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Thema: (?) (313) Rumänien: Belege nach 1945
Michael Mallien Am: 27.10.2016 19:09:26 Gelesen: 98541# 1 @  
Ich bin beeindruckt über die vielen tiefgreifenden Fachbeiträge zur rumänischen Philatelie.

Mir fiel auf, dass sich die führenden Rumäniensammler hier offensichtlich ausschließlich mit der rumänischen Klassik beschäftigen!

Wie sieht es denn aus mit der Rumänienphilatelie nach 1945?

Ich selbst sammle das Gebiet nicht, habe aber ein paar Belege, die ich sehr schön finde und sie euch deshalb vorführen möchte.

Als erstes ein einfacher Brief im A5-Format aus dem Jahr 1995 von Bukarest nach Hamburg. Das Porto summiert sich auf 1000 Lei:



Hier noch einmal Marken und Stempel vergrößert:


 
10Parale Am: 27.10.2016 23:11:37 Gelesen: 98515# 2 @  
@ Michael Mallien [#1]

Ich möchte die Frage gerne aus meiner Sicht beantworten, doch zuvor möchte ich auf den Beleg eingehen, den du vorstellt. Es ist ein sehr schöner Brief, den ich auch sammeln würde, nicht nur wegen der Marken, sondern auch wegen des 2-K-Stempels BUCURESCI-CARTARE-C81.

Der Brief lief in der Zeit nach der Revolution von 1989, in der sich die vom Kommunismus zerfetzte Währung, der Lei, stabilisieren musste. Wie konnte er dies? Natürlich nur mit einer Inflation, die eines Tages in einer Geldentwertung mündete.

Insofern ist das Porto (lt. Calin Marinescu´s Werk über die rumänischen Posttarife) in Höhe von 940 Lei (Gewicht war wohl zwischen 21 und 50 gramm) auch nur eine flüchtige Erscheinung, so ähnlich wie im Deutschen Reich 1923, nur nicht ganz so grass. Entweder wurde der Brief überfrankiert, weil es keine anderen Marken gab (was ich mir gut vorstellen kann) oder der senkrechte Dreierstreifen von 60 Lei führte einfach zur Überfrankierung.

Nun zu deiner Frage, wie steht es mit der rumänischen Philatelie nach 1945, also nach Ende des II. Weltkrieges:

Briefmarkensammeln bzw. Philatelie ist ein Hobby, dass sich die Rumänen kaum gönnen, will sagen, die Philatelie ist nicht in der Breite des Volkes angekommen. Hierin liegt ein Fluch und ein Segen. Der Segen ist wohl der, dass die rumänische Philatelie (schon früher als 1945) ein Nischendasein führte und nun langsam der Vorhang bei Seite geschoben wird. Briefmarken waren zum Export bestimmt, ähnlich wie Bärenfelle oder der Reichtum der Karpatenwälder, der zu teuren Devisen an den kapitalistischen Westen verscherbelt wurde.

Die Auflagenzahl der Briefmarken war zwar (glaubt man den offiziellen Angaben) im Durchschnitt nicht sehr hoch, jedoch gab es enorm viel Briefmarken. Und wie alle Länder, die im Umfeld des Sowjetreiches lebten, genießt diese Zeit und die Zeit nach den Umwälzungen wenig Beliebtheit im Westen. Der Westen wurde vom Westen gespeist, d.h. Coca-Cola und Micky-Mouse prägten Westeuropa, während alles jenseits der "Mauer" hinter einem nebulösen Vorhang schwebte.

Umso mehr gefallen heute Briefe wie dieser, den du zeigst. Ich zeige hier noch einen anderen Brief "nach 1945", ein Einschreiben, dass am 23.6.1972 von Cluj Napoca nach Basel lief (rückseitiger Ankunftsstempel von Basel vom 27.6.1972. Ein einfacher Brief bis 20 gramm musste in dieser Periode 2,10 Lei gekostet haben. Mir ist das höhere Gesamtporto für ein Einschreiben von 6,60 Lei jedoch noch nicht plausibel.

Liebe Grüße

10Parale
   
 
Michael Mallien Am: 28.10.2016 21:52:09 Gelesen: 98473# 3 @  
@ 10Parale [#2]

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Sie hilft die Situation der Rumänien-Philatelie einzuschätzen. Solche „moderneren“ Briefe können ein schöner Zugang zur Philatelie eines Landes sein, welches ansonsten weniger attraktiv erscheint. Das schöne ist, dass man z.B. einfach nur Belege sammeln kann, die man selbst schön findet. Was scheren mich Vollständigkeit oder irgendwelche Sammlerprodukte. Anhand der Belege lernt man viel über ein Land, über Postgeschichte, Versendungsarten usw. Besonders dann, wenn man hier im Forum so kompetente Auskunft erhält.

Das finde ich übrigens auch an der zurzeit so rasant wachsenden Thread-Reihe „Echt gelaufene Belege“ so schön. Ich hoffe, dass die einzelnen Threads dieser Reihe noch viel Futter bekommen. Ich selbst werde immer etwas posten, wenn mir entsprechende Belege unterkommen.

Ich hatte schon immer mal überlegt ein osteuropäisches Land zu sammeln, gleichzeitig aber vor der Ausgabenvielfalt, den speziell für Sammler hergestellten Produkten oder Fälschungsproblematik zurück geschreckt. Am ehesten dachte ich noch an Polen, weil es dort auch so einige Überschneidungen mit der deutschen Philatelie gibt.

Im Grunde genommen braucht es für den Beginn einen Katalog und evt. noch Informationen zu Gebührenperioden und schon kann es los gehen. Mit der Zeit wird sich dann ergeben, was für weitere Literatur für den eigenen Anspruch nötig ist.

Ich habe noch weitere Rumänien-Belege, von denen ich heute den nächsten vorstellen möchte. Es handelt sich um ein Einschreiben aus dem Jahr 1994, wieder gelaufen von Bukarest nach Hamburg und frei gemacht mit 1160 Lei:


 
10Parale Am: 29.10.2016 19:43:46 Gelesen: 98448# 4 @  
@ Michael Mallien [#3]

Ein schöner Beleg, den Du da zeigst, freigemacht mit 2 Marken der Serie "Hotels und Herbergen" aus dem Jahr 1991, die es übrigens in 2 Varianten mit und ohne Wasserzeichen gab. Bei den Freimarkenserien gibt es oftmals keine Angaben über die Auflagenzahlen.

Lt. Minescu müsste der eingeschriebene Brief 1.150 Lei gekostet haben, also hier auch eine leichte, ungewollte Überfrankatur um 10 Lei.

Ich möchte ein Einschreiben vom 24.09.2007 vorstellen, welches eine philatelistische Besonderheit aufweist: Der Absender ist gleichzeitig der Designer der Marken, die den Brief zieren und frankieren: MIRCEA DRAGOTEANU.

Die Marken wurden 2007 zum Anlass 100. Jahrestag der Ausgabe der Lokalpostmarken der "Bistra-Post" der Sektion Mühlbach des Siebenbürgischen Karpatenvereins" herausgegeben. Damals gab es 2 Marken zu 2 und 6 Heller für die private Postzustellung des S.K.V.

Die Marken haben eine vergleichsweise geringe Auflage, der Höchstwert zu 2,10 Lei (3 x auf dem Brief) wurde lediglich 41.000 Mal reproduziert.

Auf Seite 131 seines Werkes Posttarifwerkes Volume 2 führt Minescu aus, dass Einschreiben bis 20 gramm ins Ausland im Jahr 2008 exakt 7,30 Lei gekostet haben.

Liebe Grüsse

10Parale

  
 
volkimal Am: 30.10.2016 21:00:46 Gelesen: 98399# 5 @  
Hallo zusammen,

beim Thema Siebenbürgen habe ich diese Karte von Maria Rehner an meine Tante Gisela vorgestellt. Näheres zu der Karte siehe dort http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=137728



Frau Rehner stammte aus Siebenbürgen in Rumänien. In den Sommerferien 1944 fuhr Frau Rehner zu ihrer Mutter nach Agnita in Siebenbürgen. Von dort schickte sie diese Postkarte an Tante Gisela. Frau Rehner wollte zum Ende der Ferien wieder nach Deutschland zurückkehren. Sie hat es aber aufgrund der politischen Entwicklung nicht mehr geschafft. Hierzu einige Daten:

23.8.44 Umsturz in Rumänien, Verhaftung Antonescus (rumän. Marschall)
25.8.44 Rumänien erklärt Deutschland den Krieg
31.8.44 Eroberung von Bukarest durch die sowjetischen Armee
12.9.44 Im Waffenstillstandsvertrag zwischen der Sowjetunion, Großbritannien, den USA und Rumänien heißt es in Artikel 2: "Rumänien entwaffnet und interniert alle deutschen und ungarischen Streitkräfte... Alle Staatsangehörigen dieser beiden Länder werden interniert..."

Ob Frau Rehner auch interniert wurde, konnte ich bisher noch nicht erfahren. Sie war aber noch mindestens bis Ende 1948 in Rumänien, denn ich besitze noch drei Briefe von ihr, die sie 1948 aus Bukarest an Großvater schickte.



Die beiden Briefe vom 13.1.48 und 24.2.48 dokumentieren sehr schön den Übergang von der Monarchie zur Volksrepublik, die sich mit dem Jahreswechsel 1947/48 vollzog. König Michael musste zum 30.12.48 abdanken. Am 13.1.48 gab es noch keine neuen Marken, so dass auf den Marken noch der Kopf des Königs zu sehen ist. Der Brief wurde in der britischen Besatzungszone in Bonn geöffnet und zensiert.



Beim Brief vom 24.2.48 ist der Kopf dagegen mit den Buchstaben "R¨P¨R" (Republica Populare Romana) überdruckt. Nach Katalog erschienen die Marken erst im März, hier sind sie aber schon am 24.2. gestempelt. Auch der Stempel trägt Werbetext "Republica Populare Romana". Der Brief wurde nicht mehr geöffnet. Er durchlief aber die Zensurstelle in Köln Deutz. Hier bekam er den Wellenstempel mit der 10 im Kreis.

Das Porto der drei Briefe betrug jeweils 15 Lei. Die unteren Marken zu 1 Leu mit dem Aufdruck bzw. der Inschrift "IOVR" (Invalizi, Orfani, Vaduvi de Razboi) sind Zwangszuschlagsmarken für die Invaliden-, Witwen- und Waisensteuer.



Der letzte Brief vom 28.12.1948 trägt keine Zensurvermerke mehr.

Viele Grüße
Volkmar
 
Michael Mallien Am: 31.10.2016 22:02:03 Gelesen: 98359# 6 @  
@ 10Parale [#4]
@ volkimal [#5]

Wow, das sind ja wirklich spannende Belege, die ihr zeigt. Offensichtlich ist die Philatelie Rumäniens auch nach 1945 alles andere als langweilig!

Einen Beleg an die Hamburger Firma habe ich noch. Dieses Mal ein Einschreiben aus dem Jahr 1995. Die Freimachung summiert sich auf 4370 Lei. Inwieweit passt das?

Wofür ist die Marke mit dem so krummen Wert von 3095 Lei gedacht? War das vielleicht die Einschreibegebühr?



Auf der Rückseite ist noch ein Stempel des versendenden Instituts abgeschlagen.


 
10Parale Am: 01.11.2016 10:27:09 Gelesen: 98332# 7 @  
@ Michael Mallien [#6]

Keine leichte Nuss dieser Brief. Zwischen dem 1. März 1993 bis zum 18. März 1996 änderte sich das Porto sage und schreibe 5 Mal.

Dein Brief stammt aus der Porto-Periode zwischen dem 10. März und dem 29. Mai 1995, also eine recht kurze Zeitspanne.

Wie die meisten Briefe wurde er wohl am Postamt frankiert. Wenn man mal die Portotabellen zu jener Zeit studiert, wundern einem auch die "krummen" Nominalwerte nicht mehr. So gab es eine Gebühr für einen Express-Brief in Höhe von 965 Lei, nur zum Beispiel.

Wie kommen aber die 4370 Lei zu Stande?

Sicher scheint mir, es gab eine Einschreibegebühr in jener Periode in Höhe von 3.410 Lei (Taxa de rcommandare). Zieht man diesen Betrag von dem Gesamtporto von 4.370 Lei ab, bleiben noch 960 Lei übrig.

Ein einfacher Brief bis 20 gramm kostete 960 Lei. lt. Tabelle Minescu (Tarifele Texele si Gratuitatile Postale in Romania 1841 - 2008 Vol.2 - Seite 123)

Sol hätten wir also das Gesamtporto von 4.370 Lei. Wer also die Portostufen in dieser Zeit dokumentieren möchte, findet hier ein wahres Eldorado.

Liebe Grüße

10Parale

Die Marke zu 3.095 Lei ist übrigens der Höchstwert der Freimarkenserie "Bäume" aus dem Jahr 1994 und stellt eine Sommerlinde dar. Der Michel Katalog macht über die Auflagen keine Angaben, warum wohl?
 
Pete Am: 01.11.2016 18:19:29 Gelesen: 98302# 8 @  
@ 10Parale [#2]

Der Brief lief in der Zeit nach der Revolution von 1989, in der sich die vom Kommunismus zerfetzte Währung, der Lei, stabilisieren musste. Wie konnte er dies? Natürlich nur mit einer Inflation, die eines Tages in einer Geldentwertung mündete.

Die Inflation in Rumänien lieferte eine recht interessante Kuriosität. Inflationsbedingt waren über mehrere Jahre hinweg neue Nominalen notwendig. Die Postverwaltung behalf sich u.a. damit, in den Jahren 1996-2001 durch Aufdrucke auf bisherige Briefmarken neue Nennwerte zu schaffen; insgesamt sind mehrere Dutzend Ausgaben betroffen. Der Überdruck der alten Nominale erfolgte nicht profan durch einen Balken sondern durch eine ansprechende, individuell je Nominale gestaltete Form. Dies war auch der Redaktion vor einigen Jahren einen längeren Artikel in der Michel-Rundschau wert. Mir viel dieser Umstand Ende des vergangenen Jahrtausends auf, als ich selbst die ersten Sendungen erhielt. Seither kamen noch einige Belege hinzu, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen mögen.



Sendung aus Bukarest nach 33619 Bielefeld vom 12.02.1996, Porto zu 1050 Lei, Aufdruck eines klassischen Balkens



Sendung (Drucksache) aus Galati nach den USA vom 07.12.1998, Porto zu 2100 Lei, Aufdruck eines Hasens



Sendung (Drucksache) aus Bukarest nach den USA vom 19.01.1999, Porto zu 2300 Lei, Aufdruck eines Hubschraubers

Diese Aufdrucke wurden m.W. für den postalischen Bedarf produziert. Teilweise liegen die Auflagen, insbesondere bei den Kleinstwerten, bei wenigen 10.000 Stück, teilweise auch bei mehreren 100.000 Exemplaren, sicherlich abhängig vom jeweiligen Bedarf und vor allem vom Restbestand der jeweiligen Urmarke.

Gruß
Pete
 
10Parale Am: 02.11.2016 20:09:47 Gelesen: 98257# 9 @  
@ Pete [#8]

Interessante Briefe, die du da zeigst.

- der erste Brief nach Bielefeld kostete wohl bei einem Gewicht von 51 - 100 gr. 1040 Lei, so dass er um 10 Lei überfrankiert war.

Ja, die Portostufen waren sehr kurzfristig, wie wir es von einer galoppierenden Inflation her kennen.

- der zweite Brief und der dritte Brief sind beide portogerecht als Drucksache frankiert, wie ich herausfand.

Diese Aufdrucke sind mit netten Motiven, Waldtieren etc. versehen und eigentlich auch für mich Neugebiet.

Im Jahr 2001 fand eine Nationale Maximumkartenausstellung in Sibiu statt, zu deren Anlass die Ganzsache U 2552 herausgegeben wurde. Diese Ganzsache mit dem Nominalwert zu 2200 Lei zeige ich hier mit Zusatzfrankatur und zusammen mit einer dieser vielen Überdruckmarken, der Michel Nr. 5547, 10.000 Lei auf 3095 Lei, hier wohl ein Karpatenbär als Überdruck.

Von dieser Marke gab es jedoch eine sehr hohe Auflage von 1.521.250 Stück, was wohl dem postalischen Bedarf geschuldet war.

Liebe Grüße

10Parale


 
StefanM Am: 03.11.2016 08:22:02 Gelesen: 98220# 10 @  
@ 10Parale [#9]

Im Jahr 2001 fand eine Nationale Maximumkartenausstellung in Sibiu statt, zu deren Anlass die Ganzsache U 2552 herausgegeben wurde. Diese Ganzsache mit dem Nominalwert zu 2200 Lei zeige ich hier mit Zusatzfrankatur und zusammen mit einer dieser vielen Überdruckmarken, der Michel Nr. 5547, 10.000 Lei auf 3095 Lei, hier wohl ein Karpatenbär als Überdruck.

Als interessierter Mitleser dieses Themas, der allerdings keine Ahnung von Rumänienmarken hat, sind mir die zwei markierten Angaben aufgefallen.

Michel Nr. 5547: eine mächtige Zahl an Ausgaben. Wo steht die Nummerierung den heute, wenn ich fragen darf. Okay, das ist noch nicht soo ungewöhnlich. Bund ist ja mittlerweile auch schon ganz gut dabei. Aber Ganzsache U 2552 ! Das fand ich dann doch schon enorm! Gibt es tatsächlich so viele Ganzsachen aus Rumänien und wo steht die Nummerierung heute?

Ich frage mich, was das soll? Ich schätze, daß nur sehr sehr wenige Sammler bereit sind, ständig diese Neuheitenflut zu kaufen. Das dürfte doch kaum die Kosten der Herstellung einspielen.
 
10Parale Am: 03.11.2016 20:05:33 Gelesen: 98199# 11 @  
@ StefanM [#10]

Im April 2016 war Michel Nr. 7066 erreicht bei den Einzelmarken.

Ja, da gebe ich dir völlig Recht StefanM, ich habe auch irgendwann aufgehört, Rumänien komplett zu sammeln. Ich sammle nur, was mich wirklich historisch interessiert.

Was soll das? Na ja, da musst du die Behörden fragen, die das veranlassen. Allerdings sind die wohl kaum hier im Forum zu finden.

Habe heute diesen Mega-Beleg erhalten, eine Büchersendung freigemacht mit 31 Briefmarken im Gesamtwert von 72,50 RON (Lei). Das entspricht im Prinzip einem Gegenwert von ca. 16 Euro.

Eine Mega Frankatur, muss das Objekt genauer untersuchen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Altmerker Am: 04.11.2016 20:46:57 Gelesen: 98173# 12 @  


Hier geht es weniger um die QSL-Karte, sondern die verschiedenen Entwertungen der Belege, die der Sender verschickte.

Gruß
Uwe
 
Gerhard Am: 05.11.2016 13:33:26 Gelesen: 98152# 13 @  
@ volkimal [#5] und alle

Hallo zusammen,

habe beim Sichten meiner diversen Belege folgende 2 gefunden, wobei es sich offenbar um Freistempler vom 28.II: & 20.V. 1948 handelt. Die Karten sind mit der Zwangszuschlagsmarke 37 im Gegensatz zu volkimals 38 versehen. Beide Karten gíngen an meinen Großvater, der als Professor für slawische Sprachen eine weitreichende Korrespondenz hatte. Es geht wohl um den Austausch von Fachliteratur, so kann ich der ersten Karte entnehmen, dass der Absender beklagt, dass Drucksachen aus der Schweiz nicht zulässig seien. Ob nach Rumänien oder in die britische Zone entzieht sich meiner Kenntnis.

Was bedeuten denn die Inschriften des Freistempelzierfelder und wie sind solche Teile zu bewerten?

MphG
Gerhard


 
fogerty Am: 05.11.2016 20:18:09 Gelesen: 98133# 14 @  
Von Gherla nach Bozen im Jahre 2003, könnte sich hierbei um ein Einschreiben handeln,weil es sich(ich kenne den Inhalt)um einen Behördenbrief handelt.



Grüße
Ivo
 
Stempelwolf Am: 05.11.2016 20:25:12 Gelesen: 98132# 15 @  
@ fogerty [#14]

Es ist ein Einschreiben. Der Stempel links oben ist ein Einschreibestempel, in den die Daten eingetragen werden mussten.

Beste Grüße
Stempelwolf
 
fogerty Am: 05.11.2016 20:49:13 Gelesen: 98129# 16 @  
@ Stempelwolf [#15]

Danke, war mir jetzt nicht ganz sicher.

Grüße
Ivo
 
10Parale Am: 14.11.2016 19:55:38 Gelesen: 98050# 17 @  
@ Pete [#8]

Hier eines meiner "Lieblingsaufdrucke", nicht zuletzt, weil der Brief damals an mein Frau ging.

Michel Nr. 5337 Freimarke "Hotels und Herbergen", mit roten Aufdruck 2500 Lei und Tierkreiszeichen "Schütze" (mein Sternzeiche) auf 45 Lei.

Die Auflage betrug lt. Michel 499.396 Stück und hält sich damit in Grenzen.

Kommt in meine Sammlung.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.11.2016 22:38:07 Gelesen: 98036# 18 @  
@ StefanM [#10]

Hallo Stefan,

Rumänien ist tatsächlich ein Land, das im 20. Jahrhundert den Markt mit seinen Ausgaben "geflutet" hat. Wie Du richtig feststellst, sind vor allem auch eine unglaubliche Zahl von Ganzsachen herausgegeben worden.

Anhand des Ganzsachenkataloges Michel 2001/2002 liste ich auf, welche Katalognummern die Ganzsachen anfangs 1990 und Ende 1999 erreichten:

1990-1999: (Seite 413 - 470)
Anweisungen: A 81 - A 97
Postkarten: P 967 - P 1295
Umschläge: U 1444 - U 2326.

Die Briefmarken sind auch nicht besser: Michel-Europa, Band 4, Südosteuropa 2006/2007:

Seite 702-753:
8.1.1990 - 21.12.1999
Nr. 4585 - 5456

Solche Fluten von Ausgaben machen ein Briefmarkenland eher unattraktiv. Ich habe zwar auch eine Sammlung "Rumänien modern", aber die neueren Jahre sammle ich nicht mehr. Das heisst aber nicht, dass die Belege, echt verwendet, nicht interessant und sammelwürdig sind.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Pete Am: 15.11.2016 21:31:40 Gelesen: 98001# 19 @  
@ 10Parale [#17]

Die Aufdrucke haben durchaus einen Reiz für sich, insbesondere auf gelaufenen Belegen. :-)

Am Rande: Bei losen gestempelten Stücken kann es vorkommen, dass sich die Stempelfarbe etwas verselbständigt hat, da diese in dem Zeitraum nicht pauschal wasserfest gewesen war.

Aufsteigend nach Datum nachfolgend einige weitere Belege:



Sendung aus București nach Deutschland vom 21.12.2000, Porto zu 12.000 Lei, Aufdruck einer Blume inkl. Stängel



Sendung aus Timișoara nach Deutschland vom 04.01.2001, Porto zu 10.000 Lei, Aufdruck einer Blume inkl. Stängel

In o.g. Fall wurde eine m.E. importierte Tischstempelmaschine sowjetischer Bauart zur Entwertung der Briefmarke verwendet.



Sendung aus Sibiu nach Deutschland vom 07.05.2001, Porto zu 13.000 Lei, Aufdruck einer Schlange



Sendung (Einschreiben) aus Câmpia Turzii nach Deutschland vom 09.05.2001, Porto zu 66.000 Lei, Aufdruck eines Blattes

Gruß
Pete
 
10Parale Am: 16.11.2016 20:20:29 Gelesen: 97965# 20 @  
@ Pete [#19]

Gratulation zu diesen Belegen. Besonders der letzte Beleg mit den 4 Marken zu 16.500 Lei (Michel Nr. 5559 - Auflage: 121166 Stück) gefällt mir besonders.

Woher hast du dieses Wissen über Stempelmaschinen, wow!!!

Da das Porto bei diesen Briefen immer gewichtsabhängig ist und die rumänische Post ebenfalls zwischen Einwurfeinschreiben, Übergabeeinschreiben etc. unterscheidet, ist die Bestimmung trotz Handbuch nicht sehr einfach.

Nehmen wir an der Brief hatte ein Gewicht von 21 - 50 gr., dann waren zunächst einmal 19.500 Lei fällig zuzüglich 22.000 Lei für die Einschreibegebühr. Ein Übergabeeinschreiben (Taxa in mana proprie) kostete noch einmal 3.000 Lei - Zu 66.000 Lei fehlen aber immer noch 21.500 Lei. Die Empfangsbestätigung (Taxa adeverire de prmiire) kostete noch einmal 22.000 Lei. Nach meiner Rechnung müsste der Brief demnach 66.500 Lei gekostet haben???? - also nicht ganz einfach, da fehlen 500 Lei?

Wäre auch mal ein Sonntagsrätsel wert.

Ich zeige im Folgenden einer meiner Lieblingsbriefe, den ich am 23.07.2003 erhalten habe. Er ist mit 56.400 Lei freigemacht und vorder- wie rückseitig mehrfach frankiert.

1 x Michel Nr. 5715 - 36.000 Lei Kunstmaler Georges de Bellio Auflage: 140.000 Stück
12 x Marken zu 1.700 Lei aus der Serie "Beschädigte Gemälde" mit Aufdrucken von Malutensilien.

Zusätzlich hat der markeneifrige Absender noch 2 Gedenkblöcke (Vignetten) aufgeklebt.

- Rumänisch - Israelische Briefmarkenausstellung in Cluj Napoca im April 2000

Im Jahr 1939 lebten in Rumänien ca. 900.000 Juden. Im Jahr 2000 waren es etwa noch 9.000 Juden. Ich selbst habe die Synagoge in Hermannstadt besucht, die sehr ehrwürdig an einer sehr verkehrsreichen Straße steht.

Mit einem Gewicht von 0,048 kg kostete der Brief einfach 26.500 Lei zuzüglich 12.000 Lei für Drucksache Fehlen immer noch 17.900 Lei??? Da die Einschreibegebühr 53.000 Lei kostete, beginnt hier das grosse Rätseln. Der Brief war unterfrankiert, kann das sein?

Liebe Grüße

10Parale


 
Pete Am: 18.11.2016 20:10:09 Gelesen: 97933# 21 @  
@ 10Parale [#20]

Gratulation zu diesen Belegen. Besonders der letzte Beleg mit den 4 Marken zu 16.500 Lei (Michel Nr. 5559 - Auflage: 121166 Stück) gefällt mir besonders.

Da das Porto bei diesen Briefen immer gewichtsabhängig ist und die rumänische Post ebenfalls zwischen Einwurfeinschreiben, Übergabeeinschreiben etc. unterscheidet, ist die Bestimmung trotz Handbuch nicht sehr einfach.

Nehmen wir an der Brief hatte ein Gewicht von 21 - 50 gr., dann waren zunächst einmal 19.500 Lei fällig zuzüglich 22.000 Lei für die Einschreibegebühr. Ein Übergabeeinschreiben (Taxa in mana proprie) kostete noch einmal 3.000 Lei - Zu 66.000 Lei fehlen aber immer noch 21.500 Lei. Die Empfangsbestätigung (Taxa adeverire de prmiire) kostete noch einmal 22.000 Lei. Nach meiner Rechnung müsste der Brief demnach 66.500 Lei gekostet haben???? - also nicht ganz einfach, da fehlen 500 Lei?


Rückseitig sind keine weiteren Frankiermerkmale oder Reste von Rückscheinen vorhanden. Zum Porto bin ich überfragt. Ich fand den Beleg einfach schön, als ich diesen vor einigen Jahren auf einem Tauschtag erwarb. :-)

Woher hast du dieses Wissen über Stempelmaschinen, wow!!!

Einer der Spezialisten im Forum ist Concordia_CA, siehe auch hier ;-)

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=133770#M8 (Beitrag 8)

Diese Tischstempelmaschinen sind in mehrere Länder des damaligen Ostblocks exportiert worden und kamen auch u.a. in der DDR zum Einsatz.

Ein paar Belege hatte ich zusammen mit den bereits hier vorgestellten Stücken auf den Scanner gelegt.



Sendung aus Ploiești nach Deutschland vom 23.05.2001, Porto zu 11.500 Lei, Aufdruck eines Rindes (?)



Sendung aus Pătaș nach Deutschland vom 02.07.2001, Porto zu 15.000 Lei, Aufdruck eines profanen Balkens



Sendung (Einschreiben mit Rückschein) aus Turda nach Deutschland vom 19.07.2001, Porto zu 60.000 Lei, Aufdruck eines Bären

Auch Absenderfreistempel können gut die letzte Hochinflation in Rumänien aufzeigen.



Sendung (Einschreiben) aus București nach Luxemburg vom 04.01.2005, Porto zu 89.000 Lei

Gruß
Pete
 
Baber Am: 30.11.2016 14:38:34 Gelesen: 97850# 22 @  
Hier ein Luftpostbrief per Einschreiben von 2003 nach Österreich, Porto 73500 Lei.



Gruß
Baber
 
Michael Mallien Am: 09.12.2016 18:14:32 Gelesen: 97746# 23 @  
Was die Höhe der Frankatur angeht kann ich in diesem Thread einen neuen Rekord anmelden!

Dieser Brief mit Stempel vom 10.5.2004 ging offensichtlich per Einschreiben/Rückschein nach Deutschland und ist mit 138.000 Lei frankiert.

Eine Frage an die Fachleute: Wie setzt sich diese Portostufe zusammen?



12 der 13 Marken zu 10.000 Lei sind zusammenhängend, also direkt aus dem Bogen getrennt.

Hier noch die Rückseite und eine Vergrößerung des Stempels:


 
10Parale Am: 09.12.2016 22:36:46 Gelesen: 97725# 24 @  
@ Michael Mallien [#23]

Schöner Beleg, den du da zeigst mit den Freimarken aus der Serie "Postdienste". Wer mag diesen Rekord noch brechen, portotechnisch noch gut möglich, denn wir befinden uns im Jahr 2004 ja fast schon am Ende der Inflation.

Schöner Beleg aus der Zipserstadt Viseu de Sus (ehemals Oberwischau im Kreis Maramures (MM).

Also diese Portostufe von 138.000 Lei kann ich nicht erklären.

Ich kann aber sagen, dass im Zeitraum vom 3. November 2003 bis zum 31. Juli 2004 ein Brief mit einem Gewicht zwischen 101 - 250 gramm 73000 Lei kostete zuzüglich der Einschreibegebühr von 56000 Lei. Fehlen immer noch 9000 Lei. Es gibt kein Hinweis auf "postlagernd" oder "Drucksache" oder über ein "Übergabeeinschreiben", wo man immerhin 7000 Lei hinzurechnen könnte.

Dann würden immer noch 2000 Lei fehlen, die man damit erklären könnte, dass einfach keine passende Marke zur Hand war. Das kann ich mir aber nicht vorstellen, weil der Brief auf der Post aufgegeben wurde?

Sicherlich ein Grund, warum ich mich persönlich trotz der vorhandenen Literatur nicht mit dieser Sammelperiode anfreunden kann, ist die schwierige Portobestimmung. Natürlich mag dies bei österreichischen Altbriefen hundert Mal schwieriger sein, aber ich glaube persönlich, dass selbst auf den Postämtern nicht immer die passenden Marken vorhanden waren und deshalb Überfrankierung die Regel war. Eine Theorie, die natürlich sehr gewagt ist, wirklich nur eine Theorie ohne verbindlichen Charakter, möchte ich betonen.

Heute Abend zeige ich einen Brief, den ich am 25. Juni 2008 persönlich von Bukarest nach Deutschland zu meinen Eltern schickte. Nach dem Ableben meines Vaters kam zurück in meine Sammlung. Es ist ein Sonderumschlag anlässlich der Briefmarkenweltausstellung EFIRO im Juni 2008 in Bukarest. Schön sieht man die ersten 4 Marken des Fürstentums Moldau. Der mit 2,10 RON (Lei) frankierte Brief (rumänische Keramik, Sondermarke efiro) ist einer meiner Lieblingsbriefe.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 11.12.2016 11:38:59 Gelesen: 97668# 25 @  
@ 10Parale [#24]

Danke für Deine Hilfe und die Informationen zu der möglichen Portostufe. Ich würde an einer Stelle gerne noch einmal nachhaken: Kann es sein, dass es sich eben nicht um ein einfaches Einschreiben handelt, sondern auch um die Zusatzleistung Rückschein?

Klar, auf dem deutschen Label ist das Feld "Rückschein" nicht angekreuzt, aber auf der Rückseite des Belegs klebte ein Formular, das dann heraus getrennt worden ist. Zurück geblieben sind die beiden roten Randstreifen mit der Abtrenn-Perforation.

Was wäre die Gebühr für die Zusatzleistung Rückschein?

Ggf. summiert sich dann die Portostufe aus den Komponenten

- Einschreibegebühr
- Rückscheingebühr
- Auslandsbrief zu xyz Gramm.

auf die 138.000 ?
 
StefanM Am: 14.12.2016 08:40:15 Gelesen: 97633# 26 @  
@ Pete [#21]

Sendung aus Ploiești nach Deutschland vom 23.05.2001, Porto zu 11.500 Lei, Aufdruck eines Rindes (?)

Ich finde, der Aufdruck sieht aus wie ein Bison oder ein Wisent.

Gruß
Stefan
 
Michael Mallien Am: 17.12.2016 19:52:57 Gelesen: 97587# 27 @  
Heute habe ich auch drei Belege mit Aufdruckmarken:



Einschreiben von von Brasov nach Sibiu vom 8.8.2000 (rückseitiger Ankunftsstempel vom 9.8.2000).

Das Porto betrug 6300 Lei, wenn ich die Wertstufe der Ganzsache zu 1700 Lei mitrechne.



Die Marke mit rotem Aufdruck stammt aus 1991. Den Überdruck deute ich als Turm ?! Die alte Wertstufe kann ich nicht erkennen.



Bei diesem Einschreiben von Deva nach Sibiu vom 14.9.2000 irritiert der rückseitige Ankunftsstempel. Denn der ist vom 16.8.2000.



Einer der beiden Stempel war offensichtlich falsch eingestellt. Das Porto beträgt hier 3900 Lei, was mich im Vergleich mit dem vorherigen Einschreiben auch irritiert, aber vielleicht ist dies ja ein Einwurf-Einschreiben.

Die Marke mit der Schlange stammt aus 1996 und die alte Wertstufe zu 70 Lei ist passenderweise mit einer Schlange und einem Kelch (?) ebenfalls in roter Farbe überdruckt.



Der dritte Beleg ist wieder ein Einschreiben. Dieses Mal mit einem R-Zettel aus Hunedoara, Abgangsstempel vom 20.9.2000 und Eingangsstempel vom 22.9.2000.
Das Porto beträgt 6200 Lei.



Die Marke mit dem Hermelin (?) stammt aus 1997 und die alte Wertstufe zu 70 Lei ist mit einer roten Krone überdruckt.



Weiß jemand, was der kleine Kastenstempel A.R. bedeutet?
 
Michael Mallien Am: 07.01.2017 08:11:43 Gelesen: 97404# 28 @  
Inlandsbrief von Resita nach Sibiu mit Stempel vom 8.2.2001.

Weiterhin Sonderstempel GERMANII DIN BANATUL MONTAN / 3.1.2001 / IN MILENIUL TREI / 1700 RESITA



Ich nehme an IMPRIMATE/IMPRIMEE unten bedeutet Drucksache?

Der Brief trägt zwei Marken und dabei eine Besonderheit:

Die Marke zu 1000 Lei rechts oben trägt den Sonderstempel. Die Aufdruckmarke unten zu 1700 Lei den eigentlichen Stempel.

Leider kenne ich nicht die erforderliche Portohöhe für diesen Brief. Sie könnte 2700 Lei betragen haben oder es wurde möglicherweise ein sondergestempelter Umschlag erneut verwendet und mit 1700 Lei frankiert.



Der Aufdruck zeigt Buch, Tintenfass und Feder auf einer Marke aus dem Jahr 1990
 
nor 42 Am: 07.01.2017 17:18:06 Gelesen: 97379# 29 @  
Rumänien hat schon seine Eigenheiten, wenn es um moderne Belege geht. Wie man sieht, hat der SoSt ein anderes Datum als der daneben Gesetze Poststempel. Sie werden kaum FDC oder Belege mit SoSt finden, die zweifelsfrei am Tag der im SoSt angegeben ist echt gelaufen sind.

Bei den SoSt kommt das davon, dass diese kaum von einer Poststelle aufgeschlagen werden, sondern meistens irgendwo in einem Hinterzimmer für Sammler fabriziert werden. Sowohl FDC als auch SOSt Belege kann man aber nachher verschicken. Blättert man bei Calin Marinescu nach, so sieht man, dass am 02.01.2001 eine Inlanddrucksache 51-100 g mit 900 Lei frankiert werden sollte. Am 8.02.2001 hätte die gleiche Drucksache 1000 Lei gekostet, also wäre die Frankatur ausreichend. Die 2700 Lei würden am 8.02.2001 einer Inlanddrucksache 101-250 g entsprechen. Für Feb. 2001 gibt es keine andere Sendungsart die der 2700 Lei Frankatur entsprechen würden. Ob das nun wirklich so eine schwere Drucksache war, kann ich nicht beurteilen.

Doch nochmals, Achtung bei Belegen mit Sonderstempel!

Nor 42
 
Michael Mallien Am: 08.01.2017 13:38:26 Gelesen: 97351# 30 @  
@ nor 42 [#29]

Vielen Dank für deine Ausführungen und dann haben wir es ja auch würde ich sagen: Es handelt sich, wie von Dir ermittelt, um eine Drucksache 101-250g zu 2700 Lei. Die 1000 Lei-Marke zählte bei der Berechnung der Portohöhe mit, obwohl bereits mit dem Sonderstempel versehen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 17.01.2017 20:28:27 Gelesen: 97289# 31 @  
@ 10Parale [#24]
@ Michael Mallien [#25]

Als mittlerweile stolzer Besitzer der Werke von Calin Marinescu kann ich meine Frage nun selbst beantworten. :)

Die Daten in der Tabelle auf Seite 129 (Table nr.262) beinhalten die Portostufen ab 3.11.2003 bis 31.7.2004. Dort steht:

Scrisori simple (einfacher Brief) 21-50g: 27.000 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 56.000 Lei
Taxa adeverire de primare (Rückscheingebühr): 55.000 Lei

Das macht zusammen genau die 138.000 Lei.

Ich freue mich sehr, dass der Brief portorichtig frankiert ist!
 
10Parale Am: 17.01.2017 22:21:53 Gelesen: 97278# 32 @  
@ Michael Mallien [#31]

Ich freue mich sehr, dass die rumänische Philatelie Sie so begeistert, dass Sie zur Literatur greifen und gratuliere zu der erfolgreichen Porto-Recherche bei Calin Marinescu. Mich begeistert Ihre Aufstellung der einzelnen Komponenten zur Gesamtfrankatur in rumänischer und deutscher Sprache, wer gibt sich schon die Mühe der bilingualen Darstellung?

Glauben Sie mir, die rumänische Sprache wird viel zu sehr im Bewusstsein Westeuropas in eine slawische Ecke gedrängt, die sie nicht verdient. Doch dies ist ein anderes Thema, das zu vertiefen in einem philatelistischen Forum wohl fehl am Platze ist.

IMPRIMATE ist eine Drucksache - um Ihre Frage aus [#28] eindeutig zu beantworten.

Auf der beiliegenden Abbildung sehen Sie ein Teil einer eingeschriebenen Drucksache (IMPRIMATE), die mir dieser Tage ins Haus flog. Freigemacht ist sie mit den beiden Briefmarken Michel Nr. 7067 und 7068 aus dem Jahr 2016.

Man staune:

Die Auflage der Michel Nr. 7068, 4. Mai Europa, Umweltbewusst leben, zu 12 RON (Lei) - eine Graphik "Von Grau zu Grün" eines zypriotischen Künstlers, ist gerade mal = 17.720 Stück. Der MOK bewertet diese Marke heute schon gestempelt mit 8,50 €, den Satz zu 2 Marken mit 12 €uro.

Eine vergleichsweise geringe Auflage, wie ich finde.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 20.01.2017 10:10:28 Gelesen: 97209# 33 @  
@ 10Parale [#32]

Dass die rumänische Sprache recht eingängig ist, war mir schon vor ein paar Jahren aufgefallen, als ich beruflich in Bukarest unterwegs war. Und ich denke, man kann es auch ganz gut an den Bezeichnungen der Komponenten der Portostufe ablesen.

Danke für die freundlichen Worte. Du warst sozusagen mit Schuld daran, dass ich mich der rumänischen Philatelie zuwende. :)

Ich konzentriere mich auf Belege ab 1989 und dabei im Speziellen auf Portostufen aus der Inflationszeit. Zunächst nehme ich, was ich günstig bekommen kann, bevor ich dann gezielter auf die Suche gehe.

Aber wie ich sehe sind auch ganz aktuelle Belege sehr interessant also werde ich die Augen offen halten.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.01.2017 08:10:32 Gelesen: 97163# 34 @  
@ 10Parale [#4]

Auf Seite 131 seines Werkes Posttarifwerkes Volume 2 führt Minescu aus, dass Einschreiben bis 20 gramm ins Ausland im Jahr 2008 exakt 7,30 Lei gekostet haben.

Die Tabelle nr.265, aus der 7,30 Lei stammen, bezieht sich meines Erachtens auf eine spätere Portoperiode (ab Januar 2008) und im Titel steht Taxa AR imprimate, was doch Drucksache als Einschreiben/Rückschein bedeutet, oder? Eine ungewöhnliche Portostufe wie ich finde.

Gelten nicht vielmehr die Portostufen in der Tabelle auf Seite 130 vom 15. Februar 2007 mit 1,60 (Brief bis 20g) + 5,60 (Einschreiben) = 7,20 Lei, wodurch der Brief mit 0,10 Lei überfrankiert wäre?

Ich habe nun zufälligerweise auch einen Brief des selben Absenders mit Frankatur der selben Ausgabe mit der Destination Japan vom 21.4.2009.



Er ist frankiert mit 8,40 Lei. Unten links findet sich noch der Stempel IMPRIMAT, also Drucksache.

Über die Berechnung der Portostufe kann ich nichts sagen, da die Aufzeichnungen im Werk von Minescu im März 2008 enden. Für die letzte dort angegebene Portoperiode finde ich 1,60 (Brief bis 20g) + 6,00 (Einschreiben) = 7,60 Lei bzw. 0,80 (Drucksache bis 20g) + 6,00 (Einschreiben) = 6,80 Lei.
 
10Parale Am: 22.01.2017 19:08:08 Gelesen: 97137# 35 @  
@ Michael Mallien [#34]

Danke für den Hinweis, natürlich haben Sie Recht, für den in [#4] gezeigten Brief ist die Tabelle mit den Portostufen aus Seite 130 von Marinescu ausschlaggebend. Danke für die Korrektur!

Leider habe ich mit Mircea Dragoteanu keinen Kontakt mehr und habe sein Pseudonym bei ebay auch vergessen.

Die beiden Bände von Minescu reichen von 1841 bis Ende März 2008. Ein Portobestimmungsbuch nach dieser Zeit fehlt auch in meiner Bibliothek.

Eine ähnliche Ganzsache mit Zusatzfrankatur wie Ihr Brief vom selben Absender in #34 habe ich vom Oktober 2008. Es scheint tatsächlich eine Portostufe für TAXA AR IMPRIMATE zu geben, also wie Sie richtig sagen einer eingeschriebenen Drucksache.

TAXA AR (TAR) = Taxa adeverire de primire (Empfangsbestätigung).

Leider kann ich über die Berechnung der Portostufe mangels Literatur auch nichts sagen, aber sie beträgt ebenfalls 6,80 Lei, was darauf schließen lässt, das ich Portobestimmung aus [#34] richtig ist.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 23.01.2017 13:40:55 Gelesen: 97113# 36 @  
Unter den Phila-Autoren gab es ein "Minescu", etwa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die beiden Bände die hier erwähnt werden, stammen wohl eher von "Calin Marinescu". Wohlgemerkt ähnliche Namen, doch unterschiedliche Personen.

Nor 42
 
10Parale Am: 23.01.2017 15:33:20 Gelesen: 97100# 37 @  
@ nor 42 [#36]

Ja, ja, die Augen lassen nach. Calin Marinescu ist der richtige Name.

Danke für die Korrektur.

