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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 10483 Beiträge:
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muemmel Am: 15.06.2013 21:46:35 Gelesen: 4289462# 2209 @  
Salut Belegfreundinnen und -freunde,

heute wieder etwas "trockene" Materie aus der Portoperiode 7 (1.1.–30.6.1922):



(Datenbank # 2259)

Ein Brief der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte vom 22.3 22 aus Berlin-Wilmersdorf nach Schwerin. Frankiert mit einem Postfreistempel 200 (Pfennig).
 
muemmel Am: 16.06.2013 19:00:25 Gelesen: 4288981# 2210 @  
Guten Abend,

aus der Portoperiode 25 (20.–25.11.1923) hier eine Warenprobe ins Ausland:



(Datenbank # 956)

Gelaufen am Ersttag der Portoperiode von Freiburg im Breisgau nach St. Gallen in der Schweiz. Gewichtsstufe bis 150 Gramm, Porto 48 Milliarden Mark. Der Beleg ist um 1 Milliarde überfrankiert, aber vielleicht gab es in Freiburg keine Marken zu 1 Milliarde mehr.

Im Inland reichte auch die Angabe "Warenprobe", für Auslandssendungen war jedoch "Muster ohne Wert" vorgeschrieben.

Schönen Gruß
Harald
 
volkimal Am: 16.06.2013 19:31:54 Gelesen: 4288964# 2211 @  
Hallo zusammen,

dass während der Inflation die Preis häufig auf Dollarbasis oder in Goldmark verrechnet wurden ist mir klar.



Damit man flexibler war, fehlten auf dieser Vordruck-Karte nur die Preise. Ursprünglich hat der Absender die Preise in Dollar dazugedruckt. Anschließend sind sie mit Bleistift in GM = Goldmark verändert worden.

Mit der zusätzlichen Angabe des Rabatts und dem Vermerk "für landwirtschaftl. Zwecke 20% billiger" hätte die Karte eigentlich nicht mehr als Drucksache befördert werden dürfen.



Bei dieser Karte kann ich zwar die Berechnung des Multiplikators für die Preise mathematisch nachvollziehen:

Multiplikator = (21.800.000 + 150.375.000 : 4) : 2 = 29.696.875

Was mir nicht klar ist, ist der Sinn dieser Kombination aus Goldmark und Dollar. Vor allem wo der Spritpreis (2.) auf Dollarbasis berechnet wird und die anderen Preise 3. + 4. auf Basis des obigen Multiplikators.

Wer kann mir den Grund für diesen komplizierten Multiplikator nennen?

Viele Grüße
Volkmar
 
Marcel Am: 16.06.2013 22:12:56 Gelesen: 4288897# 2212 @  
@ volkimal [#2211]

Wer kann mir den Grund für diesen komplizierten Multiplikator nennen?

Hallo Volkmar,

da viele Unternehmen ihr Handel in fremder Währung tätigten und die Fremdwährungen die Geldfunktion in Deutschland übernommen haben, wurde am 12.Oktober 1922 eine "Verordnung gegen Spekulation in ausländischen Zahlungsmitteln" erlassen.

Der Einzelhandel hatte daraufhin seine Verkaufspreise in Mark anzugeben. Deren Reaktion darauf war das der Preis in Mark + entsprechenden Multiplikator errechnet wurde. Dieser Multiplikator hing vom Kurs "Dollar zu Mark" ab. Diesem Verfahren schlossen sich dann auch andere Instutitionen - Krankenkassen, Vereine, etc. an. Auch die Lohnpolitik wurde genauso berechnet - es gab einen Grundbetrag + Multiplikator.

Es gab eine zweite Verordnung am 27.Oktober 1922 die diese Vorgehensweise noch einmal zeigt (habe es gekennzeichnet). Dieser Multiplikator wurde also dann immer höher.



