brautpaar steht. Je besser man das Brautpaar kennt, desto persönlicher sollten die Glückwünsche verfasst sein. Dies kann ganz persönlich in einem handgeschrieben Brief erfolgen oder per vorgefertigter Glückwunschkarte. Humorvolle Glückwunschkarten sind für gute Freunde oder Verwandte gedacht. Seriöse bzw. neutrale Karten verwendet man, wenn keine enge Freundschaft besteht oder man den Humor des Brautpaares nicht gut genug kennt. Wer auf vorgefertigte Karten zurückgreift, sollte auf jeden Fall noch ein paar zusätzliche, handgeschriebene Zeilen verfassen.







Ausgabetag: 02.05.2016
Werte (in Euro Cent): Motiv 1 „Herzlichen Glückwunsch“ 70 Cent / Motiv 2 „Zum Geburtstag viel Glück“ 70 Cent / Motiv 3 „Hochzeit“ 70 Cent
Motive: „Blumengruß“ ©Regina Kehn, Hamburg / „Tortenstück“ ©Regina Kehn, Hamburg / „Hochzeitsschuhe“ ©Regina Kehn, Hamburg
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Regina Kehn, Hamburg
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3232 / selbstklebend: MiNr. 3244 / Motiv 2: MiNr. 3233 / selbstklebend: MiNr. 3243 / Motiv 3: MiNr. 3234
 
Brigitte Am: 26.03.2016 07:03:00 Gelesen: 368019# 324 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Für den Sport“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe
Thema: „Spielbälle: Fußball, Rugbyball, Golfball“

Werfen, treten, prellen, stoßen, balancieren oder jonglieren – all das kann man mit dem Ball machen. Er ist das perfekte Spielgerät. Scheinbar unberechenbar rollt er mal hierhin, mal dahin. Und der Ehrgeiz von jung und alt, Kleinkind oder Profisportler ist es, den Tunichtgut mit Kraft und Geschicklichkeit zu kontrollieren. Sicher scheint nur, dass der Ball rund ist. Aber selbst das stimmt nicht immer, wie etwa Rugby-Bälle beweisen. Ob Fußball, Rugby oder Golf – die Liste der Ballsportarten ist lang. Die der unterschiedlich gearteten Spielbälle ebenso. Das moderne Fußballspiel hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert in England. Die Bälle damals waren nichts für Ballzauberer.

Innen eine Schweinsblase, außen zusammengenähte Lederstreifen. Erst als man in den 1930er-Jahren in Argentinien einen Fußball mit Ventil erfand, verbesserte sich die Ballqualität. Eine neue Form erhielt der Fußball zur WM 1970. Von nun an bestand der Mantel aus 12 Fünf- und 20 Sechsecken – geometrisch ein „Ikosaederstumpf“ mit geebneten Ecken. Heute ist ein Fußball ein Hightech-Produkt und hat nichts mehr mit den Bällen aus der Anfangszeit gemein. Entwicklungs- und Testphasen sind aufwendig wie die eines Rennwagens.

Ein naher Verwandter des Fußballs ist der Rugbyball. Während Fußballspieler Wert auf ein gleichmäßiges Rund des Leders legten, merkten Rugbyspieler schnell, dass es leichter war, einen ovalen Ball mit den Händen zu fangen und wieder abzuwerfen. So kam der Rugbysport zu seinem berühmten „Ei“. Kleiner und eher als Kugel zu bezeichnen ist der Golfball. Seine Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Anfangs spielte man mit Holzkugeln, dann mit „Featherys“ – mit Gänsefedern gefüllten Ledersäckchen.

Im 19. Jahrhundert änderten sich immer wieder die Materialien. Heute bestehen Golfbälle aus einer Kunststoffschale mit unterschiedlichen Kernen wie Hartgummi oder Flüssigmetall. Markantestes Merkmal eines Golfballs sind die „Dimples“ – kleine Dellen, welche die Flugeigenschaften verbessern.







Ausgabetag: 02.05.2016
Werte (in Euro Cent): Motiv 1 „Fußball“ 70 Cent + 30 Cent Zuschlag / Motiv 2 „Rugbyball“ 85 Cent + 40 Cent Zuschlag / Motiv 3 „Golfball“ 145 Cent + 55 Cent Zuschlag
Motive: Motiv 1: „Fußball“ Fotolia.com ©Jan Matoska / Motiv 2: „Rugbyball“ albund/Shutterstock / Motiv 3: „Golfball“ Winai Tepsuttinun / Shutterstock
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Serres, Hattingen
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
Motiv 1: MiNr. 3235 / Motiv 2: MiNr. 3236 / Motiv 3: MiNr. 3237
 
Brigitte Am: 29.03.2016 07:01:00 Gelesen: 366920# 325 @  
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Serie: „Europa“
Thema: „Umweltbewusst leben“

Dass wir mit unserer Erde und ihren Ressourcen schonend umgehen müssen, ist noch nicht allen Menschen auf unserem Planeten deutlich genug ins Bewusstsein gedrungen. Noch immer verbraucht die Menschheit mehr an natürlichen Vorräten, als unser Planet erneuern kann.

In Europa steht der Umweltgedanke jedoch bereits auf einem relativ starken Fundament. Ökologie ist für uns Europäer ein zentrales Thema. Das unterstreicht nicht zuletzt die in vielen Ländern der PostEurop motivgleich erscheinende Ausgabe der Serie „Europa“, deren Motto „Think Green“ hierzulande in „Umweltbewusst leben“ eingedeutscht wurde. Die Künstlerin Doxia Sergidou aus Zypern hat das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Motiv gestaltet. 2016 krönt es das 60jährige Jubiläum der Europamarken.

Dargestellt wird eine sich zum Besseren wandelnde Welt, in der regenerativen Energien und Nachhaltigkeit größere Beachtung zuteil wird. Dabei soll die im oberen Teil der Marke abgebildete, die Malerrolle führende menschliche Hand symbolisieren, dass diese Veränderung in den Händen eines jeden einzelnen von uns liegt. Da wir gewissermaßen „von der Substanz leben“, kann das Ökosystem Erde bald irreparablen Schaden erleiden.