Gruß

10Parale
 
Heinz 7 Am: 23.01.2017 23:47:49 Gelesen: 97076# 38 @  
@ Michael Mallien [#33]

Hallo Michael,

ich finde es schön, dass 10 Parale Dich zum Sammeln von Rumänien begeistern konnte! Sicherlich wirst Du das nie bereuen, denn Rumänien ist ein sehr schönes Sammelgebiet, das auch einiges "hergibt". Ich sammle auch Rumänien, allerdings liegt mein Fokus klar auf dem XIX. Jahrhundert, bis 1903 (14. Ausgabe; sog. "Ährenausgabe"), aber auch im späteren XX. Jahrhundert habe ich ein paar philatelistisch interessante Marken & Belege.

Vor einer Weile konnte ich einmal einen kleinen Posten Inflationsbelege erwerben aus der Nachkriegszeit. Innerhalb kurzer Zeit stieg das Briefporto exponentiell.

1.5.1945: scrisori simple 20 g. = 45 Lei
15.8.1947 (also weniger als zweieinhalb Jahre später) = 300'000 Lei. An diesem Tag gab es eine Währungsreform, und 20'000 (alte) Lei wurden 1 (neuer) Leu.

Der Tarif stieg also um nicht weniger als (mehr als) 9 x Verdoppelung. Aber die Post verzichtete auf allzu viele neue Tarife, sondern passte die Tarife in den knapp 28 Monaten nur 6 Mal an, was bei einer so starken Inflation doch wenig ist. Somit gab es bei dieser rumänischen Inflation keine Tarifstufen, die nur ganz wenige Tage Gültigkeit hatten; so, wie wir dies bei anderen Inflationen kennen.

Ich zeige hiermit einen (meines Erachtens) sehr schönen Brief aus Bukarest in die Schweiz. Gestempelt 26. Januar 1946.



Der Brief ist frankiert mit 8 (!) verschiedenen Wertstufen der Ausgaben "König Michael I. 1945" (ab Mi. Nr. 929) und "König Michael I. 1944" (aus Mi. Nr. 797-818). Wir zählen die Nominalen zusammen und kommen auf 870 Lei. Und - wunderbar! - alles stimmt! Der Brief mag zwar "philatelistisch inspiriert" sein, aber er ist doch genau portogerecht freigemacht worden:

350 Lei für scrisori simple (ab 1.11.1945)
500 Lei für Einschreiben (ab 1.11.1945)
20 Lei für Zuschlag Luftpost für die Schweiz (seit 15.4.1943) (vgl. Tabelul Nr. 33)

Es fällt sicher auf, dass der Ausland-Luftpost-Zuschlag (20 Lei) sehr gering war. Dies, weil dieser Zuschlag nach dem 15.4.1943 lange nicht angepasst wurde. Dies geschah erst am 1. März 1947. dann wurde dieser Tarif für die Schweiz auf 2200 Lei erhöht! (vgl. Tabelul Nr. 34), also eine hundertzehn-Verfachung des alten (unangepassten) Betrages!

Ich zeige Euch hiermit gleich den spektakulärsten Brief meiner kleinen Infla-Sammlung Rumänien 1945/47, aber ich kann auch noch weitere (einfachere) Briefe zeigen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.01.2017 13:36:36 Gelesen: 97053# 39 @  
@ Heinz 7 [#38]

Ich korrigiere:

Der Tarif erhöhte sich sogar um mehr als die zwölffache Verdoppelung!

45 Lei x 2 hoch 12 = 184'320 Lei

2 hoch 12 = 4'096

Für eine solch hohe Geldentwertung sind nur 6 Anpassungen der Tarifstufen natürlich sehr wenig. Da das Ganze aber innert 28 Monaten stattfand und Rumänien um 1945 auch andere Probleme zu lösen hatte als das Postwesen, ist diese Nachlässigkeit auch verständlich.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.01.2017 19:57:10 Gelesen: 97035# 40 @  
@ Heinz 7 [#38]

Da bin ich mal gespannt auf weitere Briefe aus dieser Inflationszeit, die im August 1947 endete.

"denn Rumänien ist ein sehr schönes Sammelgebiet, das auch einiges "hergibt", ...dem stimme ich voll zu. Gerade habe ich bei philasearch gesehen, dass das Auktionshaus Rauhut eine 27 Parale mit rotem Stempel M1 von Jassy/Moldova in der nächsten Auktion hat. Da kribbelt es wieder in meinen Fingern und ich könnte jeden Banker auf der Straße anhauen, ob er mir nicht ein wenig Geld leiht. Spaß bei Seite, ein wirklich schönes Stück.

Übrigens ist heute ein besonderer Tag in Rumänien. Am 24. Januar 1859, also genau vor 158 Jahren, vereinigte Fürst Cuza die beiden Fürstentümer Walachei und Moldau. In Rumänien haben die Schulen das ganze Wochenende und bis heute frei, damit die Eltern diesen großen Tag mit ihren Kindern feiern können. Sowas könnte Deutschland auch mal machen!

Hier noch etwas Geschichtliches am Rande: gestern habe ich eine moderne Verfilmung von "Krieg und Frieden" nach der Romanvorlage von Tolstoi gesehen. Napoleon war gerade auf dem Feldzug in Russland und marschierte auf Borodino zu, wir schreiben das Jahr 1812.

Wenigstens im Film sagte dann einer der russischen Offiziere etwas in dem Sinne: "Na ja, wir haben Napoleon Bonaparte die Fürstentümer Moldau und Walachei angeboten, aber er wollte mehr, jetzt muss er gegen uns kämpfen".

War da ein Deal geplant? Man stelle sich vor, der Deal wäre zu Stande gekommen. Die Fürstentümer als französisches Kolonie, welche Vorstellung?

Ich zeige im Folgenden einen ganz modernen Beleg, der beweist, dass auch die zeitgenössische Philatelie einiges Schönes und Sehenswertes zu bieten hat. Immerhin ein mit 16,50 Lei freigemachtes Einschreiben von Giurgiu nach Deutschland. Rechts oben sehen wir das historische Postgebäude in Bukarest. Unten rechts eine Friedenstaube über dem Gebäude der Vereinten Nationen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 24.01.2017 21:29:36 Gelesen: 97025# 41 @  
@ Heinz 7 [#38]

Ein schöner Beleg! Und danke Heinz, auch für Deine freundlichen Worte. Ja, es macht mir Spaß, mich mit den neueren Belegen und dem Umfeld zu beschäftigen. :)

Was die letzte Inflationsphase (bis 2004) betrifft, habe ich mittlerweile den Eindruck, dass die Geldentwertung seitdem zwar weniger dramatisch, aber dennoch weiterhin merkbar voran schreitet. Bei den Belegen, die ich hier sehe, registriere ich mit jedem späteren Jahr wieder deutliche Erhöhungen der Tarife.

@ 10Parale [#40]

Der Beleg ist auch ein gutes Beispiel aus dem Jahr 2017: Auslandsbrief (Deutschland) per Einschreiben für 16,50 Lei.

Hier ein vergleichbarer Beleg aus dem Jahr 2009: Auslandsbrief (Japan) per Einschreiben für 9,20 Lei.



Heinz, 10Parale,

kennt ihr vielleicht eine Quelle mit den Portoperioden aus der Zeit nach März 2008?

Wenn nicht, könnten wir vielleicht gemeinsam beginnen, die Lücke zu schließen. Die aktuellen Tarife können auf der Seite der Posta Romana eingesehen werden und dann könnte man versuchen die Portoperioden davor zu ermitteln.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 25.01.2017 20:34:09 Gelesen: 96993# 42 @  
@ Michael Mallien [#41]
@ 10 Parale [#40]

Lieber Michael

Nein, leider kenne ich keine Quelle mit den Portoperioden aus der Zeit nach März 2008. Doch, so denke ich, sollte es möglich sein, diese Daten neu, direkt bei der Quelle, zu erheben; bei der rumänischen Post.

Ich möchte heue einen weiteren Beleg aus der rumänischen Inflation 1945-1947 zeigen.



Wenn wir die gültigen Porti per 1.5.1945 als "Stufe 1" bezeichnen, zeige ich anbei "Stufe 4" dieser Inflation. Gemäss Marinescu galten folgende Tarife (jeweils für einfache Briefe):

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000

Alle Betrachter werden nun zu Recht sagen: "Moment, das ist ein Ausland-Brief. Da sollte doch noch ein Zuschlag dazukommen für Ausland-Post".

Das ist zwar richtig, aber ich vermute, dass der alte Ausland-Tarif vom April 1943 noch immer nicht angepast wurde, und folglich immer noch galt. Streng genommen hätte der Postbeamte wohl einen Tarif von Lei 3'020 verlangen müssen:

3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946), 20 Lei für Zuschlag Luftpost für die Schweiz (seit 15.4.1943) (vgl. Tabelul Nr. 33).

Dass der vorliegende Brief ohne Beanstandung seitens der rumänischen Post befördert wurde, könnte damit zusammenhängen, dass die Postbeamten auf den "Schweiz"-Zuschlag verzichtet haben wegen Geringfügigkeit. Die 20 Lei wären ja nur ca. 0.7 % des Portobetrages gewesen. Vielleicht waren auch kleine 20 Lei-Marken zu dieser Zeit (Januar 1947) nicht mehr oder kaum mehr verfügbar?

Ich nehme also an, dass der Ausland-Brief mit Duldung der Behörden gleich behandelt wurde wie ein Inland-Brief.

Ich bin gespannt, was ausgewiesene Kenner der Rumänien-Philatelie (wie Nor 42) von meinem "Porto-Erklärungsversuch" halten.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.01.2017 23:13:24 Gelesen: 96964# 43 @  
@ Michael Mallien [#41]
@ 10 Parale [#40]

Liebe Kollegen,

gestern zeigte ich euch einen Ausland-Brief der 4. Tarifstufe aus der Rumämischen Inflation 1945/47, heute dopple ich nach und zeige einen ähnlichen Brief:



Dieser Brief wurde am 17.2.1947 auf die Reise geschickt und ist frankiert mit 7'200 Bani. Das Porto setzt sich zusammen aus:

3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946)
4200 Lei für Einschreiben (ab 1.12.1946), vgl. Tabelul Nr. 26 Ing. Calin Marinescu, (1993)

Dazu wäre wohl wieder zu erwarten:

20 Lei für Zuschlag Luftpost für die Schweiz (seit 15.4.1943) (vgl. Tabelul Nr. 33), doch fehlen diese 20 Lei auch auf diesem Brief. Ich nehme an, die Post verzichtete wegen Geringfügigkeit auf die Erhebung dieses Zuschlages. Erst ab 1. März 1947 gab es wieder einen "vernünftigen" Zuschlag für die Schweiz: 2'200 Lei (vgl. Tabelul Nr. 34).

Ich habe meine Überlegungen dazu bereits in Beitrag 42 dargelegt und wiederhole nun nicht alles. Ich denke, die Post tolerierte wissentlich, dass der Tarif für einen Auslandbrief damit gleich war wie für einen Inlandbrief (dies nun gezeigt an einem R-Brief = eingeschriebener Brief).

Gute Nacht
Heinz
 
10Parale Am: 27.01.2017 11:47:53 Gelesen: 96943# 44 @  
@ Michael Mallien [#41]

Ein Werk zur Darlegung der Posttarife ab 2008 bis anno dato habe ich leider auch nicht. Aber auch danach lässt sich im world wide web bestimmt suchen und etwas finden. Die einzige Quelle, - da stimme ich Heinz 7 zu, dürfte im Moment wenigstens die rumänische Post sein.

Dein Brief nach Japan zeigt sehr schön die Michel Nr. 6231 (Auflage: 170.040 Stück) mit der Marke in der Marke, die berühmte Michel Nr. 5 Zeitungsmarke, von denen es zwei Typen gibt und von der an anderer Stelle hier schon die Rede war (Thread: Rumänien für Sammler).

@ Heinz 7 [#42]:

Bei dem vorliegenden Brief sehe ich einen Abschlag von BRASOV (Cursa I) vom 24. I.947.

Ein weiterer Privatstempel verrät wohl die Ankunft bei der Bank in Zürich 4.II.1947.

Aus diesem Grunde bezweifle ich (wie auch in [#43] ähnlich gelagert), dass der Brief mittels Luftpost befördert wurde (eher mit der Eisenbahn). Insofern erübrigt sich bei diesen wunderschönen Belegen die Erhebung eines Luftpostzuschlages für die Schweiz. Aber dies ist nur meine Vermutung und ich kann mich da auch kräftig irren.

Ich zeige im folgenden noch einen eingeschriebenen Brief aus dem Jahr 2014, der mit 8,10 Lei im Vergleich zu meinem in Nr. 40 vorgestellten Einschreiben mehr als 50 % günstiger war, obwohl nur ein Abstand von 3 Jahren dazwischen liegt. Ich denke nach einer Phase relativer Währungsstabilität ist in Rumänien im Moment wieder eine schleichende Inflation im Gange, die sich auch hier philatelistisch dokumentieren lässt.

Im Deutschlandfunk habe ich gehört, dass Rumänien im Jahr 2016 das höchste Bruttoinlandsprodukt aller europäischen Länder im Jahr 2016 zu verzeichnen hatte. Eine Inflation bedeutet ja stets eine Geldentwertung. Dieser Zusammenhang kann ich leider nicht erklären.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.01.2017 19:15:21 Gelesen: 96919# 45 @  
@ 10Parale [#44]

Lieber 10 Parale,

ich danke für deinen interessanten Beitrag.

Es ist durchaus möglich, ja vielleicht sogar wahrscheinlich, dass Rumänien gegen Ende des 2. Weltkrieges keine Luftpost-Beförderung mehr anbieten konnte. Vielleicht liegt hier die Erklärung für das Wegfallen dieser Tarife.

Wenn ich Tabelle 31 bei Marinescu betrachte, scheint es so, dass ab September 1922 Rumänien ihre Auslandpost via Luftpost bedienen konnte, wenigstens in gewisse Länder. Tabelle 32 zeigt uns dann die Tarifentwicklung 1.3.1934 - 17.4.1939 und Tabelle 33 von Januar 1940 - 15.4.1943. Tabelle 34 zeigt dann gänzlich neue Tarife ab 1.3.1947.

Es ist nun durchaus denkbar, dass irgendwann nach dem 15. April 1943 der Luftpost-Dienst unterbrochen werden musste und erst ab 1.3.1947 wieder aufgenommen werden konnte. Dies wäre für die Kriegs- und Nachkriegszeit sogar plausibel. Wenn nun der Luftpostdienst aufgegeben werden musste, fiel natürlich auch der frühere Zuschlag dafür weg. Vielleicht verzichtete die Post darauf, für Auslandbriefe eine Zusatzgebühr zu erheben, denn offenbar galt um die Zeit 1945-1947 (März), dass die Inlandbriefe gleich viel kosteten, wie die Auslandbriefe.

Sehen wir uns die bisher gezeigten Belege auch auf der Rückseite an.

1: R-Brief Bukarest - Fribourg (Beitrag [#38]): Abgang 26.1.46, Ankunftsstempel Fribourg 15.2.1946

2: Brief Brasov - Zürich (Beitrag [#42]): Abgang 24.1.47, leider kein Ankunftsstempel. Der aufgedruckte Vermerk "4.2.1947" wird wohl ein bankinterner Vermerk gewesen sein, gut möglich, dass es ein (privater) Eingangsstempel war

3: R-Brief Brasov - Zürich (Beitrag [#43]): Abgang 24.2.47, leider kein Ankunftsstempel. Der aufgedruckte Vermerk "5.3.1947" = privater Eingangsstempel?

Ich denke auch, dass keiner dieser drei Briefe per Luftpost unterwegs war.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.01.2017 19:59:00 Gelesen: 96915# 46 @  
@ 10Parale [#44]

Liebe Kollegen,

ich bin nun sehr froh, einen meines Erachtens sehr interessanten Beleg zeigen zu können!

Wie ausgeführt (Beitrag [#45]) halte ich es für denkbar, dass mindestens für die Dauer 1.5.1945 - 28.2.1947 keine Luftpost Zustellung für Ausland-Briefe angeboten werden konnte. Am 1.3.1947 änderte dies aber wieder; Calin Marinescu listet auf Tabelle 34 die neuen Tarife auf.



Dieser Brief von Bukarest nach Zürich wurde gleich mit drei verschiedenen Stempeln aus Bukarest auf die Reise geschickt! Alle zeigen eindeutig das Datum 1.3.1947. Dies bedeutet, dass dies ein Ersttagbrief für Luftpost ist. Dass der Brief per Luftpost transportiert werden sollte, ist klar erkennbar (Absendervermerk und Postkleber "PRIN AVION).

Und was können wir zum Tarif sagen? Er passt perfekt!
3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946)
2200 Lei für suprataxele aeriene externe (ab 1.3.1947)
= total 5200 Lei.

Ich habe die Bedeutung dieses Briefes erst heute erkannt und freue mich entsprechend darüber.

Heinz
 
Baber Am: 28.01.2017 09:02:51 Gelesen: 96899# 47 @  
@ Michael Mallien [#27]

Hallo Michael,

Mustela erminea ist der lateinische Name für Hermelin.

Gruß
Bernd
 
Heinz 7 Am: 28.01.2017 11:29:23 Gelesen: 96884# 48 @  
@ Michael Mallien [#33]

"Ich konzentriere mich auf Belege ab 1989 und dabei im Speziellen auf Portostufen aus der Inflationszeit". Da mache ich gerne mit, bin aber 44 Jahre früher dabei, bei der Inflation Rumänien 1945-1947.

Die vierte Portostufe konnte ich bereits zeigen, nun habe ich dazu noch eine Ergänzung. Ich habe das seltsame Porto von 13'500 Lei angetroffen, und dachte natürlich bereits an die 5. Portostufe. Doch das passt nicht, weder vom Zeitraum, noch vom Portobetrag.



Leider ist der Aufgabetag aus den schwachen zwei Abgangsstempeln nicht ersichtlich, doch dieser Brief hat einen Ankunftsstempel rückseitig "ZÜRICH 25.I.47". Der Bank-interne Datumsvermerk (vgl. Beitrag 42+43) wurde zwei Tage später angebracht: "27.I.47".

Wieso trägt dieser Beleg nun Briefmarken im Wert von 13'500 Lei? Calin Marinescu gibt Auskunft!(Tabelle 26, Seite 44):

3000 Lei für scrisori simple (ab 1.12.1946)
kein Zuschlag für Ausland-Briefe (vgl. Beitrag 45)
4200 Lei für Taxa de recomandare (ab 1.12.1946)
6300 Lei für Taxa expres (ab 1.12.1946)
= Summe 13500 Lei.

Das stimmt exakt! Wir sehen, der Brief wurde "Recomandée Express" aufgegeben, und der rückseitige "Zürich" Stempel ist auch ein Spezialstempel "EILZUSTELLUNG".



Somit kann ich vermutlich eine (sehr?) seltene Verwendung belegen, was natürlich Freude macht.

Ich wünsche allen ein schöne Wochenende!
Heinz
 
Michael Mallien Am: 28.01.2017 12:08:55 Gelesen: 96878# 49 @  
Heinz, es sind sehr spannende Belege, die Du zeigst. Herzlichen Glückwunsch dazu und danke fürs zeigen.

Insgesamt freue ich mich über die rege Diskussion zum Thema Rumänien und dass ich jetzt auch einiges beitragen kann.

Ich habe meinen 3. Beleg aus [#27] nochmal genau angesehen. Nun unter Zuhilfenahme des Werkes von Marinescu. Tatsächlich habe ich die Antwort gefunden auf meine Frage nach dem kleinen Kastenstempel A.R. auf dem Beleg und darauf, wie sich die 6.200 Lei für den Beleg zusammensetzen (Band 1, Tabelle Nr. 71, Seiten 144, 145).

Die Portoperiode ging nur über 2 Monate, nämlich vom 1.8. bis 30.9.2000!

Scrisore pana la 20g (Brief-Inland): 1.700 Lei
Taxa de recomandare (Einschreiben): 2.200 Lei
Taxa adeverire de Primire (Rückschein): 2.300 Lei

Macht zusammen genau 6.200 Lei. Das A.R. kennzeichnet die Zusatzleistung "Rückschein".

Hier ist noch einmal der Beleg:


 
Michael Mallien Am: 28.01.2017 12:30:01 Gelesen: 96875# 50 @  
Gestern habe ich eine Korrespondenz herein bekommen aus Zarnesti, einer Kleinstadt im ehemaligen Siebenbürgen, nach Wismar aus den Jahren 1991 - 2009. Zwar sind die Belege häufig in keinem sehr guten Zustand, aber hinsichtlich der Dokumentation von Portostufen aus dieser Zeit sind sie ein Schatz. :)

Interessanterweise fallen die ersten Belege genau in die erste Portoperiode, zu der es einige Änderungen bei der rumänischen Post gegeben hat, nämlich ab dem 1.10.1991.

Hier ist mein erster Beleg vom 14.11.1991 mit Frankatur auf beiden Seiten des Briefes:



Die Freimachung summiert sich auf 49 Lei (8x MiNr. 3915 zu 50 Bani + 10x MiNr. 4654 zu 4,50 Lei).

Scrisori simple 20g: 45 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 4 Lei

Den Luftpostzuschlag habe ich der Tabelle 286 (Bd. 2, Marinescu) in Kombination mit Tabelle 289 entnommen.

Hier noch ein zweiter Beleg aus derselben Portoperiode, ebenfalls portorichtig mit 49 Lei frei gemacht. Der Stempel PAR AVION dokumentiert sozusagen den Luftpostzuschlag.


 
Heinz 7 Am: 28.01.2017 18:19:39 Gelesen: 96855# 51 @  
@ Michael Mallien [#50]

Lieber Michael,

vielen Dank für Deine Reaktion. Du hast interessante Belege; ich hoffe, Du kriegst so möglichst viele der Portostufen zusammen! Wie viele sind es denn? Welchen Zeitraum umfasst "Deine" Inflation?

Ich habe bereits einmal eine Dokumentation über eine (andere) Inflation zusammentragen können; fast zufällig. Es fiel mir auf, dass sich die Werte stark erhöhten, das hat mein Interesse geweckt und so versuchte ich, die Zeit der Inflation in Jugoslawien (Slowenien) der Zeit 1976-1995 zu dokumentieren. In dieser Zeit gab es 39 verschiedene Portostufen, wie ich ermittelte, wovon 15 allein in den Jahren 1988/1989. Das war hochspannend. Ganz alle Wertstufen konnte ich zwar nicht dokumentieren, aber doch die meisten!

So kann auch mit kleinem Geldbeutel "Philatelie vom Feinsten" betrieben werden! Ich bin nun gespannt auf Deine weiteren Beiträge.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 29.01.2017 12:59:15 Gelesen: 96836# 52 @  
@ Heinz 7 [#51]

Welchen Zeitraum umfasst "Deine" Inflation?

Lieber Heinz,

das hast Du nett ausgedrückt. Aber schauen wir mal auf die Tabellen im Marinescu. Ich nehme beispielhaft die Entwicklung des Porto für einfache Inlandsbriefe bis 20g (Tarife sie taxe interne - Scrisori "loco"). In der Liste unten habe ich mehr Portoperioden aufgeführt, als Änderungen des Beispielportos, welches sich eben nicht mit jeder Portoperiode änderte.

Die Quelle für alle Daten ist Band 1 des Werkes von Calin Merinescu aus dem Jahr 2008, Seite 139ff.

Von 1982 bis Anfang 1991 gibt es keine Änderungen, also kann man den Beginn der Inflation gut auf die erste Änderung im Jahr 1991 setzen.

01.04.1991 - 09.10.1991 3,50 Lei (6 Monate, 9 Tage)
10.10.1991 - 09.03.1992 5 Lei (5 Monate)
10.03.1992 - 30.11.1992 6 Lei (8 Monate, 20 Tage)
01.12.1992 - 03.06.1993 10 Lei (ca. 6 Monate)
04.06.1993 - 01.07.1993 15 Lei (ca. 1 Monat)
02.07.1993 - 30.10.1993 17 Lei (ca. 4 Monate)
01.11.1993 - 31.03.1994 25 Lei (5 Monate)
01.04.1994 - 30.06.1995 30 Lei (15 Monate)
01.07.1995 - 17.03.1996 50 Lei (8 Monate, 17 Tage)
18.03.1996 - 02.03.1997 70 Lei (11 Monate, 15 Tage)
03.03.1997 - 01.07.1997 200 Lei (ca. 4 Monate)
02.07.1997 - 15.09.1997 250 Lei (2 Monate, 13 Tage)
16.09.1997 - 01.02.1998 300 Lei (4 Monate, 15 Tage)
02.02.1998 - 17.05.1998 700 Lei (3 Monate, 15 Tage)
18.05.1998 - 21.10.1998 800 Lei (ca. 5 Monate)
22.10.1998 - 03.01.1999 850 Lei (2 Monate, 10 Tage)
04.01.1999 - 14.03.1999 1.100 Lei (2 Monate, 10 Tage)
15.03.1999 - 20.06.1999 1.100 Lei (3 Moante, 5 Tage)
21.06.1999 - 25.07.1999 1.300 Lei (1 Monat, 4 Tage)
26.07.1999 - 03.10.1999 1.300 Lei (2 Monate, 8 Tage)
04.10.1999 - 02.01.2000 1.500 Lei (ca. 3 Monate)
03.01.2000 - 27.02.2000 1.500 Lei (ca. 2 Monate)
28.02.2000 - 30.04.2000 1.700 Lei (ca. 2 Monate)
01.05.2000 - 31.07.2000 1.700 Lei (3 Monate)
01.08.2000 - 30.09.2000 1.700 Lei (2 Monate)
01.10.2000 - 03.12.2000 2.000 Lei (ca. 2 Monate)
04.12.2000 - 07.01.2001 2.000 Lei (ca. 1 Monat)
08.01.2001 - 14.05.2001 2.200 Lei (4 Monate, 6 Tage)
15.05.2001 - 19.08.2001 2.200 Lei (3 Monate, 4 Tage)
20.08.2001 - 14.10.2001 2.500 Lei (1 Monat, 24 Tage)
15.10.2001 - 14.03.2002 2.500 Lei (5 Monate)
15.03.2002 - 02.06.2002 2.500 Lei (2 Monate, 17 Tage)
03.06.2002 - 30.09.2002 3.000 Lei (ca. 4 Monate)
01.10.2002 - 14.10.2003 3.000 Lei (12 Monate, 14 Tage)
15.10.2003 - 02.11.2003 3.000 Lei (18 Tage)
03.11.2003 - 31.07.2004 4.000 Lei (ca. 9 Monate)
01.08.2004 - 17.04.2005 5.000 Lei (8 Monate, 17 Tage)
18.04.2005 - 30.06.2005 5.000 Lei (2 Monate, 12 Tage)
++++++++++++ 10.000 alte Lei --> 1 neuer Leu
01.07.2005 - 14.02.2007 0,50 Lei
15.02.2007 - 31.07.2007 0,50 Lei
01.08.2007 - 02.01.2008 0,80 Lei
03.01.2008 - .......... 1,00 Lei
 


Das Bild ist nicht so einheitlich und dramatisch, wie in anderen (Hoch-)inflationen mit den teils exponentiellen Steigerungen und extrem kurzen Portoperioden, aber dennoch interessant zu dokumentieren. Ich beginne einfach mit dem Jahr der Revolution 1989 und führe die Sammlung bis heute fort. Das ist der Plan :)

Und den großen Geldbeutel braucht man zu Beginn ganz sicher nicht. Den Posten mit der Korrespondenz von 1991 - 2009 habe ich für 8,- Euro erhalten und er umfasst 50 Belege. Ich bin in Erwartung von zwei weiteren Posten mit Korrepondenz von Rumänien nach Moldavien bzw. von Rumänien nach Bulgarien, auf die ich mich auch schon freue.

Damit es hier nicht so ganz ohne Bilder bleibt, zwei Briefe aus dem Jahr 1992. Beide leider nicht ganz portorichtig

Brief vom 18.11.1992 zu 60 Lei mit 3x MiNr. 4712



Scrisori simple 20g: 55 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 4 Lei

... macht zusammen 59 Lei. Also ist der Brief mit 1 Leu überfrankiert


Weihnachtsganzsache, verwendet als Brief zu 94,5 Lei vom 21.12.1992



Ich vermute:
Scrisori simple 21-50g: 90 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 10 Lei

... macht zusammen 100 Lei. Damit wäre der Brief unterfrankiert. Aber eine bessere Erklärung der Portostufe habe ich nicht gefunden.
 

10Parale Am: 29.01.2017 17:45:34 Gelesen: 96822# 53 @  
@ Forum,

Das ist ja ein Eldorado an Portostufen, was Calin Marinescu´s Werk uns offenbart und M.Mallien und Heinz7 zusammen mit mir dokumentieren.

Porto- bzw. Tarifänderungen auch bei der Deutschen Post unterliegen wirtschaftlichen Zwängen bzw. dem Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage.

Eine sehr lange, relativ stabile Portoperiode erlebte Rumänien im Inlands-Postverkehr zwischen dem 28. Januar 1952 (Währungsumstellung 20 alte Lei = 1 neuer LEU) bis zum 31. März 1982. Das sind immerhin gute 30 Jahre, eine lange Zeit.

Ich möchte dies dokumentieren mit einem Brief, der in Beliu am 10. Juli 1981 aufgegeben wurde und mit 55 Bani portogerecht freigemacht ist (Michel Nr. 3163 - Baudenkmäler - Cula-Festung, Maldarasti).

Solche Briefe finden sich bestimmt heute noch in großer Zahl in rumänischen Haushalten, man sollte sie jedoch nicht unterschätzen und ad acta legen. Ich werde in Kürze einen weiteren Brief desselben Absenders an die selbe Dame vorstellen, der allerdings 4 x so teuer war.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.01.2017 19:46:19 Gelesen: 96799# 54 @  
@ Michael Mallien [#52]

Das ist ja wirklich überraschend! Diese Tabelle erinnert mich sehr stark an diejenige von Jugoslawien (und Nachfolgestaaten, u.a. Slowenien). Bei mir waren es 39 Portostufen, bei Dir sind es nun 42! wobei bei Deiner Tabelle effektiv "nur" 28 verschiedene Wertstufen plus eine Währungsreform festzustellen sind. Die Portostufen 18,20,22,24,25,27,29,31,32,34,35,38,39,40 zeigen keine Preiserhöhungen; ich verstehe also nicht, warum sie besonders genannt werden. Die Wertstufe 3000 Lei zum Beispiel galt offenbar vom 3.6.2002 - 2.11.2003, warum wird diese Periode in drei Zeiteinheiten eingeteilt (Portostufen 33,34+35)?

Es ist grandios, was Du Dir mit 8 Euro kaufen konntest! Ganz herzliche Gratulation. Nehmen wir an, Du kannst Dir damit eine nette Sammlung Inflation 1991-2008 zusammenstellen, dann hast Du etwas WERTVOLLES zusammentragen können fast ganz ohne Geldaufwand. Das ist natürlich viele Briefmarken-Gebiete und -Zeitetappen nicht machbar, aber der findige Philatelist kann sich immer ein Gebiet aussuchen, dass ihm gefällt und das zu ihm passt (auch finanziell).

Du erlaubst mir sicher, nochmals zu "meiner" Rumänien-Inflation von 1945-47 zurückzukehren, die ja nur 6 Portostufen umfasste. Ich habe Euch schon ein paar schöne Belege zur 3. und 4. Stufe zeigen können; gerne würde ich dies nun auch zur 5. Stufe tun.

Rekapitulation:

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000 (immer für: scrisori simple)

Die 5. Stufe dauerte vom 1.4. bis zum 1.7.1947 und war damit die zweitkürzeste. Ich HABE nun zum Glück 4 Belege aus dieser Zeit, aber es gibt da ein Problemchen...



Sehen wir uns die Belege an: 3 davon haben eine Frankatur von 52.000 Lei. Zwei davon habe ich abgebildet. Zum Porto erwarten wir

15.000 Lei für scrisori simple (ab 1.4.1947)
21.000 Lei für Taxa de recomandare (ab 1.4.1947)
2.200 Lei für suprataxele postale aeriene externe (ab 1.3.1947)
= Summe 38.200 Lei.

Wir sehen, die Portostufe lässt sich mit Marinescu offenbar nicht erklären.

Vielleicht gab es eine weitere Portoerhöhung, z.B. ab 1.5.1947: Erhöhung der Flugpost-Taxe auf 16.000 Lei?

Im Moment kann ich diese Porti (52.000 Lei statt 38.200 Lei?) nicht erklären. Da dieses Porto aber bei mir dreimal dokumentiert ist, denke ich, diese Stufe 52.000 sei kein Versehen/Fehler des Absenders.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 29.01.2017 20:06:06 Gelesen: 96796# 55 @  
@ Heinz 7 [#54]

Vielleicht gab es eine weitere Portoerhöhung, z.B. ab 1.5.1947: Erhöhung der Flugpost-Taxe auf 16.000 Lei?

Genau, die gab es! Und zwar am 1.4.1947. Siehe Band 2, Tabelle nr.274 auf Seite 146.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 29.01.2017 20:24:54 Gelesen: 96793# 56 @  
@ Heinz 7 [#54]

Die Portostufen 18,20,22,24,25,27,29,31,32,34,35,38,39,40 zeigen keine Preiserhöhungen; ich verstehe also nicht, warum sie besonders genannt werden. Die Wertstufe 3000 Lei zum Beispiel galt offenbar vom 3.6.2002 - 2.11.2003, warum wird diese Periode in drei Zeiteinheiten eingeteilt (Portostufen 33,34+35)?

Lieber Heinz,

es gab Portoperioden, die einzeln im Marinescu aufgeführt sind, in denen sich die Versendungsart Scrisori "loco" nicht verändert hat, wie Du richtig erkannt hast. Allerdings haben sich andere Versendungsarten im Inlandsverkehr oder Zusatzleistungen preislich verändert. Deshalb habe ich die Portoperioden mit aufgeführt.

Die Portoperioden müssten dann mit anderen Versendungsarten bzw. Zusatzleistungen dokumentiert werden.

Offen ist noch, ob es nicht noch weitere Portoperioden gibt, in denen sich Versendungsarten im Auslandsverkehr verändert haben. Dann gäbe es noch ein feiner granulareres Bild.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 29.01.2017 21:08:30 Gelesen: 96787# 57 @  
@ Michael Mallien [#55]

Oho! Hoch interessant! Das wusste ich nicht, dass Marinescu seine (alten) Tabellen "erweitert" (ergänzt) hat.

Ich habe nur sein Büchlein von 1993 (84 Seiten). Daneben habe ich 6 andere Bücher von ihm, aber das zweibändige Porto-Werk von 2008 habe ich nicht.

Ich werde das wohl nachholen. Vielen Dank jedenfalls für Deine Meldung.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 30.01.2017 13:04:01 Gelesen: 96760# 58 @  
@ Mihael Mallien [#52]

Die 90 Lei für einen Auslandsbrief entsprechen dem damaligen Tarif. Auf dem Umschlag ist kein Bezug auf eine Luftpostsendung zu finden, daher auch ein einfacher Brief. Es wurde bloß an Stelle eines anderen Couverts, ein älterer Ganzsachenumschlag benützt. Das kam dort öfter vor.

Nor 42
 
Heinz 7 Am: 30.01.2017 20:33:26 Gelesen: 96740# 59 @  
@ Michael Mallien [#56]

Ich habe mir gedacht, dass die Preisveränderungen bei anderen Versendungsarten (als "Scrisori loco" ) der Grund sind, dass es so viele Portostufen gibt. Ich bin nun gespannt darauf, was Du zeigen kannst.

Ich gehe zurück zur Inflation 1945-1947. Ich kann Euch eine Frankatur für "scrisori simple" der 6. Stufe zeigen (ab 1.7.1947). Der Tarif nach meinem Büchlein/Tabelle 26 ist 45.000 Lei.



Der Beleg ist Bedarf und leider nicht ganz fehlerfrei, aber immerhin ist es eine gute Dokumentation für diese Portostufe, meines Wissens die 6. dieser Inflation.

Michael, Du hast mir mitgeteilt, dass die Tabelle 34 bei "Marinescu 1993" nicht vollständig ist. Kannst Du nun bitte Tabelle 26 überprüfen? (für "Scrisori simple 20 g"). Ist diese Tabelle in "Marinescu 2008" dieselbe?

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000
1.7.1947: Lei 45.000
15.8.1947: 15 Neue Lei

Vielen Dank für's Nachsehen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.01.2017 21:02:40 Gelesen: 96736# 60 @  
@ Michael Mallien [#55]

Michael, vielleicht kannst Du nochmals helfen? Oder 10 Parale? Oder Nor 42?

Ich habe da einen Brief, frankiert mit 2400 Lei:



Das würde passen für 3. Stufe, Brief über 20 Gramm: 1500 + 900 = 2400 Lei. Aber etwas stimmt nicht.

Die 3. Stufe galt erst ab 1.6.1946, mein Brief hat aber das Datum 3. April 1946 (?-etwas unleserlich), rückseitig mit Ankunftsstempel Zürich 8.5.1946, und da galt doch noch die 2. Portostufe. Ich erwarte also ein Porto von 850 Lei. Warum sind es nun aber 2400?

Wer weiss Bescheid?

Heinz
 
Michael Mallien Am: 30.01.2017 22:15:22 Gelesen: 96728# 61 @  
@ Heinz 7 [#59]

Lieber Heinz,

gerne schaue ich nach. Ich finde in den Tabellen 243 und 244 auf den Seiten 114 und 115 die von Dir aufgeführten Portostufen und zusätzlich für Scrisori simple 20g:

1.3.1946 1.000 Lei

Das erklärt auch das Problem mit [#60]!
Taxa de recomandare war am 1.3.1946 1.400 Lei und damit passt es :)

Für suprataxele postale aeriene externe in die Schweiz (Elvetia) folgt am 1.7.1947 noch 48.000 Lei. Ich weiß gerade nicht, ob die Portostufe schon hattest.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 31.01.2017 12:39:02 Gelesen: 96706# 62 @  
@ Michael Mallien [#61]

Lieber Michael,

das macht richtig Spass, diese Entdeckungsreise! Dass wir also nicht 7 Stufen der Inflation Rumänien 1945-47 haben, sondern (mindestens) acht, das ist eine neue Erkenntnis für mich.

Ich rekapituliere: (Tarife für "Scrisori simple 20 g").

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.3.1946: Lei 1.000
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000
1.7.1947: Lei 45.000
15.8.1947: 15 Neue Lei.

Ist es hiermit komplett (nach Marinescu 2008)?

Die Extrataxe für Flugpost Schweiz ab 1.7.47 ist bereits bei Marinescu 1993 erwähnt und ich habe sie in meiner Sammlung und ich kann sie noch zeigen. Vielleicht schon heute Abend.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
StefanM Am: 31.01.2017 13:42:15 Gelesen: 96689# 63 @  
@ 10Parale [#11]

Büchersendung freigemacht mit 31 Briefmarken im Gesamtwert von 72,50 RON (Lei)

Ich habe heute mal auf der Webseite der Posta Romana gestöbert und finde folgenden Tarif für "International Printed Papers"



Das könnte doch passen für 72,50 Lei.

Gruß
stefan
 
Heinz 7 Am: 31.01.2017 20:06:21 Gelesen: 96660# 64 @  
@ Michael Mallien [#61]

Lieber Michael,

ich bin froh, dass ich von der 7. Portostufe folgende Frankaturstufe zeigen kann: 93.000 Lei. Dies ist eine Kombination von:

45.000 Lei für scrisori simple (ab 1.7.1947)
48.000 Lei für suprataxele postale aeriene externe (ab 1.7.1947)



Der Luftpost-Umschlag wurde am 9.8.1947 frankiert und einen Tag später befördert. Ein Ankunftsstempel wurde nicht angebracht, von der Post, aber bankintern wurde ein Stempel angebracht 18.VIII 47.

Am 15. August 1947 kam es in Rumänien zu einer Währungsreform, als 20'000 Lei ersetzt wurden durch 1 "Neuen Lei". Damit war die Hyper-Inflation gebrochen.

Solche Briefe werden vermutlich nicht sehr häufig vorkommen, da dieses Porto nur 46 Tage lang gültig war.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 31.01.2017 20:16:20 Gelesen: 96657# 65 @  
@ Heinz 7 [#62]

Lieber Heinz,

die Anzahl der Portoperioden und die Portohöhen stimmen überein mit den Angaben im Marinescu von 2008. Lediglich ein Datum weicht ab. Anstelle des 15.8.1947 wird der 21.8.1947 genannt mit der Anmerkung, dass es auch der 22.8.1947 sein könnte (wenn ich den Anmerkungstext richtig interpretiere:

S-au pus in aplicare pe data de 21 sau 22 august 1947

Generell möchte ich noch anmerken, dass sich ganz offensichtlich sehr viel getan hat zwischen den Werken aus 1993 und 2008. Du schreibst weiter oben

Ich habe nur sein Büchlein von 1993 (84 Seiten)

Das neue Werk umfasst 320 Seiten (Band 1) und 386 Seiten (Band 2). In der Summe also über 700 Seiten!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 31.01.2017 20:18:52 Gelesen: 96656# 66 @  
@ Heinz 7 [#64]

Oh ja, das ist wirklich ein sehr schöner Beleg. Danke fürs Zeigen. :)

Mal sehen, ob ich gleich noch etwas schönes zum Zeigen habe. Ich werde mir mal das Jahr 1993 aus der weiter oben beschriebenen Korrespondenz herausgreifen, die ja von 1993 bis 2009 geht.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 31.01.2017 20:54:02 Gelesen: 96649# 67 @  
@ StefanM [#63]

Vielen Dank für Dein Interesse und Deine Mithilfe. Der Link ist https://www.posta-romana.ro.

Addiert man die Einschreibegebühr (für alle Gewichtsstufen einheitlich) von 12 Lei hinzu, ist der "Sonnenblumenbrief" mit 72 Lei Gesamtfrankatur mit 50 Bani leicht unterfrankiert.

In [#53] habe ich einen gewöhnlichen Brief bis 20 Gramm mit Inlandsporto von 55 Bani gezeigt. (Ortsbriefe kosteten sogar nur 35 Bani).

Ein gutes Jahr später, am 07.07.1982 schrieb der selbe Verfasser wieder einen Brief bis 20 gramm an die selbe Empfängerin. Aufgrund einer Portoerhöhung zum 1. April 1982 kostete dieser nun satte 2 Lei. (siehe Tabelle Nr. 66 Calin Marinescu Vol. I).

Der Brief wurde somit vorderseitig mit 3 Freimarken zu 55 Bani (Baudenkmäler) und rückseitig mit einer weiteren Freimarke zu 55 Bani freigemacht. Mangels anderer Marken war er somit mit 20 Bani überfrankiert.

Beim Öffnen der Rückseite (die Briefmarke diente hier wohl noch als Klebeverschluss mangels Klebstoff) wurde diese Marke zerstört. Rückseitiger Ankunftsstempel von Sibiu vom 08.07.1982.

Am Rande: ich habe mal gehört, dass die berühmten brasilianischen Ochsenaugen rückseitig frankiert werden mussten. Beim Öffnen des Briefes wurden sie dadurch meistens zerstört und haben dennoch ihren hohen Sammlerwert erhalten.

Liebe Grüße

10Parale

  
 
Michael Mallien Am: 31.01.2017 21:03:31 Gelesen: 96648# 68 @  
@ Michael Mallien [#52]

Bevor ich etwas neues zeige, möchte ich Korrekturen vornehmen bei diesem Post:

Ich nehme beispielhaft die Entwicklung des Porto für einfache Inlandsbriefe bis 20g (Tarife sie taxe interne - Scrisori "loco")

Es handelt sich hierbei nicht um einfache Inlandsbriefe bis 20g, sondern vielmehr um Ortsbriefe. Das hätte ich mir bei dem Zusatz "loco" auch erschließen können.

Scrisori simple 21-50g: 90 Lei
Suprataxelor postale aeriene (Luftpostzuschlag): 10 Lei


Die Bestimmung des letzten Briefes mit dem Weihnachtsmotiv stimmt nicht, wie nor 42 schon bemerkt hat. Ich hatte nur auf die Jahreszahl 1992 geschaut, ohne zu berücksichtigen, dass ab dem 1.12.1992 eine neue Portoperiode begann, mit 90 Lei für den Auslandsbrief nach Deutschland. Als Zuschlag für Luftpost kämen noch 4 Lei hinzu. Wenn auch kein Hinweis PAR AVION aufgestempelt ist, hätte das Porto dennoch gereicht.