Quelle: Österr. Nationalbibliothek "ALEX-Online"

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen!

schöne Grüße
Marcel

Meine Vermutung: Dein Zollmultiplikator wird demnach die nach dem Dollarkurs errechnete Steuer sein. Dein Spritpreis hatte eine Sperrzeit und wurde daher nicht mit dem Dollarmultiplikator errechnet.
 
muemmel Am: 18.06.2013 22:04:18 Gelesen: 4287701# 2213 @  
Guten Abend allerseits,

hier aus der Portoperiode 7 1.1.–30.6.1922) ein weiterer Postfreistempel:



(Datenbank # 2260)

Fensterumschläge sind zwar nicht sonderlich beliebt, aber das Porto von 125 Pfg. war in dieser Portoperiode nur für Fernpostkarten und Ortsbriefe möglich. Demnach haben wir es hier mit einem Ortsbrief zu tun, der sich am 2.6.22 in Essen herumgetrieben hat.

Freistempel dieser Wertstufe muss man schon ein wenig länger suchen.

Sonnige und heiße Grüße
Harald
 
muemmel Am: 19.06.2013 19:28:19 Gelesen: 4287369# 2214 @  
Salut,

aus der Vierfachperiode 26 (26.–30.11.1923) heute ein schwergewichtiges Teil vom 29.11.23:



(Datenbank # 1140)

Abgebildet ist der komplette Bogen, in dem ein dickeres Teil verpackt war und wie man an den Knickkanten unschwer erkennen kann. Das ganze ging dann als Brief bis 500 Gramm (4. Gewichtsstufe) per Einschreiben von Hamburg nach Lübeck auf die Reise. Das Porto betrug 144 Milliarden Mark, die Einschreibgebühr 80 Milliarden Mark. Frankatur mit 325 APa, 326 AP, 327 AP und 329 AP.

Langsam schmilzend
Harald
 
gründi Am: 20.06.2013 21:34:51 Gelesen: 4286976# 2215 @  
@ muemmel [#2214]

Moin Harald, die Destination deines gezeigten Beleges ist Leipzig und nicht Lübeck.

Gruß

gründi
 
muemmel Am: 20.06.2013 21:48:57 Gelesen: 4286966# 2216 @  
@ gründi [#2215]

Hallo Florian,

wo Du Recht, haste Recht. Und wer lesen kann, ist klar im Vorteil. In der Belege-Datenbank ist er auch richtig beschrieben. Danke für den Hinweis.

Grüßle
Mümmel
 
juni-1848 Am: 21.06.2013 19:28:36 Gelesen: 4286458# 2217 @  
Jaja, die Fensterumschläge:



Aus der PP16 vom 24. bis 30.08.23 dieser Freistempel mit dem Dreierblock mittelgroßer Nullen - diesmal ganz rechts. Den Nullerblock von HALLE (SAALE) 8 II habe ich auch schon mittig und links stehend gesehen.

In allen Fällen waren es Fenstercouverts ohne rückseitige Stempel.

Die Kohlenhandelsgesellschaft Riebeck wird sicher im Ortsbereich von Halle geliefert haben - also fehlt im Postfreistempel die vorangehende Ziffer "8" (Ortsbrief zu 8.000 Mark).

Hier nimmt den freien Platz im Freistempel sehr dekorativ ein Druckvermerk ein (5000 Umschläge, Druckauftrag von 1921).

Darf ich ihn unter ORTSBRIEF der Datenbank übergeben ?

Euch allen ein sintflutfreies Wochenende !
 
muemmel Am: 21.06.2013 20:11:54 Gelesen: 4286445# 2218 @  
@ juni-1848 [#2217]

Hallo Werner,

mit Ortsbrief dürftest Du wohl richtig liegen.

Grüßle
Mümmel
 
juni-1848 Am: 22.06.2013 14:53:21 Gelesen: 4286076# 2219 @  
@ juni-1848 [#2217]
@ muemmel [#2218]

In die Datenbank überführt: [http://www.inflaseiten.de/belege/zeigen/1811]
 
volkimal Am: 22.06.2013 15:49:36 Gelesen: 4286060# 2220 @  
@ Marcel [#2212]

Hallo Marcel,

danke für die Informationen. Einiges wird mir dadurch klarer. Wie man auf der Karte [#2211] lesen kann, gab es einen Goldzollmultiplikator und einen Dollarmultiplikator. Das passt zu Deinen Informationen.