Auch in Europa gibt es noch Handlungsbedarf. Jeder einzelne Verbraucher kann mithelfen – am besten durch eine umweltbewusste und nachhaltige Lebensweise. Haushaltsgeräte mit der besten Energieeffizienz senken den Energieverbrauch dauerhaft. Noch immer verbrauchen Privathaushalte ein Viertel des Stroms in Deutschland. Heute benötigen moderne Geräte 60 Prozent weniger Strom als noch vor zehn Jahren.

Den größten Anteil am Energieverbrauch im Bereich Wohnen stellt mit 75 Prozent die Heizenergie. Wer die Raumtemperatur nur um ein Grad senkt, spart fünf bis zehn Prozent Heizenergie. Im Bereich Mobilität bieten Modelle des Teilens („Car-Sharing“) einen Ansatzpunkt für eine umweltbewusste Lebensweise. Außerdem sollten klimaschonende Verkehrsmittel, etwa im Bereich Elektromobilität, gewählt werden.



Ausgabetag: 02.05.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Wandel zur Nachhaltigkeit
Bildmotiv: Doxia Sergidou, Zypern ©PostEurop AISBL
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Werner Hans Schmidt, Frankfurt am Main
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3238
 
Brigitte Am: 31.03.2016 07:07:00 Gelesen: 366486# 326 @  
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Thema: „100. Deutscher Katholikentag in Leipzig“

Das Jahr 2016 ist für die deutschen Katholiken ein ganz besonderes Jubiläumsjahr. Zum 100. Mal treffen sich vom 25.–29. Mai Katholiken mit Gläubigen aller Konfessionen und vieler Religionen zum Katholikentag. Ort des fünftägigen kirchlichen Großereignisses ist Leipzig, Gastgeber das Bistum Dresden-Meißen. Rd. 23,9 Millionen Menschen, das entspricht 29,5 Prozent der Deutschen, sind römisch-katholischen Glaubens. Die römisch-katholische Kirche ist damit die zahlenmäßig größte christliche Glaubensgemeinschaft in Deutschland. Veranstalter des Katholikentags ist das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), der höchste repräsentative Zusammenschluss der katholischen Laien.

Die Teilnehmer kommen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt zusammen, um in Gottesdiensten, Workshops, Diskussionsrunden, Ausstellungen und Konzerten gemeinsam zu beten, zu diskutieren und zu feiern. So entsteht ein Abbild kirchlichen Lebens, aus dem heraus Antworten auf die politischen, sozialen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit gesucht werden. Regelmäßig gehen von der Veranstaltung wichtige Impulse für die Kirche, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes aus. Der erste Katholikentag fand 1848 in Mainz statt. Seit 1950 finden die Veranstaltungen im Zweijahres-Rhythmus statt.

„Seht, da ist der Mensch“ (Johannes 19,5) lautet das Leitwort des 100. Deutschen Katholikentags. Es soll den Blick auf die Leidenden, Benachteiligten, Verfolgten und Schwachen dieser Welt lenken. Ganz in der Tradition seiner Vorgänger wird der Jubiläumskatholikentag Themen wie das Miteinander von Menschen aufgreifen – aktuell im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage. Die derzeit alles überragende Diskussion über Integration und dem Umgang mit Fremdenfeindlichkeit stellen einen Schwerpunkt des Programms dar. Themen wie Menschenrechte, Grenzen des Wachstums, Armut und Familie, Globalisierung und Klimagerechtigkeit stehen auf dem Katholikentag ebenso im Fokus. Weit über 1000 Veranstaltungen sind in Leipzig geplant.



Ausgabetag: 02.05.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Weißes Kreuz in hundert Punkten
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Iris Utikal und Prof. Michael Gais, Köln
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3239
 
Brigitte Am: 02.04.2016 07:07:00 Gelesen: 365881# 327 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „20 Jahre Shrines of Europe - Altötting“

„Das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas“: So pries Papst Benedikt XVI. den Wallfahrtsort Altötting im Chiemgau.

In der Tat: Seit mehr als 1250 Jahren ist Altötting geistliches Zentrum Bayerns, seit mehr als 500 Jahren bedeutendster Marienwallfahrtsort Deutschlands. Zudem gehört Altötting zu den „Shrines of Europe“, den sechs wichtigsten Marienwallfahrsorten Europas. 1996 hatten sich Altötting, Fátima (Portugal), Loreto (Italien), Lourdes (Frankreich) sowie Czestochowa (deutsch: Tschenstochau, Polen) zum Austausch von Erfahrungen und zur Kontaktpflege zusammengeschlossen. Den Verbund komplett machte 2004 das österreichische Mariazell.

Altötting, der deutsche Vertreter der „Shrines of Europe“, liegt ganz im Osten Oberbayerns, etwa drei Kilometer südlich des Inns auf einer Anhöhe. Rund eine Million Katholiken pilgern alljährlich zu der Marien-Wallfahrtsstätte. In großen und kleinen Gruppen kommen sie gezogen, viele von weit her und in mehrtägigen Fußmärschen. Ihr aller Ziel: Die „Schwarze Muttergottes“ in der Gnadenkapelle, die als wundertätig verehrte Marienstatue. Die 65 Zentimeter hohe Figur der Madonna mit Kind stammt vermutlich aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und ist aus Lindenholz geschnitzt. Ihren Namen erhielt sie aufgrund des Kerzenrauches, der ihr Antlitz im Laufe der Jahrhunderte zunehmend schwärzte.

1489 geschahen in Altötting plötzlich zwei „Wunderzeichen“. Ein scheinbar bereits ertrunkenes Kind wurde wieder zum Leben erweckt, nachdem seine Mutter es zum Marienbild in der Kapelle getragen hat. Ein anderes Kind wurde von einem Erntefuhrwerk überfahren und war auf Fürbitte der Gottesmutter hin plötzlich wieder gesund. In Windeseile verbreitete sich die Kunde von dem wundertätigen Bildnis. Einer der seit jeher einen ganz besonderen Bezug zu Altötting hat, ist der emeritierte Papst Benedikt XVI. Bereits seit seiner Kinderzeit fühlt er sich dem Wallfahrtsort verbunden und weilte hier oft als Pilger und schließlich am 11. September 2006 als Papst.