Ich habe weiterhin fest gestellt, dass die Portoperioden für den Auslandsverkehr nicht 100%ig denen des Inlandsverkehrs gleichen. Bis zum 9.10.1991 galten für den einfachen Auslandsbrief 10 Lei, was sich ab dem 10.10.1991 deutlich änderte mit 45 Lei, wie in einem Beispiel ober gezeigt.

Ich bezeichne daher die Portoperiode für Auslandsbriefe ab 10.10.1991 die Nr. 1 (der Inflationszeit).

Brief nach Deutschland aus der Portoperiode 3 (1.12.1992 bis 6.5.1993) frankiert mit 95 Lei.



Scrisori simple 20g = 90 Lei
Suprataxe "prin avion" = 4 Lei (nicht ersichtlich)

Brief nach Deutschland aus der Portoperiode 5 (2.7.1993 bis 31.10.1993) frankiert mit 172 Lei.



Scrisori simple 20g = 171 Lei, also mit 1 Lei überfrankiert
 
StefanM Am: 01.02.2017 08:23:33 Gelesen: 96627# 69 @  
@ 10Parale [#67]

Addiert man die Einschreibegebühr (für alle Gewichtsstufen einheitlich) von 12 Lei hinzu, ist der "Sonnenblumenbrief" mit 72 Lei Gesamtfrankatur mit 50 Bani leicht unterfrankiert.

Ich sehe 72,50 Lei Frankatur auf dem Beleg.

Portogerecht! Meinen Glückwunsch zu dem Beleg. :)

@ Michael Mallien [#65]

Anstelle des 15.8.1947 wird der 21.8.1947 genannt

Seltsam, daß die neue Portoperiode erst ein paar Tage nach Einführung der neuen Währung begann. Aber vielleicht hat es mit der Ausgabe neuer Marken nicht so schnell geklappt?!
 
Michael Mallien Am: 01.02.2017 20:22:51 Gelesen: 96589# 70 @  
Die Republik Moldau oder auch Moldawien wurde am 27.8.1991 unabhängig von der Sowjetunion. Ein Land, das aufgrund der Geschichte und Bevölkerung eng mit Rumänien verbunden ist. Die besondere Stellung des Landes äußert sich auch darin, dass besondere Posttarife für Post aus Rumänien nach Moldawien galten. Dies war auch der Fall in der Inflationszeit von 1991 bis 2004. Die Tarife stehen zwischen den Inlandstarifen und den Tarifen ins europäische Ausland. 25 Portoperioden sind im Marinescu Band 2 ab Seite 267 beschrieben. Die Portoperioden sind nicht immer zeitgleich mit denen für Inlandstarife und andere Auslandstarife.

Beispielhaft führe ich hier die Portohöhen für den einfachen Standardbrief (Scrisori) bis 20g auf. In den letzten 3 Portoperioden änderte sich allerdings nichts bei dem Porto, außer der Währungsumstellung:

(01) 01.11.1991 8 Lei
(02) 10.03.1992 10 Lei
(03) 01.12.1992 15 Lei
(04) 04.06.1993 25 Lei
(05) 02.07.1993 29 Lei
(06) 01.11.1993 45 Lei
(07) 01.04.1994 60 Lei
(08) 01.07.1995 100 Lei
(09) 18.03.1996 150 Lei
(10) 03.03.1997 1.800 Lei
(11) 10.11.1997 1.950 Lei
(12) 18.05.1998 2.075 Lei
(13) 22.10.1998 2.225 Lei
(14) 04.01.1999 2.425 Lei
(15) 24.03.1999 2.850 Lei
(16) 24.05.1999 3.650 Lei
(17) 04.10.1999 3.975 Lei
(18) 28.02.2000 4.525 Lei
(19) 01.08.2000 5.000 Lei
(20) 08.01.2001 5.750 Lei
(21) 20.08.2001 6.750 Lei
(22) 03.06.2002 7.750 Lei
(23) 03.11.2003 8.000 Lei
(24) 01.08.2004 8.000 Lei
+++ 10.000 alte Lei --> 1 neuer Leu +++
(25) 01.07.2005 0,80 Lei

Auffällig ist der große Sprung von 150 Lei auf 1.800 Lei am 3. März 1997 sowie die mehr oder weniger krummen Portohöhen um das Jahr 1999 herum.

Aus der Portoperiode (07) hier ein portorichtiger Brief von Sibiu nach Chisinau zu 60 Lei.



Das Stempeldatum, wenn auch nicht voll abgeschlagen, lässt 28.12.94 vermuten.



... weil die rückseitig abgeschlagenen Stempel aus dem Januar 1995 stammen.



Es sind demnach Ankunftsstempel.

Das Inlandsporto betrug zu dem Zeitpunkt ebenfalls 60 Lei; das Auslandsporto Europa dagegen 500 Lei.


Aus der Portoperiode (16) hier ein portorichtiger Brief von Botosani nach Chisinau zu 3.650 Lei. Die vielen Marken sind beidseitig angebracht.

Der Stempel vom 24.05.1999 ist der erste Tag in dieser Portoperiode!



Das Inlandsporto betrug zu diesem Zeitpunkt 1.100 Lei; das Auslandsporto Europa dagegen 7.300 Lei, war also genau doppelt so hoch.
 
Heinz 7 Am: 01.02.2017 21:31:30 Gelesen: 96582# 71 @  
@ Michael Mallien [#66]

Es freut mich, dass meine Belege gefallen.

Von der 7. Frankaturstufe (vgl. Beitrag [#62]) kann ich eine weitere andere Frankatur zeigen, die für Drucksachen.



Dieser Umschlag wurde als Drucksache bezeichnet und auch so frankiert. Anstatt 45'000 Lei (Briefgebühr) waren so nur 9.000 Lei zu bezahlen (vgl. Tabelle 26 von Marinescu 1993). Diese wurden mit dem Automatenstempel vom 12. JUL 47 abgedeckt.

Der Frankatur-Aufdruck erfolgte kopfstehend, aber der Beleg fand seinen Weg in die Schweiz.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.02.2017 21:16:34 Gelesen: 96539# 72 @  
@ Michael Mallien [#61]

Von der 7. Portostufe der Inflation 1945-1947 konnte ich schon zeigen:

9.000 Lei Drucksache (B. 71)
45.000 Lei Einfacher Brief (B. 59)
93.000 Lei Einfacher Brief, mit Luftpost (45.000 + 48.000) (B. 64)

Dazu habe ich noch eine Ergänzung!

72.000 Lei Übergewichtiger Brief

(45.000 Lei + 27.000 Lei "Trepte de greutate 20 g"; vgl. Tabelle 26, Marinescu 1993)



Am 30. Juli 1947 wurde in Cluj dieser Brief auf die Reise geschickt, nicht per Flugpost, sonst wäre ein Zuschlag fällig gewesen. Ein Ankunftsstempel der Zürcher Post finden wir nicht, aber am 19. VIII. brachte die Bank (der Empfänger) einen Verarbeitungsstempel an.

Ich wünsche einen schönen Abend
Heinz
 
Michael Mallien Am: 02.02.2017 23:16:17 Gelesen: 96530# 73 @  
@ 10Parale [#20]

Mit einem Gewicht von 0,048 kg kostete der Brief einfach 26.500 Lei zuzüglich 12.000 Lei für Drucksache Fehlen immer noch 17.900 Lei??? Da die Einschreibegebühr 53.000 Lei kostete, beginnt hier das grosse Rätseln. Der Brief war unterfrankiert, kann das sein?

Ich habe eine Idee, wie das Porto berechnet wurde. Das erforderliche Porto müsste 65.000 Lei gewesen sein. Es setzt sich zusammen aus:

Imprimate (Drucksache) 21-50g: 12.000 Lei
Taxa de recomandare (Einschreiben): 53.000 Lei

Nun sehen wir, dass der Beleg tatsächlich nur mit 56.400 Lei frankiert ist. Fehlen also 8.600 Lei.

Ich vermute, dass die Vignette auf der Rückseite als Frankatur angesehen wurde. Leider kann ich nicht alle Werte auf der Vignette erkennen. 2x 100 Lei und 2x 200 Lei sind deutlich. Macht 600 Lei. Es verbleiben 8.000 Lei. Bei den anderen Werte ist es schwieriger auf dem Scan. Ich meine 2x 1000 Lei zu erkennen: Es verbleiben 6.000 Lei. Wenn nun die übrigen beiden Werte je 3.000 Lei wären, dann würde es passen?!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 02.02.2017 23:25:27 Gelesen: 96529# 74 @  
@ Heinz 7 [#71] [#72]

Das sind wieder sehr interessante Belege aus dieser Inflationszeit. Danke fürs Zeigen.

Falls mir mal Belege aus der Zeit unterkommen, werde ich sicher auch diese Zeit in meine entstehende Sammlung aufnehmen.

Als nächstes muss ich meine mittlerweile ca. 100 Belege richtig ordnen und genau bestimmen, um dann zu wissen wo ich weitersuchen kann.

Ein ganz anderes Thema: Ich habe Kontakt aufgenommen zur Arge Rumänien und auch ein paar Rundbriefe von Herrn Heimbüchler erhalten. Er bemerkt, dass sich die Arge hauptsächlich mit der Klassik beschäftigt und nur wenige Sammler auf spätere Zeiten schauen. Das spiegelt sich auch in den Rundbriefen wieder.

Ist jemand aus dem Forum in dieser Arge? Was sind eure Erfahrungen dort hinsichtlich der neueren Philatelie Rumäniens? Das würde mich sehr interessieren.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 03.02.2017 16:28:39 Gelesen: 96501# 75 @  
Heute habe ich wieder einen Beleg ähnlich der [#28].

Der Brief trägt einerseits einen Sonderstempel von den Literaturtagen in Reschitza (Resita) und wurde dann noch als IMPRIMATE (Drucksache) verwendet am 29.5.2001 zum Versand nach Sibiu. Rechnet man alle Werte zusammen, so kommt man auf eine Frankatur von 6.000 Lei. Ohne die Sondergestempelte Marke wären es 3.800 Lei.



Für Imprimate (Drucksache) 251-500g finde ich in der Portoperiode 5.800 Lei. Damit wäre der Beleg um 200 Lei überfrankiert.

Ein passendes Porto zu 6.000 Lei finde ich bei der Versendungsart Imprimate fara adresa Postmesager 501-1000g. Zu deutsch wäre das eine Postwurfsendung. So sieht der Beleg allerdings nicht aus. Jedenfalls nicht verglichen mit deutschen Postwurfsendungen.

Interessant sind auch wieder die Aufdruckmarken:

MiNr. 4962 (115 Lei), überdruckt mit einem Maiskolben. Neuer Wert: 2.200 Lei (MiNr. 5557)



MiNr. 5202 (70 Lei), überdruckt mit einem Haus. Neuer Wert: 300 Lei (MiNr. 5523)


 
Heinz 7 Am: 05.02.2017 16:12:56 Gelesen: 96403# 76 @  
@ Michael Mallien [#74]

Lieber Michael,

wie Du der Philaseiten-Info entnehmen kannst, bin ich Mitglied der ARGE Rumänien, und zwar seit 1990. Ich kenne ein weiteres Philaseiten-Mitglied; er ist ebenfalls Mitglied, aber ich will seinen Namen nicht offenlegen, weil ich nicht weiss, ob er das will.

Die ARGE beschäftigt sich hauptsächlich mit Rumänien-Philatelie bis ca. 1875, das ist nicht zu übersehen. Es gibt aber mehrere Sammler, die ihr Interesse auch im XX. Jahrhundert haben. Wenn Du Dich konkret interessierst, frage ich beim Sekretär der ARGE, damit er nachsehen kann, wie viele Sammler moderner Gebiete wir haben; ich glaube, er weiss das recht gut.

An den jährlich stattfindenden Symposien kann jeder Teilnehmer Themen seines Interesses vorstellen. Dabei kamen auch schon verschiedentlich Themen des XX. Jahrhunderts zur Sprache. Im Rundschreiben der ARGE können Artikel diverser Richtungen vorgeschlagen werden. Allerdings weiss ich nicht, wie viele Artikel Herr Fritz Heimbüchler die letzten 20 Jahre angeboten erhielt. Er ist nicht nur erster Vorsitzender sondern auch Schriftleiter der ARGE-Zeitschrift "Der Rumäniensammler".

Der Jahresbeitrag für die ARGE ist bescheiden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du bei uns mitmachen würdest. Ich habe Dir privat geschrieben (e-mail), Du kannst mich für weitere Details/Fragen gerne anfragen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 05.02.2017 20:37:24 Gelesen: 96379# 77 @  
@ Michael Mallien [#73] und [#74]

Was die Portobestimmung des Briefes [#20] betrifft, bleibt sie weiterhin ein Rätsel, da die beiden Werte auf der Vignette den Wert von 500 Lei darstellen und somit immer noch 5.000 Lei zu erklären wären.

[#74]

Auch ich bin wie Heinz 7 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Rumänien. Im Jahr 2008 war ich mit meiner rumänischen Ehefrau in Bukarest an der Weltausstellung EFIRO und war so begeistert von der Schatzkammer (die Ur-Klischees der 27, 54, 81 und 108 Parale Marken waren zu sehen), dass ich unbedingt mehr über diese Schätze erfahren wollte. Ich suchte und fand die Arbeitsgemeinschaft Rumänien unter dem Vorsitz von Herrn Heimbüchler. Seine bedeutenden Werke stehen in meiner Bibliothek und warten darauf, dass ich endlich mehr Zeit habe, mich damit zu beschäftigen.

Die Ochsenköpfe der Moldau sind für mich eine immer wiederkehrendes Symbol, dass auch ein relativ armes Land über Schätze verfügt. Durch die Beschäftigung mit der Philatelie sehe ich mich in der Rolle eines Botschafters, der versucht, positive Aspekte eines Kulturraums in Europa und auf der Welt darzustellen.

Dieser Themenzyklus hat mich sehr in den Bann gezogen, ich lese jeden Beitrag mit Begeisterung und konnte selbst etwas dazu beitragen. Ich zeige im Nachfolgenden eine Bildpostkarte und einen echt gelaufenen Beleg von REGHIN nach Höllstein (Baden) vom 23.03.1976, Ich möchte hier nicht auf die Portobestimmung eingehen sondern den Text auf der Rückseite der Bildpostkarte zitieren:

TAROM YR-MIG:

FIRST AIRPLANE FOR PUBLIC TRANSPORTATION (CONVENTIONAL TWIN-ENGINE AIRCRAFT) USED ON INTERNATIONAL ROMANIAN AIR LINES AFTER 1944,

Wir müssen also von Lufttransport (im bescheidenen Maß) auch nach Ende des 2. Weltkrieges ausgehen. Schönen Sonntag

10Parale


 
Heinz 7 Am: 05.02.2017 23:59:38 Gelesen: 96366# 78 @  
@ Michael Mallien [#74]
@ 10Parale [#77]

Es freut mich, dass 10 Parale sich auch "geoutet" hat, der ARGE Rumänien anzugehören. Er ist einer der jüngsten Mitglieder der ARGE und bringt mit seiner grossen Begeisterungsfähigkeit und seinem weiten Horizont frischen Wind in die ARGE. Ich bin froh, dass er mittut, und, Michael, wie Du sehen kannst, ist 10 Parale "VOLL" im XX. Jahrhundert und der modernen Philatelie MIT DABEI! Und er ist nicht der Einzige!

Damit wir hier, unter diesem Thema, aber auch tatsächlich beim eigentlichen Thema BLEIBEN, zeige ich Euch noch eine Frankaturkombination der 7. Portostufe der Inflation 1945-1947. Es ist natürlich für mich eine grosse Freude, dass ich von dieser Portostufe bereits den 5. (unterschiedlichen) Wert zeigen kann!

Der interessierte Leser wird aus den bisherigen Beiträgen (z.B. [#72]) vielleicht einen Tarif vermissen, den, für eingeschriebene Briefe. 45.000 Lei + 65.000 Lei "Taxa de recomandare" = 110.000 Lei, vgl. Tabelle 26, Marinescu 1993.

Voilà!



Herzliche Grüsse und morgen eine gute Woche
Heinz
 
Michael Mallien Am: 06.02.2017 18:10:03 Gelesen: 96337# 79 @  
Heute ein Postkarte aus Zarnesti vom 4.10.2000. Frei gemacht mit 2 Marken aus Block 312 zu insgesamt 6800 Lei.

Damit ist die Karte mit 400 Lei überfrankiert:

Carti postale illustrate externe (Bildpostkarte Ausland): 6400 Lei in der Portoperiode vom 1.8.2000 bis 30.11.2000.



Stempel ZARNESTI / OPDC / 04 10 00 12 / OF. BV a


 
10Parale Am: 06.02.2017 20:48:08 Gelesen: 96317# 80 @  
@ Heinz 7 [#78]

Mir gefällt es stets, mit welcher Beflissenheit und Logik du das Thema triffst und darstellst. Leider kann ich zu der Inflationszeit keine Belege zusteuern.

Bei den gezeigten roten Maschinenstempeln aus deinen Beiträgen [#64] und [#78] fällt mir eine Kleinigkeit auf, die mir sehr gefällt: Die beiden kleinen Kronen links und recht unten im Quadrat. Wir befinden uns immer noch im Königreich Rumänien (Proklamation: 26. März 1881). Am 30. Dezember 1947 wurde die Volksrepublik Rumänien ausgerufen.

Anhand eines Scans eines Maschinenstempels von 1972 auf einem Einschreiben nach Schopfheim (Baden) erkennt man deutlich, dass sich die Form seit 1947 nicht groß geändert hat, lediglich die fehlenden Kronen zeigen eine Änderung der Staatsform an.

Tarifbestimmung (ohne Gewähr):

Scrisori simple pina (bis zu) 20 gr. = 2,75 Lei (Tabelle 275 Calin Marinescu)
Taxa de recomandare = 3,45 Lei
Zona I Suprataxa "prin avion" = 0,85 Lei LC/AO 0,60 / 0,25 (Tabelle 280)

total: = 7,05 Lei
 

@ Michael Mallien [#18]:

Auch Postkarten haben Ihren Reiz. Ich zeige beigefügt eine Ganzsachenbildpostkarte aus Jasi, gelaufen am 01.07.1975. Wir befinden uns in der sozialistischen Republik Rumänien. Wie wir der Karte entnehmen, wurde in Bukarest viel französisch gesprochen und der Kaffee auf italienische Art zubereitet (die Römer lassen grüßen).

Mir gefällt die Briefmarke zum 500. Jahrestag der Schlacht von Vaslui mit anhängendem Bogenrand. Die rumänische Nationalflagge mit den Farben blau, gelb und rot hat es zu jener Zeit sicherlich nicht gegeben.

Liebe Grüße

10Parale


 

Richard Am: 08.02.2017 09:08:01 Gelesen: 96244# 81 @  
@ Michael Mallien [#74]

Hallo Michael,

fünf Philaseiten Mitglieder haben bei der Anmeldung angegeben, Mitglied der Arge Rumänien zu sein. Ich rechne nochmals 3 bis 5 als Dunkelquote dazu, aber das ist unsicher.

39 Mitglieder haben angegeben, Rumänien zu sammeln, mit Dunkelquote sollten es 50 bis 60 sein.

Informationen findest Du auch in der Philasuche [1] bei Eingabe des Suchworts Rumänien.

Über Philawert können Mitglieder gefunden werden, die Rumänien Lose gekauft haben [2].

Schöne Grüsse, Richard

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/sglink.pl?sg=rum%E4nien&sec=162,4#sliste
[2] http://www.philawert.de/index/inhalt/117/Rum%C3%A4nien
 
Heinz 7 Am: 08.02.2017 13:00:01 Gelesen: 96223# 82 @  
@ Richard [#81]

Lieber Richard,

das ist ja interessant! Dank Link 1 sehen wir nun 14 Mitglieder, die "Rumänien" als Sammelgebiet angegeben haben (ohne "Militärverwaltung in Rumänien"). Du schreibst aber von 39, das verstehe ich noch nicht.

Natürlich würde mich auch interessieren, welche 5 Mitglieder Mitglied der ARGE Rumänien sind. Kann man das irgendwo einsehen? Oder gibst Du das auf Anfrage bekannt? Wenn ich die "Info" der 14 Mitglieder mit "Sammelgebiet: Rumänien" konsultiere, sehe ich nur bei den zwei bekannten Mitgliedern (10Parale, Heinz 7), dass sie Mitglieder der ARGE Rumänien sind. Die drei zusätzlichen, finden wir Interessierte die irgendwo?

Aufgrund der "Sammelkarte" habe ich noch zwei Mitglieder gefunden, die sicher Interesse haben an Rumänien. Einer gibt als Sammelgebiet "Rumenien" an, vielleicht erscheint er deswegen nicht, wenn ich das Sammelgebiet "Rumänien" anfrage?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 08.02.2017 22:46:16 Gelesen: 96189# 83 @  
@ Richard [#81]

Danke Richard, für die Hinweise. Tatsächlich benutze ich diese Suche wenig, denn sie hat ihre Tücken. Eine gutes Beispiel ist die Suche nach dem Sammelgebiet "Rumänien". Ich finde mich nämlich selbst nicht in dem Suchergebnis, obwohl Rumänien in der Liste meiner Sammelgebiete steht?!

Viele Grüße
Michael
 
Meinhard Am: 09.02.2017 09:57:09 Gelesen: 96165# 84 @  
@ Richard [#81]

Das Gleiche bei Österreich.

LG, Meinhard
 
Richard Am: 11.02.2017 09:42:34 Gelesen: 96122# 85 @  
@ Heinz 7 [#82]

Dank Link 1 sehen wir nun 14 Mitglieder, die "Rumänien" als Sammelgebiet angegeben haben (ohne "Militärverwaltung in Rumänien"). Du schreibst aber von 39, das verstehe ich noch nicht.

Hallo Heinz,

die 14 Mitglieder haben ihre Eingaben auf "öffentlich", das heisst für andere Mitglieder einsehbar eingestellt. In den 39 sind diese 14 enthalten sowie weitere 25, die bei der Anmeldung oder später das Sammelgebiet Rumänien genannt haben, dies aber nicht öffentlich kundtun möchten.

Aus diesem Grund darf ich Dir und jedem Dritten gegenüber keine Angaben machen wer Mitglied der Arge ist und keine Namen anderer Mitgliedern nennen. Ohne einen seit 10 Jahren konsequenten Datenschutz hätten wir nicht so viele fachkundig schreibende Mitglieder.

Die Mitglieder mit Sammelgebiet Rumänien, die sich zu erkennen geben möchten, ändern einfach ihre Mitgliedsdaten, indem sie dieses Sammelgebiet schreiben UND (!) die Freischaltung anhaken. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Mitglieder oder Sammelgebiete.

Mehr Offenheit führt in aller Regel zu mehr Kontakten innerhalb unserer Gemeinschaft.

Schöne Grüsse, Richard
 
Michael Mallien Am: 11.02.2017 09:53:47 Gelesen: 96118# 86 @  
@ Richard [#85]

Hallo Richard,

Du schreibst:

Die Mitglieder mit Sammelgebiet Rumänien, die sich zu erkennen geben möchten, ändern einfach ihre Mitgliedsdaten, indem sie dieses Sammelgebiet schreiben UND (!) die Freischaltung anhaken. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Mitglieder oder Sammelgebiete.

Genau so habe ich es von Beginn an bei all meinen Sammelgebieten gemacht. Ich erscheine dennoch nicht in der Ergebnisliste der Philasuche für das Sammelgebiet "Rumänien". Aber vielleicht habe ich ja etwas anderes falsch gemacht?!

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 11.02.2017 11:41:46 Gelesen: 96110# 87 @  
@ Richard [#85]

Sehr gut, danke. Ich habe diese (oder eine ähnliche) Erklärung erwartet, und ich bin froh, dass Du die Richtlinien mit dem Datenschutz ernst nimmst und beachtest.

Danke
Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.02.2017 18:23:58 Gelesen: 96063# 88 @  
@ 10Parale [#80]

Lieber Kollege,

danke für die Blumen.

Michael hat mir geholfen und nun können wir festhalten, dass nach Marinescu 2008 die rumänische Inflation 1945-1947 tatsächlich 8 Wertstufen umfasste. Beitrag [#62] sollte also minim korrigiert werden (das Datum der letzten Stufe), stimmt aber ansonsten; ich rekapituliere: (Tarife für "Scrisori simple 20 g/postale externe", nach Tabelle 243+244 Marinescu 2008).

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.3.1946: Lei 1.000
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000
1.7.1947: Lei 45.000
21.8.1947: 15 Neue Lei.

Dazu kommen vier Zuschläge für Luftpost: "Suprataxe aerienne externe", nach Tabelle 274 Marinescu 2008).

Für die Schweiz ("Elvetia") gelten folgende Tarife:

1.3.1947: Lei 2.200
1.4.1947: Lei 16.000
1.7.1947: Lei 48.000
21.8.1947: 16 Neue Lei.

Der aufmerksame Leser wird fragen, was denn für die Zeit vom 1.5.1945 - 28.2.1947 gilt. Die Antwort ist auch gefunden!

Im einleitenden Text des Gesamtkapitels 6.2.7 "Suprataxele postale aeriene externe" steht: (Auskunft von M. Malien, besten Dank!): "In perioada 24 august 1944 - 28 februarie 1947 au fost suspendate cursele postale aeriene externe si nu s-au mai mentionat suprataxe postale aeriene externe. Corespondenta-avion externa a fost din nou admisa la expediere de la 1 martie 1947."

Michael hat dies online übersetzen lassen, das tönt ziemlich skurril dann so:

"In der Zeit von august 24, 1944 - February 28, 1947 wurden suspendiert, racing post Außenluft und nicht erwähnt wurden gegen post Außenluft. Die E-mail-Ebene Entlassung wurde er wieder zugelassen, um die Weiterleitung am 1. März 1947"

Vielleicht kannst Du, 10Parale, uns mit einer besseren Übersetzung helfen?

Soviel ich verstanden habe, gilt, dass der Luftpostdienst vom 24.8.1944 - 28.2.1947 nicht angeboten wurde, wie ich bereits in Beitrag 45 vermutet habe:

"Es ist nun durchaus denkbar, dass irgendwann nach dem 15. April 1943 der Luftpost-Dienst unterbrochen werden musste und erst ab 1.3.1947 wieder aufgenommen werden konnte. Dies wäre für die Kriegs- und Nachkriegszeit sogar plausibel. Wenn nun der Luftpostdienst aufgegeben werden musste, fiel natürlich auch der frühere Zuschlag dafür weg."

Das "irgendwann" können wir nun auch fixieren, denn Michael hat herausgefunden, dass der LETZTE Zuschlag vor der Inflation für die Schweiz (20 Lei) für die Periode vom 15.4.1943 bis 23.8.1944 galt.

Für das Inland galten andere Tarife, und sie wurden nicht so oft erhöht (gemäss Marinescu 2008, Tabel nr. 63).

Scrisori "loco" 20g bezw. "alte loc." 20g.
18.8.1945: Lei 55 / 80
1.4.1946: Lei 200 / 300
15.3.1947: Lei 1.500 / 2.500
28.4.1947: Lei 8.000 / 15.000
17.8.1947: 8 Neue Lei / 12.

Auffallend ist auch, dass die Daten für die Portoerhöhungen nicht dieselben sind wie für die Auslandbriefe.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 13.02.2017 21:02:15 Gelesen: 96048# 89 @  
@ Heinz 7 [#88]

Lieber Heinz,

ja, die Online-Übersetzung ist lustig, aber man kann sich doch etwas zusammen reimen. :)

Ich komme heute auf das Thema zurück, welche Portoperioden es nach dem 31.3.2008 gab, denn das ist das Datum, bis zu dem die Aufzeichnungen in Marinescus Werk gehen. Zielführend könnte das Posting möglichst vieler Belege aus der Zeit danach sein. Ich habe einen kleinen Posten Briefe von Rumänien nach Bulgarien, die für Auslandspost schon erste Hinweise geben.

Ab dem 1.7.2005 galt für Auslandsbriefe bis 20g ein Porto von 1,60 (neuen) Lei. Dies erwies sich erst einmal als stabil. In den beiden folgenden Portoperioden, die im Marinescu aufgeführt sind (15.2.2007 und 3.1.2008) gab es nur Änderungen bei den Preisen für Zusatzleistungen.

Mein erster Beleg zeigt einen solchen Standardbrief vom 28.12.2007:



Das Porto beträgt, wie im Mariescu angegeben, 1,60 Lei. Hier noch der schöne Stempel vergrößert:



Der zweite Beleg wurde am 22.9.2009 aus die Reise geschickt. Allerdings und offensichtlich in der Gewichtsstufe 21-50g. In dieser Gewichtsstufe betrug auch schon vorher das Porto 2,70 Lei.



Der dritte Beleg stammt ebenfalls aus 2009, allerdings etwas später im Jahr, und ist wieder ein Standard-Auslandsbrief bis 20g. Nach wie vor mit 1,60 Lei frankiert:



Der vierte und letzte Beleg für heute ging ein weiteres Jahr später auf die Reise, nämlich am 17.11.2010. Auch er kostete noch 1,60 Lei:



Bei diesem Brief gibt es erstmals auch einen halbwegs lesbaren Ankunftsstempel auf der Rückseite, mit dem Nachweis, dass der Brief 5 Tage unterwegs war:



Was bedeutet die vorderseitige Aufschrift SNEPRIORITAR 1,6 Ro..ei genau? Ich könnte mir vorstellen, dass es ein besonderer Hinweis ist, dass der Brief eben nicht PRIORITAR ist, womit er teurer gewesen wäre.
 
Heinz 7 Am: 13.02.2017 21:35:02 Gelesen: 96039# 90 @  
@ Michael Mallien [#89]

Lieber Michael,

ich bin gespannt, wie viel verschiedene Belege und Portostufen Du uns zeigen kannst. Ich gehe nochmals zurück zur Inflation 1945-47.

Dank Marinescu 2008 wissen wir nun, dass die rumänische Inflation 1945-1947 8 verschiedene Portostufen hatte. Es freut mich, dass ich Euch von diesen 8 Portostufen bereits 12 verschiedene bedarfsgerechte Porti zeigen konnte.

Von der 7. Wertstufe habe ich bis jetzt zum Glück gleich 5 verschiedene Porti gezeigt, und, ja, ich kann sogar ein sechstes zeigen!



45.000 Lei Einfacher Brief
+ 65.000 Lei Einschreibe-Zuschlag
+ 48.000 Lei Luftpost-Zuschlag
= Summe 158.000 Lei

Schöne Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 13.02.2017 22:09:11 Gelesen: 96037# 91 @  
@ Heinz 7 [#88]

Gerne diene ich Euch mit einer besseren Übersetzung:

"Im Zeitraum vom 24. August 1944 - 28. Februar 1947 wurde die Luftpostbeförderung ins Ausland eingestellt und ein Zuschlag für die Beförderung mittels Luftpost nicht mehr in Betracht gezogen. Die Briefbeförderung mittels Luftpost ins Ausland wurde am 1. März 1947 wieder aufgenommen."

Tabelle Nr. 273 auf Seite 143 in Marinescu´s 2. Band zeigt uns die Luftpostzuschläge vom 10. Mai 1940 - zum 23. August 1944. Daraufhin wurde der Luftpostzuschlag eingestellt.

Tabelle Nr. 274 zeigt dann den am 1. März 1947 wieder eingeführten Luftpostzuschlag für eine Anzahl von Ländern, wobei die Schweiz, aber Deutschland nicht erwähnt wird.

Ich zeige ein Einschreiben vom 2. September 1947 von Bukarest nach Zürich. Es wurde garantiert nicht mit Luftpost befördert, obwohl die Möglichkeit bestand. Laut Tabelle Nr. 247 setzt sich der Tarif von 36 Lei wie folgt zusammen:

Scrisori simple 20 g = 15 Lei
Taxa de recomandare (Einschreiben) = 21 Lei

= total 36 Lei
 

Wäre der Brief mittels Luftpost befördert worden, dann käme Zeile 13 in Tabelle 274 zur Geltung und der Brief hätte 16 Lei mehr gekostet.

Der Brief ist freigemacht mit Marken des ersten Freimarkensatzes nach der Währungsreform vom 15. August 1947 und zeigt das Porträt von König Michael.

Liebe Grüße

10Parale


 

Heinz 7 Am: 13.02.2017 23:45:54 Gelesen: 96026# 92 @  
@ 10Parale [#91]

Sehr schön!

Danke für die Übersetzung.

Und danke für die erste Abbildung eines Briefes der 8. Stufe dieser Inflation.

Reco-Briefe in die Schweiz (ohne Luftpost-Zuschlag) wurden nun gezeigt in:

Beitrag 60 (2.400 Lei / 3. Stufe)
Beitrag 43 (7.200 Lei / 5. Stufe)
Beitrag 78 (110.000 Lei / 7.Stufe)

Bezüglich Deiner Bemerkung: Tabelle Nr. 274 zeigt dann den am 1. März 1947 wieder eingeführten Luftpostzuschlag für eine Anzahl von Ländern, wobei die Schweiz, aber Deutschland nicht erwähnt wird.

Ich nehme an, der Flugpostverkehr nach Deutschland wurde erst später wieder aufgenommen. 1947 waren die Kriegsfolgen vermutlich noch nicht überwunden.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.02.2017 00:25:50 Gelesen: 96020# 93 @  
@ 10Parale [#91]

Mit diesem Beleg "8. Stufe" hast Du das Jagdfieber in mir geweckt!

Ich hatte in Erinnerung, auch einen Brief "in dieser Grössenordnung" schon mal bei mir gesehen zu haben. Zum Glück habe ich ihn rasch gefunden! Zuerst war ich verwirrt, wegen dem Tarif von 32 Neuen Lei, aber dann sah ich die Rückseite: 4 Lei zusätzlich = Summe 36 NL. Wie bei Dir!



Die Krone für die Erst-Entdeckung bzw. -Präsentation gebührt aber Dir!

Heinz
 
Michael Mallien Am: 14.02.2017 18:04:52 Gelesen: 95985# 94 @  
Ich führe meine Beispiel aus [#89] zeitlich fort mit dem Jahr 2011, doch vorweg eine Information zur Einstufung von Belegen. Der Service PRIN AVION ging zum 1.8.2004 in den Service PRIORITAR auf, was wichtig ist zu wissen für Sendungen ins Ausland.

Mein erster Beleg heute ist vom 10.8.2011. Ein Scrisori externe 20g nach Bulgarien PRIORITAR, frei gemacht mit 2,20 Lei. Die letzten Informationen aus dem Marinescu lassen vermuten, dass der Beleg portorichtig ist und es keine Änderung seit 2008 gab:

Scrisori externe 20g: 1,60 Lei
PRIORITAR: 0,60 Lei

Den letzten Wert habe ich so nicht einzeln gefunden, aber im Zusammenhang mit anderen externen Versendungsarten.



Gleicher Absender und gleicher Empfänger, aber ohne PRIORITAR erforderten, wie erwartet, immer noch die 1,60 Lei bei diesem Beleg vom 6.9.2011:



Etwas später im Jahr, am 17.11.2001 ging diese Drucksache (IMPRIMATE) als PRIORITAR auf die Reise. Frankiert mit 1,80 Lei. Auch diese Portostufe stimmt noch mit den Angaben im Marinescu überein:

Imprimate 21-50g: 1,20 Lei
PRIORITAR 21-50g: 0,60 Lei



Es zeigt sich, dass 2011 die Porti von den hier betrachteten Versendungsarten und Zusatzleistungen stabil geblieben sind.
 
10Parale Am: 14.02.2017 21:20:19 Gelesen: 95966# 95 @  
@ Michael Mallien [#94]

Der Service PRIN AVION ging zum 1.8.2004 in den Service PRIORITAR auf, was wichitg ist zu wissen für Sendungen ins Ausland

Vielen Dank für diese Informationen. Durch Ihre Beiträge wird mir das Sammelgebiet Rumänien auf eine gewisse Art und Weise neu bewusst.

@ Heinz [#93]

C. Marinescu schreibt auf Seite 115 zur Tabelle 244 für die Einschreibegebühr in Höhe von 21 d:

"se audauga Taxa de asistenta PTT de 4 Lei" - deutsch: wird die Post-Steuer von 4 Lei hinzugefügt

Sehr schön, dass dein Brief diese Post-Steuermarke Michel Nr. 36 zeigt.

Ich zeige beigefügt eine Ganzsache P131 (Kopf König Michael nach rechts oder links) von 1947). Mit einer guten Lupe konnte ich den zarten Stempel von Timisoara dechiffrieren und stelle fest, dass die Karte am 24. September 1947, also nach der Währungsreform vom 15.08.1947 abgesandt wurde. Da die Ganzsache also keine Frankaturkraft mehr besaß, klebte der Absender die portogerechte Frankatur für eine Drucksache in Form einer 3 Lei Marke auf die Vorderseite.

Der Absender war übrigens ein Briefmarkenhändler aus Timisoara (Romulus Toader), der Empfänger müsste demnach auch ein Sammler gewesen sein.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.02.2017 22:08:22 Gelesen: 95959# 96 @  
@ 10Parale [#95]

Lieber Kollege,

danke für Dein Feedback.

Ich habe gestern die Post-Steuermarke Michel Nr. 36 von 1947 nicht kommentiert, aber ich denke, der Zuschlag ist für die Invaliden-, Witwen- und Waisensteuer für die Kriegsgeschädigten erhoben worden (IOVR = Invalizi, Orfani, Vaduve de Razboi). 1 Lei auf 2 Lei rosa.

Deine Vermutung betr. "Sammler" Otto Hafner kann ich etwas präzisieren: Otto Hafner war ein recht fleissiger Briefmarken-Händler in Basel. Er war leider schon ein alter Mann, als ich ihn noch besuchen konnte, aber früher hatte er tolles Material, sagte man mir.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Richard Am: 15.02.2017 09:49:31 Gelesen: 95935# 97 @  
@ Michael Mallien [#83] [#86]

Hallo Michael,

stimmt, an dieser Stelle ist die Suche fehlerhaft und an anderen Stellen muss sie ausgebaut und verbessert werden. Der Webmaster ist informiert.

Wir haben bereits damit begonnen, die komplette Suche in allen Bereichen zu überarbeiten und auf einer einheitlichen Suchseite zusammenzufassen. Wenn die Suche so gut werden soll, wie ich sie mir vorstelle, muss ich sehr sorgfältige Aufträge an den Webmaster vorbereiten. Ich denke, wir werden damit im 2. Quartal dieses Jahres fertig sein.

Schöne Grüsse, Richard
 
Michael Mallien Am: 15.02.2017 18:33:15 Gelesen: 95905# 98 @  
[#94]

Fortführend habe ich zwei weitere Belege aus dem Jahr 2011, bei dem mich einer vor Rätsel stellt.

Doch zunächst dieser Beleg vom 10.11.2011 nach Bulgarien, frei gemacht mit insgesamt 10,10 Lei, vorder- und rückseitig angebracht. Hilfreich ist die Gewichtsangabe unten links auf der Vorderseite, die eine Zuordnung zur Gewichtsstufe 101-250g ergibt.



Die Portosätze aus 2008 waren offensichtlich nach wie vor gültig:
Imprimate 101-250g (Drucksache): 3,10 Lei
Taxe de recomandata (Einschreibegebühr): 6,00 Lei
PRIROTAR (bei Imprimate 101-250g): 1,00 Lei
... macht zusammen genau die 10,10 Lei

Der zweite Beleg vom 3.12.2011 nach Bulgarien ist mit 10,50 Lei frei gemacht und ebenfalls beidseitig frankiert.



Hier handelt es sich um einen normalen Brief, allerdings mit einem zusätzlichen Kastenstempel DUPÄ PLECARE. Das Übersetzungstool sagt dazu "nach Abreise". Ich konnte zu einem möglichen Service mit dieser Bezeichnung nichts finden. Weiß jemand von euch mehr?

Leider ist auch keine Gewichtsangabe vorhanden, so dass die Gewichtsstufe nur aus der Portohöhe und ggf. den Kosten für DUPÄ PLECARE ermittelt werden kann. Mögliche Gewichtsstufen mit Preisen aus 2008 sind:

Corespondenta 20g: 1,60 Lei
Corespondenta 21-50g: 2,70 Lei
Corespondenta 51-100g: 3,60 Lei
Hinzu kommen noch 6,00 Lei für Taxe de recomandata.


 
10Parale Am: 15.02.2017 20:10:46 Gelesen: 95893# 99 @  
@ Michael Mallien [#98)

sa plece = Infinitiv = zu deutsch: gehen (weggehen) DUPA = nach

DUPA PLECARE = Nach Abgang der Post.

Der postalische Beleg wurde zu spät eingeliefert und daher erst am folgenden Tag weitergesandt.

@ Heinz [#96]

Selbstverständlich handelt es sich um die Invaliden-, Witwen-, Waisensteuermarke für die Kriegsgeschädigten, der Michel benutzt als Oberbegriff auf Seite 889 (Südosteuropa) den Oberbegriff Post-Steuermarken.

Ich freue mich besonders über diese Postkarte P137 aus dem Jahr 1947, die mit 8 Lei portogerecht freigemacht ist (zusätzlich einer IOVR-Marke).

Es ist die erste Ganzsache und die erste Briefmarke nach der Währungsreform (Michel Nr. 1066) vom 15. August 1947. Obwohl der Stempel von Cluj Napoca etwas untergeht, ist der Ankunftsstempel von CLARENS vom 29.1.1948 prächtig. Der Brief wurde weitergeleitet an das Jüdische Spital in Basel, so dass die Ganzsache auch in den Bereich der Judaistik zu zählen ist.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.02.2017 23:44:49 Gelesen: 95859# 100 @  
@ Michael Mallien [#1]

Am 27.10.2016 haben wir ein Kapitel "Rumänien modern" eröffnet, und nun sind wir bereits bei Beitrag 100; das ist schön! Ich habe selber nicht gedacht, dass mich auch neuere Belege so viel beschäftigen werden, denn mein Hauptgebiet ist Rumänien bis 1903. Aber die Beschäftigung mit späteren Belegen macht ebenfalls Freude.

1877 kam es erneut zu einem Krieg zwischen den Russen und den Osmanen; er dauert nur knapp ein Jahr und endete mit dem Frieden von San Stefano und dem Berliner Kongress. Erst dann wurde Rumänien die volle Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich zugestanden; vorher war es jahrhundertelang unter Osmanischer Oberhoheit.

Das Andenken an das 100 Jahr Jubiläum der Unabhängigkeit feierte Rumänien 1977 (warum nicht 1978?). - Dazu gab es auch eine Briefmarkenausstellung, die "NATIONALA '77"



Dazu wurde u.a. auch der abgebildete Umschlag herausgegeben, bei Michel katalogisiert als U 907. Zu U 907 gibt es offenbar 3 Bilder. Es sind Gemälde von Schiffen, die an den Kampfhandlungen auf der Donau teilgenommen haben.

Auf der Rückseite sind Stempel angebracht, u.a. "EXPOZITIA FILATELICA NATIONALA BUCURESTI".

@ StefanM [#10]

Du siehst, 1977 war Rumänien "erst" bei der Nummmer U 907. 22 Jahre später, Ende 1999, war man bereits bei U 2326. Das ist natürlich unsinnig, in 22 Jahren mehr als 1400 Umschläge herauszugeben. Trotzdem kann man an einzelnen Belegen Freude haben.

Gute Nacht!
Heinz
 
Michael Mallien Am: 17.02.2017 15:08:27 Gelesen: 95837# 101 @  
@ Heinz 7 [#100]

Heinz, glaube mir, ich bin am meisten erstaunt, wie sich alles entwickelt hat! Nicht einmal 4 Monate ist es her, seit ich diesen Thread eröffnet habe und damals wusste ich nichts über die Philatelie Rumäniens. Mittlerweile habe ich sehr viel gelernt, allerdings hauptsächlich über die Nachkriegszeit.

Ich mache denn auch mal weiter mit "meinem" Thema. Zurück zur Inflationszeit der 1990er/2000er mit Post nach Moldavien. In [#70] hatte ich die Portoperioden beschrieben.

Aus der PP (09) stammt dieser Brief aus Bukarest nach Chisinau vom 2.9.1996:



Frei gemacht mit 1.600 Lei. Ein Werbestempel zur ZIUA AEROFILATELIEI ROMANE vom 1.9.1996 ziert die Vorderseite und auf der Rückseite zwei unterschiedliche Ankunftsstempel aus Moldawien vom 6.9. bzw. 7.9.1996.

