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Thema: Deutsches Reich Besetzung 2. Weltkrieg Ostland: Belege
Das Thema hat 103 Beiträge:
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Regis Am: 11.01.2020 17:19:58 Gelesen: 6234# 54 @  
1941 zum Beginn der Besetzung der ehemaligen baltischen Republiken erschienen regionale und lokale Provisorien, die postfrisch oder gestempelt ausreichend vorkommen. Belegmaterial ist hingegen wenig anzutreffen. Ich stelle hier 3 Belege vor.



1. frankierter Umschlag mit 65 Kop. frankiert. Stempel Utena d 15. 1. 42 Da ab 1.12.41 deutsche Tarife zum Kurs 1 Rubel = 0,10 Rm galt, extrem unterfrankiert - Stempel echt auf Einwohnerpost.



2. Bedarfsbrief, frankiert 4 x 15 Kop + 3 x 20 Kop. = 1,20 Rubel = 12 Pf. Tallinn 5.1.42 an die Deutsche Politische Polizei (Gestapo) in Törnimäöggi. Der Sinn des Aufklebers ist mir nicht klar.



3. Orts-Brief Narwa 8.11.41 alte nirgends klar beschriebene Gebührenperiode. Frankatur 65 Kop. leider rückseitig mit Bleistift entwertet. Es ist alles, was ich an derartigen Frankaturen besitze, ich hätte da gern mehr von Euch gesehen.

MfG Regis
 
hajo22 Am: 11.01.2020 18:04:05 Gelesen: 6217# 55 @  
@ Regis [#54]

Es ist alles, was ich an derartigen Frankaturen besitze, ich hätte da gern mehr von Euch gesehen.

Kein Problem. Einschreibbrief aus Tartu vom 7.10.1941 nach Dorpat adressiert. Viererblocks der Estland 1-3. Die Besonderheit ist deutlich zu sehen.



hajo22
 
Regis Am: 11.01.2020 19:09:41 Gelesen: 6203# 56 @  
@ hajo22 [#55]

Vielen Dank für die schnelle Reaktion - ein schöner Beleg mit dem alten estnischen R-Stempel. Da Dorpat Dienstpostamt wurde, kamen bald deutsche R-Zettel in Gebrauch.
 
hajo22 Am: 11.01.2020 19:38:29 Gelesen: 6195# 57 @  
@ Regis [#56]

Danke für Deine schnelle Rückmeldung. Ich kann noch etliche Belege aus der Zeit und aus dem Gebiet zeigen.

Übrigens, für die, die es nicht wissen: Dorpat = Tartu. Es handelt sich um einen Orts-Einschreibbrief (überfrankiert)!

Regis erwähnt die 1. Besonderheit. Erkennt jemand die 2.?

hajo22
 
Regis Am: 12.01.2020 12:58:37 Gelesen: 6140# 58 @  
@ hajo22 [#57]

Die Frankatur ist außergewöhnlich, da die ungezähnten Marken nicht offizieller Schalterbestand waren. So gesehen eine sehr seltene Sache. Ich sammle das Gebiet, Belege mit den verschiedenen Arten von Stempeln und R-Vermerken und Zetteln. Neben der Bedarfspost, gibt es auch viel Sammlerpost mit zum Teil erstaunlichen Varianten. Dabei hat Herr Prell markante Spuren hinterlassen, von denen ich 2 Beispiele anhänge.



Konstruierte Auslandsantwortkarte mit 1 1/2 Pence Guernsey frankiert (15 Pf.) Einschreiben 30 + Lp 10
Aufgabe Tori 9.9.42 nach Alderney. Viel Bedarfstext an einen dortigen Tauschpartner. Kein Ankunftsstempel. Wie landet so etwas in Chemnitz ?
2. Postkarte Einschreiben Eilboten Luftpost 6 + 30 + 40 + 5 = 81 Pf. gebührengerecht frankiert. Kein Ankunftsstempel. Trotzdem besser als gar nichts.
Wirkliche Dienstpost u.ä. habe ich zum Glück auch etwas.
 
hajo22 Am: 14.01.2020 10:03:39 Gelesen: 6050# 59 @  
Lettland war ebenfalls Teil des Generalpostkommissariats OSTLAND.

Landespost Lettland mit Aufdruck (Latvija Nr. 4) 20 kop. in Mischfrankatur Viererblock 3 Kop. Latvija (russ.) ohne Aufdruck aus Talsi vom 20.7.1941.

