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Thema: Rumänien für Sammler
10Parale Am: 29.03.2013 14:55:42 Gelesen: 276442# 1 @  
Hallo zusammen,

bei der 5 Parale Zeitungsmarke handelt es sich zumindest bei der Urmarke vom 1. November 1858 um eine der ganz großen europäischen Raritäten.

Die Gesamtauflage war eigentlich gar nicht so gering: 23.040 Stück wurden in Jassy hergestellt. Dabei wurden 7008 Marken auf bläulichem und 16032 Marken auf weissem und getöntem Papier entworfen und an verschiedene Postämter verteilt.

Leider wurden die Zeitungen (es sollen 24 Zeitungen zu jener Zeit im Umlauf gewesen sein) nach der Lektüre irgendwann mal vernichtet und mit ihnen die Marken. Es sind nur noch von 2 Zeitungstiteln frankierte Marken erhalten blieben, so nennt sich eine Zeitung z.B. "Zimbrulu si Vulturulu", was so viel heißt wie Ochse und Adler. Deshalb sind diese Zeitungsmarken extrem selten.

1862 wurde eine Spätauflage gedruckt, die jedoch wegen einer Änderung des Posttarifs im Mai 1862 nicht mehr zum Einsatz kam. Diese Marke gibt es also nur ungebraucht und hizugefügt sei, nur auf weißem Papier.

Die Nachauflage hat ein eindeutiges Erkennungszeichen: Die Randlinie unten ist unterhalb dem A von IIAP unterbrochen.

Es gibt noch viele weitere Echtheitsmerkmale, die man auch in der Fachliteratur nachlesen kann. Ich möchte hier nur noch auf 2 sichere Merkmale hinweisen, womit auch eine Laie ganz gut erkennen kann,ob es sich um eine echte Zeitungsmarke handelt oder nicht.

1. Der untere Strahl des Stern zwischen den Hörnern ist bei den echten Marken geöffnet.

2. Die Spitzen der Hörner zeigen elegant nach außen. (bei Fälschungen zeigen sie oft nach innen)

Ich finde dass diese klassischen Marken Rumäniens ein interessantes Studienobjekt darstellen. Leider sind, - zumindest die ersten 5 Michel-Nummern betreffend -, die Marken unerschwinglich. Aber das sollte kein Hinderungsgrund sein, sondern ein Motivation nach dem Motto: ich hab sie nicht, aber ich weiß was drüber.

Beigefügt eine andere Marke mit dem Ochsenkopf, die Michel Nr. 6ay (blau auf weißem Papier), die man für ein wenig Gespartes erhalten kann.

Grüße

10Parale
 


Pepe Am: 29.03.2013 22:06:29 Gelesen: 276401# 2 @  
@ 10Parale [#102]

Schade, das diese alte klassische Marke hier nur so klein abgebildet wurde. Den rumänischen Marken sollte man etwas mehr Beachtung erweisen. Eine kleine Klassiksammlung habe ich mal Anfang der 80iger erworben. Und wirklich, auch diese schlummert ein mickriges Dasein. Ich werde sie mal wieder vorkramen und mal sehen, was dort für schöne Überraschungen auf uns warten. Bis dahin schlage ich mal im Tauschbuch auf und gebe diesen schönen, im Stichtiefdruck hergestellten Satz zur Ansicht.



Rumänien, 100 Jahre rumänische Briefmarken, 1958 11 15, Mi Nr: 1750-57

Die legendären Ochsenköpfe, die ersten vier Marken Rumäniens. Man beachte auch das Trennungsgerät.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 30.03.2013 19:27:39 Gelesen: 276353# 3 @  
@ Pepe

Da bin ich mal gespannt, was deine klassische Sammlung aufweist. Die rumänische Post sieht, wie auch dein Beispiel demonstriert, sehr gerne auf die klassische Markenzeit zurück, wie auch im Jahr 2008 während der Weltausstellung EFIRO in Bukarest, wo man das 150 jährige Jubiläum der rumänischen Marken feierte.

Um das Bild zu verbessern, habe ich die Auflösung (600dpi) vergrößert. Ich habe noch eine zweite Marke beigefügt, sie zeigt diese 40Parale vom Typ blau auf bläulichem Papier. Es gibt noch blau auf weißem Papier und grünblau auf gelblichem Papier.

Die sehr seltenen Bögen weisen 32 Marken auf. Diese Marke war nur für die Postbeförderung innerhalb des Fürstentums gültig. Die Berechnung des Tarifs richtete sich nach der sogenannten Gewichtsstufe in Kombination mit der Entfernung. Doch dies ist ein Thema, dem ich mich mal gesondert widmen will.

Ja, das Trennungsgerät war wohl eine Schere, wie auf der Marke abgebildet. Vielleicht auch ein scharfes Messer. Insofern ist garantiert, dass keine Marke der anderen gleicht und das jedes Markenbild sozusagen ein anderes Rand-Dasein führt, so eben wie die Rumänien Philatelie.

Grüsse

10Parale


 
Pepe Am: 30.03.2013 21:46:12 Gelesen: 276329# 4 @  
@ 10Parale [#747]

Naja - "Nicht schön, aber selten". Immerhin sind diese Marken älter als der älteste Mensch, welcher noch lebend auf diesem Planet umher irrt. Und rechts unten die beiden letzten Buchstaben: EI. Und das zu Ostern!

Meine Rumäniensammlung ist ja nicht auf meinen Mist gewachsen. Sie wurde ohne Ausnahme von mir im Jahre 1985 im ehemaligen Ostberlin von der Witwe des Sammlers gekauft. Der Sammler hat nach dem DDR LIPSIA Katalog gesammelt, hat allerdings auch einen Michelkatalog gehabt. So sind die Marken je mit zwei Nummern beschriftet. Oben der LIPSIA und unten der Michel. Da gab es oft Unterschiede. Mal scheint der eine Katalog ausführlicher, mal der andere.

Ich habe hoffentlich noch den Textteil des LIPSIAS (muß ich noch suchen). Mein Michelkatalog ist der Europa Ost 2003/2004 Band 4. Sehr wahrscheinlich werden Klassikforscher über die alten Marken schon Bücher schreiben.

Und ich habe offen gesagt von diesen Marken Null Ahnung. Dem Altsammler, so will ich ihn vorerst einmal nennen, traue ich schon einige Kompetenz in der Philatelie zu. Seine Witwe hatte bei ostdeutschen Auktionen einen sechsstelligen Betrag eingefahren.

Die Klassik Rumäniensammlung umfaßt mal gerade 126 Werte bis 1900. Und nur sehr wenige sind geprüft.

Heute mal ein erstes Stück. Mi 10 Ix, P bedeutet, Marke sollte geprüft werden.


Rumänien 1862 Mi 10 Ix

Freue mich auf Meinung des Experten.

Nette Ostergrüße
Pepe
 
10Parale Am: 31.03.2013 13:15:50 Gelesen: 276298# 5 @  
Hallo Pepe,

als Experte möchte ich mich nicht bezeichnen, aber ein wenig Kenntnisse habe ich mir angeeignet, was die klassischen Ausgaben Rumäniens betrifft.

Gratuliere erst einmal zu diesem besonders schönen Exemplar der Michel Nr. 10Ix, mein Eindruck verfestigt sich, dass es sich um eine echte Marke handelt. Es handelt sich um den sogenannten Handeinzeldruck auf einfachem Papier. Die äußere der beiden Randlinien ist dick, die innere Randlinie dünn gezeichnet.

Besonders beeindruckt mich der abgeschlagene Stempel. Ich musste gerade Dragomirs Kiriac´s "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" aufschlagen und sehe, es handelt sich um Fig. 73 "FRANC0 TEKOUTCI", also einen Art Rahmenstempel, der dem Postamt in Tekoutci (Tecuci - historisches Gebiet Fürstentum Moldau)zugeordnet werden kann.

Es gab 18 solcher Rahmenstempel und ich denke hier handelt es sich um einen historisch bedeutsamen Nachweis dieses Postamtes.

Dies ist übrigens meine Lieblingsmarke und ehrlich gesagt, ich würde sie an der Stelle kaufen.

Ich sende Dir beigefügt ein Briefstück mit der Michel-Nr. 10Ix, 30 Parale blau mit schwarzem Doppelkreisstempel Bucuresti 30/7. Diese Marke ist geprüft von Herrn Heimbüchler und wurde als echt befunden.

Im Gegensatz zum Handeinzeldruck gab es 1864 noch den Plattendruck mit dem gleichen Markenbild, wo es gelang durch technischen Fortschritt 40 Marken in einem Druckvorgang auf den Bogen zu setzen. Diese spätere Ausgabe war lediglich 3 Monate in Verwendung und ist deshalb auf Briefen und mit Abschlag höchst selten.

Grüße

10Parale


 
Carolina Pegleg Am: 31.03.2013 16:38:25 Gelesen: 276271# 6 @  
Hallo 10Parale,

vielen Dank für die tollen Infos. Ich habe auch eine kleine Sammlung von Rumänien und freue mich mehr über die Marken erfahren zu können. Bei vielen der klassischen Marken ist es ja schwer zu sagen, ob man Originale besitzt. Hier meine Nummern 9/10, die ich bislang nicht näher zugeordnet habe. Man beachte die grossen Unterschiede im Detailreichtum zwischen beiden Marken. Ich bin mir nicht sicher, dass sie echt sind.



Vielleicht kannst Du Dich nochmals daran versuchen?

Vielen Dank!

Arno
 
10Parale Am: 31.03.2013 20:02:12 Gelesen: 276246# 7 @  
@ Carolina Pegleg [#6]

Erst einmal freut es mich, dass mein Thema diese Resonanz findet. Vorab habe ich mit der blauen 30 Parale Handeinzeldruck mit dem gut sichtbaren Abschlag FRANCO JASSY (Dragomir Fig. 66) wenig Probleme, müsste Michel 10Ix sein und meiner Meinung nach echt. Das Markenbild wird oben durch den Scherenschnitt? leicht tangiert. Die Marke wurde irgendwann zwischen November 1858 und Mai 1862 abgeschlagen.

Die linke karminrosa 6 Parale gibt es in gestempelter Form ausschließlich als Handeinzeldruck. Von den 188.800 Stück, die vom Plattendruck 1864 in Jassy hergestellt wurden, kam keine einzige in den Umlauf. Diese Marken gibt es lediglich ungebraucht.

Interessant ist der Teil des auf der Marke sichtbaren Stempels "FRANCO BOTOSCHENI". Von den oben erwähnten 18 Postämtern verfügte jedes Postamt über einen Rahmenstempel, der sich vom anderen unterschied. FRANCO BOTOSCHENI ist ein rechteckiger Rahmenstempel mit einer Linie zwischen FRANCO und BOTOSCHENI. Dieser Mittelstrich, der kurz vor dem I von Botoscheni endet vermisse ich. Das will aber noch nichts sagen.

Ich halte die Marke auch eher für einen Plattendruck-Typ. Ich sehe beim A und R von PAR sehr nah an den Buchstaben Punkte, wie sie nur beim Plattendruck auftreten.

Sorry, aber die Michel Nr. 9 ist schwer zu identifizieren. Ich persönlich halte sie für eine MICHEL NR. 9 II mit einem Stempel, der entweder falsch ist oder noch nicht gelistet. Um so dringlicher würde ich eine Prüfung empfehlen. Sollte sich herausstellen, dass die Marke und der Stempel echt sind, sicher eine Bereicherung um das Wissen um die 9.

Aber wie gesagt, ich bin kein solcher Experte und wage es auch noch nicht mehr darüber zu sagen. Schließlich haben wir auch Bilder vor uns und können das Gesehene nicht greifen.

Beigefügt eine 30 Parale mit eine ähnlichen Abschlag, 10Ix FRANCO JASSY.

Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 31.03.2013 21:36:36 Gelesen: 276228# 8 @  
@ 10Parale [#7]

Ja die alten Marken sind doch immer wieder interessant und leider hört bei meiner Sammlung die Ochsenkopf Story schon auf. Es gibt da noch einen "Joker", den hebe ich für den Schluß auf.

Habe noch die alten Lipsiaseiten gefunden und kann nun das kleine a bei der Lipsiaauszeichnung begründen.

Der Katalogtext stammt von 1973! Da gab es die Nr. 10Ix in Farbe a - blau und Farbe b - grünblau.

Bei Wunsch kann ich die Seite mal einstellen.

Nun kommt in meiner Sammlung gleich ein Sprung zur Nr. 14



Rumänien 1866/1867 Mi Nr: 14y

Hier ist der Stempel leider nur sehr mäßig.

Nette Ostergrüße
Pepe
 
Carolina Pegleg Am: 01.04.2013 01:49:21 Gelesen: 276210# 9 @  
Vielen Dank für deine Einschätzung, 10parale! Die werde mich für beide Marken um Ersatz bemühen. die 30par ist echt, aber nicht wirklich schön (es gibt ein Nadelloch wo der Stempel durch das sehr dünne Papier durchgeschlagen ist), und die 6par ist also eine vermutlich falschgestempelte 9II. Ich hatte beide Marken bei mir im Katalog auch nicht abgehakt, also "kein Verlust."

Ich hänge mich dann auch mal mit meinen Marken der 1866er Ausgabe dran. 16x, 14y, und 16y, wobei die 14y und 16y mit den Strichstempeln sehr verdächtig aussehen. Ich hatte mir daher bislang nur die 16x als vorhanden notiert, was natürlich nicht heisst, dass die nicht auch falsch sein kann.


 
Markdo Am: 01.04.2013 10:37:57 Gelesen: 276188# 10 @  
Anbei ein Scan der Rumänien Nr. 4.

Ich gehe von einer Fälschung aus, vielleicht könnte Parale Licht ins Dunkel bringen.


 
Pepe Am: 01.04.2013 21:26:48 Gelesen: 276158# 11 @  
Um besseren Überblick zu haben, zeige ich ebenfalls gleich meine Nr 16.



Rumänien 1866, Mi Nr: 16 x

Das kleine b (nach LIPSIA Katalog) bedeutet, schwarz auf dunkelrosa, TYP II. Hier ist der Michel leider oberflächlicher wie der ehemalige LIPSIA.

Viel Aufklärungsarbeit für 10Parale, ich hoffe aber sehr, daß das richtig Spaß macht und danke schon mal im voraus.

Netten Osterausklang
Pepe
 
10Parale Am: 01.04.2013 21:31:50 Gelesen: 276157# 12 @  
@ Markdo [#10]

Könntest Du die Rückseite der Marke einscannen? Dies ist sicher keine Original-Marke, aber es wäre dennoch interessant die Provenienz solcher nicht dem Urbild entsprechender Marken zu eruieren.

An Carolina Pegleg möchte ich appellieren, nicht zuvorderst die Flinte ins Korn zu werfen. Die 6 Parale würde ich einer Prüfung unterziehen, wirklich. Weshalb sollte der Stempel Botoschani nicht echt sein? Nur weil 10Parale dieser Ansicht ist?

Ich habe 2 Quellen für mein Wissen: Kiriac Dragomir und ein Auktionskatalog von Corinphila, worin dieser Stempel abgebildet ist - übrigens ein sehr rarer Stempel (scarce). Es handelt sich um einen Stempel, der in diesem Postamt von Hand abgeschlagen wurde. Vielleicht war der Mittelstrich beschädigt? Lassen wir diese Option einfach gelten, vieles in der Philatelie geht in den Bereich der Spekulation - die Kunst ist der Nachweis.

Die dargestellten Marken "Carol cu favoriti" - "Karl mit Kotelettenbart" muss ich gesondert untersuchen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Mäanderlinien einmal oben rechts und einmal oben links beginnen, dann gibt es Unterschiede in der Farbgebung, aber dies ist nicht an einem Abend auszumachen. Ich lasse von mir hören.

Die Michel 14y von Pepe halte ich auf Anhieb für echt, der Stempel ist zart, aber auf dieser Marke sind Stempel allgemein schwer erkenntlich.

Die Stempel bei Carolina Peglegs Marken muss ich nachfragen. Ein Highlight ist, dass man bei der 20 Parale Marke sofort die unterschiedlichen Mäanderlinien erkennt. Die linke Marke scheint echt zu sein. Mehr dazu einmal später.

Beigefügt noch eine Michel Nr. 10 II auf Brief, höchst selten, da Verwendungszeit nur 3 Monate.

Grüße

10Parale


 
Markdo Am: 02.04.2013 11:20:36 Gelesen: 276109# 13 @  
Wie gewünscht hier nochmal Michelnr. 4 inklusive Rückseite.


 
10Parale Am: 03.04.2013 22:11:49 Gelesen: 276063# 14 @  
@ Markdo [#13]

Ja, Rumänien sammeln macht Spaß und manchmal kommt man ins Schwitzen. Vor allem dann, wenn man solche seltenen Marken sieht, die dann leider auch noch falsch sein können.

Mein Tipp: Aufbewahren, aufbewahren, aufbewahren und mal an eine Börse mitnehmen, wo Fachmänner sind, auf die man sich verlassen kann, so wie in der ARGE Rumänien.

Zu dem Stempel FRANCO BOTOSCHANI (Rahmenstempel) habe ich noch das Bild einer 30 Parale Marke ausfindig machen könnnen, welches zeigt, dass die Stempel "leiden" (der Mittelstrich ist unterbrochen) und deshalb halte ich die abgebildete Michel Nr. 9 nicht unbedingt mit einem falschen Stempel versehen. Aber es ist schwierig bei einem so kleinen Teilausschnitt eines Stempels etwas über den ganzen Stempel zu sagen.

Vielleicht stellt der eine oder andere auch noch etwas ein, an dem sich das Sammler-Herz erfreut.

Grüße

10Parale


 
Carolina Pegleg Am: 05.04.2013 04:06:55 Gelesen: 276013# 15 @  
@ 10Parale [#12]

Bezgl. meiner Michel Nummer 9 legst Du weiter oben, [#7], ganz überzeugend dar, dass es ziemlich sicher eine 9II ist, die es echt gestempelt nicht geben kann. Also selbst wenn der Stempel echt ist, ist es "bestenfalls" eine nachträglich gefälligkeitsgestempelte Marke. Ich glaube nicht, dass es sich wirtschaftlich lohnt, sich das bestätigen zu lassen.

Hier dann meine nächsten Marken, die 1868er Serie, Michelnummern 17-20. Auch davon gibt es wohl reichlich Fälschungen. Merkwürdig erscheint der Stempel auf der Nr. 20, der nicht postalisch aussieht.



Und weil ich einmal am Scannen bin, die 1869er Serie, Michel 21-25, gleich hinterher. Für die Farbvarianten interessiere ich mich nicht, und habe daher nur jeweils eine Hauptnummer.



Vielleicht ist ja bei diesen Marken, von mir unerkannt, etwas bemerkenswertes dabei.

Vielen Dank für's drüberschauen!

Arno
 
Pepe Am: 05.04.2013 17:26:10 Gelesen: 275977# 16 @  
@ Carolina Pegleg [#15]

Ich habe meine einzeln eingescannt und will hier mal mit am Ball bleiben. Vielleicht schauen ja noch mehr Sachverständige zu und man kommt auf diese weise Fälschungen au der Spur. Den ernsten Rumäniensammler wird das freuen.





Die Farben sind aus dem Lipsia Katalog folgende:

17a orange, 17b gelborange
18a violett, 18b lebhaftviolett
19a dunkelblau, 19b hellblau
20a ziegelrot, 20b rosa

Freue mich schon auf Resonanz, die 16x nicht vergessen.

Nette Grüße
Pepe
 
Pepe Am: 05.04.2013 18:09:11 Gelesen: 275966# 17 @  
Rumänien 1869









Farben nach Lipsia:

21a orange, 21b gelborange, 22a blau, 22b ultramarin, 22c indigo,
23ax gewöhnliches Papier zinnober, 23bx rotkarmin, 23y gestreiftes Papier
24 und 25 wie im Michel,
24 orange/blau, 25a blau/rot, 25b indigo/rot

Der Prüfer signierte 'Star' b

Vielen Sammlerspaß
Pepe
 
10Parale Am: 05.04.2013 18:58:47 Gelesen: 275955# 18 @  
@ Carolina Pegleg [#15]

Eigentlich auch @ pepe:

Wow, was für ein Spaß und eine Herausforderung.

Da ich im Vollerwerbs-Leben stehe und eine Familie habe, bitte ich um Verständnis, dass ich für die Anfragen meine Zeit brauche. Es sind halt eben auch Bilder und es ist ein Unterschied, ob ich ein digitalisiertes Foto betrachte oder eine Briefmarke vor meinen eigenen Augen habe.

Die Michel Nr. 14 und 16 sind auf Grund Ihrer Druckfarben sehr schwer zu beurteilen und was bedeutet es, wenn ich Pepe sage, meines Erachtens nach ist die Michel Nr. 16x Typ II echt.

Die breitrandige 5 Bani Marke orange (Michel Nr. 21) mit dem wunderschönen blauen Agraffenstempel von Berlad Datum 11-12 würde ich auf der Stelle kaufen (mein Geburtsdatum).

Michel Nr. 17 (Carolina Pegleg) (2 Bani - gelb, orange lt. Michel) aus dem Jahr 1868 ist in 3 Auflagen gedruckt worden. Die hier abgebildete Marke dürfte vom Typ ocker sein, also der 3. Auflage 1869 entstammen. Der Stempel entwertet die Marke und kann nicht gelesen werden.

Mehr Antworten gibt es ein anderes Mal, Sachverständige bitte vortreten.

Grüße

10Parale
 
Carolina Pegleg Am: 14.05.2013 03:35:34 Gelesen: 275751# 19 @  
Heute ist mir eine weitere Rumänien Michelnummer 10 untergekommen, die im Format grösser erscheint, als die bislang gezeigten Marken? Links meine bereits schon einmal gezeigte andere Marke im Vergleich.



Was ist denn davon zu halten?

Arno
 
10Parale Am: 15.05.2013 11:54:44 Gelesen: 275706# 20 @  
Hallo,

sorry, wegen eines Trauerfalles war die Philatelie die letzten Wochen sehr weit weg von mir.

Bei den beiden oben abgebildeten Marken handelt es sich - das ist meine Ansicht - um eines der schönsten Markenmotive in der Philatelie. Man sieht ein Posthorn, einen Ochsenkopf, einen Adler und einen Stern. Der Adler steht für die Walachei, der Ochse für die Moldau. Beide Fürstentümer vereinigten sich zu den "Vereinigten Fürstentümer" oder wie in englisch zu den "United Principalities".

Es wurden Marken zu 3 Parale (gelb), 6 Parale (rot) und 30 Parale (blau) herausgebracht, um mit den Farben auch die Nationalfarben Rumäniens zu demonstrieren.

Die rechte obere Marke ist auf jeden Fall eine der Ausgaben im Handeinzeldruck. Dafür wurden 3 Papiersorten verwendet, hier dürfte es sich um das sehr glatte, weiße (bis gelbliche) Papier handeln. Die Marke ist sehr breit geschnitten, das zeigen die ausladenden Ränder. Ich halte die Marke für echt, obwohl ein Bild immer auch täuschen kann. Man sollte eine Marke auch fühlen können, um Gewissheit zu erlangen. Die Marke hat sich sehr gut erhalten, die Farben und der Kontrast sind sehr deutlich, die Rahmenlinien (aussen dick, innen dünn) fast schon zu perfekt. Den schön zentrierten Stempel kann ich nur erraten, Galati, Pitesci, Ploesci?

Die Marke ist es wert, geprüft zu werden, denn sie ist in Echtheit ein besonderes Stück (10Ix). Beigefügt eine geprüfte Marke, 30 Parale, blau auf glattem Papier, Michel Nr. 10Ix mit Stempel BUCURESCII 15/8. Es ist eine überrandig geschnittene Marke und dürfte laut Foto-Attest vom rechten, oberen Bogenrand stammen.

Grüße

10Parale


 
Carolina Pegleg Am: 16.05.2013 18:48:48 Gelesen: 275673# 21 @  
Hallo 10parale,

vielen Dank für Deine Einschätzung. "Fast schon zu perfekt" ist auch meine Meinung. Da Du eine Prüfung ansprichst: Kannst Du einen Prüfer empfehlen? Ich habe die Marke für das Stück US$ 32 bezahlt; gekauft von meinem Stammhändler, bei dem ich die Marke problemlos zurückgeben kann, wenn sie falsch ist.

Das Problem ist natürlich die Prüfgebühr. Wenn ich die Marke zur APS gebe, kostet es die Mindestgebühr von US$ 20 plus 2x Porto für Einschreiben, was es bei der relativ geringwertigen Marke fast nicht wert ist. Andererseits habe ich auch keine Lust, mir eine Fälschung ins Album zu stecken. Also in den sauren Apfel beissen?

Arno
 
10Parale Am: 16.05.2013 20:18:14 Gelesen: 275659# 22 @  
@ Carolina Pegleg [#21]

Hallo Arno,

empfehlen kann ich Herrn Dr. Gmach oder Herrn Heimbüchler von der Arbeitsgemeinschaft Rumänien. Wegen der Prüf-Gebühr, das ist tatsächlich überall der saure Apfel, in den man beißen muss...

Obwohl ich selbst auch Mitglied der ARGE Rumänien bin, habe ich noch nie eine Marke dort prüfen lassen. Ich habe bestimmt auch ein paar Fälschungen oder Arrangements in meiner Sammlung. Dennoch sind auch die zweifelhaften Exemplare Studienobjekte und es empfiehlt sich in meinen Augen immer, geprüfte Stücke als Vergleichs-Objekte heranzuziehen.

Ich habe mir die Marke noch einmal genauer angeschaut und das Papier ist so weiß auf dem Foto, dass ich es gerne auch einmal fühlen würde. Dennoch nicht den Kopf in den Sand stecken. Ich habe einmal 3 verschiedene Farb- bzw. Papiertypen eingescannt. Die mittlere Marke mit dem seltenen Stempel "Moldova 31/10" gehört auch zu diesem Papiertyp "weiss". Sie ähnelt in einer gewissen Weise Deiner Marke, sie hat mich mal 30 € im Online-Handel gekostet. Ich halte sie für echt.

Links ist eine dieser Marken mit gestreiften Papier, die unter der Nummer z laufen. Besonders die Michel Nr. 10IIz sind äußerst selten im Februar 2013 wurde in Zürich solch eine ungebrauchte Einzelmarke für über 300 SFr. versteigert.

Mein Exemplar scheint die 10Iz zu sein, es gibt keine Hinweise auf Plattendruck.

Rechts sieht man den Papiertyp blau, einfaches Papier, läuft unter 10x (hier 10Ix) - selten der rote Stempel Bukarest.

Übrigens stammen alle Papiere für die 30 Parale Marken aus England.

Grüße

10Parale


 
Carolina Pegleg Am: 16.05.2013 23:58:55 Gelesen: 275631# 23 @  
Hallo 10parale,

vielen Dank für die beiden Namen. Ich werde wahrscheinlich noch ein paar Marken ansammeln, bevor ich eine Prüfsendung los schicke. Die Klippe ist ja zunächst einmal die Mindestgebühr pro Sendung und eine einzelne Marken prüfen zu lassen, ist eben sehr unwirtschaftlich, wenn es nicht gerade eine Weltrarität ist.

Um noch einmal auf die Marken weiter oben unten [#15] zurückzukommen, hast Du eine Idee worum es sich bei dem seltsamen Stempel auf der 18 Bani, Michelnummer 20, "..COMMAND.., N.___, Galatz" handeln kann? Ggf. ein Einschreibestempel ("recommande") irrtümlich (oder vorschriftsmässig?) als Entwertung gebraucht? Oder ein offensichtlicher (Phantasie-) Falschstempel?

Vielen Dank!

Dieses Thema hat mein Interesse an der schlummernden Rumäniensammlung wiedergeweckt.

Arno
 
Heinrich3 Am: 17.05.2013 11:04:16 Gelesen: 275607# 24 @  
Nur zur Information:

Vor wenigen Tagen habe ich mit dem früheren Prüfer, Herrn Heimbüchler, telefoniert und von ihm nochmals erfahren, daß er nicht mehr prüft. Er ist auch auf der Homepage des BPP nicht mehr als Prüfer für Rumänien genannt. Es bleibt also Herr Dr. Gmach.

MfG
Heinrich
 
Pepe Am: 17.05.2013 20:14:20 Gelesen: 275584# 25 @  
Hallo 10parale,

auch ich hätte gerne etwas über die Stempel meiner Nummern 20, 24 und 25 gewusst. Würde mich sehr über Deine Meinung freuen und wünsche angenehme Pfingsten.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 17.05.2013 22:44:06 Gelesen: 275567# 26 @  
@ Pepe [#25]

Zu [#24]: Meine Recherche hat ergeben, es handelt sich um einen besonderen Stempel "ROMAN vom 29. APR. 71 (April).

Dieser Stempel kam nach 1870 in Umlauf und ist bei Kiriac Dragomir unter Abb. Fig. 195 auf Seite 108 abgebildet. Also ein richtiger historischer Stempel mit einem Sternchen mit 8 Zacken.

Zu [#25]a: Das ist ein hochinteressanter Stempel, BOTOSANI, 27 JUN. 72, eigentlich ein Stempel, der durch seine blaue Farbe Erstaunen bei mir hervorruft. Lt. Dragomir Kiriac dürfte es diesen Stempel (ebenfalls mit Sternchen mit 8 Zacken) in roter Farbe geben, aber blau? Diese Marke würde ich jedenfalls Dr. Gmach vorlegen, denn hier könnte eine sehr seltene Farbe dokumentiert sein.

Apropo, Heinrich hat Recht, Herr Heimbüchler prüft nicht mehr, sorry. Ich bin ihm im Februar in Zürich begegnet und seine Begeisterung für die rumänische Philatelie ist sofort auf mich übergesprungen.

Zu [#20]a: Jassy Sera, Abends (im Gegensatz zu Dim für dimineata: morgens), relative Spät-Verwendung des Stempel Fig. 175 bei Kiriac Dragomir auf Seite 104 - diese Stempel zeigen nur den Tag und den Monat, leider nicht das Jahr.

An ARNO:

Ich bin auf der Suche nach diesem Stempel, aber konnte ihn bislang nicht zuordnen. Es kann sich tatsächlich nur um eine Art Einschreiben (Recommandat) handeln, aber bei dieser Marke aus dem Jahr 1868 ist mir dieser Stempel noch nicht vorgekommen. Ich werde weiter forschen.

Grüße

10 Parale
 
Heinz 7 Am: 23.05.2013 15:40:12 Gelesen: 275490# 27 @  
Hallo Rumänien-Gruppe!

Schön, dass sich seit dem Beitrag von 10 Parale ein munteres Hin-und-her entwickelt hat! Gerne nehme ich daran ein bisschen teil und kann vielleicht sogar ein wenig weiterhelfen. Ich bin seit vielen Jahren Sammler von Altrumänien, und das Gebieter fasziniert mich sehr!

Zum "Initiator" dieser "Plauder-Gruppe" sage ich augenzwinkernd: "10 Parale" - das ist kein guter Name, denn es gab im 19. Jahrhundert tatsächlich einen Fälscher, der versuchte 10 Parale-Marken unter die Leute zu bringen! Es waren ebenfalls runde Ochsenköpfe.

Zu Pepe [#4] sage ich, er hat tatsächlich ein schönes Stück der 30 Parale (3. Ausgabe). Die FRANCO-Stempel finde ich (wie 10 Parale) total schön (jede Stadt hatte eine andere Stempelform); da lohnt es sich sehr, wenn man versucht, die verschiedenen Stempel zu finden. Das kann man auch mit wenig Geld erreichen.

Anders sieht es mit der 30 Parale aus [#6]. Das Stück ist in dieser Erhaltung "wertlos" (siehe auch Einschätzung [#9]), kann aber als Vergleichsstück gute Dienste leisten. Zu der 6 Par. kann ich mich nicht verbindlich äussern, ich sage einfach nur, dass in der ARGE Rumänien KEINE 9 II (Plattendruck) gestempelt als echt anerkannt werden (soviel ich weiss). Darüber gab es auch in der Literatur/in Zeitschriften schon x Debatten, und das Thema ist meines Wissens abgeschlossen. Stempelfälschungen gibt es leider zuhauf, gerade bei diesen Marken.

Die 14y [#8] ist echt, aber, wenn der Stempel nicht identifizierbar ist, kann man sich auch nicht so 100% darüber freuen (weil echt gebraucht ist die Marke deutlich besser als ungebraucht). Die beiden Stücke aus [#9] hingegen halte ich für falsch; ich denke, es sind Ganzfälschungen von Spiro (?) (Ich bin in den Ferien und habe keine Literatur zur Hand; das lässt sich aber feststellen). Spiro hat ganze "Kleinbogen" nachgemacht und dann u.a. mit diesem Strich-Stempel "aufgebessert".

Die 108 Par.-Marke [#10] ist sicherlich nicht echt; ich kann zwar nicht genau sagen, was es ist, aber sie sieht einfach nicht "richtig" aus... Sorry, Markdo, aber nicht traurig sein: Wenn DIESE Marke mit diesen Riesenrändern echt gewesen wäre, das wäre ein sensationelles Stück. Es gibt weniger als 2 Dutzend ungebrauchte 108 Parale-Marken; das wäre eine Welt-Seltenheit!

Ich werde noch mehr Kommentare posten, aber dazu benötige ich mehr Zeit.

Viel Vergnügen aber allen beim Rumänien-Sammeln! Das ist ein Top-Gebiet, das unendlich viele Möglichkeiten bietet. Mehr davon später, wenn Ihr wollt.

Heinz
 
Carolina Pegleg Am: 24.05.2013 17:31:50 Gelesen: 275427# 28 @  
Hallo Heinz,

schön neben 10parale noch einen weiteren erfahrenen Rumäniensammler zu haben. Vielen Dank für Deine weiteren Hinweise. Die leider nicht sehr schöne Michelnummer 10 habe ich ja nun, siehe [#19], gegen ein schöneres Exemplar austauschen können - was aber fast schon "zu schön" ist.

Bezgl. der Strichstempel in [#9] auf den Michelnummern 14y und 16y konnte ich herausfinden, dass diese auf Fournier-Fälschungen vorkommen:

http://www.geocities.com/claghorn1p/FournierAlbum/121/121.htm

Was aber auch nicht heisst, dass diese Stempelform nicht auch echt sein kann (?). Ich habe mit online erhältlichen Fournier-Alben verglichen, und eine Michelnummer 14 ist darin nicht enthalten, was heissen mag, dass diese Marke von Fournier nicht gefälscht wurde (?). Sehr verdächtig bleiben mir beide Marken gleichwohl.

Allgemein gefragt: Könnt ihr, Heinz und 10parale, vielleicht 1-2 Bücher "Einstiegsliteratur" empfehlen, mit denen man sich zu Fälschungen von Rumänien schlau machen, und wenigstens die häufigsten Fälschungen herausfiltern kann? Am Ende bleibt dann immer noch die Prüfung, aber ein bisschen eigene Kenntnis möchte ich mir schon selbst aneignen.

Arno
 
Pepe Am: 24.05.2013 21:00:16 Gelesen: 275413# 29 @  
@ Heinz 7 [#27]

Mit Freude und spannender Erwartung begrüße ich einen neuen Philaseiten Mitstreiter. Natürlich erhoffe ich mir auch viele interessante Bilder von den alten 'Klassikern'. Das macht doch immer wieder Spaß und ich finde Gefallen an die alten Marken, egal ob geringer oder hoher Katalogwert. So werde ich mich an das Einscannen der folgenden Ausgabe machen. Bin also bald wieder da.

Nette Grüße
Pepe
 
Pepe Am: 26.05.2013 15:08:11 Gelesen: 275370# 30 @  
Meine Nr 25b [#17] möchte ich nochmals von der Rückseite zeigen. Da würde mich interessieren, wie man diese Altprüfungen heute beurteilt. Der Altsammler lebte ja bis 1984 in Ostberlin. Die Prüfung ist also noch älter und von einen DDR Prüfer vorgenommen. Und war es üblich, die Farbnummer neben den Prüferstempel mit Bleistift hinzuschreiben ? Und wie sehen im Gegensatz aktuell geprüfte Marken aus? Und wie würde es aussehen, wenn man eine Nachprüfung vornehmen würde? Vielleicht kann jemand mal Beispiele zeigen.

Dann möchte ich nochmal einen Auszug aus den damaligen Katalog zeigen, dieser war ja als Grundlage dieser Sammlung die Basis und auch Grundlage für die Prüfungen.



Der Katalog weist Unterschiede zum Michel auf. Mein Michel ist allerdings schon 10 Jahre alt.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 30.05.2013 19:56:10 Gelesen: 275320# 31 @  
@ Heinz 7 [#27]

Ja, als "Initiator" der "Plauder-Runde" habe ich wirklich einen Namen gewählt, -10Parale-, und mir dabei auch etwas gedacht. Hier nur ein kurzer Ausflug:

In Fürstemtum Moldau waren wie übrigens auch in deutschen Landen zu jener Zeit verschiedene Geldwährungen im Umlauf, wie z.b. der französische Franken, das türkische Pfund, der österreichische Dukaten und der Leu. So waren auch französische Franken im Umlauf und 27 Parale (Rumänien Michel Nr. 1) entsprach dem Wert von 25 französischen Centimes. Entsprechend dieser Umrechnung entsprachen die weiteren Wertstufen 54 Parale = 50 Centimes, 81 Parale = 75 Centimes und 108 Parale = 100 Centimes = 1 Franc.

Dies war die Umrechnung der sogenannten 1. Moldau-Ausgabe, den berühmten Ochsenköpfen. Bei der 2. Ausgabe ging man auf das Dezimalsystem über und so kam es zu den Werten von 5 Parale (Zeitungsmarke), 40 Parale (= 1 Leu) und 80 Parale (2 Lei).

Der sogenannte Fälscher, der von Heinz 7 erwähnt wird, gab es wirklich und aus welchem Grund wohl versuchte er den Leuten runde Ochsenkopf-Marken im Wert von 10 Parale (9,26 Centimes) anzudrehen? Natürlich, um sich zu bereichern, aber bestand denn wirklich Bedarf an solche einer Marke? Dazu hätte ich gerne mal eine Meinung gehört - und zudem sind solcherart Fälschungen eine Bereicherung jeder historischen Rumänien-Sammlung, wie ich finde.

Es gab damals Vorschriften für die Bearbeitung von Briefsendungen. So schreibt beispielsweise Kiriac Dragomir, dass dem Briefträger, der die Post zustellte, für Privatpost (in Privathäusern) für jeden Brief 5 Parale zu bezahlen war - beim Paket sogar 15 Parale. Vielleicht haben hier wir einen Hinweis.

10Parale ist ein guter Name. Da widerspreche ich Heinz 7.

Im übrigen kann ich Pepe keine Antwort auf seine Anfrage geben. Mein Wissen ist leider beschränkt. Aber ich bleibe am Ball und bei der nächsten Versammlung der ARGE Rumänien werde ich die Fragestellung über die Beurteilung solcher Altprüfungen gerne weitergeben.

Grüße

10Parale



Seltener Stempel von Slatina auf einer Michel Nr. 23 Fürst Karl I. mit Backenbart
 
Pepe Am: 31.05.2013 20:11:53 Gelesen: 275272# 32 @  
@ 10Parale [#31]

Ein Vollstempel, wie auf der 23 gezeigt, wird doch diese Marke um etliches aufwerten. Toll, den könntest du in die Datenbank einstellen. Da sind gerade mal 9 Stempel aus Rumänien zu finden. Sehr mager.

Ich rücke nun vor in das Jahr 1871 und zeige mal diese 142 Jahre alten Marken.



Rumänien 1871 Mi 26a karmin, 26b zinnober



Rumänien 1871 Mi 27 orange, gewöhnliches Papier, Vor- und Rückseite



Rumänien 1871 Mi 28 dunkelolivbraun

Das Prüfzeichen der 27 erscheint mir merkwürdig. Ich hoffe nun auf Betrachterfreude und auf andere 'Artgenossen'.

Nette Grüße
Pepe
 
Pete Am: 02.06.2013 08:28:26 Gelesen: 275239# 33 @  
@ Pepe [#32]

Das Prüfzeichen der 27 erscheint mir merkwürdig. Ich hoffe nun auf Betrachterfreude und auf andere 'Artgenossen'.

Wenn ich die Signatur auf der Mi-Nr. 27 richtig lese, dann lautet der Namenszug "Rohr". Dabei handelt es sich m.E. um den Briefmarkenhändler Rudolf Rohr aus Berlin. Bei ebay wird aktuell eine Drucksachenkarte mit Angeboten dieses Händlers angeboten - eBay 170386408599 und google liefert einzelne weitere Treffer.

Der Händler Rohr war kein Prüfer, auch wenn es sich bei seiner Signatur um das Zeichern seiner Echtheitsgarantie handelt, die nach heutigen Maßstäben nicht grundsätzlich immer zuverlässig ist.

Gruß
Pete
 
Pepe Am: 02.06.2013 12:10:20 Gelesen: 275216# 34 @  
@ Pete [#33]

Da hast Du einen Volltreffer gelandet. Ich danke für die Recherche. In den 30iger Jahren waren die Marken ja doch noch erschwinglich. Und die 27 wird wohl in Berlin verkauft und auch verblieben sein. Ob Echtheit vorliegt, da erhoffe ich Kommentare der Fachleute. Und da würden dann auch Abbildungen nicht schaden.

Mir liegt der erste Michel Europa 1910 (Reprint?) vor und da kostete die 27 ganze 1,80 RM. Und haargenausoviel kostete der Katalog.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 03.06.2013 22:20:29 Gelesen: 275181# 35 @  
@ 10Parale [#31]

Lieber Kollege,

ich bin aus den Ferien zurück, schon eine Woche, komme aber erst jetzt dazu, wieder nachzusehen - schön, dass es Reaktionen gegeben hat!

Vorweg - natürlich ist "10 Parale" ein guter Name, warum auch nicht? Ich habe das augenzwinkernd gemeint und wollte nur auf die Fälschung hinweisen. Man kann sich ja auch Fournier oder Sperati oder Moroiu nennen. Letzterer war für Rumänien-Marken ein gefährlicher Mann, doch davon später mehr.
 
Heinz 7 Am: 03.06.2013 23:40:53 Gelesen: 275168# 36 @  


@ Carolina Pegleg [#28]

Hallo Arno

Deine Nr. 10 (Beitrag [#19]) scheint mir zwar nicht "zu schön", sondern echt (ich hoffe, ich blamiere mich nun nicht). Die Marke sieht m.E. rein optisch gut aus. Solche Marken erkenne ich aber am besten am Papier. Der Stempel PITESTI *DIM* (Dragomir fig. 475) passt aber nicht auf die Marke, die nur bis Ende 1864 gültig war. Der Stempel T 69 wurde aber erst 1869 herausgegeben! Hat hier jemand eine ungebrauchte Marke nachgestempelt? - Schade!

Zu deiner Nr. Michel 14 - ja, ich denke, es handelt sich um eine Spiro-Fälschung! Ich habe einen 25-er-Kleinbogen dieser Marke, wovon ich anbei die unteren 10 Marken abbilde. Sehr schön sieht man darauf die Phantasie-Stempel: 5 oder gar 6 verschiedene Punkt- oder Strichstempel, die sonst meines Wissens auf Rumänien-Marken nicht vorkommen.

Zur Frage nach einem Fälschungsbuch empfehle ich dir: EXPERT; Billig's grosses Handbuch der Fälschungen, von Otto E. Stiedl & Fritz Billig. Die drei Hefte zu Rumänien (Lieferung 42, 43, 44) sind zwar alle ziemlich alt (1938), aber die Hefte zeigen auf wenigen Seiten mehr als 300 Originale und Fälschungen (alle Fotos: schöne Vergrösserungen).

Ich finde die Aufgabe, Fälschungen anhand von Büchern bestimmen zu wollen, sehr schwierig. Am besten schaut man sich immer und immer wieder gute, geprüfte, echte Stücke an, dann speichert man das Bild im Gedächtnis. Danach sieht man einer Ganzfälschung oft an, dass irgend etwas nicht stimmt (ohne dass man manchmal genau weiss, was es ist!). - Leider ist Rumänien ein Gebiet mit vielen Fälschungen, das muss man zugeben. Aber das ist einer der wenigen Nachteile dieses Gebietes, sonst gibt es fast nur Positives dazu zu sagen.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.06.2013 00:02:52 Gelesen: 275160# 37 @  
@ Pepe [#30]

Hallo Pepe,

der Einblick in den Lipsia-Katalog ist sehr interessant. Die Kataloge sind bisweilen ganz schön unterschiedlich: Nicht alles, was bei Michel steht, wird in anderen Katalogen genau gleich wiedergegeben, z.T. gibt es wichtige Abweichungen (Zumstein, Yvert, CMPR (= Rumänischer Spezialkatalog), Stanley Gibbons, Scott). Auch der Blick in alte Kataloge (Senf, Moens, etc.) lohnt sich, manche alte Kataloge enthalten Angaben, die heute fehlen!



Ich stelle ein Foto eines Paares ein, das zwar auch nicht viel "wert" ist, aber mir gefällt es trotzdem sehr. Versucht einmal, ein Paar in dieser Qualität zu finden! Die 9. Ausgabe ist zwar nicht selten, aber die meisten Marken haben irgendwelche Fehler.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 00:08:51 Gelesen: 275125# 38 @  
@ Carolina Pegleg [#15]

Lieber Arno,

ich wollte Dir noch bestätigen, dass Du da mit der 18 Bani-Marke (Mi Nr. 20) ein wunderschönes Stück hast mit einem tollen Stempel: "RECOMMANDEE N. __ GALATZ" (französisch geschrieben), siehe fig. 1596 nach Kiriac Dragomir (Stampilografie postala Romania 1822-1910; Tirgu Mures, Rumänien, 1990, DAS Stempelbuch). Also ein Stempel für Einschreibebriefe, der m.W. normalerweise auf dem Brief, seltener direkt auf der Marke abgeschlagen wurde. Eine Riesen-Seltenheit ist es zwar nicht, aber in dieser Schönheit doch ein super Stück.