Das Porto stimmt leider überhaupt nicht, denn es hätte in der PP (09) nur 150 Lei betragen. Als normaler Auslandsbrief allerdings das 10-fache, nämlich 1.500 Lei! Auch hier hätten wir eine Überfrankatur, die prozentual allerdings gering ausfällt.

... und welch mysteriöse Anschrift ...

Die klärt sich auf beim nächsten Beleg, wieder vom 24.5.1999 in der Portoperiode (16) (siehe [#70]), denn hier sind die Abkürzungen der Anschrift ausgeschrieben:



Der Brief ist mit 3.675 Lei um 25 Lei überfrankiert.
 
Heinz 7 Am: 17.02.2017 17:34:31 Gelesen: 95827# 102 @  
@ Michael Mallien [#101]

Das sind schöne Belege. Michael. Weiter so! Danke fürs Zeigen! Ich bin gespannt, wie viele Portostufen Du dokumentieren kannst.

Heinz
 
Michael Mallien Am: 18.02.2017 13:35:31 Gelesen: 95791# 103 @  
@ Heinz 7 [#102]

Danke Heinz, gerne mache ich weiter.

Heute mit einem, wie ich finde, sehr schönen portogerechten Beleg aus der Portoperiode (19), siehe [#70]



Das Porto für einen Scrisori simple betrug ab 1.8.2000 5.000 Lei. Zum Vergleich:

Scrisori interne "alte loc." (Inlandsbrief im Fernverkehr): 1.700 Lei
Scrisori externe (Auslandsbrief): 10.000 Lei

Das Porto für den Auslandsbrief ist doppelt so hoch oder anderes herum ausgedrückt: Post nach Moldawien kostete die Hälfte. Dieses Schema trifft fast durchgängig zu für die Inflationszeit.

Besonders schön an dem Beleg finde ich die Stempel. Auffällig, wie auch schon bei anderen gezeigten Belegen ist, das in Moldawien immer zwei Eingangsstempel mit jeweils einen Tag Unterschied abgeschlagen wurden.
 
Michael Mallien Am: 19.02.2017 12:22:52 Gelesen: 95733# 104 @  
Ich schließe an mit einem Beleg aus der Portoperiode (21) für den Briefverkehr nach Moldawien, die am 20.08.2001 begann.

Dieser Beleg vom 26.02.2002 trägt den Aufdruck IMPRIMATE (Drucksache) und ist mit 6.715 Lei frankiert.

Auffällig ist die lange Beförderungszeit von 13 bzw. 14 Tagen, erkennbar an den rückseitigen Ankunftsstempeln. Das lässt vermuten, dass der Brief tatsächlich als IMPRIMATE behandelt wurde, die nicht priorisiert zugestellt werden.



Die Versendungsart IMPRIMATE war im Auslandsverkehr mit Moldawien in der Portoperiode nicht begünstigt! Die möglichen geltenden Portostufen wären gewesen:

Imprimate 20g (Ausland allgemein): 6.400 Lei
Scrisori simple (Moldawien): 6.750 Lei

Wie wir sehen ist der Beleg damit weder für die eine, noch für die andere Versendungsart portorichtig. Als Imprimate ist er überfrankiert.
 
Heinz 7 Am: 19.02.2017 19:58:17 Gelesen: 95716# 105 @  
@ Michael Mallien [#104]

Lieber Michael,

danke für die neuen Beiträge [#103], [#104].

Es beschäftigt uns Sammler, wenn die Tarife "nicht stimmen", nicht wahr? Wir kommen ins Grübeln und suchen nach Erklärungen.

Eine Feststellung möchte ich anbringen. Das Couvert, das als Versand-Träger benutzt wurde, scheint mir bereits entwertet gewesen zu sein. Betrachten wir die Marke, sie ist von 1994. Es ist zwar nicht ungewöhnlich, dass alte Marken noch verwendet werden, aber hier macht das relativ wenig Sinn, finde ich.

Im Jahr 2001 waren die Portostufen ja auch schon recht hoch. Ich nehme an, ein Sammler wollte sich den Stempel zum Anlass des 22.2.2001 holen, dazu legte er das Couvert vor und liess es abstempeln, ohne dass der Brief eine Post-Reise angetreten hätte.

Erst ein Jahr später, im Februar 2002, wurde das Couvert wirklich versandt, wohl als Drucksache, davon zeugt der Stabstempel "IMPRIMATE". Dafür wären, gemäss deinen Angaben, 6400 Lei fällig gewesen.

Warum der Absender dann 6700 verklebt hat, wissen wir nicht. (Die 15 Lei würde ich nicht zählen, die waren ja auch durch den früheren Stempel 2001 bereits entwertet, wenn auch der Stempel die Marke nur am Rande berührte). Die Serie "Tierkreiszeichen" (Mi 5628-5633) hatte folgende Wertstufen: 1500 - 2500 - 5500 - 8700 - 9000 - 23500 Lei. Der Absender hat zweimal die Stufe 2500 verwendet (Mi. 5629). Er hätte dazu auch einen Wert 1500 verwenden können (Tierkreiszeichen Widder, Mi. 5628), aber vermutlich hatte er in seinen Beständen noch eine ältere Marke Mi. 5509 aus dem Jahre 2000. Kurzerhand hat er wohl diese Marke verwendet, weil er sie aufbrauchen wollte. Die Überfrankatur von 300 Lei hat er offenbar hingenommen.

Im August 2000 gab es einen Wert mit Nominale 6400 Lei (Michel Nr. 5511), aber ich weiss nicht, ob dieser Wert im Februar 2002 bei der Post verfügbar war. Ansonsten gab es bei den Werten 13.1.2000 - 8.2.2002 (Michel Nr. 5457-5640) meines Wissens keinen Wert zu 6400 Lei oder zu 1400 Lei. Der Absender hatte also vielleicht gar nicht die Möglichkeit, den Tarif genau zu begleichen. Genau werden wir es wohl nie wissen.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 19.02.2017 21:59:33 Gelesen: 95707# 106 @  
Ich verfolge diese Abhandlung mit enormer Begeisterung. Da gibt es immer wieder etwas zum Grübeln und Forschen und das macht riesig Spaß.

Heute zeige ich einen Brief, der meines Erachtens um 1 Lei überfrankiert ist.

Der Sonderumschlag wurde am 1. November 1948 anlässlich eines Kongresses zur sowjetisch-rumänischen Freundschaft in Bukarest herausgebracht.

Am 4. Dezember wurde er vorder- und rückseitig frankiert und als Express Einschreiben via Luftpost nach Basel befördert.

Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:

Scrisori simple pina 20 gr. = 15 Lei
Taxa de recomandare = 21 Lei
Taxa epres = 31 Lei
Taxa de assistenta PTT = 4 Lei
Suprataxa avion = 9 Lei

total = 80 Lei
 

Die vorderseitig abgebildeten Briefmarken zu je 10 Lei zeigen das Denkmal für die Rote Armee in Bukarest und sind Teil eines Satzes, der extra aus Anlass des Kongresses herausgegeben wurde.

Besonders gefällt mir die Rückseite mit den schönen Ankunftsstempeln von Basel. Auch die Michel Nr. 1144, 10 Lei blau aus der Freimarkenserie "Staatswappen" gefällt mir sehr.

Liebe Grüße

10Parale

   
 

StefanM Am: 20.02.2017 08:13:31 Gelesen: 95691# 107 @  
@ 10Parale [#106]

Die 1-Leu-Marke ist doch wieder nur eine IOVR-Marke, also eine Steuermarke. Steht zumindest darauf.

Also ist der Beleg portorichtig.

Viele Grüße
Stefan
 
10Parale Am: 20.02.2017 11:58:41 Gelesen: 95664# 108 @  
@ StefanM [#107]

Danke das ist die Lösung.

Dennoch der Hinweis: lt. Calin Marinescu waren 4 Lei Taxe notwendig. Die Taxmarke hat ein Wert von 1 Lei. Das heißt 3 Lei sind im übrigen Porto versteckt. Insofern wäre der Brief mit 3 Lei unterfrankiert. Ein logisches Problem.

Aber wahrscheinlich ist es so wie Sie sagen.

10Parale
 
Heinz 7 Am: 20.02.2017 17:52:28 Gelesen: 95636# 109 @  
@ 10Parale [#106]
@ StefanM [#107]
@ 10Parale [#108]

Guten Abend!

Ein toller Beleg! Und in Deiner Tabelle erklärst Du ja, wie wir auf die Summe 80 Lei kommen. Diese wurden mit normalen Briefmarken bezahlt.

Die IOVR-Steuermarke war meines Wissens ZUSÄTZLICH zum oben genannten. M.a.W. die 4 Lei "Taxa de assistenta PTT = 4 Lei" konnten mit den normalen Marken bezahlt werden, es brauchte da nicht zusätzlich Steuermarken. Ansonsten hätten ja auch 76 Lei ausgereicht, gemäss Deiner obigen Tabelle.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 26.02.2017 11:56:30 Gelesen: 95476# 110 @  
Ich kehre zurück zur Inflationszeit 1991 - 2004 und schließe an [#68] mit einfachen Auslandsbriefen der nachfolgenden Portoperioden an. Der zuletzt gezeigte Beleg aus der Portoperiode 5 (2.7.1993 bis 31.10.1993) lag laut Tabelle im Marinescu Band 2, S.122 ff bei 171 Lei.

Es folgt ein Brief nach Deutschland aus der Portoperiode 6 (1.11.1993 bis 31.3.1994) portorichtig frankiert mit 255 Lei.



Nur wenige Tage nach Versand des Briefes oben verdoppelte sich das Porto! Auch dafür habe ich ein Beispiel:

Brief nach Deutschland aus der Portoperiode 7 (1.4.1994 bis 9.3.1995) frankiert mit 505 Lei.




Die korrekte Portostufe wäre 500 Lei gewesen. Die 5 Lei des Ganzsachenumschlags können aber vernachlässigt werden. Sicher ging es dem Versender hier eher um den Umschlag, als um das korrekte Porto.

Bei dem Beleg fällt der aptierte Stempel auf.



Kam es in der Zeit zu einer Änderung der Postleitzahlen? Auch auf späteren Belegen aus Zarnesti finde ich diesen aptierten Stempel.

Brief nach Deutschland aus derselben Portoperiode 7 (1.4.1994 bis 9.3.1995) portorichtig frankiert mit 525 Lei.
Scrisori simple externe 20g: 500 Lei
Suprataxe PRIN AVION: 25 Lei


 
10Parale Am: 26.02.2017 18:20:32 Gelesen: 95444# 111 @  
@ Michael Mallien [#110]

Eine einzigartige Expertise, die du da vorstellst. Super. Ich könnte mir vorstellen, auch einmal auf diesen Zug aufzuspringen um die vielen
Portoperioden zu dokumentieren.

Meines Wissens wurden die Postleitzahlen in Rumänien am 1. Mai 2003 "sechsstellig". Manchmal ist wie in Frankreich die Postleitzahl auch von der Straße abhängig, in der der Absender wohnt.

Warum der Stempel "aptiert" ist eine interessante Frage. Das BV steht für das "Judetul", also den Kreis, hier BRASOV. In Zarnesti wurden zu Ceaucescu´s Zeiten Waffen hergestellt und nach der Revolution von 1989 dann Fahrräder. Der Bibelspruch aus Micha 4.3 "Macht Schwerter zu Pflugscharen" könnte man hier etwas uminterpretieren "Macht Waffen zu Fahrräder".

Nun gut, genug der "Social Philately".

Ich zeige im folgenden einen schlichten, aber meines Erachtens sehr schön abgestempelten und frankierten Brief aus dem Jahr 1976.

Der Brief wurde am 20.4.76 in TOMNATIC frankiert und abgestempelt. TOMNATIC wurde erst 1772 gegründet. Die ersten Bewohner waren Einwanderer (ich versuche das Wort "Flüchtlinge oder Migranten" zu vermeiden) aus Lothringen, dem Elsass, der Pfalz und Baden. Bekannt ist es auch als eines der wenigen "welschen Dörfer" im Banat. Die erste Muttersprache war französisch.

Kommen wir zur Portobestimmung:

Brief bis 20 gramm: 2,75 Lei
Expressbrief 9,15 Lei
Luftpostbeförderung 1,15 Lei
 

Mit 14 Lei ist der Brief daher meines Erachtens leicht überfrankiert.

Anhand der rückseitigen Stempel erfahren wir dankenswerterweise etwas über den Transportweg. Der Brief landete (wahrscheinlich über den Aeroport Timisoara) am Frankfurter Flughafen und wurde dort am 26.04.76 entwertet. In Lörrach endete die Reise spät abends am 26.4.1976. Der Rest erledigte der Briefträger.

Liebe Grüße

10Parale

 
 

Heinz 7 Am: 27.02.2017 22:23:04 Gelesen: 95391# 112 @  
@ Michael Mallien [#101]

"Heinz, glaube mir, ich bin am meisten erstaunt, wie sich alles entwickelt hat!"

@ Michael Mallien [#110]

Schöne Belege!

Lieber Michael,

ich freue mich, dass Du so begeistert mit- und weitermachst. Leider kann ich zu der neuesten Zeit der Philatelie Rumäniens im Moment nichts beisteuern, aber ich versichere Dir, dass ich Deine Beiträge lesen werde.

Ich würde mich nun sehr freuen, wenn wir uns im August am Treffen der ARGE Rumänien treffen könnten. Bist Du dabei?

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 28.02.2017 19:57:39 Gelesen: 95360# 113 @  
@ 10Parale [#111]
@ Heinz 7 [#112]

Ich freue mich sehr über euren Zuspruch. Auch ich lese sehr gerne eure Beiträge in diesem Thread zu Belegen anderer zeitlicher Perioden nach 1945 und auch die Beiträge in den anderen Rumänien-Threads. Durch unsere unterschiedlichen Blickwinkel auf die moderne Rumänien-Philatelie zeigt sich sehr schön, wie man sich Sammelgebiete spannend erschließen kann, die ansonsten als nicht so attraktiv angesehen werden.

Lieber Heinz,

was die Mitarbeit in der ARGE Rumänien betrifft - kann passieren. :)

Zum Treffen der ARGE nach München kommen ... hmm ... ist doch eine weiter Weg von Norddeutschland aus - mal schauen.

Wann wäre denn der genaue Termin?

Ich gehe in der Zeit nach der Vorstellung der Belege in [#110] weiter. Leider habe ich von der Portoperiode 8 (10.3.1995 bis 28.5.1995) und der Portoperiode 9 (29.5.1995 bis 17.3.1996) keine schönen oder auch nur unterscheidbaren Belege. Aber sie sind portorichtig!

Scrisori simple externe 20g: 960 Lei
Suprataxe PRIN AVION: 60 Lei

Brief vom 5.4.1995 zu 1020 Lei.



Dass dieser Brief nach Deutschland ging ist sehr wahrscheinlich, denn er stammt aus der selben Korrespondenz, wie die vorher gezeigten Beispiele.

Brief vom 28.7.1995 ebenfalls zu 1020 Lei.



Wie man sieht, sieht man nichts, denn die Porti unterscheiden sich nicht. Zur Unterscheidung der Portoperioden bräuchte ich Belege mit der Zusatzleistung Einschreiben oder Rückschein, denn die Tarife für diese Leistungen wurden verändert. Es besteht sogar ein Kuriosum in den Portostufen für diese Leistungen, weil sie erst sehr stark angehoben, dann aber wieder reduziert wurden. Im Marinescu sind folgende Tarife für die Portoperioden 7-10 aufgeführt:

Taxa de recomandare
PP 7 (1.4.1994): 635 Lei
PP 8 (10.3.1995): 3.410 Lei (!)
PP 9 (29.5.1995): 1.650 Lei
PP 10 (18.3.1996): 2.550 Lei
PP 11 (3.3.1997): 6.150 Lei

Taxa adeverire de primire
PP 7 (1.4.1994): 635 Lei
PP 8 (10.3.1995): 2.550 Lei (!)
PP 9 (29.5.1995): 1.650 Lei
PP 10 (18.3.1996): 2.550 Lei
PP 11 (3.3.1997): 6.150 Lei

Auch für die Zusatzleistungen Taxa in mana proprie (Eigenhändig) und Taxa de reclamatie (Nachforschungsauftrag) gab es verschiedene Tarife in den Portoperioden 8 und 9.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 01.03.2017 18:19:19 Gelesen: 95298# 114 @  
Zwischendurch mal etwas (noch) neueres: Brief nach Grossbritannien vom 12.12.2011, frei gemacht mit 2,10 Lei (MiNr. 6065)


 
10Parale Am: 03.03.2017 23:13:29 Gelesen: 95273# 115 @  
@ Michael Mallien [#114]

Auch von mir zwischendurch ein Schmankerl.

Erster Direktflug von Constanta nach Zürich am 21. Mai 1965, portogerecht frankiert 1,60 Lei für Brief zzgl. 0,40 Lei für Flug.

Freigemacht mit einem waagrechten Paar der Michel Nr. 2372 aus dem Satz "Weltraumfahrt und Mondforschung" aus dem Jahr 1965.Sie zeigt die Weltraumsonde Ranger 7, die bei ihrem Anflug auf den Mond 1964 über 4000 Bilder aufnahm.

TAROM (Transporturile Aeriene Romane) ist eine staatliche rumänische Fluglinie.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 04.03.2017 12:26:14 Gelesen: 95250# 116 @  
@ 10Parale [#115]

Ja, ein schöner Beleg mit einem schönen Stempel! Es lohnt sich einfach bei allen Zeiten zu schauen, was sich im Postverkehr tut.

Ich gehe weiter zur nächsten Portoperiode nach der in [#113] gezeigten: Die Portoperiode 10 (18.3.1996 bis 2.3.1997) dauerte ca. ein Jahr.

Auslandsbrief nach Wismar vom 8.12.1996, Mehrfachfrankatur mit 3x MiNr. 5015 zu insgesamt 1.500 Lei



Auslandsbrief nach Wismar vom 19.12.1996, Einfachfrankatur mit MiNr. 5169 aus der Freimarkenserien "Insekten". Ebenfalls portorichtig zu 1.500 Lei.



Als Luftpost war, wie üblich, ein Zuschlag erforderlich.

Scrisori simple externe 20g: 1.500 Lei
Suprataxe PRIN AVION: 90 Lei

Mein Beleg vom 18.2.1997 ist mit 1.600 Lei frankiert und damit um 10 Lei überfrankiert:



Zusätzlich zur MiNr. 5169 sehen wir hier noch 2x die MiNr. 4880 aus der Freimarkenserie "Vögel". Diese Marke gibt es mit und ohne Wasserzeichen.
 
10Parale Am: 04.03.2017 15:05:54 Gelesen: 95238# 117 @  
@ Michael Mallien [#113]

Leider habe ich von der Portoperiode 8 (10.3.1995 bis 28.5.1995) und der Portoperiode 9 (29.5.1995 bis 17.3.1996) keine schönen oder auch nur unterscheidbaren Belege

Von der Portoperiode 9 kann ich dir aushelfen mit diesem einfachen Beleg von SIBIU vom 07.09.1995 nach Lörrach, portogerecht frankiert mit 960 Lei.

zu [#113]

Zum Treffen der ARGE (Rumänien Anm. des Verfassers) nach München kommen ... hmm ... ist doch eine weiter Weg von Norddeutschland aus - mal schauen.

Wann wäre denn der genaue Termin?"

Ich möchte Heinz7 nicht mit einer Antwort zuvorkommen. Der Termin zum Treffen der ARGE Rumänien steht nun fest. Es findet Freitag, 25. - Samstag 26. August 2017 in München statt. Genauere Angaben kann ich Dir gerne senden.

Ich bin gerade dabei, mit meiner Frau einen kurzen Sommerurlaub zu planen. Zuerst wollen wir ein paar Tage nach Rom, um dann von Rom aus direkt nach München zum Treffen zu fliegen. Ich muss hinzufügen, dass meine Frau sich gar nicht für Philatelie interessiert, eher für Mode und Handtaschen. Das ist ja auch gut so. Ich hoffe, ich finde für meine Frau noch ein passendes Rahmenprogramm, was in München wohl kein Problem sein dürfte.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 05.03.2017 20:38:06 Gelesen: 95169# 118 @  
@ 10Parale [#117]

München ist bestimmt kein Problem für ein Rahmenprogramm, das denke ich auch. Indiskrete Frage: Wessen Budget ist höher? Das Deiner Frau für Mode und Handtaschen oder Deins für Briefmarken. :)

Dein Beleg ist wirklich viel schöner, danke fürs zeigen.

Meine Belege stammen alle noch aus diesem Posten, den ich mal für 8,- Euro erstanden habe. Dafür finde ich es schon ganz toll so viele Portoperioden dokumentieren zu können. Vielleicht bekomme ich in der Zukunft mal was schöneres, wer weiß.

Auch die auf die in [#116] gezeigte, nachfolgende Portoperiode kann ich dokumentieren. In der Portoperiode 11 (3.3.1997 bis 9.11.1997) stieg das Porto für den einfachen Auslandsbrief von 1.500 auf 3.600 Lei



Der Brief ist portorichtig frankiert mit zwei weiteren Marken aus der Freimarkenserie "Insekten" und abermals mit einem Paar der MiNr. 4880 aus der Freimarkenserie "Vögel".
 
nor 42 Am: 06.03.2017 12:05:50 Gelesen: 95135# 119 @  
Rumänien ist immer für eine Überraschung bereit. So bekam ich diese Tage aus Bukarest ein Buch als Reko Brief zugeschickt. Eigenartig die Treppenfrankatur links und wie der Brief links nochmals zusätzlich mit Heftklammern die durch den Marken gehen, verschlossen ist. Wahrscheinlich wollte man sicher gehen was darin ist. Über alles kam dann ein durchsichtiges Klebeband.



Übrigens die Frankatur beträgt 43,30 Lei, was umgerechnet cca. 10.- € macht. Übrigens in Deutschland wurde der Brief ganz einfach in den Postkasten eingeworfen.

Nor 42
 
10Parale Am: 06.03.2017 14:41:04 Gelesen: 95122# 120 @  
@ Michael Mallien [#118]

Indiskrete Frage: Wessen Budget ist höher? Das Deiner Frau für Mode und Handtaschen oder Deins für Briefmarken. :)

Eine gute Frage. Es ist wahrscheinlich so wie in der Großen Koalition. Der Finanzminister achtet streng darauf, dass die schwarze 0 eingehalten wird. Die Frage nun, wer bei uns der Finanzminister ist, überlasse ich der wilden Spekulation.

Ich zeige hier noch einen aktuellen Ausschnitt aus einem A4 Einschreiben mit 16 gr. Gewicht, welches ich die Tage erhalten habe. Hier mussten auch schon 27,50 Lei berappt werden.

@ nor [#119]

Büchersendungen (nicht im philatelistischen oder portobestimmenden Sinn!) aus Rumänien haben es in der Tat in sich. Ich verweise auf mein Beitrag #11, wo ich ebenfalls ein Buch erhalten habe und die Frankatur von über 70 Lei den Umschlag schmückte wie ein Sonnenblumenfeld.

Weshalb der Brief geöffnet und wieder verschlossen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht wollte man wirklich wissen, was im Umschlag steckt, was mir bei der Aufgabe eines Buches als Büchersendung bei unserer Postfiliale auch schon passiert ist.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 06.03.2017 20:04:50 Gelesen: 95101# 121 @  
@ nor 42 [#119]
@ 10Parale [#120]

Das sind ja wahre Frankaturschwergewichte. Es zeigt mir wieder, dass auch modernste Belege bewahrt werden sollten!

Die Frage nun, wer bei uns der Finanzminister ist, überlasse ich der wilden Spekulation

An wilden Spekulationen beteilige ich mich lieber nicht. :D

Ich komme nun zur Portoperiode 12 (10.11.1997 bis 17.3.1998) (Anschluss an [#118])

Das Porto für den Auslandsbrief stieg abermals, wenn auch nur in vergleichsweise geringerem Umfang, nämlich von 3.600 auf 3.900 Lei.

Ich habe zwei Belege aus dieser Portoperiode, die mit 4.050 Lei frei gemacht sind, was mich zunächst stutzen ließ.



Einmal steht PAR AVION drauf und einmal nicht, was aber nicht unbedingt etwas zu bedeuten hat. Vermutlich sind beide Belege per Luftpost befördert worden.
Was mich stutzen ließ, war etwas anderes: Ich schaute, wie zuvor, in die Tabellen Nr. 289/290 auf Seite 171 Marinescu Band 2: Zona 2 Suprataxe "prin avion" (LEI) und fand für Portoperiode 12: 300 Lei!? Damit wären die Briefe unterfrankiert gewesen!

Ich forschte weiter nach und fand schließlich die Lösung auf Seite 167: In der Portoperiode 12 war der Luftpostverkehr nach Deutschland nicht mehr Zona 2, sondern Zona 1 zugeordnet! Nun galten die Daten in Tabelle Nr. 288 auf Seite 170 und siehe da, dort betrug der Luftpostzuschlag genau 150 Lei.

Damit sind die Belege portorichtig. Genau genommen natürlich nur der mit dem PAR AVION Stempel.

Apropos Stempel: Mittlerweile war der zuvor verwendete aptierte Stempel ausgetauscht worden. Der neue Stempel hat allerdings eine merkwürdige Form. Es sieht so aus, als wäre der Datumseinsatz irgendwie schief angebracht worden?!
 
Michael Mallien Am: 07.03.2017 20:57:49 Gelesen: 95057# 122 @  
In der Portoperiode 13 (18.5.1998 bis 21.10.1998) stieg das Porto für den einfachen Auslandsbrief auf 4.150 Lei.

Der Zuschlag "prin avion" wurde erneut neu geregelt und anstelle der zuvor 5 Zonen gab es nun noch zwei Kategorien:

A. Tarile din Europa
B. Restul tarilor lumii

Für A. sind die Länder im Marinescu aufgeführt. Deutschland gehört dazu. Der Zuschlag betrug 300 Lei.



Der Beleg ist mit 4.950 Lei um 500 Lei überfrankiert. Vielleicht hatte der Versender nur diese eine Sorte Marken zu 1.650 Lei verfügbar?!

Die Marke mit der MiNr 5108 erschien im Juli 1995. Der Nennwert zu 1.650 Lei diente als Auffrankatur für Einschreibebriefe zu der fraglichen Zeit.

Diese Wertstufe wurde offensichtlich häufig gebraucht, denn die Auflage von 3.000.000 ist vergleichsweise hoch.

In der Portoperiode 14 (22.10.1998 bis 3.1.1999) stieg das Porto für den einfachen Auslandsbrief um weitere 300 Lei auf 4.450 Lei.

Der Zuschlag "prin avion" betrug 400 Lei. Auch hier habe ich einen Beleg:



Endlich hat der Stempel eine "ordentliche Form" angenommen, aber auch dieser Beleg ist überfrankiert, wenn auch nur um 50 Lei. Er zeigt 5 Marken der MiNr 5131 und die Überdruckmarke 5322: 4150 Lei auf 15 Lei. Der Überdruck erfolgte mit einem roten Hasen.


 
Heinz 7 Am: 07.03.2017 21:04:14 Gelesen: 95054# 123 @  
@ Michael Mallien [#118]

Dein 8 - Euro - Posten ist wirklich toll! Das reicht ja bereits zu einer (kleinen?) Ausstellungssammlung.

Gratulation!

Ich bin gespannt auf weitere Belege.

Wie sieht Dein Entscheid aus betreffend München / ARGE Rumänien, August 2017? Kannst Du uns schon etwas dazu sagen?

Heinz
 
Michael Mallien Am: 08.03.2017 18:10:37 Gelesen: 95024# 124 @  
@ Heinz 7 [#123]

Lieber Heinz,

es macht viel Spaß die Belege hier zu präsentieren. Der besondere Vorteil liegt auch darin, dass ich mir dabei alles noch einmal ganz genau anschaue und immer mal wieder weitere Details finde, die mir zuvor noch gar nicht aufgefallen waren.

Der ARGE bin ich jetzt beigetreten, bzw. ich habe einen Aufnahmeantrag gestellt, dem ja erst noch entsprochen werden muss.

Ob ich nach München komme weiß ich noch nicht. Ich würde euch schon sehr gerne kennen lernen! Wir werden sehen.

Aus der Portoperiode 15 (4.1.1999 bis 14.3.1999) habe ich keinen Beleg, dafür aber einen aus der Portoperiode 16 (15.3.1999 - 23.3.1999), die sage und schreibe nur 8 Tage dauerte! Das Porto für den einfachen Auslandsbrief war in den Portoperioden 15 und 16 gleich mit 4.850 Lei.



Für diesen portorichtigen Brief kam wieder die schöne Überdruckmarke 5322 mit dem Hasen zum Einsatz, sowie die MiNr 5380 zu 700 Lei aus dem Satz "Klöster im Gebiet Oltenia", der insgesamt 5 Werte umfasst.

Herzliche Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 08.03.2017 22:39:50 Gelesen: 95013# 125 @  
@ Michael Mallien [#124]

Lieber Michael,

Dein Beitritt zur ARGE freut mich sehr!

Wenn eine Portostufe nur 9 Tage dauert (15.-23.3.1999 sind vermutlich 9 Tage, oder?), dann ist jede portogerechte Frankierung ziemlich sicher eine Rarität, ausser vielleicht wenn die Tage Weihnachten und Neujahr enthalten, was aber für März nicht zutrifft.

Gratuliere!

Heinz
 
Michael Mallien Am: 09.03.2017 19:21:21 Gelesen: 94979# 126 @  
@ Heinz 7 [#125]

Lieber Heinz,

Du hast natürlich recht, die Portoperiode 16 dauerte 9 Tage.

Besser dokumentiert wäre sie mit einem Beleg mit Zusatzleistungen, wie beispielsweise Recomandare (Einschreiben) oder Expres (Eilbrief), denn nur dort befinden sich der Unterschiede zur Portoperiode 15.

Ähnlich sieht es aus bei den Portoperioden 17 (24.3.1999 bis 7.4.1999) und 18 (8.4.1999 bis 23.5.1999). Auch hier haben wir eine sehr kurze Portoperiode (17) von 15 Tagen und eine etwas längere. Beide mit gleichen Briefporti, aber Unterschieden bei den Zusatzleistungen.

Das Briefporto für den einfachen Auslandsbrief betrug nun 5.700 Lei.

Aus der Portoperiode 18 habe ich einen Beleg mit (wieder krummen) Stempel vom 20.4.1999:



Frei gemacht ist er mit 4 Marken der MiNr. 5368 zu 1.600 Lei, was in der Summe aber 6.400 Lei ergibt. Damit ist der Beleg deutlich überfrankiert. Die Luftpostbeförderung hätte 800 Lei mehr gekostet, also 6.500 Lei (5.700 + 800) in der Summe, wofür die Frankatur nun wieder nicht gereicht hätte.

Manchmal passt es hinten und vorne nicht. ;)
 
10Parale Am: 09.03.2017 20:13:48 Gelesen: 94973# 127 @  
@ Michael Mallien [#126]

Manchmal passt es hinten und vorne nicht. ;)

Ich glaube das ist bei so kurzen Portoperioden auch kein Wunder. Umso interessanter gestaltet sich doch die Ausübung des Philatelisten ureigenen Sammlerleidenschaft.

Heinz7 hat dies ja in [#125] deutlicher erwähnt.

Aus der 16 Tagen währenden Portoperiode 18 kann ich auch einen Beleg beisteuern, der mit insgesamt 6.450 Lei freigemacht ist und per Luftpostbeförderung den Weg in meinen Briefkasten fand.

Dieser Brief ist demnach mit 50 Lei unterfrankiert (siehe deine Erläuterungen in [#126]). Die Cousine meiner Frau, die uns diesen Brief schickte, hat somit 50 Lei gespart.

Warum die rumänische Post Adam Müller-Guttenbrunn (1852 - 1923)auf der Briefmarke zu 4150 Lei ehrt, bleibt mir persönlich ein Rätsel.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 10.03.2017 17:45:07 Gelesen: 94947# 128 @  
@ 10Parale [#127]

Warum die rumänische Post Adam Müller-Guttenbrunn (1852 - 1923)auf der Briefmarke zu 4150 Lei ehrt, bleibt mir persönlich ein Rätsel.

Wie die Auswahl der Ausgabeanlässe in Rumänien vonstatten geht weiß ich nicht. Jedenfalls klingt das, was auf Wikipedia zu dem Herrn steht zumindest mal ambivalent.

Aus der 16 Tagen währenden Portoperiode 18 kann ich auch einen Beleg beisteuern

Ich erlaube mir eine Korrektur: Portoperiode 18 währte 46 Tage (8.4.1999 bis 23.5.1999). Auf jeden Fall ist es ein schöner Beleg aus der Zeit. Vielen Dank für's Zeigen.

Portoperiode 19 (24.5.1999 bis 3.10.1999) kann ich noch nicht belegen, dafür aber wieder Portoperiode 20 (4.10.1999 bis 2.1.2000). Und zwar sogar mit einem portorichtigen Brief:

Scrisori simple (externe): 7.950 Lei
Suprataxe "prin avion": 900 Lei

Macht zusammen 8.850 Lei.


 
10Parale Am: 10.03.2017 19:35:05 Gelesen: 94940# 129 @  
@ Michael Mallien [#128]

" Portoperiode 19 (24.5.1999 bis 3.10.1999) kann ich noch nicht belegen"

Da helfe ich doch gerne aus.

Dein Beleg aus der Portoperiode 20 gefällt mir auch, weil er Dorfkirchen in der Maramures und der Höchstwert von 4850 Lei zeigt das Kloster Tismana in Oltenien. Es ist das älteste Kloster in der Walachei und wurde von Fürst Radu II. erbaut. Der Maler Dieudonné Lancelot hat eine wunderschönes Bild diese Klosters gemalt.

Ich zeige einen mit 8100 Lei portogerecht abgestempelten Luftpostbrief der Portoperiode 19, abgestempelt am 15.06.1999 in Bukarest.

Scrisori simple: 7.300 Lei
suprataxa 800 Lei
 

Er wurde mit 3 Marken verschiedener Sätze frankiert, darunter der Höchstwert zu 6000 Lei mit der Dorfkirche Birsana in der Maramures, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

Liebe Grüße

10Parale


 

Michael Mallien Am: 11.03.2017 17:39:34 Gelesen: 94915# 130 @  
@ 10Parale [#129]

Wunderbar, da bleibt ja kaum mal eine Lücke. Schöner Beleg!

Ich finde die Ausgabepolitik Rumäniens zwar katastrophal, aber sehr viele der Ausgaben gefallen mir dennoch sehr gut.

Mein Beleg zur Portoperiode 21 (3.1.2000 bis 27.2.2000) zeigt die gleichen Marken wie der Beleg aus der Portoperiode 19. Der Vorrat des Schreibers war wohl noch nicht aufgebraucht.

Er ist mit 8.000 Lei frankiert. Das sind 50 Lei zuviel, denn für den einfachen Auslandsbrief hätten 7.950 Lei gereicht.




Aus der Portoperiode 22 (28.2.2000 bis 30.4.2000) habe ich diesen Beleg, der mit 10.200 Lei frankiert ist:



Auch er ist geringfügig überfrankiert, denn 10.050 Lei hätten gereicht:

Scrisori simple (externe): 9.050 Lei
Suprataxe "prin avion": 1.000 Lei

Aber dafür ist es ein schöne Mehrfachfrankatur mit der MiNr 5091 aus der Serie "Verkehrsmittel, die insgesamt 6 Werte umfasste.

Den Beleg werde ich gleich noch an anderer Stelle den Freunden der Eisenbahn zeigen. :)
 
Gaius_Caligula Am: 13.03.2017 16:55:33 Gelesen: 94894# 131 @  
An dieser Stelle möchte ich einmal ein großes Kompliment an alle loswerden, die diesen Thread führen. Ein äußerst interessantes und spannendes Thema, dazu noch sehr lehrreich und absolut verständlich nähergebracht. Ist zwar nicht mein Gebiet (ich sammle u. a. die Portostufen Italiens von 1946 - 2001), trotzdem lese ich jeden Beitrag stets mit großem Interesse mit. Und sprachlich ist es z. T. für mich auch verständlich: Italienisch und Rumänisch haben - nicht nur in diesem Bereich - Ähnlichkeiten.

Bitte so weitermachen!

Beste Sammlergrüße
Gaius_Caligula
 
10Parale Am: 13.03.2017 21:20:30 Gelesen: 94879# 132 @  
@ Gaius_Caligula [#131]

Die italienische und die rumänische Sprache sind sich wirklich sehr ähnlich. Der dakische Einfluss hinterlässt Spuren. Danke für das Lob, welches ganz und gar Michael Mallien für seine Arbeit gelten sollte.

Nun mal weiter:

Nach etwas Zögern zeige ich im folgenden einen Brief, der meines Erachtens in der Portoperiode 16 oder 17 gelaufen sein muss.

Zuerst dachte ich "Hurra" - Portoperiode 17 - Treffer. Als ich dann den Stempel genauer anschaute, traute ich meinen Augen nicht.

Der Brief aus "Cluj Napoca" - Klausenburg - Rumänien hat 5 Stempel des deutschen Briefzentrum 79 (Lörrach ?)vom 25.3.1999.

Freigemacht ist er mit insgesamt 5.590 Lei. Keine der Zuordnungen lt. Calin Marinescu aus externen und Luftpostzuschlag ergibt einen genauen Treffer.

Meine Erklärung: der Brief wurde einfach nicht in Cluj abgestempelt und die deutsche Post hat das nachgeholt. Ist so etwas vertraglich festgelegt oder wurde der Brief als unfrankierter Brief erst mal durch die deutsche Stempelmaschine gejagt? Gibt es ähnliche Beispiele und unter welchem Thread im Forum findet man mehr über die Thematik?

Liebe Grüße

1oParale


 
Michael Mallien Am: 13.03.2017 22:51:22 Gelesen: 94871# 133 @  
@ Gaius_Caligula [#131]

Danke schön. :) Ich freue mich, dass unser Thread so gut ankommt. Ich habe noch einige Belege, die ich hier zeigen kann und mach sehr gerne weiter.

@ 10Parale [#132]

Danke auch an Dich! Schließlich seid ihr (Du und Heinz) meine Mentoren in Sachen Rumänien. Vor ein paar Monaten hatte ich mit dem Sammelgebiet noch gar nichts am Hut.

Dein Beleg könnte aus der Portopriode 16 oder 17 stammen, denn PP 17 begann am 24.3.1999. Wir sehen ja leider nur die Stempel aus Deutschland und die stellen vermutlich eine nachträgliche Entwertung dar, also könnte der Brief auch schon vor dem 24.3. versendet worden sein. Aber auch für die Portoperiode 16 fällt mir nichts ein, was zu der Portohöhe passt.

Ich glaube nicht, dass der Beleg durch eine Maschine ging. Ich würde eher auf eine manuelle Entwertung im Briefzentrum tippen bei den vielen Stempeln. Unfrankiert war der Brief ja nun nicht gerade.

Der nächste Beleg aus meinem Posten stammt aus Portoperiode 27 (15.5.2001 bis 19.8.2001) und ist mit 13.100 Lei frei gemacht
- Scrisori simple (externe): 11.500 Lei
- Suprataxe "prin avion": 2.000 Lei

Damit ist er um 400 Lei unterfrankiert, was offensichtlich akzeptiert wurde.
Der Zustand ist so lala, aber ich zeige ihn trotzdem:



Wertzeichen der weiter oben schon beschriebenen Freimarkenserie "Insekten" wurden mit Aufdrucken versehen. Bei der MiNr 5496 wurde der alte Wert zu 370 Lei mit einer Blume überdruckt und mit dem neuen Wert 10000 L versehen. Leider ist die Marke beschädigt.


 
Heinz 7 Am: 13.03.2017 23:40:55 Gelesen: 94867# 134 @  
@ 10Parale [#132]
@ Michael Mallien [#133]

(oh, danke!)

Liebe Kollegen,

ich denke, ein (deutscher) Postbeamter, der diese ungestempelten Marken erblickt, holt einfach nach, was sein rumänischer Kollege irrtümlich unterlassen hat: die Abstempelung der Marken.

Niemand weiss, warum dieser Brief in Rumänien nicht gestempelt wurde, ausser mit dem altbekannten "PAR AVION" Zusatzstempel. Offensichtlich ist er aber befördert worden, sodass der (deutsche) Berufskollege die "gebrauchten" Briefmarken auch entwertete, was schon in Rumänien hätte stattfinden sollen. "Besser spät als nie!" wird er sich gedacht haben.

Freundliche Grüsse und weiter so! Schade, dass ich aus dieser Periode keine Briefe habe!

Heinz
 
Michael Mallien Am: 15.03.2017 17:51:00 Gelesen: 94813# 135 @  
Heute habe ich einen Brief aus der Portoperiode 29 (15.10.2001 bis 14.3.2002), frei gemacht mit 23.500 Lei.

Es dürfte sich um einen einfachen Auslandsbrief der 2. Gewichtsstufe handeln (21-50g), wofür 22.900 Lei erforderlich gewesen wären.



Damit ist der Beleg um 600 Lei überfrankiert.

Um mal zu verdeutlichen was eine solche Überfrankatur bedeutet, hier ein Vergleich mit einem heutigen Standardbrief in Deutschland; es entspricht etwa 1,6 Cent also 71,6 Cent anstelle von 70 Cent.
 
Michael Mallien Am: 16.03.2017 18:33:03 Gelesen: 94769# 136 @  
Aus der Portoperiode 29 (15.10.2001 bis 14.3.2002) habe ich noch einen weiteren Beleg, der mit der schönen Marke (meines) Tierkreiszeichens (MiNr 5625) zu 16.500 Lei frei gemacht ist.

Obwohl der PAR AVION Stempel fehlt nehme ich an, das der Brief per Luftpost berechnet wurde, denn:

- Scrisori simple (externe): 13.500 Lei
- Suprataxe "prin avion": 3.000 Lei

was zusammen genau die 16.500 Lei ergibt.



Eine weitere Marke der Tierkreiszeichen (MiNr 5632) findet sich auf dem nächsten Beleg aus Portoperiode 31 (3.6.2002 bis 30.9.2002).

Dazu kommt noch die MiNr 5651 aus der Serie "Kirchenburgen in Siebenbürgen". Das besondere an den Marken ist hier, dass beide ein angehängtes Zierfeld aufweisen.

Das Porto beträgt 15.500 Lei, was portorichtig ist für den einfachen Auslandsbrief ohne Luftpostzuschlag.


 
10Parale Am: 16.03.2017 21:26:59 Gelesen: 94757# 137 @  
@ Michael Mallien [#136]

Na, dann sind wir beide wohl im Tierkreiszeichen des Schützen geboren (sagetare), Respekt.

Der Brief ist sehr magisch. Das liegt am Stempeldatum. Doch dazu mehr in München beim Treffen der ARGE Rumänien.

Ich mach mal weiter mit der nächsten Portoperiode 32 (01.10.2002 - 2. November 2003).

Der Luftpostbrief trägt zwei schöne Stempel aus Bucuresti vom 13.12.2002 und ein senkrechtes Paar aus der Serie "Kirchenburgen in Siebenbürgen", Michel Nr. 5652, Vorumloc (zu deutsch: Wurmloch, Kirchenburg 11 km von Sibiu entfernt).

Porto für einfachen Brief bis 20 gramm: 15.500 Lei
Luftpostbeförderung: 5.000 Lei
 

Der Brief ist mit 500 Lei überfrankiert.

Lieben Gruß

10Parale


 

Michael Mallien Am: 16.03.2017 22:41:41 Gelesen: 94748# 138 @  
@ 10Parale [#137]

Wunderbar! Ich habe auch einen Beleg aus dieser Portoperiode 32, der fast zeitgleich mit Deinem auf die Reise ging. Frankiert ist er mit 20.500 Lei, was Deiner Berechnung entspricht. Leider gibt es auch hier den Makel, dass die Suprataxe "prin avion" nicht ausgewiesen ist.



Wieder ist eine Marke für unsere Eisenbahnfreunde dabei, nämlich die MiNr 5681 aus der Serie "Dampflokomotivenbau in Resita". Ich werde daher den Beleg auch in dem anderen Thread zeigen.
 