Ausgabetag: 02.05.2016
Wert (in Euro Cent): 85
Motiv: Schwarze Madonna neben Wallfahrtskapelle
Foto: Werner Hans Schmidt, Frankfurt am Main
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Werner Hans Schmidt, Frankfurt am Main
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3240
 
Brigitte Am: 06.05.2016 07:08:00 Gelesen: 358747# 328 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Für den Umweltschutz“ zur Unterstützung des Umweltschutzes
Thema: „Die Alpen – Vielfalt in Europa“

Alle zwei Jahre erscheint die Sonderbriefmarke „Für den Umweltschutz“. Anfang Juni 2016 erscheint die 13. Marke der Serie.

Ihr Motto: „Die Alpen – Vielfalt in Europa“. Der Zuschlagwert von 30 Cent pro Marke fließt in einen Fond, aus dem Aktionen und Umweltprojekte zum Schutz des Alpenraums gefördert werden. Gleichzeitig soll durch die „Briefmarke mit dem Plus“ das Bewusstsein der Öffentlichkeit geschärft werden, das sensible Bergökosystem Alpen zu bewahren. Die Alpen bilden nicht nur einen der größten zusammenhängenden Naturräume Europas, sie sind zugleich Lebensraum für fast 14 Millionen Menschen sowie attraktives Touristenziel für jährlich ca. 120 Millionen Besucher.

Eine urtümliche und gewaltige Naturlandschaft, gesunde Umwelt, Wandern und Skisport, Erholung pur: Kaum eine andere europäische Region weckt so positive Assoziationen wie die Alpen. Rund 30 000 Tier- und 13 000 Pflanzenarten zeugen von der atemberaubenden Vielfalt der Natur. Steinböcke, Gämse, Wölfe oder Braunbären – hier gibt es sie noch. Die Alpen zählen zu den 238 wichtigsten Ökoregionen der Erde, den „Global 200“. Rund 200 000 Quadratkilometer ist die Alpenregion groß. Die westlichen Gipfelstöcke liegen meist zwischen 3000 und 4300 Meter über dem Meeresspiegel, die Berge der Ostalpen sind etwas niedriger. Der höchste Gipfel der Alpen ist mit 4810 Metern der Mont Blanc.

Die Etablierung der Eisenbahn und des Automobils als Verkehrsmittel beschleunigte die Erschließung der Alpen, bedrohte sie aber auch. Es entstanden Transitrouten, Tunnel, Brücken, Straßen – aber auch "Aufstiegshilfen“ in Form von Bergbahnen. 1882 wurde der 15 Kilometer lange Gotthardtunnel eröffnet, 1959 legte man den Grundstein für die Brennerautobahn. Der Massentourismus forderte mit den Jahrzehnten seinen Tribut. Immer mehr Flächen wurden durch den Bau neuer Straßennetze, Wohngebiete und Liftanlagen versiegelt, traditionelle Dorfstrukturen zerstört. Der Erhalt des fragilen Ökosystems Alpen ist daher heute oberste Umweltprämisse.



Ausgabetag: 02.06.2016
Wert (in Euro Cent): 70 + 30 Zuschlag
Motiv: Illustration der Alpenwelt
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Henning Wagenbreth, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3245
 
Brigitte Am: 09.05.2016 07:01:00 Gelesen: 358097# 329 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Mikrowelten“
Thema: „Fühler Nachtpfauenauge“ und „Strahlentierchen“

Die Fotomotive sind winzig, erst vielfache Vergrößerung offenbart ihre filigrane Pracht. So etwa die kunstvoll geformten Gehäuse der Strahlentierchen. Die Mikrofotografie lässt die meist nur zwischen 0,1 und 0,4 Millimeter großen Einzeller für das menschliche Auge sichtbar werden. Oder die winzigen, fächerförmigen Fühler des „Kleinen Nachtpfauenauges“, einer der schönsten Nachtfalter Europas. Seit Jahrzehnten ist der Pionier der Mikrofotografie, Prof. Manfred P. Kage, auf der Suche nach der Schönheit im Kleinen. Im Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft dringt Kage mit modernsten Techniken in neue Dimensionen vor – unter dem Begriff „Science Art“, den er Ende der 1960er Jahre prägte. „Stars“ vor seiner Kamera sind u.a. Planktonorganismen, Bakterien und Mineralien, Pilze und Parasiten, chemische Stoffe oder sogar Mondgestein. Um die kunstvollen Bauwerke der Strahlentierchen oder den Schmetterlings-Fühler analysieren zu können, müssen sie für uns erst sichtbar gemacht werden. Die Mikrofotografie ist in der Lage, das Motiv um das bis zu über 100.000-fache zu vergrößern.

Um die spektakulären Aufnahmen realisieren zu können, bedient sich Kage einer ausgefeilten Technik. Dazu zählen etwa Raster-Elektronenmikroskop, Lichtmikroskopie, Makrofotografie und Endoskoptechnik. Zudem verfügt Kage über sämtliche Mikro-Videoverfahren bis hin zum HD-, 4K- sowie 3D-System.

Auch im künstlerischen Kontext erzeugt M. P. Kage Bildinhalte mit selbsterfundenen Gerätschaften wie Reprokaleidoskopen, dem Polychromator oder Projektoren im Multimediabereich. Mit Hilfe von High-Tech-Geräten und innovativen Ideen enthüllt Kage zusammen mit seiner Familie in seinem Institut für wissenschaftliche Fotografie, „KAGE Mikrofotografie“, Schloss Weissenstein, die Komplexität und Schönheit der unsichtbaren Mikrowelten. Kage lichtet nicht nur ab, er inszeniert und visualisiert. Macht aus jedem seiner Motive kleine Kunstwerke. Da schillert das Innere einer Fichtennadel wie ein Diamant, und eine Ameise hält scheinbar lächelnd ein winziges Zahnrad in die Kamera.





