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Thema: Rohrpostbelege
Das Thema hat 1127 Beiträge:
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Bundpostfrischsammler Am: 01.07.2008 18:05:01 Gelesen: 1138268# 78 @  
Sofern mir die Zeit bleibt, kann ich gerne auch ein paar Dinge Erklären. Der völlige Experte ist jedoch unser "Schmuggler"

HTA steht für Haupttelegraphenamt. Das HTA war seit 1876 in Betrieb und lag in der Oranienburger Straße 73-76.

Es war ein Sternenförmiger Knotenpunkt für die Rohrpoststrecken in alle vier Himmelsrichtungen.
 
reichswolf Am: 01.07.2008 18:07:57 Gelesen: 1138266# 79 @  
@ Concordia CA [#77]

Hallo Jürgen,

HTA bedeutet Haupt-Telegrafen-Amt, siehe hier:

http://www.luise-berlin.de/berlinaz/index.html#nvl?Haupttelegraphenamt

Beste Grüße,
Christoph

---

Edit: Bundpostfrischsammler war schneller. :-)
 
Schmuggler Am: 05.07.2008 20:32:25 Gelesen: 1138211# 80 @  
@ reichswolf [#79]

Meine beiden Vorredner haben prinzipiell recht, ABER: Das "Rohrpostamt 1 im HTA" hatte den Eingang (und Anschrift) "Französische Strasse 33b+c", weil das HTA ein Eckgebäude war.

Es hatte zu dieser Zeit auch noch keinen Brückenstempel laut der Fragestellung von Concordia, sondern einen gewöhnlichen Kreisstempel "Berlin W" mit einer oben mittig gesetzten römischen I. (Brückenstempel finden erst ab 1886 in der Rohrpost Verwendung)



Hier als Ankunftsstempel links während der sog. kurzen blauen Phase.

Noch blauer und noch länger verwendete ist der Rohrpoststempel vom P64 (R 7) bekannt, wobei der Stempel in Schwarz unscheinbar aber erheblich seltener ist.



Zurück zum Thema Nachbar-Ortsverkehr:

Ergänzend zu obigem Beitrag, kann eine solche Sendung auch frankiert auf einem Kartenformular vorkommen:



Sollten aus irgendeinem Grunde die zusätzlichen 2 Pfennig Porto neben der Rohrpostgebühr für eine Postkarte fehlen, wurde die Sendung gegen die Rohrpostgebühr per Rohrpost befördert, aber dann der Briefpost übergeben: Diese taxierte in diesem Fall das fehlende Porto mit "4" hinzu. denn die Briefpost taxierte nach ihren Regeln mit "das doppelte des Fehlbetrages" - in diesem Fall eben 2+2=4 unübersehbar in der Farbe blau.



1906 endete das vergünstige Porto für "Karten" im Nachbar-Ortsverkehr, sie kosteten jetzt wieder 5 statt 2 Pfennig. Der Brief blieb unverändert und weiterhin bei 5 statt 10 Pfennig.

1909 gab es für die Rohrpost eine grundsätzliche Veränderung. Wurden seit 1877 alle Rohrpostsendungen aus Berlin, adressiert in die OPD Berlin, dort unentgeldlich immer sofort per Eilboten bestellt (so wie in der Stadt auch) so mußte ab 1909 zusätzlich zur Rohrpostgebühr und dem Porto noch die Eilbestellgebühr frankiert werden - wenn diese gewünscht wurde. Wurde diese Gebühr nicht frankiert oder taxiert, wurde die Sendung auch nicht per Eilboten in der OPD bestellt, sondern auf dem nächsten gewöhnlichen Briefpost-Bestellgang mit ausgetragen.

Alle Versuche, diese Mehrgebühr mittels Eilboten-Aufkleber "heimlich" zu umgehen, sind wohl gescheitert - entsprechend selten sind Belege mit allen frankierten oder taxierten Leistungen.

Doch davon das nächste Mal etwas mehr. :-))


 
Schmuggler Am: 06.07.2008 12:11:22 Gelesen: 1138198# 81 @  
Guten Tag.

