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Thema: Gefälligkeitsstempel gleich abwertend ?
Das Thema hat 32 Beiträge:
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Tabaluga Am: 05.02.2012 12:15:34 Gelesen: 23012# 1 @  
Moin, Moin !

Ich sammele unter anderem auch Bund moderne und alles aktuelle an Neuheiten. Nun habe ich hier gelesen das Gefälligkeitsentwertungen (Marke wurde postalisch nicht benutzt) nicht hoch im Kurs stehen. Persönlich finde ich Marken schön, die eine saubere Abstempelung tragen, ob nun gelaufen oder nicht, spielt doch keine Rolle, oder ? Was mindert denn den Wert, wenn Marken nie den Postweg gelaufen sind ? Dann wären ja alle Marken mit Ersttagsstempel auch minderwertig. Ausnahme auf echt gelaufenen FDCs !

Wer von Ihnen sammelt auch Bund und wie sammelt Ihr ?

mfg
Jens
 
Cantus Am: 05.02.2012 13:05:53 Gelesen: 23001# 2 @  
Hallo Jens,

das mit dem Wert ist so eine Sache. Niemand, der wirklich sammelt und nicht nur versucht, für irgendeine Zukunft zu investieren, sollte sich zu stark am Wert einer Sache orientieren. Eine Briefmarke besitzt grundsätzlich erst dann einen bestimmten Wert, wenn jemand bereit ist, diesen Wert auch mit Geld oder gleichartigen Waren auszugleichen. Bis dahin sind alle Werte nur reine Theorie.

Jeder kann sammeln, wie es ihm gefällt, und manche wollen eben gefälligkeitsgestempelte Werte haben, meistens auf Papier, damit man den Stempel gut erkennen kann, ich dagegen bevorzuge Ortsrundstempel auf einer Marke, und zwar so, dass man den Ort und das Datum bestmöglich lesen kann, denn nur so kann (von Fälschungen einmal abgesehen) zweifelsfrei festgestellt werden, ob eine Marke innerhalb des Gültigkeitszeitraumes bestimmungsgemäß verwendet worden ist. Solche Marken aus dem Bedarf (natürlich auch mit Ortsstempeln, die nur teilweise auf der Marke sind) bilden die Grundlage für Katalogbewertungen, gefälligkeitsgestempelte Werte mit Ersttagsstempel werten dagegen katalogmäßig um einiges weniger.

Nur, was interessiert mich eine Katalogbewertung, wenn mir die eine oder andere Ansicht einer Marke persönlich besser gefällt ?

Viele Grüße
Ingo
 
Dieter Am: 05.02.2012 16:24:53 Gelesen: 22971# 3 @  
Hallo! Ich habe dazu auch meine Meinung. Was heisst Gefälligkeitsstempel, ich kann doch eine Marke oder mehrere auf ein Stück Papier kleben und diese Sache bei der Post abstempeln lassen. Daheim löse ich diese vom Papier und habe eine echt gelaufene, oder.

Ich habe nun einen sauberen Stempel und der ist auch mit richtigem Datum und Ort. Man kann ja sagen, das ist Betrug, aber wer will das in 50 Jahren sagen.

Dieter
 
Rainer HH Am: 05.02.2012 17:24:36 Gelesen: 22950# 4 @  
Das Sammeln von Briefmarken unterliegt immer gewissen Modeerscheinungen. In den 60er / 70er Jahren hiess es noch, bildfrei stempeln, der Eckstempel (Viertelstempel) war das A + O.

Bogenränder wurden entfernt, Einheiten aufgetrennt, beides passte nicht in die Vordruckalben. Heute sind Randstücke, Einheiten und Vollstempel gesucht. Und was gesucht ist, wird eben (Angebot und Nachfrage) teuer. Doch wer kann schon in die Zukunft sehen, wie ist das Sammlerverhalten in 20 Jahren? Ich selbst sammle z. B. moderne Bund Eckrandmarken nur mit Tages-Vollstempel. Während man die Sondermarken ab und zu einmal findet, verklebt niemand die Zuschlagssätze.



Diese Stempelqualität gibt es nur als Gefälligkeitsentwertung, und Tagesstempel sind wesentlich schwerer zu finden als die Ersttagssonderstempel. Auch die Stempel der Versandstellen sind von mir verpönt! ;-)

Gruß Rainer
 
Henry Am: 05.02.2012 17:36:10 Gelesen: 22946# 5 @  
@ Tabaluga [#1]
@ Dieter [#3]

Die folgende Ausführung ist meine persönliche Meinung. Sie wird sicher nicht von allen geteilt, aber eine logische Folgerung darf ich für mich vielleicht doch in Anspruch nehmen.