Gratuliere!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 00:27:20 Gelesen: 275123# 39 @  
@ Carolina Pegleg [#15]

Arno,

der Einschreibestempel Galatz hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin froh, Dir auch ein Beispiel zeigen zu können. Leider ist der Stempel nicht so klar wie bei Deiner Marke, aber auf Brief ist das Ganze natürlich auch nicht schlecht.

Das ist ein Brief von Galatz vom 16. Januar 1875 nach Bukarest, frankiert mit 9. Ausgabe, Pariser Druck. Karl im Perlenkreis, 40 Bani (Mi. Nrn. 39
und 40). Der Stempel war also einige Jahre in Gebrauch (Dein Stempel auf Marke der 6. Ausgabe 1868). Bei meinem Brief ist die Nummer des Einschreibens eingetragen, wie das vorgesehen war. Nur die Stadt Buzeu hatte einen ähnlichen Stempel, aber nicht auf französisch, sondern rumänisch geschrieben "RECOMANDAT".

Herzliche Grüsse Heinz


 
10Parale Am: 05.06.2013 20:54:35 Gelesen: 275066# 40 @  
@ Heinz 7 [#37]

Ich bin langsam sehr begeistert hier. Aus den verschiedenen Beiträgen habe ich sehr viel dazugelernt.

Der Einschreibestempel Galatz auf der 18-Bani Marke Michel Nr. 20 [#15] und auf dem Brief von Galatz [#39] sind wirklich historische Dokumente und jeder Sammlung mehr als würdig, Gratulation an Carolina Pegleg und Heinz 7.



@ Heinz 7

Das Paar 25 Bani mit dem Stempel von Bukarest ist selten schön und einen guten Aufschlag wert. Ich habe eben mal meine Sammlung der Marken dieser Zeit durchstöbert und nichts dergleichen gefunden.

Ein Briefchen, abgeschlagen am 3. August 1876 in Turnu Severin (kleine Walachei - römische Siedlungsspuren) nach Langnau im Schweizer Emmental, auf der Rückseite mit Ankunftsstempel Burgdorf und Langnau vom 8.VIII 76 ist vielleicht ein sehenswertes Dokument ebenfalls für diese Marke.

Ich freue mich auf jeden weiteren Beitrag in diesem interessanten Forum.

Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 05.06.2013 21:47:25 Gelesen: 275057# 41 @  
Hallo Freunde der Rumänien Klassik,

das sind schon beeindruckende Stücke, welche hier auf uns einwirken. Um auch für Neulinge oder Nebenbei-interessierte Sammler eine Erleichterung zur Orientierung zu schaffen, schlage ich vor, jedem gezeigten Stück eine eindeutige Beschriftung zuzuordnen. Dein schöner Brief ist jetzt mit "Gratulation an ..." beschriftet.

Gut wäre, wenn Du unter dem Brief die wichtigen Daten dazu geschrieben hättest. Das hilft dann in der Zukunft anderen, die mal eine Rumänienmarke suchen.

Und aus meiner Sicht noch mal zum Wert der gezeigten Marken. Ich meine den Wert sollten wir außen vor lassen. In diesem Klassik Thema gehören alle Klassiker hinein. Völlig egal ob 5 oder 50 € Wert. Das Alter ist doch entscheidend.

Jedenfalls allen noch mal vielen Dank und weiter so.

Von mir nun die ersten gezähnten von 1872



1872 10 01 Mi 36 und nachfolgende



Mi 39 mit verdrehter Jahreszahl im Stempel

Der Michelwert war drei mal je 5 und ein mal 6,- Mi €. Katalog 2003/2004.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 22:33:53 Gelesen: 275047# 42 @  
Hey, 10 Parale!

Mir geht es ähnlich! Ich finde es super, mit Interessierten Gedanken zu wälzen über unser faszinierendes Sammelgebiet Rumänien!

Weisst Du, dass Du da einen Vertreter einer berühmten Korrespondenz zeigst? Über die "Joost"-Briefe gab es sogar einmal einen Vortrag in der ARGE Rumänien (ein Beitrag von mir), als ich 38 "Joost"-Briefe vorstellte, die ich bei einem Schweizer Auktionshaus ausfindig machen konnte. Sie umfassten Frankaturen von 5 bis 75 Bani, wovon mir mehrere Frankaturstufen unerklärbar waren (35 Bani wäre für einen Brief der 1. Gewichtsstufe damals üblich gewesen). Interessant: Ich fand damals 2 x 25 Bani Briefe (1872 und vermutlich 1872(?)), die beide einen Vermerk trugen: "AFFRANCHISEMENT INSUFFISANT" (also: "Frankatur ungenügend"). Dein Brief von 1876 trug diesen Vermerk NICHT! Ich bin nicht der ultimative Posthistoriker, der das alles erklären kann.

Ich zeige anbei noch einen Super-Brief aus der Joost-Korrespondenz, der sogar einst die Titelseite eines Auktionskataloges zierte (Yaman, Bucharest, 2007). Als Mischfrankatur (Vollbart gezähnt und ungezähnt) war der Brief besonders attraktiv, aber dementsprechend auch ziemlich teuer. Ich habe ihn leider nicht, kann mich aber trotzdem darüber freuen.

- Bis bald ! - Heinz

).
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 22:55:58 Gelesen: 275044# 43 @  
@ am1937a [#24]

Werte Kollegen

Ihr diskutiert die Frage der Prüfung von Marken. Es ist so, dass Herr Fritz Heimbüchler nicht mehr der Jüngste ist, und darum kein Bundesprüfer mehr ist. Für die "Association Internationale des Experts en Philatélie" AIEP prüft er aber meines Wissens immer noch, allerdings meist nur die ganz grossen Sachen (oft noch wichtige Auktionslose); vor allem die Ochsenköpfe Nr. 1-5. Er hat ein phantastisches Auge für Drucke, Farben, Papiere, etc. und hat die Rumänien-Philatelie der letzten -zig Jahre geprägt.

Herr Gertlieb Gmach ist auch ein äusserst kenntnisreicher Prüfer (Vorsitzender des Münchener BM-Clubs); er ist der geborene Posthistoriker, der unglaublich viel weiss über Verträge, Frankaturen, etc.; er ist übrigens äusserst hilfsbereit.

Natürlich kosten die Arbeiten dieser beiden Herren etwas, aber die Prüfung von Briefmarken und Belegen und Stempel ist ja auch eine knifflige und aufwändige Angelegenheit. Wer in München wohnt, oder in der Nähe, sollte unbedingt Mitglied sein beim Münchener BM-Club; ein äusserst aktiver Verein mit gleich mehreren Spitzenkönnern für Rumänien (= quasi "das Herz" der ARGE Rumänien).

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2013 23:28:14 Gelesen: 275038# 44 @  
@ Pepe [#41]

Hallo Pepe,

ich finde, Du hast recht. Man kann auch ganz tolle und schöne Dinge finden im Euro-Bereich ein- bis zweistellig, vor allem ab der 9. Ausgabe 1872, welche zwar von einigen (z.B. CMPR) bereits als "Post-Klassik" bezeichnet wird (oder "Semi-Klassik"), aber das ist Ansichtssache. Ich persönlich sammle alles bis und mit 14. Ausgabe 1900 (sog. "Ährenausgabe" Michel Nr. 144); allein diese Ausgabe (Michel 99-144) gibt unendlich viel Möglichkeiten. Auch bei Ganzsachen findet man phantastische Stücke, oft für fast kein Geld, obwohl die Sachen z.T. auch schwer zu finden sind. Ganzsachen werden von vielen Sammlern seit ca. 100 Jahren sträflich vernachlässigt, obwohl die Ganzsache die "Schwester" der Briefmarke ist!

Anbei zeige ich eine Doppelpostkarte von 1890 (Frage- und Antwortteil, zusammenhängend, ungebraucht). Der Absender konnte so dem Empfänger das Porto für die Antwort bereits zusenden (Michel P 22). Auch dieses Stück hat nur 3 Euro gekostet.

Herzliche Grüsse - Heinz


 
10Parale Am: 10.06.2013 16:50:28 Gelesen: 274909# 45 @  
@ Heinz 7 [#44]

Die Ganzsache ist die Schwester der Briefmarke und mir sind sie lieber als einzelne Marken, weil Sie wirklich auch eine Geschichte erzählen.

Die beigefügte Postkarte dürfte die Hälfte der von Heinz 7 gezeigten P22 und für die Antwort benutzt worden sein. Die 5 Bani Postkarte wurde portogerecht mit einer 5 Bani Marke versehen und am 20. Oktober 1891 in Bukarest abgeschlagen. Empfänger ist ein Herr Zemsch in Worms am Rhein, Ankunftsstempel von Worms vom 22. Oktober 1891.

Die 5 Bani Marke dürfte die Michel Nr. 85 sein, übrigens im rumänischen Katalog "Catalogul Timbrelor Postale Romanesti" von Lazar Carjan und Mircea Gheorghe Manole die Nr. 84. Die gibt es in 3 Zähnungen (11 1/2 und 11 1/2; 13 1/2 und 13 1/2 und 11 1/2 und auch ungezähnt und dem Wasserzeichen "Stema Mica" (kleines Wappen), welches auch kopfstehend vorkommen soll.

Es könnte aber auch die rumänische Nr. 91 sein, ohne Wasserzeichen, die es in gelbgrün oder dunkelgrün gibt und die selben Zähnungstypen aufweist wie die Nr 84.

Zu guter letzt gibt es von dieser 5 Bani Ausgabe noch eine dritte Variante aus dem Jahr 1894, die man hier aber ausschließen kann. Sie hat das Wasserzeichen PR.

So spannend kann Philatelie sein und auf ich freue mich auf weitere Beiträge.

10Parale


 
10Parale Am: 11.06.2013 21:10:22 Gelesen: 274836# 46 @  
Hallo Rumänien-Sammler,

die berühmten sogenannten "Moldau-Stempel" lösten 1858 die Siegel-Stempel ab, sie sind die ersten runden Tages-Stempel, mit den Marken in der Moldau entwertet wurden. Sie sind bekannt als die Stempel M1. Insgesamt gibt es 14 Stempel vom Typ M1, die auch in unterschiedlichen Farben bekannt sind. Interessant ist ein Aspekt: Der Name des Ortes des Postamtes ist in deutscher Schreibweise, während die Bezeichnung "Moldova" die rumänische Schreibweise bedient. Dies lag daran, das der Graveur in Wien die Stempel bestellte.

Hier zwei Beispiele:

1. 1862 Galatz-Moldova, M1 (K2) auf einem Firmenbrief nach Jassy, komplett erhalten, taxiert, d.h. noch ohne Marken, es wäre interessant, die Taxierung noch genauer zu bestimmen. Interessant auch der Firmenstempel des Absenders: Theologo-Frères, Galatz, aus dieser Korrespondenz stammen auch Briefe mit den berühmten Ochsenköpfen.

2. 1861 Berlad-Moldova, M1 blau, 11. Juli, kompletter Firmenbrief an "Theologo", ebenfalls blau taxiert.

So schön kann Philatelie sein. Vielleicht hat noch jemand einen M1 auf Lager.

Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.06.2013 22:45:47 Gelesen: 274779# 47 @  
Hallo 10 Parale!

Deinem Aufruf möchte ich gerne folgen und stelle einen schönen Brief ein, der sogar zwei M 1-Stempel zeigt; einen Abgangs- und einen Ankunftsstempel. Schön ist, dass daneben sogar noch weitere Stempel zu finden sind: Ein Stabstempel "RECEPISSE" (zur Anzeige: EINSCHREIBEN) und ein Stempel der Gruppe M 3 (FRANCO-Stempel), über die oben ja auch schon gesprochen wurde.

Wir haben also einen Einschreibebrief von Roman nach Piatra vor uns, der vom Absender im voraus voll bezahlt wurde. Genau datieren lässt sich der (nicht ganz komplette) Brief nicht, er dürfte ca. 1860 gelaufen sein. Nach dem Stempelbuch von K. Dragomir haben die Stempel die Nummern

fig. 282 (M 1 - Roman, Seite 81)
fig. 319 (M 3 - FRANCO ROMAN, Seite 87)
fig. 1471 (C 1 - RECEPISSE, Seite 261), alle drei dunkelblau
fig. 281 (M 1 - Piatra, Seite 81), blau

Blau und schwarz sind die normal-Farben für diesen Stempel M 1, grün und rot sind selten; von Ort zu Ort verschieden.


 
Heinz 7 Am: 12.06.2013 23:18:17 Gelesen: 274773# 48 @  
@ Pepe [#41]

Hallo Pepe,

Deine Nr. 39 ist auch ein schönes Stück, mit dem sehr klaren Stempel von BRAILA mit der kopfstehend eingesetzten Stempel (18)72.

Ich versuche, zu den Marken auch Briefe zu finden, gerne stelle ich Euch eine Einzelfrankatur der Nr. 39 vor. Ein Brief von 1873 von Campu-Lung via Pitesti (rückseitig Durchgangsstempel) nach Bukarest (rücks. Ankunftsstempel). Die 9. Ausgabe (Karl im Perlenkreis) gibt es in verschiedenen Varianten. Zuerst wurde diese Marke in Paris gedruckt (Jahr: 1872). Ein paar Jahre später gab es einen Nachdruck in Bukarest von den Pariser Platten



Viele Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2013 22:14:47 Gelesen: 274672# 49 @  
@ Pepe [#11]

Hallo Pepe,

zu der Nr. 16 gibt es Folgendes zu sagen: Die wichtigste Unterscheidung ist, ob die Marke auf dünnem oder dickem Papier gedruckt ist. Dickes Papier = 100-110 Mikrometer, dünnes Papier = 60-65 Mikrometer (gemäss Handbuch 2 von Fritz Heimbüchler, 2002, Seite 172). Man kann den Unterschied gut erkennen, wenn man beide Varianten schon zwischen den Fingern hatte. Dickes Papier hatte eine Auflage, die 5 x kleiner war als dickes Papier, darum ist auch die erstere deutlich teurer. Alle Kataloge machen meines Wissens diese Unterscheidung nach Papierdicke (Michel Nummern 16x und 16y).

Wer es dann noch genauer wissen will, kann den Spezialkatalog CMPR von 1974 nehmen, der unterscheidet noch nach Typ I+II und nach vier verschiedenen Farbtönen. Die Marken weichen z.T. wirklich stark voneinander ab. Da die Marken im Steindruck gedruckt wurden, kann der Spezialist noch 6 Typen unterscheiden; viele Sammler haben dies gemacht. Der CMPR nennt dann noch eine 20 Parale auf halbickem Papier.



Ich zeige Euch anbei je eine schöne Einzelfrankatur der 20 Parale Marke 1866 hell und dunkel. Es ist schön, wenn man die 5. Ausgabe auch auf Brief haben kann, weil die kleinen Werte zu 2 oder zu 5 Parale (Michel Nr. 14+15) sind auf Brief/Drucksache/Formular äusserst selten und sehr teuer.

Schön finde ich auch den "GRATAR"-Stempel (Gitter-Stempel) auf dem Brief von Braila nach Bukarest. Ob sich der Fälscher Spiro von diesem Stempel inspirieren liess (siehe Beitrag [#36]) ?

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2013 22:23:56 Gelesen: 274666# 50 @  
@ Carolina Pegleg [#23]

Arno, zu 23 siehe Antwort auf [#38] und [#39] !

Heinz
 
duphil Am: 13.06.2013 22:39:30 Gelesen: 274662# 51 @  
@ Heinz 7 [#49]

Hallo Heinz!

Dickes Papier hatte eine Auflage, die 5 x kleiner war als dickes Papier,

Da ist wohl ein kleiner Fehler passiert.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
Carolina Pegleg Am: 14.06.2013 14:48:52 Gelesen: 274599# 52 @  
Hallo Heinz_7 und 10Parale,

vielen Dank für die weiteren Informationen zum Einschreibestempel von Galatz und auch zu den Marken.

Dass die Strichstempel (vergleiche [#36]) nicht gut sind, überrascht mich nicht. Etwas enttäuscht bin ich allerdings schon über die mögliche nachträgliche Entwertung auf der Nr. 10 (Beitrag [#19]). Warum jemand schon in den 1860er Jahren eine damals (und im Prinzip auch noch heute) billige Marke nach-gestempelt haben soll, überrascht mich doch ein wenig. Ist die Angabe in Dragomir sicher? Oder kann der Stempel doch eventuell früher verwendet worden sein (Fehler in der Liste?). Sind nachträgliche Entwertungen bei dieser Ausgabe häufig? Wenn sonst alles OK aussieht, d.h. der Stempel nicht als typischer falscher oder nach-verwendeter Stempel bekannt ist, gibt es vielleicht doch eine andere Erklärung? Wie gesagt, in 1869 gab es doch kaum schon Philatelisten, und die die es gab, hätten sich die Marke sicher auch ungebraucht in die Sammlung getan. Oder war der Stempel Pitesti / Dim. jahrzehntelang in Verwendung, so dass es eine 'moderne' Nachentwertung sein könnte?

Arno
 
10Parale Am: 14.06.2013 21:07:51 Gelesen: 274554# 53 @  
@ Pepe [#41]

von mir nun die ersten Gezähnten von 1872

Hallo Pepe,

meines Wissens eine kleine Korrektur:

Die ersten 3 gezähnten Briefmarken Rumäniens stammen aus dem Jahr 1872 und stellen König Karl I. mit Bart dar, es waren 3 Werte zu 5, 10 und 25 Bani, die eine Zähnung von 12 1/2 aufwiesen. Hier die Werte zu 10 und 25 Bani in der Abbildung, der 5 Bani Wert fehlt mir noch.

Beigefügt noch ein Brief mit den tatsächlich frühen gezähnten Marken Rumäniens. Es handelt sich um einen Brief aus Giurgiu (historisch Große Walachei - heute mehr als 70.000 Einwohner) vom 11. Mai 1873 nach Dresden, Schillerstrasse zu Händen von "Mademoiselle La Comtesse Louise de Ross".

Payé à déstination (P.D) - Porto bis zum Bestimmungsort bezahlt -, prächtig links neben der Marke (Michel Nr 41b - 25 Bani dunkelorange auf hellchromgelb) mit zentriertem K1. Leider ist der Brief oberseitig eingerissen.

Rückseitig ein Siegel mit Krone und ein Ankunftsstempel von Dresden. Einer meiner Lieblingsbriefe, eine frühe Auslandsdestination.

Übrigens begeistert mich dieses Forum immer mehr ...

Grüße

10Parale




 
Heinz 7 Am: 15.06.2013 11:29:47 Gelesen: 274509# 54 @  
@ duphil [#51]

Hallo Peter,

klar, ein Versehen, sorry! Es sollte (zu Michel Nr. 16 x/y) heissen: "Dickes Papier hatte eine Auflage, die 5 x kleiner war als dünnes Papier".

Danke für den Hinweis!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.06.2013 12:00:15 Gelesen: 274502# 55 @  
@ 10Parale [#53]

Hallo, 10 Parale!

Nun weiss ich, wer Du bist, aber ich nenne Dich weiterhin 10 Parale, wenn Du das so wünschst. Du hast recht mit Deinem Hinweis an Pepe bezüglich erste gezähnte Marken Rumäniens: die 8. Ausgabe "Karl I. mit Vollbart" war sehr vielseitig. Zuerst (Januar 1871) wurden (nur) die drei Werte 5, 10 (Farbe ORANGE) und 25 Bani verausgabt, doch kurz darauf gab es

2.) Ergänzungswerte
3.) dieselbe Ausgabe GEZÄHNT (Februar 1872)
4.) eine sogenannte "Notausgabe" (August 1872): einerseits der neue Wert zu 50 Bani, andererseits die 10 Bani BLAU, in einer NEUEN Type.

Der Michel-Katalog wählte dafür (früh schon) eine meines Erachtens unglückliche Nummerierung, weil die Nummern 29 II und 31 kommen zeitlich NACH den Nummern 32-34. Ob die Nummer 29 II nicht eine eigene Nummer "verdient hätte", können wir später diskutieren, sie unterscheidet sich nämlich deutlich von der Nr. 29 I.

Die ERSTEN gezähnten Marken von Rumänien sind also wirklich im Februar 1872 erschienen (und nicht erst im Oktober 1872 = 9. Ausgabe: Karl im Perlenkreis).
Ich liefere gerne ein Bild nach der Nr. 32: 5 Bani, die Dir jetzt noch fehlt.



Interessant bei diesem Paar ist sicherlich die Abart: "senkrecht ungezähnt". Man findet solche Abarten bei diesen Marken noch relativ günstig, obwohl es ja eigentlich eine sehr markante Abart ist.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.06.2013 12:44:42 Gelesen: 274495# 56 @  
@ 10Parale [#53]

Soeben habe ich in Beitrag [#55] bestätigt, dass die Michel Nrn 32-34 (= 8. Ausgabe) die ersten gezähnten Marken von Rumänien sind, und nun zeige ich Euch eine gezähnt Marke der 6. Ausgabe. - Was soll das?



Nun, ich will Euch auch eine Denksport-Aufgabe geben! Was kann das wohl sein? Eine billige Fälschung? Im Michel-Katalog steht: "MiNr. 18 gibt es auch privat gezähnt". Ist dies nun ein solches Exemplar? - Im Handbuch 2 von Fritz Heimbüchler (2002) kann ich auf Seiten 193-212 (zur 6. Ausgabe) keine Bemerkung zu dieser Michel-Notiz finden.

Es wäre sehr interessant, die Überlegungen der Philatelie-Experten zu kennen zu einem Thema, das schon seit über 120 Jahre aktuell ist! In der WELTBERÜHMTEN TAPLING-Sammlung (seit 1891 in der British Library) sind nämlich gleich mehrere "unerwartet gezähnte" Marken der klassischen Ausgaben enthalten. Leider weiss ich darüber noch viel zu wenig.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.06.2013 10:18:02 Gelesen: 274426# 57 @  
@ Carolina Pegleg [#52]

Lieber Arno,

tut mir leid, wenn ich Dich enttäuscht habe. Auf Deine Fragen kann ich teils keine Antworten geben. Ich würde diesen "Fall" gerne anlässlich der nächsten ARGE-Sitzung mit meinen Kollegen besprechen, aber das bringt nur etwas, wenn ich die Marke im Original hätte. Willst Du sie mir schicken? (=> Du hättest so etwas wie eine "Gratis-Prüfung").

Ausgeschlossen scheint mir, dass der Stempel T 69 (fig. 475) schon im Jahr 1864 Verwendung fand. Oder dass 1869 eine 30 PARALE Marke (der 3. Ausgabe) noch echt postalisch gebraucht wurde (1869 war bereits die 7. Ausgabe von Rumänien im Umlauf - Karl mit Backenbart, Währung BANI !).

Wir wissen heute, dass die Fälscher und die Spekulanten des 19. Jahrhunderts viel Unsinn gemacht haben, auch Zeug, das eigentlich unerklärlich ist. Aber wie gesagt - viele Experten haben viele Meinungen, darum wäre eine Besprechung meines Erachtens interessant.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.06.2013 10:36:06 Gelesen: 274422# 58 @  
@ 10Parale [#45]

Lieber 10 Parale,

vielen Dank, dass Du mit Deinem Enthusiasmus immer wieder neue interessante Fragen einbringst.

Zu n. 45 eine kleine Berichtigung: Die gezeigte, hübsche Postkarte ist mit Sicherheit nicht der Antwortteil einer Doppelpostkarte. Die Karte ging von Bukarest weg (20.10.) und wurde gesandt nach Worms/Deutschland, wo sie am 22.10.1891 schon ankam. Die Inland Postkarte 5 Bani schwarz von 1890 (Michel Nr. P 21) wurde (korrekt) mit einer Zusatzfrankatur versehen (weil Auslandporto = 10 Bani; es hätte auch Auslandpostkarten zu 10 Bani gegeben (siehe P 26, P 28), aber der Absender hatte offenbar keine zur Hand).

Die Doppelkarte (mit bezahlter Rückantwort) hat beim Frageteil zusätzlich eine Art "Gebrauchsanleitung" und beim Antwortteil ein Vermerk "RESPUNS". Beides fehlt bei Deiner P 21. Siehe auch Beitrag [#59].

Gruss Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.06.2013 10:40:46 Gelesen: 274421# 59 @  
@ Heinz 7 [#44]

Uhhh, eine Berichtigung. Ich hätte mich besser nicht auf das Gedächtnis verlassen, sondern im Katalog nachgeschaut!

Die gezeigte Doppel-Postkarte (mit Antwortteil) ist NICHT P 22 (1890), sondern P 25 (1893). - Das Wappen ist in der Mitte, und nicht links (wie bei P 21+P 22).

Sorry! - Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.06.2013 11:01:38 Gelesen: 274417# 60 @  
@ 10Parale [#45]

Anbei zeige ich Dir eine "verunglückte" Verwendung einer Antwortkarte (P 22 von 1890).

Der Absender schrieb am 2.11.1893 aus Bukarest eine Nachricht nach London und hoffte auf Antwort, darum verwendete er eine "auffrankierte" Antwort-Postkarte (Inlandtarif 5 B. wurde mit Zusatzfrankatur aufgewertet auf Auslandtarif 10 Bani).



Leider machte am nächsten Tag (3.11.) der Postbeamte einen Fehler und stempelte den ANTWORT-Teil der Doppelkarte! Somit konnte der Antwortteil nicht mehr verwendet werden und vermutlich wurde die ganze Karte gar nicht mehr nach England geschickt (kein Ankunftsstempel in London). Ob der Absender seine investierten 20 Bani vom unaufmerksamen Postbeamten zurück erhielt oder nicht, wissen wir natürlich nicht.

PS. beachte den gedruckten Text (Gebrauchsanweisung) auf der Postkarte. Auf Inland-PK auf rumänisch - bei Ausland-PK ist dieser Text französisch!

Schöne Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 16.06.2013 14:28:08 Gelesen: 274384# 61 @  
@ Heinz 7 [#60]

Schade, dass der Postbeamte diesen Fehler gemacht hat, ich hätte zu gerne den Antwortteil gesehen, zumal aus philatelistischer Sicht. Die englische Post hätte doch bestimmt auch ein Scherflein verlangt, gibt es Beispiele für solche Antwortkarten ? Aber was mich fasziniert, ist die komplette Geschichte als eine Erklärung, wie etwas wirklich passiert ist: Philatelie als spannender Roman.

@ Heinz 7 (#56)

Die Michel Nr. 18 als gezähnte Ausgabe, da kann man bei der 6. Ausgabe nur in Spekulation verfallen. Wir wissen, dass es von den geschnittenen Marken recht breitrandige Stücke gab, also ich erkläre mir das dadurch, dass eine ehemals breitrandige geschnittene Marke händisch gezähnt wurde, die Zähnchen sprechen dafür - evtl. aber auch private Zähnung.

Beigefügt noch drei Postkarten aus meinem Fundus:

1. Auslandsverwendung einer CARTA POSTALA von Ploesti nach Anvers (Belgien) - vom 09. September 1887- mit Zusatzfrankatur.

2. Postkarte (Auslandsverwendung 10 Bani) von Focsani (K2 vom 17. AUG.86) nach Berlin. Unten links ein interessanter Ausgabestempel des Berliner Postamtes C45, welches im Bereich der Niederwallstrasse lag. Hier vielen Dank an das philaseiten Mitglied "Dieter", der mir bei der Erkennung des Stempels sehr geholfen hat.

3. Eine aufklappbare Postkarte (CARTA POSTALA INCHISA), die nur innerhalb des Stadtgebietes zur Verwendung kam, hier in Bukarest (Valabila numai in raionul oraselor). Rückseitiger Stempel K2 BUCURESTI CURSA III von 1. September 1894.

So, jetzt verreise ich für eine Woche und bin dann wieder für´s Forum zu haben.

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 16.06.2013 20:58:51 Gelesen: 274350# 62 @  
Hallo Rumänienfreunde,

ich freue mich über dieses Thema, wenngleich ich feststelle, hier nur ein kleines Lichtlein zu sein. Mit Belegen kann ich leider nicht dienen. Ich will heute erst mal die Marken der 9. Ausgabe vervollständigen. Ich danke für jede Aussage und bin mit großer Interesse dabei.



rotbraun auf hellchromgelb



gelborange (a) -dunkelorange (b) auf hellchromgelb



rosa auf hellrosa

Der Anstrich der linken 5 ist verkürzt. Vergleiche sind gefragt.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 18.06.2013 23:28:29 Gelesen: 274249# 63 @  
@ Pepe [#62]

Hallo Pepe,

ich finde es wichtig, dass sich möglichst viel Interessierte beteiligen und ihre Beiträge einbringen. Natürlich weiss man zu Beginn wenig(er) als die erfahrenen Sammler, aber der Austausch kann doch beiden Parteien etwas bringen. Fortgeschrittene Sammler hoffen andererseits, dass sie die Fragenden nicht "erschlagen" oder mutlos (oder neidisch) machen, wenn sie z.B. immer gute/schöne Stücke vorweisen können oder zu "allem" eine feste Meinung haben. Ich finde, der Austausch mit anderen kann auch dem fortgeschrittenen Sammler viel Freude machen. Ich hoffe, es bleibt so!

Die vier hier gezeigten Marken (Mi 40-42) sind schöne Stücke mit guten Zähnungen. Dass Marken dieser Ausgabe völlig perfekt sind, ist äusserst selten und bedingt Liebhaberpreise. Die 25 Bani-Marken zeigen schön die markanten Farbunterschiede, von denen Michel nur sehr wenige auflistet. Der Rumänien-Spezialkatalog CMPR ist da viel genauer, wobei er (wie andere auch) besonders detailliert ist bei der "Klassik": 1.-8. Ausgabe (1858-1872 / Vollbart). Die 9. Ausgabe (1872 / Perlenkreis) zählt der CMPR bereits zur "Postklassik" (1872-1900; Kapitel 2 im Buch, Seiten 132-162). Hier wird auf viele Farbunterschiede etc. auch nicht mehr eingetreten, obwohl sie z.T. sehr markant sein können.

Der verkürzte Anstrich bei der 5 von 50 ist übrigens im CMPR registriert (Seite 135), mit Abbildung (fig. 238), aber meines Wissens nicht besonders bewertet. Hübsch ist diese Auffälligkeit aber auf jeden Fall!

Gruss Heinz
 
DL8AAM Am: 20.06.2013 20:23:28 Gelesen: 274183# 64 @  
Nur zur Info, gerade gefunden:

Das Buch "Timbres de Moldavie et de Roumanie" von 'Le Docteur Magnus' aus dem Jahr 1869 ist frei in Internet online lesbar bzw. steht auch als Download zur Verfügung:

http://archive.org/details/timbresdemoldavi00legr bzw. als Direktlink zum PDF-File http://archive.org/download/timbresdemoldavi00legr/timbresdemoldavi00legr.pdf



Gruß
Thomas
 
Heinz 7 Am: 20.06.2013 22:42:42 Gelesen: 274157# 65 @  
@ DL8AAM [#64]

Hallo Thomas,

ich habe wohl 50 Bücher zum Sammelgebiet Rumänien, aber dieses sehr frühe Werk habe ich nicht. Es ist kaum zu kaufen, es ist ja auch eine bibliophile Rarität, über 140 Jahre alt! Eigentlich sollte man solche Sachen ja nicht einfach kopieren (finde ich), aber mit dieser Ansicht stehe ich (altmodisch) ziemlich allein da. Natürlich werde ich dieses Werk auch gerne studieren. Ich sah es schon in der Bibliothek der Royal Philatelic Society London.

Wenn es dieses Buch zu kaufen gibt, ("echt"), dann bin ich dabei!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
DL8AAM Am: 20.06.2013 23:16:04 Gelesen: 274152# 66 @  
@ Heinz 7 [#65]

Hallo Heinz,

Es ist kaum zu kaufen, ...

Gerade dann ist es doch "gut" und auch wichtig, dass das Buch bzw. die Informationen darin trotzdem allen Interessierten (in Kopie) zugänglich gemacht werden. Es kann oder sollte ja nicht sein, dass die wenigen noch verbliebenen Exemplare in nur einer handvoll ausgewählter öffentlicher oder sogar privater Bibliotheken steht. Auch in der Antike bis ins Mittelalter wurden Bücher 'nur' abgeschrieben, sprich kopiert. D.h. kopieren ist das zurück zu den Wurzeln des "Büchertums", die eigentliche 'altmodische' Art.

Die Jungs vom amerikanischen archive.org haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen weiteren Stein des Gebäudes "Alles Wissen der Welt" jeden frei zur Verfügung zu stellen (und so auch zu sichern), dabei scannen die abertausende von Büchern und stellen sie dann frei ins Netz. Dafür bekommen die Zugang zu vielen großen renomierten Bibliotheken und Sammlungen. Das Rumänienbuch stammt übrigens aus der Library des halbstaatlichen Smithsonian [1], nach eigener Aussage das größte Museums- und Forschungsnetzwerk der Welt, mit Sitz in Washington D.C.

Kann man nur hoffen, dass die bald die gesamte philatelische Literatur 'durch' haben und so der breiten Masse "für immer" zugänglich werden. Im Prinzip geht es bei den Büchern ja mehr um den Inhalt und weniger um die Verpackung - es sei denn man ist ein bibliophiler Büchersammler. ;-)

Beste Grüße
Thgmas

Gruß
Thomas

[1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Smithsonian_Institution
 
Heinz 7 Am: 20.06.2013 23:40:20 Gelesen: 274148# 67 @  
@ DL8AAM [#66]

Hallo Thomas,

ich kann deine Argumente alle nachvollziehen und auch verstehen. Andererseits finde ich, dass man Wissen (oder auch Kunst / Musik) nicht einfach gratis kopieren sollte. Wenn man früher ein Buch oder eine Schallplatte gekauft hat, hat man damit die Arbeit des Urhebers honoriert. Heute gibt es Wissen zum Nulltarif. Gut für die Nutzer, schlecht für die Produzenten.

Und die Museen/Bibliotheken waren Stätten der Bildung, ein Hort des Wissens. Ohne Geld und Nachfrage/Bezahlung werden sie untergehen. - Das ist die Kehrseite des Kopieren ohne Bezahlen.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.06.2013 23:58:19 Gelesen: 273979# 68 @  
@ DL8AAM [#64]

Lieber Thomas,

ich habe das Büchlein studiert, das du uns vorgestellt hast; es ist hochinteressant! - Es zeigt aber auch, wie schwierig das Briefmarkensammeln vor 140 Jahren noch war! Das Büchlein umfasst 61 Text-Seiten (p. 5-65), davon sind nicht weniger als 21 Seiten (p. 15-35) reserviert zur Besprechung der 54, der 81 und der 108 Parale-Marke (Michel Nrn. 2-4) in - ACHTUNG! - JE FÜNF TYPEN!

Heute weiss man, dass jeder Wert nur mit einem einzigen Urstempel gedruckt wurde (Handeinzeldruck). Die übrigen 4 "Typen" (wie der Autor sie nannte) waren also FÄLSCHUNGEN - Unglaublich! Aber auch logisch - die Marken waren bereits beliebt und nachgefragt, aber noch kaum bekannt (meist nur vom Hörensagen). Dies lud offenbar gleich mehrere Fälscher ein, solche Nachahmungen herzustellen und sie den Händlern und Sammlern anzubieten. Sie fanden offenbar genügend Käufer für ihre Schwindelprodukte!

Ich habe in der Zeitschrift "Le Timbre-Poste" von Moens von 1867 nachgesehen, worin dieselbe Arbeit bereits abgedruckt wurde (das gescannte Büchlein ist eine Zweitauflage, von 1869). Und - auch hochinteressant: 1867 kannte der Autor die 27 Parale-Marke (= Michel Nr. 1) noch nicht! Diese wird dann im Büchlein auf Seiten 36-38 ausführlich beschrieben als einzig bekanntes Stück "type unique".

Heimbüchler schreibt in seinem ersten Handbuch treffend (Seite 61): "Aus den Veröffentlichungen von Legrand und J.-B.Moens ist erkennbar, dass sie in anfänglicher Unkenntnis zunächst Fälschungen aus Rumänien oder anderen Quellen erwarben und danach erst lernten, echt und falsch zu unterscheiden." - Und Moens war nicht irgend ein unerfahrener Händler, sondern ein Pionier und ein Wegbereiter der philatelistischen Forschung.

Hübsch an dem Büchlein ist, dass auch Ganzsachen und Essays beschrieben sind.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.06.2013 00:26:56 Gelesen: 273975# 69 @  
@ Pepe [#25]

Hallo Pepe,

ich denke, du wartest immer noch auf eine Antwort auf deine Frage. - Die Marke No. 20 von 1868 (hell) wurde gestempelt mit "JASSY SERA" der Stempelgruppe T 69 (nach Dragomir), die dunkle Marke mit "BUCURE(SCI)" der Gruppe T 67. Die Nrn. 24 + 25 (Marken von 1869) wurden dann gestempelt mit den kleinen Einkreisstempeln der Gruppe H von 1870 ("ROMAN" und "FOCSANI").

Das sind alles Stempel, die zeitlich zu den Marken passen, alle sauber. Die Stempel sind aber "gewöhnlich" im Sinne von "nichts Besonderes". Die Marken sind alle vollrandig und zusammen mit den sauberen Stempeln also gute Sammelstücke (so sehen sie jedenfalls aus).

Den Stempel auf der Nr. 25 dunkel konnte ich nicht identifizieren.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 05.07.2013 22:04:40 Gelesen: 273819# 70 @  
@ Heinz 7 [#69]
@ pepe

Hier noch schöne Pendants zu obigen Briefmarken und Stempeln von PEPE:

Michel Nr. 18a/23a auf kleinem Briefstück mit Stempel JASSY SERA 23/8 - Gruppe T69 nach Dragomir.

Michel Nr. 26a geprüft Heimbüchler mit Einkreisstempel (klein) BUCURESCI 11 Jul. 71 (diese Marke ist bald 142 Jahre alt.

Michel Nr. 27 mit kleinem Einkreisstempel FOCSANI 18 SEP. 71. (verdrehte Zahl 18)

Michel Nr. 26 großer Einkreisstempel GALATI vom 15/4.

Liebe Grüße aus Südbaden

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.07.2013 01:15:05 Gelesen: 273778# 71 @  
@ 10Parale [#70]

Hallo 10 Parale!

Du zeigst uns eine schöne Mischfrankatur 6./7. Ausgabe. Hintergrund dazu: Am 1.1.1868 gab es eine Währungsreform. Der Posttarif blieb unverändert, aber die Briefgebühren wurden neu festgelegt: 5 Parale = 4 Bani, 20 Parale = 18 Bani. Am 1. Februar 1868 gab es dazu die neue Markenserie (Mi 17, 19 + 20; 2 Bani orange, 4 Bani blau, 18 Bani rot). Die Marken wurden bis zum 12.10.1872 verwendet. Anbei lege ich Euch einen Brief von 1870 vor.



14 Monate später, am 1. April 1869 kam eine neue Serie "Carol I. mit Backenbart" zur Ausgabe, nun 5 Werte, weil erstmals auch Marken für Auslandsbriefe herausgegeben wurden (die österreichischen Postämter beendeten per 31. März 1869 ihre Postdienste). Als Michel Nr. 23 kam dabei eine 15 Bani-Marke zur Ausgabe. Sie war vorgesehen für Briefe in eine Nahbereichszone innerhalb einiger österreichisch-ungarischer Gebiete.



Auch diese Markenausgabe hatte eine Gültigkeitsduaer bis 12.10.1872.

Die 18 Bani-Tarifstufe hatte aber noch nicht ausgedient. Es wurde 1870 nun ein Ergänzungswert zu 3 Bani produziert (= Mi. Nr. 18), der, kombiniert mit Nr. 23, auch wieder die 18 Bani-Tarifstufe ergab. So ergab sich eine Mischfrankatur 6./7. Ausgabe.



Dieser Brief von 1870 gefällt mir besonders. Diese Kombination Mi. 23+18 (15+3=18 Bani) findet man gelegentlich, denn die Briefgebühr für Inlandbriefe betrug bis zum 15. Oktober 1870 18 Bani je 15 Gramm. Wer keine 18 Bani-Marke von 1868 mehr hatte, konnte sich mit dieser Kombination behelfen.

Heinz
 
10Parale Am: 08.07.2013 20:24:23 Gelesen: 273691# 72 @  
@ Heinz 7 [#71]

Das sind ja sehenswerte Stücke, der Inlandsbrief von 1870 würde ich als gelegentliche "Rarität" bezeichnen, denn die 3 Bani Marke wurde ja im Mai 1870 von der rumänischen Post für "Drucksachen" herausgegeben, konnte aber wie oben gezeigt auch variiert werden.

Es gab also nicht nur am 1.1.1868 eine Währungsreform (Umstellung auf das Dezimalsystem und Einführung des Lei, 1 LEU = 100 Bani, Mehrzahl Lei), sondern auch etwas später mit der Übernahme des Postverkehrs mit dem Ausland durch die rumänische Post (ausländische Postanstalten beendeten Ihre Tätigkeit in Rumänien am 31.3.1869) zu einer Änderung des Posttarifs.

Es gab also im gesamten Geflecht etliche Werte zu 5, 10 und 15 Bani, die für die Frankatur von Briefen im Inland und ins benachbarte Ausland von Bedeutung waren. Solche Ganzsachen mit dem Markenbild von Fürst Karl mit Voll- bzw. Backenbart sind gesuchte Sammlerstücke in der klassischen rumänischen Philatelie.

Der Kastenstempel oben rechts scheint mir auch ein interessantes Objekt zu sein, etwa kyrillische Schrift?

Der schöne Brief von Craiova nach Bucuresti entstammt einer Korrespondenz an den Namen Theologu. Es gibt auch Briefe mit diesem Namen als Absender, es gibt auch Ochsenköpfe, die diese Korrespondenz zieren. Sicherlich auch ein sammelwertes Thema der klassischen rumänischen Philatelie.

Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 10.07.2013 23:52:38 Gelesen: 273635# 73 @  
@ 10Parale [#72]

Lieber Kollege,

danke für Dein Interesse. Nein, der Stempel rechts oben ist der Stempel fig. 1597 (Dragomir), Seite 281: "DUPA PLECARE", also "nach Abgang der Post".

Ja, die Portoanpassungen waren markant zu dieser Zeit. Fassen wir zusammen: (gemäss Ing. Calin Marinescu: "Evolutia Tarifelor postale si a taxelor pentru obiectele de corespondenta in Romania 1852-1992" (Bukarest 1993)):

Moldau:
Brief 1852: 40 Parale ("scrisoara simpla")
1.5.1858: 27 oder 54 Parale, je nach Entfernung, für Briefe bis 2.5 Dramuri = nur 8 Gramm Gewicht
1.11.1858: 40 Parale für Briefe bis 2.5 Dramuri = nur 8 Gramm Gewicht

Vereinigte Fürstentümer/Rumänien:
1.5.1862: 30 Parale ("scrisori alte localitati") (= Inlandbrief, aber nicht Ortsbrief)
1./13.1.1865: 20 Parale
1./13.1.1868: 18 Bani (Währungsumstellung; 20 Par.= 18 Bani (gleichwertig))
3./15.10.1870: 10 Bani
10./22.8.1876: 15 Bani (bis 1914 gültig!)

Man sieht also, der Postdienst wurde die ersten Jahr massiv billiger! Er erhöhte sich dann wieder (zum Teil) und blieb dann über fast 40 Jahre konstant.

Die Markenausgaben bilden diese Portoentwicklungen mehr oder weniger 1:1 ab, was ja auch logisch ist.

Liebe Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 12.07.2013 21:17:07 Gelesen: 273580# 74 @  
@ Heinz 7 [#73]

Die Nachfrage bestimmte also den Preis, oder? Diese Informationen sind gehaltvoll, vielen Dank.

Nach dieser Exkursion in die Vergangenheit denke ich ist es an der Zeit auch mal in die Gegenwart zu blicken. Ich habe hier einen Einschreibebrief ins Ausland vom 07.01.2013 eingescannt mit einer schönen Misch- bzw. Mehrfachfrankatur, freigemacht mit 9,30 Lei (etwa 2,10 €uro), 3-er Streifen Michel Nr. 6601, Nicolaie Grigurescu, rumänischer Maler und Michel Nr. 6651, 150 Jahre rumänische Post.

Hier wird an die Anfänge der rumänischen Philatelie erinnert, die Michel Nr. 8 - 10 sind auf der Marke abgebildet. Abgeschlagen wurde der Brief in Brasov, rückseitig findet man sogar noch ein Einschreibe-Label der Deutschen Post.

Obwohl die 2. Marke links oben beschädigt ist, ist der gesamte Brief in meinen Augen ein schönes Sammlerstück. Der Wert ist ideell, der Brief informiert über Geschichte und Kultur. Grigorescu hat wunderschöne Landschaftsbilder gemalt und bei einer Ausstellung in Sibiu habe ich Originale gesehen, die mir sehr gefallen haben. Solche Briefmarken wie die Michel Nr. 6651 zeugen davon, das Rumänien stolz ist auf sein Geschichte. Dies ist wichtig für ein Land und wichtig im Zusammenhang mit dem gesamteuropäischen Gedanken, der sich nicht allein auf monetäre Gemeinsamkeiten beschränken sollte.

Nun gut, so weit ein kleiner Ausflug.

Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 15.07.2013 22:11:04 Gelesen: 273510# 75 @  
@ Heinz 7 [#69]
@ 10Parale [#70]

Nach kleiner Pause (Gartenpflichten und Gartenfreuden) möchte ich Euch danken für die interessanten Artikel. Habe heute mal wieder einen Philarekord entdeckt. Eine nur drei hundertstel Millimeter dünne Rumänienmarke! Der Joker meiner kleinen Sammlung. Müsst Euch noch gedulden. Nun fallen zwar die Katalogwerte, trotzdem möchte ich die alten Stücke zeigen. Vielleicht erkennen die "Kenner" irgend etwas Interessantes.



olivgrün



grauoliv



olivgelb, olivbraun auf gelblich



blau (a)-ultramarin (c) auf gelblich



rotbraun (a)-braun (b) auf gelblich



ziegelrot auf gelblich, leider zweite Wahl, unten repariert

Nette Sommergrüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 17.07.2013 19:27:46 Gelesen: 273460# 76 @  
@ Pepe [#75]

Lieber Pepe,

Du zeigst uns einige schöne Farben zur 9. Ausgabe "Fürst Karl I. im Perlenkreis". Die Kataloge zeigen uns, dass diese 9. Ausgabe unterschieden werden kann nach "Feiner Pariser Buchdruck" (Mi 36-42) von 1872 und nach "Mangelhafter Bukarester Buchdruck von Pariser Platten" (Mi. 43-47) (Jahre 1876-1879). Schliesslich gab es dann noch den "Bukarester Buchdruck" (1879) Mi. 48-54 in meist geänderten Farben (10 Bani nun hellrosa statt blau, usw.). Es ist auch für den geübten Sammler nicht einfach, von blossem Auge eine Zuteilung zu machen; es ist nicht immer so klar wie bei Deiner Nr. 39 (Beitrag 41) und Deiner Nr. 45 (Beitrag 75). Bei Deiner Nr. 39 stimmt aber auch das Verwendungsdatum (1872) und darum ist die Zuteilung zu "Feiner Pariser Buchdruck" hier klar.

Alle diese Marken der 9. Ausgabe haben zum Teil seltene Zähnungen, worüber z.B. der CMPR Auskunft gibt. Aber auch der Europa Katalog vom "Zumstein" macht eine Katalogisierung der Nummern 43-56 nach den vier Haupt-Zähnungen (z.B. im Katalog von 1992)! Das Haus Zumstein gab über 80 Jahre lang sehr wichtige Kataloge heraus, die weltweit einen sehr guten Ruf hatten.



Leider mussten die "Europa"-Kataloge in den Neunziger-Jahren aufgegeben werden; es gibt von Zumstein nur noch die Schweiz-Kataloge. Antiquarisch findet man Zumstein-Europa-Kataloge aber noch.

Die Zähnung Deiner Marken 43 bis 47 ist leider sehr oft mangelhaft. Darum lohnt es sich, gut gezähnte Marken zu suchen und zu kaufen, wenn man sie findet; sie sind relativ rar.

Grüsse Heinz
 
10Parale Am: 17.07.2013 22:16:49 Gelesen: 273441# 77 @  
@ Heinz 7 [#76]

Du scheint mir hier der bestbewanderte Rumänien-Sammler zu sein. Auch ich habe da mal eine Frage, vielleicht weißt Du eine Antwort darauf:

Auf dem abgebildeten Brief von Jassy vom 02.12.1858 nach Paris an die Gebrüder Rothschild (der Brief lief über Lemberg) und rückwärtiger Ankunftsstempel Paris (60) vom 11. Dezember 1858 ist ein blaues A. beigesetzt.

Was hat dieses A. zu bedeuten, habe es noch nirgends beobachtet?

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 17.07.2013 22:30:13 Gelesen: 273436# 78 @  
Hallo 10Parale,

erinnert mich an A.1/A.2/A.3-Stempel wie sie in alter österreichischer Post nach z.B. Italien vorkommen: 1./2./3. Rayon autrichienne.

Schau mal auf ebay: eBay 161053957602 - selbe Firma, Brief nach Paris.



Lg, harald
 
10Parale Am: 18.07.2013 20:02:26 Gelesen: 273395# 79 @  
@ bignell [#78]

Ja, danke, der Brief scheint aus der selbigen Korrespondenz zu stammen, aber ich sehe kein blaues A.

Sorry.

Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 20.07.2013 00:00:56 Gelesen: 273350# 80 @  
@ 10Parale [#77]

Danke "für die Blumen". Ich kenne den Stempel A. tatsächlich, aber ganz genaue Auskunft darüber kann ich Dir im Moment nicht geben. Ich will aber "am Ball bleiben" bzw. mich schlau machen und hoffe, dass ich schon bald die korrekten Angaben machen kann.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Pepe Am: 11.10.2013 20:39:15 Gelesen: 272134# 81 @  
Heute beginne ich mal die 11. Ausgabe zu eröffnen. Dies geschieht nun in höherer Auflösung. Ich denke man tut es den alten Klassikern recht, denn wo sonst sieht man sie in dieser Größe. Lupe erübrigt sich. Wie schon bei den Luxemburgern gesagt; im modernen 'vierzig Zoller' wird so eine Marke 40 cm breit und 50 cm hoch in lupenreiner Qualität abgebildet. Die Größe schafft dann schon Eindruck. Die Australia haben in den Postagenturen die Neuerscheinungen stets per Poster, mindestens 50 x 60 cm, angekündigt. Dem Interessierten fallen diese großen Markenbilder sofort ins Auge.

Die erste heute gezeigte trägt das Stempeldatum 25. März 1883. 130 Jahre.



Rumänien, Ausgabe 1879, Katalognr: 48, schwarz auf gelblich, gez. 11,5

Nette Grüße
Pepe
 
buzones Am: 11.10.2013 23:20:33 Gelesen: 272111# 82 @  
@ 10Parale [#77]

Der gezeigte Stempel „A.” ist im Ergänzungsband von James van der Lindens Catalogue des marques de passage von 1998 in schwarzer Stempelfarbe für das Jahr 1864 gelistet. Dort wird er als Stempel für Post von der Türkei ins Ausland, verwendet in Kustendje (= Constanza; rum. Constanța), Czernavoda und Galatz, bezeichnet – was wohl dem damaligen Kenntnisstand entsprach.

Da er auf dem Brief aus Jassy von 1858 (in blau) abgeschlagen ist und der französische Bahnpoststempel AUTRICHE 2 ERQUELINES 2 auf den Postweg über/aus Österreich hinweist, vermute ich stark, dass das A. für Österreich (also Austria bzw frz. Autriche) steht. Wo der Stempel geführt wurde, bleibt zunächst unklar. Vielleicht hat Heinz 7 mittlerweile neue Erkenntnisse?
 
Pepe Am: 17.10.2013 22:18:04 Gelesen: 271891# 83 @  
Hallo Rumänienfreunde



Rumänien, 1879, Mi Nr. 49, mattolivgrün auf bläulich, gezähnt 11,5



Rumänien, 1879, Mi Nr. 50, grün auf grünlich, gezähnt 11,5



Rumänien, 1879, Mi Nr. 50, grün auf grünlich, und russischgrün auf grünlich, gez. 11,5

Bei diesen Marken hat man den Abstand der nebeneinander liegenden Marken zu gering gewählt. Folglich wird es nur sehr wenige mit nicht angezähnten Rändern geben. Die 49 ist sehr unscharf gedruckt.

Würde mich mal über Vergleichsstücke freuen. Und natürlich auch über Fachkommentare.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 19.10.2013 22:45:56 Gelesen: 271794# 84 @  
@ Pepe [#83]

Hallo Pepe,

Du zeigst uns ein wunderbares Beispiel, wo EINE Briefmarke unter derselben Nummer (hier: Michel 50) wirklich stark unterschiedlich aussehen kann: Michel 50 a (grün) und Michel 50 b (russischgrün). Die meisten Sammler werden Dir beistimmen: Das sind (fast) zwei verschiedene Marken! Oder doch nicht?

Da sind wir nun bei der Katalogisierung, einem uralten Problem der Philatelie. Wann kriegt eine Marke eine eigene (neue) Nummer? Ich finde den Ansatz von Michel, Farbunterschiede mit Kleinbuchstaben zu lösen, eigentlich die beste Lösung, denn die anderen Systeme geben zu unendlichen Diskussionen Anlass.

Stanley Gibbons, Weltkatalog seit Urzeiten, vergab bereits sehr früh für diese Marke vier Hauptnummern! 177 "emerald-green", 178 "pale blue-green", 179 "blue-green", 180 "deep blue-green" (Catalogue 1906-07). Altmeister Moens benötigte dafür 2 Nummern (Katalog 1883): 151 "vert-bleu", 152 "vert-bleu pâle". Yvert & Tellier listete 1907 knallhart nur 1 Marke: No. 50 "vert". Dass sie dabei deckungsgleich sind mit Michel ist aber nicht durchgängig so! Scott, USA: No. 68 und 68a für "green" und "dark green".

Und die Spezialwerke? Altmeister Eduardo Cohen unterschied in seinem Büchlein "Les Timbres de Roumanie des émission de 1872 à 1879" (Lisbonne 1952) fünf Farben, und verwendete dazu auch die Bezeichnung "vert russe". Der CMPR 1974 listet ebenfalls 5 Farben (und dazu noch 5 Zähnungen!).

Übrigens: Der allgemeine Europa-Katalog Zumstein nannte zwar nur 2 Farben, gibt aber im Katalog (1992) immerhin 4 verschiedene Zähnungen an (mit Bewertung)!

Wer hat nun recht? - Das mag jeder selber entscheiden. Wichtig ist es, die Unterschiede zu kennen und sich selber ein Bild zu machen.



Zum Abschluss meines Beitrages noch ein echt hübsches Brieflein (finde ich). Die zwei 5 Bani Marken haben zwei verschiedene Farbtöne (nicht markant, aber doch erkennbar). Der Reko-Brief von Bukarest nach Brünn benötigte 75 Bani und wurde frankiert mit einer Mischfrankatur 9./10. Ausgabe. Vor 17 Jahren gekauft - seither sehr geschätzt in meiner Sammlung.
 
Heinz 7 Am: 19.10.2013 22:59:10 Gelesen: 271789# 85 @  
@ Pepe [#83]

Nachsatz: Der Farbunterschied der Michel Nr. 50a zur 50b ist wirklich markant, darum habe ich trotz meinem schönen Brief (mit 50a; siehe Beitrag [#84]) den zweiten Brief (mit 50b) auch sehr gerne gekauft; ein Paar russisch-grün! Dass dieser REKO-Brief auch wieder eine Mischfrankatur mit der 10. Ausgabe darstellt, ist ein schöner Zusatz



Für viele Klassik-Sammler Rumänien ist diese 9. Ausgabe von Rumänien schon "zu spät". Ich finde diese Ausgabe sehr schön und bereue nie, dass ich auch diese und noch folgende Ausgaben sammle. Sie sind auch preislich längst nicht so hoch wie die früheren Steindruck-Ausgaben.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 22.10.2013 22:43:00 Gelesen: 271704# 86 @  
@ Heinz 7 [#85]

Hallo Heinz,

diese Briefe sind einfach großartig. Schön so etwas mal zu sehen. Und wenn man das Alter beachtet, ganz tolle Qualitäten. Super.

Danke auch für die informativen Aussagen. Dieses Wissen geht nun mal nur durch vertiefende Fachliteratur.

Ich will nun die Reise fortsetzen, hoffe auf weitere interessante Beiträge. Der Balaci Stempel wäre doch ein TOP in der Datenbank.



Rumänien, 1879 ??, Nr: 51 a = hellrosa, gez. 11



Rumänien, 1879 ??, Nr: 51 a, b = rosakarmin, gez. 11,5

Die Farben sind nach Lipsia. Der b Wert weist eine Abart unter der rechten 10 auf. Leider aber auch ein fehlender Zahn oben.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 29.10.2013 16:04:28 Gelesen: 271530# 87 @  
@ Pepe [#86]

Vielen Dank für den begeisterten Kommentar.



Diese Marke von 1879 ist tatsächlich oft mit mangelhafter Zähnung anzutreffen. Im Michel hat sie nur eine Nummer (finde ich richtig), aber es gibt sie in vielen Farbvarianten, der rumänische Spezialkatalog CMPR '74 listet davon 9. Dazu gibt es auch wieder die üblichen Unterschiede bei den Zähnungen (A, B, B1, C und D), sodass man sich da auch wieder stark in Spezialisierung "austoben" kann, wenn man das mag. Ohne viel Vergleichsmaterial ist das genaue Bestimmen so detailliert wie nach CMPR eigentlich gar nicht möglich (ist auch nicht sooo wichtig, finde ich).

Der gezeigte Viererblock hat die Zähnung 11 1/2 (= B), das ist die zweithäufigste (CMPR listet noch B1 = 11, das ist die häufigste bei dieser Marke). Es gibt nun Kombinationen (z.B. Farbe b (=dunkelrot) mit Zähnung D (=Mischzähnung 13 1/2:11 1/2)), die werden dann deutlich höher bewertet als die billigste Variante (=51a, 51d, 51f mit Zähnung B1): in unserem Fall: * Faktor 12, gest. gar Faktor 30. Aber vermutlich ist unter tausend von dieser Marke nicht eine die gesuchte! Bei einen Katalogwert von 3 Euro (allerdings "Michel" und mehr als 30 Jahre später!) ergäbe dies dann Euro 90 (für gestempelt). Eine vielleicht nicht ganz "zulässige" Umrechnung, aber einen Anhaltspunkt gibt das schon.

Liebe Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.10.2013 16:18:57 Gelesen: 271522# 88 @  
@ Pepe [#86]

Ein Nachsatz noch: Bei Deiner Marke sieht man sehr gut die gelbliche Farbe des Papieres (siehe Katalog: "hellrosa bis karmin auf gelblich").

Und für die Freunde von Briefabbildungen kann ich auch noch etwas beisteuern:



Hübsch dazu ist sicherlich, dass die gleiche Kombination (Mi 50+51 als Buntfrankatur) doch stark unterschiedlich aussehen kann: Brief Galati: 5 B. grün, 10 B. hell; Brief Crajova: 5 B. hellgrün, 10 B. dunkel.

Leider ist die Zähnung bei solchen Marken manchmal wirklich mangelhaft. Aber - man kann nicht immer ALLES haben.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Pepe Am: 04.11.2013 21:02:07 Gelesen: 271372# 89 @  
@ Heinz 7 [#88]

Nach den schönen Briefen geht die Reise weiter.



Rumänien, 1879 04 01, Nr 52c, fleischrot a. gelblich, Typ I (Ziffer 1 ohne Anstrich), gez: 11



Rumänien, 1879 04 01, Nr 53, blau a. hellchromgelb, gez: 11



Rumänien, 1879 04 01, Nr 54a, olivgelb a.hellchromgelb, gez: 11,5



Rumänien, 1879 04 01, Nr 54a, b, olivbraun a.hellchromgelb, gez: 11,5

Damit müsste die IX. Ausgabe abgeschlossen sein. Wünsche mir natürlich noch Vergleichsstücke.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 22.11.2013 21:08:55 Gelesen: 270770# 90 @  
Nach längerer Abstinenz aus privaten Gründen erst einmal ein Lob an Pepe und Heinz7. Diese Seite ist ein Lehrbuch für sich, vielleicht kann man so ein paar Freunde für die Rumänien Philatelie gewinnen.

Diese Marken sind ein ganzes Studienfeld für sich und ich gestehe, dass ich sie eher nachlässig behandle. Dennoch möchte ich dem Wunsch von Pepe nachkommen und einige wenige Exemplare meiner Sammlung einstellen. Möge jeder selbst daraus die zugehörige Michel-Nummer eruieren. Die Briefe, die Heinz7 ausstellt, sind Schmuckstücke der besonderen Art.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 23.11.2013 17:46:02 Gelesen: 270716# 91 @  
@ Pepe [#89]

Hallo Pepe, hallo 10 Parale,

vielen Dank für die freundlichen Worte und das Lob. - Es ist gar nicht einfach, zu jeder Wertstufe einen passenden Brief zu finden - sei es als Einzel- oder als Mehrfach-/Bunt- oder Mischfrankatur. Auch bei Marken mit kleinem Katalogwert sucht man oft jahrelang vergebens - oder am falschen Ort?

Ich zeige anbei einen Brief mit einem Paar der 3 Bani-Marke 1879 Bukarester Druck. Man sieht deutlich, wie unklar(er) der Druck ist im Vergleich zu den feinen Pariser-Drucken 1872. 3 Bani war eine kleine Wertstufe, und das Porto diente meines Wissens nur zum Versenden von Drucksachen (muss ich noch verifizieren; leider finde ich das Tarif-Buch nicht (!) - ärgerlich.



Der Brief ist sehr sauber und ganz fein angeschrieben "Costache Cancea & familia; Craiova", es ist also ein Ortsbrief von und nach Craiova (29.1.1881). Sehr interessant und schön ist auch die Rückseite des Briefes mit einem wunderschön eingeprägten Siegel (im Briefpapier). Ich habe das farblich stark hervorgehoben (der Brief ist auch hinten sehr sauber und die Prägung farblos), darum habe ich da "tricksen" müssen.



Wenn es mir gelingt, 10 Parale, mit solchen Abbildungen Freunde für die Rumänien-Philatelie dazu zu gewinnen, dann wäre das schön! Wie sagt man doch: geteilte Freude ist doppelte Freude! - Herzlich - Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.11.2013 18:18:05 Gelesen: 270715# 92 @  
@ Pepe [#83]

Zur 9. Ausgabe kann ich noch einen schönen Brief zeigen. Es ist schwierig, Briefe zu finden, wo "alles" stimmt; aber "das Meiste" ist ja auch schon schön.



Der Brief von Giurgiu nach Bukarest ist etwas schwach gestempelt, aber das Wichtigste kann man lesen: GIURGIU, Juli 1878. Die Zähnung ist fast perfekt für diese schwierige Ausgabe und die Handschrift des Briefe-Schreibers ist natürlich besonders schön. Insgesamt ergibt das meines Erachtens ein Schmuckstück der 10 Bani-Marke Bukarester Druck (Michel Nr. 45)

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 25.11.2013 19:56:31 Gelesen: 270630# 93 @  
@ Heinz 7 [#92]

Hier mein bescheidener Beitrag zu diesen Ausgaben, zwei Postkarten, echt gelaufen, einmal nach Wien, einmal nach Leipzig, beide aus dem Jahr 1879.

Frage an Heinz 7: Welches Tarifbuch benutzt Du denn?

Die Postkarte von Focsani nach Wien ist mit 10 Bani freigemacht, 5 Bani Zusatzfrankatur, sehr zart gestempelt (Datum 23.10.1879).

Die Postkarte von Jassy nach Leipzig (Ankunftsstempel sichtbar) ist am 12. Jan. 1879 abgeschlagen, mit 15 Bani freigemacht, 10 Bani Zusatzfrankatur. Ich habe hier schon Schwierigkeiten, zu erkennen ob Michel 45 a,b,c ??? ich denke 45 c, gelblich.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 26.11.2013 20:57:43 Gelesen: 270568# 94 @  
@ Heinz 7 [#80]

Zu dem Stempel A. in blau kann ich nun nach einiger Recherche, bei dem mir ein guter Freund geholfen hat, - Harald Zierock sei Dank -, mit großer Bestimmtheit sagen, es handelt sich um ein Anzeige, dass das Porto bis zur österreichischen Grenze bezahlt wurde.
 
Heinz 7 Am: 27.11.2013 21:10:41 Gelesen: 270512# 95 @  
@ 10Parale [#93]

Guten Tag,

leider kann ich Dein Foto auch heute nicht sehen (Beitrag 93). Geht das nur mir so oder hast Du ein nicht lesbares Format eingestellt?

Deine Frage wegen dem Tarifbuch: Es handelt sich um Ing. Calin Marinescu, der 1993 ein Büchlein schrieb:

"Evolutia tarifelor postale si a taxelor pentru obiectele de corespondenta in Romania 1852-1992"

Ich kann zwar nur etwa 30 Wörter rumänisch, aber das Büchlein hilft natürlich trotzdem sehr. Leider habe ich es zur Zeit nicht zur Hand.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.11.2013 21:39:58 Gelesen: 270504# 96 @  
@ Pepe [#89]

Hallo Pepe,

ich mach jetzt einen Sprung zur 12. Ausgabe und zeige Euch einen Viererblock, der horizontal ungezähnt ist.



Da ich im Papier keinerlei Wasserzeichen finden konnte, muss es Michel Nr. 85 sein.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 28.11.2013 20:08:52 Gelesen: 270448# 97 @  
@ Heinz 7 [#96]

Hallo Heinz,

vielen Dank für alle von Dir gezeigten Marken und Belege. Es ist wirklich hilfreich, wenn man die Marken mal auf Briefen betrachten kann. Das ist wirklich herrlich anzuschauen. :-) Bewundernswert immer wieder die alten Schriften. Undenkbar in der heutigen 'Tasterturzeit'. Das reine Handschreiben wird wohl bald aussterben.

Ich will mal meine Reihenfolge weiter führen. 1880, es wird die 10. Ausgabe sein. Nur zwei Werte in diesem Jahr. Nur wenig Infos im Katalog. Nach Preis müssten diese Marken schon bald Massenware sein. Und sicher werden auch viele Briefe existieren - oder?



RUM, 1880 07 ??, Mi 55 lilabraun



RUM, 1880 07 ??, Mi 55 lilabraun, rosabraun



RUM, 1880 07 ??, Mi 56 blau

Die Ersttage sind nicht bekannt. Vielleicht wurden diese Marken unschön abgestempelt. Auffällig der Punkt im A bei der 55 lilabraun. Würde mich sehr über Vergleichsstücke freuen.

@ 10Parale [#93]

Kann Dein Bild nicht öffnen. Einfach nochmal einstellen.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 28.11.2013 23:51:30 Gelesen: 270431# 98 @  
@ Pepe [#97]

Hallo Pepe,

herrlich, diese schönen Abbildungen, wenn sie so klar präsentiert werden!

Deinem Wunsch nach Vergleichsmaterial will ich gerne nachkommen.



Dieser Viererblock gefällt mir ganz besonders. Paare findet man noch leicht, aber grössere Einheiten sind schwierig.

Schöne Briefe zu finden, ist trotz des tiefen Katalogwertes gar nicht so einfach. Meine zwei schönsten Briefe mit dieser Ausgabe habe ich schon gezeigt (no. 84+85), anbei aber noch eine nette Einzelfrankatur der 15 Bani-Marke



Im CMPR Katalog steht zum Erscheinungs-Zeitpunkt: Juli 1880. Ohne Fragezeichen. Die 15 Bani Marke mit Zähnung A (13.5) wird übrigens mit Faktor 300 geführt (!) gegenüber der billigen Zähnung B oder B1 (11.5 bzw. 11). Da lohnt sich also ein genaueres Hinsehen!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
zonen-andy Am: 30.11.2013 13:39:10 Gelesen: 270363# 99 @  
Hallo Rumänienfreunde,

ich habe im Anhang 2 Bilder zum Thema Farbunterschiede beigefügt. Die 46 b mit Druckzufall?



Mit freunlichen Grüßen
Andreas
 
Cantus Am: 01.12.2013 00:25:12 Gelesen: 270301# 100 @  
@ zonen-andy [#99]

Hallo,

schau dir mal die Kinnpartie an. Da scheinen Linien unter dem Bart zu fehlen und der Bart ragt weit über das Kinnende hinaus, was bei den beiden linken Marken nicht der Fall ist.

Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 01.12.2013 13:30:13 Gelesen: 270265# 101 @  
@ zonen-andy [#99]

Hallo Andy,

das sind meines Erachtens keine Druckzufälligkeiten, das ist eine Fälschung! Sorry, auch diese "einfachen" Marken wurden früh schon gefälscht, z.B. von Fournier.



In diesem Heft von Stiedl/Billig von 1938 finden wir die damals bekannten Fälschungen der Nummern 11-54 (Michel). Ich zitiere aus dem Vorwort (Seite 1): "Im zweiten Teil der Folge: "Die Fälschungen der Freimarken von Rumänien", gelangen nun die Ausgaben des Fürstentums während der Jahre 1865 bis 1880 zur Besprechung. Um es vorweg zu sagen: Sämtliche Werte, die während dieser Zeitspanne zur Ausgabe gelangten, wurden durchwegs - mehr oder weniger gelungen - gefälscht."

Ich weiss, dass dies viele Sammler erschreckt/abschreckt. Andererseits ist es auch eine Herausforderung, die "Spreu vom Weizen zu trennen".

Abb. 122 bei Stiedl / Billig zeigt das Original, Abb. 123+124 zeigt Fälschungen (Type I. und Type IV.). Deine Marke ist nochmals etwas anderes (Nasenrücken, Mäanderlinie links), scheint es mir - Sorry.

Wirf die Marke nicht fort. Als Beispiel einer Fälschung hat sie ebenfalls einen Wert. Und: stell Dir mal vor, wie lange der Fälscher daran gearbeitet hat!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
zonen-andy Am: 04.12.2013 09:16:38 Gelesen: 270092# 102 @  
Hallo Spezialisten,

sind das 2 Farben (b und c) der Mi.Nr.52 Typ II ?

Vielen Dank im voraus.

freundliche Grüße Andreas




 
Pepe Am: 08.12.2013 18:36:16 Gelesen: 269967# 103 @  
@ zonen-andy [#102]

Du wirst keine Farbbestimmung hier am PC bekommen. Meiner Meinung nach ist es eine Farbe mit leichten Tönungsunterschieden. Ich würde auf trübrosa tippen. Aber rein subjektiv.

Ich bedanke mich erst mal für die sehr schönen Briefe, Viererblocks und alle anderen Marken. Großartig und sehr schön anzuschauen.

Nun will ich mit den Ausgaben des Königreiches fortfahren. Die sind sicherlich recht häufig und daher auch preiswert. Dennoch gehören sie zur rumänischen Klassik dazu.



Diese alten Katalogseiten geben noch mal ausdrücklich Fälschungsvorkommen an.



1885, 1889 Mi 57,58, schwarz und auf bläulich

Im alten Katalog noch zeitlich auseinander, im Michel zusammengefasst, was ich nicht richtig finde.



1885 - 1887 drei Varianten der 3 Bani Marke

1886, Mi 62 auf grünlich, 1888, Mi 63 grün

Bei den Zähnungen habe ich nur 11,5 und 13,5 gesehen. Wenn da mal ein starker Preisunterschied vorkommen sollte, freue ich mich über eine Info.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 08.12.2013 21:00:41 Gelesen: 269941# 104 @  
@ Heinz 7 [#96]

Hallo Heinz 7, hallo Pepe,

ich habe mir neuen Lap gekauft und irgendwie hat es mit dem Foto nicht geklappt. Hier ein neuer Versuch. Ich möchte jedoch die Chronologie Pepes nicht aufhalten, sehr interessante Beiträge.

Was die Fälschungen betrifft, möchte ich hier mal einen ganz anderen Aspekt ansprechen. Jeder Sammler seltener oder weniger seltener Marken möchte sich doch in der Sicherheit wiegen, echte Marken zu besitzen. Ich finde, hier ist die Nachfrage größer als das Angebot, d.h. es besteht ein Markt. Leider gibt es weder eine staatliche Ausbildung zum "Prüfer", die Anzahl der Prüfer ist überschaubar. Ich kenne, was das Gebiet Rumänien betrifft, wirklich nur 2 Herren auf der ganzen Welt, die das können und dürfen. Warum bildet man interessierte Philatelisten nicht zu einem Beruf aus, der gefragt ist.

Also ich hoffe es klappt jetzt mit den beiden Postkarten - und Pepe, weiter so.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 10.12.2013 21:53:04 Gelesen: 269858# 105 @  
@ Pepe [#103]

Da habe ich in meinen Alben auch noch etwas gefunden:

(1) 15 Bani, Michel Nr. 55, rosabraun - wahrscheinlich 11:13 1/2
(2) 25 Bani, Michel Nr. 56, blau - PIATRA, 14. November 1885
(3) 25 Bani, Michel Nr. 56, blau, Calarasi, blauer Stempel gut zentriert, 11. Juni 1886
(4) 1 1/2 Banu - Nr. 57, schwarz, rückseitiges Prüfzeichen Dr.H ???
(5) 5 Bani, Michel Nr. 63 (bin nicht sicher), interessant links ungezähnt?
(6) 15 Bani, rotbraun auf bräunlich, interessanter Stempel BRAILLA mit zwei LL, ungewöhnlich - 10. August 88

Fälschungen, keine Fälschungen ? - ich vermag es Euch nicht zu sagen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 09.01.2014 14:07:53 Gelesen: 269316# 106 @  
@ 10Parale [#105]

Allen Rumänienfreunden noch ein glückliches 2014 wünscht mit etwas Verspätung herzlich Pepe.

Die Rumänienphilatelie wird von den Fälschungen auf Dauer bestraft. Leider sind viele Sammler von kriminellen Betrügern schon Opfer geworden. Ich persönlich werde keine müde Mark für eine fälschungsgefährdete ungeprüfte Marke ausgeben. Noch habe ich auch keine Absicht meine kleine Sammlung prüfen zu lassen. Das mögen denn die Erben tun, sofern sie die Marken sehr wahrscheinlich doch lieber zu Bargeld machen möchten. Wichtig wird es sein, auf die Fälschungsproblematik ausdrücklich hinzuweisen.

Will trotz etwas Unmut die kleine Reise weiterführen.



1886 ? ? , Mi 64, rot auf gelblich, gz. 13,5



1885, Mi 65, rotbraun, gz 11,5, 1887, Mi 66 rotbraun auf bräunlich, gz 13,5



1885, Mi 67, blau, gz. 13,5, 1887, Mi 68, blau auf gelblich, gz. 13,5



1885, Mi 69, braungelb auf gelblich, gz. 13,5

Nette Grüße
Pepe
 
briefmarkenwirbler24 Am: 09.01.2014 14:33:50 Gelesen: 269307# 107 @  
@ Pepe [#106]

Hallo Peter,

ich wünsche dir ebenfalls ein frohes neues Jahr 2014, nicht nur in philatelistischer Hinsicht. Ich sammele zwar kein Rumänien, aber mich würde interessieren, wie man eine Fälschung gegenüber einer echten Marke unterscheidet.

Kann auch jemand die Marken aus dem Fürstentum Moldau zeigen? Werden ja als einer der seltensten Briefmarken gezählt.

Mfg

Kevin
 
Pepe Am: 09.01.2014 15:44:12 Gelesen: 269294# 108 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#107]

Danke für die Wünsche. Zum Thema Rumänien gehe bitte mal in die Philaseiten-Suche. Da wirst Du staunen.

Nette Grüße
Pepe

[Redaktionelle Ergänzung: Klick auf Philaseiten A bis Z, dort auf den Buchstaben R und dort auf den Landesnamen Rumänien klicken und Themen mit 221 Beiträgen lesen: http://www.philaseiten.de/s/hilfe.html#Suche_0 . Und immer wieder der Hinweis auf die Hilfe, die helfen würde, wenn sie gelesen würde.]
 
10Parale Am: 09.01.2014 21:09:46 Gelesen: 269262# 109 @  
@ Pepe [#103]

Erst mal ein frohes Neues Jahr 2014 für alle Hobby-Philatelisten und Rumäniensammler.

Zu Michel Nr. 62 bzw. 63 5 Bani König Carol I. habe ich heute einmal in einem rumänischen Briefmarkenkatalog (Carjan, Manole) aus dem Jahr 2006 geforscht. Da gibt es unter der rumänischen Nummer 65B. mit der Zähnung 11 1/2: 13 1/2 (= entspricht unserer Michel Nr. 62) zwei unterschiedliche Farben, die Farbe grün und die Farbe grün-gelb (verde-galbui) aus dem Jahr 1888 - 65B.a. - diese Marke ist angesetzt mit einem Wert von 175,-- Euro für gebraucht und 150,-- Euro für gestempelt.

Allerdings habe ich von einer grün-gelben Farbe in deutschen Katalogen nichts gehört.

Ein guter Weg um Fälschungen zu entgehen, ist Ganzsachen zu sammeln. Ich verweise auf die Rubrik "echt oder falsch" unter Rumänien, wo zonenandy schildert, wie er auf dem Flohmarkt ein Lot von rumänischen Briefmarken gekauft hat, die alle als Fälschungen geprüft wurden. Lediglich die einzige in dem Lot vorhandene Ganzsache war echt.

Es liegt, daran, dass die Ganzsache mehr wichtige Informationen hergibt als eine lose Marke, Informationen, die auch auf die Echtheit der Marke schließen lassen.

Beigefügt eine Postkarte, echt gelaufen und abgeschlagen am 16. August 1888 in Bukarest, frankiert mit der Michel Nr. 63 (es wäre ein Wunder, wäre diese Marke die seltene grün-gelbe Marke 65B.a aus dem Rumänien Katalog), d.h zusatzfrankiert, portogerecht und mit Ankunftsmerkmal aus Schwäbisch-Gmünd vom 20.8.1888.

Im übrigen ein Inkasso-Schreiben, ein frühes Inkasso-Schreiben, es gab also damals schon professionelle Geldeintreiber, was ja auch manchmal bei mangelnder Zahlungsmoral durchaus Sinn macht.

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 11.01.2014 17:33:35 Gelesen: 269213# 110 @  
@ Pepe [#106]

Hallo Spezialisten,

bei der Mi.Nr.64 sind mir 2 unterschiedliche Farben alle Zähnung A 13,5 aufgefallen. Die linke Marke rot auf gelblich wie verausgabt bzw. mattrot? Die beiden anderen. Könnte es sein, dass es sich um Mi.Nr.73 ohne Wappeneinpressung handelt? Allerdings wurde die rechte Marke schon 1887 gestempelt - siehe Scan.

viele Grüße

Andreas


 
10Parale Am: 11.01.2014 20:55:13 Gelesen: 269191# 111 @  
@ zonen-andy [#110]

Carjan/Manole unterscheiden in einem rumänischen Katalog bei der Michel Nr. 64 Zähnung 13 1/2 tatsächlich zwischen den Farben a. feuerrot auf gelblichem Papier (rosu-aprins hirtie galbena) und b. karmin-rosa auf gelblichem Papier (carmin-rosu), wobei die Farbe karmin-rosa etwas höher bewertet ist, besonders auf Ganzsache.

Bei der linken Marke dürfte es sich meiner Ansicht nach also um die Farbe feuerrot handeln, die beiden anderen Marken (ich kann leider nur eine 8(7) der Jahreszahl 87? erkennen, handelt es sich wohl um karminrosa.

Bei der Michel Nr. 73 gibt es übrigens im rumänischen Katalog auch zwei Farb-Unterschiede, einmal a. ziegelrot und b. carmin. Unter Umständen könnte die rechte Marke auch zu diesen gehören.

In der Abbildung zeige ich noch eine Postkarte mit einer noch nicht im Michel aufgeführten Nr. 63 b karminrosa auf gelblichem Papier als Zusatzfrankatur auf einer Postkarte von Focsani nach Paria, abgeschlagen am 7. Januar 1888 in Focsani. Interessant ist noch der Druckausschluss bei der Wertziffer 5. Obwohl leider beschnitten, ein schönes Dokument der Philatelie.

Grüße 10Parale


 
10Parale Am: 16.01.2014 16:36:13 Gelesen: 268990# 112 @  
@ Heinz7

Hallo Heinz,

hast Du Informationen über den 1 Kreis Stempel Jassy auf dem von Dir eingestellten Brief von [#78] (siehe auch [#77]) Habe solch einen Stempel in keinem meiner schlauen Bücher gesehen. Zu dieser Zeit (1858) waren lediglich Stempel M1/M2 im Umlauf, diesen Zierstempel habe ich weder bei Heimbüchler noch bei Dragomir gefunden.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 19.01.2014 00:09:00 Gelesen: 268921# 113 @  
@ 10Parale [#112]

Hallo 10 Parale,

die Abbildung (no. 78) habe ich zwar nicht eingestellt, aber eine Antwort kann ich Dir geben. Du findest den Stempel bei Rumänien nicht, weil es ein österreichischer Stempel ist, der von Österreich eingesetzt wurde in der Phase nach dem Krimkrieg (dritte Periode der österreichischen Post in Rumänien). Der Stempel ist u.a. abgebildet bei Tchilinghirian/Stephen ("Austrian Post Offices Abroad; Part Six: Bosnia, Serbia, Danubian Principalities"), GB-Aberlour 1966, fig. 757 (Seite 456). Im Katalog CMPR 74 von Dragomir/Surpateanu findest Du den Stempel übrigens auch (Seite 524). Also nicht im Stempelbuch von Dragomir (1991), sondern im allgemeinen Katalog, der ja auch zu den Stempeln Wichtiges bringt.



Wie Du siehst, habe ich einen ähnlichen Brief von 1857. Absender ist die Moldauische Nationalbank in Jassy, Abgang JASSY 28.10. Hinten finden wir Transitstempel LEMBERG 1.11., KRAKAU 2.11. und drei Ankunftsstempel von PARIS 5.11.1857. Die braunen Tintenvermerke sind wohl Taxvermerke ("32"?). Der Taxvermerk gleicht demjenigen auf no. 78 sehr.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 19.01.2014 19:16:08 Gelesen: 268885# 114 @  
@ Heinz 7 [#113]

Vielen Dank für diese ausführlich präzise Information. Hier zeigt es sich wieder, wie wichtig es ist, die geschichtlichen Hintergründe zu kennen. Auch Hermannstadt (heute Sibiu) war einst Teil der k.u.k.-Monarchie und verfügt über wunderschöne Ganzsachen mit österreichischer Frankatur.

Auch die Literatur-Empfehlungen werde ich mir zu Herzen nehmen.

Da von Dir die Rückseite mit den Transitstempeln LEMBERG und KRAKAU erwähnt werden, hier die Rückseite [#78] des dort abgebildeten Briefes mit der gleichen Postroute.

Vielen Dank

10Parale


 
Heinz 7 Am: 21.01.2014 00:31:51 Gelesen: 268833# 115 @  
@ zonen-andy [#110]

Hallo Andy,

der 10 Bani Wert der 11. Ausgabe ("Vulturi") wird im Michel-Katalog nicht sehr ausführlich behandelt; wir finden nur die Nr. 64 + 73. Die Unterscheidung gelingt bei losen Marken recht gut, da das (Marken-) Wasserzeichen bei der Nr. 73 meistens einigermassen klar sichtbar ist (oder eben keines -> dann vermutlich Nr. 64). - Vergleichen wir einmal die Kataloge.

Zumstein (1992) gibt zu dieser Marke auch nicht mehr Infos (Nr. 66+73)

Stanley Gibbons (1939) gibt zu dieser Marke 9 Nummern:

no. 215 = perf. 11 1/2, 10 b. red on toned
no. 215a = perf. 11 1/2, 10 b. red on white
no. 232 = perf. 13 1/2, 10 b. rose-red on toned
no. 233 = perf. 13 1/2, 10 b. deep red on toned
no. 249a = perf. compound of 11 1/2 and 13 1/2, 10 b. rose
no. 250 = perf. compound of 11 1/2 and 13 1/2, 10 b. dull rose on toned
no. 262 = wmk. type 12a intented. perf. 11 1/2, 10 b. rose
no. 269 = wmk. type 12a intented. perf. 13 1/2, 10 b. dull rose
no. 277 = wmk. type 12a intented. perf. compound of 11 1/2 and 13 1/2, 10 b. dull rose

Scott (1951) ist ähnlich wie Michel/Zumstein: Nur zwei Einträge: no. 84 + 91
Yvert & Tellier (1938) ist sehr ähnlich wie Michel/Zumstein: no. 66 + 73 (in älteren Katalogen machte er aber noch Unterscheidungen nach Zähnungen)

Besonders interessant ist CMPR '74: No. 66 + 73 ("pe hirtie colorata, fara filigran" bzw. "pe hirtie alb-galbuie, transparenta, casabila fioligran I "Stema mica"). Zu no. 66 bzw. 73 gibt er dann:

66a. rosu pe galbui
66b. roz-carmin pe galbui
66c. carmin pe galbui
73a. rosu
73b. rosu inchis
73c. rosu caramizu, und alles nach den vier Zähnungen A, B, C, D (A = 13 1/2, B = 11 1/2, C = 11 1/2:13 1/2, D = 13 1/2: 11 1/2.

Also Sieger ist ganz klar CMPR 74.

Ich habe das Privileg, Euch zwei schöne Einheiten zeigen zu können.



Das Wasserzeichen ist beim Zwölferblock klar ersichtlich, also Mi. 73, den Viererblock halte ich für Nr. 64, da kein Wasserzeichen. Das Papier ist aber nicht so schön gelblich wie beim gestempelten Viererblock, der eindeutig eine Nr. 64 ist.



Soviel für heute. Gute Nacht! Heinz
 
zonen-andy Am: 21.01.2014 14:51:21 Gelesen: 268804# 116 @  
@ Heinz [#115]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die Informationen der Mi.Nr. 64 und 73. Ich habe noch ein paar Marken alle Zähnung A 13,5 der Nr.64 ? zum vergleichen ohne Wappeneinpressung eingescannt.

Scan 1: obere Marken helles Papier untere Marken gelbliches Papier am Original sieht man die Unterschiede deutlicher.

Beim 2. Scan habe ich die Farbsättigung höher gewählt um die Farbunterschiede ? besser darzustellen.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 23.01.2014 23:04:09 Gelesen: 268717# 117 @  
@ zonen-andy [#116]

Hallo Andreas,

es ist - wie gezeigt - problematisch über Farben zu sprechen, wenn mit dem Scanner und dem Bildschirm und der Farbsättigung unterschiedliche Resultate gezeigt werden können. Auch die zwei ungestempelten Einheiten aus Beitrag [#115] sehen auf meinem Bildschirm satter rot aus, als in Wirklichkeit. Für eine zuverlässige Bestimmung muss man die Briefmarke wohl im Original vor sich haben.

Bei dieser Ausgabe sind die Katalogherausgeber (wie gezeigt) recht sparsam mit Farbunterschieden. Die Marke OHNE Wasserzeichen (Michel Nr. 64, CMPR Nr. 66) wird beim rumänischen Katalog in nur drei Nuancen gelistet: rot, rosakarmin und karmin. Bei früheren Marken (z.B. Michel Nr. 20) werden viel mehr Farbnuancen aufgeführt!

Deine erste Marke wird wohl "rot" zuzuordnen sein, und die zweite und dritte Marken "rosakarmin", also CMPR no. 66a und 2 x 66b. Sehe ich mir aber Deinen ersten scan an, würde ich auf karmin tippen bei der ersten Marke. Also, wie gesagt, im Original, bei Tageslicht könnte ich vermutlich mehr sagen, so bin ich mir nicht sicher.

Ich wünsche einen schönen Abend! Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.01.2014 23:11:21 Gelesen: 268715# 118 @  
@ 10Parale [#111]

Hallo 10 Parale

die Bezeichnung "feuerrot" ist auch nicht ganz einfach, finde ich. Um bei den Farben eine allgemeingültige Bezeichnung zu verwenden, über dieses Thema schreiben sich eifrige Philatelisten schon seit über 100 Jahren die Finger wund. Leider mit keinem allgemein anerkannten Resultat, soviel ich weiss.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.01.2014 11:43:51 Gelesen: 268686# 119 @  
@ Heinz 7 [#118]

Ich habe die Bezeichnung "rosu-aprins" aus dem "Catalogul Timbrelor Postale Romanesti" von Lazar Carjan und Mircea Gheorge Manole aus dem Jahr 2006.

"A aprinde" ist Infinitiv und heißt "anzünden". Die Übersetzung ist eindeutig "feuerrot" für rosu-aprins. Natürlich wird es wohl nie eine einheitliche europa- bzw. weltweite Bezeichnung geben können, dazu gibt es zu viele Experten.

Wenn ich die Ausführungen in [#115] von Dir richtig interpretiere, gibt es allein von dieser 10 Bani Marke 24 verschiedene Typen, seien es nun Farb- oder Zähnungsunterschiede. Eine echte Herausforderung?

Meine Frau ist Rumänin und als waschechter Deutscher habe ich sie bei der Übersetzung zur Hilfe genommen, das gestehe ich hier. Im Prinzip ist es eine Art freie Übersetzung.

Nun, der Michel ist sehr sparsam, bei der Anzahl der Rumänien-Sammler in Deutschland auch nicht verwunderlich. Aber eine Diskussion ist es alle Zeit wert.

10Parale
 
Heinz 7 Am: 25.01.2014 17:13:25 Gelesen: 268645# 120 @  
@ 10Parale [#119]

Ja, so kann man das zählen: 1 Marke x 2 Wasserzeichen-Unterschiede (mit/ohne) x je 3 Farbnuancen x je 4 Zähnungen = 24.

Es ist jedem selber überlassen, ob er nun 1 Marke sammelt oder 24 anstrebt. Ich bin kein Freund von zu vielen Unterscheidungen - bei einigen Briefmarkenausgaben nerven mich die fast (oder gar nicht!) zu erkennenden Unterschiede sogar ausdrücklich. Man denke z.B. an die griechischen Hermesköpfe, wo sich nicht einmal die Spezialisten manchmal einig sind, welchen Marken man welche Nummern zuteilen soll.

Aber bei der 10 Bani-Marke der 11. Ausgabe von Rumänien (siehe Beitrag [#110], 111, 115 + 116) gelingt die Katalogisierung doch meistens. Hat die Marke ein Wasserzeichen, ist sie Michel Nr. 73, hat sie keines, ist sie Nr. 64. Die Zähnungsunterschiede lassen sich in der Regel auch eindeutig nachmessen, und bei (nur) drei Farbnuancen hat man auch grosse Chancen, dass man das noch herausfindet. Es gibt aber Marken mit 7 oder 8 Nuancen, da müssen dann die meisten Sammler aufgeben.

Keep it simple and clear! - das ist meine Devise.

Natürlich kann es sinnvoll sein, sehr seltene Zähnungen zu registrieren! Der erste Leiter der ARGE Rumänien war darin ein Meister, und er hat sehr aufwändig diese Unterschiede gesammelt und auch ausgestellt. Ich zeige anbei einen Ausschnitt aus einem seiner Albenblätter. Für die 25 Bani-Marke von 1900 (Michel Nr. 138) z.B. sieht das dann so aus:



Für manche Sammler ist dies "höchste Schule", anderen aber geht das zu weit und sie finden das schlicht langweilig! - Es gibt nicht richtig oder falsch. Das muss/darf jeder selber entscheiden! - Heinz
 
10Parale Am: 27.01.2014 20:41:54 Gelesen: 268570# 121 @  
@ Heinz 7 [#120]

Nun würde ich all zu gerne wissen, wer denn der erste Leiter der ARGE Rumänien war? Bei den Kopfausgaben haben wir in der klassischen Rumänien-Philatelie durchweg das Problem der Farbnuancen und man sollte es jedem überlassen, wie er es handhabe, da gebe ich Dir recht. Allerdings habe ich bei der Lektüre meines rumänischen Kataloges aus dem Jahr 2006 feststellen müssen, dass kleine Farbunterschiede mächtige Unterschiede in den Preisen ausmachen.

