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Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 624 Beiträge:
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SH-Sammler Am: 28.09.2018 14:39:35 Gelesen: 50320# 525 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#523]

Hallo,

dieser Stempel gehört zur Gruppe 98 (Stabile Postämter). Er wurde ab 1875 eingesetzt und kommt häufig vor.

Gruss
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 28.09.2018 14:56:54 Gelesen: 50311# 526 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#524]

Hallo Kevin,

ich möchte nicht nur schreiben, sondern auch noch etwas zeigen.



SCHAFFHAUSEN, 3. Mai 1866 nach Berg bei Stuttgart, im Königreich Württemberg. Der Stempel Schaffhausen gehört in die Stempelgruppe 115.

Taxe: 1. Schweizer Rayon = 10 Rp. plus 2. Rayon im DÖPV = 20 Rp. plus 20 Rp. Einschreibezuschlag. Das Weiterfranko für Stuttgart beträgt 6 Kreuzer = 20 Rappen.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 28.09.2018 16:09:03 Gelesen: 50305# 527 @  
@ SH-Sammler [#526]

Hallo Hanspeter,

ein feiner Brief, aber wenn man die Rückseite nicht sehen kann, kann man nicht bestätigen, dass Württemberg das Weiterfranko von 6 Kreuzern erhalten hat.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 28.09.2018 16:41:41 Gelesen: 50302# 528 @  
@ bayern klassisch [#527]

Hallo Ralph,

ich habe den Brief nicht bei mir und kann die Rückseite nicht zeigen, bin momentan noch in Asien. Im November halte ich ihn dann wieder in den Händen. Und Ende November stelle ich ihn (und meine Schaffhauser Sammlung) am Tag der Briefmarke in Allschwil (bei Basel) aus.

Gruss

Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 28.09.2018 16:46:28 Gelesen: 50301# 529 @  
@ SH-Sammler [#528]

Hallo Hanspeter,

dann wünsche ich dir eine schöne Zeit dort!

Ich werde leider nicht in der zeitlichen Lage sein, diese Ausstellung und damit deine Sammlung zu besuchen, wünsche dir aber schon jetzt auf diesem Wege alles Gute und viele Punkte von den Junioren.

Bei derlei Briefen bietet es sich sehr an, gerade als Aussteller mit postgeschichtlichem "Background", die Siegelseite zu zeigen, weil ohne diese das Verständnis für das Poststück und die damit einhergehenden Postverträge und Porti leiden muss.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 03.10.2018 21:58:08 Gelesen: 49727# 530 @  
@ SH-Sammler [#528]

Lieber Hanspeter,

ich werde sehr gerne Deine Sammlung studieren, die Du in Allschwil ausstellen wirst. Wie finde ich die Sammlung?

Anbei zeige ich eine schöne Drucksache von 1876, frankiert mit einer Zumstein Nr. 37. Alles ist sehr schön, auch der beliebte kleine Stempel von Ottenbach.



Auch der Inhalt der Drucksache ist interessant; es ist eine Verlobungsanzeige.



Liebe Grüsse
Heinz
 
bayern klassisch Am: 03.10.2018 22:05:32 Gelesen: 49723# 531 @  
@ Heinz 7 [#530]

Wundervolles Stück, Heinz, es muss nicht immer eine 5 - Farben - Frankatur nach Singapur sein, die uns Postgeschichtlern große Freude bereitet.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 05.10.2018 13:27:14 Gelesen: 49693# 532 @  
@ Heinz 7 [#530]

Hallo Heinz,

ich freue mich, Dich in Allschwil zu treffen. Ich denke sogar, dass wir uns schon mal begegnet sind. Dies jedoch, ohne zu wissen, dass wir bei philaseiten aktiv sind.

Du findest mein Exponat "Postgeschichte Schaffhausen" in der Gruppe "Postgeschichte". Es sollte das Exponat Nr. 9 sein. Es ist ein Auszug von 5 Rahmen aus meiner Sammlung, welche ich hier bei "virtuelles Album" eingestellt habe.