Pete Am: 17.03.2017 19:42:28 Gelesen: 94708# 139 @  
Nachfolgend ein Beleg aus Rumänien der evtl. eher ungewöhnlichen Art - ein mit Briefmarken frankierter Rückschein der rumänischen Post, die Marken in Rumänien entwertet. Man kann meinen, dass das Rückscheinformular tatsächlich als Rückschein verwendet wurde, da es an einen Empfänger in Rumänien adressiert ist. Allerdings irritiert dann doch die Verwendung von Briefmarken zur Frankatur, wobei in diesem Fall Blocks verwendet wurden und mit Sicherheit philatelistisch inspiriert war. Die Sendung selbst, zu welcher der Rückschein evtl. gehörte, war an einen Empfänger in Deutschland adressiert.

Zur Frankatur wurden die Blocks Mi-Nr. 288 und 296 verwendet (gesamt 2770 Lei Porto), welche 1994 erschienen sind. Diese tragen eine Entwertung aus Cluj-Napoca (dt. Klausenburg) vom 10.07.1995.



Der besseren Lesbarkeit der verwendeten Stempelabschläge die Rückseite kopfstehend:



Gruß
Pete
 
Michael Mallien Am: 17.03.2017 23:29:07 Gelesen: 94687# 140 @  
@ Pete [#139]

Hallo Pete,

die Frankatur auf dem Rückschein ist schon ungewöhnlich. Ich steuere mal die Portohöhen aus der fraglichen Zeit bei ( Portoperiode 9 vom 29.5.1995 bis 17.3.1996)

Auslandsbrief bis 20g (Scrisori simple externe): 960 Lei
oder Auslandsbrief 21g bis 50g (Scrisori simple externe): 1.615 Lei
Einschreiben (Taxa de recomandare): 1.650 Lei
Rückschein (Taxa adevirere de primire): 1.650 Lei

Im günstigsten Fall hätte der Brief 4.260 Lei kosten müssen. Die restliche Frankatur wird sich auf dem eigentlichen Brief befunden habe nehme ich an.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 18.03.2017 07:42:28 Gelesen: 94671# 141 @  
Ich ergänze [#137] und [#138] um einen weiteren Beleg aus der Portoperiode 32.

Er wurde am 2.4.2003 auf die Reise geschickt und ist mir 26.500 Lei frei gemacht, was portorichtig ist für die Gewichtsstufe 2 (21-50g).


 
skribent Am: 18.03.2017 09:23:25 Gelesen: 94657# 142 @  
Guten Morgen Zusammen,

seit 3 Jahren bekomme ich pro Jahr 5 Ausgaben einer Briefmarken-Club-Zeitung aus Iasi in einem DIN A5-Umschlag, bei dem die untere linke Ecke abgeschnitten ist.



Daran soll die Post sofort erkennen, dass der Inhalt ein Druckwerk (Buch oder Zeitschrift) ist. (?)

MfG >Franz<
 
Michael Mallien Am: 18.03.2017 11:10:57 Gelesen: 94643# 143 @  
@ skribent [#142]

Hallo Franz,

genau das habe ich auch schon beobachtet bei Drucksachen (IMPRIMATE).

Selbst wenn der IMPRIMATE-Stempel fehlt, aber eine Ecke abgeschnitten ist, dann passte fast immer das Porto zu einer Drucksache.

Die Portostufe Deines Beleges müsste eigentlich 15,50 Lei betragen. Auf der Webseite der Posta Romana finde ich:

Imprimate internationale 101-250g (neprioritar): 15,00 Lei
Imprimate internationale 101-250g (Prioritar): 15,50 Lei

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 18.03.2017 12:24:01 Gelesen: 94637# 144 @  
@ skribent [#142]
@ Micheal [#143]

Selbst wenn der IMPRIMATE-Stempel fehlt, aber eine Ecke abgeschnitten ist, dann passte fast immer das Porto zu einer Drucksache

Hallo zusammen,

diese Beobachtung kann auch ich bestätigen. Ich habe eine noch nicht geöffnete Drucksache mit Werbeprospektchen der S.C.ROMFILATELIA S.A. in Bukarest. Diese Firma hat mir eine Zeit lang Neuheiten-Informationen zugesandt. Doch dazu einmal später mehr.

An Hand des Scans sieht man links oben sehr schön die herausgeschnittene Ecke und noch ein Teil des ungeöffneten Inhalts.

Jetzt zum Porto:

Man könnte meinen, dass die Druckerei, die in Rumänien die Briefmarken herstellt. bestens über das Porto informiert ist. Bestimmt, aber dennoch wurde diese Drucksache mit 0,10 Lei überfrankiert.

Die Portostufe dieses Beleges müsste eigentlich 1,70 Lei (RON) betragen bei einem detaillierten Gewicht von 58 gramm.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 20.03.2017 18:05:16 Gelesen: 94560# 145 @  
Ich setze fort nach [#141] mit Portoperiode 34 (3.11.2003 bis 31.7.2004), zu der ich mehrere Belege habe.

Brief vom 25.3.2004, portorichtig frei gemacht mit 16.000 Lei für einen einfachen Auslandsbrief ohne Zusatzleistung.

Die Frankatur erfolgte mit 2 Exemplaren der MiNr 5688 der Freimarkenserie "Postdienste (2)", von denen eine leider beschädigt ist.



Dieser Brief vom 5.2.2004 ist frei gemacht mit 21.000 Lei, was portorichtig ist für den einfachen Auslandsbrief mit der Zusatzleistung "prin avion" (5.000 Lei). Wieder fehlt der PAR AVION Stempel auf dem Beleg.

Die Frankatur enthält zwei Werte der Freimarkenserien "Postdienste (1) und (2)".



Der dritte Beleg vom 9.12.2003 ist ebenfalls mit 21.000 Lei frei gemacht. Die Anmerkung zu Beleg 2 passt auch hier: leider kein PAR AVION Stempel.



Die Frankatur enthält mit der MiNr 5690 zu 20.500 Lei wieder einen Wert der Freimarkenserie "Postdienste (2)". Das Motiv ist der Postdienst PrioriPost. Dieser Dienst hat nichts mit der Zusatzleistung Prioritar zu tun. PrioriPost entspricht vielmehr unserer Eilsendung. Bei der Posta Romana gibt es in diesem Sektor zwei Angebote: Prioripost und Ultrapost:



Die Leistungen gelten nur für den Inlandsbriefverkehr.

Für Prioripost wird zugesichert:

12 Stunden innerhalb des selben Orts
24 Stunden zu benachbarten Judet (Region / Kreis ... ich weiß nicht genau das deutsche Wort dafür)
36 Stunden zu anderen Orten im Land

Ultrapost sichert eine noch schnellere Lieferung zu:

2 Stunden innerhalb des selben Stadtteils
24 Stunden zu anderen Städten des Ultrapost-Netzes

Die Tarife für diese Leistungen werden im Marinescu Band 2 ab Seite 203 beschrieben.

In der oben beschriebenen Portoperiode 34 waren sie für die jeweils kleinste Gewichtsstufe erheblich:

Prioripost bis 100g: 25.000 Lei
Ultrapost bis 500g: 90.000 Lei (!)

Leider habe ich (noch) keinen entsprechenden Beleg, den ich hier zeigen kann.
 
10Parale Am: 20.03.2017 19:23:31 Gelesen: 94549# 146 @  
@ Michael Mallien [#145]

Portoperiode 30 haben wir übersehen? - 15 März 2002 - 02. Juni 2002

Da hab ich einen Brief ausgegraben, der mit 123.500 Lei freigemacht ist:

Scrisori simple pina 20 gr. = 13.500 Lei
Taxa de recomandare = 53.000 Lei
Taxa adeverire de primire = 53.000 Lei
Suprataxe prin avion = 5.000 Lei

insgeamt: 124.500 Lei
 

Er lief am 17.05.2002 von Sibiu nach Deutschland und ist um 1.000 Lei "unter"frankiert. Kann es drehen und wenden wie ich will. Deshalb mal wie im Lotto "Angaben ohne Gewähr".

Sie sind so schnell und führen so detailliert die Portoperioden auf, da kann ich nur staunen. "Judet" oder "Judetul" übersetzt = Kreis, Landkreis ausgesprochen (tschudetzul).

Zu Prioripost und Ultrapost muss ich auch erst mal auf Suche gehen.


 

Michael Mallien Am: 21.03.2017 20:48:41 Gelesen: 94509# 147 @  
@ 10Parale [#146]

Lieber Sammlerfreund,

übersehen habe ich die Portoperiode nicht. Vielmehr arbeite ich in den letzten Wochen die eine Korrespondenz auf und da gibt es mehrere Portoperioden, die nicht abgedeckt sind. Aber es ist sehr schön, dass die fehlenden Portoperioden von Dir und anderen ebenfalls gezeigt werden.

Ich habe noch weitere Briefe aus anderen Quellen und müsste dringend mal Bilanz ziehen und Ordnung schaffen, damit ich weiß, was mir fehlt. :|

Einen schönen Beleg zeigst Du mit sehr hoher Frankatur, danke dafür und auch für die Hilfestellung. Ich freue mich schon auf unser Kennenlernen im August in München. :)

Die Inflationszeit geht zu Ende und auch die Korrespondenz, von Zarnesti nach Wismar, die ich habe. Sie war recht ergiebig wie ich finde.

Aus Portoperiode 35 (1.8.2004 bis 30.6.2005) stammt dieser, zugegeben nicht sehr schöne Brief, der mit 24.000 Lei frei gemacht ist.



Es fällt die Zusatzleistung PRIORITAR auf. Die Zusatzleistung "prin avion" gibt es nicht mehr, wie auch schon weiter oben berichtet. Der Beleg ist nicht portorichtig, denn 21.000 Lei hätten genügt für

Scrisori simple externe 20g: 16.000 Lei
Prioritar: 5.000 Lei

Nun ja, da finde ich bestimmt noch etwas besseres.

Die nachfolgende Portoperiode bringt die Währungsänderung mit sich: 10.000 alte Lei wurden durch 1 neuen Leu ersetzt. Im Marinescu werden die Portoperioden bis März 2008 weiter aufgeführt.

Aus besagter Korrespondenz habe ich noch einen letzten Beleg vom 18.8.2008, frei gemacht mit 2,20 Lei:



Er ist portorichtig mit 1,60 Lei für den einfachen Auslandsbrief + 0,60 Lei für die Zusatzleistung PRIORITAR.

Ich habe etwas gebraucht, um die 0,60 Lei im Marinescu zu finden. Wenn ich es richtig verstehe, wird bei der Beschreibung der Zusatzleistung PRIORITAR auf Seite 178 auf die Aufschläge in Tabelle 266, Seite 131 verwiesen.

Die Marke mit der MiNr. 6157 steht für eine neue Zeit in Rumänien, nämlich für den Beitritt des Landes zur EU.
 
10Parale Am: 22.03.2017 19:12:09 Gelesen: 94473# 148 @  
@ Michael Mallien [#147]

Ich freue mich schon auf unser Kennenlernen im August in München

Schöner kann man das nicht ausdrücken, Michael. Ganz meinerseits.

Die Portoperiode 35 ist die letzte Stufe der "galoppierenden" Inflation in der Währungsdynamik Rumäniens und damit hochinteressant.

Ich konnte in meinen Beständen einen relativ schönen Brief ausmachen, der am 09.09.2004 in Bukarest mit 89.000 Lei freigemacht wurde. Dazu wurde ein senkrechtes Paar aus dem Höchstwert der Serie "Dampflokomotivenbau in Resita" aus den Jahr 2002 verwendet (Michel Nr. 5686). Im übrigen nennt der Michel bei dieser Serie nur Auflagenzahlen bis zur Michel Nr. 5684.

Ich kann über das Porto mathematisch genau spekulieren, gehe davon aus, dass der Brief auf Grund seiner Größe der 2. Gewichtsstufe angehörte und damit mit 27.000 Lei zzgl. 56.000 Lei für´s Einschreiben und 6.000 Lei für Prioritar portogerecht freigemacht wurde.

Besonders gefällt mir deine Überleitung zur neuen Währung mit dem Hinweis auf Michel Nr. 6157 Beitritt zur Europäischen Union. Vieles von der damaligen Euphorie scheint heute verflogen zu sein. Na ja, überlassen wir dieses Feld der Politik.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 23.03.2017 20:15:41 Gelesen: 94419# 149 @  
@ Michael Mallien [#147]

Nun habe ich wieder einen Beleg gefunden, der mir irgendwie Kopfzerbrechen bereitet.

Der neueste Michel-Katalog Südosteuropa schreibt auf Seite 796:

Die Marken Michel Nr. 1295 - 5946 waren bis zum 30.06.2005 frankaturgültig

So weit, so gut. Nun habe ich gestern in meiner Kiste einen Brief gefunden, freigemacht mit einer schönen Michel Nr. 5935 aus dem Satz "Gastronomie in Europa" aus dem Jahr 2005. Frankaturwert: 21.000 Lei

Abgestempelt wurde er allerdings nach der Währungsreform vom 1. Juli 2005, wie der Stempel von Lugoj beweist: 16.11.06.

Ich kann jetzt nur spekulieren, weshalb der Brief durchging. Die Post wird gerechnet haben, na 21.000 Lei = 2,10 neue Lei, das haut schon irgendwie hin.

Liebe Grüße

10Parale


 
Pete Am: 24.03.2017 16:14:13 Gelesen: 94373# 150 @  
@ Michael Mallien [#140]

Dank dir für die Info! :-)

Gruß
Pete
 
Michael Mallien Am: 24.03.2017 16:26:12 Gelesen: 94373# 151 @  
@ 10Parale [#149]

Der Hinweis im Michel ist mir auch aufgefallen, ebenso wie die Diskrepanz zu einigen Belegen, die ich gesehen habe. Ich glaube schlichtweg, das die Angabe im Michel nicht korrekt ist.

Mir liegen keine Quellen vor, die das belegen würden, aber ich kann ein paar Argumente bringen:

1. Die Michelnummern 5937 bis 5946 sind Marken mit Doppelnominale (Wertangabe in alten und neuen Lei)! Das wäre wenig sinnvoll gewesen, wenn die Ausgaben sofort wieder ungültig geworden wären. Dies gilt insbesondere für die Ausgabe "Pfadfinder" vom 15. Juni 2005.

2. 2006 hatte ich beruflich in Bukarest zu tun. In der Zeit, also ca. 1 Jahr nach der Währungsumstellung, war altes und neues Bargeld parallel im Einsatz. Ich kann mir gut vorstellen, dass mit Briefmarken ebenso verfahren wurde.

3. Es gibt eben diese Belege mit den Marken in der alten Währung auch nach dem 1. Juli 2005

Vielleicht waren die Menschen aber auch einfach nur pragmatisch und haben eventuelle Vorgaben ignoriert und von der anderen Seite wurde dies nicht beanstandet. Fälle in dieser Art haben ja auch heutzutage bei der Deutschen Post.

---

Damit dieser Beitrag nicht bildlos bleibt, hier ein Beleg aus der ganz jungen Republik zu Anfang 1990.

Brief aus Cluj Napaco in die UdSSR vom 19.1.1990, frei gemacht mit MiNr 3609 zu 2,15 Lei.

Die Marke war zu dem Verwendungszeitpunkt schon älter, denn sie stammt aus dem Jahr 1979. Der Ausgabeanlass ist Jahrestag des Bergmannstreiks in Lupeni



Auffällig ist die Freimachungshöhe von nur 2,15 Lei. 1990 kosteten einfache Auslandbriefe 10 Lei, wie ich Tabelle 247 auf Seite 118 im Marinescu entnehme. Aufschluss gibt Tabelle 253 Tarife pentru URSS, mit dem Hinweis, dass für Briefe in die UdSSR, wie auch nach Vietnam, Ungarn und Tschechoslowakei Inlandstarife galten. Dieser betrug zum fraglichen Zeitpunkt allerdings nur 2,00 Lei, womit der Beleg um 15 Bani überfrankiert ist.

Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 28.03.2017 17:44:31 Gelesen: 94244# 152 @  
Hier ein Einschreibebrief von 1973 mit einer Gesamtfrankatur von 14,15 Lei.

Gruß
Baber


 
Michael Mallien Am: 29.03.2017 18:11:26 Gelesen: 94159# 153 @  
@ Baber [#152]

Hallo Baber,

der Beleg ist portorichtig für die 2. Gewichtsstufe, die in der Portoperiode ab 1.3.1972 von 21-100g ging.

- Scrisori simple 21-100g: 6,40 Lei
- Taxa de recomandare: 3,45 Lei
- Suprataxe "prin avion" (Zona II) für 21-100g: 4,30 Lei

Ich vermute, dass mit der "27" links unten das Gewicht vermerkt wurde.

Auf den ersten Blick unscheinbar, ist der Beleg auch wegen der Adressen ein Perle. :)

Danke für's Zeigen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 31.03.2017 18:40:18 Gelesen: 94065# 154 @  
In [#70] stellte ich die Portoperioden für Briefe nach Moldawien vor. Der letzte Beitrag dazu war [#104], an den ich hier anschließe.

Aus der Portoperiode 21 habe ich einen weiteren Beleg aus Bukarest nach Chisinau vom 11.2.2002.

Frei gemacht ist er mit insgesamt 7000 Lei und, man kann sagen, mittlerweile schon altbekannten Marken, die ich auf anderen Belegen bereits präsentiert habe. Allerdings ist der Brief überfrankiert. 6.750 Lei hätten gereicht. Ein am selben Tag versendeter Brief ins europäische Ausland hätte jedoch 13.500 Lei gekostet, nämlich das Doppelte.



Die Erhaltung des Belegs und die Stempel gefallen mir sehr gut. Abermals gab es die beiden Ankunftsstempel an zwei aufeinander folgenden Tagen, wie auch schon bei vielen anderen Briefen nach Moldawien. Auffällig ist das kopfstehende Datum des Stempels vom 15.2.2002.
 
Michael Mallien Am: 02.04.2017 12:31:37 Gelesen: 93939# 155 @  
Ich setze fort mit einem Beleg aus der Portoperiode 22 (03.06.2002 - 2.11.2003) für den Postverkehr nach Moldawien.

Einfacher Brief von Timisoara nach Chisinau vom 25.8.2003, frei gemacht mit 8.000 Lei.

Verwendet wurde die MiNr 5688 der Freimarkenserie "Postdienste (2)" (s. auch [#145]).



Rückseitig befinden sich wieder die Ankunftsstempel, aber auch ein zusätzlicher Stempel, dessen Inhalt sich mir nicht sogleich erschlossen hat. Da möchte ich noch nachforschen, aber vielleicht kennt jemand von euch die Bedeutung des Stempels?

Der Brief ist mit 250 Lei überfrankiert. 7.750 Lei hätten ausgereicht.

Auf die 8.000 Lei für einen solchen Brief stieg das Porto in der Portoperiode 23 (3.11.2003 - 31.7.2004). Hierfür kann ich einen Beleg zeigen, der am 20.1.2004 von Turda nach Chisinau auf die Reise ging und portorichtig ist:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 03.04.2017 20:36:59 Gelesen: 93873# 156 @  
Die letzte Portoperiode der Inflationszeit für den Postverkehr nach Moldawien ist die Portoperiode 24 (1.8.2004 - 30.6.2005). Zwar änderte sich das Porto für den Brief bis 20g nicht (es verblieb bei 8.000 Lei), aber die Sendungsarten, die im Postverkehr nach Moldawien begünstigt waren. Wie schon vor 1997 wurden nun wieder Drucksachen (IMPRIMATE) begünstigt.

Zur Dokumentation dieser Portoperiode bräuchte es optimalerweise eines entsprechenden Beleges.

Ich kann zurzeit nur einen einfachen Brief zeigen vom 16.8.2004 aus Galati nach Chisinau, der portorichtig mit 8.000 Lei frei gemacht ist:



Die erste Portoperiode nach der Inflationszeit begann auch für diesen Postverkehr am 1.7.2005. Die alten Preise blieben im Prinzip bestehen. Nur wurden sie jetzt in neuen Lei ausgewiesen (8.000 Lei -> 0,80 Lei).

Die Porti galten auch noch am Ende der im Marinescu dokumentierten Zeiträume, die bis zum 31.3.2008 dauerten.

Ach ja, bei der Suche nach dem Markenmotiv BUCIUM stieß ich auf dieses YouTube-Video [1], dass ich euch nicht vorenthalten möchte. :)

Viele Grüße
Michael

[1] https://www.youtube.com/watch?v=xnMI9gGoARA
 
Michael Mallien Am: 07.04.2017 06:19:08 Gelesen: 93780# 157 @  
Heute habe ich einen weiteren Brief nach Chisinau vom 11.4.2001. Er würde damit in die Portoperiode 20 (8.1.2001 - 19.8.2001) für den Postverkehr mit Moldawien fallen.

Die Vergünstigungen betrugen 50% des Portos und galten in dieser Portoperiode nur für die Versendungsarten Brief bis 20g (Scrisori simple externe 20g), einfache Postkarten (Carti postale simple) und Bildpostkarten (Carti postale ilustrate). Zusatzleistungen wurden nicht begünstigt.

Dieser Brief ging per Einschreiben/Luftpost von Botosani nach Chisinau und ist mit 35.000 Lei frei gemacht.



Offensichtlich wurde er als normaler, nicht begünstigter Auslandsbrief behandelt, denn dafür ist er portorichtig:

Scrisori simple externe: 11.500 Lei
Taxa recomandare: 22.000 Lei
Suprataxe "prin avion": 1.500 Lei

Ich nehme an, dass die Vergünstigung, die in diesem Fall 11.500 : 2 = 5.750 Lei betragen hätte, tatsächlich nur für die Versendungsart Brief gegolten hat und mit den Zusatzleistungen entfiel. Insofern fällt der Brief auch nicht in die oben aufgeführte Portoperiode, sondern vielmehr in die Portoperiode 26 des Auslandsverkehrs (8.1.2001 - 14.5.2001).

Noch eine Bemerkung zu dem rückseitig angebrachten Paar der Herzchenmarke zu je 11.500 Lei: Es ist die MiNr 5555 "Grußmarken zum Valentinstag", erschienen am 15.2.2001. Sie gefällt mir wegen ihres kleinen Formats und ihrer schlichten Schönheit.
 
10Parale Am: 08.04.2017 15:15:23 Gelesen: 93668# 158 @  
@ Michael Mallien [#157]

Schöne, informative Belege zeigst Du hier. Ich verfolge weiterhin diesen Thread, kann aber leider im Moment weniger dazu beitragen. Sicherlich ist eine Begünstigung der Portotarife mit Moldawien verständlich.

Mir kommt es so vor, als hätte sich Bayern (= Moldawien) hier vom Mutterland (Bundesrepublik) abgekapselt. Die beiden Fürstentümer der Moldau und der Walachei waren über Jahrhunderte den Interessen der fremden Großmächte ausgesetzt. Sind wir froh, dass der Status Quo so ist, wie er ist.

Ich zeige hier ein brandaktuelles Einschreiben mit einer schönen Mischfrankatur. Das Porto für diesen 108 gramm schweren Brief betrug nicht weniger als 27,50 RON. (die Zahl 27 erinnert mich irgendwie an die 27 Parale - die erste Marke, die wohl für uns alle ein Traum bleibt).

Der Brief ist aus GIURGIU und wurde als Einschreiben am 03.04.2017 nach Deutschland versandt. Habe mir einen neuen Scanner gekauft (Epson) und mal schauen, wie die Qualität rüberkommt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 09.04.2017 08:11:30 Gelesen: 93585# 159 @  
@ 10Parale [#158]

Ich freue mich, dass meine Beiträge nach wie vor Interesse finden und zeige gerne mehr.

Ein Motor der Philatelie war und ist immer, sich mit dem aktuellen postlichen Geschehen zu beschäftigen. Deshalb sehe auch gerne Belege aus dem aktuellen Postverkehr. Dein Einschreiben ist portorichtig, wie ich der Webseite von Posta Romana entnehme [1].

Priority letter mail service 101-250g: 15,50 Lei
Registered: 12,00 Lei

Ich zeige heute einen Brief, der im November 1997 nach Viljandi in Estland ging. Das genaue Datum ist nicht bekannt, denn der Brief ist in Bukarest nicht abgestempelt worden, sondern wurde erst im Zielland am 17.11.1997 nachträglich entwertet.



Die Frankatur betrug 2.300 Lei. In der Portoperiode 12 (10.11.1997 - 17.5.1998) für den Auslandsbriefverkehr hätten 2.000 Lei gereicht:

Imprimate 20g (Drucksache): 1.850 Lei
Suprataxe "prin avion": 150 Lei

Die Marke (MiNr 5090) aus der Serie "Verkehrsmittel" stammt aus dem Jahr 1995 und passte vom Frankaturwert her zu Auslandsbriefen von 51-100g.

Die fehlende Abstempelung war nicht das einzige Problem bei der Zustellung der Sendung. Rückseitig wurde am 1.12.1997 ein Aufkleber angebracht, wie wir ihn auch aus Deutschland kennen. Leider bin ich der estischen Sprache nicht mächtig, um zu erkennen, was das Problem war.



Neben der handschriftlichen Dokumentation wurde ein Stempel VILJANDI a / 01.12.97 00 / EESTI abgeschlagen.

[1] https://www.posta-romana.ro/en/a321/tariffs/letter-mail-services/international/international-letter-mail-service.html
 
Pete Am: 09.04.2017 20:10:53 Gelesen: 93553# 160 @  
@ Michael Mallien [#159]

Ich zeige heute einen Brief, der im November 1997 nach Viljandi in Estland ging. Das genaue Datum ist nicht bekannt, denn der Brief ist in Bukarest nicht abgestempelt worden, sondern wurde erst im Zielland am 17.11.1997 nachträglich entwertet.

Handelt es sich bei der Entwertung vom 17.11.1997 nicht um einen Stempelabschlag aus București? ;-)

Gruß
Pete
 
Michael Mallien Am: 09.04.2017 21:02:51 Gelesen: 93544# 161 @  
@ Pete [#160]

Hallo Pete,

Du hast recht, da habe ich nicht genau genug geschaut. :o

Danke und viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 17.04.2017 07:34:07 Gelesen: 92878# 162 @  
Brief vom 5.3.2016 von Bukarest nach Karachi, Pakistan, frei gemacht mit 4 Lei. Das ist portorichtig für einen International Priority letter bis 20g. Dieser Tarif gilt auch heute noch.



Rückseitig befinden sich Ankunftsstempel vom 29.3.2016:



Der Stempel rechts wurde zuerst abgeschlagen: PECHS Block 2 HPO ...

PECHS (Pakistan Employees Cooperative Housing Society) ist eine so genannte Neighborhood in Jamshed Town, einem zentralen Teil von Karachi, mit zu 98% muslimischer Bevölkerung. Der Block 2 findet sich ja auch auf der Adresse wieder.

Auf dem Stempel links lese ich F... LETTER INWARD... / 29 MAR 16 / KARACHI 53..0. Was es bedeutet, weiß ich nicht. Letter inward könnte für eingegangener Brief stehen.
 
Michael Mallien Am: 17.04.2017 17:19:49 Gelesen: 92815# 163 @  
Heute ein buntfrankierter Brief, der am 19.2.1999 von Deva nach Pforzheim ging. Er stammt aus der Portoperiode 15 (4.1.1999 - 14.3.1999) und ist mit insgesamt 4.850 Lei portorichtig frankiert!



Da hat sich jemand sehr bemüht, das korrekte Porto mit so krummen Werten zusammen zu bekommen.
 
Michael Mallien Am: 18.04.2017 20:56:44 Gelesen: 92712# 164 @  
Diese Ganzsache zu 1.700 Lei wurde mit 9.050 Lei auffrankiert zum Versand nach Deutschland am 29.6.2000.

Damit fällt der Beleg in die Portoperiode 23 (1.5.2000 - 31.7.2000), in der das Porto für den einfachen Brief genau die auffrankierten 9.050 Lei betrug.



Es fällt auf, dass die Marke entwertet wurde, das Wertzeichen auf der Ganzsache jedoch nicht.

Kann es sein, dass die Ganzsache nicht mehr gültig war und nur als Umschlag verwendet wurde? In diesem Fall wäre der Beleg portorichtig frankiert. Wer weiß mehr?
 
Michael Mallien Am: 23.04.2017 15:36:35 Gelesen: 92428# 165 @  
Der Beginn der ersten Portoperiode der Inflation in der Zeit von 1991 bis 2005 wird für Auslandsbriefe mit dem 10. Oktober 1991 angegeben. Zu Recht, denn die Portoperiode davor dauerte über 9 Jahre (25.2.1982 bis 9.10.1991) und das Porto für den einfachen Auslandsbrief erhöhte sich am 10.10.91 um 350%, von 10 auf 45 Lei.

Heute kann ich einen Beleg aus dem Jahr 1991 zeigen, der noch vor der Inflationszeit von Bukarest nach Weinheim ging und mit 83 Lei frankiert ist.

Ich dachte zunächst, dass sich das Porto wie folgt zusammensetzt:

Scrisori externe 21-100g (Auslandsbrief): 24 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 24 Lei
Taxa expres (Gebühr für Eilzustellung): 30 Lei
Suprataxe "prin avion" 21-100g Zona II (Luftpostzuschlag Europa): 5 Lei



Erst dann entdeckte ich den zusätzlichen Vermerk AR links auf der Vorderseite. AR steht für die Zusatzleistung Taxa adeverire de primire (Rückscheingebühr). Außerdem findet sich kein Hinweis auf dem Brief für die höhere Gewichtsstufe. Also neu berechnen:

Scrisori simple 20g (Auslandsbrief): 10 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 24 Lei
Taxa expres (Gebühr für Eilzustellung): 30 Lei
Taxa adeverire de primire (Rückscheingebühr): 18 Lei
Suprataxe "prin avion" 20g Zona II (Luftpostzuschlag Europa): 1 Lei

Wie es der Zufall will summieren sich beide Berechnungen auf genau 83 Lei. Also ist der Brief auf jeden Fall portorichtig!

Schön finde ich auch den Zusatzstempel zum 22. Dezember 1989, dem Tag des Volksaufstandes. Auf der Rückseite befindet sich noch der Eingangsstempel aus Weinheim, wie es für Eilbriefe üblich war.
 
Baber Am: 27.04.2017 10:38:29 Gelesen: 92276# 166 @  
@ Michael Mallien [#70]

Hallo Michael,

dieser Einschreibebrief per Luftpost von 2003 ist mit 70500 Lei frankiert. Klingt sehr hoch ?



Gruß
Bernd
 
Michael Mallien Am: 27.04.2017 17:15:59 Gelesen: 92236# 167 @  
@ Baber [#166]

Hallo Bernd,

ich sehe 73.500 Lei als Frankatur und das ist auch portorichtig.

Der Brief stammt aus Portoperiode 32 für Auslandsbriefe (1.10.2002 - 14.10.2003) mit

Scrisori simple 20g: 15.500 Lei
Taxa de recomandare: 53.000 Lei
Suprataxe "prin avion": 5.000 Lei

Viele Grüße
Michael
 
Pete Am: 27.04.2017 18:35:44 Gelesen: 92219# 168 @  
@ Michael Mallien [#167]

ich sehe 73.500 Lei als Frankatur und das ist auch portorichtig.

Ich sehe 72.500 Lei als verklebtes Porto - von rechts nach links 2 x 25.000 Lei, 1 x 2.000 Lei, 1 x 17.500 Lei und 1 x 3.000 Lei. ;-)

Gruß
Pete
 
Baber Am: 27.04.2017 18:51:37 Gelesen: 92214# 169 @  
@ Michael Mallien [#167]

Hallo Michael,

73500 stimmt. Da die Werte zu 2000 und 3000 Lei verkehrt herum aufgeklebt waren, habe ich 1000 gelesen.

Brief für Dich von Interesse?

Hallo Pete, [#168],

die beiden Europamarken haben ein Nominale von 25.500.

Gruß
Bernd
 
Heinz 7 Am: 13.05.2017 12:00:35 Gelesen: 91636# 170 @  
@ Beitrag [#54]

Wir haben vor einer Weile Belege der rumänischen Inflation um 1947 gezeigt, und dabei auch von der Stufe 15'000 Lei gesprochen für den einfachen Ausland-Brief. Aber gezeigt haben wir einen Brief mit Nominale 15'000 Lei meines Wissens noch nicht.

Gestern habe ich an der Rang II-Ausstellung in Wettingen diesen hübschen Beleg gefunden. Ganz klar, dass ich ihn gerne gekauft habe. Er kostete lediglich CHF 2.00. Ein Händlerkollege wollte für einen ähnlichen, weniger schönen Beleg CHF 30.00. Die "Preisfindung" bei solchen Belegen ist sehr unterschiedlich.



Was mir am Beleg besonders gefällt, ist dass es eine Komposition von Marken einer Sonder-Ausgabe und von Freimarken ist.

Michel Nr. 1024+1025+1027 = Ausgabe 25.2.1947, Friedensschluss
Michel Nr. 958+964+967 = Freimarken 1945-1947

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 28.05.2017 20:36:19 Gelesen: 90849# 171 @  
@ 10Parale [#149]
@ Michael Mallien [#151]

Ich habe heute einen Beleg, der noch einmal ausdrücklich zeigt, dass die Marken in "alten Lei" höchstwahrscheinlich nicht, wie im Michel angegeben, mit der neuen Währung im Juli 2005 ungültig wurden.

Dieser Brief wurde im März 2006 von der Romfilatelia nach Chisinau, Moldawien versendet. Er ist frei gemacht mit 18.000 Lei in der alten Währung und das von einem Versender, der es auf jeden Fall besser wissen müsste, wenn dies gegen die Bestimmungen verstoßen würde!



18.000 alte Lei entsprechen 1,80 neuen Lei. Wie sich das Porto zusammen setzt hat mir zunächst Rätsel aufgegeben. Der günstigere Tarif für Sendungen nach Moldawien scheidet aus, da es sich nicht um einen Standardbrief handelt. Aufgrund der fehlenden Ecke rechts unten am Umschlag tippe ich auf eine Drucksache (Imprimate), auch wenn ein entsprechender Vermerk fehlt. Damit würde es passen für die Portoperiode vom 1.7.2005 bis 14.2.2007:

Imprimate externe 21-50g: 1,20 Lei
Zusatzleistung "Prioritar" Europa 21-50g: 0,60 Lei

Ergänzend hier noch die Stempel auf der Rückseite des Belegs:



Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 28.05.2017 21:26:44 Gelesen: 90845# 172 @  
@ Michael Mallien [#171]

Wie es der Zufall will, hab ich in meiner Sammlung den selben Brief der selben Firma nach Deutschland gefunden, abgeschlagen am 09. März 2006, also exakt zum gleichen Datum mit den gleichen Briefmarken, die Amerigo Vespucci und eine Gebirgslandschaft zeigen. Deine Portobestimmung ist also eindeutig und die rechte Ecke unten verweist stillschweigend auf eine Drucksache. In den Briefen befanden sich übrigens Flyer über Neuausgaben der rumänischen Post.

Als einzigen Unterschied erkenne ich eine kleine Zahl rechts unten über der Ecke, vielleicht eine fortlaufende Nummerierung.

Ich habe über 3 - 4 Jahre Briefe von romfilatelia erhalten. Dann haben sie den Spuk eingestellt, weil mit dieser Firma kein Geschäft zu machen war. Mein Versuch, Neuheiten zu bestellen, scheiterte an der Infrastruktur, die einfach noch nicht vorhanden ist. Bei Briefmarkenmessen finde ich es stets traurig, wie sich der Stand präsentiert. Da fehlt ein gut funktionierendes Management, dass vorhandene Nachfrage bedienen könnte.

Bedenkt man die großartige Geschichte, die dieses Markenland in seiner klassischen Phase vorweisen kann, ist der Auftritt mit ein paar Alben und Flyern auf Messen ärmlich. Ich freue mich dennoch, dass die rumänische Post deutsche Messen besucht und wünsche für die Zukunft alles Gute.

Lieber Michael, da du ja wirklich ein großartiger Sammler diese Belege bist, werde ich dir, - sofern du es wünscht -, meine Belege mit nach München bringen. Du kannst sie gerne haben und in deine Sammlung und Forschung einverleiben.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 29.05.2017 22:14:43 Gelesen: 90783# 173 @  
@ 10Parale [#172]

Mein lieber Freund,

das ist ja wirklich schön mit dem Beleg, aber wohl auch nicht verwunderlich. Wahrscheinlich sind recht viele Briefe dieser Art verschickt worden in der Werbeaktion um die Neuausgaben. Es wäre noch interessant zu erfahren, was denn wohl die Nummern bedeuten.

Ganz herzlichen Dank für Dein Angebot mir moderne Rumänienbelege mit nach München zu bringen, das ich sehr gerne annehme. Ich freue mich schon auf unser Kennenlernen. :)

Viele Grüße
Michael
 
StefanM Am: 30.05.2017 13:24:47 Gelesen: 90705# 174 @  
@ Michael Mallien [#171]
@ 10Parale [#172]

Provokativ könnte man auch annehmen, daß Romfilatelia die verwendeten Marken noch bogenweise rumliegen hatte und sie durch nicht ganz korrekte Verwendung einer Verwertung zuführte.

Ich habe natürlich gar keine Ahnung, wie die Leute da ticken. Insofern bitte nicht ernst nehmen ^^

Gruß
Stefan
 
Michael Mallien Am: 30.05.2017 19:55:53 Gelesen: 90674# 175 @  
@ StefanM [#174]

Na so etwas wollen wir doch nicht annehmen. ;)

Heute von mir ein Beleg zum wissenschaftlichen Austausch der sozialistischen Bruderländer Rumänien und der DDR.

Einschreiben aus dem Dezember 1975 aus Bukarest nach Leipzig. Die Frankatur in Höhe von 6,20 Lei ist portorichtig:

- Scrisori simple 20g: 2,75 Lei
- Taxa de recomandare: 3,45 Lei



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 11.06.2017 15:30:36 Gelesen: 90208# 176 @  
Auch schon vor der Inflationszeit von 1991 bis 2005 kam es teils zu signifikanten Preissteigerungen. Weniger als zwei Jahre nach dem in [#175] gezeigten Beleg ging dieser Brief auf die Reise und kostete gut 150% mehr.

Einschreiben vom 6. Juni 1977 aus Arad nach Dresden. Die Frankatur in Höhe von 16,20 Lei ist auch in diesem Fall portorichtig.



- Scrisori simple 20g: 4,80 Lei
- Taxa de recomandare: 11,40 Lei

Die Einschreibegebühr ist der Hauptkostenverursacher, denn er verdreifachte sich zwischen den beiden hier betrachteten Portoperioden.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 28.07.2017 12:47:45 Gelesen: 87996# 177 @  
In [#156] zeigte ich einen Beleg aus der letzten Portoperiode der Inflationszeit für den Postverkehr nach Moldawien - Portoperiode 24 (1.8.2004 - 30.6.2005). Er ging am 16.8.2004 aus Galati nach Chisinau.

Hier habe ich ein weiteres Exemplar, welches später in der Portoperiode auf die Reise von Arad nach Chisinau ging und zwar am 14.1.2005. Die Ganzsache zu 4.000 Lei wurde auffrankiert mit den MiNrn. 5824 und 5768 auf die erforderlichen 8.000 Lei.



Mir gefällt der Stempelabschlag ARAD OPRM / 140105 22 / c / TRANZIT. Auffällig ist noch, dass das Wertzeichen der Ganzsache nicht entwertet wurde, obwohl die 4.000 Lei ganz eindeutig zur Gesamtfrankatur gehören.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 19.08.2017 14:10:21 Gelesen: 86043# 178 @  
Ganz aktuell ein Beleg aus dem Posteingang von heute, dem 19.8.2017.

Brief von Bukarest nach Bargteheide vom 16.8.2017. Die Freimachung beträgt 4 Lei. Damit ist der Brief unterfrankiert, denn mit der Zusatzleistung Prioritar bei einem Gewicht von 21-50 g (der Brief wog 38 g) wären 4,50 Lei fällig gewesen.



Der Brief ist vergleichsweise schnell befördert worden. Er enthält einige Inlandsbelege aus der Inflationszeit von 1991-2005. Von den Inlandsbelegen der verschiedenen Portoperioden hatte ich hier bislang wenig zeigen können. Demnächst hoffe ich noch mehr Material rein zu bekommen. Ich freue mich darauf.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.08.2017 13:43:22 Gelesen: 86007# 179 @  
Heute komme ich zurück zu meiner Aufstellung der Portoperioden in [#52]. Dort hatte ich die Tarife für einfache Inlands-Ortsbriefe (Scrisori "loco" 20g) aufgeführt. Ich möchte diese Aufstellung um eine Portoperiode zu Anfang der Inflationszeit ergänzen, die mit unbestimmten Datum in Band 1 des Werkes von Calin Marinescu aufgeführt und dabei gleichzeitig die Portoperioden durchnummerieren und den Tarif für einfache Inlands-Briefe im Fernverkehr (Scrisori "alte loc." 20g) aufführen.

Eine neue Portoperiode bestimmt sich durch eine Änderung der Tarifstruktur oder des Portos mindestens einer Versendungsart oder Zusatzleistung bei den Inlandstarifen.

Es kommt also vor, dass in der Auflistung unten der Tarif für den einfachen Inlands-Brief im Fernverkehr sich nicht mit der Portoperiode änderte. Wenn ich später auf Beispiele zurück komme, werde ich in solchen Fällen ausführen, was die Portoperioden unterscheidet.

PP 01: 01.04.1991 - ??.04.1991 4,50 Lei
PP 02: ??.04.1991 - 09.10.1991 4,50 Lei
PP 03: 10.10.1991 - 09.03.1992 8 Lei
PP 04: 10.03.1992 - 30.11.1992 10 Lei
PP 05: 01.12.1992 - 03.06.1993 15 Lei
PP 06: 04.06.1993 - 01.07.1993 25 Lei
PP 07: 02.07.1993 - 30.10.1993 29 Lei
PP 08: 01.11.1993 - 31.03.1994 45 Lei
PP 09: 01.04.1994 - 30.06.1995 60 Lei
PP 10: 01.07.1995 - 17.03.1996 100 Lei
PP 11: 18.03.1996 - 02.03.1997 150 Lei
PP 12: 03.03.1997 - 01.06.1997 400 Lei
PP 13: 02.06.1997 - 15.09.1997 450 Lei
PP 14: 16.09.1997 - 01.02.1998 500 Lei
PP 15: 02.02.1998 - 17.05.1998 900 Lei
PP 16: 18.05.1998 - 21.10.1998 1.050 Lei
PP 17: 22.10.1998 - 03.01.1999 1.100 Lei
PP 18: 04.01.1999 - 14.03.1999 1.100 Lei
PP 19: 15.03.1999 - 20.06.1999 1.100 Lei
PP 20: 21.06.1999 - 25.07.1999 1.300 Lei; ab dieser Portoperiode wird nicht mehr zwischen Orts- und Fernverkehr unterschieden.
PP 21: 26.07.1999 - 03.10.1999 1.300 Lei
PP 22: 04.10.1999 - 02.01.2000 1.500 Lei
PP 23: 03.01.2000 - 27.02.2000 1.500 Lei
PP 24: 28.02.2000 - 30.04.2000 1.700 Lei
PP 25: 01.05.2000 - 31.07.2000 1.700 Lei
PP 26: 01.08.2000 - 30.09.2000 1.700 Lei
PP 27: 01.10.2000 - 03.12.2000 2.000 Lei
PP 28: 04.12.2000 - 07.01.2001 2.000 Lei
PP 29: 08.01.2001 - 14.05.2001 2.200 Lei
PP 30: 15.05.2001 - 19.08.2001 2.200 Lei
PP 31: 20.08.2001 - 14.10.2001 2.500 Lei
PP 32: 15.10.2001 - 14.03.2002 2.500 Lei
PP 33: 15.03.2002 - 02.06.2002 2.500 Lei
PP 34: 03.06.2002 - 30.09.2002 3.000 Lei
PP 35: 01.10.2002 - 14.10.2003 3.000 Lei
PP 36: 15.10.2003 - 02.11.2003 3.000 Lei
PP 37: 03.11.2003 - 31.07.2004 4.000 Lei
PP 38: 01.08.2004 - 17.04.2005 5.000 Lei
PP 39: 18.04.2005 - 30.06.2005 5.000 Lei
++++++++++++ 10.000 alte Lei --> 1 neuer Leu
01.07.2005 - 14.02.2007 0,50 Lei
 

Meine ersten Beispiele stammen aus dem Jahr 1997, in dem vier Portoperioden betrachtet werden können (PP 11 bis PP 14). Am deutlichsten fällt die Steigerung von PP 11 auf PP 12 aus. Das Porto für den einfachen Inlandsbrief stieg um 166% von 150 Lei auf 400 Lei.

Ich kann vier Belege aus diesem Jahr zeigen.