Eine wie oben dargestellte Aufgliederung zur Erkennung der Unterschiede bei dem Wert zu 25 Bani in diversen Blau-Nuancen und Zähnungen kann nur eine Hilfe darstellen für den, der seine Marken so exakt wie möglich bestimmen will und gehört in jeden Spezial-Katalog.

But "Keep it simple" ist eine gute Devise, der auch ich sehr anhänge. Denken wir mal an die berühmteste aller berühmten Marken, der Mauritius. Sie ist einfach blau (oder orange) und das macht doch auch etwas aus von Ihrer Attraktivität.

Doch zurück zum irdischen Dasein der Marken. Beigefügt stelle ich eine mit 50 Bani portogerecht frankierte Ganzsache aus dem Jahr 1896 vor. Der Brief wurde am 26. Mai in Bukarest abgeschlagen und erreichte Uznach in der Schweiz 5 Tage später am 31.Mai (rückseitiger Abschlag).

Frankiert wurde er 2fach mit der Michel Nr. 105 zu 25 Bani dunkellila. Welches Wasserzeichen diese nun trug, werde ich erst erfahren, wenn ich die Briefmarken ablöse (werde ich nicht tun).

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.01.2014 23:49:03 Gelesen: 268556# 122 @  
@ 10Parale [#121]

Hallo Kollege!

Das genau meine ich: Wenn ich eine Marke nicht mehr bestimmen kann (ob 105 X oder 105 Y (unterschiedliches Wasserzeichen)), dann bin ich zwar nicht gleich "unglücklich", aber wenn mir die Bestimmung eindeutig gelingt, ist mir das natürlich lieber.

Ablösen würde ich die Marke(n) aber auch nicht. In einem solchen Fall begnüge ich mich mit der Feststellung: Nr. 105.

Beste Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 30.01.2014 21:20:44 Gelesen: 268471# 123 @  
@ Heinz 7 [#122]

Hallo Rumänien-Sammler,

ich gehe wieder einmal ein paar Jahre zurück und zeige hier die 30 Parale Michel Nr. 10Iz Handeinzeldruck (1862) als postfrisches Exemplar auf gestreiftem Papier mit einem Kurzbefund von Dr. Gmach. Die Bezeichnung postfrisch bei klassischen falzlosen, ungebrauchten Marken finde ich immer besonders lustig. Lässt suggeriern, man könne damit geradezu auf das nächste rumänische Postamt gehen und den Brief an die Tante damit frankieren.

Diese Marke gibt es auch im Plattendruck (10II / 1864) und ist deutliche höher bewertet als die hier abgebildete Marke. Übrigens sieht man noch die Randlinie der Nachbarmarke.


 
10Parale Am: 01.02.2014 20:16:15 Gelesen: 268401# 124 @  
Hallo zusammen,

die Michel Nummern 8 - 10 Rumänien entsprechen in Ihrer Farbgebung der Farben der rumänischen National-Flagge, rot, gelb und blau. Das Markenbild zeigt den Adler der "Walachei" und den "Ochsenkopf" der Moldau. Diese beiden Fürstentümer vereinigten sich in diesen Jahren zu den sogenannten Vereinigten Fürstentümern (The United Principalities). Dies belegt auch ein Erwachen (Erstarken) eines rumänischen Nationalbewusstsein in sich.

Auch die sogenannten Cuza-Ausgaben (Michel Nr. 11 - 13) finden sich in diesen Farben wieder.

kleines Lexikon: rot = rosu; gelb = galben; blau = albastru /// Adler = vultur; Ochsenkopf = cap de bour; Posthorn = goarne


 
10Parale Am: 04.02.2014 21:30:30 Gelesen: 268319# 125 @  
Da ein wenig Stillstand in dieser Themensammlung eingetreten ist, möchte ich fortfahren, Rumänien als Sammelgebiet vorzustellen.

Es ist wirklich interessant zu wissen, dass Rumänien zunächst aus dem Zusammenschluss der Fürstentümer Moldau und Walachei entstanden ist (1862 United Principalities). Siebenbürgen (Transsilvanien) beispielsweise wurde erst viel später, 1918 nach dem ersten Weltkrieg in der Triple Entente Rumänien zugesprochen, andere Landesteile kamen hinzu.

Hier stelle ich einen sehr alten Brief vor, geschrieben und aufgegeben am 30. September 1857 in Braila. Der Absender heißt Popowitz. Ich habe das sehr feine, glatte Papier entfaltet und einen Geschäftsbrief in kyrillischer Schrift vorgefunden. Leider kann ich diese Schrift nicht lesen.

Jedenfalls ist die Ortsbezeichnung in diesem zweizeiligen Stempel kyrillisch geschrieben. Nun würde ich gerne erfahren, ob jemand diese Schrift lesen kann und uns den Bestimmungsort dieses Briefes verraten kann.

Das Fürstentum Moldau ist sozusagen eines der Wiegenländer Rumäniens.

10Parale


 
bignell Am: 04.02.2014 21:43:34 Gelesen: 268313# 126 @  
@ 10Parale [#125]

Hallo Parale,

der Ort ist Braila.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 07.02.2014 23:44:23 Gelesen: 268216# 127 @  
@ 10Parale [#121]

Hallo,

ich nehme an, Horst Scherrer hat nichts dagegen, dass ich ihn hiermit vorstelle; mit einem Couvert, dass der rumänische Verband ihm zu Ehren erstellt hat.



Scherrer, Jahrgang 1937, hatte die Leitung der ARGE Rumänien nur zu Beginn in seinen Händen. Gemäss Rundschreiben R.1 vom Juni 1969 hatte er in 4 philatelistischen Fachblättern zur Teilnahme an einer ARGE Rumänien aufgerufen, war aber über die mässige Anzahl von "lediglich 14 Zuschriften" enttäuscht. Gleichwohl konnte Scherrer ein Jahr später (R.7 vom Juli 1970) bereits 25 Mitglieder der ARGE vermelden, davon 19 aus der BRD, 3 aus der Schweiz, usw. (lediglich 1 Mitglied aus Rumänien).

Bereits per Ende 1971 musste Horst Scherrer den Vorsitz der ARGE aus beruflichen Gründen abgeben (siehe R.12 Nov. 1971). Seit 1.1.1972 führt Herr Fritz Heimbüchler die ARGE, nun also bereits seit mehr als 40 Jahren.

Horst Scherrer verkaufte grössere Teile seiner sehr umfangreichen Sammlung(en), z.B. via Köhler-Auktionen in den 1990er-Jahren. Danach war er leider an den Symposien der ARGE Rumänien nur noch selten anzutreffen.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.02.2014 00:07:13 Gelesen: 268214# 128 @  
@ 10Parale [#123]

Du schwärmst immer wieder von der 30 Parale Marke, Michel Nr. 10, und ich weiss auch, warum - sie ist einfach wunderschön!

Ihr habt auch bereits viel vom Einzeldruck und vom Plattendruck geschrieben, also vielleicht interessiert es Euch, eine Michel Nr. 10 II auf Brief einmal zu sehen.



Dieses schöne Stück gehörte einst zur Sammlung Heimbüchler (siehe Edition d'Or, Seite 103). Die Marke klebt auf einer Retour Recepisa ("Posta No. 3"-Formular) für einen Brief 1864 von Budeu nach Bukarest. Gestempelt "BUDEU 12/12" (Kiriac Dragomir fig. 369).

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 09.02.2014 20:35:37 Gelesen: 268139# 129 @  
Hallo Heinz,

das ist wirklich ein formidables Stück mit einer 30 Parale Michel Nr. 10. Durch die kurze Verwendungszeit von 3 Monaten ist diese Marke auf Briefen bzw. Ganzsachen sehr selten zu finden. Gratuliere.

Horst Scherrer habe ich vor Jahren in München treffen dürfen. Als neues Mitglied in der ARGE Rumänien wusste ich damals kaum zu schätzen, wer vor mir saß. Die ARGE Rumänien sucht übrigens neue Mitglieder und Interessenten. Aber welche Arbeitsgemeinschaft tut das eigentlich nicht?

Du hast Recht. Die 30 Parale ist mein Favorit unter den Millionen Briefmarken auf dieser Welt. Aber ich habe auch ein großes Faible für die 2. Briefmarke der Welt, diese Blaue mit der Queen Viktoria. Vielleicht ist es die Farbe die mich fasziniert.

Ich möchte hier noch eine andere Einzelmarke feilbieten, die Michel Nr.50b., Fürst Karl I. im Perlenkreis, Bukarester Buchdruck, Farbe russischgrün auf grünlich, gezähnt 11 1/2 aus dem Jahr 1879. Diese Marke hier ist riesenrandig, rückseits gefalzt mit Gummierung.

Diese Marken wurde auf Bögen zu 150 Stück hergestellt und zumindest mein rumänischer Katalog schreibt, dass deshalb auch Marken mit breiten Rändern außergewöhnlich sind.

Fazit: Es gefallen mir eigentlich viele Marken, aber an einigen wenigen habe ich fastnächtlich gesprochen einen Narren gefressen.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.02.2014 00:25:28 Gelesen: 267961# 130 @  
@ 10Parale [#129]

Hallo mein Freund,

Du zeigst uns da eine schöne Briefmarke der 9. Ausgabe von Rumänien (wenn man die 1./2. Ausgabe von Moldau 1858 dazuzählt, sonst ist es die 7. von Rumänien ab 1862)! Schöne Farbe, ausserordentlich gut gezähnt (für eine Zähnung 11 1/2) und mit der Zentrierung wollen wir auch zufrieden sein. Und mit den übergrossen Rändern ist das meines Erachtens ein sehr interessantes, seltenes Stück.

Marken mit Zähnung 11 1/2 haben in der Regel 11 oder 12 volle Zähnungslöcher in der Waagrechte (während Marken mit der Zähnung 13 1/2 (= häufige Zähnung für rumänische Marken) 13 oder 14 Löcher haben).

DEINE Marke hat nun Zähnung 11 1/2, wie Du schreibst, aber wir zählen trotzdem volle 13 Zahnlöcher, ohne "Wenn und Aber". Die Marke scheint also sehr breit zu sein. Das wird optisch bestätigt mit dem Riesenrand weiss rechts.

Ein schönes Stück. Von dieser Marke gibt es Zähnungsabarten; teil-ungezähnte Marken. Und offenbar wurde bei der Linienzähnung auch hin und wieder ein grösserer Abstand produziert, als wohl ursprünglich geplant.

Ich habe lange in meinen Beständen gesucht, aber diese Mi. 50 b habe ich nirgends auch nur halb so schön! Gratuliere! - Heinz
 
10Parale Am: 15.02.2014 20:32:38 Gelesen: 267888# 131 @  
@ Heinz 7 [#130]

Vielen Dank für die Blumen und dann setzen wir noch einen obendrauf, wie es so schön heißt. Vielleicht hat der eine oder andere Rumänien-Sammler auch eine Marke in seinem Fächer, die er hier mal ihrer Schönheit und Einzigartigkeit wegen präsentieren will.

Ich zeige hier noch eine von Fritz Heimbüchler rückseitig mit einem Prüfstempel versehene Marke aus dem Jahr 1871, die Michel Nr. 26, 5 Bani, Fürst Karl I. mit Vollbart im Oval. Der Michel unterscheidet hier die zwei Farben karmin, rosa und Zinnober. Mein Rumänien-Katalog listet insgesamt 9 verschiedene Farbdifferenzen auf, was die Sache nicht leicht macht. Sehr teuer soll demnach eine Ganzsache sein mit einer 5 Bani Marke in Karmin. Schaue jeder nach, ob er so was hat, er solle sich glücklich schätzen.

Ich bin sehr glücklich mit dieser Einzelmarke mit dem schön zentrierten Einkreis-Stempel H Bucuresci I I (lt. Kiriac Dragomir). Von diesem Stempel gibt es drei Typen, wobei Bucuresci I und II sich im Durchmesser unterscheiden. Der Stempel Bucuresci III hat kein Stern, sondern ein kleines Andreaskreuz (werde ich auch noch vorstellen).

Der rumänische Katalog wertet diese Marken viel höher als der Michel-Katalog. Da hat es ja viel Kritik für Michel gehagelt in letzter Zeit, weil die Katalogpreise so hoch seien. Es gibt andere Länder, da sind die Preise also noch höher.

Abgeschlagen wurde die Marke am 11. Juli 1871, übrigens ein Dienstag.

Alles bestens

10Parale


 
10Parale Am: 18.03.2014 20:14:29 Gelesen: 267015# 132 @  
Hallo Rumänien Freunde,

heute möchte ich eine Ganzsache vorstellen, die aus der Vormarkenzeit stammt, aber in einem Zeitraum abgeschlagen wurde, der kurz vor der Einführung der 1. Moldau-Ausgabe kursierte.

Der Brief wurde abgeschlagen am 17. Juni 1858 mit einem M1 Stempel Galatz Moldova. Wie ich nachlesen konnte, war die Verwendungszeit dieses Stempels zwischen dem 23.12.1857 und dem 29.06.1868.

Die erste Moldau-Ausgabe (die berühmten Ochsenköpfe) hatte ihre Geltungsdauer zwischen dem 22. Juli und Ende Oktober 1858, eine sehr kurze Verwendungszeit. Von diesen Stempeln M1 sind 14 verschiedene bekannt, die ich Laufe der Zeit, - falls vorhanden -, einmal vorstellen will.

Solche Ganzsachen mit den Stempeln M1 aus der Vormarkenzeit sind nicht allzu häufig anzutreffen und ein Sammelthema für sich.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 22.03.2014 18:30:14 Gelesen: 266866# 133 @  
@ 10Parale [#132]

Hallo 10 Parale,

ich finde es toll, dass Du immer neue Aspekte zum Thema "Rumänien" ins Spiel bringst. Gerne nehme ich auch diesen "Ball" auf.

Die M1-Stempel sind auch in der ARGE Rumänien sehr beliebt. Fritz Heimbüchler hat ihnen im ersten Handbuch mehrere Seiten Text und Abbildungen gewidmet. Auch ich versuche alle 14 Stempel in der Sammlung zu haben (fig. 271-284 Dragomir).



Anbei zeige ich Euch "FOKSCHANI" (fig. 275) aus dem Jahr 1859 und was aus dem (?) Stempel geworden ist. Dreieinhalb Jahre später war auf dem Postbüro ein ziemlich defekter Stempel in Gebrauch, ob es derselbe war, weiss ich nicht (vielleicht gab es auch mehrere davon auf demselben Postbüro?).

Bei Fokschan und Botuschani gibt es den Stempel bekanntlich auch ohne den Zusatz "MOLDOVA" (=M1a, siehe Dragomir, Seiten 81-83). Ich zeige einen solchen Brief anbei. Man sieht die Verformung der unteren Kreise sehr schön. Vgl. auch Dragomir, fig. 285).

Noch ein Hinweis, 10 Parale, den Du mir sicher nicht übel nimmst: Benutze für die Beschreibung solcher Briefe nicht den Begriff "Ganzsache". Der Begriff sollte besser NUR für die Postkarten/Streifbänder/Kartenbriefe/etc./etc. (gemäss philat. Begriffsbestimmungen) verwendet werden. Die erste Ganzsache von Rumänien stammt aus dem Jahr 1870, ein Streifband. Damals waren die M1-Stempel alle nicht mehr in Gebrauch (das Ende war 1865), die Kombination "M1 auf Ganzsache" gibt es also nicht.

Herzliche Grüsse - Heinz

Herzliche Grüsse
 
10Parale Am: 23.03.2014 18:55:56 Gelesen: 266808# 134 @  
Hallo Heinz7,

Galatz, Fokschani - dann habe wir ja schon 2 von insgesamt 14 Stempeln M1 hier aufgezeigt. Ich möchte die Reihe fortsetzen mit dem M1 von Berlad, hier abgeschlagen auf einem vollständig erhaltenen Brief am 11.7.1861.

Dass es bei Fokschan und Botuschani die beiden Stempel ohne Zusatz "MOLDOVA" gab, habe ich schlicht überlesen und ist eine Bereicherung meiner Kenntnisse, vielen Dank. Vielleicht ergibt sich einmal die Möglichkeit solch einen Stempel M1a hier zu dokumentieren.

Dass man auch Stempelkunde betreiben kann, ist eine zusätzliche Erweiterung meines Horizontes als Briefmarkensammler. Die Frage, ob es mehrere Stempel im Postbüro in Fokschani in Gebrauch waren, eröffnet ein völlig neues Forschungsgebiet.

Übrigens kann man mit diesen 14 M1 Stempel auch eine kleine Rundreise durch das Fürstentum Moldau unternehmen. Heute sind diese Städte eine Region in Rumänien, die sich Moldau nennt und an Moldawien grenzt (Republik Moldau). Die rumänisch-moldawische Grenze verläuft gänzlich entlang dem Pruth, einem Nebenfluss der Donau, der in den ukrainischen Karpaten entspringt. Gerade heute eine sensible politische Region.

Danke für den Hinweis, Heinz7. In manchen Dingen bin ich sehr nachlässig. Natürlich nehme ich das gerne auf und verwende die Bezeichnung in Zukunft fachgerecht.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 23.03.2014 23:37:21 Gelesen: 266785# 135 @  
@ 10Parale [#134]

Gut, gehen wir der Reihe nach. Fig. 271 wäre Bakeu, da kann ich helfen.



Ein Dienstbrief nach Galatz, scheint es mir (ich kann leider die ersten zwei Zeilen der Adresse nicht lesen, die dritte lese ich "di Galazi"(?)), gestempelt mit rotem M1-Stempel BAKEU "19/8" (1861). Hinten mit Ankunftsstempel GALATZ "20/8" (Stempelfarbe schwarz, nicht blau, wie bei Deinem Brief in Beitrag 132)

Der untere Brief in Beitrag 133 zeigt übrigens einen M1a-Stempel (ohne "MOLDOVA"). Er entspricht dem Stempel Dragomir fig. 285. Dein Wunsch ist also bereits erfüllt.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.03.2014 19:58:54 Gelesen: 266697# 136 @  
@ Heinz 7 [#135]

Gratuliere zu Fig. 271 Bakeu. Bin auch der Meinung, dass es sich um einen Dienstbrief nach Galatz handelt (Nr. 972 auf der Briefvorderseite weist darauf hin), muss ein Titel eines Beamten sein, der hier angeschrieben wird, kann es aber leider auch nicht lesen. Es gibt keine solchen langen rumänischen Wörter, ich denke, es sind 3 Wörter, vielleicht findet sich noch eine helfende Hand, die die Wörter "entziffern" kann.

Folgen wir Kiriac Dragomir´s Reihe und kommen zu Fig. 274, DOROHOJ (Fig. 273 BOTUSCHANI MOLDOVA fehlt mir noch). Dorohoi hat heute etwa 32.000 Einwohner und gehört zum Kreis Botosani, es liegt an der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien. Es war früher bekannt als Holzumschlagsplatz.

Hier handelt es sich wohl auch um einen Dienstbrief, wir sehen auch hier im linken Teil eine Nummer (4052). Der Brief wurde am 27.1.1860 abgeschlagen, rückseitiger Ankunftsstempel Jassy/Moldova - einen Tag später.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.03.2014 23:17:17 Gelesen: 266578# 137 @  
@ 10Parale [#136]

Guten Abend!

Fig. 273 kann ich liefern, aber der Beleg ist zu gross für meinen Scanner. Ich mache morgen eine Farbfotokopie-Verkleinerung, dann kann ich ihn scannen und zeigen.



In der Zwischenzeit zeige ich einen anderen Botuschani-Stempel - den teuersten, den es gibt, denn er wurde auf einem der schönsten - 27 Parale - Briefe angebracht, der existiert - einem Schmuckstück aus der Grand-Prix Sammlung von Herrn Fritz Heimbüchler. Dieses Stück ziert auch das Titelbild des "Edition d'Or"-Buches, in dem eben diese GP-Sammlung vorgestellt wird. Am 3.12.2010 wurde dieser Luxus-Brief in Zürich verkauft, und brachte die Kleinigkeit von CHF 78'000 + 20 % Aufgeld.

Da sind wir mit unseren markenlosen Belegen günstiger weggekommen (Beiträge 132-136).

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Pepe Am: 28.03.2014 20:28:21 Gelesen: 266532# 138 @  
@ Heinz 7 [#137]

Hallo liebe Rumänienfreunde,

also mal ehrlich gesagt, ich muss ja aufpassen, nicht in tiefe Depressionen zu geraten. Bei soviel hochkarätigem Material traut man sich ja kaum noch mit den einfachen Marken auf dem Bildschirm.

Trotzdem will ich mal nach langer Pause einfach da anknüpfen, wo ich stehen geblieben bin.

Das Jahr 1889 brachte ja die 6 Werte mit der rückseitigen Wappeneinpressung. Diese wird sicher Reaktion der Post auf Fälschungen gewesen sein. Wenn die Marken aufgeklebt waren, war die Einpressung meist nicht mehr nachprüfbar.
Nun meine Frage. Wer kann denn mal dieses Prägewappen deutlich hier zeigen? Im Mi 2003/04 ist eine sehr schlechte Abbildung. Die zweite Frage dreht sich um die Zähnung. Im Mi wird 13,5 angegeben und alle Marken weisen 13,25 auf.
Mit 3 verschiedenen Zähnungsschlüssel gemessen. Liegt bei Mi ein Fehler vor?

Und nun die ersten Marken



1889 10 14, Mi 70, schwarz, gezähnt 13,25



Mi 70, Wappenprägung Rückseite, Scan 800 dpi



Mi 71, violett, gez. 13,25



Mi 71, Wappenprägung Rückseite



Mi 72, hellgrün, gez. 13,25

Die Marken wurden mit 600 dpi gescannt.

Nun Ihr lieben Experten, beschäftigt Euch mal wieder mit den 'kleinen Dingen' des Lebens. Trotzdem freue ich mich über jeden Brief und danke noch mal für alle die schönen und interessanten Beiträge in der letzten Zeit.

Schönes Frühlingswochenende und nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 28.03.2014 21:21:05 Gelesen: 266529# 139 @  
@ Heinz 7 [#137]

Ja, ich verstehe Dich richtig: Der Stempel wurde wertvoll durch die Marke, die ihn ziert. Ich bin begeistert. Der Brief ist ja ebenfalls in Fritz Heimbüchler´s Werk "Die Ochsenköpfe der Moldau" abgebildet, ich zitiere "einzig bekannter Brief der 1. Ausgabe von diesem Postamt".

Ich möchte doch noch einmal zu Fig. 275 einen Stempel M1 zeigen, Fokschani in blauer Farbe, abgeschlagen am 03.02.(1860?). Dieser Stempel ist also nicht schwarz wie in dem Brief in Beitrag 133. Da waren doch mehrere Stempel im Einsatz, oder ? Der Brief könnte an einen Berater des Innenministeriums in Jassy gerichtet sein. Rückseitig ist ein Ankunftsstempel von Jassy M2, der darauf schließen lässt, dass der Beleg nach dem 7. April 1859 (lt. Kiriac Dragomir) gelaufen ist, frühestens also 1860. Die Taxierung 15 kann ich nicht erklären.

@ pepe

Ich kann leider nicht mehr wie 1 Bild ins Forum stellen, aber das Wasserzeichen "stema mica" - kleine Waffel werde ich in Kürze einmal abbilden. Dieses Wasserzeichen (rumänisch: filigran) gibt es auch kopfstehend - "stema mica rasturnat". Der rumänische Katalog spricht auch von einem "pseudofiligran", was wohl heißen mag, dass dieses Wasserzeichen nicht die Ansprüche eines echten Wasserzeichens erfüllt. Ich mag das auch noch nicht zu erklären.

10Parale


 
10Parale Am: 28.03.2014 21:24:40 Gelesen: 266527# 140 @  
@ Pepe [#138]

Hier das Wasserzeichen "stema mica" - kleine Waffel, aber kopfstehend. Drehe es einfach um, dann steht es richtig.

10Parale


 
10Parale Am: 28.03.2014 22:33:14 Gelesen: 266515# 141 @  
@ Pepe [#138]

Das hat mich jetzt den ganzen Abend beschäftigt. Also das Wasserzeichen "Wappeneinpressung" oder "Stema mica" ist das erste Wasserzeichen in der rumänischen Philatelie und stammt vom 14. Oktober 1889. Unter der Krone befinden sich vier Felder mit den Wappen der 4 rumänischen Fürstentümer 1. Moldau = Ochsenkopf 2. Muntenien = Adler 3. Dobrudscha = 2 Delphine (liegt am Meer) 4. Oltenien = Löwe.

Diese Abbildungen sind viel besser auf dem Wasserzeichen "Großes Wappen" zu sehen, dass bei Gelegenheit hier auch einmal abgebildet wird. Diese kleine Wappeneinpressung wird deshalb auch Pseudofiligran genannt, weil es im Gegensatz zum echten Wasserzeichen erst nach der Fabrikation des Papiers eingepresst wurde.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.03.2014 13:03:59 Gelesen: 266475# 142 @  
@ Pepe [#138]

Es ist für Sammler, die schöne Stücke haben, immer eine schwierige Entscheidung, ob man seine Freude darüber mit anderen teilt, oder ob man damit negative Gefühle auslöst (Neid, Depression, u.ä.). Ich persönlich kann mich seit langem an Weltraritäten anderer erfreuen, ich bestaune die grössten Seltenheiten, kaufe Bücher über die seltensten Briefmarken und lerne an Ausstellungen immer wieder neue Schätze kennen. Natürlich wünscht man sich, daran "teilhaben" zu können und freut sich, wenn man solche Stücke auch selber besitzen kann. Dass dies oft einhergeht mit erheblichem Geldeinsatz, lässt sich manchmal nicht vermeiden. Aber das kann ja jeder Sammler selber entscheiden, bei der Wahl seines Sammelgebietes. Ich kenne Sammlungen mit Weltraritäten, die haben ihre Besitzer kaum Geld gekostet.

"Geteilte Freude ist doppelte Freude", ist ein Sprichwort, und darum hoffe ich, dass meine Beiträge Freude und Enthusiamsmus auslösen, so wie bei mir, wenn andere ihre Schätze zeigen! Und schliesslich ist es auch Ansporn, selber weiter zu sammeln und zu suchen! Und auch einmal selber gutes Geld für gute Ware auszugeben?

Ich habe vorgestern Stempel fig. 273 angekündigt, und da ist einer: Stempel M1 "BOTUSCHANI"



Das Formular "Posta No. 19" ist ca. 34 cm breit und 22.5 cm hoch. Es dient der Abrechnung über Geldsendungen und Pakete und trägt den Titel "Fatura gropurilor ku bani si a paketelor". Das Formular hat 19 Zeilen und eine Summenzeile, hinten hätte es noch Platz für Sendungen 20-37 (plus Summenzeilen). Im vorliegenden Fall gingen 4 Sendungen (siehe 2. Spalte: No. 1-4) von Botuschani (siehe 1. Spalte) nach Jassy (4. Spalte). Am 11.1.1862 wurde das Formular ausgefüllt, am 13.1. kam die Sammelsendung in Jassy an.

Das Gewicht der vier Sendungen betrug 324, 236, 331 und 66 dram (vgl. 9. Spalte, 1 Dram = 3.2 Gramm) im Wert von 592, 1862, 9450 und 1723.37 Lei (siehe 8. Spalte). Nur für Sendung 3 war eine Postgebühr fällig von 27.30 (Lei+Parale), dass es in der (10.) Spalte "Franko" eingetragen wurde, zeigt, dass der Absender es schon bezahlt hat (11. Spalte "Porto" hiesse: dem Empfänger muss bezahlen). Ich vermute, dass die Sendungen 1,2+4 amtlich und gebührenfrei waren (handschriftlich könnte das "oficial"? heissen und "idem"=gleich). Die dritte Sendung war eine Geldsendung von 300 Galben = Goldmünzen (7. Spalte), die Sendungen 1+2+4 kann ich nicht entziffern.

1 Galben = ca. 1.1 dram = 31.50 Lei, das passt genau zu einem ähnlichen Beleg von 140 Galben = 187 dram = 4410 Lei, siehe Buch Heimbüchler 1994, Seiten 188+189!

Schön ist sicher auch der sog. "Draperie"-Stempel (Dragomir fig. 329, "DR")

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 31.03.2014 00:18:01 Gelesen: 266397# 143 @  
@ 10Parale [#136]

Guten Abend!

Wir haben bis jetzt gezeigt:

fig 271 = Beitrag 135
fig 272 = B. 134
fig 273 = B. 137+142
fig 274 = B. 136
fig 275 = B. 133+139
fig 277 = B. 132

Wenn wir also fig 276 = FOLTITSCHENI ergänzen, so haben wir die ersten 7 Nummern komplett!



Anbei ein Brief von dort nach Piatra (rückseitig Ank. stempel, aber erst am 22.1., also vier Tage später!). Schön, dass daneben auch der FRANCO-Stempel M3 (fig. 307) abgeschlagen wurde, nicht absolut klar, aber mir gefällt der Brief trotzdem. Wenn ich das richtig lese, heisst das oben "14 dram", das wäre dann eine Gewichtsangabe von über 40 Gramm. Vielleicht kannst du die Adresse lesen & übersetzen, 10 Parale, sie ist ja recht schön geschrieben.

Guten Wochenstart, morgen! Heinz
 
10Parale Am: 31.03.2014 21:28:53 Gelesen: 266342# 144 @  
@ Heinz 7 [#143]

Die Adresse (143) lautet wohl: "An das verehrte Gericht von Neamt". Piatra war auch bekannt durch den Zusatz Piatra Neamt, ein Hinweis dafür, dass einmal deutschsprachige Siedler sich in dieser Gegend der Moldau niedergelassen haben.

Im übrigen habe ich sehr lange an dem weiteren Text studiert, ohne aber ein schlüssiges Ergebnis zu erzielen. Dort steht noch geschrieben:

"cu bani summa de 11 lei 23 parale ..????...intru un grop franco sub marca D.D. --- Piatra"

Ein "Grop" ist ein speziell für die postalische Beförderung von Metallgeld, Banknoten, Briefmarken und anderen Wertpapieren hergestelltes Säckchen oder Sack mit einem Maximalgewicht bis zu 30 Kilogramm, das von der Post, der Nationalbank und dem Finanzministerium benutzt wurde.

Ich kann nur spekulieren, dass mit dem Brief noch ein Geldbetrag befördert wurde in einem Säckchen mit der Aufschrift (marca = Zeichen) D.D.. Handelt es sich um einen Wertbrief? - wahrscheinlich.

So, da ich nun wieder an der Reihe bin nach den eindrucksvollen Abstempelungen Fig. 273 (Botuschani) und Fig. 276 (Foltitscheni), greife ich sozusagen meine stillen Reserven an und zeige hier zwei Marken Michel Nr. 10, 30 Parale mit der Abstempelung Fig. Fig. 280 MICHALENI.

Die linke Marke ist Michel Nr. 10Iz, Handeinzeldruck mit gestreiftem Papier, rückseitig befindet sich eine Altsignatur von Pfenniger.

Ich hoffe, ich kann eines Tages auch mal einen Brief mit diesem Stempel präsentieren, aber so etwas ist mir einfach noch nicht über den Weg gelaufen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.04.2014 23:49:38 Gelesen: 266242# 145 @  
@ 10Parale [#144]

Hallo 10 Parale,

danke für Deine Bemühungen betr. Briefanschrift.

Einen Stempel Mihaileni (fig. 280) kann ich auf einem Postformular zeigen (vgl. Beitrag 142). Auf der Abbildung siehst Du einen Ausschnitt des Formulars (Grösse > A4, darum konnte ich heute nicht das ganze Doku zeigen). Der Stempel Mihaileni (fig. 280) ist aber vorbildlich schön. 13.11.1861, und daneben wieder der sehr pittoreske "Draperie"-Stempel.



Noch eine Bemerkung zum Formular, Spalte 10. Für die erste Sendung kann ich nun klar lesen "oficial", darum musste für diese Sendung kein Porto bezahlt werden, weder vom Absender, noch vom Empfänger. Ich denke also, im Beitrag 142 war das dasselbe, dort konnte ich das Gekritzel aber nicht zweifelsfrei lesen.

Sendung 2 passt auch wieder exakt! 200 Galben (siehe Spalte 7) ergeben ein Gewicht von 225 Dram (9. Spalte) und einen Wert von 6300 Lei (8. Spalte). Für diese Geldsendung von Mihaileni nach Galatz zahlte der Absender eine Gebühr von 23 Lei und 30 Parale (vgl. Spalte 10). Super! Diese genaue Umrechnung habe ich auch erst jetzt (beim Schreiben von Beitrag 142) realisiert. - Ich freue mich über den Erkenntnisgewinn.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.04.2014 18:51:51 Gelesen: 266198# 146 @  
@ 10Parale [#144]

Hallo 10 Parale,

Du hast die Stempel-Serie angefangen, gerne mache ich da weiter. Ich zeige diese Stempel gerne auf Briefen ohne Marken, weil dann sieht man den Stempel klarer. Deine Abbildungen auf Marken sind aber natürlich auch schön.

In unserer Reihe fehlt uns noch fig. 278, das wäre dann HUSCH. Zu meiner Freude habe ich auch diesen Stempel, dreimal, aber in keinem Fall ist er wirklich super-schön. Am klarsten ist ein grünblauer Anschlag auf einem Faltbrief ohne Frankatur.



Zeigst Du uns einen schönen Stempel fig. 279 JASSY, oder soll ich aushelfen? Jassy gibt es oft in rot, die sind natürlich besonders schön.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 05.04.2014 20:26:47 Gelesen: 266125# 147 @  
@ Heinz 7 [#146]

Nein, Heinz 7, einen M1 Jassy habe ich noch nicht, damit kann ich nicht dienen (lediglich ein Ankunftsstempel M2 kann ich anbieten). Gemäß Deinem Motto "Geteilte Freude ist doppelte Freude" warte ich gespannt auf Deine Präsentation.

Ich mache gleich einen Sprung zu Fig.282 (Kiriac Dragomir: Stampilografie Postala - Seite: 81) und präsentiere einen Stempel M1 Roman Moldova, hier abgeschlagen auf einem kleinen Briefstück mit der Michel Nr. 10Ix, sehr breitrandig, rückseitig signiert "Richter".

Nächstes Mal stelle ich dann Fig. 281, Piatra - Moldova vor, da habe ich einen markenlosen Stempel, der ist auf dem Weg zu mir.

Die Draperie Stempel sind wahrlich kleine Preziosen, ich hoffe auch eines Tages mal so was in meiner Sammlung zu haben. In meiner Sammlung befinden sich aber noch einige interessante Stempel, die ich hier noch vorstellen möchte.

Vielleicht entdeckt der eine oder andere Rumänien Sammler selbst eines Tages in seiner Sammlung einen dieser Stempel und kann sie hier präsentieren, wäre schön.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 05.04.2014 23:55:33 Gelesen: 266096# 148 @  
@ 10Parale [#147]

Diese Aufgabe übernehme ich gerne

"JASSY" blau auf Einschreibe-Brief (Vorderseite)



oder "JASSY" rot auf Brief-Fragment



Beides Mal mit dem ebenfalls sehr pittoresken "FRANCO" Stempel M3 von JASSY "fig. 311".

Der Stempel M1 ist hier auf dem Brief abgeschlagen, darum habe ich dieses Mal auch nicht markenlose Briefe genommen. Die 80 Parale-Marke finde ich wunderschön.

Heinz
 
wahewa Am: 06.04.2014 06:18:03 Gelesen: 266079# 149 @  
Oder "JASSY" schwarz auf Einschreibe-Brief mit RECOM in gotischer Schrift. Rückseitig mit noch einer 30 PAR Marke und dem Ankunftsstempel St. BUCURESCI.



Die Stempel in gotischer Schrift wurden vom Postamt Jassy ab Mai 1862 benutzt.



Freundliche Grüsse

Walter
 
Heinz 7 Am: 06.04.2014 13:08:17 Gelesen: 266044# 150 @  
@ Pepe [#138]

Hallo Pepe,

Dir sind mit dem Scan der No. 70+71 meines Erachtens sehr gute Bilder geglückt dieser Wappeneinpressung. Es geht mir gleich wie 10 Parale, Deine Fragen beschäftigen mich "anhaltend" und lange, weil es gibt meines Erachtens ungeklärte Fragen dazu. Also der Reihe nach.

10 Parale schreibt (B. 140, 141), dass diese Wappeneinpressung das erste Wasserzeichen von Rumänien ist, auf der VULTURI-Ausgabe (der 11. Ausgabe von Rumänien, ohne Wasserzeichen 1885, mit WZ: 14.10.1889), soweit scheint alles klar.

Michel vergibt für die Ausgabe mit WZ. eine eigene Hauptnummer; ob das gerechtfertigt ist, darüber kann man geteilter Meinung sein. (Hinweis: Eine Rumänien Nr. 10 z.B. hat auch nur eine Hauptnummer, obwohl es die Marke im Handeinzeldruck und im Plattendruck gibt).

Im CMPR 74 von Dragomir/Surpateanu, meinem (für mich) wichtigsten Katalog für Rumänien, werden im Vorwort die Wasserzeichen "FILIGRANE" ausführlich erläutert (Seite 21-24, Fig. 4 - Fig. 22) und das FILIGRANUL nr. I "STEMA MICA" wird als erstes aufgeführt für die Ausgabe VULTURI vom 14.10.1889. Soweit, so gut. Aber die Abbildung dazu ist deutlich abweichend zum effektiven Wasserzeichen! Das ist doch sehr seltsam.



Ich habe ein paar (wenige!) Marken 70-75 und die haben alle eine Wasserzeichen, das der Abbildung im "Michel" viel mehr gleicht als dieser "Skizze" im CMPR. Dort läuft vor allem das Schriftband "NIHIL SINE DEO" unten in einen Spitz aus, was effektiv gar nicht stimmt! (siehe Abb. Beitrag 138+140). Ich kann mir das nicht erklären.

Zur Frage nach der Zähnung: Im CMPR werden auf Seite 19 die vorkommenden Zähnungen aufgelistet (14 verschiedene!), eine 13 1/4 kommt dabei nie vor, aber die 13 1/2 ist bei 8 dieser 14 Zähnungen enthalten. Ich denke, das ist einfach eine "Rundungsfrage". Sooo genau (u.a. auch mit elektronischen Hilfsmitteln) konnte/wollte man vor hundert Jahren noch nicht messen, und diese Zähnungsangaben wurden bereits im XIX. Jahrhundert gemacht. Ich denke, man sollte hier nicht von einem "Fehler bei Michel" sprechen.

Du siehst, lieber Pepe, auch die "kleinen Dinge" im Leben geben immer wieder genügend Diskussionsstoff (oder auch: keine Antworten). Danke auch Dir für die vielen bereichernden Fotos und Fragen zu unserem tollen Sammelgebiet!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 07.04.2014 20:49:13 Gelesen: 265973# 151 @  
@ wahewa [#149]
@ Heinz7 [#148]

Das sind ja wunderschöne Marken und noch schönere Briefe, selten und rar. Ich bin begeistert. Bei dem Stempel auf der 30 Parale Marke (müsste ein Handeinzeldruck 10I sein) handelt es sich wohl um einen M3 Stempel von Jassy, den ich auch noch mal separat vorstellen will.

An die rote 80 Parale Marke habe ich mich noch gar nicht herangetraut. Sie ist wirklich einzigartig schön und zusammen mit den beiden roten Stempeln ist der Brief wohl einzigartig und, wie die Franzosen sagen, ein kleiner "trésor".

Da die beiden in [#148] und [#149] abgebildeten Briefe im Monat Mai abgeschlagen wurden, nenne ich sie einfach mal lapidar wunderschöne Mai-Briefe.

Wie versprochen stelle ich hier nun den Stempel M1 PIATRA MOLDOVA Fig. 281 vor. Ein Februar Brief amtlichen Charakters. Rückseitig befindet sich ein großes, mittig getrenntes Wachssiegel wo die Aufschrift PRINCIPALELE UNITE zu lesen und eine Krone zu sehen ist. Meiner Meinung nach wurde der Brief im Jahr 1865 verfasst, da diese Zahl im Innenteil abzulesen ist.

Der in seinem Inhalt vollständig lesbare Brief ging nach Jassy, rückseitiger Ankunftsstempel M2 von 26/2/1865 ?

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 08.04.2014 21:22:14 Gelesen: 265909# 152 @  
@ Heinz 7 [#150]

Das freut mich, wenn ich zwei Experten mit diesen Markenrückseiten so beschäftige. Nun hat mich diese Neugier sehr aufgewühlt und ich will nochmal dran rütteln.

Die erste Frage. Ist denn diese Wappeneinpressung überhaupt ein Wasserzeichen? Ich meine eher - nein. Es handelt sich doch um eine Art Prägedruck. Der Michel bildet alle Wasserzeichen von der Markenrückseite gesehen ab. Die Wappeneinpressung gilt nach Michel nicht als Wasserzeichen. Wurde sie nun vorderseitig abgebildet oder wie die Wasserzeichen von der Rückseite?

Der ostdeutsche Lipsiakatalog bildete 1973 die Wasserzeichen von der Vorderseite aus gesehen ab. Wurde die Wappeneinpressung ebenso gezeigt?



Hier Lipsia, unten spitz auslaufend ?, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.



Hier Michel 2003/2004, unten rund auslaufend, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.



Das Bogenwasserzeichen, Lipsia 1973, unten rund auslaufend, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.

Die von mir gezeigten Marken zeigen beide die Einprägung spiegelverkehrt. Nach euren Skizzen Pseudo Filigran Poz. 2, Löwe unten rechts, Ochsenkopf oben links.

Bin gespannt, ob man hier noch mehr Erkenntnisse sammeln kann. Aufruf an alle Rumäniensammler, diese Prägung mal genauer unter die Lupe nehmen. Was heißt NIHIL SINE DEO?

Nette Grüße
Pepe
 
wajdz Am: 08.04.2014 22:43:33 Gelesen: 265894# 153 @  
NIHIL SINE DEO ist lateinisch und bedeutet NICHTS OHNE GOTT.

Ob der HERR angesichts der inzwischen so oft geänderten Grenzen noch immer den Durchblick hat, wem er da helfen soll? Das selbe Problem taucht ja auch bei der Beschriftung von Koppelschlössern auf, die zwar in verschiedenen Sprachen abgefasst sind, aber alle bedeuten: MIT GOTT.

MfG wajdz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2014 22:52:59 Gelesen: 265797# 154 @  
@ wahewa [#149]

Hallo Walter,

willkommen auf dieser Seite. Ich denke, Du bis die 15. Person, die etwas zu diesem Thema schreibt, das der Initiator, 10 Parale, vor einem Jahr eröffnet hat.

Du zeigst uns auf Anhieb ein sehr schönes Stück mit einem seltenen Stempel, bei K. Dragomir wird dieser weit hinten auch aufgeführt (Seite 278, fig. 1576; Stempelgruppe C 6). Dragomir bewertet den Stempel Recom. in gotischer Schrift immerhin mit "3R".

Ich hoffe, wir hören/sehen noch mehr von Dir!

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2014 23:15:33 Gelesen: 265791# 155 @  
@ Pepe [#152]

Hallo Pepe,

Dein Beitrag hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin der Frage nachgegangen, wie denn dieses Wasserzeichen Fil. 1 (oder diese Wappeneinpressung*) genau aussieht.

* = Abkürzung hier: WaEinp

Mein vorläufiges Resultat (für mich erstaunlich!):

Die Skizze im CMPR scheint ungenau zu sein! Das Wasserzeichen (bzw. die WaEinp) auf diesen Marken sieht meines Wissens überall so aus, wie bei Michel gezeigt: Das Wappen ist also ziemlich "quadratisch" (in den Ausmassen Höhe x Breite) und das Schriftband unten ist rund/flach, aber nicht spitz zulaufend!

Ich habe Herrn Gertlieb Gmach, Bundesprüfer für Rumänien, dazu befragt, und es war auch für ihn eine neue Frage, die er sich noch nie gestellt hat. Nach einigen Konsultationen eigener Stücke kam er dann aber zum selben Schluss! Er meint, die Skizze im CMPR sei vermutlich nur "ungefähr" gewesen, und sie wollte wohl vor allem die Anordnung der WaEinp anzeigen (das in vier verschiedenen Stellungen vorkommt, siehe Beitrag [#141] und [#150]).

Ich muss sagen, ich wundere mich, dass CMPR eine solche Skizze zeigt, die so deutlich abweicht vom tatsächlichen Aussehen. Unzweifelhaft war das wahre Aussehen der WaEinp damals bekannt; warum also eine solche ungenaue Skizze angefertigt wird, kann ich schwer verstehen. Aber bis zum Vorliegen eines anderen Hinweises nehme ich nun an, dass es nur diese eine WaEinp (Aussehen gemäss "Michel") gibt. - Interessant wäre natürlich, zu hören, wie "Lipsia" dazu kam, AUCH eine WaEinp mit zulaufendem Spitz zu zeigen! Oder gibt es vielleicht zwei verschiedene WaEinp.? - Das wäre natürlich eine Erklärung!

Ich werde die Augen jedenfalls offen halten und informiere Euch, wenn ich neue Erkenntnisse habe! - Heinz
 
10Parale Am: 11.04.2014 21:18:37 Gelesen: 265741# 156 @  
@ Heinz 7 [#143]

Von den frühen M1 Stempeln, 17 an der Zahl (2 M1a = ohne MOLDOVA, und M1t), fehlen jetzt noch 5, die wir hier noch nicht gezeigt haben:

Fig. 282 ROMAN - MOLDOVA
FIG. 283 TEKUTSCH - MOLDOVA
FIG. 284 WASLUI - MOLDOVA
FIG. 286 BOTUSCHANI
FIG. 288 JASSY - M O L D O V A (grotesk)

Einen Brief kann ich nicht anbieten, ich reihe mich hier noch ein in die Schar der "Suchenden". Ich habe aber ein einzelnes rückseitig von Richter signiertes Briefstückchen mit der Michel Nr. 10, 30 Parale entdeckt, welches den Stempel Fig. 282 ROMAN - MOLDOVA aufweist.