Briefporto 30 Kop., hier mit 2 Kop. geringfügig überfrankiert.

Die Aufdruckmarken sowie die Mischfrankaturen mit russischen Lettlandmarken ohne Aufdruck waren nur kurze Zeit möglich (geduldet bis 31.10.1941). Anschließend wurden die Hitler-Marken mit Überdruck "Ostland" verwendet (bis zum Ende 1944/45).



hajo22
 
Regis Am: 15.01.2020 16:36:55 Gelesen: 5984# 60 @  
@ hajo22 [#59]

Herzlichen Glückwunsch.

Einwohnerbedarfsbelege mit dem Aufbrauch der Sowjet-Lettlandmarken sind zumindest nur in geringem Maße bis Deutschland gelangt. Ob viele lettische Sammler das haben ist auch fraglich.

Ein besonders schönes Stück.

MfG Regis
 
hajo22 Am: 15.01.2020 18:29:01 Gelesen: 5973# 61 @  
@ Regis [#60]

Danke sehr für die schnelle Rückäußerung und den positiven Kommentar. Ich denke auch, daß solche Mischfrankaturen nicht allzu häufig zu finden sind.

Nochmals ein Estland-Brief aus Tartu vom 10.11.1941 nach Torma oder Jorma(?) frankiert mit 2x15+15 Kop. (waagrechtes Paar der Nr.4). Ob das Porto mit 30 Kop. stimmt, weiß ich allerdings nicht.



Schönen Abend,
hajo22
 
Regis Am: 16.01.2020 10:55:24 Gelesen: 5921# 62 @  
@ hajo22 [#61]

Dein Brief ist gebührengerecht frankiert. Vom 29.9.41 - 30.11.41 kosteten Orts- u. Fernbrief 30 Kop., Mehrgewicht 15 Kop. Postkarte 20 Kop. Einschreiben 30 Kop.

Zielort ist Torma. Es liegt wenige km östlich Jögeva, eine Bahnstation der Strecke Tallinn - Taps - Tartu.

Ich hatte völlig vergessen, dass ich das EESTI Handbuch von Ojaste im Schrank habe.

MfG Regis
 
hajo22 Am: 16.01.2020 11:31:17 Gelesen: 5914# 63 @  
@ Regis [#62]

Zielort ist Torma. Es liegt wenige km östlich Jögeva, eine Bahnstation der Strecke Tallinn - Taps - Tartu.

Vielen Dank für die Bestätigung der Portorichtigkeit und der Ortsbezeichnung. Manchmal kann man (ich) die Handschriften nur schlecht lesen, je nachdem wie sorgfältig oder schlampig geschrieben wurde.

Ich mache weiter mit einem überfrankierten, philatelistisch inspirierten Einschreibbrief aus Kreenholm/Estland vom 2.1.1942, der echt gelaufen ist nach Narwa (Ankunftsstempel Nar va vom gleichen Tag).

Frankiert mit Estland Nr. 1-9 sowie Hindenburgmarke 4 Pf. und Hitler-Marken mit Überdruck "Ostland" zu 1 und 3 Pf.

Es ist davon auszugehen, daß der Herr Hauptmann Briefmarkensammler war und dankenswerterweise die Marken nicht vom Couvert abgelöst hat.



Schönen Tag und ich freue mich wieder von Dir zu hören,
hajo22
 
Regis Am: 16.01.2020 13:14:02 Gelesen: 5898# 64 @  
@ hajo22 [#63]

Das tolle ist, der Brief ist gebührengerecht frankiert. 8 Pf. + 3,40 Rub- = 34 Pf., Summe 42 Pf.

Auch wenn der Brief bunt aussieht, er ist besser als gedacht. An Post aus der frühen Periode habe ich leider nichts weiter. Vielleicht stelle ich mal Deutsche Post Ukraine ein.

MfG Regis
 
Detlev0405 Am: 16.01.2020 14:50:59 Gelesen: 5889# 65 @  
@ KaraBenNemsi [#31]

Hallo Carsten,

Hat jemand eine Idee was die "Arbeitsgemeinschaft Hannover" war, bei deren Außenstelle in Minsk der Absender arbeitete?

Ja nachdem ich mir den Brief etwas länger angesehen habe, habe ich zumindest eine Vermutung. Bis 1939 war in Hannover die Außenstelle der Spionage/Abwehr des Deutschen Reiches - zuständig für die Bearbeitung des Operationsgebietes "Westen". Nach dem Kriegsbeginn mit der Sowjetunion 1941 wurden auch in der Spionage/Abwehr die Kräfte umgruppiert und im erheblichen Maße auf dieses Zielland konzentriert. So kann auch die Außenstelle Hannover ab diesem Zeitpunkt sich auf die Sowjetunion konzentriert haben.