Liebe Grüsse

Hanspeter
 
philaworld Am: 15.12.2018 01:10:58 Gelesen: 35019# 533 @  
Schweiz nach Jerusalem: 1879 25 Rp. UPU Tarif für Brief, einfaches Gewicht von Basel 3. Februar 1879 über Genf, über den Hafen Brindisi, mit der Reederei nach Ägypten und weiter nach Jerusalem.

Tarif der Weltpostunion der 1.7.1879. 25 Rp. Für ausländische Post.



Lieber Gruss
Rene
 
quinte Am: 15.12.2018 22:56:01 Gelesen: 34998# 534 @  
@ philaworld [#533]

Belege echt gelaufen - ist immer eine interessante Sache - insbesondere dann, wenn die Adresse im Nachhinein geschichtlich etwas aussagt:

Jerusalem 1879 in -> SYRIEN ?

Ich fand dazu im Netz leider keine Erklärung - vielleicht gibt es hier eine - ich würde mich quintisch freuen.
 
volkimal Am: 16.12.2018 10:20:48 Gelesen: 34985# 535 @  
@ quinte [#534]

Hallo Quinte,

damit Du dich quintisch freuen kannst eine kleine Erklärung.



Quelle: Wikipedia - Osmanisches Reich

Wie Du an der Abbildung siehst, gehörte Jerusalem 1878 zum Osmanischen Reich. Im Meyers Konservationslexikon von 1879 heißt es zu dem Begriff Syrien: "Heute versteht man darunter alles Land zwischen dem Euphrat und der arabischen Wüste im Osten und dem Mittelmeer im Westen, dem Tauros im Norden und der Grenze Ägyptens im Süden (türk. Süria)".

Viele Grüße
Volkmar
 
quinte Am: 16.12.2018 12:16:04 Gelesen: 34975# 536 @  
@ volkimal [#535]

Somit wurde das Rätsel am Sonntag - also ein inoffizielles Sonntagsrätsel - gelöst.

Gelöst ist nun noch nicht die Frage, warum dieser Beleg erscheint unter "Thema: Israel: Belege echt gelaufen", zumal es ja auch das "Thema: Syrien: Echt gelaufene Belege" gibt?

Danke jedenfalls für die Karte, die eine Geschichtslücke sicherlich nicht nur für mich hat schließen können.
 
StefanM Am: 17.12.2018 08:01:20 Gelesen: 34961# 537 @  
@ quinte [#536]

Gelöst ist nun noch nicht die Frage, warum dieser Beleg erscheint unter "Thema: Israel: Belege echt gelaufen", zumal es ja auch das "Thema: Syrien: Echt gelaufene Belege" gibt!?

Nach der Definition der Themenreihe "Echt gelaufene Belege: Land XYZ" ist mit XYZ nicht das Zielland gemeint, sondern das Land, aus dem der Beleg versendet wurde. Insofern müsste der Beleg in einem Schweiz-Belegethema gepostet werden.

Stefan

[Beiträge [#533] bis [537] verschoben aus dem Thema "Israel: Belege echt gelaufen". Stefan hat recht - immer das Land, welches auf der Marke steht ist massgeblich für das Thema (mit ganz wenigen Ausnahmen)]
 
briefmarkenwirbler24 Am: 20.01.2019 10:55:01 Gelesen: 29927# 538 @  
Guten Morgen alle zusammen,

es wurden in diesem Thema bereits etliche Destinationen gezeigt, aber soweit ich weiß, war Belgien bisher noch nicht dabei, das soll sich nun ändern.

Aufgegeben wurde der Brief am 26.02.1875 um 9 Uhr in der Früh in Zürich und vom Absender adressiert nach Antwerpen in Belgien.

Siegelseitig lässt sich der Transitstempel von Basel (27.02.) erkennen, bevor er noch am gleichen Tag über Frankreich direkt nach Antwerpen weitergeleitet werden konnte und dort auch am 28.02. angekommen ist.

Hier gilt die Tarifperiode vom 01.07.1869 bis 30.06.1875, nach der einfache Briefe der 1.Gewichtsstufe mit 30 Rappen zu frankieren waren.