Ja, sie existieren, diese Stempel, und am schönsten und wertvollsten sind sie wohl dann, wenn man sie auf einer der ersten Marken Michel Nr. 1 -4 der Ochsenköpfe präsentieren kann. Diese Stempel hatten sozusagen nicht nur das Glück, das Zeitalter der Einführung der Briefmarken in Rumänien zu begleiten, sondern auch mit zu gestalten.

Jetzt mache ich mich wieder auf die Suche und höre nicht auf, bevor ich wieder einen noch nicht gezeigten M1 gefunden habe.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.04.2014 12:10:41 Gelesen: 265702# 157 @  
@ 10Parale [#156]

Richtig! Fig. 271-181 haben wir alle auch "freistehend" auf Brief gezeigt, ich ergänze dies hiermit gerne noch um fig. 282 (ROMAN), den Du uns da auf Deiner Lieblingsmarke 10 zeigst.



Anbei auch ein netter Einschreibe-Brief von Roman nach Piatra, und da der Ankunftsstempel (fig. 281) rückseitig sogar noch schöner ist als der Abgangsstempel, habe ich diesen Brief aufgeklappt. Zusammen mit dem FRANCO-Stempel (fig. 319) und dem Reco-Stempel (total also vier!) für mich wirklich ein Stück, an dem ich grosse Freude habe.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.04.2014 12:40:25 Gelesen: 265699# 158 @  
@ 10Parale [#156]

Lieber 10 Parale,

schliessen wir die Lücken weiter: fig. 284 Waslui kann ich beisteuern mit diesem sehr schön geschriebenen vollständigen Brief ohne Marke von 1863 von Waslui nach Husi.

Abgangsadresse ist
"Principatile Unite
Protocriia Sectica a IIa
Vaslui"



Die Handschrift ist aussergewöhnlich schön, sodass dieser Brief vielleicht wörtlich übersetzt werden könnte von rumänisch sprechenden Personen. Ich kann das leider nicht.

Ein weiteres interessantes Kapitel sind die Stempeldefekte, die auch hier schön zu beobachten sind. In der ARGE Rumänien wurden die auch schon diskutiert, siehe auch erstes Handbuch Heimbüchler, u.a. Seite 40/41. Dort steht z.B. "Diese (...) Zahlen (...) sind wie die mechanischen Defekte des Stempels wertvolle Echtheitskennzeichen". Diese von Sammlern oft stiefmütterlich behandelten Dienstbriefe (ohne Marken) können für Studienzwecke also sehr hilfreich sein. Es lohnt sich also durchaus, einmal einen "Posten" solcher Briefe zu kaufen, so wie ich es getan habe. So hat mich dieser schöne Brief nur CHF 16 gekostet.

Ich darf das auch einmal erwähnen, da ich für andere Stücke manchmal auch viel Geld ausgegeben habe (ich will das nicht ausblenden). Aber "in der Mischung" stimmt es für mich.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 13.04.2014 19:26:49 Gelesen: 265614# 159 @  
@ Heinz 7 [#158]

Das sind ja wunderschöne Briefe, die Du hier auflistest. Gerne bin ich Dir (meine Frau spricht rumänisch) bei der Übersetzung des Inhaltes des Briefes aus [#158] behilflich, falls nötig. Das man die Echtheit eines Briefes, der Briefmarke etc. auch an Hand von Stempeldefekten prüfen kann, ist auch für mich eine wichtige Erkenntnis. Voraussetzung sind jedoch Fachliteratur und gute Vorlagen.

Du hast völlig Recht, die Nr. 10 ist meine Lieblingsmarke. Aus diesem Grund zeige ich hier noch eine dieser wunderschönen 30 Parale Marken, wobei ich überzeugt bin den Ansatz eines Stempels "WASLUI / MOLDAVA" zu erkennen. (WA - MOLDAVA - lila?)

Was die fehlenden Stempel der Reihe M1 betrifft, starte ich jetzt einen Aufruf an alle Rumänien Sammler, sich bald umzusehen, ob sie einen Stempel TEKUTSCH - MOLDOVA in Ihrer Sammlung aufbieten und hier abbilden können. Ich kann es leider nicht, bin aber ständig auf der Suche. Erst vor wenigen Wochen musste ich mich einem anderen Bieter geschlagen geben, der sich solch einen Stempel ersteigerte.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.04.2014 00:28:40 Gelesen: 265587# 160 @  
@ 10Parale [#159]

Hallo 10 Parale,

zu später Stunde melde ich mich noch.

Ich kann helfen mit einem M1-Stempel Tekutsch. Ich habe diese M1-Stempel gesammelt und konnte fig. 271-285 komplett zusammentragen; einige Stücke habe ich Euch ja schon gezeigt.

Tekutsch habe ich zweimal



Auf diesem Dienstbrief auf farbigem Papier (grünlichblau) kommt der Stempel nicht sehr deutlich zur Geltung, obwohl er sehr klar und sauber abgeschlagen ist, wenn auch etwas schwach. Die Tinte der Handschrift ist etwas ausgebleicht, aber man kann die Schrift noch lesen. Und wenn man sich vor Augen führt, dass dieser Brief nun über 155 Jahre alt ist (datiert 1858), dann hat man wohl etwas Verständnis dafür.

Noch schöner ist natürlich dieser zweite Brief: auch dieser Stempel ist fast gestochen scharf abgeschlagen, daneben RECEPISSE und ... frankiert mit 80 Parale-Marke (Michel Nr. 7ay), auch wieder mit einem solch herrlichen M3-FRANCO Stempel (fig. 320 = FRANCO / TEKOUTCI) (interessant: zwei verschiedene Schreibweisen für denselben Ort). Dieser Brief ist von 1860 und trägt rückseitig einen M1-Ankunftsstempel von JASSY (fig. 279, rot), ein Tag später.



Ich sende Dir natürlich liebend gerne eine Kopie des Briefes (Beitrag [#158]) und wäre sehr froh, wenn Deine Frau beim Lesen/Übersetzen helfen könnte! Eine Gegenleistung könnte ich bestimmt auch einmal erbringen.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Pepe Am: 14.04.2014 17:16:36 Gelesen: 265536# 161 @  
Die Zeitreise bei den Marken geht weiter.



1889 10 14, Mi 73, mattrot, gz: 13,25



1889 10 14, Mi 74, rotbraun, gz: 13,25



1889 10 14, Mi 75, blau, gz: 13,25

Damit ist dieser Satz vollständig. Er wird dann ab 1890 von Marken mit neuem Kopfmuster abgelöst.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 15.04.2014 21:42:54 Gelesen: 265473# 162 @  
@ Pepe [#161]

Hallo Pepe,

schön, von Dir zu hören! Die Nummern 70 bis 75 sind eine härtere Knacknuss, als ihr moderater Katalogwert vermuten lässt. Gestempelt listet der Satz ja nur Euro 55 (2006/07), aber so schön gestempelt wir Deine Nummer 75 findet man die Marken fast nie!

Dass diese Marken auf Brief kaum vorhanden sind, ist eigentlich logisch. Erst 1889 erschienen, im Oktober, und 1990 (Januar!) kam bereits die nächste, die 12. Ausgabe von Rumänien. Wir hatten also nur wenige Wochen Zeit, und auch eine späte 1889-er-Verwendung war keine Garantie. Es könnte ja eine Marke aus Michel Nr. 57-69 sein!

Also: Hier lohnt sich das Suchen ganz bestimmt. Wer solche Briefe findet, sollte sie unbedingt kaufen.

Ungestempelt findet man die Marken noch, aber sie sind oft mit Zahnmängeln. Aus einem Lot habe ich auch diesen Satz, aber Luxus sind die Stücke allesamt nicht.



Nun, mir gefallen sie trotzdem.

Schöne Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.04.2014 22:04:14 Gelesen: 265220# 163 @  
@ alle

Liebe Alle,

wir haben in diesem Thema schon viele Marken und viele Stempel gezeigt, und ich hoffe, es kommen noch mehr dazu! Ich schlage vor, wir weiten das Feld noch etwas aus.

Wer hätte nicht gerne die Nummer 1 des Landes, ungebraucht? Ich kann sie zeigen, leider nicht bei den Briefmarken, aber doch bei den Ganzsachen, der "Schwester der Briefmarke", wie sie einmal von einem weisen Mann genannt wurde!

Nr. 1 * = Euro 35'000 bei den Briefmarken (gemäss Michel 2010)
Nr. 1 * = Euro 10 bei den Ganzsachen (gemäss Michel Ganzsachenkatalog 2001/02



Viele Sammler vernachlässigen die Ganzsachen sehr, völlig zu Unrecht! Ich sammle sie eifrig und kann anmerken, dass viele Ganzsachen gar nicht so einfach zu finden sind! Doch der Reihe nach.

Im Katalog muss man blättern, bis man zur ersten Ganzsache von Rumänien kommt. Für mich unverständlich, dass MICHEL zuerst 31 Postkarten 1873-1903 auflistet, bevor die WIRKLICH erste Ganzsache, das oben gezeigte Streifband, katalogisiert wird (S 1). Diese Ganzsache gehört eigentlich an den Anfang des Kapitels Rumänien im Ganzsachen-Katalog.

Ich plane, in loser Folge die Ganzsachen von Rumänien hier zu zeigen und freue mich, wenn Ihr da mitmacht. Einverstanden?

Heinz
 
10Parale Am: 23.04.2014 22:25:52 Gelesen: 265218# 164 @  
@ Pepe [#161]

Besonders die Michel Nr. 75, diese schöne blaue 25 Bani Marke ist mit diesem klaren Stempel von Bukarest schon ein einmaliges Stück. Es handelt sich meiner Meinung nach um den Stempel B1 Fig. 604 gem. Kiriac Dragomir, abgebildet auf Seite 132 in Stampilografie Postala.

Hier haben wir es übrigens wieder mit dem Wasserzeichen "Kleines Wappen" zu tun, es soll sogar Marken geben mit einem auf dem Kopf stehenden Wasserzeichen "Stema Mica" (Pseudofiligran).

Exkurs:

Seitdem wir uns hier auch mit Stempeln beschäftigen, bin ich zu einem kleinen "Jäger und Sammler" mutiert und möchte hier einen Stempel präsentieren, den ich einmal persönlich als "selten" einstufen will, ohne dies belegen zu können. Es handelt sich um einen Einkreisstempel von "FILIPESTI" auf einer Rumänien Michel Nr. 41, abgeschlagen im Jahr 1873. Filipesti ist eine kleine Gemeinde (besteht eigentlich aus 8 Dörfern) im Fürstentum Moldau gewesen. Ein zweiten dieses Stempels konnte ich bislang nicht finden. Selbst bei Kiriac Dragomir habe ich bislang nur einen Fingerhutstempel dieser Ortschaft und eine K2-Stempel finden können, aber nicht solch einen Einkreisstempel (oder ist es doch ein Fingerhutstempel?).

Dieses Forschungsgebiet ist für mich also noch lange nicht abgeschlossen. Das gefällt mir auch so sehr am Hobby Philatelie.

10Parale


 
duphil Am: 23.04.2014 22:50:39 Gelesen: 265212# 165 @  
@ Heinz 7 [#163]

Hallo Heinz!

Wir haben schon ein "Thema: Rumänien Ganzsachen". [1]

Mit freundlichen Gruß
Peter

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=351&CP=0&ST=5652&page=0
 
buzones Am: 23.04.2014 23:14:42 Gelesen: 265209# 166 @  
@ 10Parale [#164]

Wie kommst du auf FILIPESTI? Das ist eindeutig FILIASI; den findest du im Kiriac Dragomir auf Seite 134 unter 3.1.4. Stampile cu ornament "Crucea de Malta" (B1d).

@ Heinz7 [#163]

Der MICHEL geht bei der Ganzsachenkatalogisierung nicht chronologisch vor, sondern wie der ASCHER (der beim MICHEL Pate stand) nach Wertstempelzeichnung und Ganzsachenart. Der ASCHER-Katalog hielt sich streng an die Reihenfolge 1) Umschläge, 2) Streifbänder, 3) Kartenbriefe, 4) Postkarten usw.; MICHEL sortiert nach der Wertstempelzeichnung und dann innerhalb dieser „Gruppe(n)“ nach Ganzsachenart, aber nicht konsequent und systematisch, was immer wieder zu Unstimmigkeiten führt.
 
zonen-andy Am: 24.04.2014 13:13:32 Gelesen: 265168# 167 @  
@ Pepe [#161]

Hallo Experten,

wäre es möglich, dass bei den 3 Marken der Mi.Nr. 74 das Wappen vorderseitig eingepresst ist? Bei der mittleren Marke optisch deutlicher zu sehen.



freundliche Grüße

Andreas
 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 13:34:42 Gelesen: 265161# 168 @  
@ zonen-andy [#167]

Hallo Andi,

ganz auf die Schnelle: Ja, das gibt es! Heute Abend, zuhause, kann ich dazu mehr sagen. Aber soviel vorweg: Gratulation! Das ist vielleicht keine teure Abart, aber sie ist meines Wissens schwer zu finden!

Heinz
 
10Parale Am: 24.04.2014 20:28:56 Gelesen: 265129# 169 @  
@ buzones [#166]

Vielen Dank für die Korrektur, ist ganz klar Filiasi, habe es in meiner Stempelsammlung korrigiert. So hilft einer dem anderen.

Ich bedanke mich mit dem Bild einer Michel Nr. 23a auf Briefstück mit einem A65 Agrafffenstempel von Galatz. Fig. 394 und 395 unterscheiden sich im letzten Buchstaben von Galatz, i oder z und die Form der Agraffe. Hier handelt es sich wohl um Fig. 394 Galati, abgeschlagen am 25.5.

10Parale


 
Pepe Am: 24.04.2014 20:57:57 Gelesen: 265119# 170 @  
@ zonen-andy [#167]

Hallo Andreas,

die Möglichkeit wird im Michel 2003/04 nicht nur erwähnt, sondert wertmäßig erfasst. Dann ist die Marke ca. das zehnfache wert. Da kann mann schon überlegen, die Marken prüfen zu lassen.

Ich will heute mit den Ausgaben ab 1890 weitermachen.



1890 01 ??, Mi 76, lilarot, gez.: 11½ : 13½

Hoffe ihr zeigt sie mal in besserer Qualität



1890 01 ??, Mi 77, violett, gez.: 13½

Hier sind zwei Wappenprägungen teilweise vorhanden. Dezentrierte Prägung.



1890 01 ??, Mi 78, grün, gez.: 13½

Die Farbe geht mehr in Richtung smaragd. Mi gibt nur eine Farbe vor ?

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 22:12:20 Gelesen: 265109# 171 @  
@ 10Parale [#164]

Hallo 10 Parale,

dass der Stempel Filiasi ist, hast du schon registriert. Ich zeige dir ebenfalls einen schönen Stempel von Filiasi, einem Doppelkreisstempel (Gruppe B 2 nach Dragomir), auf Brief von Filiasi nach Craiova, frankiert mit 15 Bani, Michel Nummern 62+66, wunderschön gestempelt 6. Mai 1887. Rückseitig Ankunftsstempel CRAJOVA 7 MAI 87



Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.04.2014 22:34:13 Gelesen: 265104# 172 @  
@ Pepe [#170)

Ich bin immer wieder froh, Deine chronologische Etappenreise durch die Ausgaben Rumäniens mit verfolgen zu dürfen.

Gerne beteilige ich mich und zeige hier Michel Nr. 78, 5 Bani (ein rumänischer Katalog gibt 2 Farben vor: gelb-grün und dunkel-grün - verde-galben si verde-inchis) auf einer Postkarte (Carta Postala), abgeschlagen in Bukarest am 20. Oktober 1891. Schön auch der Ankunftsstempel von Worms, den 22. Oktober 1891 - schnelle Beförderung -.

Der Text auf der Rückseite ist in deutscher Sprache gehalten und bestätigt den Empfang einer Ware, die die Firma Wilhelm A. Zemsch in Worms am Rhein der Firma Zehender & Co. in Bukarest geliefert hat. Ich bin im Besitz mehrerer deutschsprachiger Korrespondenzen, die beweisen, dass im 19. Jahrhundert ein reger Handelsverkehr zwischen dem Deutschen Reich und dem Fürstentum (später Königreich Rumänien) herrschte. Wie sehr wünschte man sich heutzutage solch einen regen Handel - finde ich.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 22:34:58 Gelesen: 265103# 173 @  
@ buzones [#166]

Guten Abend.

Ganz so einfach ist es nicht. Ich kenne die Handbücher von Ascher, aber Michel hat das nur teilweise "kopiert". Wenn Michel sich nach Ascher ausgerichtet hätte, wären ja die Streifbänder am Anfang gekommen, denn Umschläge von Rumänien gab es zu Aschers Zeit (1928) noch keine, erst 1931, vorher nur Privatumschläge. ASCHER bringt ja dann das Streifband! Michel hingegen fängt mit Postkarten an (Wertzeichen a + b), obwohl Wertzeichen c) (Kopf König Karl I., siehe Streifband Nr. 1) ja früher herausgegeben wurde.

Ob Michel durchgängig zuerst die Postkarten bringt, weiss ich nicht, dann hätte es wieder eine Logik, aber bei Polen fangen sie ja auch an mit Umschlägen. ?

Es ist mir klar, dass bei weltweiten Katalogen es nicht einfach ist überall gleich vorzugehen, und Michel macht bei den Briefmarkenkatalogen im Allgemeinen eine gute Katalogisierung, finde ich. Andere Kataloge machen das nicht besser, meines Erachtens, im Gegenteil. Aber bei einzelnen Entscheiden hätte ich fundierte Verbesserungsvorschläge.

Bei den Ganzsachen macht es der rumänische CMPR besser, finde ich: Er startet mit dem Streifband von 1871. Gut so!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 22:36:47 Gelesen: 265101# 174 @  
@ Pepe [#161]

Der glasklare Stempel auf der 25 Bani-Marke ist wirklich ein Schmuckstück!

Gratuliere! Weiter so!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 22:40:34 Gelesen: 265095# 175 @  
@ duphil [#165]

Hallo Peter,

danke, dass du daran erinnerst. Leider ist das Thema seit dem Dezember nicht mehr fortgeführt worden, darum habe ich einen "Neustart" gewagt im "allgemeinen" Thema "Rumänien für Sammler". 10 Parale zeigt(e) uns hier auch schon Ganzsachen.

Vielleicht erfährt auch das Spezialthema ja wieder eine "Auferstehung"?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 23:00:01 Gelesen: 265089# 176 @  
@ 10Parale [#164]

Zu Filiasi habe ich noch eine Ergänzung



Das Dokument mit den drei Stempeln (u.a. Stabstempel "FILIASI") ist offenbar ein Prüfungsattest. Ich zitiere aus einer Sammlungsbeschreibung:

"Roumania - (...) it was the Notary of the small community who was responsible for collecting the post and where applicable, the fees for transporting it or being responsible for doing so to the nearest designated post-Office. This duty was taken seriously enough for a regular examination of the Notary to be undertaken as shown by this certificate"

Der Autor, zu 95 % ist es Dr. Paul Hirsch FRPSL, London, zeigt dann einen sehr ähnlichen Beleg zu meinem und schreibt weiter:

"Certificate - Jon Parvulescu notary of Gura Motrului has presented himself to this Office to answer questions concerning the handling of the Rural Post all of which he answered correctly. He will have again to present himself in the future. Signed by the Director of the Post office L. Garby 1872 (Tintareni pmk. 28/7). The document Shows the double circle postmark of TINTARENI (the site of the examniation) the straight line unframed Station postmark of FILIASI (the collecting Office for the surrounding communities) and the seal BIUROUL POSTAL / TINTARENI"

Die Beschreibung trifft fast ganz auch auf mein Dokument zu (hier: 29/7) und ein anderer Geprüfter erhielt ein fast identisches Zertifikat.

Auch Poststücke ohne Briefmarken können sehr interessant sein.

Gute Nacht - Heinz
 
zonen-andy Am: 25.04.2014 12:42:37 Gelesen: 265032# 177 @  
Hallo,

recht vielen Dank an alle Beteiligten für die Beurteilung.

Bei der Mi.Nr.45 könnte man denken, dass die rechte "1" fehlt oder verdeckt der Stempel genau diese "1". Was ist die Meinung der Experten? Vielen Dank im voraus.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
zonen-andy Am: 26.04.2014 12:21:22 Gelesen: 264977# 178 @  
@ zonen-andy [#167]

Hallo Experten,

gerade vom Leipziger Flohmarkt zurück muss ich meine neue Rumänienmarke zeigen, es ist die Mi.Nr.70 mit eingepresstem Wappen kopfstehend ? für 10 Cent.



freundliche Grüße

Andreas
 
Heinz 7 Am: 26.04.2014 22:09:56 Gelesen: 264941# 179 @  
@ zonen-andy [#178]

Hallo Andi,

ist das nicht toll? Da diskutieren wir über Wasserzeichen (oder -einpressungen) und plötzlich interessieren sich ein halbes Dutzend Leute für etwas, das vorher kaum Beachtung fand? Dass Du "auf die Jagd" gegangen bist, und eine Rarität gefunden hast, freut mich sehr! Gratuliere!

Im CMPR steht einiges über die VULTURI-Ausgabe, aber diese Marken werden nicht mehr so ausführlich behandelt wie die ersten acht Ausgaben. Alles verstehe ich auch nicht, der Katalog ist rumänisch. Ich kann Dir also im Moment keine "Katalog-Preise" nennen.

Ein Blick in die anderen Kataloge gibt auch nicht viel mehr. Der Zumstein Europa, der an anderen Orten erstaunlich detailliert ist bei Rumänien, geht nicht vertieft auf die 11. Ausgabe VULTURI ein.

Ich habe einige Marken dieser Ausgabe VULTURI, aber nur wenige mit Wappeneinpressung. Alle Einpressungen bei mir sind normalstehend (Pos. 1 gemäss Skizze Beitrag 150).



Ich habe Scans in hoher Auflösung hell und dunkel versucht, aber mit blossem Auge sieht man das Wappen viel besser: Bei der 1.5 Banu-Marke bei Schräglicht, bei der 5 Bani Marke bei Durchsicht. Auf den Scans findet man mit einiger Ausdauer auch ein paar Spuren. Seht Ihr es? Beim 1.5 Banu-Wert sieht man es am besten auf der dritten Marke. Die 5-Bani-Marken haben die Wappeneinpressung leicht nach links verschoben.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.04.2014 10:38:05 Gelesen: 264911# 180 @  
@ zonen-andy [#178]

Ich komme nochmals auf deine Neuentdeckung zurück. Im Michel-Katalog steht zur 11. Ausgabe, No.70-75 II: "Wappen kopfstehend eingepresst": 300 / 500 Euro.

Deine 10 Cents sind also gut investiert!

:-)

Herzliche Gratulation.

Bei der 12 Ausgabe (1890) gibt es viele Marken mit Wappeneinpressung (Mi. Nr. 76-82); ich kann Euch gelegentlich das eine oder andere Stück zeigen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.04.2014 10:51:48 Gelesen: 264909# 181 @  
@ Pepe [#138]

Hallo Pepe,

danke für die Bilder der 11. Ausgabe "Vulturi". Ich habe dazu auch eine schöne Ergänzung, diesmal ungebraucht



Warum mir das Stück viel Freude macht

a) es ist eine wunderschöne Marke, finde ich
b) die Erhaltung ist sehr schön (Zähnung, Zentrierung)
c) die Papierfarbe ist eindeutig "farbig" (bläulich) und nicht weiss
d) Einheiten sind immer schön (CMPR wertet horizontale Paare dieser Ausgabe mit Faktor 4)
e) dieses Paar hat sogar die seltene Misch-Zähnung C (11 1/2: 13 1/2) (CMPR wertet diese Zähnung für diese Marke mit Faktor 25)

Ich will mich jetzt nicht "reichrechnen", und sooo wichtig ist die absolute Zahl gar nicht, aber es gibt doch einen Hinweis auf die Seltenheit des Stückes.

Liebe Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.04.2014 11:03:02 Gelesen: 264907# 182 @  
@ zonen-andy [#177]

Andi,

ein schöner Zufall! Der Stempel deckt perfekt die "1" ab. Ich kenne keinen Plattenfehler oder sonstige Abart auf dieser Ausgabe, wo die "1" von "10" wirklich fehlt. Auch im Spezialwerk von Cohen 1952 zu dieser Ausgabe habe ich nichts derartiges gefunden (auf die Schnelle; aber diese Aussage "ohne Gewähr").

Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 27.04.2014 18:11:22 Gelesen: 264869# 183 @  
@ Heinz 7 [#179]

Lieber Heinz,

kannst Du die Viererblocks bitte mal vorderseitig vorstellen? Wie ist hier der Faktor? Solch alte Marken als Einheiten bekommt man sehr selten zu sehen. Und postfrisch sind die Marken ja noch seltener.

Schon mal danke im voraus.

@ zonen-andy [#178]

Hallo Andreas,

Deine Abbildung der Prägung solltest Du noch mal richtig herum gedreht zeigen. Im Michel steht das Wort "DEO" rechts. Bei Dir anscheinend links. Da sind wir mit der Forschung noch lange nicht am Ende angelangt. Deswegen sind brauchbare Abbildungen sehr wichtig.

Nette Grüße
Pepe
 
zonen-andy Am: 28.04.2014 17:39:49 Gelesen: 264800# 184 @  
@ Pepe [#183]

Hallo Pepe,

hier die gewünschte Abbildung der Prägung richtig herum.



@ Heinz 7 [#182]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die mühevolle Suche in deinen Unterlagen und für die fachlichen Beiträge bzw. Kommentare in diesem Forum.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 28.04.2014 23:40:57 Gelesen: 264767# 185 @  
@ Pepe [#183]

Hallo Pepe,

Du hast in Deinem Beitrag [#138] die Wappeneinpressung am deutlichsten zeigen können, Hut ab. Wie hast Du das gemacht? Ich habe schon 20 x versucht, meinem Scanner eine gute Abbildung zu "entlocken", bin aber bis jetzt noch nicht wirklich am Ziel.

Exkurs: seht Euch einmal diesen Viererblock an.



Dazu vorneweg: Nein, das ist keine Farbabart, sondern mein Scanner gibt eine etwas seltsame Variante wieder. Effektiv ist der Viererblock:

a) violett
b) sehr, sehr unscharf (man erkennt fast keine Zeichnung), noch arger als auf dem Scan

Warum zeige ich Euch dieses ungezähnt wirkende Stück? Nun, man könnte es z.B. als Musterbeispiel für "mangelhafte Zähnung" vorstellen, aber da wir uns zur Zeit über Wappeneinpressungen (=WE) unterhalten, interessiert uns die Rückseite. Die habe ich nun fotografiert vor unserer Lampe im Keller. Damit gewinne ich zwar keinen Foto-Wettbewerb, aber man sieht die WE sehr deutlich.



Ich habe den Viererblock umgelegt, wie eine Seite in einem Buch. Das zeigt also: Die WE ist kopfstehend (= Position 3 gemäss Skizze in Beitrag [#150]).

Bei dieser (12.) Ausgabe sind vorderseitige und kopfstehende WE offenbar viel häufiger als bei der 11. Ausgabe und Michel nennt "ca. 30 % Aufschlag".

Ich schlage vor, wir halten uns an die Positionsbezeichnungen gemäss Skizze (Beitrag [#150] oder auch [#141] (identisch)).

Ich denke, Andi hat seine Abbildungen auch gut gemacht, und ich sehe daraus Position 4 (Beitrag [#178]). Oder täusche ich mich?

Freundliche Grüsse - Heinz
 
zonen-andy Am: 30.04.2014 09:05:54 Gelesen: 264692# 186 @  
Hallo,

Mi.Nr.88 mit Firmenlochung "Schiel" gez.11,5:13,5 und Mi.Nr.192F mit Gefälligkeitsstempel?



Mit freundlichen Grüßen
Andreas
 
10Parale Am: 01.05.2014 22:10:13 Gelesen: 264612# 187 @  
@ zonen-andy [#186]

Auf Deine Frage, ob bei der Michel Nr. 192F ein Gefälligkeitsstempel aufgesetzt ist, will niemand so wirklich antworten. Das scheint auch die Antwort zu sein: Könnte sein, könnte auch nicht sein, beweise das Gegenteil. Ich kann nur soviel erkennen, als dass es sich um einen 2-Kreis Stempel handelt mit der Datumsanzeige in einer Reihe (rinduri - rumänisch).

Gibt es Literatur zu Firmenlochungen in der rumänischen Philatelie, wer weiß Bescheid, damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Auch in meiner Sammlung habe ich solche Firmenlochungen entdeckt, allerdings in etwas späteren Ausgaben.

Ich zeige noch eine Michel Nr. 160a (dunkellila), den Höchstwert des Satzes Einweihung des neuen Postgebäudes in Bukarest aus dem Jahr 1903. Auch hier liegt ein Stempel vor, von dem doch kein Mensch sagen kann, ob er gefälligkeitshalber oder bedarfsgerecht abgestempelt wurde.

Rückseitig ist die Marke gefalzt und ich gehe davon aus, das die Marke das Postgebäude nur deshalb verlassen hat, um im Sammelalbum zu landen. Vielleicht gibt es aber Aufzeichnungen über offizielle Gefälligkeitsstempel, wenn ich das mal vorsichtig so ausdrücken darf.

10Parale


 
Pepe Am: 02.05.2014 15:08:35 Gelesen: 264559# 188 @  
@ zonen-andy [#184]

Danke für die umgedrehte Abbildung. Diese Einprägung hat mich auch sehr beschäftigt. Vielleicht führt dieser Thread hierzu, das sich auch mal ein Prüfer oder andere Experten sehr intensiv mit diesen Einprägungen beschäftigen. Hierfür sind viele und nochmals viele Vergleichsstücke erforderlich. Denn die Literatur ist ja anscheinend auch noch oberflächlich damit umgegangen.

@ Heinz 7 [#185]

Deine Abbildungen sind doch durchaus brauchbar. Die vier Grundstellungen ändern sich ja nochmals, wenn die Prägung von der Vorderseite vorgenommen wurde. Wichtig wäre erst mal die Feststellung einer Prägung, wie sie eigentlich sein sollte. Und dann muss man auch definieren, ob von der Rückseite oder von der Vorderseite aus betrachtet werden soll. Bei den Wasserzeichen hat man sich ja festgelegt. Gilt diese Festlegung auch für die Prägung. Nun weiß ich nichts über die Beliebtheit der Rumänienphilatelie. Wenn es nur sehr wenig Sammler gibt, ist auch die Forschung nicht so aktiv. So danken wir diesem Forum, ein kleines Stückchen Anteil an der Rumänienphilatelie publik gemacht zu haben.



1890 01 ??, Mi 79, a ziegelrot, b karmin

beide gezähnt 13½



1890 01 ??, Mi 80, schwarzbraun, gez. 13½

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 02.05.2014 20:11:10 Gelesen: 264524# 189 @  
@ Heinz 7 [#148]
@ wahewa [#148]

Hallo M1-Spezialisten,

gerade habe ich diesen Brief rein bekommen, ein blauer M1 Jassy Fig.279 auf einem Geschäftsbrief vom 30.12.1857 an die Gebrüder Theologo in Galatz. Den möchte ich nicht vorenthalten, kompletter Inhalt, vorphilatelistischer Stempel.

@ Heinz 7

Wie ich Dir schon geschrieben habe, dauert die Übersetzung noch einige Zeit, meine Schwiegermutter kommt am 11. Mai zu Besuch und ich hoffe auf Ihre Hilfe bei der Schrifterkennung. So viel steht aber fest. Der Brief wurde von einer Frau verfasst, hat aber 2 Handschriften, d.h. jemand anders hat den Brief "weitergeschrieben". Es geht auch um eine Arreststrafe, eventuell ein Gesuch an den Präsidenten um Aufhebung. Ich bin dran, aber es dauert, weil der Satzaufbau keinerlei heutiger grammatischer Gepflogenheiten entspricht. Es ist eine Aneinanderreihung von Gedanken. Aber gut Ding will Weile haben.

10Parale


 
zonen-andy Am: 04.05.2014 17:25:43 Gelesen: 264452# 190 @  
@ 10Parale [#187]

Hallo 10 Parale,

danke für die Beurteilung. Ich bin manchmal etwas übereifrig. Hier ist mal wieder Etwas vom Trödelmarkt von diesem Wochenende, Mi.Nr.96 in Paaren.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 05.05.2014 23:54:25 Gelesen: 264372# 191 @  
@ duphil [#165]

Hallo Peter,

Du hast mir zu Recht gesagt, dass zu "Rumänien Ganzsachen" bereits ein Thema gestartet wurde (Juli 2013). Leider kam es aber über 15 Beiträge nicht hinaus. "10 Parale" und ich führen es nun aber weiter und wir werden sehen, ob es diesmal etwas weiter geht.

Danke nochmals für den Hinweis!

Heinz
 
10Parale Am: 06.05.2014 22:43:55 Gelesen: 264303# 192 @  
@ zonen-andy [#190]

Ja, der gute alte Trödelmarkt, ich (und meine Frau) lieben ihn und finden dort auch ab und zu ein Schnäppchen.

Sehr schöne Abbildung, denn man kann mit bloßem Auge sozusagen den Zähnungsunterschied erkennen. Stempel dürfte B3 Fig. 716 Seite 140 Kiriac Dragomir Stampilografie Postala sein.

Die 5 Bani Marke ist ja nicht sofort leicht einzuordnen, schon gar nicht farblich, da grünt es so grün. Hast Du bei diesen Marken auch das Wasserzeichen PR erkennen können?

Ich stelle hier mal eine wasserzeichen-freie Marke vor, die Michel Nr. 85 mit einem schönen Stempel von Bukarest (4. Juli 189? -), der Michelwert liegt bei 2,-- Euro. Ich mag diese Marke dennoch und habe sie in meine Sammlung "voll" integriert. Ich denke es ist Michel Nr. 85 und der Stempel ist wahrscheinlich B2 Fig. 686 S. 137 K. Dragomir.

Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 08.05.2014 07:51:09 Gelesen: 264223# 193 @  
Hallo zusammen,

ich möchte zwei Marken vorstellen, die deutlich von meinen übrigen Exemplaren abweichen. Hauptsächlich ist der Druck unschärfer (bei der 10 sogar verschwommen) und die Farbe weicht ab.

Diese Nr. 9 habe ich als Handdruck einsortiert:



Bei dieser Nr. 10 bin ich mir unsicher. Die im Heimbüchler beschriebenen Echtheitsmerkmale sind zwar zu sehen, aber dennoch sieht die Zeichnung merkwürdig aus. Der Ochse scheint vor 5 Minuten hypnotisiert worden zu sein.



Was meint ihr zu den Marken?

Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 08.05.2014 13:54:55 Gelesen: 264203# 194 @  
@ Sleeran [#193]

Hallo Matthias,

eine schöne "Knacknuss" in der Mittagspause.

Die 6 Parale sieht mir sehr gut aus, typisch vor allem das Papier, sehr dünn, irgendwie "knittrig" (Gummierung). Dass die Marke nicht sehr klar ist, kommt so vor, es gibt sehr undeutliche Drucke, vor allem auch der 3 Parale gelb.

Die 30 Parale Marke sieht auf den zweiten Blick irgendwie seltsam aus, Du hast recht! Die Ochsenaugen scheinen wirklich zu starren, und mir gefällt der Schlenker beim unteren Bogen der Ziffer 3 bei der unteren Wertangabe "30" (Parale) nicht. Aber ich kann Dir im Moment nicht sagen, ob die Marke nicht doch vielleicht echt ist. Vieles sieht danach aus, auch der Stempel.

Schwierig.

DAS wäre jetzt ein Stück das ich gerne meinen Kollegen der ARGE Rumänien vorlegen würde. Ich tippe eigentlich auf "echt", aber - die "Hypnose-Augen" und die seltsame "3" lassen mich zweifeln. Vielleicht kann ich Dir Ende Juli mehr sagen.

Heinz

P.S. - 10 Parale - was meinst Du ? - Deine Lieblingsmarke...
 
10Parale Am: 08.05.2014 21:46:00 Gelesen: 264151# 195 @  
@ Sleeran [#193]
@ Heinz (#194)

Ich halte die 30 Parale Marke für echt, nicht zuletzt auch auf Grund des Stempels M3 Jassy, der gut erkenntlich ist. Wer schon einmal einen Originalbogen der 30 Parale Handeinzeldruck gesehen hat, stellt fest, dass, - wie Fritz Heimbüchler in seinem Band "Fürstentum Walachei" feststellt - , die Einfärbung des Druckstöckels eine große Rolle spielt. Die vertikalen beiden mittlere Reihen der 32 Marken auf dem Bogen sind intensiver gefärbt als die äußeren beiden Reihen.

Der untere Bogen der Ziffer 3 hat einen Schlenker, das fällt auch einmal stärker, einmal schwächer ins Gewicht, meiner Meinung nach.

Ich zeige hier links eine von Herrn Heimbüchler geprüfte Michel Nr. 10Ix mit Stempel M1 GALATZ - MOLDOVA. Auf Grund des harten Aufschlags im Druckstöckel wirkt die Farbe sehr satt und die Facetten der 3 von 30 Parale verschwinden.

Rechts davon eine Michel Nr. 10 I ungeprüft mit verschwommenem Stempel M3 blaugrün Berlad. Der Schlenker in der 3 ist deutlich sichtbarer.

Mit den beiden Farbnuancen der Michel Nr. 10I möchte ich eine mögliche Position auf dem Bogen verdeutlichen, die hellere rechte Marke dürfte von einen der beiden äußeren vertikalen des Bogens stammen.

Der Ochse schaut wirklich etwas benommen, aber das liegt meines Erachtens an dem Kontrast durch den aufgesetzten Stempel von Jassy.

Beigefügt noch eine Bildansicht von Jasi aus dem Jahr 1917.

Die 6 Parale Marke halte ich unbedingt für echt - aus der Sicht.

10Parale


 
zonen-andy Am: 09.05.2014 08:27:44 Gelesen: 264128# 196 @  
@ 10Parale [#192]

Hallo 10Parale,

hier die Antwort auf die Frage nach dem Wasserzeichen aus Beitrag [#190].



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Sleeran Am: 09.05.2014 10:19:58 Gelesen: 264116# 197 @  
Hallo Heinz,
hallo 10Parale,

herzlichen Dank für die Antworten.

Stimmt ihr überein, dass beide Marken Handdrucke sind? Bei der 6 Parale weicht die Farbe deutlich von meinen anderen Exemplaren ab, die gehen viel mehr in Richtung dunkelrosa/lila.

Der Jassy-Stempel ist ein Firmenstempel und kein Poststempel, ist das richtig?

Viele Grüße,
Matthias
 
10Parale Am: 09.05.2014 11:57:30 Gelesen: 264100# 198 @  
@ Sleeran [#197]

Ich weiß nicht, ob ich mit Heinz übereinstimme, denn ich kenne seine Meinung ja noch nicht. Ich wage mich mal vor, - wie gesagt wir sehen nur die Bilder die die Grafikkarte unseres Laptops (PC) uns liefert -, und meine zu wissen, dass es sich bei beiden Exemplaren um Handeinzeldrucke handelt.

Bei der 6 Parale-Marke (Michel Nr. 9) tut ein Vergleichsstück eines Plattendrucks voll Genüge, denn da ändert sich die Farbe (stumpflilarosa Druckfarbe) eigentlich nicht. Auch hat das i im zweiten i von SCRIOSOREI einen "Klumpfuß" (siehe Heimbüchler Band II) beim Plattendruck, den ich hier abseits der Farbe nicht erkennen kann.

Bei der 30 Parale bin ich ziemlich sicher, dass es ein Handeinzeldruck ist. Hier korreliert die Verwendungszeit des Stempels M3 (von Jassy gab es 2 M3 Stempel), - 2.11.1859 bzw. 14.12.1859 bis 25. Juli 1865 -, mit der kurzen Verwendungszeit der Marke (15. September - 31. Dezember 1864) des Plattendrucks.

Der ovalförmige Stempel FRANCO - JASSY M3 (es gab davon 2 verschiedene - siehe Bild) ist ein Poststempel, kein Firmenstempel. Es ist aber richtig, dass es auf Ganzsachen auch ovale Firmenstempel gibt, die diesem Stempel ähneln.

Ich habe noch 2 Exemplare der Michel Nr. 9 abgebildet, wobei die eine Marke deutlich die Farbe deiner abgebildeten Marke zeigt, die andere dürfte das stumpflilaros des Plattendrucks sein.

@ zonen-Andy (#196)

Schönes Wasserzeichen, danke für die Demonstration.

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 11.05.2014 15:56:24 Gelesen: 263998# 199 @  
@ Sleeran [#197]

Hallo Sleeran,

ich habe bereits gesagt, dass ich die 6 Parale für echt halte, und auch ich teile sie zu den Handeinzeldrucken zu.

Bei der 30 Parale-Marke revidiere ich meine Meinung betreffend dem "Schlenker" in der Zahl 3 der "30", Und auch die "Hypnose-Augen" sind auf echten Marken anzutreffen. Also klassiere ich sie ebenfalls als echt. Bezüglich Hand- oder Plattendruck: da überlasse ich das Feld gerne den Spezialisten, die das ganz genau sagen können. Nach Handbuch Heimbüchler gibt es vom Plattendruck (10 II) sogar drei verschiedene Typen.

Der Stempel "FRANCO JASSY", den 10 Parale in Beitrag [#198] ja als Abbildung zeigt, ist, wie richtig erwähnt wurde (198) ein echter Poststempel, Gruppe M 3, fig. 311 und 312. Deine Marke hat den kleineren "FRANCO"-Stempel fig. 311., den ich (in rot) in Beitrag [#148] schon gezeigt habe. Der Stempel ist häufig. Fig. 312 findet man deutlich weniger oft, wenngleich er bei Dragomir auch nicht hoch bewertet wird.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.05.2014 23:13:51 Gelesen: 263897# 200 @  
@ zonen-andy [#196]

Andy hat uns ein Wasserzeichen "PR" gezeigt, im Michel Katalog wird es als Wz. 1 bezeichnet. Im CMPR werden verschiedene "PR" - Wasserzeichen als "Filigranul" nr. II, III und IV bezeichnet (als Nr. I kommt dort die Wappeneinpressung, die wir in diesem Forum schon besprochen haben). "Filigranul nr. VI ("Stema mare")" ist ein Bogen-Wasserzeichen, das über 25 Briefmarken geht, auf der Ährenausgabe ("Spic de griu"), Michel Nr. 117-126 (dort: "Wz. 2, über 25 Marken gehend").

Schauen wir uns so ein Ding einmal an.



Das ist die 3 Bani Marke braun, Michel Nr. 118, von hinten, ein 25er-Block, aufgenommen mit 400 dpi. Man erkennt das Bogenwasserzeichen recht gut, besonders, wenn man eine gute Abbildung als "Erkennungshilfe" einsetzen kann (siehe Seite 22 CMPR 74, Abbildung 10). Achtung: Von hinten erscheint dieses Wasserzeichen spiegelverkehrt (sieht man gut an der Schrift "SINE").



Von blossem Auge kann man ja sonst den Unterschied zwischen der Michel Nr. 101, der Nr. 118 und der 131 nicht (oder kaum?) erkennen. Eine Bestimmung auf Brief ist also nicht möglich, ausser man nimmt andere Angaben, wir z.B. das Stempeldatum zur Hilfe. Aber 118 und 131 kamen beide in demselben Jahr zur Ausgabe! (1900). Ich würde diesen Marken nicht drei volle Nummern geben, bei Michel sieht (sah) man das offenbar anders. Schade, finde ich.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 28.05.2014 20:56:18 Gelesen: 263446# 201 @  
@ Heinz 7 [#200]

Das sieht man wirklich nicht alle Tage. Dafür meinen herzlichen Dank.

Ich möchte meinen angefangenen Satz zu Ende bringen und diese beiden Marken vorstellen.



1890 01 ??, Mi 81, ultramarin, gez. 13½ (links), Mi 82, orange, gez. 13½ (rechts)

Der Vollstempel ist sicher ein Gefälligkeitstempel, da die Gummierung fast vollständig erhalten ist.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 28.05.2014 22:32:19 Gelesen: 263427# 202 @  
@ Pepe [#201]

Hallo,

schön, von Dir zu lesen. Ich denke, die 25 Bani-Marke (Nr. 81 oder 88; hast Du geprüft, ob es eine Wappeneinpressung hat?) ist gestempelt GALATI 2 APR 1890, Stempel-Gruppe B2 (nach Dragomir). Vielleicht war die Marke auch nicht gut angenetzt und fiel darum ab; es braucht nicht unbedingt eine Gefälligkeits-Abstempelung zu sein. Jedenfalls ein schönes Stück, wenngleich nicht ALLE Zähne ohne Mangel sind.

Die 50 Bani Marke war vermutlich Teil einer höheren Frankatur einer Postsendung von Focsani.



Anbei zeige ich Euch eine Briefvorderseite mit einer 50 Bani-Marke. Es ist ein Einschreibebrief von Bechet nach Craiova, auch vom 2. April (!) aber 4 Jahre später, 1894. Frankatur 55 Bani; eine hübsche Buntfrankatur.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2014 23:24:58 Gelesen: 262972# 203 @  
@ Pepe [#62]

Hallo Freunde,

lange ist es her, seit uns Pepe die 15 Bani-Marke der 9. Ausgabe vorgestellt hat (Michel Nr. 40).

Ich habe dazu eine hübsche Ergänzung:



Der Sechserstreifen gefällt mir besonders wegen der wunderbaren roten Stempel "BOTOSANI".

So, das zur "Vorfreude" auf die nächsten freien Tage zu Pfingsten.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 06.06.2014 11:37:02 Gelesen: 262935# 204 @  
@ Heinz 7 [#203]

Ja, ein wahrlich wunderschöner Sechserstreifen mit mehreren nebeneinander gesetzten roten Stempeln Botosani. Man stelle sich nur vor, wie der ganze Brief einmal ausgesehen hat, ein Sammler wird den Streifen zu Sammelzwecken ausgeschnitten haben.