Für eine solche Hypothese sprechen aus meiner Sicht zwei Fakten. Zum Ersten der Adressat, die Deutsche Bank AG. Zum Zweiten die ungewöhnliche Absenderangabe - Leitweg vorgegeben und ein Postfach.

Es wäre gut wenn Du an einen richtigen Spezialisten aus der Zeit geraten würdest zum Thema Spionage/Abwehr, viel Literatur gibt es im öffentlichen Raum naturgemäß zu solchen Detailfragen nicht. Zumindest ist es ein Denkanstoß für Dich.

Gruß
Detlev
 
hajo22 Am: 16.01.2020 15:52:54 Gelesen: 5881# 66 @  
@ Regis [#64]

Das tolle ist, der Brief ist gebührengerecht frankiert.

Vielen Dank für den Hinweis! :o))

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich die Frankierung auf Portorichtigkeit nie nachgerechnet habe.

Ich mache evtl. noch ein wenig weiter mit "Ostland" um zu Lernen.

Ich habe zwar von diesem Sammelgebiet so manches was mir gefiel im Laufe der Jahre zusammengetragen, habe aber nicht wirklich viel Ahnung davon.

Wenn ich dazukomme, stelle ich am Wochenende wieder einen Beleg ein.

Schönen Abend und nochmals herzlichen Dank,
hajo22
 
KaraBenNemsi Am: 16.01.2020 21:16:29 Gelesen: 5835# 67 @  
@ Detlev0405 [#65]

Hallo Detlev,

danke, dass Du Dir Gedanken gemacht hast.

Die Adressangabe mit Leitweg (postalischerseits vorgeschrieben vom Reichspostministerium) und die Angabe eines Postfachs bei Beleg [#31] sind allerdings nicht ungewöhnlich, sondern völlig normal und zeitgerecht für Belege dieser Art.

Dann bleibt also nur die Deutsche Bank in Göppingen. Nun ja, die Deutsche Bank ist halt die Deutsche Bank. Ich tippe daher eher auf eine Arbeitsgemeinschaft von Firmen aus dem Raum Hannover, die in den besetzten Gebieten, hier in Minsk, ihren Reibach machen wollten. Und einer der Angestellten schrieb anlässlich eines privaten Bankgeschäfts an die Deutsche Bank in Göppingen.

Arbeitsgemeinschaft ist auch heute noch ein gebräuchlicher Begriff im Wirtschaftsverkehr, wenn sich mehrere Firmen zusammentun, um ein Vorhaben gemeinsam zu realisieren, z.B. ein Großvorhaben im Bausektor. Mir ging es mehr darum zu erfahren, welche Firmen das konkret gewesen sind.

Grüße

Carsten
 
hajo22 Am: 19.01.2020 18:32:17 Gelesen: 5710# 68 @  
Fernbrief aus Mädara-Pärnumaal/Estland vom 28.12.1941 nach Tartu (Dorpat). Frankiert mit 1,20 Rubel (= 12 Pf.) zu 20 Kop. + 100 Kop. (Estland Nrn. 5 und 9).



Auf der Couvertrückseite rechts unten das Prüfzeichen "Pickenpack".

hajo22
 
hajo22 Am: 21.01.2020 18:48:21 Gelesen: 5619# 69 @  
Das Reichskommissariat (RK) Ostland bestand aus den drei baltischen Generalbezirken Estland, Lettland und Litauen sowie dem Generalbezirk Weißruthenien.

Das RK Ostland selbst unterstand dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete unter der Leitung von Reichsminister Alfred Rosenberg in Berlin.

Von der Ausgabe für das südlitauische Wilna-Gebiet (Vilnius) kann ich einen RBf. zeigen.

Ortsbrief per Einschreiben Vilnius Gelezinkelio Stotis vom 23.7.1941 und R-Stempel (000003). Frankiert mit 5 und 50 Kopeken (Nr. 10 und 15). Einschreibgebühr 30 Kop. und Ortsbrief (über 20 gr.) 25 Kop.