1. Einschreiben aus Birlad nach Bârlad vom 20.1.1997, frei gemacht mit 370 Lei.

Wikipedia entnehme ich das Birlad gleichbedeutend ist mit Bârlad, also handelt es sich hier um einen Ortsbrief.



Das Bild rechts zeigt den Stempel auf der Rückseite des Beleges. Er stammt vom 22.1.1997.

Für einen Brief im Fernverkehr wäre dieser Beleg aus PP 11 portorichtig:
Scrisori "alte loc." 20g: 150 Lei
Taxa de recomandare: 220 Lei

Möglicherweise passt das Porto auch für den Ortsbrief. Das wäre dann der Fall, wenn der besondere Tarif für Ortsbriefe nicht für Briefe mit Zusatzleistungen gegolten hat. Kann das jemand bestätigen?

2. Einschreiben aus Iasi nach Bârlad vom 14.3.1997, frei gemacht mit 850 Lei. Rückseitig mit einem Ankunftsstempel aus Bârlad vom 15.3.1997.



Dieser Brief aus PP 12 ist portorichtig:
Scrisori "alte loc." 20g: 400 Lei
Taxa de recomandare: 450 Lei

3. Brief aus Bucuresti nach Petrila vom 19.4.1997, was zu PP 12 gehört. Die korrekte Frankatur in Höhe von 400 Lei ist rückseitig angebracht. Dort befindet sich auch ein Ankunftsstempel vom 22.4.1997.



4. Brief aus Nuntabu nach Bucuresti vom 18.12.1997. Jetzt sind wir schon in PP 14. Mit 500 Lei ist auch dieser Brief portorichtig. Rückseitig befindet sich ein Ankunftsstempel vom 21.12.1997.



Ich hoffe in Kürze noch weitere Portoperioden für den Inlandsbriefverkehr hier dokumentieren zu können.

Viele Grüße
Michael
 

Michael Mallien Am: 01.09.2017 21:29:14 Gelesen: 85555# 180 @  
Heinz hat die Portoperioden der Inflationszeit in den Jahren 1944 bis 1947 sehr schön dokumentiert. Ich möchte einen Blick auf die Zeit nach Einführung der neuen Währung im August 1947 werfen anhand der darauf folgenden Portoperioden. Im Besonderen betrachte ich die Inlandstarife für

A Ortsbriefe (Scrisori "loco" 20g)
B Fernbriefe (Scrisori " alte loc." 20g)
C Einschreibegebühr (Taxa de recomandare)

In Band 1 des Werkes von Calin Marinescu sind folgende Portoperioden aufgeführt:

17.08.1947 A: 8 Lei; B: 12 Lei; C: 20 Lei
05.05.1948 A: 7 Lei; B: 11 Lei; C: 20 Lei
09.01.1951 A: 7 Lei; B: 11 Lei; C: 24 Lei

Die im August 1947 eingeführte Währung galt nicht einmal für 5 Jahre, denn am 28.1.1952 gab es einen erneuten Währungsschnitt im Verhältnis 20:1 was zu diesen Portostufen führte:

28.01.1952 A: 0,35 Lei; B: 0,55 Lei; C: 1,20 Lei

Das Porto für die hier betrachteten Tarife blieb 30 Jahre (!) stabil. Erst 1982 kam es zu einer Erhöhung.

Ich möchte heute zwei Inlands-Einschreiben aus der 30-jährigen Portoperiode zeigen, über deren Gesamtporto ich verwundert bin:

1. Einschreiben aus Ocna Mures nach Cluj vom 17.1.1968 zu 1,55 Lei:



Das wäre portorichtig für einen Ortsbrief bis 20g (s. oben). Rückseitig befindet sich noch ein Stempel CLUJ TRANZIT vom 18.1.1968. Galt dieser Brief tatsächlich als Ortsbrief, obwohl Cluj selbst mit ca. 80 km doch recht weit entfernt ist. Immerhin befinden sich beide Orte in derselben Region.

2. Einschreiben aus Bucuresti nach Cluj vom 20.8.1968 ebenfalls mit 1,55 Lei frankiert:



Das hat mich dann doch erstaunt, denn es handelt sich mit Sicherheit nicht mehr um einen Ortsbrief. Das Porto hätte 1,75 Lei betragen müssen. Vielleicht stimmen die Angaben im Marinescu nicht, oder ich habe die Sendungsarten falsch interpretiert? Leider kann ich kein Rumänisch. Auf Seite 122 des Marinescu, Bd. 1 sind Hinweise und Quellen zu den besagten Portoperioden aufgeführt. Vielleicht findet sich jemand, der diesen Text lesen kann?



Wenn sich aus dem Text keine Hinweise für die Behandlung von Orts/Fernbriefen ableiten lassen, können weitere Beispiele von Inlandseinschreiben helfen, die Umstände zu klären. Am besten wäre ein Beleg, der sicher als Ortsbrief eingeordnet werden kann.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 02.09.2017 17:11:47 Gelesen: 85508# 181 @  
@ Michael Mallien [#180]

Aus dem Text, den du abbildest, ergibt sich kein weiterer Hinweis auf eine Behandlung von Orts-/Fernbriefen.

28. Jan. 1852 - Hotararea = Beschluss Nr. 148, hier wird angezeigt, dass der Tarif um das 20-fache reduziert wurde, gemäß der Parität der neuen Währung.

Leider habe ich aus dieser 30-jährigen Porto-Bestands-Periode bislang kein einziges Einschreiben auftreiben können. Ich besitze lediglich noch ein paar einfache Orts- und Fernbriefe aus meiner privaten Sammlung.

Es ist mir auch ein kleines Rätsel. Vielleicht ist der 1. Brief tatsächlich portogerecht frankiert, da er innerhalb des Kreises Cluj lief. Vielleicht gab es eine Art Rayon, vergleichbar mit der Gültigkeit einer Fahrkarte innerhalb einer bestimmten Region. Ein Irrtum seitens des Autors schließe ich eigentlich aus. Ich möchte mich nicht auf Spekulationen verlassen. Hier brauchen wir wirklich Vergleichsmaterial.

Ich zeige im folgenden 2 Briefe (extern):

1. eine schöne Buntfrankatur von Tomnatic (Triebswetter) aus dem Jahr 1974 - nach Steinen-Höllstein, umgeleitet nach Grenzach-Wyhlen

2. ein portogerecht freigemachtes Einschreiben - 6,20 Lei - von Codlea nach Schopfheim (12.3.74).

Ich hoffe, lieber Michael, dass ich im Laufe der Zeit noch Belege auftreiben kann, die mehr Klarheit verschaffen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinrich3 Am: 08.09.2017 19:04:29 Gelesen: 85191# 182 @  
Nach der Abgabe meiner Rumänien-Sammlung sind mir einige Briefe über geblieben, die ich vor dem Verkauf noch hier zeige:

3 Luftpostbriefe an den gleichen Empfänger von 2 unterschiedlichen (?) Absendern mit unterschiedlichen Porti.



Zwischen den beiden oberen Briefen ist die Differenz nur 15 Bani, während der Brief unten doch deutlich mehr kostete. Da der Brief nicht nach höherem Gewicht aussieht, tippe ich auf philatelistische Frankatur.
 
Michael Mallien Am: 08.09.2017 19:42:16 Gelesen: 85181# 183 @  
@ 10Parale [#181]

Lieben Dank für die Übersetzung. Ich werde auch nach weiteren Einschreibe-Belegen aus der Zeit Ausschau halten.

Ich schließe einen Irrtum des Autors nicht unbedingt aus, denn mir sind auch an anderen Stellen ein paar Ungereimtheiten aufgefallen, die ich genauer untersuchen möchte.

Das soll beileibe keine generelle Kritik an dem grandiosen Werk von Calin Marinescu sein, doch schreibt er auch selbst, dass nicht alle Daten sicher belegt werden können und einige Portostufen durch das Zusammentragen von Belegen gesichert werden müssten.

@ Heinrich3 [#182]

Danke für das Zeigen dieser Belege. Das Porto für einen einfachen Brief nach Deutschland per Luftpost in der zutreffenden Portoperiode beträgt in der Summe 5,65 Lei, die sich wie folgt zusammensetzen:

Scrisori simple externe 20g: 4,80 Lei
Suprataxe "prin avion": 0,85 Lei

Damit ist der 3. gezeigte Beleg portorichtig.

Der 1. Beleg passt mit 4,90 Lei ganz gut auf eine Beförderung ohne den Zuschlag für die Luftpost und wäre nur mit 10 Bani überfrankiert. Allerdings wurde ein Luftpostumschlag verwendet, aber zumindest fehlt der "prin avion" Stempel.

Der 2. Beleg ist gar nur mit 3,85 Lei frankiert, was auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Die Marken zu 90 Bani und 1,10 Lei sind die MiNr. 3068 zum Tag der Briefmarke 1972. Es ist tatsächlich nur eine Michelnummer! Die "90 Bani" ist der Zuschlag, der auf einem Zierfeld gedruckt ist. Erkennbar ist dies auch daran, dass der sonst übliche Eindruck POSTA ROMANA auf dem Zierfeld fehlt.

Viele Grüße
Michael
 
Heinrich3 Am: 12.09.2017 19:14:13 Gelesen: 84976# 184 @  
@ Michael Mallien [#183]

Hallo Michael,

danke für die Erläuterungen, auch wenn es mir nicht mehr viel bringt. Vielleicht sind die 4 letzten mir verbliebenen Briefe noch von Interesse.


 
Michael Mallien Am: 12.09.2017 20:00:10 Gelesen: 84968# 185 @  
@ Heinrich3 [#184]

Hallo Heinrich,

die Briefe sind alles einfache Briefe ohne Zuschlag für "prin avion", wenn ich es richtig sehe. Ich kann nicht alle Daten erkennen, deshalb nenne ich mal die Portoperioden, die infrage kommen:

01.03.1972 - 31.05.1976: 2,75 Lei
01.06.1976 - 24.02.1982: 4,80 Lei

Zwei Belege mit 4,80 Lei sind ja dabei. Die anderen sind wohl nicht genau portorichtig mit 2,65 Lei bzw. 4,60 Lei.

Viele Grüße
Michael
 
Heinrich3 Am: 12.09.2017 22:58:43 Gelesen: 84948# 186 @  
@ Michael Mallien [#185]

Hallo Michael,

danke für die Antwort. Die Stempeldaten sind 24.3.73, 4.12.?? (vermutlich 1978), 31.8.78 und 4.3.77. Sie passen also bis auf die kleinen Differenzen zu den Portoperioden, die Du nennst.

Nach meiner Meinung wurden derartige Differenzen geduldet, da Geld ja nicht so wichtig war. Diese damalige Einstellung kenne ich aus mehreren in diesen Jahren sozialistischen Ländern.

Heinrich
 
Michael Mallien Am: 26.09.2017 20:34:58 Gelesen: 84123# 187 @  
Heute zeige ich einen Beleg wegen seines Stempels, bei dem mich die Datumsanzeige zunächst stutzen ließ.

Dieser Brief ging am 12.11.1954 als Einschreiben aus Bukarest nach Genf in die Schweiz.



Hier der Stempel noch einmal mit der seltsamen Einstellung des Datums:



Auf der Rückseite beweisen die Ankunftsstempel in der Schweiz die Interpretation des Stempels:



Kamen solche Stempeleinstellungen regelmäßig in dieser Zeit vor?
War es eine fehlerhafte Einstellung?
Oder hat sich der Postler vielleicht einen Scherz erlaubt?

Ich weiß es nicht, aber andere Belege aus der Zeit könnten Aufschluss darüber geben.

Ansonsten ist der Brief mit 2 Lei portorichtig frankiert:

Auslandsbrief bis 20g (Scrisori simple): 0,70 Lei
Einschreiben (Taxa de recomandare): 1,05 Lei
Luftpostzuschlag für die Schweiz: ~ 0,25 Lei

Ich habe nicht zufällig "~ 0,25 Lei" geschrieben, denn so steht es im Band 2 von Calin Marinescu auf Seite 155. In seinem Vorwort schreibt er selbst, dass er nicht alle amtlichen Verfügungen vorliegen hatten und einige Tarife aufgrund von Belegen eingeschätzt wurden. Daraus könnte man ableiten, dass die meisten Luftpostsendungen in die Schweiz in der Portoperiode 1.9.1954 - ...11.1955 einen Zuschlag von 0,25 Lei trugen. Wie man sieht bestand auch bei dem genauen Tag im November Unsicherheit. In der nachfolgenden Portoperiode bis zum 31.8.1957 sind dann 0,25 Lei als fester Wert angegeben.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 27.09.2017 13:41:28 Gelesen: 84058# 188 @  
@ Michael Mallien [#187]

Lieber Michael,

ich habe mich in der Tat auch schon gewundert über ähnliche Datumangaben, z.B. "90.3" bei Ausgaben der 14. Ausgabe (Ährenausgabe). Das muss dann gelesen werden als 1903 (Jahresangabe).

Dass die Tausenderzahl in Rumänien des öfteren weggelassen wird, ist mir auch aufgefallen. Dies galt bereits im XIX. Jahrhundert, ist also 1954 schon "lange geübte Praxis".

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 29.09.2017 13:57:08 Gelesen: 83924# 189 @  
@ Heinz 7 [#188]

Lieber Heinz,

okay, dann ist das also bekannt. Danke für die Info.

Ich habe wieder mal einen Beleg aus der Inflationszeit. Der Brief ging am 30.11.1992 nach Wiesbaden und ist portorichtig mit 55 Lei frankiert.



Die Besonderheit liegt darin, dass tags darauf, am 1.12.1992 eine neue Portoperiode begann und der einfache Auslandsbrief dann 90 Lei gekosstet hätte.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 29.09.2017 20:39:40 Gelesen: 83896# 190 @  
@ Michael Mallien [#189]

Sozusagen ein Letzttagbrief einer Portoperiode. Oh, wie gerne lese und bestaune ich, was das moderne Rumänien (1992 war 3 Jahre nach der Revolution) so hervorbringt.

Bekam heute ein Einschreiben, freigemacht mit einer Marke aus 2016 zu 16 Lei, die den Nationalpark CEAHLAU in den Karpaten vorstellt, schöner Doppel-Abschlag von SUCEAVA (22.09.2017). Suceava liegt in der historischen Region Bukowina am nordwestlichen Rand des historischen Gebietes der Moldau. In einer ihrer Kirchen wurden Woiwoden der Moldau gekrönt.

Liebe Grüße

10Parale

   
 
volkimal Am: 29.09.2017 21:52:20 Gelesen: 83887# 191 @  
Hallo zusammen,

Brief aus der Großstadt Brașov vom 18.03.1981:



Die Briefmarke wurde mit einem Maschinenstempel einer Sowjetische Tischstempelmaschine SchMN-2 entwertet.

Viele Grüße
Volkmar
 
Michael Mallien Am: 01.10.2017 13:53:34 Gelesen: 83785# 192 @  
@ 10Parale [#190]

Ich freue mich immer darüber, was ich alles zu sehen bekomme aus der modernen Bedarfspost. Dein Beleg ist auch sehr schön mit der für Auslandsbriefe/Einschreiben vorgesehenen Frankatur zu 16 Lei:

- Auslandsbrief bis 20g: 4 Lei
- EInschreibegebühr: 12 Lei

Und den schönen Stempeln natürlich!

Ich habe hier noch einen Brief, der nicht so schön aussieht, aber dennoch seinen Reiz hat. Der großformatige Brief (330 x 235 mm) ging am 6.2.1997 per Einschreiben nach Wiesbaden und ist mit 6.050 Lei frankiert. Das ist portorichtig für

Scrisori externe 51-100g: 3.500 Lei
Taxa de recomandare: 2.550 Lei



Der Reiz liegt für mich in der höheren Gewichtsstufe, dem 10er-Block der 500 Lei Marke und den handschriftlichen Hinweisen zu der Einschreibesendung. Das Einschreibevermerke handschriftlich sein können hatte mich schon immer etwas gewundert. Hier wird offensichtlich auf einen Vertrag mit der Post verwiesen:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 02.10.2017 10:32:30 Gelesen: 83747# 193 @  
Drucksachen per Einschreiben zu versenden ist in Rumänien nicht ungewöhnlich. Wenn aber eine höhere Gewichtsstufe versendet wird zu einer Zeit kurzer Portoperioden, frankiert mit Marken in vergleichsweise geringer Auflage, so entstehen interessante Belege, die es lohnen aufgehoben zu werden, auch wenn sie etwas unansehnlich sind.

Diese Drucksache/Einschreiben ging am 14.2.2001 von Cluj-Napoca nach Wiesbaden. Vermerkt ist ein Gewicht von 0,147 kg. Die Freimachung erfolgte mit 4 Exemplaren der MiNr. 5529. Dabei ein waagerechter 3er-Streifen aus der obereren rechten Bogenecke. Die Marke hat eine Auflage von 200.000 Stück. Ihren Nennwert von 11.300 Lei kann man fast übersehen, denn er befindet sich klein gedruckt an der rechten Seite der Marke. Die Gesamtfrankatur beläuft sich auf 45.200 Lei. Das ist geringfügig mehr, als die erforderlichen 45.000 Lei:

Auslands-Drucksache (Imprimate externe) 101-250g: 23.000 Lei
Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 22.000 Lei



Zunächst dachte ich einen weiteren Block Rumäniens zeigen zu können, aufgrund der Rückseite:



Doch es ist kein offiziell verzeichneter Block und der Aufkleber zeigt auch keinen EIndruck einer Nominalen. Na jedenfalls wurde er Zollamtlich abgefertigt. ;)

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 17.10.2017 20:39:16 Gelesen: 82992# 194 @  
@ Michael Mallien [#193]

Ein sehr interessanter Beleg. Solche Schmuck- bzw. Gedenkblätter habe ich auch schon gesehen. Der grüne Zollaufkleber passt darauf wie Faust auf Auge.

In Beitrag [#190] zeigte ich einen aktuellen Auslandsbrief, für den du, - danke dir sehr dafür -, in Beitrag [#192] das Porto erläutert hast.

Auslandsbrief bis 20 gramm: 4 Lei
Einschreibegebühr: 12 Lei
 

Heute habe ich vom selben Absender aus Suceava den selbigen Brief erhalten und stelle mit Erstaunen fest, dass der Brief nun insgesamt mit 16,50 Lei freigemacht wurde. Der Link https://www.posta-romana.ro/tarife.html führt mich leider nicht auf die richtige Spur.

Ich kann nur spekulieren, aber etwas ist teurer geworden.

Liebe Grüße

10Parale


 

StefanM Am: 18.10.2017 08:16:04 Gelesen: 82924# 195 @  
@ 10Parale [#194]

Ich habe auf der Webseite der rumänischen Post geschaut. Passen würde eine höhere Gewichtsstufe (21-50 g):



Gruß
Stefan
 
Heinz 7 Am: 12.11.2017 23:00:07 Gelesen: 81670# 196 @  
1957 wurde dieser hübsche Brief in die Schweiz geschickt. Er kostete 240 Lei, wobei 4 verschiedene 55 Bani-Marken zur Verwendung kamen.



Da vermutlich wieder zwei Zuschläge fällig waren (Einschreiben und Flugpost), wäre es wichtig, die "Komponenten"-Preise zu kennen. Leider ist dazu im (alten) Büchlein Marinescu (1993) nichts zu finden, obwohl der Titel lautet (Evolutia tarifelor ... 1852-1992). Ich werde also auch die grosse Neuausgabe zu Rate ziehen müssen.

Leider habe ich das Buch noch nicht.

Kennt jemand eine günstige Bezugsquelle?

Heinz
 
Zinnenstadt Am: 13.11.2017 08:35:20 Gelesen: 81632# 197 @  
Nach heutiger Planung werde ich in der ersten Dezemberhälfte in Bukarest sein und eventuell Calin Marinescu treffen. Gerne bringe ich das gewünschte Buch mit, sofern es noch verfügbar ist. Ich bräuchte dazu exakte Titelangabe und Adresse, an welches das Buch geschickt werden soll. Den von Herrn Marinescu geforderten Buchpreis und Versandkosten teile ich nach Versand per eMail mit - verbunden mit meiner Kontoverbindung.

Besten Gruß,
Zinnenstadt
 
10Parale Am: 13.11.2017 19:06:25 Gelesen: 81597# 198 @  
Lieber Heinz,

dein Brief aus [#196] mit 2,40 Lei hat mich nun auch ins Grübeln gebracht.

Nun möchte ich deine zweite Frage zuerst beantworten. Ich schaue sehr oft bei philabooks vorbei (http://www.philabooks.com ). Dort habe ich die 2 Bände von Marinescu her.

Das Schreiben muss mehr als 20 gramm gehabt haben, so dass ich folgendes ausrechnen kann:

Brief 2. Gewichtsstufe in der Portoperiode vom 1. September 1954 bis 31. August 1957:

- 0,70 Lei zzgl 0,45 Lei für Gewichtszuschlag: 1,15 Lei
- 1,05 Lei für das Einschreiben
- 0,20 Lei günstiger Luftpostzuschlag
 

insgesamt: 2,40 Lei

Michael Mallien mag mich korrigieren, wie bei den Lottozahlen ohne Gewähr.

Quelle: Marinescu Vol. 2 Seite 116 und Seite 154

Liebe Grüße

10Parale
 

Heinz 7 Am: 13.11.2017 20:12:39 Gelesen: 81584# 199 @  
@ Zinnenstadt [#197]
@ 10Parale [#198]

Liebe Kollegen,

vielen Dank für Eure Beiträge. Bei Philabooks sind die zwei Bände wirklich recht günstig zu haben (Euro 54.50). Gerne erwarte ich aber das Angebot von Marinescu (direkt). Wenn "Zinnenstadt" das für mich erfragen kann, ist das sehr nett.



Marinescu, Calin: Tarifele, Taxele si Gratuitatile Postale in Romania 1841-2008, 2008, Hdb. der rum. Posttarife 1841-2008 in 2 Bänden, 320 S./ 388 S.,

Es eilt nicht.

Zu den aufgeschlüsselten Leu 2.40 (Beitrag 196+198) sage ich anerkennend "Danke".

Heinz
 
Michael Mallien Am: 14.11.2017 19:56:24 Gelesen: 81518# 200 @  
@ 10Parale [#198]
@ Heinz 7 [#196][#199]

Liebe Freunde,

ich habe meine Bände über Philabooks erworben zu dem oben genannten Preis.

Bei der Bestimmung des Portos zu Heinz' würde ich Dir folgen 10Parale. Eine Besonderheit besteht darin, dass bei Marinescu offensichtlich Unsicherheit über den Luftpostzuschlag bestand, denn in der Tabelle ist zur fraglichen Tarifperiode ~0,25 angegeben. Derartige Angaben finden sich gelegentlich in den Tabellen. Marinescu schreibt selbst, dass er nicht über lückenlose Quellen verfügt. Vielmehr wurden Tarife einiger Portoperioden und Versendungsarten auf Basis von gesichtetem Material ermittelt.

Sollte es in ein paar Jahren zu einer weiteren Auflage seines Werks kommen, so können wir damit rechnen, dass neue Forschungsergebnisse dort ihren Niederschlag gefunden haben werden. Das war ja auch schon der Fall zwischen der Auflage von 1993 und 2008.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 02.12.2017 13:59:01 Gelesen: 80418# 201 @  
Am 18.12.1970 wurde dieser Brief von Magurele nach Johannesburg, Südafrika gesendet. Die Freimachung betrug 5,40 Lei und wurde beidseitig angebracht. Der Brief ist portogerecht frankiert:

Auslandsbrief / Scrisori externe 20g: 2,40 Lei
Luftpostzuschlag / Suprataxe "prin avion" Zona III (Africa): 3 Lei



Auffällig ist der Stempel aus Johannesburg. Er datiert auf den 14.4.1971. Es sieht so aus, als wäre der Brief fast vier Monate unterwegs gewesen!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 06.12.2017 21:19:35 Gelesen: 80135# 202 @  
Ich wende mich nun wieder der Inflationszeit zu der Jahre 1991 bis 2005 und zwar im speziellen den Inlandsbelegen.

Folgend meiner Aufstellung in Beitrag [#179] kann ich heute einen portorichtig frankierten Beleg aus der Portoperiode vom 15.10.2001 bis 14.03.2002 (PP 32) zeigen. Es handelt sich um ein einfaches Einschreiben im Ortsverkehr zu 5.500 Lei:

Scrisori simple 20g: 2.500 Lei
Taxa de recomandare: 3.000 Lei



Der Brief im A5-Format wirkt außerordentlich "unaufgeräumt". Tatsächlich aber handelt es sich um den Brief einer Bank, nämlich der BANCA COMERCIALA ROMANA, Filiale Cluj, wie oben links vermerkt ist.

Sehr schön finde ich die verklebte MiNr. 5601 Springreiten, mit schönem Vollstempel und als Eckrandstück.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 08.12.2017 11:49:42 Gelesen: 80115# 203 @  
Heute kann ich einen Ortsbrief/Einschreiben vom 16.1.1992 zeigen. Er stammt aus der Frühphase der Inflation, nämlich aus der Portoperiode vom 10.10.1991 bis 9.3.1992 (PP 3); vgl. Liste in [#179]. Der Brief ist mit 15 Lei portorichtig frankiert:

Scrisori "loco" 20g (Ortsbrief): 5 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 10 Lei



Schön finde ich die Ortsbezeichnung Loco unten auf dem Brief, was bei uns dem früher üblichen Hier entspricht.

Auf der Rückseite befindet sich noch ein weiterer BUCURESTI-Stempel, den ich euch nicht vorenthalten möchte:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 09.12.2017 17:48:40 Gelesen: 80080# 204 @  
Die Portoperiode vom 4.6. bis zum 1.7.1993 (PP 6) ist mit 28 Tagen die zweitkürzeste Periode und ich musste schon etwas suchen, bis ich einen Inlandsbeleg aus dieser Zeit auftreiben konnte. Es handelt sich dabei um ein Einschreiben-Fernbrief aus Anfang Juni, also zu Beginn der PP 6. Und hier ist das Problem mit dem Beleg: das Datum lässt sich nicht sicher identifizieren. Allerdings trägt der Beleg rückseitig einen Ankunftsstempel vom 9.6.1993. Dies zusammen mit der korrekten Frankatur in Höhe von 65 Lei lässt mich annehmen, dass der Brief in PP 6 gelaufen ist.

Scrisori "alte loco" 20g (Fernbrief): 25 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 40 Lei



Manch einer mag sich wundern über die "sparsame" Anschrift und den handschriftlichen Einschreibevermerk. Das ist leicht erklärt, denn es handelt sich bei dem Brief um die Post einer großen rumänischen Bank der C.E.C. Ich zitiere dazu aus Wikipedia:

Die CEC Bank (ursprünglich: Casa de Economii şi Consemnaţiuni, Spar- und Überweisungskasse) ist die älteste noch existierende Bank in Rumänien. Ihre Geschichte geht zurück bis auf das Jahr 1864. Heute ist sie die einzige noch im Staatsbesitz befindliche Großbank des Landes. [1]

Die Filialen der Bank tauschten vermutlich wichtige Schriftstücke per Post aus, deshalb per Einschreiben.

Handschriftliche EInschreibevermerke gibt es in Rumänien Bei Vertragskunden, was die CEC sicherlich war bzw. noch ist.

Zur Illustration der Post der CEC habe ich hier noch ein weiteres EInschreiben, das ebenfalls an die Filiale in Cluj ging: Einschreiben vom 22.12.1993 aus der Portoperiode 1.11.1993 bis 31.3.1994 (PP 8), frei gemacht mit 115 Lei:

Scrisori "alte loco" 20g (Fernbrief): 45 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 70 Lei



Viele Grüße
Michael

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/CEC_Bank
 
Heinz 7 Am: 09.12.2017 18:52:40 Gelesen: 80073# 205 @  
@ Michael Mallien [#202]

Du zeigst uns schöne Infla-Belege! Danke!

Ich habe den Wert zu 15'000 Lei der Inflation vor 70 Jahren schon gezeigt. Aber heute kann ich einen Beleg zeigen, der mir auch sehr gut gefällt.



Von vorne sehen wir nichts Besonderes. Ein Brief von ? (Rumänien) nach Hagen / Westfalen (Britische Zone). Der Brief wurde zensuriert. Davon zeugt der schöne Zensurstempel und das Verschluss-Klebeband am linken Rand.

Aber die Rückseite macht das Ganze zu einem wirklich schönen Beleg.



Der Brief wurde abgesandt von Agnetheln (rumänisch: Agnita), ca. 30 Kilometer nordöstlich von Sibiu. Die Frankatur war hoch: 15'000 Lei: 25 Marken à 600 Lei ergaben den erforderlichen Betrag.

Agnetheln wurde 1180 von Deutschen gegründet, der ungarische König hatte dannzumal die "Siebenbürger Sachsen" ins Land gerufen, um die damals weitgehend unbewohnten Gegenden unter seine Kontrolle zu bringen.

1947 ging es der deutschstämmigen Bevölkerung in Agnita nicht gut. Bereits 1919 (als Siebenbürgen nach dem 1. WK an Rumänien fiel) verlor die deutsche Mehrheit viele Rechte, und nach dem zweiten Weltkrieg wurde es noch schlimmer. Ein trauriges Kapitel der europäischen Geschichte.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 10.12.2017 12:00:14 Gelesen: 80047# 206 @  
@ Heinz 7 [#205]

Lieber Heinz,

es freut mich, wieder etwas von Dir in dieses Thema zu lesen! Ein schönes Stück hast Du uns gezeigt. Ich gratuliere Dir zu dem Beleg. Stutzen ließ mich der Zensurstempel. Das lag an der 2013, die ich im ersten Moment mit einer Jahreszahl gleich setzte. Das passt natürlich gar nicht, aber kennst Du oder jemand anderes die Bedeutung dieser Zahl?

Wunderschön an dem Beleg ist auch, dass es sich um eine reine Mehrfachfrankatur handelt. Solche Frankaturen finde ich immer sehr reizvoll. Und daran möchte ich anknüpfen, nämlich mit einer Mehrfachfrankatur aus modernerer Zeit, genauer gesagt aus dem Januar 1995.

Es ist ein Einschreiben-Ortsbrief innerhalb von Cluj-Napoca vom 10.1.1995. Das Datum fällt in die Portoperiode vom 1.4.1994 bis 30.6.1995 (PP 9) für Inlandspost. Die Frankatur beträgt 120 Lei. Verwendet wurden 4 Exemplare der MiNr. 4706 zu 30 Lei aus der Freimarkenserie Hotels und Herbergen.

Scrisori "loco" 20g (Ortsbrief): 30 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 90 Lei



Etwas rätselhaft ist der Beleg für mich hinsichtlich weiterer Merkmale, als da wären:

- Warum ist die Vorderseite "durchgestrichen"?
- Haben die rückseitigen Vermerke eine Bedeutung für den Posttransport oder sind es vielleicht einfach nur nachträglich aufgebrachte Notizen?
- Was bedeutet der rückseitige lilafarbene Stempel?



Ich lese auf dem lilafarbenen Stempel Ministerul ... und könnte mir bei allen zusätzlichen Merkmalen des Beleges vorstellen, dass es sich um eine administrative Angelegenheit handelte, deren Bearbeitung teils auf dem Umschlag dokumentiert wurde. Leider bin ich der rumänischen Sprache nicht mächtig, aber vielleicht kann jemand von euch helfen?

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 13.12.2017 20:54:21 Gelesen: 79927# 207 @  
In Beitrag [#145] stellte ich die Dienste Prioripost und Ultrapost vor. Nun liegt mir ein erster Beleg des Dienstes Prioripost vom 7.1.2000 vor. Leider trägt der Beleg keinen Frankaturvermerk:



Der Brief trägt einen Stempel der ROMTELECOM, des seinerzeit noch staatlichen Betreibers für Telekommunikationsdienste. Möglicherweise war der Beleg deshalb gar portofrei? Ich weiß es nicht. Der reguläre Tarif für einen Brief mit dem Dienst Prioripost bis 100g hätte zu der Zeit 7.500 Lei betragen.

Im Vergleich dazu die Tarife für Inlandsbriefe:

bis 20 g: 1.500 Lei
21- 50 g: 2.100 Lei
51-100 g: 2.700 Lei

Hinzuzurechnen wäre der Zuschlag für einen Eilbrief mit 1.100 Lei.

Damit war der Dienst Prioripost deutlich teurer als ein Eilbrief und wurde vielleicht auch deshalb nur wenig genutzt?! Ich schließe auf Letzteres, weil ich wirklich suchen musste, um auch nur einen Beleg aufzutreiben!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 15.12.2017 12:33:39 Gelesen: 79897# 208 @  
Heute gehe ich zurück in das Jahr 1952 mit einem, in mehrfacher Hinsicht sehr interessanten Beleg.

Bei dem Beleg handelt es sich um ein Einschreiben. Es ging am 8.8.1952 von Bukarest nach Johannesburg, Südafrika. Es wurde ein Sonderstempel verwendet zu den 4. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Bukarest 1953.

Die Freimachung erfolgte mit Werten aus der 1952 ausgegebenen Freimarkenserie Staatswappen zu insgesamt 3,28 Lei. Verwendet wurden 1x der Wert zu 3 Lei (MiNr. 1383) und 4x der Wert zu 7 Bani (MiNr. 1372). Mich wundern die Zuklebungen der 7-Bani-Marken, denn 3 Lei wäre meiner Meinung nach portorichtig gewesen:

Auslandsbrief bis 20g: 1,10 Lei
Einschreibegebühr: 1,90 Lei

Für die nächste Gewichtsstufe wären 0,65 Lei zusätzlich erforderlich gewesen, also kommt das nicht infrage.



Obwohl der Brief per Einschreiben versendet wurde, scheute der Versender offensichtlich die zusätzlichen Kosten für den Luftpostzuschlag. Der wäre auch erheblich gewesen mit zusätzlichen 4,25 Lei. Dafür sind auf dem Beleg Stationen der Beförderung ersichtlich, wie der vorderseitige arabische Stempel und der rückseitige Stempel aus Kairo vom 21.8.1952.



Vorderseitig fällt ein Rotstiftvermerk 1/931 auf, für den ich keine Erklärung habe.

Offensichtlich hatte jemand die Frankatur bereits einmal ausgeschnitten. Die Reparatur mit einem Klebestreifen ist leider nicht sehr schön.

Viele Grüße
Michael
 
nor 42 Am: 15.12.2017 17:44:15 Gelesen: 79878# 209 @  
@ Michael Mallien [#206]

1. Vorderseite durchgestrichen, weil Brief zurückgeschickt - siehe Eintrag "Retur"

2. Eintragungen des Briefzustellers - wie oft er versucht hat das Schreiben zu übergeben bzw. den Adressant benachrichtigt

3. Ganz normaler Stempel einer staatlichen Einrichtung (hier Schule) als Absenderangabe aufgeschlagen.

Nor 42
 
Michael Mallien Am: 16.12.2017 11:01:27 Gelesen: 79776# 210 @  
@ nor 42 [#209]

Hallo Norbert,

herzlichen Dank für die Infos! Den Eintrag "Retur" hatte ich glatt übersehen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.12.2017 11:30:13 Gelesen: 79533# 211 @  
Dieser Beleg gefällt mir in seiner Schlichtheit in mehrfacher Hinsicht besonders gut:



Zunächst einmal, passend zur Adventszeit, ging der Brief am 17.12.2002 auf die Reise und ist u.a. mit der MiNr. 5698 Weihnachtsmänner beim Verteilen der Geschenke frankiert.



Auffällig ist die, auch für die Portoperiode vom 1.10.2002 bis 14.10.2003 (PP 35) recht hohe Frankatur von insgesamt 13.000 Lei. Sie erklärt sich durch den unscheinbaren AR-Vermerk, denn es handelt sich um ein Inland-Einschreiben per Rückschein.



Der Beleg ist portorichtig frankiert mit:

- Inlandsbrief (Scrisori simple 20g): 3.000 Lei
- Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 5.000 Lei
- Rückscheingebühr (Taxa adevirere de primire: 5.000 Lei

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 21.12.2017 12:03:08 Gelesen: 79486# 212 @  
Für heute habe ich mir diesen Beleg aufbewahrt vom 21.12.2003. Der Inlandsbrief fällt in die Portoperiode vom 3.11.2003 bis 31.7.2004 (PP 37) und ist mit 4.000 Lei protorichtig frankiert:



Es handelt sich gar um einen Ortsbrief, doch das macht sich im Tarfi nicht bemerkbar, denn die Unterscheidung in Orts- und Fernbrief wurde zum 21.6.1999 abgeschafft.

Der Stempel fällt durch die kopfstehende Uhrzeit auf:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.12.2017 11:25:17 Gelesen: 79453# 213 @  
Heute habe ich wieder einen schlichten Beleg aus der Portoperiode vom 18.3.1996 bis 2.3.1997 (PP 11). Es ist ein Ortsbrief innerhalb von Cluj Napoca, frei gemacht mit der MiNr. 4986 aus der Freimarkenserie Bäume zu 70 Lei.



Das Motiv der Marke Lärche, ein Nadelbaum, passt "fast" zur Adventszeit, doch werden wir Lärchen niemals als Weihnachtsbaum sehen, da sie ja ihre Nadeln im Winter abwerfen.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 31.01.2018 23:07:14 Gelesen: 70854# 214 @  
Wir wollen auch im Jahr 2018 dieses schöne Thema fortführen!

Am 25.1.1948 gab es die erste Briefmarkenserie der neuen Volksrepublik Rumänien (Michel Nr. 1093). Die Freimarkenserie König Michael I. (Mi 1066-1076) erhielt einen Überdruck "R.P.R."(März 1948: Michel Nr. 1106-1116).

Briefe mit diesen neuen Freimarken sind gar nicht so einfach zu finden. Anbei ein Poststück (Postkarte), vermutlich vom 8.6.1948, mit einer interessanten Frankatur:



2 x 3 Lei, Michel Nr. 1109, dazu eine Gedenkmarke (zur Neuen Verfassung!) Mi. 1119 und eine Zuschlagsmarke I.O.V.R. (= Invalizi, Orfani, Vaduve de Razboi; = Invaliden- Witwen- und Waisensteuer für die Kriegsgeschädigten), Zwangszuschlagsmarke Nr. 38.

Warum die zwei zusätzlich verklebten Marken nicht gestempelt wurden, weiss ich nicht.

Die Karte ist wohl von einem/r deutschen Kriegsgefangenen an seine/ihre Familie in Apolda (Thüringen) geschrieben worden. Er/sie schreibt u.a. "Es sind viele Gefangene gekommen" (...) "Wir sind so weit gesund u es vergeht ein Tag nach dem anderen, eintönig mit viel Arbeit. (...). Die Felder sind aber sehr schön. Nur Obst wird keines. Die Blüte ist alles erfroren."

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.03.2018 16:09:36 Gelesen: 67005# 215 @  
Meine Hauptsammlung liegt ja bei Rumänien 1800-1910. Aber bei schönen Belegen der Jahre danach will ich oft auch nicht "nein" sagen, wenn mir ein solcher Beleg begegnet, so wie heute wieder.

1958 wurde ein Brief von Bukarest eingeschrieben mit Flugpost und als Eilsendung versandt. Das kostete die exorbitante Gebühr von 6 Lei 20 Bani. Aufgrund der Tariftabelle müsste das zu verifizieren sein (noch nicht geschafft).



Frankiert wurde dieser Brief mit den Nummern Mi. 1687+1688+1691+1692 (= Flugpostmarke) der Serie 1957 "Tierwelt des Donaudeltas". Ergänzt wurden diese Marken mit einer Gedenkmarke an den Held der Weltraumfahrt (die arme Hündin) Laika (Michel Nr. 1685).

Der Brief wurde am 4.3.1958 aufgegeben und erhielt am 8.3.1958 den Ankunftsstempel von Biel (Spezialstempel: "EILZUSTELLUNG").

Die vielen Gedenkmarken dieser Zeit auf bedarfsrichtigen Briefen zusammen zu tragen, ist eine schwierige Aufgabe!

Heinz
 
Michael Mallien Am: 18.03.2018 20:35:48 Gelesen: 66985# 216 @  
@ Heinz 7 [#215]

Lieber Heinz,

ich verifiziere: Es gelten die Tarife vom 1.9.1957.

Scrisori simple 20 g externe: 1,30 Lei
Taxa de recomandare (Einschreiben): 2,00 Lei
Taxa expres (Eilsendung): 2,50
Suprataxe "prin avion" in die Schweiz: 040 Lei

Macht genau 6,20 Lei. Ich gratuliere Dir zu diesem schönen Beleg.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 21.05.2018 07:00:45 Gelesen: 63702# 217 @  
Polsterumschlag mit Stempel BUCURESTI vom 22.1.1971, adressiert nach Dublin, Irland. Die Freimachung erfolgte mit Werten aus der Serie Schmetterlinge zu insgesamt 2,35 Lei.

Das Porto passt nicht ganz, denn ein einfacher Auslandsbrief Brief kostete in der Tarifperiode 2,40 Lei.



Mir kommt der Beleg seltsam vor, denn:

- er trägt einen deutschsprachigen Aufkleber
- er sieht eben nicht nach einem einfachen Brief aus, womit das Porto noch fraglicher wäre
- keine Stempelteile auf dem Umschlag

Aber die Frankatur mit den Randstücken gefällt mir gut.

Viele Grüße
Michael
 
Franz-Karl Lindner Am: 21.05.2018 13:22:06 Gelesen: 63636# 218 @  
Hallo zusammen,

die Abbildungen zeigen 2 Blindensendungen:

1. Auslands-Blindenbrief aus Bukarest vom 27.01.1973 nach Laatzen/Deutschland frankiert mit 4,50 Lei

2. Auslands-Blindenbrief aus Bukarest vom 17.04.1973 nach Laatzen/Deutschland frankiert mit 4,55 Lei

Laut meinen Unterlagen waren Blindenbriefe seit dem 1.4.1959 bis 7 kg portofrei. Habe daher bis heute noch nicht herausgefunden, wie die Proti der gezeigten Briefe zustande gekommen sind. Oder gab es eine Gebührenpflicht für Blindenbriefe ins Ausland? Oder handelt es sich hier um eine Zusatzgebühr für eine Luftpostbeförderung? Normales Briefporto scheint es aber auch nicht zu sein.

Wer kann helfen? Danke!

Franz-Karl


 
Heinz 7 Am: 21.05.2018 17:51:30 Gelesen: 63607# 219 @  
@ Michael Mallien [#216]
@ Michael Mallien [#217]

Lieber Michael,

danke für die Bestätigung des Portos!

Bei Deinem Beleg macht mir der deutsche Adresskleber kein "Bauchweh", denn vermutlich hat der reisende Absender diese Etiketten von Deutschland mitgenommen, damit er seine Sendung aus Rumänien nach Irland schicken kann. Ich denke nicht, dass die Sendung Bukarest - Dublin von 1971 irgendwie gefälscht / montiert ist. Der Absender war vermutlich aus Deutschland; er scheint jedenfalls deutschsprachig gewesen zu sein (Hinweis: handschriftlicher Vermerk: "neue Adresse").

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Michael Mallien Am: 22.05.2018 21:38:53 Gelesen: 63446# 220 @  
@ Franz-Karl Lindner [#218]

Hallo Franz-Karl,

in dem Werk von Calin Marinescu konnte ich leider auch keine befriedigende Antwort finden. Das Stichwort Nevazatorilor (Blindensendung lt. Google-Übersetzer) habe ich gar nicht gefunden.

Ein Luftpostzuschlag dürfte nicht infrage kommen, denn es wäre auf der Sendung ausgewiesen, wenn diese als Luftpost aufgegeben worden wäre. Folgende Auslandsbrieftarife (Europa) galten 1973:

0-20 g: 2,75 Lei
21-100 g: 6,40 Lei

Die einzige Zusatzleistung, die in die Nähe der Porti kommt ist die Rückscheingebühr in Höhe von 4,60 Lei.

Die oben aufgeführten Auslandstarife befinden sich in den Tabellen mit der Überschrift " Tarife si postale externe". Es gibt noch weitere Tabellen mit der Überschrift " Tarife externe SPEC.". Ich habe noch nicht heraus gefunden, was das bedeutet. In diesen Tabellen finde ich folgende Auslandsbrieftarife:

0-20 g: 2,10 Lei
21-100 g: 4,80 Lei

Es handelt sich also um reduzierte Tarife. Aber auch hier passt keine der Portostufen.

Es tut mir leid, dass ich nicht wirklich weiterhelfen konnte.