Ich möchte heute schon, - Pfingsten muss ich arbeiten -, wieder ein Stück aus meiner bescheidenen Sammlung vorstellen. Es handelt sich um einen Brief von Craiova nach Uznach im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Ein rückseitiger Ankunftsstempel gibt Kunde von der Ankunft im Lande Helvetia.

Der Brief wurde portogerecht mit 25 Bani ultramarin frankiert und hier ist der Sammler auf Spekulationen angewiesen. Es könnte sich um die Michel Nummern 81 (farblose Wappeneinpressung), 88 (ohne Wappeneinpressung) oder um die Michel Nr. 97 (Wasserzeichen I PR) handeln. Da der Brief im März 1894 auf den Postweg ging, tippe ich persönlich auf die Michel Nr. 97, ohne jedoch einen Beweis antreten zu können. Wie geht Ihr da vor?

So, jetzt bin ich mal auf Pfingsten gespannt, was da noch alles kommt.

Gruss

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.06.2014 09:21:49 Gelesen: 262895# 205 @  
@ 10Parale [#204]

Lieber 10 Parale,

das ist genau die Problematik, die wir schon diskutiert haben: Es ist meines Wissens nicht möglich, diesen Brief eindeutig zu bestimmen. Es ist deshalb eine Einzelfrankatur Mr. 81 - 88 oder 97. Zur Bewertung muss man vom billigsten ausgehen.

Wer die Marke ablöst, bestimmt und wieder zurück-montiert, hat zwar die Gewissheit, nun 81, 88 oder 97 zu haben, aber wer macht das schon? Zudem besteht immer auch die Gefahr, dass man den Brief/die Marke beschädigt. Ich belasse es bei der Ungewissheit.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
steppenwolf Am: 07.06.2014 12:46:24 Gelesen: 262866# 206 @  
Sorry, dass ich als Allerweltssammler auch hier mitmische. Eventuell dienen die paar 30 Parale Marken nur zum vergleichen. Zweite Reihe letzte Marke hat ein Loch im Papier (über dem Auge).


 
10Parale Am: 08.06.2014 21:08:57 Gelesen: 262773# 207 @  
@ steppenwolf [#206]

Das ist ja eine sehr interessante Steckkarte mit 14 Exemplaren der Michel Nr. 10. Keine Marke gleicht irgendwie der anderen, es sind feine Unterscheide erkennbar, die auch auf den Gebrauch zurückzuführen sind. Das ist faszinierend. Was ist übrigens ein Allerweltsammler?

Ich habe solch eine Spezies Mensch bislang nur in einem Exemplar vorgefunden, tatsächlich ein Bekannter, der mit großer Begeisterung Briefmarken der ganzen Welt zusammensucht und sogar noch eine Ahnung hat, was er hat und was er nicht hat. Was für eine Leistung!

a. es sind breitrandige Stücke dabei, die mir sehr gefallen, im Übrigen halte ich die Mehrzahl der Marken für echt, einige sind wohl sehr dünn.

b. M3 Stempel (FOLTICENI/JASSY)

Wobei mir die zweitletzte Marke in der 3. Reihe kurios erscheint mit einer zentrischen Doppelabstempelung "BOTUSCHANI - MOLDOVA" in blau und M3 "FRANCO - JASSY" draufgesetzt. Das Markenbild selbst ist auffallend hellblau verschwommen.

Am meisten schwärme ich für den Stempel Fig. 307 FRANCO - FOLTICENII auf der Marke 10 I, Handeinzeldruck in der 3. Reihe.

Hast Du mal die Rückseiten der Marken untersucht, gibt es da Auffälligkeiten?

@ Heinz7

"ich belass es bei der Ungewissheit" ---> Das ist wohl das beste was man tun kann, außer, der Forscherdrang strebt nach unbedingter Gewissheit um den Preis der Verunstaltung des Originals.

Ich möchte jetzt kurz abschweifen vom Thema und eine alten Vorphila-Brief zeigen, der im Januar 1851 von Hermannstadt (Sibiu, heute Rumänien - Siebenbürgen) nach Tübingen im Königreich Württemberg befördert wurde. Der Brief lief über Wien. Hermannstadt gehörte 1851 zum habsburgischen Kaiserstaat unter Franz Joseph I. Im Jahr 1852 besuchte jener Kaiser übrigens seine im Südosten Europas gelegene Stadt, was die Gemüter beruhigte, selbst die rumänischen.

Dieses Thema heißt ja "Rumänien für Sammler" und ich möchte übrigens lediglich aufzeigen, dass hier eine unglaubliche Vielfalt besteht. Der Brief lief ja ins Königreich Württemberg und nicht nach Deutschland. Deutschland war damals wohl gerad im Entstehen, ebenso wie in Südosteuropa der junge Staat Rumänien. Es zeigt, dass viele Völker in jener Zeit nach Unabhängigkeit strebten. Dieselben Völker werden jetzt in ein Europa gepresst, das sehr schnellläufig dahinzieht und wenige Länder wie das z.B. das alte Königreich England und die Schweiz sehen aus guten Gründen wachsam auf dieses Europa. 2007 war Hermannstadt übrigens europäische Kulturhauptstadt, wobei es auch wunderschöne philatelistische Zeugnisse gibt.

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 09.06.2014 14:15:08 Gelesen: 262735# 208 @  
@ steppenwolf [#206]

Hallo und willkommen, Kollege!

Ich kann mich 10 Parale ganz anschliessen; da hat es ein paar interessante Stücke dabei, und auch solche, die etwas "Kopfzerbrechen" bereiten. Dritte Reihe, 4. Marke - ganz seltsam, diese Doppelverwendung, aber die Marke scheint irgendwie sehr unklar, sodass ich da nicht ausschliessen möchte, dass da jemand etwas fabriziert hat (Ganzfälschung mit Stempelfälschungen). Vielleicht sagt aber ein Rumänienprüfer, dass die Bedenken unbegründet sind, dann wäre das eine interessante, evtl. wertvolle Verwendung.

Sorry, es ist mir nicht möglich, jetzt zu allen 14 Marken zu sagen, ob sie nun echt sind/scheinen, oder nicht. Nicht überraschend lobt 10 Parale die 3. Marke der dritten Reihe am meisten, obwohl die Marke angeschnitten ist und die Ecke rechts unten ein bisschen ausgefranst. Schade, dass die 5. Marke der zweiten Reihe ein grosses Loch hat und somit leider wertlos ist. Klebt die erste Marke 1. Reihe auf einem kleinen Fragment? Ich kann nicht richtig erkennen, ob die Marke vollrandig ist, oder nicht; eventuell ist sie mein Favorit unter den gestempelten Marken. Sie hat auch einen dieser schönen "FRANCO" Stempel (Galatz).

Herzliche Grüsse - Heinz
 
steppenwolf Am: 09.06.2014 15:12:09 Gelesen: 262723# 209 @  
@ 10Parale [#207]

Danke für die Info. Auf den Rückseiten ist nichts auffälliges zu sehen. Nun ja, ein Allerweltssammler sammelt die ganze Welt (Briefe, AK`s, Marken). Auf mich bezogen mit kleinen Abstrichen, Feldpost, Ganzsachen ohne Zusatzfrankatur, sonst alles bis 1950. Auch hier gibt es aber sammelwürdige Ausnahmen. Einen Überblick über meinen Bestand habe ich natürlich auch, bis auf diverse Dauerserien.

Speziell sammle ich Lokalausgaben von Marokko, Neuseeland mit rückseitigem Reklameaufdruck und Kaschmir und Jammu. Und auf die Frage was ich so sammle, lautet die Antwort Überseh Marken. Überseh bedeutet die Marken die andere übersehen. Oder Afghanische Paketmarken, Nr 1 und Nr. 2 habe ich im Kleinbogen.

@ Heinz 7 [#208]

Danke auch dir für dein Interesse an den Marken, und richtig erkannt, die erste Marke ist auf Papier. Vollrandig ist sie auch. Zeige mal etwas kurioses, Zeitungsschleifen mit Zusatzfrankatur als Brief verwendet. Den habe ich vor Jahren auf einen Tauschtag in Speyer um 2,-E bekommen, ohne zu handeln!


 
steppenwolf Am: 09.06.2014 21:29:42 Gelesen: 262680# 210 @  
Den rumänischen Postbotenstempel kann man einen gewissen Reiz abgewinnen.

Das ist die Ausbeute von einigen Hundert alten Bündeln die ich durchstöbern durfte.


 
10Parale Am: 10.06.2014 21:35:43 Gelesen: 262597# 211 @  
@ steppenwolf [#210]

Du bist ja ein richtiger Jäger und Sammler, wow. Diese Posthörnchen "GOARNA VECHE" wurden ausschließlich in Bukarest zwischen 1896 und 1912 und auch später zwischen 1926 und 1937 verwendet. Was war der Grund und warum erschienen diese Stempel oft auf diesen 1 Ban-Marken?

Heutzutage würde man vielleicht sagen, dass einige Kontroll-Freaks auf die Idee gekommen waren, der Manipulation und einer verspäteten Zustellung vorzubeugen, indem man auf Grund einer Identifikations-Nummer in einem Posthorn herausfinden konnte, von welchem Postamt aus eine Ganzsache oder ein Brief aus befördert wurden. Gleichsam konnte man den Stempel auch zur Identifikation des Ankunfts-Postamtes benutzen.

Neben diesen beiden Funktionen hatte sich eingebürgert, den Stempel auf der niedrigsten Wertstufe einer aufgeklebten Marke abzuschlagen, deshalb findet man ihn oft auch auf diesen 1 Ban Marken, aber auch mal auf einem 3 Bani oder höheren Wert, wo sie seltener sind. Lt. Kiriac Dragomir sind die Nummern 177, 188 und 203 sehr sehr selten und wohl auch heute noch begehrt. Ich habe schon Auktionskataloge gesehen, wo einzige Marken dieser Art mit einem 2-stelligen Betrag ausgerufen wurden!

Wie man auch an Hand Deiner Exemplare sieht, wurden die Stempel in verschiedenen Farben abgeschlagen, die Stempel "24" und "50" sind mit grüner Farbe auch eine Rarität. Die Posthörner zeigen verschiedene Formen, manche haben unten 2,3 oder sogar 4 Schnüre, es soll vorbehaltlich anderen Wissens die Nummer 483 die höchste Nummer gewesen sein - aber da bin ich mir nicht ganz sicher.

Sehr gut gefallen mir die Stempel bei deinen Marken in der Zähl-folge: 16, 30, 32, 36, 40, 45, 48 und 50.

Ich zeige hier zwei echt gelaufene Ganzsachen 1. aus München (Bayern) 23/9/1906 und 2. aus Breslau vom 26/6/1909 nach Bukarest. Hier findet man die Posthörnchen als Bestimmung des Ankunfts-Postamtes. (6 und 16 - finden sich auch in deiner Steckkarte).

Ich hoffe, Steppenwolf, du zeigst uns noch mehr tolle Sachen aus Deinem Fundus

10Parale


 
steppenwolf Am: 11.06.2014 10:36:36 Gelesen: 262568# 212 @  
@ 10Parale [#211]

Auf Beleg ist mir der Stempel noch nicht untergekommen, und hier sehe ich gleich 2! Bemerkenswert. Eine reine Vermutung von mir, läuft auf Drucksachenporto hinaus (1 Bani), wie auch bei den Zeitungsschleifen. Eventuell wurden die nur bei der Zustellung durch den Postboten entwertet, aus Zeitersparnis im Postamt.

Hier mal etwas nicht so häufiges 2 Fehlfarben.


 
steppenwolf Am: 11.06.2014 18:26:19 Gelesen: 262529# 213 @  
Bei 10Parale habe ich etwas schönes gesehen (Mitglieder Vorstellung #100).

Hier etwas ähnliches, da war ein" kleiner Finger" auf dem druckfrischen Bogen.


 
10Parale Am: 12.06.2014 11:43:18 Gelesen: 262483# 214 @  
@ steppenwolf [#212]

Hier noch ein Posthörnchen mit der Nummer 114 aus meinem bescheidenen Fundus. Ich denke auch das der Postbote die Posthörnchen abgeschlagen hat. Sicherlich ein Sammelgebiet in sich.

Beigefügt noch zwei kleine Zierbriefchen vom 28. Mai 1927 im innerstädtischen Postverkehr von Bukarest. Diese Marken anlässlich des 60. Geburtstages von Ferdinand sind nicht so oft auf Briefchen zu finden, wahrscheinlich sind diese beiden Exemplare auch nur aus philatelistischen Gründen gelaufen, rückseitig finden sich aber auf jeden Fall Ankunftsstempel.

Gratulation zu den Farbfehldrucken, die sind bestimmt geprüft eine Menge wert und vervollständigen jegliche Sammlung. Das Briefchen mit der 10 Bani Marke hat auch eine andere Farbe, so grünoliv anstatt blau oder, was noch besser wäre, rot.

Lt. Michel sind diese weiteren Farben Essays, was ich bislang nicht weiter untersucht habe.

zu [#213]

Ja, das ist auch der Hammer, da könnte man mal die Fingerabdrücke untersuchen lassen. Woher hast du dieses Stück? Das ist übrigens Ferdinand in jungen Jahren, diese Marken sind auch sehr eindrucksvoll und häufig auf Briefen zu finden.

Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.06.2014 15:10:45 Gelesen: 262466# 215 @  
@ steppenwolf [#209]

Hallo,

solche Streifband-Einheiten sind eine interessante Sache, finde ich (auch), und ich habe in meiner Sammlung auch ganz wenige. Ein Muster findest Du im Kapitel "Rumänien Ganzsachen Beitrag Nr. 8".

Der Preis, den Du dafür bezahlt hast, ist natürlich ein Geschenk, weil die Nachfrage danach offenbar sehr gering ist und die Händler vielleicht nicht richtig wissen, was sie damit machen sollen. Das gilt übrigens auch für andere Ganzsachen, teilweise.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.06.2014 10:07:54 Gelesen: 262334# 216 @  
@ steppenwolf [#210]

Hallo Steppenwolf,

die Posthörnchen-Stempel sind in der Tat sehr beliebt und man findet in vielen Rumäniensammlungen noch eine "Spezial-Abteilung", wo genau diese Stempel gezeigt werden Zu den ausführlichen Erläuterungen von 10 Parale (danke!) habe ich im Moment nicht beizufügen. Ich versuche, einen schönen Brief oder eine Postkarte davon Euch zu zeigen.

Schöne Sommergrüsse - Heinz
 
steppenwolf Am: 15.06.2014 16:37:07 Gelesen: 262308# 217 @  
@ 10Parale [#214]

So hohe Nummern sind mir noch nicht untergekommen. Die beiden Briefchen würde ich auch als sammelwürdig einstufen. :-) Super!

Das Pärchen mit den Fingerabdruck stammt aus dem Wiener Verein, dem ich seit Jahrzehnten angehöre. Ist die reinste Fundgrube für mich, ca. 80 % meiner Sammlungen stammen aus dem Verein.

@ Heinz 7 [#215]

Weitere zusammenhängende Streifbänder als Brief habe ich auch noch nicht gesehen.

Ein paar verkehrte Aufdrucke + diverses nur zum Auflockern, die sind bei Rumänien ja nicht so selten.



Schöne Grüße aus einem sommerlichen Wien
 
Heinz 7 Am: 17.06.2014 23:58:44 Gelesen: 262201# 218 @  
@ zonen-andy [#186]

Hallo Andi,

vor einiger Zeit hast Du uns eine Firmenlochung gezeigt. Da kann ich auch ein Stück beisteuern:



Die Postkarte von 1903 von Bukarest nach Prag betraf eine Bankangelegenheit. Absender war die Banque de Roumanie, die diese Perfin-Lochung "BdR" verwendete (Lochung kopfstehend auf dieser Marke).

Gar nicht so einfach zu finden, übrigens, saubere Belege mit Firmenlochungen. Und trotzdem meist nicht teuer. Also Augen auf, beim nächsten Besuch einer Briefmarkenbörse!

Heinz
 
Pete Am: 14.08.2014 19:48:34 Gelesen: 260317# 219 @  
Zwar ist der nachfolgende Beleg deutlich moderner als die hier gezeigten Stücke, dennoch ergeben sich Fragen zur Rumänien-Philatelie. Die Sendung wurde am 06.06.1936 in Düsseldorf als Eilbotensendung via Luftpost aufgegeben, war an einen Empfänger in Resita / Reșița / Recita adressiert und kam laut rückseitigem Ankunftsstempel am 08.06.1936 in Recita an. Der Brief wurde mit 60 Pfennig frankiert. Ob die Frankierung ausreicht, entzieht sich meiner Kenntnis bzw. schweigt der Michel-Spezial zu Angaben für Luftpost und Eilboten ins Ausland.

Lässt sich feststellen, ob zu der Zeit tatsächlich Eilbotensendungen rückseitig mit einem Ankunftsstempel gekennzeichnet wurden und ob der dazu verwendete Handstempel aus Recita echt sein könnte? Ist bekannt, was der Buchstabe "B" auf der Briefrückseite bedeutet?





Anlass zur Frage der Echtheit ist, dass nach Rücksprache mit einem Sammlerkollegen der zur Entwertung der Briefmarken verwendete Düsseldorfer Stempel mit dem Unterscheidungsbuchstaben *1e bereits seit längerem nicht mehr im Schalterdienst nachgewiesen werden kann.

Gruß
Pete
 
10Parale Am: 08.10.2014 20:54:23 Gelesen: 258869# 220 @  
@ Heinz 7

Hallo Heinz,

"Zum "Initiator" dieser "Plauder-Gruppe" sage ich augenzwinkernd: "10 Parale" - das ist kein guter Name, denn es gab im 19. Jahrhundert tatsächlich einen Fälscher, der versuchte 10 Parale-Marken unter die Leute zu bringen! Es waren ebenfalls runde Ochsenköpfe."

Dieser Satz lässt mich nicht los. Gibt es darüber Literatur? Also ich habe nun per Zufall einen Katalog erworben, etwas vergilbt und vergriffen, aus dem Jahr 1946 von F.Konrad, gedruckt in Oradea (im Westen Rumäniens an der ungarischen Grenze gelegen, Bezirk Bihor).

Auf Seite 3 habe ich nun direkt unterhalb der Ausgaben Michel Nr. 1 - 4 einen Hinweis auf ein 10 Parale Marke erhalten, allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Zusätzlich steht dort noch sinngemäß übersetzt: "Nicht verausgabt. Nur Klischee bekannt, siehe dazu Filatelie (wohl eine Zeitschrift) Nr. 6 vom 15. Dezember 1944...."

In der Abbildung sieht man übrigens ein Bild von dieser Marke.

Liebe Grüße

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 10.10.2014 23:19:42 Gelesen: 258764# 221 @  
@ 10Parale [#220]

Hallo 10 Parale,

es ist schön, wenn Du nach rund 4 Monaten in dieser Rubrik wieder erscheinst. Auch ich war kaum mehr hier; hatte einfach zu viele andere Pflichten/Projekte. Höchste Zeit also, hier wieder das Thema zu reaktivieren!

Zur 10 Parale-Marke gibt es meines Wissens nur sehr wenig Literatur. Die Zeitschrift (?) "Filatelie" von 1944 kenne ich nicht (die "Filatelia" (Redaktion: Administratia Postelor si Telecomunicatiilor) erschien erst ab Oktober 1950).

Anbei zeige ich ein ganz seltenes Ding:



Es ist dies gemäss Auktionskatalog Corinphila ein kompletter Bogen der "Gorjan Reprints" (3. Blatt). Die Losbeschreibung sagt nicht klar, ob es ein Unikat ist, doch scheint es so. Im Handbuch I von Heimbüchler ist zum Kapitel "Neudrucke der 1. und 2. Moldau-Ausgabe" und ff (Seiten 232-247) einiges zu lesen über die Gorjan-Neudrucke, aber es wurde kein grösserer (Teil-) Bogen abgebildet. Die 10 Parale Zeitungsmarke ist auch gezeigt bei Heimbüchler (fig. 20, Seite 238, als Einzelmarke)(Abdruck von "Klischee einer 10 Parale Zeitungsmarke, das nie Verwendung fand" (S. 243)). Auf den abgebildeten Bogen kommt dieser Abdruck gleich sechsmal vor!

Das Erscheinen dieses Bogens war für viele Rumänien-Sammler eine Sensation, auch für mich, aber verkauft wurde der Bogen nicht, was am sehr hohen Startpreis der drei Bogen lag: stolze CHF 100'000 war der Start-Preis.

Heimbüchler hingegen schreibt "knallhart" zur Bewertung solcher Neudrucke: "(...) 200 - 300 $ pro Exemplar (...) oder etwas mehr dürfte für einen der moldauischen Neudrucke angemessen sein, sofern es sich um einen Abzug vom Urstempel handelt" (siehe Seite 247). - Ich denke, viele Sammler wären bereit, auch mehr dafür zu bezahlen (ich auch), bei $ 4'500 (15x300) wäre der Bogen sicher nicht zurück gegangen.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 15.10.2014 14:57:54 Gelesen: 258588# 222 @  
@ Heinz 7 [#221]

Das ist ja wirklich ein spannendes Thema. 100.000 CHF Ausruf ist ja schon ein Batzen Geld!

Ich habe gleich mal nachgelesen und wenn ich die Ausführungen von Herrn Heimbüchler recht verstehe (S. 243 Handbuch I), dann wurde anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der 1. Moldau-Ausgabe 1958 bei einer Briefmarken-Ausstellung in Bukarest das Klischee einer 10-Parale Marke dafür auf einem Kartonpapier abgedruckt. Ja, das ist echtes Fachwissen, und zeigt, wie wichtig Begleitliteratur ist.

Für das kleine Portemonnaie (sprich meins) zeige ich hier die beiden Blocks Michel Nr. 40 und 41 Rumänien aus dem Jahr 1958, die anlässlich der o.g. Briefmarkenausstellung hergestellt wurden. Mit einer Auflage von je 30.000 Blocks sind diese beiden Blocks sicher schon gar nicht schlecht und ab 15 - 20 Euro teilweise schon zu haben. Sie zeigen ein Kehrdruckpaar der Michel Nr. 1, Rumänien, 27 Parale dar.

Übrigens entsprachen 27 Parale zur damaligen Zeit dem Wert von 25 französischen Centimes, die Steigerung zu 54, 81 und 108 Parale (= 1 Francs) erklärt sich hiermit recht schnell.

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 15.10.2014 21:18:02 Gelesen: 258547# 223 @  
Nun möchte ich nach langer Pause wieder mal mit den alten Rumänen da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Die Mi Preise gehen nun drastisch runter.

Sicher sind diese Marken nicht selten, so dass die meisten Sammler sie noch problemlos bekommen. Der Michel weist noch auf die 4 Zähnungen hin. Zwei Papierarten, Druck auf Gummiseite, zwei Typen bei Nr. 88 usw. Das wird bei Mi alles nicht extra katalogisiert, ist ja kein Spezial. Farbangaben nach Mi 2003/04.



1890/91 ??, Mi 83, lilarot, gz: 13½



1890/91 ??, Mi 84 a, violett, Mi 84 b, blauviolett, beide gz: 13½



1890/91 ??, Mi 85, grün, gz: 13¼



1890/91 ??, Mi 86, fleischrot, gz: 13¼

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 16.10.2014 00:06:13 Gelesen: 258534# 224 @  
@ Pepe [#223]

Hallo Pepe,

schön, wieder von Dir zu lesen. Ich will auch wieder vermehrt schreiben.

Wer sagt denn, dass die Katalog-Preise runtergehen? Und welche? - Zweifellos ist es aber so, dass die meisten Rumänienmarken problemlos und zu tiefen Preisen gefunden werden können. Sobald es dann etwas Spezielles ist (Marke auf Brief, Einheit, gesuchter Stempel), kann es dann auch heute noch recht rasch ziemlich teuer werden. Lange Zeit waren nur die Marken Michel 1-42 (1858-1872) wirklich begehrt (und relativ teuer), während Michel Nr. 43-144 (1876-1900) sehr lange fast nix kosteten. Das hat sich aber geändert, heute sind bessere Stücke (1876-1900) in der Regel TEURER als vor zehn oder zwanzig Jahren.

Diese Marken (Mi. 76-82 und 83-89 und 95-98) sollte man alle günstig finden. Wenn schöne Stempel und Zähnungen kombiniert werden sollen, sucht man aber oft recht lange.

Leider kann ich einen Beleg nicht zeigen, weil mein Scanner spinnt. Ich sollte wohl schlafen gehen.

Gute Nacht!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.10.2014 21:31:54 Gelesen: 258483# 225 @  
@ Pepe [#223]
@ Heinz 7 [#224]

Hallo Pepe,

gestern konnte ich den Scan nicht einstellen, heute geht es:



Das ist ein hübscher Firmen-Brief von Slatina nach Milano, frankiert mit 3 x 10 Bani. Ob es die Nummer Michel 79 ist, oder die 86, kann ich aus den bekannten Gründen nicht sagen. Ungewöhnlich schön gestempelt: 7 FEB 892 (= 1892). Rückseitig Ankunftsstempel 10.2. MILANO.

Solche Briefe fand man vor 15 Jahren noch oft sehr günstig. Heute ist das bedeutend schwieriger, scheint es mir.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 19.10.2014 20:01:59 Gelesen: 258396# 226 @  
Von dieser Markenausgabe habe ich leider keinen Brief vorliegen. Aber was Heinz7 und Pepe hier zeigen, hätte ich auch gerne in meiner Sammlung. Heute war eine Sammlerbörse im PARC DES EXPOSITIONS in Mulhouse (Elsass), aber leider habe ich zu diesen Marken und überhaupt zum Thema Rumänien nur sehr wenig zu Gesicht bekommen.

Als ich einen Händler auf Rumänien ansprach, meinte er, er hätte das in seinem Laden gelassen, weil er nicht mit Kundschaft dafür rechnete. Ich glaube, wir Rumänien-Sammler sind so etwas wie Exoten, obwohl dieses Land, - viele scheinen das zu ignorieren -, zu Europa gehört. Es ist einfacher, auf dem Wochenmarkt eine türkische Paprika zu finden als eine rumänische "GOGOSARI" - das ist eine sehr delikate, gesunde und gut schmeckende rote Tomatenpaprika.

Zurück zur Philatelie. Slatina ist die Hauptstadt des Kreises Olt (Große Walachei). Ich zeige hier zwei Agraffenstempel, ich meine A65 Abb. 14 bei Kiriac Dragomir (stampile bogata, das Wort bogata bedeutet reich), auf Rumänien Michel Nr. 23 und 27 mit dem Kopfbild Fürst Karl I.

Sammlergrüsse

10Parale


 
Pepe Am: 19.10.2014 20:56:05 Gelesen: 258388# 227 @  
@ 10Parale [#226]

In meinen Tauschbeständen Rumänien finden sich Marken, welche ich schon als Kind hatte und ich habe wohl nie welche vertauschen können. Es wird sicher sehr wenig Rumäniensammler geben.

@ Heinz 7 [#225]

Farblich scheint es eher die 79. Jetzt ist es die Kunst irgendwie das eingepresste Wappen zu erkunden.

Viel Spaß dabei.

Ich komplettiere die Ausgabe XII



1890/91 ??, Mi 87, olivbraun, gz: 11½



1890/91 ??, Mi 88, ultramarin, gz: 13¼



1890/91 ??, Mi 89, orange, gz: 13¼

Laut Michel müssten sie 13½ gezähnt sein?

Netten Sonntag noch
Pepe
 
10Parale Am: 20.10.2014 21:57:55 Gelesen: 258331# 228 @  
@ Pepe [#227]

Die Zähnung 13 1/4 habe ich auch im rumänischen Katalog nicht finden können.

Was für schöne Stempel, bei der oberen Marke zu 15 Bani dürfte es sich um einen wunderschön zentrierten Stempel B2 (lt. Kiriac Dragomir) von Bucuresci handeln.

Sehr interessant ist auch der zweite Stempel auf der ultramarinen Marke zu 25 Bani. Es handelt sich um einen Zwei-Kreis-Stempel Typ B3a Abb. 1 Seite 140 von Bucuresci mit dem Datum in einer Linie und einem offenen Stern. Lt. Kiriac Dragomir war dieser Stempel ab 14. Februar 1894 bekannt, so dass es durchaus möglich ist, dass es um Michel Nr. 97 WZ PR in einer von 8 Stellungen handelt.

Einen Brief kann ich auch zu diesen Markenausgaben präsentieren. Ich habe ihn auf einer Briefmarkenbörse in Freiburg erworben. Der Verkäufer (ich habe es in Erinnerung) machte mich auf die "unnormale" Farbe der Briefmarke aufmerksam. Ich halte es jedoch für ein blasses ultramarin und kann eine andere Farbvariante nicht feststellen.

Der Brief wurde mit 2 Stempeln von BRAILA am 12. Mai 1893 mit 25 Bani (Michel Nr. 81 oder 88??) entwertet und erreichte am 15. Mai Dresden. Rückseitiger Ankunftsstempel und was ich besonders herzig finde, eine teilgezähnte Firmenmarke als Briefverschlus und Marketingmittel.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 20.10.2014 23:52:20 Gelesen: 258314# 229 @  
@ 10Parale [#226]

Hallo 10 Parale,

Du hast recht, diese Agrafen-Stempel A 65 sind wirklich besonders schön. Einen von SLATINA (fig. 411) habe ich leider nicht. Aber ich habe einen wunderschönen von Rimnic. Sarat (fig. 409).



Vielleicht gefällt er Euch auch.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 21.10.2014 23:42:12 Gelesen: 258242# 230 @  
Vielen Dank Euch Beiden für den tollen Brief und das schöne senkrechte Paar mit super Abstempelung.

Meine Sammlung hat ja ein Heinz zusammengetragen. Ich nenne ihm Heinz 1. Seine Witwe hat mir damals noch Auswahlhefte überlassen, welche nun auch schon wieder 30 Jahre lungern. Bei den Rumänen habe ich doch mal einige zum Zeigen herausgeholt.

So schlecht ist die Qualität nicht. Und Stempel waren ja auch noch nicht so in Mode wie heute.



1890/91 ??, Mi 85, grün, Rahmenbruch o li



1890/91 ??, Mi 85, smaragdgrün?, "A" von "ROMANIA" o li mit Serife

Die Zähnung ist sicher schwierig. Es gibt ja auch unterschiedlich große Zähnungslöcher. Und dann das 'alte' Papier.

Ich habe mal zum Vergleich den 'Rand' mit vollständigen Löchern geprüft, mehrere Schlüssel verschiedener Hersteller.



Zum Ausklang noch eine zweite



1890/91 ??, Mi 89, orange, gz: 13¼

Und weil vermutlich gleicher Stempel, habe ich mal gepuzzelt, um die Größe mal darzustellen.



1893 MAR 18, Zweikreisstempel, BUCURESTI, nicht BUCURESCI

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 22.10.2014 21:52:25 Gelesen: 258163# 231 @  
@ Heinz 7 [#229]

Ja, das ist ein wunderbarer A65 Agraffenstempel von Rimnic.Sarat. Und wenn wir genau hinschauen, sehen wir, dass das Abschlags-Datum sich am 24.10.2014 zum x-ten Mal verjährt, das wäre übermorgen. Und die Marke ist ja auch echt schon recht selten, dann noch im vertikalen Paar und so schön geschnitten.

Lt. Kiriac Dragomir waren solche Stempel zwischen 1865 und 1880 im Gebrauch.

Allein schon diese Stempel zu sammeln wäre eine Herausforderung, selten sind u.a Orte wie "Adjud, Alexandria, Campina, Curtea de Arges, Falciu, Gaesti, Husi, Leova, Margineni, Piatra, Reni, Tirgul-Neamtu, Tirgul-Ocna, Urziceni , Valeni de Munte - lt. Kiriac Dragomir"

Da heisst es immer, die blaue Mauritius wäre selten, aber finde erst mal eine Briefmarke mit einem A65-Stempel von Valeni de Munte.

Beigefügt noch weitere, nicht so wunderschöne Beispiele für diesen Agraffenstempel, einer davon ist übrigens von "TIRGOVISTEA", das erkennt man an den letzten beiden Buchstaben, die zusammen mit dem 1. Buchstaben "T" zu sehen sind.

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 23.10.2014 09:50:05 Gelesen: 258108# 232 @  
Hallo Experten,

um was für einen Stempel könnte es sich hier handeln? Es ist der einzige den ich mit diesem Abschlag habe.



viele Grüße
Andreas
 
10Parale Am: 24.10.2014 20:44:59 Gelesen: 258035# 233 @  
@ zonen-andy [#232]

Es handelt sich um einen von verschiedenen offiziellen Stempeln von Postbüros in Bukarest (stampile sucursale 5.2 - fig.814 S.155 Stampilografie Postala - Kiriac Dragomir). Dieses Postbüro, - es gab deren welche in 14 Quartieren - war in der Strada Victorei 56 ansässig und diese Stempel mit der Aufschrift "BUCURESCI No.5 INDÈPENDANCE ROUMAINE" sind bekannt zwischen dem 13. September 1896 und dem 3.Oktober 1898.

Nun kommt mein Problem: Kiriac Dragomir gibt für dieses Postbüro Nr. 5 ein Gründungs- bzw. Öffnungsdatum an mit 7. Feb. 1895 und für den Tag der Beendigung den 31. Dezember 1901 an. Diese Art Filialstempel waren bekannt zwischen 1878 und 1910.

In der Abbildung auf Seite 155 zeigt er jedoch einen Stempel mit dem Datum 24. September 1903, das nach dem Schließungsdatum liegt.

Bitte mal alle Experten das nachzulesen und mir bei der Lösung behilflich zu sein.

Auf jeden Fall passt o.g. Stempel auf der Marke Michel Nr. 109 zeitlich in den o.g. Rahmen.

Ich bin auf der Suche nach solchen Stempeln in meiner Sammlung und werde alsbald einen einstellen. Auf jeden Fall eine Preziose und unbedingt gut aufheben für die Nachwelt.

10Parale
 
Pepe Am: 24.10.2014 20:56:20 Gelesen: 258032# 234 @  
@ Pepe [#230]

Ich muß meinen erwähnten Heinz 1 umbenennen, der ist schon vergeben. So nenne ich ihn Heinz SY.

Und diese Marke hatte ich noch vergessen.



1890/91 ??, Mi 88, ultramarin, gz: 13¼

Stempelort ...RNAVODA ?

Nette Grüße
Pepe
 
bignell Am: 24.10.2014 21:09:41 Gelesen: 258029# 235 @  
@ Pepe [#234]

Hallo Pepe,

ich nehm mal an, Cernavodã.

Lg, harald
 
10Parale Am: 25.10.2014 12:37:59 Gelesen: 257955# 236 @  
@ zonen-andy [#232]

In meiner gesamten Sammlung habe ich einen einzigen dieser Postfilialstempel von Bukarest entdeckt, hier auf der Michel Nr. 107, 50 Bani.

10Parale


 
10Parale Am: 25.10.2014 14:00:30 Gelesen: 257951# 237 @  
@ Pepe [#230]

"Briefmarkenpuzzle", ein neues Spiel, Pepe, gleich Patent anmelden, finde ich gut.

Es gibt von Bukarest unterschiedliche Stempel, mal mit "T", einmal mit "C", die Durchmesser sind auch verschieden.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.10.2014 18:27:19 Gelesen: 257930# 238 @  
@ zonen-andy [#232]

Hallo Andy,

ich kann Dir im Moment nichts ganz Genaues sagen (Nummer Dragomir), aber das ist ein bekannter, guter Stempel zu einem Jubiläum der Unabhängigkeit von Rumänien. Ich glaube, der Stempel kam 1897 in Gebrauch und wurde verhältnismässig oft als Vollstempel schön abgeschlagen auf den zeitgenössischen Marken damals.

Ein gutes Stück also, gratuliere.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.10.2014 18:32:45 Gelesen: 257928# 239 @  
@ Pepe [#230]

Hallo Pepe,

Du hast uns ja schon viele sehr schöne Marken gezeigt, aber es scheint mir, die erste 5 Bani-Marke aus deinem Beitrag [#230] sei knittrig und mit mangelhafter Zähnung. Ich empfehle Dir also, diese Marke zu ersetzen.

Einverstanden? Ich hoffe, Du nimmst mir diesen Tipp nicht übel.

Liebe Grüsse

Heinz
 
zonen-andy Am: 26.10.2014 17:02:24 Gelesen: 257884# 240 @  
@ 10Parale [#233]
@ Heinz 7 [#238]

Vielen Dank für eure Beurteilungen des Stempels.

Gibt es die Mi.128 echt geschnitten? Der Druck im Vergleich zur gezähnten Marke ist verschwommen, beide Marken mit "Druckzufälligkeit"? siehe Scan. Für eine Antwort wäre ich dankbar.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Marcel Am: 26.10.2014 19:12:24 Gelesen: 257858# 241 @  
@ 10Parale [#233]

In der Abbildung auf Seite 155 zeigt er jedoch einen Stempel mit dem Datum 24. September 1903, das nach dem Schließungsdatum liegt.

Hallo 10Parale,

wenn es sich um diese Abbildung handeln sollte, so gehe ich nur von einer Zeichnung mit fiktiven Datum aus, denn es fehlt das Betonungszeichen auf dem ersten E in Independance und die Jahreszahl sollte m. E. 903 heissen - oder nicht.



Quelle: http://www.romaniastamps.com/canc/cancellations.htm

Jedenfalls habe ich diesen Stempel nach 1900 - nur fehlt leider die letzte Zahl.



schöne Grüße
Marcel

P.S. Nicht jeder hat entsprechende Literatur, deshalb wäre es schön, nicht nur auf die Seiten von Büchern hinzuweisen, sondern auch entsprechende Abbildungen mal zu zeigen.
 
10Parale Am: 26.10.2014 20:42:19 Gelesen: 257847# 242 @  
@ Pepe [#234]

Hallo Pepe,

ich denke es handelt sich um den unten abgebildeten Stempel B1 monocerc (Einkreis) von CERNAVODA, wie bignell bestätigt. Allerdings ist die Monatsangabe in römischen Zahlen ?

@ Marcel (#241)

Nicht jeder hat entsprechende Literatur, deshalb wäre es schön nicht nur auf die Seiten von Büchern hinzuweisen, sondern auch entsprechende Abbildungen mal zu zeigen.

Das ist wahr. Ich gebe zu bedenken, dass durch den stetigen Gebrauch die entsprechende Literatur auch stark abgenutzt wird. Ich habe auch nicht das Geld, mir von jedem Band zwei Exemplare zu kaufen, eins für die Sammlervitrine, eins zum Gebrauch. Außerdem bin ich nicht ganz sicher, ob es überhaupt gestattet ist, einfach so mal aus der Literatur abzuscannen. Vielleicht haben wir einen Juristen im Forum, oder einen Jurastudenten.

@ zonen-andy (#240)

Michel Nr. 131 - 3 Bani, soll es lt. Kiriac Dragomir "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" als Essay ungezähnt geben. Von der Marke zu 1 Bani ist davon jedoch nicht die Rede. Ich forsche weiter. Von den Michel-Nr. 127 - 144 soll es von allen Marken waagrechte und senkrechte Paare geben, die mittig ungezähnt sind, was deiner Marke aber eigentlich nicht entspräche.

Ich wünsche schönen Sammler-Sonntag-Abend

10Parale


 
Pepe Am: 26.10.2014 20:56:01 Gelesen: 257844# 243 @  
@ bignell [#235]

Da hast du recht, vielen Dank.

@ Heinz 7 [#239]

Die ist auch nicht Bestand der Sammlung. Sie soll nur auf die unterbrochene Rahmenlinie links oben neben der "5" hinweisen. Und dann sieht man ja dicht nebeneinander drei verschiedene Schreibweisen für die Hauptstadt.

BUCURESCI
BUCURESTI
BUCUREST

Das finde ich merkwürdig und gibt es eigentlich eine Erklärung dafür?

@ 10Parale [#236]

Kann auch hier wieder mitpuzzeln.



1893 .. , Mi 106Y, dunkelgrün, Stpl.: 24 OCT 900

Nette Grüße
Pepe
 
zonen-andy Am: 27.10.2014 18:42:39 Gelesen: 257783# 244 @  
@ 10Parale [#231]

Hallo 10Parale,

ich habe auch 2 Stempel von Alexandria, siehe Scan. Hier stellt sich natürlich gleich wieder die Frage, echt oder falsch?



Viele Grüße

Andreas
 
10Parale Am: 28.10.2014 22:12:05 Gelesen: 257696# 245 @  
@ zonen-andy [#244]

Erst mal Gratulation zu diesen beiden schönen Marken Michel Nr. 14 und Michel Nr. 21, die ich beide für echt halte (immer vorgemerkt - ich sehe nur den SCAN!).

1. Wie ist es zunächst mit der Papierstärke (Dicke) der Nr. 14 beschaffen? Das ist natürlich nicht einfach herauszufinden, weil beide Marken auf einem bläulichen Papier aufgeklebt wurden. Sollte die linke Marke Michel Nr. 14 aus dickerem Papier sein (14x), wäre es mit einem echten A65 Stempel mit Agraffe von Alexandria natürlich schon ein Hammer - ist das Papier dünn und farbig, dann wohl eher 14y.

2. Die Echtheit der Stempel ist tatsächlich eine bedeutende Frage, am besten die gestempelten Marken prüfen lassen. Bei den Ausgaben Karl I. Michel Nr. 14 - 16 ist es ja immer schwierig, Stempel auf Grund der schwarzen Hintergrundfarbe zu erkennen.

Ich zeige mal eine Michel Nr. 16y Typ I mit A65 Focsani Agraffenstempel (schwer zu erkennen), eine meiner wenigen Marken 20Parale schwarz auf rosa bis rot, wobei die rechte Mäanderlinie (Typenunterschiede nur bei der Nr. 16) unter der 2 von 20 beginnt.

Bei Delcampe habe ich übrigens gestern eine Michel Nr. 16x auf Brief mit Stempel Alexandria, geprüft Heimbüchler entdeckt (mit 500,-- Euro nicht ganz billig!) Vielleicht kann man da mal nachschauen, sehr schöner klarer Stempel zum Echt-Vergleich.

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 29.10.2014 08:24:07 Gelesen: 257647# 246 @  
@ 10Parale [#245]

Hallo 10Parale,

vielen Dank für die Beurteilung der beiden Marken. Zur Papierstärke kann ich nichts sagen da ich keine echt geprüfte Marke der Mi.14-16 habe. Anbei meine Marken Mi.14 gestempelt und 16 postfrisch ohne Falz bzw. gestempelt siehe Steckkarte.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
10Parale Am: 29.10.2014 20:55:07 Gelesen: 257598# 247 @  
@ zonen-andy [#246]

Besonders das waagrechte Paar 20Parale gefällt mir ausgesprochen. Wäre natürlich gerade hier schön, die Stempel gut erkennen zu können, was bei diesen Marken echt eine Herausforderung ist.

Ich verfolge in anderen Beiträgen mittlerweile mit großem Interesse die Diskussionen über das Prüfwesen. Ich bin froh mir ein wenig Wissen angeeignet zu haben und kann damit leben. Ich kaufe sehr selten bei Auktionshäusern ein, aber ich erwarte dann, echte Ware zu bekommen. Ich verstehe, dass Auktionshäuser und Prüfer gut zusammen arbeiten müssen. Als Endverbraucher (oder Kunde) wäre mir ein Dienstleistungscharakter des Prüfwesen jedoch sehr angenehm (und würde der Rettung der Philatelie im allgemeinen zuträglich sein).

Diese Staffette hier heisst ja "Rumänien für Sammler" und zur Auflockerung stelle ich mal einen zeitgenössischen Brief ein, der mir heute ins Haus flog. Ich habe durchaus auch meine Freude an modernen Erscheinungen in der Philatelie und bei diesen Marken 2 x Michel Nr. 6336 (Wasserschnecke) und Michel Nr. 6355 (Türkenbund), frankiert zu 9,30 Lei für ein Einschreiben ins Ausland ist "Echtheit" garantiert.

Liebe Grüße

10Parale


 
wahewa Am: 31.10.2014 20:27:02 Gelesen: 257522# 248 @  
@ zonen-andy [#257]

Leider sind die beiden Marken mit ALEXANDRIA Stempel FALSCH ! Die 2 PAR Marke ist echt der Stempel aber falsch, die 15 Bani Marke ist kein Steindruck und auch der Stempel ist falsch - übrigens beide Stempel sind 25/6 datiert (Zufall ?).

@ Marcel

Der Stempel wurde auch nach 1900 benutzt, siehe den Beleg zur Bukarester Jubiläums-Ausstellung mit Ersttagsstempel 29 Oct 09.



Mit freundlichen Grüßen

wahewa
 
zonen-andy Am: 31.10.2014 20:58:58 Gelesen: 257514# 249 @  
@ wahewa [#248]

Hallo wahewa,

vielen Dank für die Beurteilung. Ich habe natürlich auch nicht glauben können, dass diese schönen Briefstücke echt sind.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
10Parale Am: 31.10.2014 21:34:44 Gelesen: 257505# 250 @  
@ zonen-andy [#249]
@ wahewa [#248]

Glauben und Wissen sind zwei verschiedene Sachen, wie ich sehe. Im Steindruck gibt es meist unscharfe Bilder und matte, weiche Farben. Mag sein, dass die Abbildung der 15 Bani Marke [#244] für eine Fälschung spricht. Würde aber gerne von wahewa wissen, was ihn bei der Beurteilung so sicher macht ?

Die Stadtstempel von Bukarest [#248] waren lt. Kiriac Dragomir bis 1910 im Gebrauch. Der Beitrag von wahewa zeigt eine späte Verwendung. Dabei scheint mir der gezeigte Stempel sehr oft aufzutreten. Noch nie gesehen habe ich einen Stempel mit der Aufschrift "BUCURESCI No. 1 - CALEA MOSILOR". Wer hat so was?

Wir bewegen uns hier in der digitalen Welt und es ist nicht immer einfach, mittels Abbildungen auf die Echtheit einer Marke zu schließen. Wer selbst einen rumänischen Fingerhutstempel in seiner Sammlung hat, sollte den Stern prüfen. Ist das Innere hell, kann es sich um eine Fälschung handeln - sagt das Buch.