Von den zahlreichen litauischen Lokalausgaben (Michel Deutschland-Spezial-Katalog 2012: Seiten 1037-1040) kann ich leider keine Briefe zeigen.

hajo22
 
Regis Am: 24.01.2020 15:38:32 Gelesen: 5477# 70 @  
Ostland hier 3 weitere Belege



1. Ein Dienstbrief vom Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete nach Riga, frei durch Ablösung Reich galt hier vermutlich nicht.
2. Kauen 6 Williampol Paketkarte ber 2 Pakete nach Zarasai / Ossersee Aufgabe 6.6.42, Ankunft 9.6.42, Abholung vom Adressaten 11.6.42 vermutlich Zustellung der Paketkarte. Litauischer Aufgabestempel
3. Kedahnen Paketkarte nach Zarasai litauischer Aufgabestempel
 
hajo22 Am: 24.01.2020 17:03:04 Gelesen: 5463# 71 @  
@ Regis [#70]

Du zeigst hier einmalig interessante und schöne Belege.

hajo22
 
Regis Am: 18.02.2020 16:31:47 Gelesen: 5003# 72 @  
Nach einer Pause:



1. Postsache mit stummen litauischen Stempel Mariampol und Einzeiler vom 27.8.1941
2. Dienst-Einschreiben vom Gebietskommissar Ponewesch Dienstmarkenfrankatur 3 Pf zuviel, Normstempelentwertung b; R-Zettel gedruckt. 26.8.43
 
Regis Am: 19.02.2020 14:02:41 Gelesen: 4958# 73 @  


Ein Paket aus Riga kommt in Windau an. Die zugehörige Paketkarte fehlt noch, also wird mit den Daten auf dem Paket eine Notpaketkarte ausgefüllt. Lettischer Stempel Ventspils 14.5.42. das Paket wird dem Adressaten am 15.5.42 ausgehändigt.
 
Regis Am: 20.02.2020 10:29:52 Gelesen: 4913# 74 @  


Paketkarte aus Kaunas / Kauen 1 über 4,2 Kg Gebühr 50 Pf. Aufgabe Kaunas Central litauischer Stempel 12.2.43 Ausgabe Janischken deutscher Stempel 16.2.43



1. Postkarte 5 + 1Pf. Aufgabe lettisches Landespostamt Vestiena9.1.43 Geprüft OKW
2 Feldpostbrief Aufgabe Bahnpost Riga-Dünaburg Zug 3046 21.7.42 b

Riga war Bahnpostknotenpunkt mit 20 Bahnpoststrecken, die ab 1941 bis Herbst 1944 bestanden. Es kamen sowohl deutsche, als auch lettische Bahnpoststempel zum Einsatz
 
hajo22 Am: 20.02.2020 11:34:27 Gelesen: 4900# 75 @  
Einschreib-/Luftpostbrief zu 47 Pf., frankiert mit 15 Pf. Hitler-Überdruck Ostland und Reichsmarken Hitler je 2x15 und 1 Pf. aus Lode vom 29.8.42 mit Blanko-R-Zettel und handschriftlich "Lode Nr. 101) nach Chemnitz (Prell-Brief). Mehrfach nachgeschickt.



hajo22
 
skribent Am: 20.02.2020 15:37:00 Gelesen: 4885# 76 @  
Guten Tag,

hier ein Brief der "Deutschen Dienstpost Ostland" nach Reichenbach im Vogtland.



Obwohl der Tagesstempel vom 24.12.43 sauber abgeschlagen ist, kann man den Ort RIGA nur ahnen.

Der Dienststempel ist von der "Poststelle * Eisenbahn - Verwaltungsamt - Riga", Absender ist ein Mitarbeiter der Reichsverkehrsdirektion in Riga.

MfG >Franz<
 
Regis Am: 22.02.2020 12:49:49 Gelesen: 4758# 77 @  
Generalbezirk Lettland



Paketkarte aus Modohn Paket 2,2 Kg Gebühr 50 Pf. Paketnummernzettel gedruckt lettischer Aufgabestempel Madona 30.12.42 E Latwija Paketausgabe Ugale 2.1.43 B Latwija
 
Regis Am: 24.02.2020 12:52:16 Gelesen: 4687# 78 @  
Generalbezirk Lettland



Paketkartenformular der russ. Bestzung 1940 aufgegeben in Jelgawa / Mitau am 19.2.42 Gebühr 4,7 Kg 50 Pf. Frankatur 2 x 25 Pf. Hindenburg aus Feldpostbeständen der Wehrmacht. Lettische Stempel, Ankunft und Ausgabe Skaistkalne 26.2.42
 

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