Ausgabetag: 02.06.2016
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: „Fühler Nachtpfauenauge“ 70 / Motiv 2: „Strahlentierchen“ 250
Motiv 1: Fühler des Nachtpfauenauges in 40-facher Vergrößerung ©KAGE Mikrofotografie / Motiv 2: Strahlentierchen in 420-facher Vergrößerung ©KAGE Mikrofotografie
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andrea Voß-Acker, Wuppertal
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
Motiv 1: MiNr. 3246 / Motiv 2: MiNr. 3247
 
Brigitte Am: 11.05.2016 07:08:00 Gelesen: 357709# 330 @  
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Serie: „Wildes Deutschland“
Thema: „Sächsische Schweiz“

Ein Märchen aus Stein. Die einzigartige Landschaft südöstlich von Dresden mit ihren Felsnadeln, Schluchten, Naturwäldern und fantastischen Ausblicken fasziniert und begeistert. Bereits von Ferne grüßen den Reisenden die majestätischen Tafelberge der Festung Königstein und des Liliensteins. „Sächsische Schweiz“ wird der zu Deutschland gehörende 380 Quadratkilometer große Teil des Elbsandsteingebirges genannt. Ein Viertel des Gebiets, rund 93,5 Quadratkilometer, ist Nationalpark. Der einzige in Sachsen. Noch kurz vor der deutschen Einheit, im Oktober 1990, stellte die letzte DDR-Regierung das Gebiet unter den höchsten Schutzstatus. Von den deutschen Nationalparks ist er einer der kleinsten, jedoch auch einer der attraktivsten.

Zu den markantesten Felsen der Sächsischen Schweiz gehören die „Schrammsteine“ – eine mehr als vier Kilometer lange, verwitterte und zerklüftete Felsengruppe zwischen Bad Schandau und Schmilka. Sowohl Wanderer als auch Kletterer stoßen hier auf ein komplexes Felslabyrinth mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Wanderwegen bzw. Kletterfelsen. Meistbesuchter Punkt des Felsmassivs ist die sogenannte Schrammsteinaussicht, ein spektakulärer Aussichtspunkt, 417 Meter ü. NN. Von hier hat man einen atemberaubenden Blick über die zerklüfteten Sandsteinfelsen und das 300 Meter tief eingeschnittene Elbtal.

Die Sächsische Schweiz gehört zu den beliebtesten Ferien- und Wanderregionen Deutschlands. Jährlich strömen ca. sieben Millionen Besucher in das Gebiet an der Elbe. In den Touristikzentren – wie rund um Rathen oder dem Aussichtspunkt Bastei – sind an schönen Sommerwochenenden bis zu 50.000 Erholungssuchende unterwegs. Ein Wegenetz von insgesamt 1.200 Kilometer Länge lockt Wanderer aus ganz Europa in die einmalige Felslandschaft. Daneben bietet die Sächsische Schweiz als größtes Felsklettergebiet im Osten Deutschlands mit ca. 1.100 Klettergipfeln und 17.000 Aufstiegsvarianten aller Schwierigkeitsgrade beste Bedingungen für Kletterer und Freeclimber.



Ausgabetag: 02.06.2016
Wert (in Euro Cent): 45
Motiv: Gesteinsformation „Schrammsteine“ ©Foto: Norbert Rosing, Naturfotografie
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Dieter Ziegenfeuter, Dortmund
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3248 / selbstklebend: MiNr. 3251
 
Brigitte Am: 13.05.2016 07:11:00 Gelesen: 357331# 331 @  
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Thema: „25 Jahre Deutsch-Polnisches Jugendwerk“ (Gemeinschaftsausgabe mit Polen)

Sich gegenseitig kennenlernen, Informationsdefizite abbauen, Vorurteile überwinden, Verständnis füreinander wecken und Freundschaften schließen – das sind die Kernanliegen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW). Die gemeinsame Geschichte der Deutschen und der Polen war spannungsreich und nicht immer gutnachbarschaftlich. Kaum ein anderes Land hat unter der deutschen Aggression im Zweiten Weltkrieg so gelitten wie Polen, mit keinem anderen verbanden sich andererseits nach Flucht und Vertreibung so schmerzliche Erinnerungen. Nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Kriegs wurden die Weichen zwischen den Völkern im Herzen Europas neu gestellt. Am 17. Juni 1991 gründeten beide Regierungen „in Durchführung des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ das Deutsch-Polnische Jugendwerk. Das DPJW feiert nunmehr seinen 25. Geburtstag.

Im Bewusstsein der schmerzhaften gemeinsamen Vergangenheit sollten junge Menschen aus Polen und Deutschland die Möglichkeit erhalten, Sprache und Kultur ihres Nachbarn kennen zu lernen und Freundschaften zu knüpfen. Die Organisation hat seit ihrer Gründung vor 25 Jahren mehr als 70.000 Projekte mit rund 2,7 Millionen Teilnehmern unterstützt. Die Mitarbeiter in den gleichberechtigten Büros in Warschau und Potsdam arbeiten unter der Leitung einer deutsch-polnischen Geschäftsführung. Das Büro in Warschau ist zuständig für den Schulaustausch beider Länder. Ansprechpartner für alle Fragen des außerschulischen Austauschs ist das Potsdamer Büro.

Das DPJW fördert u.a. Jugendbegegnungen, Praktika und Gedenkstättenfahrten. Die Begegnungen können ganz unterschiedlich sein – sie reichen von der gemeinsamen Sportstunde über ein Umweltprojekt bis zur Theaterwerkstatt. Wichtig ist nur, dass die Teilnehmenden das Programm gemeinsam umsetzen. Aus vielen dieser Projekte, an denen Jahr für Jahr rund 100.000 Jugendliche teilnehmen, sind langjährige Partnerschaften entstanden.



Ausgabetag: 02.06.2016
Wert (in Euro Cent): 90
Motiv: Zwei einander zugewandte Buchstaben / ©Maciej Jedrysik, Polen
Entwurf Postwertzeichen und Stempel Postwertzeichen: Maciej Jedrysik, Polen
Bogenrand und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co.KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3249
 
Brigitte Am: 01.06.2016 12:09:31 Gelesen: 353421# 332 @  
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Serie: „Leuchttürme“
Thema: „Staberhuk“ und „Kampen“

Leuchttürme gibt es viele an Nord- oder Ostsee. Aber nur wenige von ihnen können darauf verweisen, dass in ihrer Baugeschichte das jeweils andere Meer eine gewichtige Rolle spielte. Zwei davon stehen auf den Inseln Fehmarn und Sylt: die Leuchttürme Staberhuk und Kampen.