Viele Grüße
Michael
 
Franz-Karl Lindner Am: 22.05.2018 22:52:32 Gelesen: 63436# 221 @  
Hallo Michael,

vielen Dank für Deine Antwort. Die Frankatur bleibt also ein Rätsel.

Wobei ich schon so oft gesehen habe, dass viele Postler, besonders in den dörflichen Gegenden, gar nicht wussten, wie der Tarif für Blindensendungen war. Auch den Blinden selbst war hier oft nichts bekannt. Ich vermute also, dass der Absender einfach das aufgeklebt hat, was ihm gerade - im wahrsten Sinne des Wortes - unter die Finger gekommen ist. So kommen dann solche Frankaturen zustande.

Also, vermuten wir das einmal so. Trotzdem bleiben diese beiden Briefe Blindenbriefe, da sie komplett in Blindenschrift geschrieben wurden. Finde sie großartig!

Nochmals danke und Gruß
Franz-Karl
 
Michael Mallien Am: 05.09.2018 18:07:02 Gelesen: 53010# 222 @  
Aus der Portoperiode 10 für Auslandspost während der Inflationszeit 1991-2006 stammt dieser Brief vom 3.10.1996.

Verwendet wurde ein Ganzsachenumschlag wohl aus dem gleichen Jahr. Die Wertstufe trägt eine Nominale von 150 Lei, die für Fernbriefe im Inland vorgesehen war. Doch der Brief ging nach Gries in Frankreich und musste deshalb auffrankiert werden. Die Gesamtfrankatur summiert sich auf 1.550 Lei, was fast portorichtig ist:

Auslandsbrief bis 20g (Europa): 1.500 Lei
Luftpostzuschlag: 50 Lei



Mit gefällt besonders der schöne Stempel aus Botosani.

Zu den Marken lässt sich noch folgendes sagen: Vorderseitig befinden sich 5 Exemplare der MiNr. 4884 und rückseitig die MiNr. 4909. Beide Werte wurden erstmalig 1993 aufgelegt (X = ohne Wasserzeichen) und 1995 erneut, aber mit Wz. 12 (Y). Leider konnte ich bei den aufgeklebten Marken nicht erkennen um welche Variante es sich handelt.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 24.09.2018 22:43:01 Gelesen: 51892# 223 @  
@ 10Parale [#91]
@ Heinz 7 [#93]

Nach der bösen Inflation in den Nachkriegsjahren 1945-1947 wurde der Leu abgewertet um den Faktor 1: 20'000 (15.8.1947). 10 Parale hat uns einen Brief gezeigt, der mit 36 neuen Lei freigemacht wurde (Einschreiben). Ich war zum Glück in der Lage einen ähnlichen Brief zu zeigen.

Mein nun anbei gezeigter Brief ebenfalls in die Schweiz gibt mir nun aber ein Rätsel auf. Warum war er mit 26 Lei frankiert?



Ob der Brief mit Luftpost befördert wurde, ist nicht festzustellen; wohl eher nein, denn sonst hätten wir eine Taxe von 31 Lei erwartet:

15 Lei: Einfacher Brief, 20 Gramm
16 Lei: Suprataxele postale Aerienne externe (Elvetia).

Leider hat der Brief rückseitig keinen Ankunftsstempel, der uns mehr über den Transport in die Schweiz verrät. Trotzdem ein netter Brief mit seiner Dreifarbenfrankatur.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.09.2018 23:22:56 Gelesen: 51886# 224 @  
@ volkimal [#5]

Volkmar hat uns einen interessanten Brief gezeigt:

"Die beiden Briefe vom 13.1.48 und 24.2.48 dokumentieren sehr schön den Übergang von der Monarchie zur Volksrepublik, die sich mit dem Jahreswechsel 1947/48 vollzog"

Ich habe nun auch einen Brief von 1948 gefunden, der sehr gut dazu passt und der mir sehr gefällt:



15 Lei Porto (für einfacher Brief, i.O.)
die I.O.V.R.-Marke (1 Leu) war eine Zusatzabgabe.

Sehr schön ist nun aber die Mischfrankatur
1947: "Freimarke König Michael I. und Landesansichten": 2 x 2 Lei (Michel Nr. 1068)
plus
März 1948: Überdruck-Marke "Volksrepublik" (R.P.R.): 5 Lei (Michel Nr. 1110),
dazu die Jubiläumsmarke "75 Jahre rumänische Staatsdruckerei" (Michel Nr. 1094).

Solche Mischfrankaturen aus zwei Epochen (Königreich / Volksrepublik) sind immer reizvoll, finde ich.

Der Brief ging nach Deutschland (russische Zone).

Heinz
 
Michael Mallien Am: 25.09.2018 21:53:59 Gelesen: 51842# 225 @  
@ Heinz 7 [#223]

Lieber Heinz,

das ist ein sehr interessanter Beleg aufgrund des Datums der Stempelung, denn er fiel in den sehr kurzen Zeitraum, in dem der Tarif von 15 Lei noch nicht überall korrekt übermittelt worden war!

Calin Marinescu nennt zwei Besonderheiten zum Beginn der Portoperiode nach der Inflationszeit für den Auslandsbrief:

Zum Beginn der Portoperiode merkt er an: "S-au pus in aplicare pe data de 21 sau 22 august 1947".

Das heißt übersetzt: "Sie wurden am 21. oder 22. August 1947 durchgeführt". Somit ist der Beginn nicht genau bekannt, was allerdings für deinen Beleg keine Rolle spielt, da er am 26.8.1947 gestempelt wurde.

Zu dem Tarif von 15 Lei für den einfachen Auslandsbrief schreibt er: "Pentru cateva zile, cel mult pana la 29 august 1947, tariful a fost de 14 Lei dintr-o eroare de comunicare"

Der Google-Übersetzer sagt mir dazu: " Für einige Tage, höchstens bis zum 29. August 1947, betrug der Tarif 14 Lei aufgrund eines Kommunikationsfehlers".

Das bringt uns jedoch noch nicht auf die 26 Lei des Briefes, denn selbst in der Gewichtsstufe von 21-40g wären nur 14 + 8 = 22 Lei erforderlich gewesen und für die Gewichtsstufe von 41-60g schon 14 + 8 + 8 = 30 Lei.

Aber wer weiß, vielleicht waren die 8 Lei pro zusätzliche 20g auch falsch übermittelt worden?! Dazu schreibt Marinescu jedoch nichts.

Es wäre sicher interessant weitere Belege aus der Zeit vom 21. bis zum 29.8.1947 zu sichten, um die Aussagen von Marinescu zu überprüfen.

Im übrigen würde ich auch davon ausgehen, dass der Brief nicht per Luftpost transportiert wurde.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 25.09.2018 22:16:23 Gelesen: 51838# 226 @  
@ Michael Mallien [#225]

Danke für Deine Recherchen und Überlegungen. Vielleicht war der Brief auch einfach überfrankiert, weil der Sender dem Briefmarkenhändler eine schöne Buntfrankatur übermitteln wollte?

Die Tarifstufe "15 Leu" ist danach einfach nachzuweisen, ich habe noch weitere Briefe mit dieser Nominale. Anbei ein hübscher Brief nach Deutschland.



Noch besser als die schön geschriebene Adress-Seite gefällt uns Sammlern die Rückseite:



Michel Nrn. 1112 (Volksrepublik 1948!) und 1066 (Königreich 1947) als Sechserblock wurden hier verklebt. Dazu auch wieder die I.O.V.R.-Marke (1 Leu).

Heinz
 
Michael Mallien Am: 26.09.2018 20:27:51 Gelesen: 51817# 227 @  
Heute wieder mal ein Beleg aus der heutigen Zeit:

Auslandseinschreiben vom 8.8.2017 aus Brasov, nach Bargteheide.

Die Frankatur beläuft sich auf 16,50 Lei. Verwendet wurde u.a. ein Viererblock der 4-Lei-Marke George Constantinescu aus 2016.

George Constantinescu war ein rumänischer Wissenschaftler, Ingenieur und Erfinder. Während seiner Karriere registrierte er über 130 Erfindungen. Er ist der Schöpfer der Theorie der Sonics, ein neuer Zweig der Kontinuumsmechanik, in dem er die Übertragung von mechanischer Energie durch Schwingungen beschreibt.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.10.2018 21:12:13 Gelesen: 50211# 228 @  
Brief vom 15.5.1967 aus Bukarest nach Wiesbaden, frei gemacht mit 1,60 Lei.



Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 30.10.2018 20:54:25 Gelesen: 49490# 229 @  
@ Michael Mallien [#228]

Gerne schau ich mir diese Briefe alle an, sie sind so schön.

Hier mal ein modernes, aktuelles Einschreiben, kostet ja schon 19 Lei.

Interessant die 15 Lei Marke aus dem Jahr 2018 aus dem Satz "Sammlungen in Rumänien" - Michel Nr. 7360.

Diese Marke bewertet der MOK mit 10,80 €.

Warum?

Noch eine Notiz am Rande:

Der Brief kommt aus Falticeni in der West-Moldau (Kreis SUCEAVA). Klassiksammler kennen die berühmten Stempel aus der Klassik-Zeit mit den Ochsenköpfen und den Marken der Vereinigten Fürstentümer und suchen heute händeringend nach schönen klassischen Belegen.

Heute wird die Post mit dem Stempel SUCEAVA 6 abgeschlagen. Aber warum sollte die rumänische Post auch den modernen Entwicklungen hinter her hinken?

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 31.10.2018 10:21:49 Gelesen: 49458# 230 @  
@ 10Parale [#229]

Ich freue mich besonders auch über Deine so ganz aktuellen Belege. Zeigen Sie doch die Verwendung rumänischer Marken in unserer digitalisierten Zeit.

19 Lei sind nach aktuellem Wechselkurs gut 4 Euro. In die andere Richtung entspräche das preislich einem Auslandseinschreiben als Kompaktbrief (bis 50g), der auch 4 Euro kosten würde. Gleiche Kosten bei deutlich unterschiedlichem Einkommensniveau.

Ich habe heute wieder einen Beleg aus den 1960er Jahren. Das Einschreiben vom 4.3.1965 ging von Bukarest nach Zürich in der Schweiz. Die Frankatur beläuft sich auf korrekte 3,20 Lei:

- Auslandsbrief bis 20g (Scrisori simple externe): 1,60 Lei
- Einschreibegebühr (Taxa de recommandare): 1,60 Lei



Ich vermute, dass die Vignette auf der Rückseite vom Versender ASOCIATA FILATELISTILOR din RPR stammt.



Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 22.11.2018 19:56:38 Gelesen: 47441# 231 @  
@ Michael Mallien [#230]

"Gleiche Kosten bei deutlich unterschiedlichem Einkommensniveau."

By the way, die oben gezeigte Vignette mit der 6-Spänner-Kutsche finde ich attraktiv und selten.

Ja, das ist der Punkt. In Rumänien (auch in der Tschechischen Republik beispielsweise) gibt es nicht nur im Postwesen, sondern auch im Lebensmittelsektor gleiche Kosten bei unterschiedlichem Einkommensniveau. Vielleicht sollte man diesen Satz einmal in der praktischen Auswirkung bedenken, wenn man von den Gründen der Migration spricht. Doch weg von der Politik, hin zur viel schöneren Philatelie.

Hier wieder ein aktuelles Einschreiben vom 15.11.2018, freigemacht mit einer 19 Lei Marke (Nicolae Titulescu war ein rumänischer Diplomat). Die Labels mit den digitalen Codes zeugen davon, dass der Postverkehr nun auch in die Welt der Computer Einzug gehalten hat.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 03.12.2018 19:50:36 Gelesen: 46464# 232 @  
@ 10Parale [#231]

Heute holte ich bei der Post dieses Einschreiben ab und ich ärgerte mich irrsinnig.

Ich sagte dem Angestellten, dass es kein Wunder ist, dass die Leute nicht mehr sammeln, wenn jeder 2. Brief kaputt ankommt.

Die zweite Marke von rechts wurde wohl von der Stempelmaschine mittig zerrissen (auf dem Bild habe ich sie schön zurechtgelegt, wie einer, der zum Fotografen muss).

Was wäre der Brief in 100 Jahren wert, wenn er einwandfrei wäre?

Ich zeige ihn dennoch, zeige ihn ohne Kommentar, weil es mir schwer fällt, dazu noch weitere Worte zu verlieren (frankaturgerecht entwertet)

Was nützen da die perfekten Abstempelungen von Jassy, der uralten Hauptstadt Rumäniens.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 10.12.2018 22:13:39 Gelesen: 45941# 233 @  
@ forum [#232]

in [#231] stellte ich einen schön frankierten Brief vor, leider war eine Marke so kaputt am Zielort angekommen, dass ich innerlich kochte.

Heute hat sich das Spiel wiederholt, aber immerhin eine Verbesserung, denn nur noch eine Marke (links unten, querstehend) ist leicht beschädigt angekommen.

Der Brief aus Jassy wurde portogerecht mit 19 Lei freigemacht. Oben links ein schöner Viererstreifen der Michel Nr. 7391 mit einer berühmten rumänischen Neurochirurgin: Sofia Ionescu-Ogrezeanu (1920-2008).

Noch mehr Berühmtheit erlangte Traian Vuia (1872-1950), ein Luftfahrtpionier, ein Abenteurer wie Charles Lindbergh oder, - sehen wir in die Vergangenheit -, wie Leonardo da Vinci, das italienische Multitalent.

Der Viererstreifen Michel Nr. 7391 und das waagrechte Paar der Michel Nr. 7397 (Bewertung Einzelmarke gestempelt MOK: 5,00 €), gepaart mti der 4-fachen Abstempelung K1 Jassy geben mir Hoffnung, dass unsere Ururenkel (oder Ururerben - falls man was zu verschenken hat) einmal die Faszination dieses Hobbies nachempfinden können.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 11.12.2018 22:42:52 Gelesen: 45879# 234 @  
@ 10Parale [#233]

Ich erhalte nur sehr selten Post aus Rumänien. Heute war es wieder einmal soweit. Im Gegensatz zu Dir hatte ich Glück: Marke und Abstempelung sind sauber und der Beleg darum schön.



Ich habe die Adresse wegretuschiert.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 17.12.2018 20:44:11 Gelesen: 45507# 235 @  
@ Heinz 7 [#205]

Ich habe vor einiger Zeit eine schöne Frankatur gezeigt, die das Inflations-Porto von 15'000 Lei ergab: 25 x 600 Lei.

Nun habe ich aber einen Brief gefunden, der sogar NOCH MEHR Marken trug, als der oben gezeigte!

Frau Teresa Wildmann sandte Herrn Wildmann ein Brieflein nach Wien/Österreich und musste dafür 15'000 Lei aufwenden. Offenbar hatte sie noch viele alte Marken mit tiefen Nominalen. Insgesamt verklebte sie 50 (fünfzig!) Marken:

10 x 20 Lei = 200 Lei
10 x 80 Lei = 800 Lei
10 x 200 Lei = 2000 Lei
20 x 600 Lei = 12000 Lei

200 Lei + 800 Lei + 2000 Lei + 12000 Lei = 15000 Lei.



Kurios und farbfroh!

Heinz
 
10Parale Am: 10.02.2019 22:40:15 Gelesen: 42421# 236 @  
Mich begeistert es stets, wenn Stempel und Marke meinen Briefkasten heil erreichen, so wie auf diesem mit 19 Lei freigemachten Einschreiben aus Falticeni.

Dass Falticeni (Wohnort des Absenders) sozusagen nicht mehr selbst firmiert, sondern SUCEAVA GHISEU 2 (Schalter 2) auf dem schönen Abschlag vom 15.1.2019 steht, trübt nur den Klassik-Fan, jedoch nicht dem Amateur.

Passt in mein neues Sammel-Gebiet VALABLY DEVALUED.


 
Wesi Am: 24.04.2019 01:38:55 Gelesen: 39365# 237 @  
Hier mal ein aktueller Brief vom 14.3.2019 innerhalb Rumäniens aus Galati nach Poiana Campina, sogar mit Ankunftsstempel.


 
nor 42 Am: 25.04.2019 20:35:20 Gelesen: 39284# 238 @  
@ 10Parale [#236]

Ich glaube, wir sollten etwas präziser in den Beschreibungen sein. Der Absender ist wohnhaft in FALTICENI, hat aber den Brief in SUCEAVA Rekommandiert aufgegeben, wo er wahrscheinlich auf Besuch oder Durchreise war.

Wie in der Philatelistischen Sprache üblich, hätte man den Brief als "Einschreiben aus Suceava" beschreiben sollen, denn dort wurde er bei der Post aufgegeben und nicht als "Einschreiben aus Falticeni". Bestimmt nur eine Kleinigkeit.

nor 42
 
10Parale Am: 26.04.2019 10:16:52 Gelesen: 39213# 239 @  
@ nor 42 [#238]

Was ich im 2. Satz meiner Ausführungen erwähnt habe.

Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich gerne an meinen Deutschlehrer in der Oberstufe. Ich weiß sehr wohl, dass es eine "philatelistische Sprache" gibt. Mediziner, Juristen und so mancherlei studiertes Volk spricht seine eigene Sprache, was es oft für den Laien mühsam macht, die Bulletins zu verstehen.

Man könnte jetzt darüber fabulieren (was meinem ehemaligen Deutschlehrer übrigens sehr viel Spaß bereitet hätte) inwiefern der Absender, der in Falticeni wohnte, nicht schon allein durch die Tatsache, dass er in Suceava auf Besuch oder Durchreise war, den Postlauf des Briefes über ca. 27 Kilometer gleichsam aus uns unbekannten Motiven mitgestaltete.

Nun, es geht hier nicht um die Aufklärung und Motiv-Suche nach einem Verbrechen, auch wenn der Philatelist manchmal akribisch wie ein Kriminalist auf Spurensuche geht. Es geht um das Hobby Philatelie. Insofern vielen Dank für den Hinweis, den ich so verstehen will, dass es wichtig ist, sich an die philatelistische Sprachordnung zu halten, die meines Erachtens aber eher einer mündlichen Tora gleicht als einer niedergeschriebenen Mischna.

Ich danke für den Hinweis, nor 42 und freue mich sehr, dass Sie die Beiträge stets präzisieren.

Zur geistigen Auflockerung zeige ich diese Bildpostkarte, in Brasvov, am 29.12.69 aufgegeben (meine Frau meint es ist das Jahr 1959 und sie besteht juristisch auf ihrem Standpunkt, obwohl ich ich zeigen konnte, dass die aufgeklebte Marke Michel Nr. 1880 Freimarke Alltagsleben (Kernreaktor) erst 1960 verausgabt wurde!).

Ich wiederhole, mein ehemaliger Deutschlehrer hätte hier seine Freude, wie wir uns in dem Fache üben und welche Dispute am häuslichen Herd die Philatelie auslöst. Schade, dass er kein Philatelist war, da ist ihm etwas entgangen!

Rückseitig übrigens das Katharinentor in Brasov, ein Foto eines Teils der alten Stadtmauer im tiefsten Winter.

Liebe Grüße

10Parale


 
epem7081 Am: 20.02.2020 15:09:49 Gelesen: 28807# 240 @  
Hallo zusammen,

aus einem heute eingetroffenen Fundus internationaler Einschreibbelege hier ein kleiner Beitrag rumänischer Geschäftspost aus Bukarest. Offenbar eine Versicherungsgesellschaft die ihre Korrespondenz nach Deutschland auf den Weg brachte. Eine schlichte Vorderseite mit Firmeninfo und Tagesstempel, die wohl erst in Deutschland das Einschreibenlabel erhielt. Alle Frankatur wurde auf der Rückseite aufgebracht.







Zu den Briefmarken und Portosätzen kann ich wegen fehlender Kenntnisse keine Aussagen treffen.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
Michael Mallien Am: 22.02.2020 11:54:13 Gelesen: 28682# 241 @  
@ epem7081 [#240]

Hallo Edwin,

die Belege stammen aus der Zeit der Inflation von 1991 bis 2005. Für Auslandspost kann man in diesem Zeitraum 35 Tarifperioden benennen. Deine Belege stammen aus der Tarifperiode 9 (29.5.1995 bis 17.3.1996). Alle Belege sind portorichtig frankiert.

Der erste und dritte Belege sind Auslandseinschreiben bis 20 g:
Scrisori simple externe 20g (Auslandsbrief): 960 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 1650 Lei

Macht zusammen jeweils 2610 Lei.

Der zweite Beleg ist ein Brief in Gewichtsstufe 2 (21-50 g):
Scrisori simple externe 21-50g (Auslandsbrief): 1615 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 1650 Lei

Das ergibt in der Summe die verklebten 3265 Lei.

Es hat mich gefreut mal wieder Belege aus dieser Zeit zu sehen. Danke dafür.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 22.02.2020 15:50:57 Gelesen: 28659# 242 @  
@ Michael Mallien [#241]

Lieber Michael,

es geht mir gleich wie Dir. Ich würde mich auch freuen, wenn dieses schöne Gebiet wieder aus dem "Dornröschenschlaf" wachgeküsst würde. Besonders im Jahr 2017 wurde hier wirklich grossartiges Material gezeigt und echte Forschung betrieben, das war sehr schön.

Leider ist mein Fundus an interessanten Belegen für diese Zeitperiode (1946-2019) sehr begrenzt. Ich konnte sehr schön die Inflationszeit nach dem 2. Weltkrieg zeigen, aber spätere Belege kann ich leider nur sehr vereinzelt beisteuern.

Mein Distanzrechner zeigt mir, dass Dein Wohnort 842 Kilometer von Basel entfernt liegt, dem nordwestlichsten Punkt der Schweiz. Warum schreibe ich Dir das? Nun, ich habe mir überlegt, ob wir uns wieder einmal treffen können. Das ist aber bei diesen Distanzen schwierig. Umso mehr freue ich mich, dass Du einmal die Reise auf Dich genommen hast, um uns bei einem ARGE-Rumänien-Treffen in München persönlich zu treffen (2007). Ich verstehe natürlich, dass Du die ARGE Rumänien nicht auf Deiner "Top-Liste" weiter pflegen kannst, weil sie ja schwergewichtig andere Gebiete pflegt, als Du mit Deiner Postgeschichte der letzten 30 Jahre.

Es ist mir aber wichtig, zu sagen, dass Deine Beiträge aus meiner Sicht sehr schön und wichtig sind für die Rumänien-Philatelie. Du hast dieses Thema hier auf "Philaseiten" "befeuert" wie kein zweiter von uns, dafür gebührt Dir unser Dank.

Ich habe einmal nachgezählt: mehr als 40 % der Beiträge stammen aus Deiner Feder!

102 - Michael Mallien
47 - Heinz 7
46 - 10 Parale
7 - Pete
7 - Stefan M
6 - nor 42
26 - weitere Beiträge von 15 weiteren Autoren
= Summe 241 (per 22.2.2020)
 

Die Aufteilung auf die Jahre war wie folgt:
2016 - 27 Beiträge
2017 - 186 Beiträge (davon 127 im 1. Quartal!)
2018 - 22 Beiträge
2019 - 4 Beiträge (Dornröschen schlief feste)
2020 - 2 Beiträge

Also: Wenn du noch Stücke zum Zeigen hast, freuen wir uns sehr über Deine Beiträge.

@ epem7081 [#240]

Hallo Edwin

Danke für Deinen Beitrag. Bitte zeige uns mehr aus Deinem Fundus!

Heinz
 

Heinz 7 Am: 22.02.2020 21:53:27 Gelesen: 28621# 243 @  
@ Heinz 7 [#88]

Vor drei Jahren schrieb ich...

" (...) ich rekapituliere: (Tarife für "Scrisori simple 20 g/postale externe", nach Tabelle 243+244 Marinescu 2008).

1.5.1945: Lei 45
1.11.1945: Lei 350
1.3.1946: Lei 1.000
1.6.1946: Lei 1.500
1.12.1946: Lei 3.000
1.4.1947: Lei 15.000
1.7.1947: Lei 45.000
21.8.1947: 15 Neue Lei."

Ich freue mich, einen schönen Beleg zeigen zu können.



Cernatul de Jos liegt einige Kilometer westlich von Tekutsch im früheren Fürstentum Moldau und einige Kilometer nordöstlich von Brasov. Der oben gezeigte Brief nach Wien wurde versandt am 14. Mai 1946 und trägt (vorderseitig) eine Frankatur von 400 Lei. Es ist ein Einschreibebrief, der von der österreichischen Zensurstelle in Wien geöffnet und kontrolliert wurde.

Der Brief wurde sehr wahrscheinlich mit dem Zug befördert. Er benötigte volle 10 Tage, wie der Ankunftsstempel hinten klar zeigt.

Sehr schön ist aber die Rückseite des Briefes. Wir finden nicht weniger als weitere 21 Marken:

5 x 80 Lei = 400 Lei
16 x 100 Lei = 1600 Lei

Damit erhöht sich die Gesamtfrankatur auf 2400 Lei.

1500 Lei davon kann ich erklären: 1'000 Lei für einfachen Brief + 500 Lei für Einschreiben (Zwischenfrage: gültig im Mai 1946?). Die 900 Lei könnten der Zuschlag gewesen sein für die Ausland-Sendung. Ich kann das nicht verifizieren. Die Tabelle 33 in Marinescu (1993) endet am 31.3.1944; die Tabelle 34 startet erst am 1.3.1947. Für die 35 Monate dazwischen habe ich keine Daten.

Heinz
 
Michael Mallien Am: 23.02.2020 16:22:45 Gelesen: 28551# 244 @  
@ Heinz 7 [#242]

Lieber Heinz,

ich danke Dir für Deine Rückschau auf dieses schöne Thema. Ja, zum Jahreswechsel 2016/2017 hatte ich das Thema der Inflationszeit für mich entdeckt und war entbrannt. Ad acta gelegt habe ich das Thema nicht, doch ich bin philatelistisch immer etwas unstet unterwegs und muss mich mächtig zurück halten nicht noch viel mehr Themen zu verfolgen.

Im Grunde reicht immer mal wieder ein Anlass, damit ich ein früheres Sammelthema wieder an die Oberfläche hole. So geschehen zum Beispiel mit den Ganzsachenthemen Bund nach Erscheinen des Michelkataloges 2018.

Es hat mich auch sehr gefreut, dass wir uns 2018 in München kennengelernt haben. Vielleicht ergibt sich ja zukünftig noch einmal etwas. Bisher war ich kaum auf philatelistischen Veranstaltungen, aber das kann sich ändern.

In meinem Bestand habe ich einen, wie soll ich sagen, "hübsch hässlichen" Beleg gefunden, der mit Marken zugepflastert ist:



Einschreiben/Rückschein aus vom 7.11.1972 aus Suceava nach Wiesbaden, frei gemacht mit insgesamt 15,55 Lei. Ein wohl typischer Sammlerbeleg.
Schwierig ist die Bestimmung der Portorichtigkeit. Die Tarifperioden der 1970er Jahre sind im Marinescu nur bruchstückhaft aufgeführt. Um dort genaueres sagen zu können bräuchte es vielleicht andere Literatur oder eine Menge Vergleichsmaterial.

Zu Deinem Beleg in [#243] entnehme ich dem Marinescu 1.400 Lei als Einschreibegebühr ab dem 1.3.1946. Der Beleg ist mit 2.400 Lei portorichtig frankiert.

Viele Grüße
Michael
 
epem7081 Am: 23.02.2020 18:05:52 Gelesen: 28540# 245 @  
@ Michael Mallien [#241]
@ Heinz 7 [#242]

Hallo Michael und Heinz,

ich freue mich über Eure Begeisterung und die Aufklärung zum interessanten Hintergrund bei meinen Belegen. Vielen Dank für diese aufschlußreichen Hinweise. Allerdings ist das Thema Rumänien bei mir kein Schwerpunkt. Nur vereinzelt tauchen bei mir Belege aus Rumänien auf. Außer den Hinweis auf meine Karte im Thread: Echt gelaufene Postkarten [#19] kann ich hier einen weiteren Beleg einstellen, der als ursprüngliche (Privat?)Ganzsache mit weiteren Marken ausgestattet, am 16.07.1973 vom Ferienort NEPTUN [1] in die Bundesrepublik geschickt wurde. Ein vorhergehender Besitzer des Belegs hat wohl die MiNr 2649 und 2745 festgestellt.



Für diese Ganzsache ist vielleicht auch für Spezialisten noch die Rückseite von Interesse, die ich deshalb hier mit einstelle.

Ich halte weiter die Augen offen und stelle gerne eintreffende Rumänienbelege ins Forum.

Schönen Sonntagabend wünscht
Edwin

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Neptun_(Rumänien)
 
epem7081 Am: 29.02.2020 15:48:51 Gelesen: 28253# 246 @  
@ Michael Mallien [#241]
@ Heinz 7 [#242]

Hallo Michael und Heinz,

heute bei 3,3 kg "Altpapier", davon 85 % deutsche und 15 % internationale Belege, nur ein Exemplar aus Rumänien. Dieses kann ich hier gerne einstellen, auch wenn mir die Stempel wenig konkretes verraten.



Diese ursprüngliche (Privat?) Ganzsache ist mit einer weiteren Marke (MiNr. 5169) Purpuricenus kaehleri (Purpurbock) zu 1500 Lei ausgestattet.



Nach meiner Lesart des Stempels ist der Brief am 18.10.1996 wohl vom Ort des Absenders Lugoj in die Bundesrepublik geschickt worden. Ob es sich im Bildteil um eine echte Universität oder eine Volkshochschule (VHS in unserem Sinne) handelt, ist mir trotz googeln auch nicht ganz klar geworden.

Jetzt seid Ihr gefragt. Ich bin auf die Aufklärung gespannt.

Schönes Wochenende wünscht
Edwin
 
Michael Mallien Am: 01.03.2020 13:47:08 Gelesen: 28205# 247 @  
@ epem7081 [#245][#246]

Hallo Edwin,

bei beiden Umschlägen handelt es sich meiner Meinung nach um postalisch verausgabte Ganzsachen, also keine Privatganzsachen. Dazu besitze ich allerdings keinen Katalog, weiß aber, dass schon weit über 2000 Ganzsachenumschläge verausgabt wurden.

Den Brief in [#245] halte ich für überfrankiert. Zu der Zeit galten folgende Tarife:
Auslandsbrief bis 20 g: 2,75 Lei
Luftpostzuschlag mit Zielen in Europa (Zona 2): 0,85 Lei

3,60 Lei wären demnach ausreichend gewesen.

Der Brief in [#246] gehört zur Portoperiode 10 für Auslandsbriefe in der Inflationszeit. Hier galten folgende Tarife:
Auslandsbrief bis 20 g: 1500 Lei
Luftpostzuschlag mit Zielen in Europa (Zona 2): 90 Lei

Zu letzterem Service ist allerdings kein Hinweis angebracht, aber auch so bestünde eine Überfrankatur.

Ich kenne allerdings nicht mögliche Gültigkeiten der Ganzsachenumschläge. Wenn die Ganzsachen nur als Umschläge ohne Frankaturkraft zu werten wären, dann wäre der erste Umschlag nur minimal überfrankiert und der zweite mit 1500 Lei ohne Luftpostzuschlag korrekt frankiert.

Viele Grüße
Michael
 
ginonadgolm Am: 01.03.2020 14:00:34 Gelesen: 28203# 248 @  
@ Michael Mallien [#247]

bei beiden Umschlägen handelt es sich meiner Meinung nach um postalisch verausgabte Ganzsachen

Das sind amtliche Ganzsachen mit der Michel-Nr. U596 [#245] und Nr. U1871 [#246]

Beste Grüße von
Ingo aus dem Norden
 
epem7081 Am: 02.03.2020 00:01:32 Gelesen: 28167# 249 @  
@ Michael Mallien [#247]
@ ginonadgolm [#248]

Hallo Michael und Ingo,

vielen Dank für Eure ergänzenden und klarstellenden Beiträge.

eine gute Nacht wünscht
Edwin
 
Michael Mallien Am: 02.03.2020 18:04:16 Gelesen: 28128# 250 @  
@ ginonadgolm [#248]

Hallo Ingo,

danke für die Bestimmung. Weißt Du vielleicht mehr über die Gültigkeit der Ganzsachen? Es würde mich sehr interessieren.

Ich kann heute eine schöne Mehrfachfranktur vom 6.2.2012 zeigen. Der Brief ging von Suceava nach Ampfing und ist mit 2 Exemplaren der MiNr. 6581 zu insgesamt 2 Lei frankiert.



Leider kenne ich die Tarife aus 2012 nicht. Mir erscheint die Frankatur sehr niedrig. Andererseits trägt der Brief keine PRIORITAR-Kennung, welche den Luftpostzuschlag beinhalten würde. Zwar steht PAR AVION auf dem Umschlag, aber einen Dienst mit dieser Bezeichnung gab es meines Wissens nach 2012 nicht mehr, sondern eben nur den Dienst PRIORITAR.

Viele Grüße
Michael
 
ginonadgolm Am: 02.03.2020 21:31:21 Gelesen: 28119# 251 @  
@ Michael Mallien [#250]

Hallo Michael,

leider liegen mir keine Informationen zur Gültigkeit der Ganzsachen vor.

Beste Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 15.03.2020 10:22:14 Gelesen: 27852# 252 @  
@ Heinz 7 [#243]

Bei meinem schönen Brief von Cernatul de Jos habe ich es unterlassen, die Rückseite des Briefes auch zu zeigen.



Zehnmal 80 Lei plus 16 x 100 Lei ergibt einen Tarif von: 2400 Lei.

Wir haben bereits gesehen, dass uns hier das Heft 1993 von Marinescu (Tabelle 26) nicht helfen kann, weil es nur die Tarife ab 1.11.1945 und dann ab 1.6.1946 nennt. Im Buch desselben Autoren von 2008 ist dann die Ergänzung: Tarife auch ab 1. März 1946.

Wenn nun jemand nachsehen könnte, ob der Einschreibe-Zuschlag damals 1400 Lei war, wäre dies eine schöne Bestätigung des Tarifes.

Besten Dank
Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.03.2020 10:37:44 Gelesen: 27851# 253 @  
@ Heinz 7 [#243]

Ab 21.8.1947 galten neue Tarife für die Post in Rumänien. Ein einfacher Ausland-Brief kostete neu 300'000 (alte) Lei = 15 neue Lei.



Der gezeigte Brief von Sibiu nach Bern (Schweiz) wurde im Dezember 1947 versandt. Da er eingeschrieben wurde, erhöhte sich das Porto um 21 Lei auf total 36 Lei (siehe: Marinescu 1993, Tabelle 26).

Der also portogerecht frankierte Brief trug die Briefmarken Michel Nr. 1067+1069+1074 (Ausgabe 15.8.1947) sowie die Gedenkmarke zum Weltspartag Michel Nr. 1083 (Ausgabe 31.10.1947). Auf der Rückseite des Briefes ist noch eine Timbru fiscal Doppel-Marke "IOVR 1 Leu" verklebt.

Heinz
 
Michael Mallien Am: 15.03.2020 10:46:57 Gelesen: 27848# 254 @  
@ Heinz 7 [#252]

Lieber Heinz,

der Beleg ist portorichtig frankiert. Vom 1.3.1946 bis 31.5.1946 galten folgende Auslands-Tarife:

Scrisori simple 20g: 1.000 Lei
Taxa de recommandare: 1.400 Lei

Viele Grüße und einen schönen Sonntag
Michael
 
Heinz 7 Am: 15.03.2020 12:00:51 Gelesen: 27841# 255 @  
@ Michael Mallien [#254]

Lieber Michael,

herzlichen Dank für die Angaben! Auch Dir einen schönen Sonntag!

Anbei zeige ich einen weiteren Beleg, der portorichtig gelaufen ist:



Eine Drucksache kostete damals nur 20 % eines normalen Briefes! (siehe Marinescu 1993, Tabelle 26). Der Brief trägt den Stempel "Imprimate" und wurde so akzeptiert. Besonders interessant ist nun die Mischfrankatur:

2 Lei: Michel Nr. 1068 = Ausgabe 15.8.1947 (Rumänien Königreich)
1 Lei: Michel Nr. 1107 = Ausgabe März 1948 => Volksrepublik Rumänien.

Heinz
 
Fips002 Am: 29.03.2020 16:32:21 Gelesen: 27430# 256 @  
Luftpostbrief von Constanta 07.05.1999 nach Görlitz.

Gebühr für diesen Brief 10.700 Lei.





Dieter
 
epem7081 Am: 30.03.2020 12:40:43 Gelesen: 27404# 257 @  
Hier kann ich heute einen Beleg aus den späten 1950ern präsentieren.



Aufgegeben in TIMOSOARA am 27.10.1959 und mit dem höchsten Wert (1,75 Lei) einer vierteiligen Sonderserie zu den Weltfestspielen der Jugend und Studenten 1957 verausgabt (MiNr 1661). Die Entwertung erfolgte wohl mit einer Bandstempelmaschine.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/VI._Weltfestspiele_der_Jugend_und_Studenten
 
Fips002 Am: 13.04.2020 18:40:54 Gelesen: 27058# 258 @  
Brief von Semlac, 13.1.1972, nach München.

Freigemacht ist der Brief mit Michel Nr. 2641 (Bahnpostwagen) und 5 x Michel Nr. 2746 (Stauwerk Anlage).



Dieter
 
Michael Mallien Am: 08.05.2020 14:53:05 Gelesen: 26157# 259 @  
Klaus-Peter Schmidt bat mich diesen Beleg hier zu zeigen, dem ich gerne nachkomme, denn ich finde ihn sehr interressant.

Aerogramm per Einschreiben vom 13.1.2000 aus Iasi nach Deutschland. Das Aerogramm hat eine Nominale von 4.650 Lei und war offenbar für den Versand ins Ausland vorgesehen, wofür es auf der Rückseite Hinweise gibt. In den Tarifübersicht des Buches von Calin Marinescu finde ich jedoch keinen solchen Tarif. In der Portoperiode 14 (Ausland) (22.10.98-3.1.99) der Inflationszeit von 1991 bis 2005 beträgt der Tarif für ein Auslands-Aerogramm 4.450 Lei. In der nachfolgenden Portoperiode bereits 4.850 Lei.

Nun denn, versendet wurde das Aerogramm in der Portoperiode 21 (3.1.2000-27.2.2000) und noch dazu als Einschreiben. Insgesamt beläuft sich die Frankatur auf 25.350 Lei. Die Tarife in dieser Portoperiode waren:

Aerograme externe: 7.950 Lei
Taxa de recomandare: 16.300 Lei

Was zusammen 24.250 Lei ergibt, also 1.100 Lei weniger als vorhanden. Möglicherweise galt für "Aerogramme per Einschreiben" nicht mehr der sonst bei Aerogrammen enthaltene Luftpostzuschlag (Suprataxe prin avion) und musste noch zusätzlich entrichtet werden? Der Zuschlag für Luftpost nach Europa betrug in der Portoperiode 1.000 Lei, womit die verwendete Frankatur mehr oder weniger passt.



Viele Grüße
Michael
 
merkuria Am: 12.05.2020 12:39:55 Gelesen: 25900# 260 @  
Bei der Durchsicht meiner Tageskorrespondenz-Schachteln bin ich auf ein paar Rumänien-Belege der frühen Achtzigerjahre gestossen. Ich hatte damals einen Tauschfreund für China in Rumänien, dem ich ein paar interessante Belege dieser Zeit verdanke.

Soweit ich gesehen habe, sind die 1980er Jahre hier kaum vertreten. Zur Korrektheit der Porti kann ich nichts sagen, nehme aber an, dass diese doch stimmen da reine Bedarfspost.



Einfacher Brief von Bukarest nach Liestal/Schweiz, Aufgabe 24.11.1981

Frankatur 4.80 Lei



Hier etwas Besonderes: Ein Ersttagsbrief mit der Ausgabe zur 1. Rumänisch-Chinesischen Briefmarkenausstellung vom 18.09.1980 (Mi Nr. 3744). Der Brief wurde am 29.12.1981 (über ein Jahr später!) mit Zusatzfrankatur in die Schweiz geschickt. Dabei wurde die am Ersttag gestempelte Marke noch als Porto anerkannt!

Frankatur 4.85 Lei



Einfacher Brief von Bukarest nach Liestal/Schweiz, Aufgabe 16.02.1982

Frankatur 4.85 Lei



Einschreibebrief von Bukarest nach Liestal/Schweiz, Aufgabe 27.03.1982

Frankatur 24 Lei



Einfacher Brief von Bukarest nach Seltisberg/Schweiz, Aufgabe 27.12.1982

Frankatur 10 Lei



Einfacher Brief von Bukarest nach Seltisberg/Schweiz, Aufgabe 03.09.1983

Frankatur 10 Lei
 
merkuria Am: 24.05.2020 11:20:43 Gelesen: 25424# 261 @  


Einschreibe-Luftpostbrief von Bukarest nach Teheran/Iran, Aufgabe 16.12.1998
Frankatur 13‘150 Lei

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Michael Mallien Am: 24.05.2020 13:13:15 Gelesen: 25408# 262 @  
@ merkuria [#261]

Hallo Jacques,

interessanter Beleg! Ich habe mir einmal den Tarif angeschaut. Er müsste sich (eigentlich) wie folgt zusammensetzen:

Auslandsbrief bis 20 g: 4.450,- Lei
Einschreibegebühr: 7.700,- Lei
Luftpostzuschlag für außereuropäische Ziele: 1.600,- Lei

Das ergibt in der Summe 13.750,- Lei. Damit wäre das Einschreiben unterfrankiert. Vielleicht wurde sogar Nachporto erhoben? Die in blau (?) eingekreiste "1" auf der Vogelmarke könnte ein entsprechender Hinweis sein.

Finden sich eventuell noch rückseitig Hinweise?

Viele Grüße
Michael
 
merkuria Am: 24.05.2020 14:10:06 Gelesen: 25394# 263 @  
@ Michael Mallien [#262]

Hallo Michael,

Danke für das Austaxieren dieser Frankatur. Ich selbst kann dazu nichts beitragen, da ich Rumänien nicht sammle und somit auch keine Posttaxenkenntnisse dazu habe. Ich kann nur sagen dass die Rückseite ausser der Absender-Anschrift leer ist, sonst hätte ich sie auch abgebildet.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
wer.indja Am: 25.05.2020 15:40:35 Gelesen: 25333# 264 @  
@ Michael Mallien [#262]

Der handschriftliche Vermerk ist die persische Zahl ΙΛ (18) und dürfte im Zustellpostamt für den Zustellbezirk notiert worden sein. Nachporto wurde sichtbar nicht erhoben. Ich habe den Beleg auch noch von einem Sammlerfreund in Teheran prüfen lassen. Der Empfänger ist übrigens ein mir persönlich bekannter Briefmarkenhändler, der zahlreiche solcher internationaler Briefsendungen organisiert hat und diese auch bei den bekannten Internet-Auktionen häufig anbietet.

Zur Porto-Berechnung in Rumänien kann ich mangels entsprechender Kenntnisse leider nichts sagen.

Grüße
Werner Lade
 
Michael Mallien Am: 25.05.2020 20:05:05 Gelesen: 25314# 265 @  
@ wer.indja [#264]

Hallo Werner,

wunderbar! Vielen Dank für die Aufklärung und die interessante Information.

In der Inflationszeit 1991 bis 2005 wurde in Rumänien häufig nicht korrekt frankiert. Das ist also nicht ungewöhnlich. Korrekte Frankaturen, insbesondere bei besonderen Portostufen und Destinationen, wären auf jeden Fall bemerkenswert.

Viele Grüße
Michael
 
Altmerker Am: 03.06.2020 10:03:32 Gelesen: 25051# 266 @  
@ Michael Mallien [#265]

Den Eindruck habe ich auch. Ich komme nicht auf den verklebten Betrag. Aber ich finde den Bedarf als Einzelfrankatur und den Weg von Rumänien nach Kanada spannend.

Gruß
Uwe


 
Fips002 Am: 10.09.2020 19:50:50 Gelesen: 22276# 267 @  
Einschreibrief von Sibiu 08.4.1974 nach München. Freigemacht ist der Brief mit der Ausgabe Gemälde -Das Meer- 15. September 1971 und 5 Marken der Dauerserie, Postgebühr 9,60 Lei.



Dieter
 
10Parale Am: 13.09.2020 21:47:34 Gelesen: 22195# 268 @  
@ Heinz 7 [#38]

Zu den Inflationsbelegen 45/47 mit den 8 Portostufen, von denen uns Heinz 7 einige schöne Briefe gezeigt hat, möchte ich heute diese Ganzsache beisteuern.