Was ich aber weiterhin nicht verstehe ist dieser seltsame Multiplikator, der sich durch eine Formel aus den beiden eben genannten Multiplikatoren errechnen ließ. Hatten viele Firmen solch einen Multiplikator, die eine Kombination aus Goldzollmultiplikator und Dollarmultiplikator war?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 22.06.2013 16:03:52 Gelesen: 4286051# 2221 @  
Hallo zusammen,

heute mal wieder zwei Postfreistempel. Diesmal aus Pößneck:





Beim unteren Beleg war der aufgedruckte Betrag 12 Millionen. Die zwei weiteren Nullen hat man vermutlich durch einen Gummistempel ergänzt. Auf der Rückseite heißt es " Wer pünktlich zahlt spart Geld! Gegenüber den Vorkriegspreisen sind es ja nur wenige Pfennige, die wir uns ... ausbitten.". Dieser Text scheint schon sehr lange zu existieren. Die geforderten 1,2 Milliarden Mark hat wohl keiner mehr in Pfennigen angegeben. Außerdem - wenn man an die rasante Geldentwertung in der damaligen Zeit denkt, hat man vermutlich mehr gespart, wenn man mit dem Bezahlen noch ein paar Tage gewartet hat.

Viele Grüße
Volkmar
 
juni-1848 Am: 22.06.2013 16:11:10 Gelesen: 4286044# 2222 @  
Warum Postfreistempel wohl ein oft stiefmütterliches Dasein führen ? Dabei fördern sie geradezu unspektakulär - nicht nur in der Infla-Zeit - den Forscherdrang !

Freistempel gibt es seit weit über 300 Jahren und damit viel länger als Freimarken. Mit dem Aufbau der Postbeförderung im späten Mittelalter wurden Poststücke nicht mehr mit direktem Boten dem Empfänger übergeben sondern wanderten von Hand zu Hand, von Bote zu Bote. Es musste also kenntlich gemacht werden, ob eine Sendung ganz oder teilweise bezahlt war (handschriftliche Vermerke in ROT) oder ob bei Übergabe an den Empfänger nach erhoben werden sollte (in BLAU).

Zur schnelleren Abfertigung wurden zunächst Handstempel, später Maschinenstempel eingeführt. Nach Deutschland kamen die Freistempel zur Zeit Napoleons ab 1802 (Ortsstempel mit „PP“). Wohl aus Sparsamkeitsgründen führte dann die Preußische Post 1864 (während der Markenzeit) die Postfreistempel ein. In etwa 120 Orten blieben diese Stempel rund 16 Jahre in Verwendung.
Erst 1894 führte dann Württemberg aus Ersparnisgründen wieder Postfreistempel ein und gewährte den Nutzern von Masseneinlieferungen deutliche Rabatte.

Um 1910 kam ein findiger bayerischer Postingenieur auf die Idee, Postfreistempel mit einer Maschine aufzudrucken. Am 1.2.1910 führte die Bayerische Post die Barfreimachung von Massensendungen ein unter Verwendung der Langstempelmaschinen von Sylbe & Pondorf aus Gössnitz. Diese praktische Einrichtung wurde 1920 von der Reichspost mit dem Übergang der bayerischen Post einfach übernommen und weiterentwickelt.

Bereits 1903 wurde in Norwegen mit Stempelmaschinen (Krag) experimentiert. In Neuseeland wurde ein des Ingenieurs Moss konstruierter Freistempelapparat zunächst von der Post und später von ausgewählten "zuverlässigen" Absendern probiert. Den bevorstehenden Siegeszug um die Welt unterbrach jäh der erste Weltkrieg.

Im November 1919 erprobte die Reichspost eine Freistempelmaschine der Firma Klüssendorf aus Berlin mit Halbstempel-Freistempelung. Am 20.12.1920 war es dann so weit. Die bereits für die Markenentwertung verwendeten Klüssendorf-Halbstempel-Maschinen wurden in verschiedenen Berliner Postämtern eingeführt mit den von Ziermustern umgebenen Wertziffern zu 10 und 40 Pfennig in schwarzer Stempelfarbe - siehe auch [http://www.philaseiten.de/beitrag/67371]

Nach kurzer Testphase wurden bereits ab dem 16.2.1921 immer mehr Postämter mit den Maschinen ausgestattet und die Verwendung roter Stempelfarbe ab 1.8.1921 verfügt - siehe auch [http://www.philaseiten.de/beitrag/67639]

Für den Einsatz im Ausland ab Dezember 1921 musste der Post-Freistempel die Bezeichnung des Aufgabelandes tragen und in rot abgeschlagen werden. Die Zierfreistempel mit Landesnamen "DEUTSCHES REICH" wurden von März 1922 bis zum 11.12.1922 verwendet - siehe auch (Datenbank # 2020):



= Auslands-Drucksache 51-100g zu 250 Pfennig vom 29.8.1922 (PP8).