Der Leuchtturm Staberhuk auf der Ostseeinsel Fehmarn entstand im Jahr 1903. Bereits bei Baubeginn stand fest, dass der gemauerte Turm nach seiner Fertigstellung die schwere, gusseiserne Laterne des alten englischen Leuchtturms auf der Nordseeinsel Helgoland erhalten würde. Dafür wurde die rund 2,5 Meter hohe Konstruktion von der einzigen deutschen Hochseeinsel nach Fehmarn transportiert. Errichtet wurden der Turm sowie das in der Nähe befindliche Wärterhaus aus gelbem Backstein. Dieser hielt an der Westseite des Turms jedoch den Witterungseinflüssen nicht stand. Deshalb wurden dort die Steine im Laufe der Zeit gegen rote Ziegel ausgetauscht. Das verleiht dem unter Denkmalschutz stehenden Turm heute sein charakteristisches rot-gelbes Muster, das weltweit einzigartig ist. Der Leuchtturm Staberhuk ist ein Orientierungsfeuer und markiert die Fahrrinne im östlichen Teil des Fehmarnsund – der Meerenge zwischen Insel und deutschem Festland.

Während beim Leuchtturm Staberhuk Baumaterial von der Nordsee zur Ostsee verschifft wurde, war es beim Leuchtturm Kampen auf der Insel Sylt umgekehrt. Der dänische König Frederik VII. (1808–1863) ließ das Bauwerk 1855 errichten. Die gelben Klinker des Turms stammen von der dänischen Ostseeinsel Bornholm. Das ursprünglich naturbelassene Mauerwerk erhielt verschiedene Anstriche, bis 1953 die bis heute gültige Kombination aus weißem Turm mit schwarzem Band aufgetragen wurde. 2005 wurde die Außenhaut des Turms saniert. In Betrieb genommen wurde der Leuchtturm Kampen – unter dem Namen „Rote Kliff“ – am 1. März 1856. Er dient als See- und Quermarkenfeuer für den Bereich westlich der Insel Sylt. 1975 wurde der Leuchtturm im Leuchtfeuerverzeichnis in „Leuchtturm Kampen“ umbenannt.





Ausgabetag: 07.07.2016
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: Leuchtturm „Staberhuk“ 45 / Motiv 2: Leuchtturm „Kampen“ 70
Motiv Motiv 1: Leuchtturm „Staberhuk“ / Motiv 2: Leuchtturm „Kampen“
Fotos: © Reinhard Scheiblich, Norderstedt
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Johannes Graf, Dortmund
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen: 35 x 35 mm
Motiv 1: MiNr. 3252 / Motiv 2: MiNr. 3253
 
Brigitte Am: 03.06.2016 07:07:00 Gelesen: 353136# 333 @  
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Thema: „125 Jahre erster Gleitflug Otto Lilienthal

Er gilt als Gründervater der modernen Luftfahrt. Als erster Mensch hat Otto Lilienthal (1848–1896) einen Flugapparat „schwerer als Luft“ gesteuert und mit seinen selbstkonstruierten Gleitern die physikalischen Grundlagen der Fliegerei verstanden.

1889 erschien als Essenz seines Schaffens das Werk „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Lilienthal war aber nicht nur Theoretiker und Konstrukteur, sondern auch sein eigener Testpilot. 1891, vor 125 Jahren, startete er Flugversuche im brandenburgischen Derwitz. Mit seinem Flugapparat flog er zunächst nur etwas mehr als 25 Meter weit. Lilienthal unternahm in den folgenden Jahren an verschiedenen Orten etwa 2000 Gleitflüge und arbeitete sich auf Weiten von über 300 Metern vor, ehe er am 10. August 1896 an den Folgen eines Flugunfalls verstarb.

Zwischen 1891 und 1895 experimentierte Lilienthal mit Gleitern, deren Spannweite 6,70 Meter betrug und die ca. 20 Kilogramm schwer waren. Das Material war Weidenholz, die Bespannung bestand aus einem Baumwolltuch. Bei seinen Probeflügen lief Lilienthal mit dem Gleiter gegen den Wind den Hang hinab und hielt sich nach dem Abheben an dem Apparat fest. Freischwebend steuerte er durch Vor- und Rückschwingen der Beine den Anstellwinkel und damit die Fluggeschwindigkeit. Die Lenkung besorgte er durch Gewichtsverlagerung nach links und rechts. So gelang es ihm nicht nur Kurven zu fliegen, sondern mehrere Male auch über seine Ausgangshöhe hinaus aufzusteigen. Am 9. August 1896 flog Lilienthal vom Gollenberg in Stölln, als ihn wohl eine Sonnenbö – ein plötzlicher Aufwind – erfasste.

Neuere Untersuchungen könnten aber auch darauf hindeuten, dass der Gleiter instabil gewesen ist und Lilienthal deshalb die Kontrolle verloren hat. Lilienthal stürzte aus 15 Meter Höhe zu Boden und blieb schwer verletzt liegen. Mit dem Zug wurde er in eine Klinik nach Berlin verbracht. Dort starb er am folgenden Tag. Als Todesursache wird eine Fraktur des dritten Halswirbels oder eine Hirnblutung vermutet.



Ausgabetag: 07.07.2016
Wert (in Euro Cent): 145
Motiv: Absprung zum Gleitflug
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Henning Wagenbreth, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 33 x 39 mm
MiNr. 3254
 
Brigitte Am: 29.06.2016 09:42:23 Gelesen: 347922# 334 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Für die Jugend“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke e. V.
Thema: Heimische Salzwasserfische: „Der Hering“, „Der Kabeljau“, „Die Scholle“

Die deutsche Fischereiflotte fängt an Nord- und Ostsee jedes Jahr mehrere zehntausend Tonnen Salzwasserfische und sonstige Meerestiere. Beliebtester Fangfisch ist der Hering. Heringsschwärme werden aufgrund ihrer Färbung als das „Silber des Meeres“ bezeichnet. Der zu den Knochenfischen zählende Hering (Clupea harengus) ernährt sich von tierischem Plankton und ist als Beutetier für das marine Ökosystem von enormer Bedeutung. Seine Merkmale sind glatte Kiemendeckel, Schuppen ohne Dornen, ein verlängerter Unterkiefer und die auf Höhe der Rückenflosse sitzenden Bauchflossen. Wohl keine andere Fischart hat in der Vergangenheit eine so große wirtschaftliche, aber auch politische Bedeutung erlangt. So verdankte die Hanse nicht zuletzt dem Salzhering ihren Aufstieg.