Briefpostsendungen mit bezahlter Rohrpostbeförderung plus Beförderungsporto kann man gelegentlich beobachten, siehe vorherige Darstellungen nach Breslau bzw. Wien vor 1900. Mit einer zusätzlichen Eilbestellung am Bestimmungsort wird es ab 1900 extrem eng:



Die frankierten 65 Pfennig sind schnell bestimmt:

- 10 Pfennig Porto für eine Fernsendung eines Briefes an den Rand des Kurischen Haffs
- 30 Pfennig Rohrpostgebühr für die Rohrpostbeförderung in Berlin und
- 25 Pfennig Eilbestellgebühr in Cranz/Ostpreussen.

Scheinbar schwieriger wird es im nächsten Fall, denn es sind nur 60 Pfennig gezeigt:

- 5 Pfennig Porto für die Sendung eines Briefes in den Nachbar-Ortsverkehr
- 30 Pfennig Rohrpostgebühr in Berlin und
- 25 Pfennig Eilbestellgeld am 7.4.1910 in Nonnendamm im OPD-Bezirk.



In diesem Zeitfenster geschieht noch etwas Wesentliches: Unterfrankierte Rohrpostsendungen wurden bisher an die Briefpost abgegeben und dort mit dem "doppelten des Fehlbetrages" taxiert - wie oben mit der blauen "4" im Nachbar-Ortsverkehr gezeigt.

Aber bereits ab 1898 sollte die Rohrpost selbst taxieren: "Fehlender Porto- oder Gebührenanteil plus einmalig 10 Pfennig". Zu 99% hielt sich aber niemand an diese Regel, sodass richtig in der Rohrpost taxierte Sendungen extrem selten sind:



Ganzsachenkarte für die Auslandsverwendung (10 Pfennig), taxiert mit + 25 Pfennig für die fehlende Rohrpostgebühr: 15 Pf. fehlende Rohrpostgebühr plus 10 Pfennig Rohrposttaxierung = 25 Pfennig am 4.1.1908.

Ab 1909 wurde diese Rohrposttaxierung, parallel zu der nicht mehr "automatisch" ausgeführten Eilbestellung in dem OPD-Bezirk Berlin, rigeros in der Rohrpost umgesetzt: Es kommt ab dieser Zeit zu 99% nur noch die Rohrposttaxierung und nicht mehr die bisherige Briefposttaxierung ("doppelte des Fehlbetrages") in Anwendung.



Fehlendes Porto nach Grunewald (5 Pfennig) in den Nachbar-Ortsverkehr plus 10 Pf. Rohrposttaxierung = 15 Pfennig blaue Taxierung.

Diese Mehrgebühr für den Empfänger führte wohl zu Kundenreklamationen, denn kurz darauf (1909) kam der Taxierungs-Informationsaufkleber am Bestimmungsort in Anwendung. Erst handschriftlich



dann ab ca. 1910 in gedruckter Form, mit oder ohne handschriftliche Ortsergänzung.



Demnächst ein etwas mehr zum Thema "Die Reichsabgabe", sofern nicht andere Wünsche bestehen.
 
Bundpostfrischsammler Am: 08.07.2008 09:18:16 Gelesen: 1138157# 82 @  
Und einmal ein Beleg im Ganzen.
 


Schmuggler Am: 08.07.2008 09:43:42 Gelesen: 1138153# 83 @  
Am 26.6.1916 wird das zeitlich befristete ("bis auf Widerruf") Gesetz zur "außerordentlichen Reichsabgabe" veröffentlicht und ab dem 1.8.1916 umgesetzt.

Hintergrund zu diesem Gesetz war die Gegebenheit, dass der Haushalt der Reichspost als Folge des Krieges dringend konsolidiert werden musste: Nach einem noch riesigen Gewinn im Haushaltsjahr 1913 stürzte die Bilanz 1914 in einen leichten Verlust um bereits 1915 nur noch rote Zahlen zu schreiben. Die für 1916 vorauskalkulierten Kosten hätten auch der Staatshaushalt nicht mehr ausgleichen können. Der Bilanz-Rettungsversuch endet als Kompromiß in obigem Gesetz.

Dieses Gesetz führte zu den in den heutigen Porto- und Gebührentabellen genannten Werten. In der Rohrpost erhöhte sich die Beförderungsgebühr für Karte und Brief um je 5 Pfennig.