In dieser Zeit wurde auch ein Prototyp mit auswechselbaren Wertziffern (80 und 150 Pf) eingeführt, dessen Achteckrahmen Pate stand für das spätere Einheitsmuster (mit "DEUTSCHES REICH" oben) ab 1.10.1922 - siehe auch [http://www.philaseiten.de/beitrag/67777], (Datenbank # 1181).

1931 wurde die Landesbezeichnung im Achteckrahmen auf oben (DEUTSCHES) und unten (REICH) aufgeteilt und 1939 der Adlerkopf mit Hakenkreuz eingeführt - geradezu kärglich im Vergleich zu den zahlreichen Absenderfreistempel-Wertrahmen.

Bei der Einführung der Absenderfreistempler musste jegliche Manipulation am verbrauchten Porto unterbunden werden. Einem ersten Versuchsapparat (Komusina) ab 1921 folgten im Auftrag der Reichspost weitere Versuchsapparate von Komusina, Furtwängler, Bafra und Anker mit bis zu 4-stelligen Wertangaben (8000), deren Entwicklung jedoch durch die Nullen der treibenden Inflation ausgebremst wurden. Im Herbst 1923 wurde dann auf Veranlassung des Reichspost-Ministeriums die Francotyp-Gesellschaft GmbH gegründet, welche die Apparate (mit großem Achteck-Rahmenstempel) der bisherigen Wettbewerber Bafra und Anker ab Dezember 1923 (nach Ende der Inflation) gemeinsam vertrieb. In der Folge wechselten dann die Wertrahmen, blieben aber teils bis weit nach Ende des zweiten Weltkrieges (aptiert oder unverändert) in Verwendung.

Die Wertrahmen:

ab 1925 Bogen-Rechteck mit DEUTSCHES REICH oben
ab 1931 Mäander-Rechteck mit DEUTSCHES oben und REICH unten
ab 1934 Hakenkreuz-Sonne oben mit DEUTSCHES REICH unten
ab 1935 Saartyp: Bogen-Rechteck mit DEUTSCHES oben und REICH unten
ab 1936 Reichsadler oben mit DEUTSCHES REICH unten in Frakturschrift
ab 1938 Paketfreistempel: Achteck mit DEUTSCHES oben und REICH unten
ab 1939 Adlerkopf mit DEUTSCHES REICH oben in Frakturschrift
ab 1942 Reichsadler oben mit DEUTSCHES REICH unten in Antiquaschrift
ab 1943 Adlerkopf mit DEUTSCHES REICH oben in Antiquaschrift
ab 1945 Teil- bis Voll-Aptierungen aller vorstehenden Wertrahmen

Bleibt zu erwähnen, daß auch Freistempel der ab 1939 besetzten Gebiete verändert weiterverwendet wurden.

Und damit nach soviel Freistempel-Blabla keine Langeweile aufkommt, hier ein postamtlicher Vorläufer eines Absenderfreistempels, hergestellt von den Bafra-Werken in Berlin.

Im Achteck-Wertrahmen die dreistellige Wertangabe 360 mit vorangestelltem M (Mark), darunter das Postamt "Berlin N 39", das Firmenlogo des Absenders "Schering", die Apparatenummer "B1" und der 4-stellige Sendungszähler "0816". Dieser Apparat wurde nur wenige Wochen im Juni und Juli 1923 verwendet.

Da die Vorläufer-Apparate keine Aufgabe-Ortsstempel hatten, mussten die freigestempelten Sendungen wie mit Freimarken frankierte vom Aufgabepostamt mit dem Tagesstempel versehen werden. Dieser einseitige Vorteil nur auf Seiten des Absenders konnte die Erprobungsphase nicht überleben. Die "Entwertung" erfolgte hier im Postamt BERLIN N 4 mit Tagesstempel "BERLIN N \ -2.7.23.7-8 N \ * 4 i".

siehe auch (Datenbank # 2014):



= Fernbrief 21-100g zu 360 Mark

So, da wieder Belege - diesmal Infla ! - auf dem Postweg abhanden kamen, werde ich zeitnah mit Richard den Rahmen eines neuen Themas absprechen, in dem Ross und Reiter genannt und vor An- und Verkauf gewarnt werden darf !