Aber auch Kabeljau und Plattfische, zu denen die Scholle gehört, sind gefragte Speisefische. Der Kabeljau (Gadus morhua) trägt an der Ostsee den Namen Dorsch. Er ist ein Räuber, der andere Fische verfolgt und frisst, darunter den Hering. Charakteristische Merkmale sind ein kräftiger Bartfaden am Unterkiefer, der vorstehende Oberkiefer, die hell abgesetzte Seitenlinie und die dunkle Marmorierung der Flanken. Die Grundfarbe der Fische variiert je nach Lebensraum: In Seegrasregionen ist der Kabeljau graugrün oder olivgrün, in Algengebieten rötlich bis gelbbraun und in sandigen Zonen grau bis sandfarben. Laut WWF (World Wide Fund for Nature) gilt der Kabeljau als der am stärksten überfischte Speisefisch.

Die Scholle (Pleuronectes platessa) lebt bevorzugt auf dem Meeresboden. Als Meister der Tarnung nimmt der Plattfisch, der manchmal auch Goldbutt genannt wird, die Färbung des sandigen Bodens an. Bei Gefahr gräbt er sich ein. Dann schauen nur noch die beiden Augen hervor. Ein Auge kann die Scholle nach vorne und das andere gleichzeitig nach hinten richten. Zu den weiteren Merkmalen gehören die auffallend kleinen Schuppen und die weiße Unterseite, die nur gelegentlich dunkle Flecken aufweist.







Ausgabetag: 04.08.2016
Werte (in Euro Cent): Motiv 1: „Der Hering“: 70 + 30 / Motiv 2: „Der Kabeljau“: 85 + 40 / Motiv 3: „Die Scholle“: 145 + 55
Motiv 1: „Der Hering“ / Motiv 2: „Der Kabeljau“ / Motiv 3: „Die Scholle“
Illustration Fische aus: Antal Vida /b Tams Kotai: 365 Fische, hf. ullmann Verlag Potsdam
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Werner Hans Schmidt, Frankfurt am Main
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3255 / Motiv 2: MiNr. 3256 / Motiv 3: MiNr. 3257
 
Brigitte Am: 01.07.2016 07:07:00 Gelesen: 347452# 335 @  
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Thema: „1200 Jahre Benediktinerabtei Münsterschwarzach“

Die Abtei Münsterschwarzach liegt etwa 20 Kilometer östlich von Würzburg am Zusammenfluss von Schwarzach und Main in Unterfranken. Sie zählt zu den wichtigsten Klöstern im deutschsprachigen Raum.

2016 feiert das Benediktinerkloster sein 1200-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto „Be open – sei offen“, ein Leitmotiv der benediktinischen Glaubenswelt, das angesichts der Flüchtlingskrise aktuell wie nie erscheint. Zum Konvent gehören rund 125 Mönche, von denen etwa 90 in Münsterschwarzach und den zugehörigen Häusern leben. Die übrigen wirken in der Missionsarbeit.

Die Geschichte der Benediktiner von Münsterschwarzach begann im Jahr 816. Einer „göttlichen Eingebung“ folgend – wie es in der Stiftungsurkunde heißt – gründeten Graf Megingaud und seine Frau Imma das Benediktinerkloster Megingaudshausen nahe Scheinfeld in Mittelfranken. Rund 30 Kilometer entfernt in Münsterschwarzach hatte Fastrada, die vierte Gattin Karls des Großen, bereits in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts ein Frauenkloster ins Leben gerufen. Als die letzte karolingische Äbtissin 877 starb, gaben die Nonnen die Abtei auf und zogen nach Zürich. In der Folge verließen die Benediktiner Megingaudshausen, übernahmen das verlassene Kloster Münsterschwarzach und führten es zu kultureller Blüte. Das Kloster wurde 1803 aufgelöst und die Mönche wurden vertrieben. Erst 1913 konnten es die Missionsbenediktiner von St. Ottilien wieder erwerben. 1935 bis 1938 errichtete der Architekt Albert Boßlet (1880–1957) die monumentale Klosterkirche mit den vier prägnanten Türmen.

Das Jubiläumsjahr 2016 begeht das Kloster mit einer Reihe von Veranstaltungen, deren Höhepunkt ein Festakt am 4. September ist. Daneben sind Ausstellungen, eine Kulturwoche, Gottesdienste, Konzerte und Begegnungstage geplant. Eröffnet wird im Rahmen des Jubiläumsjahres auch das neue Informationszentrum der Abtei. Es ermöglicht dem Besucher, interaktiv in die Geschichte des Klosters einzutauchen – ein museumspädagogisch bislang einmaliger Ansatz in der deutschen Klosterlandschaft.



Ausgabetag: 04.08.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Ansicht des Klosters Münsterschwarzach
Foto: © HaVo Hildebrand, http://www.artcomposing.de
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Professor Heribert Birnbach, Bonn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3258
 
Brigitte Am: 27.07.2016 08:49:09 Gelesen: 342857# 336 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Tag der Briefmarke“
Thema: „Liebesbriefe“

Kaum ein Gefühl ist farbiger, facettenreicher und intensiver als die Liebe. Sie kann glücklich machen und schmerzen, verwirren, berauschen und inspirieren. Wer verliebt ist, dem „läuft das Herz über“. Eine besonders schöne Form, seine Gefühle mitzuteilen ist der Liebesbrief. Im Gegensatz zur digitalen Kommunikation, die heute unseren Alltag beherrscht, ist ein „echter“ handgeschriebener Liebesbrief ein wahres Kleinod – etwas ganz Persönliches. Ab September 2016 gibt es nunmehr auch eine passende Marke für diese Art Brief: Zwei ineinander verschlungene Schreibutensilien, die gerade ein Herz zu Papier bringen, bilden das Motiv der seit 1949 erscheinenden Serie „Tag der Briefmarke“.

Der große Schriftsteller und Philosoph der Aufklärung, Jean-Jacques Rousseau, sagte einmal: „Um einen guten Liebesbrief zu schreiben, muss man anfangen, ohne zu wissen, was man sagen will, und endigen, ohne zu wissen, was man gesagt hat.“ Damit meinte er wohl, dass man seinen Gefühlen freien Lauf lassen soll. Liebesbriefe sind ein hochemotionales Thema. Dennoch ist es sinnvoll, sich zu überlegen, was man mit dem Schreiben eigentlich bezweckt: Will man jemandem, der davon noch gar nichts weiß, seine Liebe gestehen? Oder seinem Partner für all die glücklichen Jahre der bisherigen Beziehung danken?