Ich zeige hier noch einen Ex Officio Behördenbrief aus dem Jahr 1876. Abgeschlagen wurde er mit einem Fingerhutstempel von Slatina am 20. Juni 1876. Links oben sieht man einen Rathaus-Stempel mit der Inschrift "PRIMARIA COMUNEI SLATINA JUD. OLTU 1864". - "Rathaus der Stadt Slatina im Kreis Olt 1864" - fei übersetzt.

Schönen Halloween Abend wünscht

10Parale


 
wahewa Am: 01.11.2014 09:24:08 Gelesen: 257469# 251 @  
Hallo 10Parale,

bei der 15 Bani Marke fehlen die weichen Farben und Linien und ich kann sie keinem der 4 Umdrucktypen zuordnen.



Bei gestempelten Marken ist es etwas schwieriger den Typ festzustellen. Aber wenn man es über Jahre bei allen Steindruckmarken macht, merkt man irgendwann mal wenn eine Marke nicht "richtig" aussieht.

Schönen Gruß

wahewa
 
10Parale Am: 01.11.2014 13:07:51 Gelesen: 257420# 252 @  
@ wahewa [#251]

Vielen Dank. Ich lerne ja gerne. Ich habe mal ein paar Exemplare der 15 Bani Marke nach den Umdrucktypen hin untersucht und nur Type Nr. I gefunden. Bei gestempelten Marken ist es sehr schwer. Natürlich kann man auch noch die Farbe und das Papier hinzuziehen.

Es ist schon wahr, wenn man über die Jahre hinweg übt, bekommt man ein Blick dafür.

Liebe Sammlergrüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.11.2014 04:20:27 Gelesen: 257335# 253 @  
@ wahewa [#251]
@ zonen-andy [#244]
@ 10Parale [#252]

Liebe Kollegen,

ich verfolge Eure Meinungen höchst interessiert. Ich bin ebenfalls ein erfahrener Rumänien-Sammler, aber ich tue mich immer wieder schwer mit so sicheren Aussagen wie "echt" oder "falsch", ausser ich kann es wirklich beweisen weil ich z.B. die Fälschungsmerkmale kenne.

Es ist ja erstaunlich, wie viele der frühen Rumänienmarken gefälscht wurden, auch die eher billigen Stücke. Wenn ich das richtig im Kopf habe gibt es laut Stiedl/Billig keine (!) Marke der ersten 12 Ausgaben, von der es KEINE Fälschung(en) gibt! Die Schriftenreihe der Beiden über Fälschungen aus den 1930er-Jahren umfasste ja für Rumänien gleich DREI Hefte!

Ich habe im Moment keinen Zugriff zu meinen Heften, aber ich versuche später einmal, die 15 Bani-Marke zu "scannen", was denn da (gemäss "Waheha") "nicht stimmt". Im Moment will ich mich nicht festlegen, beim ersten Hinsehen würde ich die Marke als "möglicherweise echt" durchgehen lassen.

Ich hoffe nun, dass ich mich nun nicht soeben schrecklich blamiert habe. Aber im Forum dürfen wir uns ja auch mit Fragen/Unsicherheiten zu Worte melden und etwas dazulernen.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.11.2014 04:40:14 Gelesen: 257333# 254 @  
@ 10Parale [#247]

10 Parale hat recht, dieses Thema ist wirklich sehr weit gefasst. darum stelle ich heute auch etwas "Exotisches" hinein.



Diese zwei Telegraphenmarken wurden im späten 19. Jahrhundert herausgegeben; es gab nur 5 Werte, wovon die ersten drei (tiefere Werte) ein kleineres Format hatten.

Diese Marken sind bei Michel, Zumstein (Europa), usw. nicht aufgeführt, aber in den ganz alten Katalogen wir z.B. Moens oder auch im Spezialkatalog Rumänien CMPR '74.

Die Marken sind mangels Nachfrage sehr günstig zu kaufen, wenn sie denn einmal offeriert werden. AUF EINEM TELEGRAPHEN-FORMULAR habe ich diese Marken noch nie angeboten gesehen. Für einen solchen Hinweis wäre ich dankbar.

Freundliche Grüsse Heinz
 
10Parale Am: 02.11.2014 20:36:00 Gelesen: 257288# 255 @  
@ Heinz 7 [#254]

Die Telegraphenmarken faszinieren mich auch schon längstens. Vielen Dank Heinz für die Einführung. Ich habe mich heute noch etwas damit beschäftigt. Auf einem Telegraphen-Formular habe ich diese Marken auch noch nie gesehen, werde die Augen offen halten.

In der Literatur habe ich nun gelesen, dass für diese Art von Frankaturen 3 Abstempelungen obligatorisch bzw. gesetzlich verfügt wurden.

1. ein Datumsstempel (meistens eine Fingerhutstempel in blauer Farbe ((auch Gitterstempel soll es geben)).
2. ein Kontrollstempel COMPT.CONTROLATU aus schwarzer Tinte (D16)
3. ein diagonaler händischer Entwertungsstempel

Sehr gesucht sind Telegraphenmarken mit nur zwei oder einem Stempel, also solche, wo ein obligatorischer Stempel fehlt. Dies lag wohl auch daran, dass es Telegraphenbüros gab, die kein Fingerhutstempel besassen oder der Beamte die händische Entwertung vergaß. Den Höchstwert, den du hier zeigst, müsste demnach schon ein gesuchtes Stück darstellen. In einem rumänischen Katalog habe ich diesen Höchstwert ungebraucht mit einer Bewertung von 500,-- Euro entdecken können, der 2 Lei-Wert steht am günstigsten ungebraucht mit 10,-- Euro zu Buche. Mir scheint es seltsam, dass man nie Telegraphen-Formulare sieht - wo sind diese?

Ich zeige hier die Komplettserie gestempelt und ein 2 Lei Wert ungebraucht (Katalog Bewertung der gestempelten Werte 2006: 380,-- Euro?). Sicher auch ein interessantes Sammelgebiet. Interessant ist sicher auch der seltene Fingerhutstempel von Mihaileni.

Liebe Grüsse 10Parale


 
10Parale Am: 06.11.2014 22:17:26 Gelesen: 257099# 256 @  
Hallo,

zurück zu den ersten Stempel der Moldau, die kleinen M1 Stempel.

Hier der M1 BAKEU - MOLDOVA Abb. 271 Seite 81 bei Stampilografie Postala von Kiriac Dragomir.

Die Marke wurde auf einer Michel Nr. 10 abgeschlagen, bestimmt Handeinzeldruck 10I. Interessant, die Marke wurde entlang der Randlinien geschnitten.

Suche Vergleichsstempel um die Risse und Deformationen des Stempels zu untersuchen.

Liebe Grüße

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 08.11.2014 19:16:01 Gelesen: 256993# 257 @  
@ 10Parale [#255]

Guten Abend,

es freut mich, dass mein Beitrag [#254] Dein Interesse gefunden hat. Deine Info betreffend den drei vorgeschriebenen Entwertungen war mir nicht bekannt, das ist sehr interessant! Wo hast Du das gelesen?

Diese Info ist wichtig für mich, da ich ein paar Telegraphen-Marken habe, die tatsächlich diese drei verschiedenen Entwertungen auf einer einzigen Marke aufweisen. Die handschriftlichen Entwertungen erfolgten offenbar in der Regel durch ein Kreuz mit Tinte oder Farbstift. Normalerweise sind Marken, die handschriftlich durchstrichen sind, gar nicht beliebt; aber wenn das amtlich vorgeschrieben war, ist das natürlich kein "Mangel", wie oft vermutet wird.



Auf dieser 1 Leu Marke ist der "Compt. Controlatu"-Stempel unklar (D 16 nach CMPR '74, Seite 422); interessant ist aber das Nebeneinander der drei Entwertungen, wie von Dir beschrieben. Es ist dies die einzige Marke wenigstens auf einem Fragment, ein ganzes Formular habe ich, wie erwähnt, leider nicht.



Auch dieser Höchstwert (5 Lei) hat alle drei Stempel, den Fingerhutstempel "CRAIOVA" gleich vier Mal!



Der tiefste Wert (25 Bani) hat ebenfalls Fragmente aller drei Entwertungen.



Dieser 50-Bani trägt anscheinend keinen handschriftlichen Entwertungsvermerk, aber den recht seltenen Stempel "SUCURS. MIN. FINANC." (OS72 nach Dragomir, Seite 152, fig. 788) "20. SEP. 73"

Eine schöne Serie, diese Telegraphenmarken!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 09.11.2014 16:33:54 Gelesen: 256908# 258 @  
@ Heinz 7 [#257]

Gelesen habe ich diese Informationen natürlich bei Kiriac Dragomir "Catalogul Marcilor Postale Romanesti", Seite 422-23 und unabhängig davon auch in einem rumänischen Briefmarkenkatalog von Lazar Carjan und Mircea Manole (Catalogul Timbrelor Postale Romanesti 1858 - 1947).

Den Passus bei Dragomir habe ich Dir abgebildet. Nach Übersetzung vor allem bei Carjan (mit Hilfe meiner Frau) würde ich von 3 "obligatorischen" Entwertungen sprechen. Als handschriftlichen Entwertungsvermerk galt auch eine Zahl mit Tinte geschrieben, was ich noch nie gesehen habe.

Bleibt die Frage, weshalb man so wenige Telegrafen-Formulare findet. Ich glaube es liegt daran, dass die Telegrafenmarken lediglich zwischen 1871 und Ende 1873 in Gebrauch waren. Ab Januar 1874 wurden die Gebühren "bar" entrichtet.

Bewertet werden ungebrauchte Marken, besonders der Höchstwert zu 5 Lei, höher als entwertete Marken. (5 Lei * = 500 Euro im rumänischen Katalog 2006 - 2 Lei * = 10 Euro - 1 Lei * = 150 Euro - 50 Bani * = 110 Euro - 25 Bani = 80 Euro).
Auf dem Formular werden die Marken wie folgt bewertet: 25 Bani = 40 Euro; 50 Bani = 60 Euro; 1 Lei = 50 Euro; 2 Lei = 40 Euro; 5 Lei = 190 Euro)

Mit allen 3 obligatorischen Entwertungen wird die 5 Lei Marke mit 9 Euro bewertet. Die Kataloge geben solchen entwerteten Marken einen höheren Wert, wenn obligatorische Entwertungen fehlen (z.B. ein stampile degetar - Fingerhutstempel) beim Postamt nicht vorrätig.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.11.2014 19:22:04 Gelesen: 256888# 259 @  
@ 10Parale [#258]

Guten Abend,

danke für die Angaben. Auch auf Seite 114-115 von Dragomir habe ich nun Hinweise auf die Telegrafen-Entwertungen gefunden, aber ich verstehe nicht alles. Vielleicht finde ich eine gute Seele (Viorica?), die uns da einmal weiterhilft? ;-)

Die Angaben zu den Preisen sind interessant. Es ist klar, dass ich ALLE diese Preise für Marken auf Formulare GERNE bezahlen würde, aber ... wir haben es beide schon gesagt: Solche Formulare scheinen praktisch nie auf dem Markt zu erscheinen. Ich werde weitersuchen.

Anbei noch eine sehr schöne Marke:



Es ist nur eine von drei nötigen Entwertungen angebracht, aber diese ist besonders schön: der "Degetar"-Stempel "OLTENITA" (fig. 557 Dragomir, Seite 112). Sehr klar abgeschlagen, und mit kopfstehender Zeile Monat (NOV = November), innerhalb der drei Jahre, die Du oben vermerkt hast (1871).

Ich bin nun gespannt, ob auch noch weitere Leser etwas zu diesem "seltenen" Thema beitragen können.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 11.11.2014 23:00:49 Gelesen: 256801# 260 @  
@ zonen-andy [#232]

Hallo Andi,

ich habe den von Dir gezeigten Stempel ebenfalls in meiner Sammlung und stelle ihn hiermit gerne vor:



Der Stempel wurde hier verwendet auf einem Einschreibe-Brief von 1900 nach Wien. Frankiert ist der Brief mit zwei Werten aus der Serie "Spic de Griu" (Ährenausgabe).

@ Marcel [#241]

hat den Stempel bereits gezeigt, er entspricht der fig. 814 im Stempelbuch Kiriac Dragomir (Seite 155). Eine Bewertung dafür habe ich aber nicht gefunden.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 14.11.2014 20:06:56 Gelesen: 256676# 261 @  
@ Heinz 7 [#260]

Das ist ja wirklich ein toller Einschreibe-Brief, Heinz, die beiden Stempel sind ja schon allein ein Zubrot wert.

Die Ährenausgaben bzw. "Spic de Griu" sind ein schwieriges Thema, an das ich mich noch nicht traue.

Ich habe hier auch noch 2 schöne Stempel parat.

Michel Nr. 13 Fürst Cuza mit A65 Agraffenstempel Botosani (blau)

Michel Nr. 175 (Wohlfahrtsmarke: Engel / Ingeri(rum.) mit Stempel B5 Abb. 761 Seite 146 Kiriac Dragomir Stampilografie Postale "CABINETUL DIRIGINTULUI" - schwierig zu übersetzen evtl. "CHEF-KABINETT oder FÜHRUNGS-KAMMER", dürfte etwas mit Militär zu tun haben.

Vielleicht hat jemand noch andere Stempel, gerne bin ich auch behilflich, sie zu erkennen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 24.11.2014 22:28:47 Gelesen: 256244# 262 @  
@ 10Parale [#1]

Die 8. Ausgabe gezähnt fristet ja eher ein Schattendasein neben all den phantastischen Rumänien-Seltenheiten 1858 ff. Sehr hoch bewertet sind sie nicht im Michel-Katalog, aber wenn man versucht, schöne Briefe davon zu finden, oder grössere Einheiten, dann ist das gar nicht einfach.

Mit grosser Freude zeige ich Dir nun eine kürzliche Neuerwerbung eines Briefes, die Dir ganz bestimmt gefällt.



Als Einzelfrankatur ist diese Marke fast nicht auf Brief zu finden, auch als Paar finden wir sie nur selten. Dieser Brief von 1872 von Bukarest nach Giurgiu ist sehr schön mit dem Fingerhutstempel entwertet. - Hinten ist der Ankunftstempel von "GIURGIU 30 / 7" (Agrafe)

Freundliche Grüsse - Heinz
 
zonen-andy Am: 26.11.2014 13:13:09 Gelesen: 256128# 263 @  
Hallo,

ich möchte auch mal Stempel zeigen wozu ich Fragen habe. Michel Nrn. von links oben: 59, 85, 50/51 und 91.

1.Was bedeutet in den beiden rechten Stempeln "Cursa"?
2.Was für ein Stempel ist der rechts oben: Galatz-Braila?

Ich sage schon mal danke im voraus.



Viele Grüße

Andreas
 
ligneN Am: 26.11.2014 17:23:22 Gelesen: 256100# 264 @  
@ zonen-andy [#263]

Es sind Bahnpoststempel. Cursa = Strecke, vgl. die ältere Bezeichnung "Bahnpostkurs".
 
zonen-andy Am: 26.11.2014 17:37:41 Gelesen: 256095# 265 @  
@ ligneN [#264]

Vielen Dank für die Erklärung.

Grüße Andreas
 
10Parale Am: 26.11.2014 19:54:13 Gelesen: 256073# 266 @  
@ zonen-andy [#263]

Der Bahnpostkurs Galatz ---- Braila bzw. Braila ---- Galatz bietet eine Anzahl von Stempelvarianten NFR6 - NFR10 (Quelle: Kiriac Dragomir)

Der Stempel CALAFAT hat die Bezeichnung B3 (fig. 719 / Seite 140 Kiriac Dragomir "Stampilografie Postala")

@ Heinz 7 [#262]

Dieser Brief ist einmalig, Heinz. Die beiden Stempel müssten B1 fig. 603 Seite 132 bei o.g. Buch sein (monocerc - K1). Ich sehe hier zum ersten Mal einen Brief mit dieser Marke. Gratulation!


 
zonen-andy Am: 27.11.2014 14:47:15 Gelesen: 256016# 267 @  
@ 10Parale [#266]

Hallo 10Parale,

herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung der Stempelabschläge, die ich mir gleich notiert habe. Anbei nochmals schöne Stempel auf schlecht gezähnten Marken bis auf Mi.Nr.36 siehe Scan.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 27.11.2014 21:20:23 Gelesen: 255958# 268 @  
@ 10Parale [#266]

Vielen Dank, 10 Parale,

für die begeisterte Anteilnahme. Geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt man so schön; darum ist es ein Geschenk, wenn man Gleichgesinnte findet, die sich an denselben Dingen erfreuen können.

Dir auch viel Glück beim Weiter-Suchen und -Sammeln !

Heinz
 
10Parale Am: 28.11.2014 21:13:54 Gelesen: 255887# 269 @  
@ zonen-andy [#267]

wow, die Stempel sind das i-Tüpfelchen der Marken - wie ich finde.

Die folgende Marke sollte ich eigentlich unter dem Titel "Weltrekorde der Philatelie" einstellen. Während der Michel Katalog sich mit 2 Farbunterscheidungen "ziegelrot" und "karminrosa" begnügt, habe ich für die Michel Nr. 20 in einem rumänischen Katalog sage und schreibe
27 Farbunterscheidungen wahrgenommen.

1. roz - rosa (10 Farbunterscheidungen innerhalb rosa)
2. rosu-roz - rosa-rot ( 2 Farbunterscheidungen innerhalb rosa-rot)
3. rosu - rot (12 Farbunterscheidungen zzgl 1 Papierunterscheidung)
4. cinabru - zinnober (3 Farbunterscheidungen zzgl. 1 Papierunterscheidung)

Was mich mehr interessiert, ist das Zeichen bei der linken oberen Marke rückseitig = vielleicht hat dies jemand schon mal gesehen und kann Auskunft darüber geben?

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 29.11.2014 18:13:51 Gelesen: 255834# 270 @  
@ 10Parale [#269]

Hallo 10Parale,

was für eine schöne Farbenvielfalt der 18 Bani Marken. Bei meiner rechten Marke sieht mir die Kopfzeichnung etwas anders aus z.B. Ohr und Haare.



Viele Grüße

Andreas
 
Pepe Am: 03.12.2014 17:43:45 Gelesen: 255671# 271 @  
1891 Mai 10./24.

Michel 90-94, Satz zum 25. Regierungsjubiläum von König Karl I.

Nur 63.000 Sätze soll es geben. Es wird auf Fälschungen zum Schaden der Post und zum Schaden der Sammler hingewiesen. Das kann ja wieder heiter werden.



Mi 90, lilarot, gz: 11½ : 13¼; Mi 91, violett, gz: 13¼; Mi 92, grün, gz: 13¼



Mi 93, ziegelrot, gz: 13¼; Mi 94, olivbraun, gz: 13¼

Die Ausgabe war nur drei Tage lang gültig. Die 15 Bani müsste erst Tag gestempelt sein.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 03.12.2014 22:03:49 Gelesen: 255634# 272 @  
@ Pepe [#271]

In einem rumänischen Briefmarkenkatalog habe ich für diese Jubiläumsausgabe eine Auflage von 63.960 Stück gefunden.

Kiriac Dragomir nennt (siehe unten) ganz andere Zahlen, die erheblich davon abweichen: 1 1/2 Bani 120860; 3 Bani 128860; 5 Bani 63.960 - da taucht die Zahl wieder auf; 10 Bani 63700; 15 Bani 129480; macht zusammen = 506.860 für mich auch ein Rätsel.

Tatsächlich gültig waren die Marken am 10., 11., und 12. Mai 1891, so dass die 15 Bani Marke, die zu zeigst erst Tag gestempelt ist.

Dragomir Kiriac spricht in seinem Werk "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" davon, dass es sich bei dieser Ausgabe um die erste weltbekannte Jubiläumsausgabe von Briefmarken handelte. (Es gibt auch 2 Ganzsachen mit Aufdruck der Jubiläumsmarken).

Hier ein ungebrauchter Satz.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.12.2014 22:32:21 Gelesen: 255630# 273 @  
@ Pepe [#271]

Hallo Pepe,

schön, dass Du da weitermachst. Die 13. Ausgabe von Rumänien war wirklich speziell, sie war nur drei Tage lang gültig, wurde aber massenhaft eingesetzt. Die Michel-Datenangabe ist etwas irreführend: 10./22. Mai war Ersttag (julianisch/gregorianisch), 12./24. Mai war Letzttag der Gültigkeit. (In Rumänien galt weitherum noch bis 1919 der julianische Kalender, aber die Post verwendete ab 1.1.1865 den gregorianischen Kalender, der im 19. Jahrhundert eine Differenz von 12 Tagen hatte. Vgl. die Forumsbeiträge zu unterschiedlichen Kalendern!) Das Datum 10. Mai sollte also nicht vorkommen und ist wohl eine Fälschung.



Anbei siehst Du einen Brief von Bukarest nach Dresden: eingeschrieben. Die 50 Bani sind mit einem kompletten Satz der Regierungsjubiläums-Marke verklebt worden.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.12.2014 21:01:30 Gelesen: 255463# 274 @  
@ 10Parale [#269]

Hallo 10 Parale,

ich habe das Zeichen, glaube ich, auch schon gesehen, kann es aber nicht zuordnen. Vermutlich ist es irgend ein (unbekanntes?) Besitzerzeichen.

Ja, die 18 Bani-Marke ist sehr vielseitig/vielfarbig. Ich habe auch einige klar unterscheidbare Varianten, scheitere aber "grandios" beim Versuch, die 27 Varianten (!) auseinanderzuhalten. Ich finde, da wird "des Guten zuviel" unterschieden. Naja, das mag jeder so sehen, wie er will.

Heinz
 
10Parale Am: 05.12.2014 22:01:22 Gelesen: 255457# 275 @  
@ Heinz 7 [#274]

Danke für die Info, Heinz. Ich bin völlig Deiner Meinung. Langsam erreichen wir auch mit Hilfe von Pepe Gefilde, in denen es sehr schwierig wird.

Ich mache mal einen Sprung ganz nach vorne, an das Ende der postklassischen Zeit in Rumänien. Manche hören hier auf zu sammeln. Auch mit dem gregorianisschen und julianischen Kalender bin ich noch lernfähig. Abgebildet noch eine Jubiläumsmarke mit einem gregorianischen 22. Mai.

Ich zeige eine Mischfrankatur, 1908 gelaufen, 10 Bani Gesamtfrankatur, von Bukarest an den Briefmarkensammlerverein in Amberg / Bayern / Oberpfalz. Es handelt sich um Briefmarkenausgaben, die in Rumänien als "Spic de Grau" bekannt sind - zu deutsch würde ich sagen "Ährenausgabe", weil die Briefmarken eine Umrahmung haben, in der links und rechts je eine Weizenähre abgebildet ist.

Die Ausgabe startet 1893 und wurde mit verschiedenen Serien bis 1906 fortgeführt. Der hier abgebildete Mischfrankatur wurde frankiert mit der Michel Nr. 129, 1 Bani grau/schwarz (lt. Michel 1903) und 3 Marken der Michel Nr. 131, 3 Bani rotbraun (1900).

Ich habe auch die Rückseite abgescannt, da ich aber dieser Art Sütterlin Schrift nicht mächtig bin, bleibt der Text im Dunkeln.

Übrigens noch schöner Ankunftsstempel von Amberg vom 16. Oktober 1908 und eine 13. im Kreis - vielleicht kann hier bayern klassisch helfen.

Für mich eine besondere Marke, da mein Vater aus Amberg stammte.

Liebe Grüße

10Parale




 
Heinz 7 Am: 07.12.2014 11:31:24 Gelesen: 255344# 276 @  
@ 10Parale [#275]

Hallo mein Freund,

es ist in der Tat so, dass uns die 14. Ausgabe von Rumänien, die sog. "Ährenausgabe" echt stressen kann, weil sie ist so vielseitig und (auch) kompliziert mit ihren Möglichkeiten/Varianten. Wir können uns aber auch einfach darüber freuen! Ich schrieb bereits, dass der erste Leiter der ARGE Rumänien, Horst Scherrer, eine phantastische Sammlung der Ährenausgabe aufbaute und das auch perfekt zur Schau stellen konnte. Er hat mit seiner Ausstellungssammlung dann auch prompt höchste Preise gewinnen können. Viele dieser Marken sind zwar geringwertig (rein vom Katalog betrachtet), aber als seltenen Kombination, vielleicht mit einer seltenen Zähnung, oder aus einem anderen Grund trotzdem besonders sammelwürdig. Solche Ausgaben eignen sich sehr auch für Sammler, die sich die klassischen Grossraritäten finanziell nicht leisten können.

Es ist schön, wenn anstatt einer 10 Bani-Marke eine Kombination von 3- und 1-Ban(i) verwendet wird. Da diese Marken aber aus derselben Ausgabe stammen, sprechen wir hier von einer "Buntfrankatur", nicht von einer "Mischfrankatur". Die zweite Bezeichnung verwenden wir für Frankaturen, bei denen verschiedene AUSGABEN (also z.B. 12.+14. Ausgabe) kombiniert wurde.

Anbei zeige ich auch eine tolle Kombination von tiefen Ährenausgabe-Werten:



Ein Streifband 1 Bani braun (Michel Nr. S 4) von 1894/96 wurde verwendet für eine Auslandssendung in die Schweiz. Weil dazu die Frankatur natürlich nicht ausreichte, wurden zwei Marken hinzugeklebt (Mi 99 + Mi. 101) und in Jassy abgestempelt 30 JUL 97. Die Jahreszahl ist nicht klar lesbar, aber hinten auf dem Streifband ist (zur Freude des Sammlers) ein sehr klarer Stempel "SCHAFFHAUSEN 3.VIII.97", was nicht nur die korrekte Verwendung zeigt, sondern uns auch lehrt, wie rasch die Post befördert wurde.



Auf den zwei Marken kleben noch Überreste der Drucksache, die damals spediert wurde. Zum Glück wurde die Frankatur so sorgfältig abgelöst!

Dass ein solches Stück in dieser nahezu perfekten Erhaltung nun 117 Jahre überdauert hat, grenzt an ein Wunder und zeigt, dass immer schon Briefmarken-Liebhaber solche Schönheiten sorgfältig gehütet haben. Das wird auch die nächsten 117 Jahre so sein!

Bei diesem Stück sprechen wir "technisch" nun von einer "Ganzsache mit Zusatzfrankatur" (oder: "Ganzsache mit Zusatz-Buntfrankatur").

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 12.12.2014 20:49:18 Gelesen: 255075# 277 @  
@ Heinz 7 [#276]

"Wir können uns aber auch einfach darüber freuen!"

Wow, ein Streifband S4 mit Zusatzfrankatur in die Schweiz, was für ein Hammer - ich freue mich für Dich.

Ich meinerseits freue mich über diese unscheinbare Postkarte vom 09. März 1900, abgeschlagen in Bukarest, gut erkennbarer Ankunftsstempel von Villefranche (Frankreich).

Sei es nun die 10 Bani Marke Michel Nr. 114, 120 oder 133a bleibe dahingestellt - man müsste diese Marke wohl ablösen, um das zu erforschen. Mir gefällt auch das Bild auf der Rückseite; die Nationalbank von Bukarest. Dazu ein Text in Französisch, den ich hier mal ins Deutsche übersetze:

"Das Klima in unserem Land ist extrem. Im Sommer steigt das Thermometer bis zu 34 Grad Celsius, während es im Winter manchmal bis unter 26 Grad Celsius unter Null sinkt. Was für ein Übergang ..."

Mittlerweile steigt die Temperatur in Bukarest im Sommer auch mal über 40 Grad Celsius, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Eine Postkarte für die Weltklimakonferenz 2015 in Paris.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 13.12.2014 10:46:00 Gelesen: 255029# 278 @  
@ 10Parale [#277]

Köstlich, diese Ansichtskarte! Der Text musste damals ja auf der Vorderseite angebracht werden, die Rückseite war nur für die Adresse bestimmt.

Apropos Weltklima-Konferenz: Früher wurde es in Rumänien ja öfter lange Zeit sehr kalt. Das lernen wir u.a. daraus, dass die Donau nicht mehr schiffbar war, wegen Eisbildung! So haben manche Briefe einen langen Umweg nehmen müssen, weil die Donau kein grosses Gefälle hat und deswegen langsam fliesst und sich bei längerer Kälte tatsächlich mächtige Eisbarrieren bilden konnten!

Vielleicht weiss da ein Meteorologe, wann dies das letzte Mal war, dass die Donau so richtig zugefroren war?

Post- und Ansichtskarten finde ich auch faszinierend. Ich finde es toll, wie Du, 10 Parale, immer wieder verschiedene Aspekte der Rumänien-Philatelie ins Spiel bringst. Ich sehe das nämlich genauso; alle Facetten der Rumänien-Philatelie sind interessant !



Am 24. März 1898 wurde diese hübsche Ansichtskarte von Bukarest nach Wien geschickt. Ohne besonders interessanten Zusatztext, aber diese Art von Ansichtskarten ("Gruss aus..."-Lithokarten) waren um die Jahrhundertwende in ganz Europa sehr beliebt.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 15.12.2014 20:12:43 Gelesen: 254888# 279 @  
@ Heinz 7 [#278]

Ich finde es toll, wie Du, 10 Parale, immer wieder verschiedene Aspekte der Rumänien-Philatelie ins Spiel bringst.

Danke für die Lorbeeren. Ich versuche aus jedem Beleg etwas herauszuholen. Da bin ich ganz und gar Autodidakt. Vielleicht fehlt mir auch irgendwie die Studienatmosphäre meiner längst vergangenen Schulzeit. Die Philatelie lässt mich wieder zu dem Schüler werden, der ich einmal war.

Dazu ein großer Satz ins Jahr 1928. Wer an die Schweiz denkt, denkt sofort an Wilhelm Tell und damit verbinden sich Figuren wie Friedrich Schiller, der Landvogt Gessler, Tell´s Sohn Walter und Orte wie der Vierwaldstätter See und Ereignisse wie der Rütli-Schwur.

Daran musste ich denken, als ich diesen Briefumschlag in meiner Sammlung entdeckte, allein aufgrund des Absenders, La Wilhelm Tell in Bucuresci. Tatsächlich gab es ein Haus mit solch einem Namen und da soll es ebenfalls schöne Lithokarten geben. Würde mich freuen, so etwas mal zu finden.

Im WorldWideWeb kann man über solche Themen unendlich forschen.

Ach ja, diesmal kann ich die Marke genau bestimmen. Es ist der Wert zu 10 Lei,Michel Nr. 328, König Michael aus dem Jahr 1928 im größeren Format. Es gibt von dieser Ausgabe noch einen Satz mit einem kleineren Format aus dem Jahr 1930 und noch ein Satz mit Wasserzeichen 4.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.12.2014 20:09:51 Gelesen: 254797# 280 @  
Hallo,

zur Ergänzung hier noch ein mit 20 Lei (2 x 10 Lei Michel Nr. 328 im waagrechten Paar) freigemachter Einschreibebrief von Sibiu nach Berlin-Grünau. Rückseitig schöner Ankunftsstempel von Berlin Grünau vom 29.10.29 und ein Bahnpoststempel Breslau-Oderberg.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.12.2014 20:51:49 Gelesen: 254199# 281 @  
@ 10Parale [#279]

Hallo,

dieser Wilhelm Tell-Beleg hat gleich doppelten Bezug zur Schweiz, weil er ja in die Schweiz gesandt wurde. Interessant!

Heute zeige ich eine britische Marke mit dem Bild von King Edward VII. Was hat das mit Rumänien zu tun?



Nach den Marken des Heimatlandes folgen im Michel die Gebiete, in denen britische Marken auch verwendet wurden. Unter dem Kapitel "Britische Post in der Türkei" sind gemäss Michel West 2000/2001 (A-K), Seite 1286+1287 immerhin 61 Marken gelistet von 1885-1921. Die Freimarken-Ausgabe Grossbritannien Nr. 107 wurde mit geändertem Wertaufdruck "1 Piastre" zur Marke "Britische Post in der Türkei No. 23".

Eine solche Briefmarke kam nun zur Verwendung und wurde abgestempelt am 2. OCT 1906 an Bord eines Transportmittels (Bahn/Schiff). Es muss die Linie "CONSPOLI - CONSTANZA - BUCURESCI" sein, denn die anderen Stempel der Gruppe SMR sehen anders aus. Dragmoir behandelt diese Stempel in Kapitel "10.1.1. Posta din trenurile accelerate românesti" ("Die Stempel der Post in rumänischen Eilzügen") auf Seite 255. SMR2a, leider ohne Abbildung (das ist eine Ausnahme).

Auf einer Abbildung - leider ohne Quellenangabe - fand ich folgenden philatelistischen Hinweis zu dieser Marke:



Der Autor spricht hier von Schiffsstempel, aber Dragomir teilt die SMR-Stempel ausdrücklich auf (Bahn/Schiff) und ich weiss jetzt nicht mit Sicherheit, ob es tatsächlich ein Bahnstempel war. Ich folge aber der Katalogisierung von Dragomir und stelle das unter "Bahnstempel" ein, nicht "Schiffstempel".

Auch eine unscheinbare, fast wertlose Marke (Katalog Michel: -.30) kann einem Sammlerherzen Freude bereiten. Der wunderbare, zentrische Vollstempel ist dafür verantwortlich. Ich habe solch eine Verwendung "Britische Post in der Türkei nach Rumänien" bisher noch nie real gesehen. Darum ist Stempelkunde für Philatelisten wertvoll.

Heinz
 
10Parale Am: 09.01.2015 20:12:59 Gelesen: 253783# 282 @  
@ Heinz 7 [#281]

Wow, ein hoch interessanter Stempel aus längst vergangenen Tagen. Ich denke es ist der Stempel SMA1 (2-Kreis-Stempel mit Ornament Blume anstatt Posthorn), der auf meiner Abbildung oben links abgebildet sein müsste, mit einer leichten Rotation - Dragomir Kiriac Seite 256.

Es gab wohl Stempel für die innerrumänische Linie Bukarest - Constanta (ca. 300 km Entfernung - heute verläuft dort für den Individualverkehr eine mautpflichtige Autobahn) und Stempel für die internationale Linie von Paris nach (Konstantinopel) über Bukarest und Constanzs.

Hier setzt nun meine Frage an: Was bedeutet Conspoli oder Cospoli = ist das eine Abkürzung für Polis (Poli) Constantinopel (Cons oder cos.) ?

Vielleicht weisst Du mehr darüber oder ein anderer Leser.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 10.01.2015 01:05:19 Gelesen: 253764# 283 @  
@ 10Parale [#5]

Hallo 10 Parale,

Du bezeichnest ja die Michel Nr. 10 als Deine Lieblingsmarke und zeigst uns in der Rubrik "echt oder falsch" gleich einen 40er-Bogen des Plattendruckes - Michel Nr. 10 II (1864).

Zur Ergänzung anbei ein Bogen der Nr. 10 I, als Hand-Einzeldruck (1862).

Man sieht im Vergleich sehr schön, wie der Drucker beim Handeinzeldruck unregelmässige Abdrucke produzierte (z.B. Marke 28+29 sind eng beieinander gedruckt), wogegen beim späteren Plattendruck alle 40 Marken in einem Arbeitsgang gedruckt werden konnten. Das war nicht nur sehr viel schneller erledigt (Zeitersparnis!), auch Platz bzw. Papier liess sich damit einsparen! Die Handeinzeldruck-Bogen enthielten nur 32 Marken, die Plattendruck-Bogen aber 40.



Dass mein Bogen etwas gräulich aussieht liegt daran, weil das sehr dünne Papier ist flächendeckend auf einen gräulichen Karton geklebt. Das ist vielleicht für eine ungebrauchte Marke/Bogen keine "Wunschvorstellung", aber ich will mich nicht beklagen. So hat der sehr sensible Bogen die letzten 150 Jahre doch gut überstanden und das seltene Stück ist gesamthaft in guter Erhaltung.

Für alle "Kehrdruck-Liebhaber": vergleicht bitte den Plattendruck-Bogen mit dem Handeinzeldruckbogen: dort haben wir die berühmten 90 Grad-tête bêche-Markenpaare und nur EINEN 180 Grad Kehrdruck; hier hingegen haben wir 8 x 180-Grad Kehrdruck-Paare.

Schönes Wochenende! Heinz
 
zonen-andy Am: 13.01.2015 13:32:15 Gelesen: 253601# 284 @  
Hallo,

ich habe mal 3 Marken aus der Ausgabe 1900/1911 Mi.Nrn.127-144 eingescannt die größere weiße Flecken oder Striche aufweisen. In meinem Michel-Südosteuropa Katalog 2011 sind keine Plattenfehler angegeben oder sind solche Druckabweichungen fast normal?




Grüße Andreas
 
10Parale Am: 16.01.2015 21:05:53 Gelesen: 253448# 285 @  
@ zonen-andy [#284]

So lange keine Antwort auf Deine Frage und auch weiterhin keine Antwort. Ich habe mal nachgelesen und lediglich einen einzigen Hinweis gefunden, dass es bei der 10 Bani Marke aus dem Jahr 1900 (Michel Nr. 120 - Grosse Wappeneinpressung auf über 25 Marken) häufig zu Plattenfehlern gekommen ist. Ich werde versuchen, hierüber mehr in Erfahrung zu bringen und bitte um Geduld. Vielleicht kann Heinz etwas mehr darüber sagen.

Auf der Rückseite mancher Briefmarken sieht es ja auch manchmal aus wie bei meinem Spickzettel während der Schulzeit. So auch in dem Beispiel, dass ich hier vorstellen will.

Lt. dem Vorbesitzer dieser Marke handelt es sich um die Michel Nr. 123, 15 Bani schwarz aus dem Jahr 1900 mit der grossen Wappeneinpressung als Wasserzeichen, gezähnt 11 1/2.

Ich habe tagelang versucht die auffällig diagonal liegenden gelochten Initialen (Perfins) zu lesen und Gott sei Dank lief heute abend gerade das Fernsehen und meine aus Rumänien stammende Ehefrau war auch da. Ich grellen Licht des LED-Bildschirm fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Lochstanzungen ergeben das Wort "ADEVARUL".

Doch was ist "ADEVARUL"? Es ist ein rumänisches Wort und bedeutet "DIE WAHRHEIT". Aber was soll "DIE WAHRHEIT" als Perfin? Flink meine Frau gefragt und die wusste sofort, dass es seit dem Jahr 1888 in Rumänien eine Zeitung mit solchem Namen gibt. Diese Zeitung kritisierte in ihren Anfangsjahren König Karl I. so heftig, dass sie zeitweise eingestellt werden musste. Die Zeitung ist heute im Besitz eines Ölmagnaten und dem Gründer der Liberaldemokratischen Partei in Rumäniens.

Könnte also sein, dass diese Sicherheitsmaßnahme durchaus dieser Zeitung zuzuschreiben ist, ich gehe mal sehr davon aus.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 17.01.2015 15:33:50 Gelesen: 253400# 286 @  
@ zonen-andy [#284]

Dass es auch für mich noch Rätsel gibt bei dem Thema "Rumänien für Sammler" zeige ich an Hand dieser 3 Marken mit einer Art Stempelaufdruck, die ich jedoch von JASSY und BACAU (Städte im Fürstentum Moldau) noch nie gesehen habe.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 17.01.2015 18:20:30 Gelesen: 253378# 287 @  
@ zonen-andy [#284]

Hallo Andy,



Ich zeige Dir anbei eine Seite aus der früheren Spezialsammlung von einem grossen Spezialisten für Rumänien-Briefmarken. Er hat (u.a.) die "Ährenausgabe" (die 14. Ausgabe "Spic de griu" 1893 ff) hochspezialisiert gesammelt und ausgestellt und dafür meines Wissens auch hohe Auszeichnungen erhalten.

Die dritte und vierte Reihe von Marken zeigen alle "Klischeeschäden und Druckfehler", wie sie für diese Ausgabe tatsächlich recht häufig vorkommen. Im Spezialkatalog CMPR '74 von Dragomir sind auf Seite 150-162 auch einige "Varietati de cliseu" (und ähnliches) aufgelistet.

Deine Fragen möchte ich also wie folgt beantworten:

a) Solche Druckabweichungen sind zahlreich anzutreffen; einzelne davon sind aber sicherlich markant und auch selten.

b) Da sich aber kaum viele Sammler für diese Feinheiten interessieren ist eine Katalogisierung ALLER dieser Druckfehler bisher meines Wissens von KEINEM Katalog konsequent vorgenommen worden.

c) Einzelne dieser vermeintlichen Druckfehler sind aber auch Hinweise oder BEWEISE für (z.T. bekannte) Fälschungen.

Insgesamt also ein schwieriges Thema.

Ich kann mir gut vorstellen, dass in philatelistischen rumänischen Zeitschriften vertiefte Studien zu solchen Druckfehlern zu finden sind. Aber ich kenne mich da, offen gesagt, zu wenig aus, als dass ich Dir genauere Hinweise geben könnte.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
zonen-andy Am: 18.01.2015 11:09:22 Gelesen: 253295# 288 @  
10Parale [#285]
Heinz 7 [#287]

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure hilfreichen Kommentare und Scans. Die meisten Druckabweichungen habe ich auf den Mi.Nrn. 133/134 gefunden, wobei vom Druckbild her vielleicht auch Fälschungen dabei sein können. Anbei noch einen Scan der Mi.Nr.104 mit Fehlern. Linke Marke mit Fehler Bestätigung "roter Fleck" zwischen M und A von Romania siehe unter Bild Druckfehler 1. Marke Spezialsammlung aus Beitrag [#287]. Die linke Marke könnte vom Bogenrand stammen, da ich kein Wasserzeichen sehe.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 22.01.2015 23:08:56 Gelesen: 252990# 289 @  
@ 10Parale [#282]

Hallo 10 Parale,

leider kann ich - trotz intensiver Suche - keine genaue Antwort geben auf Deine Frage.



Conspoli scheint ein Anfangs-Startort (Bahnhof?) gewesen zu sein, aber es scheint mir nicht die türkische/osmanische Schreibweise gewesen zu sein, denn sonst müsste ich den Stempel im Werk "Philatelistischer Atlas des Osmanischen Reiches" von Andreas Birken (1992) doch wohl finden(?). Aber Fehlanzeige! Wie Du ja mit der Abbildung der Seite 256 aus dem Buch von Dragomir schon gezeigt hast, wird der Stempel mehrfach als Anfangs- oder Endstation einer Bahn- oder Schiffslinie genannt. Ob es ein Stadtteil/Bahnhof von Constantionopel war, kann ich nur vermuten, aber nicht sauber nachweisen.

Anbei eine Postkarte, die von Constantinople nach Bukarest geschickt wurde im Jahre 1903. Auf der türkischen 10 Para-Marke sehr schön der Stempel "CONSPOLI-CONSTANTA-BUCURESCI", also der "umgekehrte" Stempel von fig. 1449 (Dragomir, Seite 256). fig. 1450 zeigt dann einen sehr ähnlichen Stempel, aber mit "COSPOLI" (ohne "N")!

Dass beide Schreibweisen zur gleichen Zeit vorkamen, zeigt auch der nächste Beleg von 1896 mit den Stempeln fig. 1454 + fig. 1468.



Auch dieser Brief ist von Constantinople abgegangen. Cospoli/Conspoli muss also (das dürfen wir wohl fast sicher annehmen) ein "Teil" davon sein.

Lass doch bitte die Seiten 253-260 im Buch Dragomir von einer sprachkundigen Person aufmerksam lesen; ich kann das leider nicht (rumänisch). Irgendwo sollte das doch notiert sein, so meine/hoffe ich.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.01.2015 00:02:57 Gelesen: 252980# 290 @  
@ 10Parale [#282]

Hallo - eine wichtige Ergänzung:

zu Cospoli habe ich gefunden:

"Brockhaus → 10. Band: K - Lebensversicherung → Hauptstück: Seite 0587, „Konstantinopel“"

"... und Levantinern Cospoli , von den Slawen Zarigrad (d. i. Kaiserstadt) genannt, Hauptstadt des türk. Reiches, liegt unter 41° nördl. Br. und 28° 59' östl. L. von Greenwich, auf einer Halbinsel, die im S. vom Marmarameer, im O. vom Bosporus"

bzw.

"Meyers → 10. Band: Königshofen - Luzon → Hauptstück: Seite 0028, von „Konstantinehafen“ bis „Konstantinopel“ Öffnen"

"... Konstantinúpolis, levantisch-ital. Cospoli, von den Slawen Zarigrad, "Kaiserstadt", genannt, die Hauptstadt des osmanischen Reichs und Residenz des Sultans, liegt unter 41° nördl. Br. und 28° 58' östl. L. v. Gr. auf der europäischen Küste"

=> Also offenbar ein anderer (levantisch-ital.) Name für Konstantinopel.

Ich denke, wir haben das Rätsel gelöst.

Heinz
 
merkuria Am: 23.01.2015 00:20:25 Gelesen: 252977# 291 @  
@ Heinz 7 [#289]

Hallo Heinz,

ich bin kein Rumänien-Spezialist, habe aber mal nach Cospoli gegoogelt. Bin dabei mehrere Male auf Constantinopel gestossen, meistens auf Abbildungen des Bahnhofes.



Hier eine Karte aus einer Auktion (Los 2429) die folgenden Begleittext hat:
« Salut de Cospoli. Le personnel du service commercial des Chemins de fer orientaux"

Hier den Link zu dieser Seite:

http://postcardcircuit.com/Stamp_Auction_Collectable/greece-picture-postcards?page=37

Das Foto auf dieser Karte wurde jedenfalls vor dem Bahnhof von Constantinopel aufgenommen (siehe andere Karten in dieser Auktion) Ich denke, Du hast das Rätsel richtig gelöst!

Liebe Grüsse
Jacques
 
Heinz 7 Am: 23.01.2015 13:07:44 Gelesen: 252926# 292 @  
@ merkuria [#291]

Danke Jacques!

Ich habe am "falschen Ende" angefangen mit Suchen. Unter "Conspoli" findet man nur sehr schwer etwas (oder fast nichts), aber unter "Cospoli" geht es dann sehr rasch.