Die neuen Ganzsachen für die Rohrpost mit dem neuen Wertstempel zu 30 bzw. 35 Pfennig wurden vorläufig nicht hergestellt, da die alten Friedensdrucke noch in großen Mengen vorhanden sind; die alten Friedens-Ganzsachen wurden mit plus 5 Pfennig auffrankiert und den neuen Gebühren angepasst.



Ganzsachenumschlag der Rohrpost (30 Pfennig) mit 5 Pfennig Ergänzungsgebühr für die Reichsabgabe am 18.9.1916 im Rohrpostbezirk.



Ganzsachenkarte der Rohrpost (25 Pfennig) mit 5 Pfennig Ergänzungsgebühr für die Reichsabgabe am 25.9.1916 im Rohrpostbezirk. Die Frankatur wurde handschriftlich entwertet.

Die im "Haus der Philatelie" in Bonn archivierten Proben für die neuen Ganzsachen der Rohrpost sind aus September 1916, die z. Zt. frühesten bekannten Verwendungen aus dem Frühjahr 1917.

Die neue Briefmarke zu 35 Pfennig (MiNr. 103) ist erstmals ab Februar 1909 in Gebrauch.



Ein Ganzsachenumschlag des Admiralstab, ein sog. DRUB, mit der laufenden Nr. 193 aus Oktober 1918 und der eingedruckten Gebühr (Wertstempel) für die Rohrpostbeförderung zu 35 Pfennig.

Am 11.9.1919 wurde das "Gesetz zur ausserordentlichen Reichsabgabe" von 1916 pflichtgemäß widerrufen - um durch die Reichspost eine neue Porto- und Gebührenstruktur ohne Reichsabgabe zum 1.10.1919 anzukündigen.
 
Pilatus Am: 08.07.2008 21:40:51 Gelesen: 1138130# 84 @  
Und so hat sich mein Urenkel das vorgestellt. Hat er mir gestern grade verraten.

Gruß Pilatus


 
Jürgen Witkowski Am: 09.07.2008 21:19:16 Gelesen: 1138098# 85 @  
@ Schmuggler [#83]

Prima, dass du zwischen deinen Knecht- und Frondiensten in Haus und Garten immer mal wieder hier nach dem rechten siehst und für die Weiterbildung der geneigten Leserschaft Sorge trägst.

Meine neueste Beute aus der Rubrik Rohrpost wirft bei mir Fragen auf.

Die Fakten:

Rohrpostkarte MiNr. RP 13
Der Ziffernstempel mit der 11 ist ein Botenstempel.
Aufgegeben wurde die Karte am 24.6.02 1.30 N auf dem Postamt Berlin W62.
Der Ankunftstempel ist identisch mit dem Aufgabestempel.

Das Postamt W 62 lag (liegt immer noch?) in der Schillstraße im Bezirk Tiergarten. Es handelt sich um ein Bestell-Postamt.

Meine Fragen:

Wo liegt die Sinngebung einer Rohrpostsendung, die lediglich innerhalb des Postamtes bewegt wurde, bevor sie vom Boten zugestellt wurde? Hat sie jemals eine Rohrpostbüchse von innen gesehen?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
AfriKiwi Am: 09.07.2008 22:57:58 Gelesen: 1138091# 86 @  
@ Concordia CA [#85]

Hallo Jürgen,

ich möchte es nicht bezweifeln da Du die Karte vorher genauer betrachten kannst aber ich sehe die Zeitangabe auf der Brief Marke als 1:00, nicht als 1:30 wie links unten.

Wenn das stimmt ging alles sehr schnell aber wie !

Wie sehen es Andere ?

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 09.07.2008 23:18:02 Gelesen: 1138089# 87 @  
@ AfriKiwi [#86]

Hallo Erich,

ich bin der Meinung, ich habe ausnahmsweise mal richtig hin geschaut und die Uhrzeit 1.30 N entziffert.

Das ist der Beweis:

Mit besten Durchblickergrüßen
Jürgen
 
AfriKiwi Am: 09.07.2008 23:58:42 Gelesen: 1138087# 88 @  
@ Concordia CA [#87]

Na gut, ich sehe immer noch keine 3, aber wenn Du damit zufrieden bist sind Deine Fragen noch zu beantworten.