In diesem Sinne Euch allen weiterhin ungetrübte Sammlerfreuden !
 
juni-1848 Am: 22.06.2013 16:44:15 Gelesen: 4286033# 2223 @  
@ volkimal [#2220]

Was ich aber weiterhin nicht verstehe ist dieser seltsame Multiplikator, der sich durch eine Formel aus den beiden eben genannten Multiplikatoren errechnen ließ. Hatten viele Firmen solch einen Multiplikator, die eine Kombination aus Goldzollmultiplikator und Dollarmultiplikator war?

Hatten Sie ! Es gab sogenannte Aufwertungsgesetze und "Berechnungsvorschriften" für Anwender:



Die (An-)Einleitung lüftet das Geheimnis.

Wo wir heute den Rechner unseres iphone oder PC quälen, hatten die inflationären Geschäftsleute Tabellenhefte und den spitzen Bleistift in der Tasche. Auf so mancher Rechnung aus dieser Zeit finden sich gigantische handschriftliche Rechennotizen hierzu.

Vor ein paar Jahren habe ich es einer Wirtschaftsstudentin für ihre Diplomarbeit/-prüfung eingeimpft - es hat knappe ZWEI Stunden gedauert, bis der blonde Lockenkopf die Ehrfurcht vor so viel mehr Nullen hatte.
 
juni-1848 Am: 22.06.2013 17:53:11 Gelesen: 4286002# 2224 @  
Einer geht heute noch:

Postfreistempel 3 Millionen Mark aus Pößneck:



(Datenbank # 341)

Drucksachen-Streifband von Pößneck in das sächsische Gross-Schönau im südlichen Zipfel des Kreises Görlitz an der tschechischen Grenze. Im Vergleich zu den häufigen Inlandsverwendungen (Drucksache bis 50 g) hier eine Drucksache in der raren 3. Inlands-Gewichtsstufe !

Die Wertziffern in drei Größen habe ich für Pößneck bis auf Sonntag, den 14.10.23, für jeden Tag der PP20 vom 10. bis 19.10.23 belegt:

Große 3 - 3x mittelgroße 0 - kleine 0 im Dreierblock



(Datenbank # 867)

Drucksachen-Streifband von Pößneck nach Budapest zum Auslandstarif der ersten Gewichtsstufe - der Sondertarif nach Ungarn galt nur für Postkarten und Briefe.
Die Wertziffern in zwei Größen:

Große 3 - 2x Dreierblock kleine 0.

Auffällig ist die fette 3 mit tropfenähnlichen Verdickungen an den Armenden der 3. Diesen Zifferntyp habe ich bisher nur von diesem Ort mit diesem Datum belegt.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten dieses Wertes in der PP20:

- Warenprobe bis 100g
- Ortsbrief der 2. Gewichtsstufe

Das wars für dieses Wochenende. Schönen Sonntag noch.
 
muemmel Am: 22.06.2013 19:26:24 Gelesen: 4285938# 2225 @  
@ juni-1848 [#2217]
@ Marcel [#2212]
@ volkimal [#2221]

Vielen Dank an euch für die Vorstellung der Belege und auch die weiterführenden Informationen.

Ebensolchen Dank auch für die Bereitstellung in der Belege-Datenbank inflaseiten.de. Inzwischen haben wir dort knapp 2.500 Belege gespeichert und das Team freut sich selbstverständlich über jedes weitere Exemplar. Auf dass die Datenbank wachse und gedeihe.

Also weiter so und schöne Grüße,
Mümmel
 
muemmel Am: 22.06.2013 19:33:57 Gelesen: 4285934# 2226 @  
Guten Abend an die Belegefreunde,

aufgrund meiner "Vorredner" mache ich dann auch weiter mit einem Postfreistempel aus der Portoperiode 8 (1.7.–30.9.1922):



(Datenbank # 2261)

Hierbei handelt es sich um eine Streifbandsendung des Fachblattes "Ärztliche Mitteilungen". Bis 50 Gramm betrug das Porto hierfür 75 Pfennig. Gelaufen am 15.7.22 von Leipzig nach Dessau.