Die Destination Belgien ist verhältnismäßig selten (so wurde sie von Schäfer mit 8 von 13 Punkten bewertet, also genauso wie z.B. Brasilien), was natürlich nur als grober Richtwert dienen sollte. Da ich den Brief allerdings zum Preis einer großen Pizza plus kleinem Getränk bekommen konnte (wie Ralph immer so schön sagt :D), war der Beleg sicherlich nicht überbezahlt.

Liebe Grüße

Kevin


 
bayern klassisch Am: 20.01.2019 15:12:50 Gelesen: 29885# 539 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#538]

Hallo Kevin,

gut gekauft! Die Punktzahl von 8, also gleich Brasilien, ist natürlich ein Witz! Es gibt sicher 100 Briefe nach Belgien, ehe einer nach Brasilien auftaucht, da hat der Buchautor sich wohl ziemlich vergriffen.

Die Leitung erfolgte via Reichspost, die der Schweiz und Belgien die Versendung geschlossener Briefpakete zubilligte, was den Preis für das schreibende Publikum sehr wohlfeil machte.

Kurz darauf kam ja der UPU und dann war (fast) jeder Brief bei 25 Centimes, von Ausnahmen abgesehen (Russland usw.).

Liebe Grüsse,
Ralph (die Pizzaangabe ist wenigstens für jeden leicht nachvollziehbar!) :-)
 
briefmarkenwirbler24 Am: 20.01.2019 18:16:10 Gelesen: 29853# 540 @  
@ bayern klassisch [#539]

Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Korrektur bzgl. der Leitung über das Reich, da war ich wohl in Gedanken bei der vorherigen Periode, wo zumindest die Leitung über Frankreich vor Gründung des Deutschen Reichs Usus gewesen ist.

Hinsichtlich der Bewertungstabelle von Schäfer sollte man erst mal anführen, dass die Punktzahl eigentlich erst bei 4 losgeht (Frankreich, Italien, USA) und sich immer auf die jeweiligen Ausgaben bezieht (in dem Fall Sitzende Helvetia vor UPU), setzt man das dann in Relation zur Punktzahl 13 (Unikat), erhält man bei Belgien ziemlich genau die Mitte, was ich auch durchaus als gerechtfertigt empfinde. Was Brasilien angeht, ich kann natürlich nicht genau sagen wie viele Briefe es dorthin in besagter Zeit gegeben hat, allerdings war ich auch erst einmal etwas erstaunt.

Um sämtliche Destinationen bewerten zu können, sollte man auch ein ziemlich großes Archiv haben, um diese auch gegeneinander aufwiegen zu können oder Vergleiche zu ziehen. Ob das bei diesem Autor der Fall gewesen ist, kann ich nicht beantworten. Aber wir beide haben ja einen Sammlerfreund, der sicherlich genug Material hat oder gesehen hat, um solche Aussagen mit Gewissheit treffen zu können. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
bayern klassisch Am: 20.01.2019 18:59:32 Gelesen: 29842# 541 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#540]

Hallo Kevin,

ich weiß nicht, warum eine Liste mit 4 anfängt und bei 13 aufhört. Bei mir würde sie bei 0 anfangen und bei 10 enden, weil man das auch ohne mehrere Semster Mathematik studiert zu haben instantan verstehen würde.

Aber egal - wer Belgien und Brasilien auf ein Level hebt, hat wohl eher wenige Briefe gesehen, oder einen Tippfehler begangen. Da ich ja auch eine kleine Bayern - Schweiz - Spezialsammlung 1806-75 mein Eigen nennen darf, habe ich mich natürlich auch, oder gerade mit den Auslandsdestinationen der Schweiz befasst, weil Bayern auch da Transitland war, wie umgekehrt natürlich auch und da darf ich dir versichern, dass alle südamerikanischen Staaten selten sind.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 20.01.2019 19:35:09 Gelesen: 29829# 542 @  
@ bayern klassisch [#541]

Hallo Ralph,

so ganz ist mir sein System auch noch nicht eingeleuchet, aber die Liste beginnt auch mit 1 (mit der Bezeichnung "Massenware"), bloß ist keine Destination als solche kategorisiert worden.