Generell einig sind wir uns, dass eine Stempelung zeitgerecht sein sollte (siehe Ausführung MICHEL-Kataloge) und mit den Stempelgeräten zu erfolgen hat, die am Postschalter oder bei den Sonderstempelstellen echtlaufend geführt werden.

Bei diesen Stempeln ist es völlig egal, ob der Gummi noch auf der Marke ist oder nicht. Das sind auch keine Gefälligkeitsstempel in dem Sinn, dass die Markenbewertung darunter leidet. Der Gummi kann ja jederzeit entfernt werden und dann gibt es keine Unterscheidungsmöglichkeit zu einer Bedarfsstempelun gmehr. Wenn es auf diese Art zu viel gestempelte Marken gibt, wird sich das automatisch in der Katalogbewertung niederschlagen (früher oder später) und damit ist auch die Verfügbarkeit geregelt.

Anders sieht es allerdings bei Marken aus, die auf Belegen aufgeklebt sind, die nie den Postweg gesehen haben. Diese Belege tragen dann Gefälligkeitsstempel, weil sie eben nachweislich nicht postalisch verwendet werden. Sobald diese Marken aber ausgeschnitten werden fallen sie unter den vorigen Abschnitt. Das gilt aber, wie am Anfang erwähnt, nur für echtlaufend verwendete Stempel.

Nun gibt es aber auch Stempel, die nicht echtlaufend abgegeben werden. Das sind nun eben vor allem die Stempel, die maschinell aufgebracht werden. Betroffen sind davon die Marken, die bei der Versandstelle bei Bestellung in der Form gestempelt bestellt werden. Es mag auch noch für die FDC gelten, die vor Ausgabe der echtlaufenden FDC verkauft wurden. Ich glaube aber, nicht falsch zu liegen, wenn ich das auch für die echtlaufenden FDC unterstelle, auch wenn die nachträglich mit der Anschrift versehen werden. Ich lasse mich aber gerne belehren.

Die Definition der "Gefälligkeitsentwertung" gibt sicher Spielraum für eine lebhafte (und hoffentlich auch bei konträrer Meinung faire) Diskussion.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Martinus Am: 05.02.2012 18:40:31 Gelesen: 22930# 6 @  
@ Rainer HH [#4]

Ich habe hier mal mitgelesen und ich kann das nur bejahen! Bis 1990 habe ich Bund gestempel gesammelt und damals mit meiner Sammlung abgeschlossen! Die Einheit kam und ich habe kein Bund mehr gesammelt! Nun hat mir kurz vor Weihnachten ein Händler ein Album vor die Nase gelegt, da konnte ich nicht anders und habe zugegriffen. Waren die Marken / Blöcke doch allesamt in meinen Lindner T Alben gesammelt! So habe ich 1995 - 1999 in einem Zuge komplett gekauft für sagenhafte 50,- Euro (incl. Binder und Blätter!). Wenn man dann noch von Wertigkeiten sprechen möchte, dann kann ich dazu nur folgendes sagen: Fast 500,- DM Postpreis - stehen fast 600,- Michel Mark gegenüber - selbst bei 20 % habe ich noch ein Schnäppchen gemacht - wobei ich sagen muss, er wollte eigentlich 80,- Euro haben - der Tauschtag war fast vorbei und bevor er es wieder mit nimmt ... so waren seine Worte ... hab ich es gekauft!

Als Anhang hier mal eine Seite aus dem Album, stellvertretend für den Rest. Denn so sehen die ganzen Jahre aus.

mit Sammlergruß Martinus


 
chuck193 Am: 06.02.2012 04:57:25 Gelesen: 22889# 7 @  
@ Rainer HH [#4]

Hallo Rainer,

verklebt niemand die Zuschlagssätze ?

Hier mal ein Päckchen Ausschnitt mit den Zuschlag Marken. Selbst auf Briefen bekomme ich solche Sachen immer mal. Selbst Eckstempel sind nicht schlecht auf einem Brief, dass lässt jedenfalls die Marke ziemlich frei, so kann man die Marke erst recht sehen, ohne das die Marke durch den Stempel verunreinigt wird. Dafür eignen sich auch Ausschnitte.

Schöne Grüsse,
Chuck


 

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