Erich
 
Schmuggler Am: 10.07.2008 08:29:53 Gelesen: 1138069# 89 @  
@ Pilatus

Symbolisch hat Dein Urenkel gar nicht sooooo Unrecht, wenn er mit der Darstellung eine Haus-Rohrpostanlage meint, welche "auf Antrag" ab 1923 durchaus möglich war - allerdings aus Kostengründen wohl nicht für Privat. :-))

Mal neugierig gefragt: Aus welcher Quelle stammt das mir unbekannte aber nette Bild und kann ich es in mein Archiv übernehmen - ohne das Copyright zu verletzten?

@ Concordia

Schaut sich der Sammler seine Stücke an und kann/möchte sie auch "lesen" und verstehen, trifft man diese Erscheinung zu einer Aufgabe und Bestellung durch das Aufgabepostamt im Ortsverkehr relativ häufig an.

Die Ursache dafür kann viele Gründe zu jeder Zeit haben: Von Leitungsstörung bis philatelistischen Bedarf. Der rückseitige Text lässt meist die Interpretation zu, zu welchem Zweck die Karte geschrieben wurde. Letztendlich hat in der Brief- und Rohrpost das Aufgabepostamt bzw. der Annahme-Beamte entschieden, wie eine Sendung [B]schnellstens[/B] dem Empfänger zugestellt werden konnte. So konnte es durchaus sein, daß eine Rohrpostsendung trotz korrekter Rohrpostgebühr nie das Rohr von innen gesehen hat, weil z. B. die Empfangsanschrift noch im eigenen Bestellbezirk lag und der Bote "gleich" seinen Bestellgang begann.

Zeig doch bitte mal die Rückseite zu der Karte, dann lässt sich möglicherweise mehr dazu sagen.
 
Pilatus Am: 10.07.2008 11:41:31 Gelesen: 1138060# 90 @  
@ Schmuggler [#89]

Hallo Sammlerfreund Schmugler,

unter dem Thema "Spaß mit Briefmarken" kannst Du die Quelle und weitere dazugehörige Informationen nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen Pilatus
 
Jürgen Witkowski Am: 10.07.2008 12:09:41 Gelesen: 1138058# 91 @  
@ Schmuggler [#89]

Deinem Wunsche will ich gerne Folge leisten. Wenn ich das Gekrakel richtig deute, handelt es sich um die Absage eines Termins wegen Störung der Befindlichkeit. Eine Ausrede folgt der nächsten. Da ist bestimmt eine Veröffentlichung nicht zum vorgesehenen Termin fertig geworden.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Schmuggler Am: 10.07.2008 12:48:53 Gelesen: 1138053# 92 @  
JAU!

Den eventuellen Verdacht auf "philatelistischen Bedarf" oder entsprechende Spielereien bei der Kartenvorderseite konntest Du entkräften - meine geäusserte Vermutung wird gefestigt! :-))

Damals wie heute: Wer kennt denn den Bestellbezirk von seinem Aufgabepostamt? Kurz und Alltagstauglich: Man schreibt seine Botschaft, wirft sie in den Postkasten oder gibt sie am Schalter ab - und die Post bestellt "bitte fix" für xyz Porto oder Gebühr. Das "WIE" interessiert doch im nachhinein niemanden.

SALUTE!
 
Schmuggler Am: 12.07.2008 13:33:21 Gelesen: 1137989# 93 @  
Ab 1916 ist ein Stempel mit Minuten-Zeitgruppe bekannt, welcher mit dem Zusatz "Königliches Schloß" versehen ist.

Dieser Zusatz allein reichte auf einigen Auktionen in der Vergangenheit aus, um einen heutigen Preis von ca. 500 EUR für den Stempel auf Rohrpost zu rechtfertigen. Gleichwohl ist der Stempelzusatz grundsätzlich bereits vor 1910 in meinem Archivbestand. Bis zum Ende seiner Laufzeit wird er vielen Veränderungen unterworfen, mit der Minuten-Zeitgruppe ist er jedoch erst ab 1916 bekannt.