Schönen Gruß
Harald
 
volkimal Am: 22.06.2013 19:45:10 Gelesen: 4285924# 2227 @  
@ juni-1848 [#2223]

Hallo,

herzlichen Dank für die Tabellen und die Beschreibung. Auf den allerersten Blick habe ich die Umrechnung noch nicht verstanden. Ich werde sie mir in Ruhe zu Gemüte führen, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

Volkmar
 
muemmel Am: 24.06.2013 18:16:01 Gelesen: 4285272# 2228 @  
Hallöle,

aus der Portoperiode 23 (5.–11.11.1923) hier ein eingeschriebener Brief ins Ausland:



(Datenbank # 801)

Gelaufen am 9.11.23 von Züllchow in Pommern nach Kopenhagen. 2. Gewichtsstufe bis 40g, Porto 6 Milliarden. R-Gebühr 1 Milliarde. Frankiert mit 7 Marken der 325 APa.

Schönen Gruß
Harald
 
doktorstamp Am: 24.06.2013 18:45:39 Gelesen: 4285261# 2229 @  
@ muemmel [#2228]

Hinzu ist der Beleg geöffnet und amtlich verschlossen nach der Reichsverordnung in der Suche nach Ausfuhr von ungenehmigten Sachen, darunter zählten Briefmarken.

mfG

Nigel
 
muemmel Am: 25.06.2013 14:59:31 Gelesen: 4284796# 2230 @  
Hallo Belegefreunde,

aus der Portoperiode 9 (1.10.–14.11.1922) eine Drucksache mit Postfreistempel:



(Datenbank # 2262)

Gelaufen am 14.11.22 (Letzttag der Portoperiode) von Charlottenburg nach Berlin und versehen mit einem Freistempel 100 (Pf) im Ziermuster.

Schönen Gruß
Harald
 
doktorstamp Am: 25.06.2013 17:09:13 Gelesen: 4284766# 2231 @  
Aus der Porto-Periode 3 ein einfacher Eilfernbrief in Königsberg am 11.7.19 aufgegeben.

Freigemacht mit einem Dreierstreifen der Mi108, und auch senkrecht ein Paar der Mi86II ergibt 65Pfg zusammengesetzt aus 50 Pfg Eilortsbestellgebühr (diese war am 10.7.19 auf 50 Pfg erhoben), und 15 Pfg Fernbriefporto bis 20gram.

Das nette dabei um die Bestellung innerhalb Berlins zu beschleunigen haben die Postler von der Rohrpost gebrauch gemacht.

Am 15.7.19 beim Rohrpostamt 40 eingegangen wo er dann laut Minutenstempel rückseitig innerhalb von 80 Minuten beim Rohrpostamt 21 im Nordwesten Berlins landete. Die Rohrpoststempelabschläge waren vom Verkäufer unbeachtet.



mfG

Nigel

Der sich über den Erwerb dieses Belegs freut.
 
Infla Frank Am: 27.06.2013 07:57:08 Gelesen: 4284068# 2232 @  
Hallo guten Morgen,

heute möchte ich einen Fernbrief vom Ersttag der Portoperiode 25 vom 20.11.23 vorstellen. Das Porto für einen Fernbrief in der 25.PP betrug 20 Milliarden Mark.
Frankiert wurde der Brief mit 10 Marken a 2 Milliarden Mark (Mi.Nr.326 A im Walzendruck). Gelaufen ist der Brief von Berlin nach Geestemünde.


 
JoshSGD Am: 27.06.2013 10:24:37 Gelesen: 4284024# 2233 @  
Liebe Belegesammler,

heute wieder eine schöne Ansichtskarte von Dresden nach Schönheide. Im Bild zu erkennen die Brühlsche Terrasse, welche auch dieses Jahr wieder vom Hochwasser schwer betroffen war.

Mit 40 Pfennig portorichtig frankierte Fernpostkarte von Dresden nach Schönheide vom 18.9.1921 (PP6: 1.4.21 - 31.12.21), frankiert mit Mi.Nr. 119, 120, 158 und 160.



Gruß
Josh
 

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