Unbestreitbar ist: Die persönlichsten Liebesbriefe sind zugleich die romantischsten. Berühmte Beispiele gibt es genug. Einer der brillantesten Liebestexter war wohl der „Dichterfürst“ Johann Wolfgang von Goethe: Er überhäufte seine Angebetete Charlotte von Stein mit insgesamt 1770 Briefen und schrieb etwa: „Alles lieb´ ich an dir, und alles macht mich dich mehr lieben.“ An solche Zitate lässt sich leicht anknüpfen. Originell und persönlich zugleich ist auch dieser Hilferuf: „Ich kann weder essen, noch schlafen, weil ich nur an dich denke, Liebste, ich mag nicht einmal mehr Pudding“, schrieb etwa der britische Admiral Horatio Nelson an seine Mätresse Lady Emma Hamilton.



Ausgabetag: 01.09.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Herz mit Füller und Buntstift
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Christoph Niemann, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3259
 
Brigitte Am: 29.07.2016 07:01:00 Gelesen: 342432# 337 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Deutsche Fernsehlegenden“
Thema: „Raumpatrouille Orion“

„Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen...“ Mit diesen Worten begann am 17. September 1966 – vor 50 Jahren – die deutsche Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion“. Sie entwickelte sich zum „Straßenfeger“. Allerdings wurden nur sieben Folgen produziert, dann waren die außerirdischen „Frogs“ besiegt. Die letzte Folge strahlte die ARD am 10. Dezember 1966 aus. In den Jahren ab 1968 wurde die Serie durch mehrere Sendeanstalten wiederholt. Heute gilt „Raumpatrouille Orion“ als deutsche TV-Legende. Kultcharakter hat auch die Filmmusik von Peter Thomas, der für die Serie den „New Astronautic Sound“ schuf.

Die Serie, die rund 1000 Jahre in der Zukunft spielte, wagte – mitten im Kalten Krieg – einen mutigen Ausblick. Die Crew der „Orion“ vereinte in einer Zeit ohne Nationalstaaten Menschen unterschiedlicher Herkunft aus Ost und West: Kommandant Cliff McLane (Dietmar Schönherr) und die Offiziere Tamara Jagellovsk (Eva Pflug), Mario de Monti (Wolfgang Völz), Helga Legrelle (Ursula Lillig), Hasso Sigbjörnson (Claus Holm) und Atan Shubashi (Friedrich Georg Beckhaus). Doch nicht nur politisch war „Raumpatrouille Orion“ seiner Zeit voraus, auch technisch: Es gab interplanetare Raumflüge, Kolonien auf fremden Planeten und besiedelte Meeresböden.

Gedreht wurde hauptsächlich in den Münchner Bavaria-Studios. Bei Tricktechnik und Ausstattung war Improvisationsfreude gefragt, um die Produktionskosten zu senken. So fanden sich im Kommandoraum u.a. zweckentfremdete Bügeleisen, Bleistiftanspitzer und Duschköpfe, deren Industriedesign futuristisch anmutete. Mit Kaffeebohnen wurden explodierende Sterne simuliert, Reiskörner dienten als Lichtsturm und Brausetabletten erzeugten Sprudelbläschen beim Unterwasserstart des Raumschiffs. Die Idee zu „Raumpatrouille Orion“ stammte von Rolf Honold (1919–1979). Neben Honold zeichnete sich ein fünfköpfiges Team unter dem Pseudonym W. G. Larsen für das Drehbuch verantwortlich.



Ausgabetag: 01.09.2016
Wert (in Euro Cent): 145
Motiv: Originalszene Rettungsflug im Lancet zum Raumkreuzer Hydra
©Bavaria Film, ©xiver/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3260
 
Brigitte Am: 01.08.2016 07:08:00 Gelesen: 341759# 338 @  
Sonderpostwertzeichen - Blockausgabe
Thema: „Alte und gefährdete Nutztierrassen: Rhönschaf und Deutsches Sattelschwein“

Alte Nutztierrassen verfügen über wertvolle Eigenschaften: Sie sind langlebig, genügsam, fruchtbar, widerstandsfähig gegen Krankheiten und optimal angepasst an ihre angestammte Umgebung. Sie eignen sich bestens für eine nachhaltige, regionale und ökologische Viehwirtschaft. Ihren Bestand zu sichern und ihre Bedeutung zu fördern, ist das Ziel der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). Jedes Jahr veröffentlicht die GEH eine Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen.

Das Rhönschaf zählt zu den ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Namentlich erwähnt wurde es erstmals in den 1840er Jahren. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die Mittelgebirgslagen der Rhön im Grenzgebiet zwischen Hessen, Bayern und Thüringen. Rhönschafe sind mittelgroße Landschafe mit weißer Wolle und weiß behaarten Beinen. Der Kopf ist hornlos, unbewollt und schwarz. Die schwarze Färbung kann sich bis auf die Halswolle erstrecken, so dass die Schafe dann einen regelrechten „Kragen“ tragen. Rhönschafe sind besonders widerstandsfähig gegen feuchtkalte Witterung. Sie eignen sich optimal zur extensiven Bewirtschaftung von Koppeln, Streuobstwiesen und brachliegenden Grünflächen. Das Rhönschaf gilt in seinem Bestand als latent gefährdet.

Das Deutsche Sattelschwein wurde 1948 aus Zuchtbeständen des Angler Sattelschweins und des Schwäbisch-Hällischen Schweins in der sowjetischen Besatzungszone zu einer neuen Rasse zusammengefasst. Es zählt zu den Buntschweinen. Der Kopf mit den Schlappohren ist schwarz, ebenso der hintere Teil des Rumpfes. Der vordere Rumpf (Sattel) ist mehr oder weniger weiß. Die Anteile „schwarz“ und „weiß“ können variieren. An den Übergängen finden sich Säumungsstreifen mit weißen Haaren auf schwarzer Haut. Das Deutsche Sattelschwein, heute vor allem in den ostdeutschen Bundesländern anzutreffen, gilt als anspruchslos, robust und fruchtbar mit guter Fleischqualität. Die Schweine eignen sich für alle Formen der extensiven Viehwirtschaft. Laut GEH ist der Bestand der Tiere extrem gefährdet.