Im Herbst 1918 wird der Stempel grundsätzlich nicht mehr verwendet. Fasst man alle mir bekannten Informationen zusammen, so war das "Königliche Schloß" ein Haus-Postamt für den Kaiser, denn es war nur dann geöffnet bzw. in Betrieb, wenn sich der Kaiser im Schloß befand. War er auf Reisen, Manöver oder sonstwo, erfüllte das "Kabinetts-Postamt" diese Funktion.





1920, der Kaiser befand sich ohne eigenes Postamt und Stempel in den Niederlanden, wurde vor kurzem ein neuer Stempel mit Minuten-Zeitgruppe aus Berlin bekannt:



Ab dem 1.10.1920 wurde in der Rohrpost und in der Ortsgeschichte von Berlin alles anders: Die vielen Vororte bzw. Vorstädte von Berlin vereinigten per einem Gesetz sich zur neuen "Stadtgemeinde Gross-Berlin", griffiger als "Gross-Berlin" bekannt. Zu den eingemeindeten Ortschaften gehörten nicht nur die bekannten Ortschaften, sondern auch die kleine, autonome Enklave "Königliches Schloss" - und fast alles bisher gesagte und geschriebene zum Thema "Rohrpost" ist nicht mehr gültig: Ein ganz neues Kapitel zum Thema "Rohrpost" beginnt, "garniert" mit dem beliebten Sammelgebiet "Inflation".
 
doktorstamp Am: 16.07.2008 14:24:45 Gelesen: 968721# 94 @  
Deutsches Reich: Rohrpostkarte Mi RP 23

Michel gibt nur 1928 und bis zu 30.6.1933 gültig. Aus einem Englischen Forum wurde die Frage gestellt. Zu welchem Datum war die Karte in diesem Jahr ausgegeben?

mfG

Nigel
 
Jürgen Witkowski Am: 16.07.2008 16:38:36 Gelesen: 968712# 95 @  
@ doktorstamp [#94]

Auch im guten alten Ascher-Ganzsachenkatalog ist leider auch nur das Jahr 1928 als Ausgabezeitpunkt vermerkt. Das für die Karte passende Porto ist bereits ab dem 01.08.1927 erforderlich gewesen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 19.07.2008 23:37:38 Gelesen: 1137894# 96 @  
Dieser Beleg hat auf seinem Weg von New York nach Berlin einige interessante Stationen durchlaufen. Er wurde von Alfred Klimpel, einem Deutsch-Amerikaner, der in New York lebte, abgeschickt. Alfred Klimpel war Mitglied der Internationalen Sammler- und Tauschvereinigung Concordia. Das ist zu erkennen an seiner Mitgliedsnummer CA-6474/72 über seinem Namensstempel.

Der Empfänger war Kurt Kayssner, der in Berlin-Charlottenburg und später in Bad Buckow einen Verlag für philatelistische Erzeugnisse, Zeitschriften und Literatur betrieb. Er war zugleich auch der Präsident der Concordia.

Kayssner war ein anerkannter Experte für Schleuderflugpost. Sein Großer Deutscher Schleuderflug-Katalog von 1933 geniesst noch heute Kultstatus in Kennerkreisen.

Nun zu den Einzelheiten des Briefes:

Haberer-Nr. 56, Kayssner-Nr. 50, Graue und Leder-Nr. K74

Frankatur - 5 Cent = MiNr. 267, 15 Cent = MiNr. 301

Aufgabestempel Brooklyn N.Y. Bush Termsta. Jul 6 9.30 AM 1931

Leitvermerk - S.S. Europa Katapult Flight

Mit Dampfer "Europa" Richtung Europa

Am 11. Juli 1931 per Schleuderflug vom Dampfer Europa nach Southampton (England), Strecke 1.088 km - Grüner Bestätigungsstempel

Per Luftpost weiter nach Berlin Eingangsstempel Berlin C L 2 * 12.7.31 7-8 - Roter Bestätigungsstempel und rückseitiger Ankunftsstempel

Per Rohrpost weiter nach Berlin-Charlottenburg 2 12.7.31 10.30 V - Vorderseitiger Ankunftsstempel (Transitstempel?)