Aber wie oben schon gesagt, ich war auch ein wenig erstaunt über die Bewertung [1], zumal man ja selbst an den Zuschlägen sieht, dass Brasilien deutlich seltener ist, denn für einen Brief dorthin wäre ich mit einer Pizza und Getränk nicht hingekommen :D.

Liebe Grüße

Kevin

[1] http://www.philaworld.ch/index.php/Kategorie:Destinationen
 
bayern klassisch Am: 20.01.2019 19:54:08 Gelesen: 29823# 543 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#542]

Hallo Kevin,

danke für die Liste - was soll ich dazu sagen?

Wer unterscheidet in Österreich und Ungarn, aber ganz Altdeutschland und Italien unisono bewertet, sollte keine Bewertungen abgeben, weil es so ad absurdum geführt wird. Für manchen sind die selbst gestellten Aufgaben einfach zu hoch.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 20.01.2019 22:49:37 Gelesen: 29787# 544 @  
@ bayern klassisch [#543]

Hallo Ralph,

genau deswegen habe ich diese Liste immer bloß als grobe Orientierung genommen, weil zu viele Pauschalisierungen vorgenommen wurden. Bei den Altdeutschen Staaten hätte man zumindest zwischen den südlichen und denen im Norden unterscheiden müssen was Seltenheit anbelangt.

Liebe Grüße

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 21.01.2019 19:49:43 Gelesen: 29595# 545 @  
Guten Abend in die Runde,

heute gibt es mal vergleichsweise leichte Kost, die beiden Briefe lagen noch mehr oder weniger "unbehandelt" in einem meiner Alben herum.

Ersterer wurde am 17.07.1876 in Genf aufgegeben und nach Paris adressiert. Leider befindet sich siegelseitig kein Ankunftsstempel. Dafür ist vorderseitig der blaue Grenzübergangsstempel "Suisse-Bellegarde" vom 18.07. abgeschlagen worden, demnach sollte der Brief noch am gleichen Tag angekommen sein.

Der zweite Brief ist am 12.08.1881 in Zürich aufgegeben und nach Mailand adressiert worden. Hier finden wir siegelseitig zum einen den Bahnpoststempel "Chiasso-Mailand" und den Ankunfsstempel jeweils beide vom 14.08. Der kleine Stempel mit der Nummer "32" dürfte der Stempel des Briefträgers gewesen sein, der den Brief dem Empfänger ausgeliefert hat.

Dieses Mal ist die Taxierung ganz einfach, nämlich 25 Rappen für einen einfach gewichtigen Brief zur UPU-Zeit.

Auf dem Scan leider nicht ganz so deutlich sichtbar wie im Originalen, aber der Brief nach Italien wurde mit Mi.Nr.32a (25 Rappen bläulichgrün) frankiert und der Brief nach Frankreich mit Mi.Nr.32b (25 Rappen gelblichgrün bis gelbgrün). Preistechnisch wird letztere auf Brief immerhin drei mal so hoch bewertet wie erstere.

Liebe Grüße

Kevin



 
Franz88 Am: 31.01.2019 13:31:39 Gelesen: 28119# 546 @  
Hallo Sammlerfreunde,

die Briefmarken aus der Schweiz sind zwar nicht mein Sammelgebiet, ein Bekannter hat mich aber gebeten dieses Bild einzustellen, um etwas darüber zu erfahren. Laut Beschreibung ist es ein Probedruck im Zehnerblock für die erste Ausgabe der Sitzenden Helvetia (Ausgabe 1862).

Dazu hätte er folgende Fragen: Was ist ein Probedruck? Wie hoch wird dieser Probedruck bewertet?



Schöne Grüße
Franz
 
Heinz 7 Am: 06.02.2019 00:11:45 Gelesen: 26513# 547 @  
@ Franz88 [#546]

Lieber Franz,

um den Fälschern (die im XIX. Jahrhundert in breitem Masse ihr Unwesen trieben) das Handwerk zu erschweren verwendete die Post in vielen Ländern Spezialpapier für ihren Briefmarkendruck. Die Schweiz z.B. brachte Papier mit Untergrundlinien heraus, mit eingelegten Seidenfäden, mit Wasserzeichen und auch mit Kontrollzeichen-Eindrucken.