Ausgabetag: 01.09.2016
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: „Rhönschaf“: 70 / Motiv 2: „Deutsches Sattelschwein“: 85
Gesamtwert Blockausgabe: 155
Motiv 1: „Rhönschaf“ / Foto: Fränkisches Freilandmuseum Fladungen
Motiv 2: „Deutsches Sattelschwein“ / Foto und Vorhanghintergrund: Paul Farnham
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Carsten Wolff, Frankfurt am Main
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
Größe Postwertzeichen Motiv 1: „Rhönschaf“: 44,20 x 26,20 mm / Motiv 2: „Deutsches Sattelschwein“: 44,20 x 26,20 mm
Größe Blockausgabe: 164 x 110 mm
Motiv 1: MiNr. 3261 / Motiv 2: MiNr. 3262 (Block 81)
 
Brigitte Am: 07.09.2016 10:55:34 Gelesen: 335532# 339 @  
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Thema: „175 Jahre Deutschlandlied“

Es wurde gefeiert und idealisiert: das „Deutschlandlied“ von Hoffmann von Fallersleben. Den Anstoß für seine Dichtung gab 1841 eine Dampferfahrt von Hamburg nach Helgoland. Zur Begrüßung spielte die Schiffskapelle für die französischen Passagiere die „Marseillaise“, für die Engländer die Hymne „God Save the King“, nur für die deutschen Fahrgäste blieben die Bläser stumm. Der Dichter August Heinrich Hoffmann (1798–1874), bekannt als Hoffmann von Fallersleben, empfand dies als Makel. Auf Helgoland angekommen, wollte er die Schmach nicht auf sich beruhen lassen und griff zur Feder. So entstand am 26. August 1841 das dreistrophige „Lied der Deutschen“.

Die Sehnsucht nach Rechtsstaatlichkeit und nationaler Einheit, die sich darin spiegelte, war aus damaliger Sicht eine Utopie – Deutschland glich einem Flickenteppich aus 39 Einzelstaaten. Hoffmann unterlegte seinen Text mit einer bekannten Melodie: der ursprünglich für den österreichischen Kaiser Franz II. komponierten „Kaiserhymne“ (1797) von Joseph Haydn. Erst zum Weimarer Verfassungstag am 11. August 1922 erhob Reichspräsident Friedrich Ebert das komplette „Lied der Deutschen“ zur deutschen Nationalhymne. Während der NS-Zeit wurde ab 1933 lediglich die erste Strophe genutzt. Mit dem Untergang des „Dritten Reiches“ kam deswegen das Deutschlandlied auf den 1949 wieder aufgehobenen Index der amerikanischen Zone.

So ging Deutschland ohne Hymne aus dem Zweiten Weltkrieg hervor. Bundeskanzler Konrad Adenauer forderte 1950 bei einem offiziellen Anlass, die dritte Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne zu singen. Im Mai 1952 setzte sich Adenauer gegen Bedenken von Bundespräsident Theodor Heuss durch. Auch nach der Wiedervereinigung 1991 blieb die dritte Strophe des Deutschlandliedes („Einigkeit und Recht und Freiheit“) als Nationalhymne der vereinigten Republik bestehen. 2016 feiert das Lied, das so tief mit der deutschen Geschichte verwoben ist, sein 175-jähriges Jubiläum.



Ausgabetag: 06.10.2016
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Das Lied der Deutschen, 3. Strophe, in der Pixelschrift „Emperor“
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Daniela Haufe u. Prof. Detlef Fiedler, Berlin
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3263
 
Brigitte Am: 09.09.2016 07:08:00 Gelesen: 335406# 340 @  
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Thema: „Dom zu Naumburg“

Markant erheben sich seine vier Türme über den Dächern der Naumburger Altstadt: Der Dom St. Peter und Paul zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters und ist Besuchermagnet an der „Straße der Romanik“ in Sachsen-Anhalt.

Berühmt ist das Bauwerk vor allem wegen der Arbeiten des „Naumburger Meisters“ – eines namentlich unbekannten Architekten und Bildhauers, dessen Spur von Frankreich über Mainz bis nach Naumburg führt. Mit der Planung, Ausstattung und Ausführung des Dom-Westchores schuf er in Naumburg eine einzigartige Verbindung von Architektur, Plastik und Glasmalerei. Besonders die zwölf lebensgroßen Stifterfiguren sowie der Westlettner – die plastisch ausgestaltete Trennschranke zwischen Chor und Langhaus – machten den Künstler berühmt.

Als der „Naumburger Meister“ Mitte des 13. Jahrhunderts am Bischofssitz an der Saale eintraf, war der um 1210 begonnene Domneubau nahezu fertig. Der Künstler wurde mit der Ausführung des Westchors betraut, der noch fehlte. Mit ihm beginnt in Mitteldeutschland die Frühgotik. Dafür verantwortlich ist insbesondere der aufwendig gestaltete, hohe Westlettner. Er trennt Westchor und Langhaus so voneinander ab, dass der Chor nahezu als selbstständige Kirche oder Kapelle erscheint. Ob tatsächlich alle Reliefs, Figuren und Dekorationen des Lettners vom „Naumburger Meister“ stammen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sicher ist, dass die einzigartige Szenenfolge der Passion Christi von ihm gefertigt wurde. Im Westchor erwartet den Besucher der ebenfalls vom „Naumburger Meister“ geschaffene Stifterzyklus. Das Sandstein-Ensemble, darunter die Figur der Uta von Ballenstedt (um 1000–1046), zählt zu den berühmtesten Monumental-Skulpturen des Mittelalters.

Dargestellt sind vier Frauen und acht Männer des Hochadels, jeweils individuell gestaltet. Die ausdrucksstarke Mimik der Figuren ist verblüffend. Weitere kunsthistorische Kostbarkeiten beherbergt der Naumburger Domschatz, der die Geschichte des Doms in breiter Vielfalt dokumentiert



Ausgabetag: 06.10.2016
Wert (in Euro Cent): 45
Motiv: Dom vor historischem Grundriss
Foto: Otto Blaubach, Naumburg
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Markus Dreßen, Leipzig
Papier: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3264
 

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