Per Rohrpost weiter nach Berlin-Charlottenburg 4 12.7.31 10.30 V - Rückseitiger Ankunftsstempel

Meine Frage an die Rohrpostexperten:

Liege ich richtig in der Annahme, dass der Transport vom Flughafen Berlin zum Postamt Charlottenburg 2 und von dort weiter zu Postamt Charlottenburg 4 per Rohrpost erfolgt ist?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
alexiosp Am: 25.07.2008 14:33:56 Gelesen: 1137763# 97 @  
@ Schmuggler [#47]

Hello Nigel and to all !

Sorry, I do not speak English, but if anyone can understand and reply I will be most grateful !

I attach a picture of RP23. Is this a correct rohrpost use?

Thanks,
Alexios


 
Jürgen Witkowski Am: 25.07.2008 20:24:27 Gelesen: 1137726# 98 @  
@ alexiosp [#97]

This is a genuine postcard transported with pneumatic post. It is quite easy to identify pneumatic post.

In the postmark, you can see minutes after the hour - 9.-V or 9.50 V instead of 9-10V.

The numeral cancel with the cypher 4 is from the postman who delivered the card. The handwritten number 113 is the same as in the postmark from the receiving post office.

I hope, you are able to understand my awful English.

Best regards.
Jürgen


 
alexiosp Am: 25.07.2008 20:59:14 Gelesen: 1137720# 99 @  
Jurgen,

your English is fine! Many thanks for your detailed reply!

This is a card at a price range of around 50-60 euros. The card below was sold at a recent Gaertner auction at around 800 euros is memory serves. I don't know much about pneumatic post or German postal history (my main interest is British Levant), so how is this great price difference explained? Is it because of the cancellation?


 
Jürgen Witkowski Am: 26.07.2008 00:20:00 Gelesen: 1137701# 100 @  
@ alexiosp [#99]

It must be the special kind of cacellation you can see at the right and the left side of the card. For further details we have to wait for our specialist Schmuggler. I'm sure, he will explain us the reasons of the difference in the price range.

For our German readers I will translate the articles [#97] - [#100].

Eine kurze Zusammenfassung der Beiträge [#97] - [#100]:

alexiosp möchte wissen, ob der in [#97] gezeigte Beleg eine echt gelaufene Rohrpostkarte ist. Anhand der Minutenangabe im Poststempel, des Botenstempels und des handschriftlichen Eintrages des Zielpostamtes ist das eindeutig zutreffend.

In [#99] stellt alexiosp eine weitere Rohrpostkarte vom gleichen Typ vor, die im Gegensatz zur ersten Karte, die mit 50-60 € bewertet wird, bei einer Auktion ca. 800 € erzielt hat. Der Preisunterschied ist vermutlich durch die besonderen Zeitstempel zu erkären. Hier wird uns aber nicht anderes übrig bleiben, als auf eine Erklärung unseres Rohrpost-Spezialisten Schmuggler zu warten.

Best regards - Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Schmuggler Am: 26.07.2008 13:07:42 Gelesen: 1137686# 101 @  
@ Concordia CA [#100]

Guten Morgen .-))

Ich möchte mich nicht auf Englisch outen, sonst rotiert wieder mein Englischlehrer im Grab ... :-((

Die gezeigte Ganzsachenkarte aus Berlin ist NICHT in Berlin, sondern in München innerhalb des Rohrpostbezirks gelaufen! Der katalogisierte Preis bezieht sich auf Berlin und ist in ähnlicher Qualität durchaus für ca. 30 EUR bei eBay oder Delcampe erhältlich. Aber nicht für München.

Anmerkung: Die seitlichen Stempel sind die echten Rohrpoststempel von München - die gelegentlich fehlinterpretierten Nummernstempel vom Fernsprechamt auf Eilsendungen sind KEINE Rohrpoststempel in München.

Ab zum futtern!
 
AfriKiwi Am: 26.07.2008 13:47:14 Gelesen: 1137680# 102 @  
@ Schmuggler [#101]

Hoffe die Tauben sind zufrieden ! ;)

Was aber bedeutet TA im Stempel ?

TA: (It.) Transito Austriaco (Austrian transit) pre-adhesive postmark. ?

Erich
 

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