Um 1862 kam das Kontrollzeichen Kreuz breite Form in Gebrauch (siehe Dein Bild links); die Form Kreuz schlankere Form kam meines Wissens erst 31 Jahre später (1893) zur Anwendung (Bild oben: rechts).

Du zeigst uns nun eine Papierprobe mit diesen Kontrollzeichen. Natürlich mussten die Papiere und die Zähnungsversuche vor der definitiven Auftragserteilung getestet werden; diese Papierprobe scheint so ein Versuchsdruck zu sein (Das Kontrollzeichen wurde mit Prägedruckplatten angebracht).

Solche Papierbogen sind nicht katalogisiert und nicht bewertet. Ein Spezialsammler wird sich aber freuen, eine solche seltene Druckprobe zeigen zu können. Ich kann mich erinnern in einem Auktionskatalog einmal ein ähnliches Stück gesehen zu haben. Den erzielten Preis dafür kann ich aber nicht nennen. Wenn ich ihn finde, melde ich es Dir.

Heinz
 
Franz88 Am: 06.02.2019 17:25:22 Gelesen: 26348# 548 @  
Lieber Heinz,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Info. Damit hast Du mir sehr geholfen.

Schöne Grüße aus der Steiermark
Franz
 
briefmarkenwirbler24 Am: 23.02.2019 13:34:51 Gelesen: 23992# 549 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich euch gerne eine nette Geschäftskarte zeigen, nichts Spektakuläres, aber ich mag diese Art von Belegen.

Aufgegeben am 03.12.1874 von "G.Schiesser, Burgdorf" in Burgdorf. Leider konnte ich im Internet keine Infos über dieses Geschäft/Unternehmung finden. Adressiert wurde die Karte nach Diessbach bei Thun (heute Oberdiessbach, es gibt noch ein Diessbach bei Büren). Siegelseitig finden wir einen Transitstempel von Grosshöchstetten sowie den Ankuftsstempel jeweils vom darauf folgenden Tag.

Zur Taxierung lässt sich sagen, dass korrekterweise 2 Rappen für eine Drucksache bis 50 gr laut Tarif vom 01.10.1872 bis 01.09.1876 frankiert wurden. Anhand dieser Karte lassen sich auch gut einige Vorschriften erklären:

In der ersten Weisung vom 25.08.1851 wurden bereits einige Maßstäbe genannt, die noch lange Zeit später prägend für die Aufgabe einer Drucksache sein sollten: Frankiert, offen versandt und Handschrift nur als genau festgelegte Ausnahme, hier der genaue Wortlaut:

Für Druckschriften, Lithographien und dgl., insofern sie außer der Adresse, dem Datum und der Namensunterschrift nichts Geschriebenes enthalten, und daher behufs der Prüfung unter Band aufzugeben und zugleich zu frankieren sind, findet...Tarifermäßigung statt

Ergänzt am 20.12.1851 mit der Drohung Gegenstände, die...in einer die Erkennung als Drucksache nicht zugelassenen Verpackung aufgegeben werden, sind bis zum Betrage der Brieftaxe nachzutaxieren

Da es selbst bei geschäftlich genutzten Drucksachen nicht ganz ohne Handschrift ging, wurden am 01.04.1858 neu geregelte Ausnahmen zugelassen: Bei Druckschriften, welche in größerer Zahl aufgegeben werden, kommt die ermäßigte Taxe auch dann in Anwendung, wenn diese Druckschriften einige handschriftliche Zusätze erhalten. Diese Zusätze dürfen aber nur in Zahlen, Daten, Unterschriften und Adressen bestehen, so daß der Charakter der Druckschriften überwiegend bleibt

Handschriftlich hinzugefügt werden darf bspw. bei Einladungskarten der Name und die Eigenschaft des Adressaten sowie der Tag und Ort der Zusammenkunft. Wir sehen also, dass bei oben gezeigter Karte alles genau nach Vorschrift ablief, bloß die Adresse, der Name des Besuchenden sowie der "Tag der Zusammenkunft" sind handschriftlich ergänzt worden.

Liebe Grüße

Kevin



[Quelle: Drucksachen der Schweiz, Matthias Vogt unter Mithilfe von Robert Bäuml]
 

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