Bei der galoppierenden Geschwindigkeit ist es erstaunlich, dass überhaupt Ganzsachen verwendet wurden, zumal der Werteindruck im folgenden Beispiel nur 2 Prozent des Gesamtnominalwertes ausmacht. Nun gut, man hatte gerade die Karte zur Hand und legte los.

Freigemacht ist die Ganzsache mit 612 Lei, lief am 23 April 1946 von ARAD in die Schweiz. War ein Ausland-Luftpost-Zuschlag nötig? Fehlt mir leider die Literatur Interessant der Inhalt, ich zitiere nur mal den ersten Satz:

"Schon 4 Jahre, dass ich keine Nachricht von Ihnen vernommen habe, aber jetzt ist der Krieg Gott sei Dank beendet" Im Weiteren geht es um eine Tauschanfrage, der rege Kontakt hat wohl schon vor dem Krieg stattgefunden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 20.09.2020 07:51:44 Gelesen: 21946# 269 @  
In meiner Sammlung der Portostufen und Versendungsarten der Inflationszeit 1991-2005 habe ich nur wenige Belege höherer Gewichtsstufen. Heute kann ich zwei Belege der Gewichtsstufe 3 (51-100g) zeigen. Es sind einfache Briefumschläge, etwas größer als C6 mit Beförderungsspuren, die auf eine gewisse Dicke schließen lassen und die höhere Portostufe plausibel machen.

Brief vom 22.4.1998, Portoperiode 12 (10.11.1997 bis 17.5.1998) aus Caransebes nach Deutschland, korrekt frankiert mit 9.150 Lei.



Brief vom 17.8.1998, Portoperiode 13 (18.05.1998 bis 21.10.1998) aus Caransebes nach Deutschland, korrekt frankiert mit 9.750 Lei.



Viele Grüße
Michael
 
Quincy Am: 20.09.2020 09:05:30 Gelesen: 21940# 270 @  
Aus einer ehemaligen Berufstätigkeit Ende der 1980er bis in die 1990er Jahre hat sich bei mir eine Reihe von echt gelaufenen Belegen aus Rumänien angesammelt.

Hier erst einmal zwei Einschreiben aus den Jahren 1990 und 1991. Wenn ich mehr zeigen soll, bitte melden!




Aus Datenschutzgründen habe ich Teile der Adressfelder ausgegraut - natürlich nur im Scan.

Gruß
Hans-Jürgen
 
Michael Mallien Am: 20.09.2020 11:45:29 Gelesen: 21927# 271 @  
@ Quincy [#270]

Hallo Hans-Jürgen,

zeige gerne weitere Belege. Mich interessieren sie sehr.

Die beiden gezeigten Einschreiben wurden mit Marken der Freimarkenserie Volkskunst aus den Jahren 1982 (ohne Wz.) oder 1989 (mit Wz. 11) frei gemacht. Die Versanddaten stammen aus der Tarifperiode direkt vor der Inflationszeit. Die Tarifperiode dauerte vom 25.2.1982 bis 9.10.1991, also fast 10 Jahre.

Das Einschreiben unten ist korrekt mit 35 Lei frei gemacht, die sich wie folgt zusammensetzen:

Auslandsbrief (Scrisori simple externe 20g): 10 Lei
Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 24 Lei
Luftpostzuschlag Europa (Suprataxe "prin avion"): 1 Lei

Das Einschreiben oben ist mit 40 Lei frei gemacht und meiner Meinung nach überfrankiert, denn ich finde keine passendere Zuordnung außer der des anderen Einschreibens.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 20.09.2020 21:59:41 Gelesen: 21898# 272 @  
@ Michael Mallien [#271]

Ich zeige heute abend mal dieses Einschreiben, das am 6.5.68 in IASI (Jassy) mit 4 Lei freigemacht wurde (2 x 2 Lei waaagrechtes Paar Alltagsleben Michel Nr. 1886 - Straßenwalze) und wunderbar rückseitig in Basel am 9.5.68 abgestempelt wurde.

Absender ist die Universität "AL. I. CUZA", ein Universitätsstempel ziert unten rechts den schönen Brief.

Liebe Grüße

10Parale


 
Michael Mallien Am: 22.09.2020 16:29:53 Gelesen: 21872# 273 @  
@ 10Parale [#272]

Schöner Beleg! Die schlichten Frankaturen gefallen mir meistens am besten.

Um bei "schlichten Frankaturen" zu bleiben zeige ich heute eine Einzelfrankatur mit der MiNr. 3940 zu 11 Lei. Die Marke erschien am 25.1.1983.

Der Auslands-Luftpostbrief von Bukarest nach Deutschland ist portorichtig frankiert.



Viele Grüße
Michael
 
Quincy Am: 23.09.2020 09:41:56 Gelesen: 21852# 274 @  
Ein nettes Pärchen von Einschreibebriefen aus Bukarest an ein Karlsruher Unternehmen. Sie sind unmittelbar nacheinander am 17. Dezember 1990 aufgegeben worden, was man an den R-Nummern (18331 und 18332) leicht erkennen kann. Es handelte sich um Weihnachtsgrüße an zwei verschiedene Abteilungen in diesem Unternehmen. Die rumänische Post war zu jener Zeit offensichtlich so unzuverlässig, dass man auch Weihnachtsgrüße vorsichtshalber per Einschreiben versendete.

Nach Rücksprache mit dem Datenschutzbeauftragten des besagten Unternehmens bin ich leider weiterhin gehalten, die Adressen (digital) unkenntlich zu machen.



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
nor 42 Am: 23.09.2020 17:23:06 Gelesen: 21839# 275 @  
@ Quincy [#270]
@ Michael Mallien [#271]

Werte Freunde,

die 40 Lei Frankatur stellt Fragen. Hier ein ähnlicher Beleg. Auch Calin Marinescu meinte es wäre eine Überfrankierung, doch scheint sie öfters vorzukommen und dass ein Hauptstadt Postamt wiederholt überfrankiert ist schon fraglich.

Alles Gute,
nor 42


 
Michael Mallien Am: 24.09.2020 11:13:18 Gelesen: 21814# 276 @  
@ nor 42 [#275]

Hallo Norbert,

zweifellos gibt es Unsicherheiten in den Tarifen, die sich auch in Calin Marinescus Werk widerspiegeln z.B. in Form von unvollständigen Tabellen und Einträgen mit "?". In der Einleitung schreibt er über die Schwierigkeiten der Tarif-Recherchen und die Zustände an den Postschaltern. Dabei auch während der Inflationszeit 1991-2005. Ich zitiere Passagen aus der Einleitung.

Even if it is hard to believe, it was easier to find the postal tariffs and charges of the period 1862-1951, than those-ones in 1952-1972 period of time.

Fehlende Daten aus einzelnen Perioden wurden aus tatsächlicher Bedarfspost ermittelt: To replace them (fehlende offizielle Quellen), data from the circulating mail of those times have been reproduced.

Als Gründe für falsche Frankierungen oder Unregelmäßigkeiten werden u.a. angegeben:

- Weak professional skill of the post clerks, who didn't know exactly how to apply the postal tariffs (especially following 1989)
- Weak professional skill of the peoples drawing up the postal tariffs and charge values, in concordance with the weak skill of those who issued postal stamps


Eine harte Kritik an den Zuständen im Postwesen der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts!

In den Tabellen von Calin Marinescu sind mir allerdings auch Tarife aufgefallen, die ich anzweifeln würde. Ein Beispiel habe ich für den Übergang von Tarifperiode 4 nach 5 für Auslandssendungen. Hier nur die Tarife für verschiedene Gewichtsstufen einfacher Auslandsbriefe:

TP von bis Tage AAE 21-50g 51-100g 101-250g 251-500g 501-1kg 1-2kg
4 07.05.93 01.07.93 56 150 280 430 925 1800 3300 5580
5 02.07.93 31.10.93 122 171 319 489 1053 2048 3755 6692
TP5 berechnet 13,8% 171 319 489 1053 2048 3755 6350
 


Ich habe die Steigerung der Tarife mit 13,8% berechnet und wenn ich die Berechnung auf die höchste Gewichtsstufe anwende, gibt es dort ein ganz anderes Ergebnis, nämlich 6.350 anstelle von 6.692 Lei. Die 13,8% passen auch für alle anderen Versendungsarten in den Tabellen.

Umso mehr können wir durch das Zeigen vermeintlicher "nicht portorichtiger" Belege helfen mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Vielleicht gibt es in der Zukunft ja auch noch eine weitere Neuauflage des Werkes von Calin Marinescu mit neueren gefestigten Forschungsergbenissen. Ich wäre sehr interessiert.

Viele Grüße
Michael
 

Quincy Am: 24.09.2020 22:00:27 Gelesen: 21795# 277 @  
"Fortsetzung folgt" habe ich ja schon angedroht.

Heute ein Einschreiben des Forschungsinstituts für technologische Projekte im Transportwesen (frei übersetzt), frankiert mit 50 Lei. Da viele andere Einschreiben aus dieser Zeit mit 40 Lei frankiert wurden (Ich werde in den nächsten Tagen weitere zeigen), liegt nahe, dass die zusätzlichen 10 Lei versehentlich frankiert wurden.

Die Jahreszahl im Stempel ist sehr unvollständig, aber auf dem Brief befindet sich eine Registriernummer mit Jahreszahl. Somit ist sehr wahrscheinlich, dass der Brief am 19.11. 1986 abgestempelt wurde.

Gruß
Hans-Jürgen


 
Michael Mallien Am: 25.09.2020 11:37:48 Gelesen: 21780# 278 @  
@ Quincy [#277]

Hallo Hans-Jürgen,

mit dem Datum 19.11.1986 liegst Du richtig. 1996 kann es nicht sein schon aus dem Grund, dass dann das Porto aufgrund der fortgeschrittenen Inflation bereits hätte 4-stellig sein müssen.

Ich vermute einen Brief der 2. Gewichtsstufe, der 48 Lei gekostet hätte:

Auslandsbrief (Scrisori simple externe 21-59g): 24 Lei
Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 24 Lei

Der Luftpostzuschlag Europa hätte in diesem Fall 5 Lei betragen. Es fehlt jedoch ein Hinweis auf die Luftpostbeförderung. Das ist allerdings auch bei einigen anderen Belegen der Fall (Beitrag [#274]).

Entweder ist der Beleg um 2 Lei überfrankiert (bei Landbeförderung) oder um 3 Lei unterfrankiert (bei Luftpostbeförderung).

Viele Grüße
Michael
 
Quincy Am: 25.09.2020 17:57:48 Gelesen: 21765# 279 @  
@ Michael Mallien [#278]

Hallo Michael,

das ist ja eine tolle Ergänzung mit deinen Details zu den Portostufen. Ich bin nämlich kein Rumäniensammler. Die Belege sind mir in meiner früheren Berufstätigkeit 'zugeflogen', und ein eingefleischter Philatelist hebt solche Dinge eben auf, auf den Verdacht hin, dass sich irgendwann einmal jemand dafür interessiert. Das scheint in diesem Forum jetzt der Fall zu sein. Deshalb werde ich weiterhin aus meinem Fundus solche Belege zeigen und u.a. von Portostufenspezialisten kommentieren lassen.

Heute wiederum ein Einschreiben vom Forschungsinstitut für technologische Projekte im Transportwesen aus Bukarest. Diese Mal ist der Brief vom 19.02.1987 - jetzt wieder mit 40 Lei frankiert. Die 10-Lei-Marken waren wohl gerade alle, sodass man zu 10 4-Lei-Marken gegriffen hat, die perfekt auf den Brief passten.

Viele Grüße
Hans-Jürgen


 
Quincy Am: 26.09.2020 10:01:01 Gelesen: 21749# 280 @  
Wieder ein Einschreiben des Forschungsinstituts für technologische Projekte im Transportwesen, aber dieses Mal über ein Jahr später abgestempelt, am 09.05.1988. Es waren offensichtlich wieder 10-Lei-Marken vorhanden. Aus Platzgründen wurde jedoch auf den großen Institutsstempel verzichtet und dafür nur ein kleiner mit entsprechenden Abkürzungen eingesetzt. Siehe links unten!

Wenn man die Stempelabschläge (BUCURESTI 32 OF. C) der beiden bereits gezeigten Briefe des Forschungsinstituts für technologische Projekte im Transportwesen in den Beiträgen [#279] und [#277] mit dem unten gezeigten Abschlag vergleicht, kann man die sukzessive Abnutzung des Stempelgerätes im Laufe von zwei Jahren erahnen: Die Abschläge werden immer schwammiger.

Viele Grüße
Hans-Jürgen


 
Ichschonwieder Am: 17.10.2020 14:26:18 Gelesen: 20779# 281 @  
2 Briefe aus Rumänien und in Köln zugestellt, die Label mit "Sdg nachadressiert ..."sind leider kaum noch lesbar.

03.08.2007 Mi. Nr. 6223 Rumänische Volksskunst - Teller aus Tulcea



01.09.2012 Mi. Nr. 6648 Serie Bügeleisen



VG Klaus Peter
 
Quincy Am: 17.10.2020 18:57:47 Gelesen: 20759# 282 @  
Ein Einschreiben des I.C.N. (Institutul de Cercetari Nucleare = Institut für Kernforschung) in Pitesti. Das Institut war damals spezialisiert auf Forschung an radioaktiver Strahlung zur Desinfektion und Haltbarmachung von Lebensmitteln.

Briefe in den ersten Monaten 1990 hatten oft als Inhalt nur eine Art Lebenszeichen: "Hallo, wir sind auch nach der Revolution noch da und wollen weiterhin mit euch kooperieren."



Viele Grüße
Quincy
 
10Parale Am: 21.11.2020 18:56:23 Gelesen: 19009# 283 @  
@ Heinz 7 [#54]

Heute fiel mir in einer Wühlkiste dieser Beleg auf, der mich an die Diskussion in [#54] erinnern soll.

Wir sehen einen eingeschriebenen Brief (recomandat) von Bukarest (Bucuresci5) nach Winterthur in die Schweiz.

Er stammt aus der Portoperiode 5 der insgesamt 6 Portoperioden, die uns Heinz 7 wunderbar aufgeführt hat. Während Heinz 7 und seine tapferen Mitstreiter noch heute grübeln, weshalb 3 der sich bei Heinz 7 in Besitz befindlichen Briefe mit 52.000 Lei frankiert wurden, ist die folgende Frankatur mit einer Einzelmarke von 36.000 Lei (Michel Nr. 1032, König Michael I.- Höchstwert des Satzes vom März 1947) einfach zu erklären. Briefe mit dieser Marke dürften sehr selten sein!

Die Qualität des Briefes und der Stempel lässt zu wünschen übrig, aber sie verraten genug für den Wissenden. Der Brief wurde in Bukarest am 28.VI.1947 frankiert und abgestempelt, also eine sehr späte Verwendung (eine spätere Verwendung habe ich bislang nicht gesehen! - der 28. Juni 1947 fiel auf einen Samstag). Porto setzt sich also wie folgt zusammen:

15.000 Lei für scrisori simple (ab 1.4.1947)
21.000 Lei für Taxa de recomandare (ab 1.4.1947)

Ankunft in Winterthur am 5.VII.47. Der Brief wurde also auf dem Landweg zugestellt. Ich bin ein Ochse, dass ich die Bücher von Marinescu verkauft habe. Aber sie sind ja Gott sei Dank im Buchhandel erhältlich und hier auf philaseiten haben wir ja einen reichen Fundus an Informationen von echten Spezialisten der ARGE Rumänien, auf die wir zugreifen können.

Der Brief erhält einen Ehrenplatz in meiner Sammlung und ich hoffe er bedeutet einen bescheidenen Neuanfang.

Liebe Grüße

10Parale


 
Quincy Am: 22.11.2020 10:11:49 Gelesen: 18960# 284 @  
Heute wieder zwei Einschreiben des Forschungsinstituts für technologische Projekte im Transportwesen. Man kann auf diesen zwar den Absender nicht direkt identifizieren, da die Marken darüber geklebt wurden und der violette Institutsstempel unleserlich ist. Aber anhand anderer Belege, die ich in diesem Thread schon eingestellt habe (siehe z.B. [#277] und [#279]), lässt sich der Absender erschließen.

Die Abschläge des Stempels BUCURESTI 32 der beiden Belege sind vom 09. und 16.12.1988. Der Buchstabe des Stempels ist leider unleserlich. Hat jemand leserliche Vergleichstücke?



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
Heinz 7 Am: 22.11.2020 10:56:21 Gelesen: 18952# 285 @  
@ 10Parale [#283]

Guten Tag

Schön, dass du dich an alte Beiträge erinnerst. Die Frage, die ich in Beitrag [#54] stellte, wurde aber noch am selben Tag von unserem fleissigen Michael geklärt.

@ Heinz 7 [#54]
@ Michael Mallien [#55]

Wünsche dir ein schönes Wochenende

Heinz
 
Wesi Am: 29.11.2020 07:19:15 Gelesen: 18598# 286 @  
Guten Morgen,

aus meinem Bestand ein Inlandseinschreiben aus 2019 ohne Label.

Abgeschickt wurde es am 14.03.2019 aus Galati 6(?) nach Poiana Campina mit Ankunftsstempel vom 18.03.



Grüße Moritz
 
Ichschonwieder Am: 02.12.2020 19:44:49 Gelesen: 18272# 287 @  
Beleg von Rumänien in die DDR. 1959 gab es eine Ausgabe von 9 Marken von denen ich hier 3 zeigen kann.

29.05.1959 Mi. Nr. 1771; Mi. Nr. 1772; Mi. Nr. 1774 10 Jahre kolletiver Landbau


 
Michael Mallien Am: 02.12.2020 20:52:59 Gelesen: 18264# 288 @  
@ Ichschonwieder [#287]

Ab dem 1.4.1959 betrug das Auslandsporto für einen einfachen Brief (Scrisori simple 20 g) 1,60 Lei. Da sind die 5x55 Bani für den Brief in [#287] fast korrekt.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 09.12.2020 19:43:18 Gelesen: 17907# 289 @  
Ich habe mir aus Rumänien ein Buch zukommen lassen und die Sendung wurde in Cluj-Napoca am 02.12.2020 auf den Weg gebracht. Leider wurden auch hier wieder Briefmarken durch den Postversand zerstört, was ja mittlerweile schon üblich ist (leider!).

Mit 61,70 Lei freigemacht wurde der Großbrief als Drucksache (oder Päckchen ?) heute zugestellt. Marken mit dem Nennwert von je 4,70 Lei aus dem Satz 50 Jahre Europamarken 2005 (Michel 5974-5977) sind 11 Stück vorhanden.

Trotz aller Wehmut ein interessanter Beleg, lt. Währungsrechner 12,67 €, ein stolzer Preis. Ich kann irgendwie nicht glauben, dass der Versender in Rumänien nur 5 Dollar Versandkosten angesetzt hat. Oder sehe ich etwas falsch?

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 15.12.2020 21:39:46 Gelesen: 17414# 290 @  
Ein interessanter Luftpostbrief von TIMISOARA nach Archea Olymbia (Dorf in der Nähe des antiken Olympia in Griechenland).

Am 17.5.1976 in Timisoara als Einschreiben auf den Weg gebracht. Ankunft in Athen am 22.V.76. Nun wird es stempeltechnisch (Rückseite) kompliziert - auch auf Grund der griechischen Stempel. Am 13.VII.76 Ankunft am Bestimmungsort ARCHAIA OLYMPIA. Dennoch ein weiterer Stempel am 15.VII.76 von Athen?

Freigemacht mit einem waagrechten Paar der Michel Nr. 3043 vom 13. August 1972 zu je 55 Bani, Olympische Sommerspiele München + Michel Nr. 3256 vom 15. März 1975, Geburtstag von Michelangelo zu 5 Lei + Freimarke Michel Nr. 3212 400. Todestag von Johann dem Tapferen, Fürst der Moldau zu 20 Bani + Freimarke Michel Nr. 3159 Mausoleum auf dem Schlachtfeld von Marasesti zu 20 Bani + Michel Nr. 3163 Cula-Festung von Maldaresti.

Insgesamt also mit 7,05 Lei freigemacht. Ob dies portogerecht ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Liebe Grüße

10Parale


 
Zinnenstadt Am: 16.12.2020 15:42:04 Gelesen: 17390# 291 @  
Der Beleg ist an Kurt Wernet, Poste restante in Archaia Olympia, adressiert. Vermutlich hat der Empfänger den Brief beim Postamt nicht abgeholt. Nach Ablauf der - mir nicht bekannten - Lagerfrist ist der Brief an den (im Schwarzwald lebenden) Absender zurückgesandt worden und hat dabei die Stempel vom Juli 1976 (Archaia Olympia bzw. Athen) erhalten.

Absender und Empfänger ist der Gründungsvorsitzende des Briefmarkenvereins Schonach, der sich 2011 aufgelöst hat. Kurt Wernet mußte dies nicht mehr miterleben, er ist 1995 verstorben. Siehe dazu auch [1].

Bei der Frage der Freimachung helfen eventuell die Tariftabellen von Calin Marinescu.

Besten Gruß,
Zinnenstadt

[1] https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schonach-kleiner-aber-feiner-verein-loest-sich-auf.35e100dc-75f7-4ae6-9bb5-789d271220fd.html
 
fogerty Am: 10.02.2021 17:34:00 Gelesen: 13580# 292 @  
Brief von Sebesel nach Barwies in Nordtirol am 12.12.1990, frankiert mit den Briefmarken zum Gedenken an die Revolution.



Grüße
Ivo
 
10Parale Am: 14.04.2021 22:17:02 Gelesen: 9534# 293 @  
@ fogerty [#292]

Sehr schöner Beleg. Meine Frau hat diese Revolution in Hermannstadt miterlebt. Die Staaten im Osten haben sich von einer großen Last befreit, davon geben die drei Kerzen Zeugnis.

Die Tage flatterte ein Einschreiben von Piatra Neamt (historische Region West Moldau) in meinen Briefkasten mit einer Gesamtfrankatur von 19,50 Lei. Der Brief wog sehr viel und war dick verpackt. Abgeschlagen am 05.04.21.

Freigemacht mit dem Höchstwert des Satzes Berühmte Persönlichkeiten (II) aus dem Jahr 2018. Sie zeigt den Politiker und Diplomaten Nicolae Titulescu (1882–1941).

Von dieser Marke soll es lt. offiziellen Angaben nur 9.760 Exemplare geben, Michel bewertet sie postfrisch und gestempelt mit je 13,60 €.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 15.04.2021 20:56:18 Gelesen: 9466# 294 @  
@ 10Parale [#293]

was das Thema betrifft, habe ich mir dieses 94-seitige Werk von Dr. Zoltan Neppel besorgt. Wie ich in Erfahrung brachte, ist er ein neues Mitglied der ARGE Rumänien. Der Bildband in rumänischer Sprache zeigt auch einige sehr schöne Belege aus der Inflationszeit.

Ein empfehlenswertes Buch, welches ich mit persönlicher Widmung erhalten habe. Darüber freue ich mich sehr. Da tut es mir fast schon ein wenig leide, dass ich die ARGE verlassen habe. Aber das muss ja nicht heißen, dass mich dieses interessante Land nicht mehr tangiert. Im Gegenteil. Ich finde es, - dies ist aber meine persönliche Meinung -, sehr gut, dass viele der Preziosen wieder in das Land des Ursprungs zurückkehren.

Ich werde das Buch nutzen, um die Beleg und Posttarife in diesem Zeitraum näher vorzustellen und meine Kenntnisse der rumänischen Schriftsprache aufzufrischen. Ob es ein Vol. II gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber vorhersehbar.

Liebe Grüße

10Parale


 
Quincy Am: 16.04.2021 16:29:15 Gelesen: 9311# 295 @  
Einschreiben aus Bukarest vom 20.12.1988, frankiert mit MiNr. 3922 und dreimal 3927. Ob es sich eventuell um MiNr. 3927 Y handelt, kann ich auf dem Beleg nur sehr schlecht prüfen.

Im Übrigen ist es bemerkenswert und auch schade, dass sich bei meiner zahlreichen Korrespondenz aus Rumänien aus den 1980er und 1990er Jahren nur äußerst selten eine Frankatur mit Sondermarken befindet.



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
10Parale Am: 16.04.2021 21:46:31 Gelesen: 9272# 296 @  
@ Quincy [#295]

Hallo Hans-Jürgen,

du spielst auf das Wasserzeichen der Marke ab, die Werte zu 50 Bani, 1,2,4 und 10 Lei wurden mit einem Wasserzeichen Wz 11 hergestellt (RSR). Wenn ich den Michel richtig interpretiere, wurde die Marke 3927y (mit Wasserzeichen) erst im November 1989 in Umlauf gebracht. Insofern müsste der schöne Dreierstreifen auf deinem Einschreiben auf Grund des Datums 1988 x sein, ohne Wasserzeichen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Quincy Am: 18.04.2021 08:58:34 Gelesen: 9112# 297 @  
Endlich einmal ein rumänischer Beleg aus meinem Bestand, der auch mit einer Sondermarke frankiert ist.

Neben der Freimarke MiNr. 3927 ist eine Sondermarke zum 'Volksaufstand vom 22. Dezember 1989' (MiNr. 4585) aufgebracht. Bemerkenswert ist, dass diese Sondermarke bereits zwei Wochen nach dem eigentlichen Ereignis erschienen ist - am 8. Januar 1990. Abgestempelt ist wurde sie allerdings auf diesem Beleg erst am 3. Juli 1990.

@ 10Parale [#296]

Bei der Freimarke auf diesem Beleg könnte es sich also auch um eine 3927 Y handeln.



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
fogerty Am: 19.04.2021 19:51:34 Gelesen: 8978# 298 @  
Brief aus der Stadt Roman nach Brixen, das Stempeldatum leider nicht klar erkennbar, mit Frankatur auch auf der Rückseite!



Grüße
Ivo
 
Michael Mallien Am: 19.04.2021 20:40:42 Gelesen: 8968# 299 @  
@ fogerty [#298]

Hallo Ivo,

das Stempeldatum wird der 11.1.1995 sein. In der Tarifperiode 1.4.1994 bis 9.3.1995 kostete der einfache Auslandsbrief 500 Lei. Hinzu kam der Luftpostzuschlag (Suprataxe prin avion) der Zone 2 (Europa) zu 25 Lei. Der Brief ist mit 525 Lei also portorichtig frankiert.

Viele Grüße
Michael
 
Quincy Am: 20.04.2021 21:14:11 Gelesen: 8851# 300 @  
Zur Abwechslung (bezogen auf meine eigenen Einstellungen in diesem Thema) ein Einschreiben aus dem Jahre 1991 vom Institut für Technische Physik in Iasi.



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
10Parale Am: 24.04.2021 21:47:24 Gelesen: 8583# 301 @  
@ forum,

hier ein weiterer Beleg aus der hochinteressanten Zeit der Inflation zwischen dem 1.4.45 un dem 15.8.1947.

Abgeschlagen mit 15.000 Lei lief er am 17. Juni 1947 in der 5.ten Portoperiode von Jimbolia-Timis (Banat, deutsch: Hatzfeld) nach Amerika (New Jersey).

Auffällig, kein Luftpostzuschlag in Höhe von 2.200 Lei. Da es auch keinen Ankunftsstempel gibt, bleibt der Beleg fragwürdig (mit Schiff versandt?). Da ich den Beleg in in den USA gekauft habe, muss er ja irgendwie dort hingekommen sein.

Liebe Grüße

10Parale


 
lueckel2010 Am: 24.04.2021 23:28:23 Gelesen: 8570# 302 @  
@ 10Parale [#301]

Guten Abend,

sofern das Porto stimmt (kann ich nicht beurteilen), ist der Beleg nicht fragwürdig.

In den Vierzigern des 20. Jahrhunderts war der Posttransport nach Übersee auf dem Land-/ Seeweg die Regel, während eine Luftpostbeförderung wohl eher eine Ausnahme war.

Moin aus Ostfriesland, lueckel2010
 
Quincy Am: 25.04.2021 08:48:34 Gelesen: 8530# 303 @  
Nach den Belegen in den Beiträgen [#274] und [#295] aus einem Jahr vor und einem Jahr nach der rumänischen Revolution zeige ich heute ein Einschreiben vom gleichen Absender, aufgegeben nur wenige Tage nach der Revolution. Sie begann am 16. Dezember 1989 in Timişoara und endete faktisch am 25. Dezember 1989 mit der Hinrichtung des Diktators Nicolae Ceaușescu. Näheres erfährt man auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung [1].

Auf der Rückseite aller Belege befindet sich ein Adressstempel des Absenders ISPH = Institutul de Studii si Proiectari Hidroenergetice (Institut für Studien und Planung von Wasserkraft). Der Aufgabestempel ist datiert auf den 29. Dezember 1989



Mit Sonntagsgrüßen
Hans-Jürgen

[1] https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/301988/revolution-in-rumaenien
 
nor 42 Am: 26.04.2021 18:18:47 Gelesen: 8400# 304 @  
Werte Sammlerfreunde,

Anfang der '90 Jahre bzw. der Inflation, wurde der Verkaufspreis und Frankaturwert bei vielen Ganzsachen, sowohl Postkarten als auch Umschläge, handschriftlich geändert und so den immer steigenden Tarifen angepasst. Solche Belege sind leicht zu finden. Bei manchen kleineren Postämter waren aber auch die Briefmarken Mangelware und man behalf sich mit Barfrankatur. Schauen Sie mal Ihre Bestände durch, ob sich so etwas dort findet.

Mit Gruß und Glück beim Suchen,
nor 42
 
10Parale Am: 26.04.2021 18:36:52 Gelesen: 8397# 305 @  
@ Quincy [#303]

Mir kommt es vor wie gestern und doch ist die Revolution in Rumänien schon über 30 Jahre her. Auch diese Zeit bietet interessantes philatelistischen Studienmaterial, nor 42 in [#304].

Ich bleibe bei der Inflationsperiode 1945 - 1947 und nach dem Motto, ein Beleg für 15.000 Lei findet sich in verschiedenen Frankaturvariationen immer. Man bekommt dann schöne Zusammenstellungen, hier aus der berühmten 5.ten Portoperiode.

Der Beleg aus Baia-Mare (4-seitiger Inhalt) wurde am 11. Juni frankiert und kam am 15.VI.47 in Bukarest an. Er war demnach genau so teuer (oder billig) wie ein Brief nach Amerika.

Liebe Grüße

10Parale


 
Quincy Am: 26.04.2021 19:32:57 Gelesen: 8388# 306 @  
@ 10Parale [#305]

Die rumänische Revolution ist auch in meinem Gedächtnis sehr markant eingebrannt, denn ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, sie auch hautnah miterlebt zu haben. Hier drei Blitzlichter von meinen damaligen Erlebnissen:

- Am 18. Dezember 1989 traf ich in Bukarest ein, um im Auftrag des damaligen deutschen Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) den Fortgang von Projekten im Rahmen der "Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit mit Rumänien" zu koordinieren.

- Am 22. Dezember 1989 wurde ich überraschend sehr früh morgens von deutschem Botschaftspersonal in meinem Hotel an der Calea Victoriei (unweit des ZK-Gebäudes) abgeholt und in die damals etwas außerhalb der Innenstadt liegende Deutschen Botschaft in Sicherheit gebracht.

- Dort verbrachte ich zwei Tage und eine Nacht, zeitweise im Untergeschoss, als in der nahen Innenstadt die Revolution mit Gewehrschüssen, Artillerie und Bränden tobte. Gesehen habe ich außer Rauchschwaden und nächtlichem Feuer nicht viel, aber gehört umso mehr.

- Am 23. Dezember wurde ich spätnachmittags zusammen mit anderem Botschaftspersonal zum Flughafen Otopeni gebracht. Dort wartete eine Maschine der Bundeswehr, die uns heil nach Köln-Porz zurückbrachte. Wir mussten dazu allerdings an der Zentrale des rumänischen Fernsehens vorbei, wo offensichtlich die Kämpfe noch nicht ganz vorüber waren.

Heute aus dieser dramatischen Zeit wieder ein Einschreiben des Forschungsinstituts für technologische Projekte im Transportwesen, abgestempelt am 4. Dezember 1989. Dieses Schreiben war übrigens der Auslöser, warum ich kurz vor Weihnachten noch nach Bukarest geflogen bin.



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
10Parale Am: 26.04.2021 22:21:27 Gelesen: 8365# 307 @  
@ Quincy [#306]

ja, dann warst Du ja sozusagen ein Zeitzeuge einer Revolution und hast einen Kreuzweg mit 3 Stationen absolviert und die Bundeswehr hat mal wieder gute Dienste geleistet, was man auch mal sagen muss.

Mein Schwager hat mir mal erzählt, wie er als junger Mann bei der Installation der Inneneinrichtung des rumänischen Parlamentes (Casa Poporului) in Bukarest helfen musste. Draußen darb und fror das Volk und im Palast wurden Marmorböden verlegt. Meine Frau, die ich damals noch nicht kannte, erlebte das Spektakel in Hermannstadt (Sibiu). Auch dort wurde geschossen und einige Leute verloren ihr Leben. Ich war 1992 zum ersten Mal in Rumänien. Ich fühlte mich um hundert Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Ich erlebte aber eine Zusammengehörigkeitsgefühl, wie ich es in Deutschland nie erlebte. Ein etwas älterer Kollege aus Leipzig erzählte mir vor Kurzem, dass das Schöne vor dem Mauerfall war, dass die Menschen zusammengehalten und sich geholfen haben. Heute vermisse er dies. Man kennt nicht mal den Nachbar im Mietshaus. Soweit was zum Reflektieren.

Zurück zur Philatelie: Hier eine Ganzsache (eigentlich zu militärischen Zwecken gedacht) zu 3 Lei mit einer Zusatzfrankatur von 1.800 Lei, die von Bukarest nach Anvers in Belgien lief. Abgestempelt am 3. März 1947, also in der 4.ten Portoperiode (1.12.1946 - 31.03.1947).

Rückseitige Korrespondenz zwischen Briefmarken-Sammlern. Für Leute, die den Wechselkurs in der Inflationszeit begeistert, der Absender bietet dem belgischen Käufer einen Kurs von 250 Lei = 1 Belgischer Franc an.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 03.05.2021 19:16:29 Gelesen: 7722# 308 @  
@ 10Parale [#307]

heute zeige ich ein Einschreiben aus der 6. Portostufe der Inflation, die ab dem 01.7.1947 bis zum 14.8.1947 dauerte.

Das Einschreiben wurde in Botosani am 25. Juli 1947 mit insgesamt 3 x 36.000 Lei (Dreierstreifen König Michael I.) und 2 x 1.000 Lei (senkrechtes Paar König Michael I.), also insgesamt 110.000 Lei freigemacht.

Ankunft in Tel-Aviv am 10. August 1947, vermutlich Transitstempel von HAIFA vom 9. August.

Das Porto setzt sich zusammen aus dem normalen Tarif zuzüglich Einschreibegebühr.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 18.05.2021 21:46:45 Gelesen: 6231# 309 @  
@ lueckel2010 [#302]

"In den Vierzigern des 20. Jahrhunderts war der Posttransport nach Übersee auf dem Land-/ Seeweg die Regel, während eine Luftpostbeförderung wohl eher eine Ausnahme war."

Dass mag durchaus der Fall sein. Dazu ein weiterer Beleg, der dann doch, verglichen mit dem Beleg aus #301 einige Fragen offen lässt.

In #301 hatten wir bei einem Brief via Land / Seeweg eine Gesamtfrankatur von 15.000 Lei in der 5. Portoperiode der Inflation (kein Ankunftsstempel!)

Heute zeige ich einen Brief, der aus der 6. Portoperiode der Inflation stammt (1.7.1947 - 14.8.). Der Brief ist mit insgesamt 2.890 Lei freigemacht. Ein Vorbesitzer hat unten vermerkt "SCARCE ASSET IN CORNER!", was soviel bedeutet wie "seltene Anordung in der Ecke". Was er damit genau meint, kann ich noch nicht ganz sagen.

Der Brief wurde in Bukarest am 2. Juli 1947 abgestempelt und ist rückseitig mit einem Ankunftsstempel von New York vom 12. August 1947 gekennzeichnet. Im Vergleich zu dem Brief in #301 (5. Portoperiode) scheint mir der Tarif hier sehr niedrig. Dennoch hat der Brief New York erreicht.

Die Freimarken König Michael I. (Michel Nr. 929 - 973 sind ja mit 0,30 Cent sehr niedrig dotiert. Jedoch sind solche Briefe aus der Inflationszeit mit den ganzen portodefinierten Anordnungen nicht einfach zu bekommen und haben auch manchmal ihren Preis. Manchmal hat man jedoch auch Glück und kommt günstig weg.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 19.05.2021 10:01:10 Gelesen: 6176# 310 @  
@ forum,

ein weiterer Beleg nach Übersee aus der vermutlich 4. Portoperiode. Freigemacht mit 3.700 Lei wurde dieses Einschreiben vermutlich im November 1946 auf den See / Land - Weg nach Kanada gebracht.

Rückseitig ein Zoll Transit Stempel vom 5. Dezember 1946 in blauer Farbe, ein Transitstempel von Montreal vom 11. Dezember und ein Ankunftsstempel von Toronto, leider Datum nicht lesbar.

Ich werde weitere Belege suchen müssen, um eine gewisse Ordnung ins System zu bringen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 20.05.2021 10:29:48 Gelesen: 6105# 311 @  
@ forum,

1000 Lei kostete dieser Brief vom 13. März 1946 aus der 3. Portoperiode von Bukarest nach Odense in Dänemark.

Die relativ kurze Portoperiode von knapp 2 Monaten endete am 31.05.1946.

Liebe Grüße

10Parale


 
Shinokuma Am: 20.05.2021 16:38:59 Gelesen: 6071# 312 @  
Liebe Rumänien-Spezialisten!

nachfolgend zeige ich Euch einen wahrscheinlich postinternen, da portofreien, R-Brief, gelaufen von Bukarest nach Brasov.



Vorderseitig der Abgangsstempel Bucuresti 73 d vom 9.2.78 und der R-Stempel mit der Nr. 899 sowie die Anschrift ebenfalls als Stempel, Directia Judeteana P.T.T.R. (Bezirksdirektion der P.T.T.R.) und handschriftlich Brasov.

Rückseitig ein Maschinenankunftstempel 2200 Brasov Of. Tranzit vom 10.2.78. Die beiden vermutlichen Absenderstempel vorder- und rückseitig kann ich leider nicht entziffern.

Die Bedeutung der beiden handschriftlichen Vermerke auf der Vorderseite entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht kann hier jemand mehr darüber erzählen.

Dafür schon im Voraus vielen Dank!

Herzliche Grüße

Gunther
 
10Parale Am: 26.05.2021 16:57:51 Gelesen: 5630# 313 @  
@ Shinokuma [#312]

PENTRU COLETELE EXPEDIATE DE DVS.SOLICITATILA UNITATILE POSTALE AMBALAJE TIP P.T.T.R.

Verlangen Sie für Ihre Pakete die von der Rumänischen Post angebotenen Verpackungen (sinngemäß).

Leider kann ich über die handschriftlichen Vermerke auch nur spekulieren, irgendwelche internen statistische Kennzahlen oder Zählnummern womöglich.

Ich mach mal weiter mit meinen Inflationsbelegen. Für 2,50 Schweizer Franken konnte ich an einem Flohmarkt in Basel heute diesen in vielerlei Hinsicht interessanten Beleg aus der 2. Portoperiode der Inflation erstehen (1.11.1945 - 1.6.1946).

Das Einschreiben datiert von Bukarest vom 25.1.1946 und ist mit 860 Lei freigemacht worden, darunter ein senkrechter 7-er-Streifen der Marke zu 80 Lei. Qualitätsmäßig stellt der Beleg eher ein Studienobjekt dar. Rückseitig 2 Ankunftsstempel von Winterthur, einer vom 10.II.46, der andere von 12.II.46. Interessant der handschriftliche Vermerk auf der Vorderseite: "Frist bis 12.II.46". Dies muss etwas mit der Postlagerfrist zu tun gehabt haben.

Der Brief war also 16 Tage unterwegs, bis er in Winterthur ankam, konnte dann wohl nicht zugestellt werden?

Zudem wurde die Rückseite des Einschreibens als Notizblock verwendet. Wir sehen auch einen Hinweis (links neben dem Stempel) auf die wohl älteste Apotheke in Winterthur, der Mohren Apotheke.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 26.05.2021 22:24:21 Gelesen: 5596# 314 @  
@ 10Parale [#308]

Ein weiterer Brief aus Rumänien Destination Palästina. Diese Destination während der Jahre der Inflation in Rumänien ist sicher auch aus historischer Perspektive sehr interessant, da sie in die Zeit fällt, in der sich das britische UN-Mandat über Palästina allmählich dem Ende zuneigte. Der Lokalverband Even Jehuda wurde erst 1932 gegründet. Der Name geht zurück auf Eliezer Ben-Jehuda (gebürtig Eliezer Jitzchak Perlman geboren am 7. Januar 1858 in Luschki, Russisches Kaiserreich; gestorben am 16. Dezember 1922 in Jerusalem), Journalist, Zionist und Autor von zahlreichen Wörterbüchern, die das moderne Hebräisch (Ivrit) wieder als Muttersprache aufleben ließen.

Der Brief wurde am 4. Juli 1947 in Radauti (Suceava - Bukowina) aufgegeben. Radauti (deutsch: Radautz) gilt als eine der deutschsprachigen Städte der Bukowina, da viele deutsche Siedler sich in der alten moldauischen Stadt niederließen. Ein Großteil davon waren jüdische Deutsche, die Handel und Viehwirtschaft trieben. 1791 wurde eine deutsch-lutherische Gemeinde gegründet und die Konfessionen lebten fast 150 Jahre friedlich miteinander, was allen zu Gute kam. Nach dem Zusammenbruch der Donau-Monarchie wurde Radauti dem Königreich Rumänien einverleibt. Die Stadt, in der der moldauische Herrscher Alexandru cel Bun (der Gute) einst ein Kloster errichtete, kam dann in die Fänge des Sturms des II. Weltkrieges. Die jüdische Bevölkerung wurde nach Transnistrien deportiert und größtenteils ausgelöscht. Im Jahr 2002 lebten in Radauti nahe der Grenze zur Ukraine noch 171 Deutsche.

Der Brief, der vermutlich auch von einem jüdischen Absender stammt, wurde mit 45.000 Lei freigemacht, dabei ein schöner 6-er Block der Marke des Königs Mihail zu 7.200 Lei.

Liebe Grüße

10Parale


 
Quincy Am: 27.05.2021 20:51:22 Gelesen: 5483# 315 @  
Das Porto meiner R-Belege zwischen 1986 und 1991 aus Rumänien zeigen eine interessante Unschärfe. Es schwankt zwischen 35 und 50 Lei und ist mit der Beleggröße nicht korrelierbar. Die Frage stellt sich, ob das zufällig war - vielleicht war das entsprechende Porto nicht genau bekannt oder einfach nicht zu Hand - oder ob es einen anderen Grund gab. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewicht dieser Briefe stark schwankte, ist relativ gering.

Heute zeige ich zu dieser Frage einen R-Beleg vom 31. Mai 1989 mit 40 Lei frankiert.



Zur Illustration der oben angemerkte Porto-Unschärfe hier eine Tabelle meiner Belege aus Rumänien. "dig., publ." heißt, dass der Beleg bereits digitalisiert und unter diesem Thema publiziert wurde. Die noch nicht publizierten Belege in der Tabelle zeige ich gerne noch im Laufe der nächsten Zeit. Interessant wird es vor allem wieder 1992, da in diesem Jahr die Hyperinflation in Rumänien einsetzte.



Gruß
Hans-Jürgen
 
nor 42 Am: 28.05.2021 09:45:13 Gelesen: 5430# 316 @  
#315

Hier ein Beleg der vielleicht interessant ist, da man ähnliches nicht so oft sieht. Das Porto am 28.10.91 war 49 Lei. Vielleicht dient es zur Ergänzung der Tabelle.

nor 42


 
Quincy Am: 28.05.2021 15:03:53 Gelesen: 5410# 317 @  
@ nor 42 [#316]

Hmh ...

Ich würde den Beleg als provisorische Vorausentwertung bezeichnen. Wer weiß, wer die 49 Lei - wenn überhaupt - kassiert hat. Aber dafür ist der Beleg schön und lesbar gestempelt.

Natürlich nehme ich ihn in meine Tabelle gerne auf, die ich zu gegebener Zeit - angereichert mit weiteren Daten - wieder veröffentlichen werde.

Gruß
Hans-Jürgen
 
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