Brockhaus bzw. Meyer: => Cospoli = ein anderer (levantisch-ital.) Name für Konstantinopel.

Warum der Stempelmacher dann nicht konsequent "Cospoli" verwendet hat, sondern (auch) "Conspoli", bleibt im Moment als Frage stehen. Vielleicht war es auch ein Versehen? Vielleicht hat er irgendwie "Cospoli" mit "Constantinople" vermengt? Es wäre nicht der einzige Stempelfehler, den wir Philatelisten festgestellt haben.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 08.02.2015 15:10:10 Gelesen: 251913# 293 @  
@ Pepe [#271]

So, ich mach mal weiter. Diesen Beitrag könnte man auch "zugelernt" nennen.

"Es wird auf Fälschungen zum Schaden der Post und zum Schaden der Sammler hingewiesen. Das kann ja wieder heiter werden."

Pepe, das kann nicht nur heiter werden, das wird sehr heiter. Beim Durchstöbern meiner Sammlung bin ich heute mal wieder auf was gestoßen, dass sehr stark nach Fälschung riecht. Man hat es mal gekauft, weil man keine Ahnung hatte. Doch durch Philaseiten bin ich schon erheblich schlauer geworden.

Die 13. Ausgabe (Jubiläumsausgabe), die nur 3 Tage gültig war, wurde den Büchern zu Folge niemals mit dem Stempel des rumänischen Postamtes in Cospoli (Constantinopel - siehe auch Rumänien: Postrouten und Transportwege) SMR18 versehen - vgl. Kiriac Dragomir Stampilografie Postala - Seite 260.

Dieses rumänische Postamt war lt. Kiriac Dragomir zwischen dem 4/16. März umd dem 27.April/9.Mai 1896 (julianischer Kalender), also ca. 55 Tage in Betrieb. Verwendet wurden die Marken "Spic de Griu" mit den Nominalen 5, 10 und 25 Bani - (ein Thema für sich)

Das Datum 12. April ist deshalb falsch, weil lt. Kiriac Dragomir dieser Stempel nur vom 13. April 896 - 2. Mai 1896 vorgekommen ist. Neben dem Aufdruck von 10 PARAS, 20 PARAS und 1 PIASTRE ist auch die arabische Schrift in der oberen Kreishälfte interessant - die in türkischer Sprache lautet: "ROMANYA VAPUIARINA MAKSUSTUR" - was auf deutsch soviel bedeutet wie: "gültig für rumänische Schiffe".

Obwohl ich hier wohl auf die platte Nase gefallen bin, immerhin Material zur Verdichtung des Allgemeinwissens.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.02.2015 21:20:24 Gelesen: 251821# 294 @  
@ 10Parale [#293]

Lieber Freund,

den Stempel findest Du in Beitrag [#289]. Auf der 13. Ausgabe hat aber weder der Aufdruck "1 PIASTER", noch der Stempel etwas zu suchen. Da hast Du recht!

Lehrgeld zahlen wir alle; ich musste auch schon Entdeckungen in meiner Sammlung machen, die mich enttäuschten.

Das ist aber nur Ansporn, es das nächste Mal besser zu machen!

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 26.02.2015 13:11:31 Gelesen: 251070# 295 @  
Hallo,

im Jahr 1932 brachte Rumänien seine erste Blockausgabe heraus. Anlass war die Briefmarkenausstellung EFIRO in Bukarest, die vom 23. - 30. November 1932 ihre Pforten öffnete. Karl II. (Carol) war nicht nur König, sondern auch ein großer Philatelist, dessen Sammlung zu jener Zeit auf Platz 3 einer Art Weltrangliste der Sammler stand. Heinrich Birnbach (Deutschland) und Emilio Diena (Italien) waren u.a. mit Ausstellungsstücken in der Rumanian Academy Foundation in der Dalles Hall in Bukarest 1932 dabei. Der 100 x 125 mm große Block mit der Nominale 6+5 LEI zeigt König Karl II. in seiner Uniform als General.

Die Auflage war 50.000 Stück. Heutzutage kann man einen postfrischen Block (übrigens ohne Wasserzeichen) schon in manchen Auktionskatalogen im Angebot sehen.

Das FDC Datum soll der 21. November 1932 sein. Vielleicht hat jemand solch einen Block und kann ihn hier mal präsentieren. Ich zeige einen postfrischen Block und einen gestempelten Block mit einem Ausstellungsstempel vom 5. Dezember 1932.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.02.2015 00:03:58 Gelesen: 251018# 296 @  
@ 10Parale [#295]

Hallo guten Abend,

die EFIRO muss eine sehr hochkarätige Ausstellung gewesen sein, wenn man sieht, welche wichtigen Sammler dabei ausstellten! Natürlich ist es der Philatelie eines Landes förderlich, wenn sogar der König/die Königin ein eifriger Sammler ist. Bei mindestens drei grossen Sammlern ist das bekannt (plus bei einem Maharadja!): dem König von England, dem König von Rumänien und dem König von Ägypten; King Farouk!

Interessant für uns ist, dass King Farouk einige (wenige) hochklassige Rumänien-Seltenheiten hatte. Eine erzielte an der Auktion 1954 in Kairo(!) einen sehr hohen Preis. Weisst Du von welchem Stück ich spreche? Es ist der später nach dem König benannten "Farouk-Brief"



Ein Bild sagt mehr als viele Worte. Das ist natürlich eines DER HAMMERSTÜCKE der Rumänien-Philatelie. Manche sagen: "das zweitbeste Stück von Rumänien".

Ausnahmsweise kann ich das gezeigte Bild nicht aus den eigenen Beständen "rekrutieren", bedauerlicherweise. Das Foto ist dem Buch zur Ausstellung der ANPHILEX 1996 entnommen, als der Collectors Club New York sein 100-Jahr-Bestehen feierte. Unter anderem wurden die 20 "Aristocrats" der Philatelie-Welt vorgestellt (EINSCHLIESSLICH einem Rumänien - Stück! Aber NICHT der Farouk Brief, sondern dem vielleicht "besten Stück von Rumänien"). Das Buch ist ein "who is who" der Weltraritäten.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 27.02.2015 22:03:48 Gelesen: 250967# 297 @  
@ Heinz 7 [#296]

Wow - "Farouk-Brief" - was für eine wunderschöne Seltenheit. Ein Paar und ein Einzelstück der 108 Parale (Rumänien Michel Nr. 4) in bester Erhaltung. Drei Abstempelungen M1 Galatz Moldova fig. 277 Stampilografie Postala von Kiriac Dragomir.

Der Stempel "RECEPISSE" der Moldau für eingeschriebene Briefe gab es in 2 Varianten, auf dem Farouk Brief ist es der Stempel C1 fig. 1471 aus dem selbigen Buch. Es wäre bestimmt noch interessant die Frankatur von insgesamt 324 Parale zu erklären.

König Karl II von Rumänien war im Besitz eines Kehrdruckpaares der 27 Parale (Michel Nr. 1), welches aber seit 1950 "leider" verschwunden ist. Die 27 Parale Marke wurde in Bögen zu 32 Marken hergestellt, jeweil 4 Reihen zu 8 Marken, wobei Reihe 2 und 3 sich direkt im Winkel von 180 Grad gegenüberstanden. Das Kehrdruckpaar der 27 Parale war das einzig bekannte auf der Welt. Die größte Rarität der Rumänien-Philatelie?

Anbei eine Rekonstruktion, wie die Rarität aussehen könnte.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 01.03.2015 14:25:13 Gelesen: 250858# 298 @  
Heute ist der 1. März und in Rumänien ist es seit langem eine Art "vorchristlicher, archaischer" Brauch, dass die Männer den Frauen und die jungen Burschen den Mädchen eine kleine Brosche schenken mit verschiedenen Symbolen, das die Frauen (Mädchen) sich dann an einer rot-weissen Schnur als Brosche an die Brust stecken. Es ist ein Symbol für den Frühling und die Liebe. Um so mehr Broschen die Mädchen um den Hals hängen haben, desto mehr Verehrer haben sie.

1. März = Marcisor

Hier die beiden Kleinbögen KB 5709 und KB 5710 aus dem Jahr 2003 anläßich dieses Festtages. Michel schreibt "Grußmarken zum Valentinstag", was meines Erachtens so eigentlich nicht stehen gelassen werden kann. Maikäfer und Schornsteinfeger sind jedoch auch Glückssymbole, die am 14. Februar europa- bzw. weltweit zum Tragen kommen.

Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 01.03.2015 22:21:18 Gelesen: 250838# 299 @  
@ 10Parale [#297]

Lieber 10 Parale,

Du hast natürlich vollkommen recht, dass Du den legendären, einmaligen Kehrdruck der 27 Parale hier auflistet. Das ist eine absolute Weltrarität, die natürlich bei den zwei Auktionen, die sie erlebte, auch Spitzenresultate erzielte.

Du brauchst die Rarität nicht zu rekonstruieren; ich habe drei Fotos von ihr



Ferrary-Auktion, Oktober 1921
Arthur Hind-Auktion, Januar 1935

Der Kehrdruck erreichte 1921 46'000 Französische Francs, das ist umgerechnet auf heute, wertbereinigt knapp über CHF 300'000. Das war das 27. beste Ergebnis aller Ferrary-Lose! 1935 erreichte das Paar stolze GB£ 1'000; welchem Wert das heute gleichzusetzen ist, kann ich nicht ohne Weiteres sagen, aber es war ein Spitzenergebnis für Briefmarken weltweit.

Leider ist das Foto nicht scharf, aber es ist sogar ein Farbfoto, darum zeige ich es gerne. Es wurde publiziert in der legendären LIFE-Ausgabe vom Mai 1954, als die wertvollsten Briefmarken vorgestellt wurden. Mister Harmer hat es damals (1954) bewertet mit US$ 7'000; also nicht ganz so hoch wie auch schon.

Das Stück ist leider seit fast 65 Jahren verschollen. Es ist natürlich der Wunsch jedes Rumänien-Sammers, dass er es einmal wieder sehen kann. Auch ich träume davon.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.03.2015 23:17:08 Gelesen: 250833# 300 @  
@ Heinz 7 [#299]

Aus lauter Begeisterung für diese Weltrarität noch das Foto aus dem Auktionskatalog von H.R. Harmer London (Arthur Hind-Auktion).



Auch dieses Foto zeigt rechts unten den zweiten, schwachen Stempel-Abschlag von GALATZ. Die Stempelfarbe ist in Beitrag 299 schön ersichtlich. Alle, die sich wundern, wie der Kehrdruck zustande kam, sollen Beitrag 287 betrachten (die dritte Ausgabe Handdruck wurde gleich gedruckt wie die erste; wir haben also ein vertikales Paar (Position 9+17 des Bogens, oder 10+18, 11+19, ... 16+24)).

Ein schöner Beitrag für unser kleines Jubiläum: "300 x Rumänien für Sammler"

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.03.2015 21:42:30 Gelesen: 250513# 301 @  
Guten Abend,

als Nummer 301 unseres Rumänien-Themas habe ich mir eine bunte Ansichtskarte ausgesucht:



Ich finde solche Darstellungen sehr pittoresk und sie gefallen mir gut. Man kann sich richtig gut die Stimmung vorstellen.

Heinz
 
10Parale Am: 18.03.2015 20:11:39 Gelesen: 250010# 302 @  
@ Heinz 7 [#301]

"Beschreibung auf der Rückseite" - würde mich auch mal interessieren. Die Ansichtskarte ist wirklich sehr bunt und pittoresk. Mir ist sofort eingefallen, das auch heutzutage der(die) Briefzusteller(in) den Leuten noch die Rente bar nach Hause bringt. Unvorstellbar bei uns.

Heute zeige ich wieder mal ein besonderes Exemplar der Michel Nr. 10. Diese 30 Parale Marke (Handeinzeldruck schätze ich) wurde mit einem Agraffenstempel A62 in roter Farbe von BRAILA abgeschlagen. Auf Grund des Stempeldatums, 29. Februar, ist sogar eine genaue Jahreszuordnung möglich, weil ja nur alle 4 Jahre ein Schaltjahr ist. So kann ich ziemlich genau sagen, dass die Marke am Montag, den 29. Februar 1864 abgeschlagen wurde, ein Schaltjahr.

Liebe Grüße

10Parale

Anmerkung: Da Heinz7 in dem Thread über die unterschiedlichen Kalender (#7) uns mitteilte, dass die rumänische Post ab 1865 auf den gregorianischen Kalender umgestellt hat, wird meine Theorie nun äusserst fragwürdeig. Kann dies nun eine Spätverwendung des Stempel im Jahr 1868 gewesen sein (Schaltjahr), oder ist der Stempel etwa gefälscht? Und aus welchem Grund?


 
Heinz 7 Am: 19.03.2015 15:29:41 Gelesen: 249950# 303 @  
@ 10Parale [#302]

Hallo 10 Parale,

der Stempel von Braila mit der Agraffe in roter Farbe ist recht selten! Ich habe diesen Stempel auch, und Herr Fritz Heimbüchler hat ihn mit "RR" signiert (roter Stempel). Oben ist er knapp geschnitten, aber gemäss Fotoattest Heimbüchler "vollrandig" (= "Die Marke ist voll- bis breitrandig geschnitten, sehr farbfrisch, der Stempel klar auf den Brief übergehend").



Der Brief ist gestempelt 28.3.1863 und hat einen Ankunftsstempel "BUCURESCI 30/3". Auch der "FRANCO." C9P.-Stempel (Dragomir fig. 1613, 1614, 1624) (typisch für Braila) ist wunderschön.

Es ist dies eine meiner Ersterwerbungen für mein Gebiet Rumänien. Auch das Attest ist alt, Fritz Heimbüchler war bei seiner Studie noch ein junger Prüfer; es ist das Attest Nr. 100 vom 2.6.1980. Gekauft habe ich diesen Brief 1995. Seit 20 Jahren bereitet er mir Freude.

Zu Deinem Stück: Ich sehe nicht, warum das Datum 29.2.1864 nicht möglich sein sollte. Sehe ich das Problem nicht?

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 20.03.2015 21:10:10 Gelesen: 249891# 304 @  
Wir haben noch nicht sehr viele Briefe der Ährenausgaben gezeigt; der 14. Briefmarkenausgabe Rumäniens. Ich will da in den kommenden Wochen etwas "nachlegen".

Viele der Briefmarken haben nur wenig Katalogwert, trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass wir immer saubere Belege von allen Werten finden.



Dieser Brief ging am 4. Juni 1894 von Bukarest nach Mainz (Ankunft 6.6.)

Ich hoffe, der Brief gefällt Euch. Er ist mit 1 Ban überfrankiert, aber das ist kein Unglück. Er stammt aus der Goldmedaillen-Sammlung von Horst Scherrer.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.03.2015 11:20:17 Gelesen: 249654# 305 @  
@ Heinz 7 [#304]

Ich vertiefe mich zur Zeit in meinen Spezialteil "Rumänien, 14. Ausgabe, Ährenausgabe".

Nun sehe ich "vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr".

Was meint Ihr, steht da handschriftlich auf den Marken?



Ich meine, es sind zwei Paare der Michel Nr. 134 "anilinrosa", in der Zähnung "B". Den handschriftlichen Zusatz kann ich aber nicht entziffern/zuordnen. Ich wäre froh um einen Hinweis.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 26.03.2015 12:34:38 Gelesen: 249646# 306 @  
@ Heinz 7 [#305]

Könnte das Verb "retribui" = "bezahlen, belohnen" bedeuten - also ein handschritlicher Vermerk "bezahlt".

Wie heisst es beim Lotto: Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Liebe Grüsse

10Parale
 
Heinz 7 Am: 27.03.2015 18:25:43 Gelesen: 249610# 307 @  
@ 10Parale [#306]

Lieber 10 Parale,

mir scheint es, Du hast recht! Unter "retributie" finde ich die Übersetzung "Entgelt".

Das führt uns aber zur Frage: Was bedeutet das? Eine Briefmarke war die die Quittung für die Vorauszahlung für eine Dienstleistung.

Denkbar ist, dass der Absender "darüber hinaus" noch ein Entgelt ("Trinkgeld") bezahlen wollte und die Postsache also absichtlich zu hoch frankierte (z.B. 20 statt 10 Bani). Der gewissenhafte Postbeamte hat dies bemerkt; vielleicht wollte er das einfach so klarstellen, mit seiner Notiz, oder aber er wollte nicht, dass der Empfänger die ungebrauchte Marke für eine neue Postsendung verwendete.

Interessant ist diese Notiz allemal! (finde ich)

Heinz
 
10Parale Am: 27.03.2015 21:45:01 Gelesen: 249593# 308 @  
@ Heinz 7 [#307]

Diese Erklärung halte ich für sehr einleuchtend, "Trinkgeld" klingt in diesem Zusammenhang plausibel, zumal man wohl kaum eine zweite Marke derselben Nominale verklebt, nur um sicher zu gehen, dass der Brief ausreichend frankiert ist. Dann wählt man lieber gleich eine höhere Nominale.

Postgeschichtlich sicher auch deshalb interessant, weil sich seit langer Zeit kein Organ der Post mehr die Mühe macht, eine Überfrankierung zu dokumentieren. Das passt nicht in das Schema "Bezahlung nach Zeit" - doch das ist ein anderes Thema.

Mit der Ährenausgabe tue ich mich ziemlich schwer. Dein Brief aus #304 gefällt mir nicht nur wegen der eindeutig raren Frankatur, sondern gerade wegen der wunderschönen Schrift. Da war in gewisser Weise ein Künstler am Werk, man betrachte nur die Schwingungen in den Anfangsbuchstaben z.B.
beim G von Germania oder den letzten Buchstaben f von Zentralbahnhof: einfach genial - wer war der Absender?

Ich mache mal einen gefürchteten Sprung zu Michel Nr. 222 (Freimarken König Karl I. im gekrönten Oval)aus dem Jahr 1909/14. Die vier hier vorgestellten Marken mögen diesen Wert verdeutlichen. Während die rechte Marke mit Originalgummi ist und bei Michel online (MOK) mit 2,-- Euro bewertet wird, ist die Marke links daneben ungezähnt.

Im Michel Katalog ist diese Marke nicht erwähnt bzw. katalogisiert. Ein rumänischer Katalog aus dem Jahr 2006 bewertet die Marke mit 150,-- Euro. Der CMPR erwähnt die geschnittene Marke als "eseuri", was soviel bedeutet wie ein "Essay zu Versuchszwecken". Wer weiss mehr darüber?

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.03.2015 21:36:03 Gelesen: 249549# 309 @  
@ Alle [#301]

Unter Beitrag [#301] haben wir hier eine Ansichtskarte eingestellt, und aus gegebenem Anlass möchte ich damit weiterfahren. Warum? 10 Parale zeigt uns unter "Ganzsachen" eine wunderschöne Ansichtskarte mit Abbildungen von Briefmarken der 14. Ausgabe von Rumänien. Die beiliegende Postkarte stammt wohl ca. aus derselben Zeit und zeigt ähnliche Briefmarken von Anfang des 20. Jahrhunderts.



Solche Darstellungen gefallen vielen Sammlern sehr, mir auch.

Ich stelle die Karte aber unter "Rumänien für Sammler" ein, weil, philatelistisch gesehen, diese Ansichtskarten KEINE Ganzsachen sind (auch wenn sie als "Postkarten" angeschrieben sind!). Wenn sie aber das Wertzeichen nicht schon eingedruckt haben (sondern eine Frankatur noch angebracht werden muss, um das Poststück zu befördern), sind sie eben KEINE Ganzsachen-Postkarten, sondern "nur" Ansichtskarten.

Sie sind deswegen aber nicht weniger schön!

Was mir an DIESER Ansichtskarte besonders gefällt ist, dass die Landesgrenzen eingezeichnet sind. Wir erkennen also noch Oesterreich-Ungarn, wie es VOR dem ersten Weltkrieg aussah, als z.B. Siebenbürgen noch dazu gehörte. NACH dem 1. Weltkrieg kam es bekanntlich zu Rumänien, das damit gebietsmässig sich stark vergrösserte; auch die Bevölkerungszahl wurde damit stark erhöht.

Heinz
 
10Parale Am: 30.04.2015 11:16:48 Gelesen: 248629# 310 @  
Hallo,

die Abbildung zeigt eine Briefvorderseite mit einer 30 Parale Marke (Michel Nr. 10II Plattendruck) für Inlandsbriefe je 5 dramuri (16gramm) Gewicht.

Was macht diese Briefvorderseite so besonders?

1. der schöne Abschlag von GALATZ - MOLDOVA, Stempel M1, dessen Verwendungsdaten M1 Galatz: 23.12.1857 – 29.06.1868

2. Abschlag 30/11 - julianischer Kalender

Dazu führt F. Heimbüchler in seinem Werk "Rumänien/Romania Fürstentum Walachei 1820 - 1862 Vereinigte Fürstentümer 1862 - 1872" aus:

Theoretisch möglich sind für die 30 Parale Stempeldaten ab 15. September bis 31. Dezember 1864. Diese kurze Verwendungszeit der Marke Michel Nr. 10II Plattendruck macht diese Briefvorderseite so selten.

Am 31. Dezember 1864 wurden alle Marken der Ausgaben Vereinigte Fürstentümer 62/64 ungültig. Heimbüchler erwähnt in o.g. Werk auf Seite 141, dass auf Grund der Marktbeobachtungen und Prüfungen der letzten Jahre etwa 200 - 300 Briefe der 30 Parale Plattendruck die Zeit überdauert haben dürften.

Am 1. Januar 1865 trat übrigens für Briefe bis 15gr. ein neuer Tarif in Kraft, 20 Parale für jede Entfernung im Inland. Die Steindruckausgaben mit dem Bildnis von Fürst Cuza übernahmen diese Aufgabe.

3. der interessante Ankunftsstempel von Fokschani, es handelt sich hierbei um den Stempel M2 (Kiric Dragomir Stampilografie Postala Abb. 299, Seite 84). Dieser Stempel war vom 22.12.1861 - 31.12.1865 in Gebrauch und der einzige dieser Stempel M2, wo "MOLDOVA" nicht erschien.

4. Eine Kombination von M1 und M2 Stempel ist auch nicht oft zu finden.

Für Anhänger des Postweges sei hier der Postweg skizziert: Galati - Tecuci - Focsani - Distanz ca. 40 km.

Bewertung:

Es handelt sich um eine Briefvorderseite, die Zeugnis gibt eines Postverlaufs im Fürstentum Moldau. Der Brief wurde kürzlich in einer Auktion eines Hamburger Auktionshauses für 160 Euro (ohne Zuschlag) versteigert. Ich persönlich erachte stets den Marktpreis eines Briefes (siehe Pos. 1 - 4) zwar für den realistische und einzig wahren Preis, hätte mir aber ein höheres Ergebnis gewünscht. Oder war es auch mangelnde Information der interessierten Philatelisten, obwohl aus der Losbeschreibung deutlich hervorging, um was für eine Marke es sich hier handelt?

Oder lag es am reichhaltigen Angebot von verschieder hervorragender Abstempelungen und Marken aus jener Zeit, was das Auktionshaus zu bieten hatte?

Siehe auch Rumänien Marken echt oder falsch - Beitrag #62 von Heinz 7.

Heinz7 stellt in einem verwandten Thread (Rumänien - Postrouten und Transportwege) im Beitrag #66 einen interessanten Beleg aus dem Fürstentum Moldau vor und fragt alle, weshalb dieser seltenste Brief solch einen hohen Preis erzielte? Ich frage mich bei diesem Brief aus Galatz, weshalb er solch einen niedrigen Preis erzielte? So interessant ist Philatelie.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 07.05.2015 13:24:38 Gelesen: 247949# 311 @  
Hallo,

ich zeige hier die Briefvorderseite einer Mitteilung, die am 23. November 1899 in SINAIA abgeschlagen wurde. Es handelt sich um einen Behördenbrief vom Rathaus in Sinaia an das Rathaus in Targoviste.

Bei dem Stempel von Sinaia handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit um einen Stempel B4 mit dem Posthorntyp VI (siehe Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Seite 141 ff.).

Auffällig rechts oben der Stempel "DUPA PLECARE". Kiriac Dragomir erklärt zwar diesen Stempel aber nirgends finde ich

- warum und
- wann
- und von wem

dieser Stempel beigefügt wurde. Letztendlich ist es ein Stempel, der bereits nach Versendung des Briefes abgeschlagen wurde. Aber von wem ?

Dupa = nach Plecare = gehen

Leider mangelt es an Erklärungen in der Fachliteratur.

Auf Seite 281 von o.g. Werk werden diese "DUPA PLECARE" Stempel klassifiert. Der Stempel auf dem abgebildeten Brief nennt sich C8 und wurde im ländlichen Raum eingesetzt. Explizit nennt Dragomir Kiriac den Kreis PRAHOVA als ein Gebiet, indem dieser Stempel in Gebrauch war. Sinaia gehört zum Judetul, also Kreis PRAHOVA, so dass ich von einem echten Beleg ausgehen kann.

Dieser Stempel C8 ist einer von 6 verschiedenen Typen, der einzige übrigens ohne Rahmen.

Vielleicht kann der eine oder andere erklären, warum, wo und wann dieser Stempel angesetzt wurde?

Rückseitig der Ankunftsstempel von TARGOVISTE und ein Kreis-Stempel von PRAHOVA.

Vielen Dank

10Parale


 
wahewa Am: 07.05.2015 18:43:46 Gelesen: 247892# 312 @  
Hallo 10Parale,

DUPA PLECARE bedeutet - Nach Abgang der Post.

Der Brief wurde zu spät eingeliefert und wurde daher erst am folgenden Tag weitergesandt.



Grüsse wahewa
 
10Parale Am: 07.05.2015 21:48:37 Gelesen: 247858# 313 @  
@ wahewa [#312]

Vielen Dank, wahewa.

Du zeigst zwei seltene Briefe, einmal mit 18 Bani (15 Bani + 3 Bani) freigemacht innerhalb der Fürstentümer und einmal mit insgesamt 25 Bani freigemacht (15 Bani + 10 Bani) nach Österreich.

Die 3 Bani Marke auf Brief (Michel Nr. 18) ist meines Wissens äussert selten und zusammen mit der 15 Bani Marke (Michel Nr. 20) stellt diese Mischfrankatur eine grosse Seltenheit dar. Wow!

Beigefügt noch ein Scan der von Kiriac Dragomir aufgelisteten Stempelvarianten von DUPA PLECARE.

Nun ein Schritt weiter in die Vergangenheit:

Dieser Brief aus Berlad wurde mit einem seltenen Stempel "BERLAD - MOLDOVA" in grüner Farbe am 29.10. abgeschlagen. So weit so gut. Dieser Stempel war gängig vom 04.08.1858 bis zum 15.06.1865, was diesen Brief zeitlich eingrenzt. Die Zählnummer 125 weist auf einen Behördenbrief hin.

Auf der Rückseite habe ich nun einen Ochsenkopf gefunden. Nein, nicht die berühmte Briefmarke, aber ein Siegelfragment, welches leider in 2 Teile zerlegt ist und nur noch Fragmente erkennbar sind.

Ein schönes Fragment stellt der Ochsenkopf dar, links erkennt man einen Delphin und oben eine Krone. Es handelt sich eindeutig um ein Siegel aus der Moldau, denn der Ochse und der Delphin sind bekannt. Sorgen bereitet mir das zweizeilige Schriftfragment, bei der ich noch eine Zahl erkenne (2 oder 9).

Es könnte sich um ein Postmeistersiegel des Büros von Berlad handeln, dass man auch nicht all zu oft findet. Kiriac Dragomir zeigt in seinem Werk "Stampilografie Postala" eine Menge solcher Siegel aus der Moldau und der Walachei, jedoch in einer sehr schlechten Druckqualität, dass es mir nicht gelungen ist, eine genaue Identifikation vorzunehmen.

Wer weiss mehr dazu?

Liebe Grüsse

10Parale






 
Sleeran Am: 08.05.2015 11:20:06 Gelesen: 247758# 314 @  
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich auch gerade mal wieder mit den rumänischen Klassikern. Dank der Heimbüchler-Bücher kann ich bei den MiNr. 8 + 9 den Hand- und Plattendruck jeweils leicht auseinanderhalten. Bei manchen Nr. 10 habe ich Schwierigkeiten. Bei der 10II weisen die ersten beiden Typen Schraubkopfabdrücke auf und sind somit leicht zu bestimmen. Wenn diese Abdrücke nicht vorhanden sind, wird es für mich schwierig. Anbei ein Beispiel:



Quelle: http://www.ebay.de/itm/ROMANIA-IMPERF-PAIR-SG-31-HI-CV-1862-MINT-NO-GUM-AS-ISSUED-FRESH-ITEM-/361286432410?pt=LH_DefaultDomain_3&hash=item541e59769a

Von der Wirkung der Marke (im Vergleich zu meinen Exemplaren) würde ich sagen: eindeutig Plattendruck. Auch die Stellung der beiden Marken deutet darauf hin. Nach Heimbüchler sollte das dann eine 10II Type III sein, die jedoch nur an zwei Positionen auf dem Bogen vorkommt (ich kann im Moment nicht nachschlagen, ob die nebeneinander liegen).

Ich kann heute abend noch ein Exemplar aus meiner Sammlung hochladen, dem auch die Schraubkopfabdrücke fehlen.

Woran ordnet ihr die Marken zu?

Viele Grüße,
Matthias
 
Sleeran Am: 08.05.2015 17:38:14 Gelesen: 247703# 315 @  
Hier meine Marke, die ich nicht 100%ig bestimmen kann:


 
10Parale Am: 08.05.2015 22:13:18 Gelesen: 247661# 316 @  
@ Sleeran [#314]

Ich erlaube mir hier eine Antwort auf Deine Frage zu geben.

Vorab: Ich halte die beiden Marken für eine Fälschung.

Ein Anordnung zweier Marken in der Folge Marke 1 : 30 PAR. Marke 2: FRANCO - Bild Posthorn ist im Originalbogen nicht möglich.

Daher erübrigt sich auch das Nachforschen nach Typen I - III lt. Heimbüchler.

Ich habe Dir ein Scan gemacht um die Aussagekraft meiner Worte zu verdeutlichen.

Die obere Abbildung zeigt ein echtes Paar, wie es im Bogen der Michel Nr. 10 II Plattendurck reihenversetzt vorkommen kann. Die Marke stammt aus einer Auktion bei Veuskens.

Die untere Abbildung gleicht deiner "Fälschung", der ich selbst aufgesessen bin. Aber als Vergleichsstück durchaus sammelwert.

Im Thread "Rumänien - Marken echt oder falsch" habe ich unter #59 solch einen Bogen der 10II abgebildet. Du suchst deine Anordnung darin vergeblich, ebenso ist bei Heimbüchler auf Seite 89 "Prinicpality of Wallachia 1820 - 1862" solch ein Bogen abgebildet, den man gern zum Vergleich heranziehen kann.

Ich lasse mich aber auch gerne überzeugen, mich zu irren. Nobody´s perfect.

Liebe Grüsse

10Parale



 
bignell Am: 08.05.2015 22:24:47 Gelesen: 247656# 317 @  
@ 10Parale [#316]

Hallo 10Parale,

ich denke, das geht schon.



Zweite und dritte Reihe von oben, linke Seite.

Lg, harald
 
10Parale Am: 08.05.2015 22:33:50 Gelesen: 247653# 318 @  
@ bignell [#317]

Dann hast du das falsch verstanden.

Auf TEXT: FRANCO einer Marke und TEXT: 30 PAR. einer versetzten, daneben liegenden Marke kann kein BILD: Posthorn folgen.

Gruss

10Parale
 
Heinz 7 Am: 08.05.2015 22:42:05 Gelesen: 247646# 319 @  
@ Sleeran [#314]

Hallo Sleeran,

ich fürchte, 10 Parale hat recht. 90 Grad-Kehrdrucke gibt es bei der Nr. 10 nur beim Maschinendruck, und da stehen die oberen zwei Reihen auf dem Kopf, wie es Harald ja auch zeigt, beim Beitrag [#317]. Also wenn Deine untere Marke Position 3.1/3.2/3.3 oder 3.4 wäre, müsste die obere Marke ja kopfüber stehen (vgl. Position 2.1/2.2/2.3/2.4.

Und dasselbe gilt für Position 3.5/3.6/3.7 und 3.8.

Ich sehe also nicht, was Harald da für eine mögliche Kombination sieht.

Was uns zudem stutzig machen muss sind folgende zwei Punkte:

a) auf dem 40-er-Bogen sind die Marken ziemlich eng beieinander. Dein 90-Grad-Paar hat mir also zu breite Ränder.

b) das Papier ist ungewöhnlich gleichmässig.

Also - ich schliesse mich der Meinung von 10 Parale an: Paar von Beitrag [#314] = Fälschung!

Heinz
 
bignell Am: 08.05.2015 22:51:16 Gelesen: 247640# 320 @  
@ Heinz 7 [#319]

Hallo Heinz,

Position 2.1 und 3.1, hier im Detail (270 Grad gedreht):



Wobei ich Dir zustimme, die Ränder sehen mir bei [#314] auch zu breit aus.

Lg, harald
 
10Parale Am: 08.05.2015 23:18:14 Gelesen: 247633# 321 @  
@ bignell [#320]

Links von PAR. "kein Posthorn" - rechts von FRANCO "kein Posthorn" - bei deiner Abbildung links von PAR. "Ochsenkopf" - rechts von FRANCO Adlerflügel.

Die Ränder [#314] sind zu breit, da sind wir uns alle drei einig.

Danke, dass du einen kompletten Block hier einstellst. Den schau ich mir gerade genau an.

Liebe Grüße
10Parale
 
bignell Am: 08.05.2015 23:20:50 Gelesen: 247630# 322 @  
@ 10Parale [#321]

Hallo 10Parale,

aus der Rauhut-Auktion mit den vielen Rumänien-Losen, lt Hrn Gmach "ungebrauchter Bogenteil aus einem Maschinen(buch-)druckbogen, Fst. Rumänien MiNr. 10 II" - bei Gelegenheit lasse ich dafür noch ein Attest erstellen.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 08.05.2015 23:55:00 Gelesen: 247623# 323 @  
@ bignell [#320]

Hallo Harald,

auch bei Deinem Bild ([#316], [#320]) sind die Inschriften "FRANCO" und "30. PAR" kopfstehend zueinander.

Beim Paar (Beitrag [#314]) sind beide Inschriften NICHT kopfstehend. Das meint 10 Parale.

Okay?

Heinz
 
bignell Am: 09.05.2015 00:16:24 Gelesen: 247621# 324 @  
@ Heinz 7 [#323]

Oh Mann, bin offenbar schon ziemlich müde. Eh ganz klar - sorry.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 09.05.2015 13:03:38 Gelesen: 247552# 325 @  
@ bignell [#324]

Lieber Harald

Null Problem. Wir machen alle ab und zu einen Fehler. :-)

Anbei eine hübsche Postkarte



"Nunta la Tara" heisst: Hochzeit auf dem Land. Hoffen wir, dass die Hochzeitsgäste auf dem Holzwagen nicht zu sehr durchgeschüttelt wurden.

Die Karte wurde am 16. März 1899 versandt, rückseitig Stempel "BUCURESCI 16 MART 99" und lief nach München, wo sie bereits am "18. MÄR 99" eintraf (und zwar vormittags 7-8 Uhr, Beförderung also sehr rasch). Die nicht weniger als 6 Stempelkreise auf der Seite der Postkarte vorne sind spiegelverkehrte Abklatsche von Stempeln, die kurz nach der Abstempelung auf unsere Karte zu liegen kamen und - noch nicht eingetrocknet - abfärbten. Schade, aber da die Stempel wenigstens nicht verschmierten, stört es das Bild nicht zu sehr. Warum der freie Raum unten rechts nicht beschriftet wurde für einen Gruss oder eine Mitteilung, wissen wir nicht. Die Karte ging an ein Fräulein Hoppe an der Ottostrasse in München. Vielleicht verstanden sich der Absender (?) und die Empfängerin auch "ohne Worte"? Wer weiss?



Liebe Grüsse & ein schönes Wochenende
Heinz
 
Sleeran Am: 09.05.2015 13:30:32 Gelesen: 247544# 326 @  
Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich für meine Einzelmarke ein Beispiel heraussuchen, bei dem die Marken ähnliche Merkmale aufweisen. Ich hatte den Ursprungsbeitrag in der Arbeit geschrieben und dort keinen Zugriff auf meine Scans.

Die eigentliche Frage lautet: Welche Type hat die Marke in [#315]. Ich kann kein eindeutiges Merkmal der 10II enddecken, trotzdem wirkt sie nicht wie eine 10I, zumindest wenn ich das mit meinen sonstigen Handdrucken (sind zwar nicht viele, aber bei 8 und 9 ja relativ leicht bestimmbar) vergleiche.

Die Fälschung ist ja beängstigend gut gemacht und enthält die Echtheitsmerkmale, auf die ich achte.

Viele Grüße,
Matthias
 
10Parale Am: 09.05.2015 14:21:33 Gelesen: 247540# 327 @  
@ Sleeran [#326]

Bei dieser von dir in [#315] gezeigten Marke ist es auf Grund

A. des Scan
B. des undefinierbaren M3-Stempels, der das Markenbild durchzieht

nicht sehr einfach eine genaue Bestimmung vorzunehmen. Die Farbe ist sehr tiefblau (Scan?), Echtheitsmerkmale können bestätigt werden, lediglich die Augen bereiten mir etwas Sorgen. Die Farbe ist sehr dick aufgetragen.

Dennoch halte ich Sie für einen Handeinzeldruck, also eine Michel Nr. 10 I. Da dies die höhere Auflage war, besteht hier auch die größte Farbvariation. Das Papier ist auffallend weiß und glatt, also denke ich handelt es sich um gewöhnliches weißes Papier, 10Ix. Bei der Michel Nr. 10II habe ich selten so ein glattes und weißes Papier gesehen, wenn der Scan mich nicht täuscht.

Übrigens sind die Positionen der Typen III der Michel Nr. 10 II bei den Feldern 6 und 17. Kann man übrigens an Hand des Bogens von bignell (siehe Beitrag [#317]) sehr schön erkennen.

Die Fälschung ist ja beängstigend gut gemacht und enthält die Echtheitsmerkmale, auf die ich achte.

Da bin ich mit dabei. In meiner Spezialsammlung (ich nenne sie mittlerweile so) stecken auch solche "Fälschungen", leider. Allerdings müsste man jetzt untersuchen, wer fälschte und wann fälschte der Fälscher?

Beigefügt zeige ich ein Ausschnitt aus einem alten Album mit einer 6 Parale und 30 Parale Marke vom Typ 10II, die also nicht aus 1862 stammt, sondern aus 1864. Obwohl das Papier ebenfalls hell ist, zeigt es leichte Wellen und deutliche Nagelkopfpunkte z.B. neben dem Posthorn.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Sleeran Am: 11.05.2015 08:13:46 Gelesen: 247400# 328 @  
Hallo 10parale,

vielen Dank für deine Ausführungen. Die Marke ist wirklich so farbintensiv. Bei meinem Scanprogramm sind sämtliche Nacharbeiten deaktiviert.

Fälschungen habe ich nur von der 3par. Kann ich heute abend hochladen, falls Interesse besteht.

Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 11.05.2015 13:29:51 Gelesen: 247381# 329 @  
@ Sleeran [#328]

Hallo Matthias,

wenn Du Fälschungen zeigen willst, dann bitte lieber im Thema "Rumänien - echt oder falsch?" statt in "Rumänien für Sammler".

Liebe Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 22.05.2015 20:39:28 Gelesen: 246303# 330 @  
@ Forum

Hier eine wunderschöne Buntfrankatur aus dem Freimarkensatz König Karl I. Ährenausgabe 1893/98 mit 4 Marken zu einer Gesamtnominalen von 10 Bani auf einer Postkarte, die am 23. Januar 1898 in Bukarest abgeschlagen wurde und hauchdünn aber gut sichtbar am 25. Januar 1898 in München mit einem Ankunftsstempel versehen wurde.

Bayern klassisch wird es freuen, denn ich habe gelesen, dass er auf der Suche ist nach Incoming Mail Bayern aus Rumänien. So ein Stück findet sich sicher nicht oft.

Wunderschön auch der wie eine Briefmarke "gezähnte" Werbeaufkleber von Sténographie Duployé: der Name geht zurück auf Émile Duployé, den Erfinder des französischen Kurzschriftsystems.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 23.05.2015 22:14:53 Gelesen: 246172# 331 @  
@ 10Parale [#330]

Eine sehr schöne Karte! Gratuliere!

Bayern klassisch meint vermutlich noch ältere Post (Briefe) von Rumänien nach Bayern. Aber das soll mein Lob über die schöne und seltene Karte aus Bukarest nicht schmälern! Und eine Dreifarbenfrankatur ist doch immer schön!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.05.2015 22:47:31 Gelesen: 246160# 332 @  
@ wahewa [#312]

Hallo Kollege,

Deine zwei Briefe sind beeindruckend! Zwei Mischfrankaturen (7./8. Ausgabe und 7./6. Ausgabe), wunderbar! Ich gratuliere; diese Briefe haben heute einen recht hohen Wert.

Heinz

Anbei auch ein Neueinkauf, der mir Freude macht:



Österr. Post in der Levante, Michel Nr. 7 I (50 Soldi braun von 1867) mit Stempel BUCAREST; Tchilinghirian fig. 715, aus der vierten Periode (Ungarische Konsularpost 1867-1869). Die 50 Soldi-Marke mit diesen Stempel wird als "RR" gelistet, und, offenbar aus der Sammlung G.H.Torrey (wenn es nicht eine Neuentdeckung ist, 1966 eventuell erst ein Exemplar bekannt?). Im Buch von Blistyar wird dieser Wert auf Seite 71 im Preiskatalog nicht aufgelistet.

Der Stempel war nur in Gebrauch von 15.6.1867 bis 31.3.1869, müsste also von 1868 sein (7. Juni). Es wäre interessant zu wissen, ob das Exemplar Torrey das Datum vom 7.6. trägt? Werde ich das wohl herausfinden können?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.05.2015 23:55:36 Gelesen: 246154# 333 @  
@ Heinz 7 [#332]

Ich möchte (oder: sollte?) vielleicht zu diesem 50 Soldi-Wert erwähnen, dass Dr. Ferenc Nagy in seinem Buch "Die Ungarische Post in den Donaufürstentümern 1867-1869" (Wien, 2012) eine sehr kritische Haltung zu diesem Wert einnimmt. Er schreibt:

"Während Tchilinghirian und andere Autoren die 25 und 50 Soldi Werte als grosse Rarität mir "RR" bewerten, behaupte ich, dass sie bei den 6 ungarischen Ämtern nie verwendet wurden. Es sind zahlreiche Frankaturen ab 28 über 40, 80, 120 Soldi bekannt, nirgends klebt eine 25 oder 50 Soldi auf dem Poststück. Allerdings sind zahlreiche mehr oder minder gut gelungene Fälschungen bekannt, sie sind natürlich immer lose" (vgl. Seite 46-47).

Vielleicht hat auch DARUM Blistyar diesen Wert 50 Soldi in seinem Preiskatalog nicht aufgeführt? Hatte er mit Nagy die Frage besprochen? Sein Buch erschien bereits 2011, also vorher.

Und die blau gestempelten 50 Soldi Exemplare mit den Stempeln Jassy? Sollen das AUCH Fälschungen sein? Nagy nimmt meines Wissens zu dieser Frage nicht definitiv Stellung. Blistyar seinerseits schreibt dazu: (S. 111): "Die grossen Werte, 25 u. 50 Sld., wurden in Jassy benützt (T&S)."

Nun ja, die Sache ist für mich noch nicht restlos klar. Wenn Jassy als echt anerkannt wird, warum dann nicht auch Bucarest? Die Behauptung Nagy (Seite 46) "... entschloss sich die ungarische Post zu einem mutigen Schritt: sie haben die 25 und 50 Soldi Werte einfach nicht bestellt!" stimmt dann ja nicht für Jassy.

Ich werde weiter an der Frage "dranbleiben". Ich bin gespannt auf die Meinung von Experten auf diesem Gebiet.

Heinz
 
nor 42 Am: 25.05.2015 22:41:13 Gelesen: 245865# 334 @  
Sehr interessant die Meldung über die 50 Soldi Marke mit Bukarester Stempel. Als erstes möchte ich darauf hinweisen, dass in Jassy und Bukarest nach Juni 1867 jeweils verschiedene Postadministrationen tätig waren.

Was die Benützung der 25 und 50 Soldi Marken bei den Postanstalten die der Ungarischen Postadministration unterstellt waren, siehe auch Sipos Józsefné und Dr. Nagy Ferenc erschienen Budapest 1992. Aus den dort gebrachten Aktenkopien geht hervor, dass diese Marken nie zu diesen Postanstalten geliefert wurden. Eine Portmonnaie-Marke ist nicht auszuschließen, doch bei 50 Soldi mit Vorsicht zu genießen.

Nor 42
 
zonen-andy Am: 26.05.2015 13:01:17 Gelesen: 245798# 335 @  
Hallo,

der FDC-Brief Bukarester Museen mit Mi.Nrn. 1522 und 1523 mit dazugehörigen Sonderstempel und der Mi.Nr.1476 von Ploesti nach Sekondi (Ghana).

Die Stempel:

1.Sonderstempel vom Ausgabetag, ok.

Aber Stempel Ploesti vom 13.4.?? und Stempel Sekondi vom 25.April??. Mit viel Fantasie könnte man sich das Jahr 1958? zusammen basteln. Wäre es in dieser gezeigten Kombination überhaupt möglich gewesen? Für eine Antwort wäre ich dankbar.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 26.05.2015 22:45:04 Gelesen: 245702# 336 @  
@ zonen-andy [#335]

Guten Abend Andy,

möglich ist vieles. Ich vermute Folgendes:

Da hat jemand den Blanko-FDC gekauft von 1955 mit den zwei Marken "Muzeul". Das Couvert war FDC gestempelt und nicht für den Versand bestimmt. Interessant: Der FDC ist nicht komplett; der ganze Satz bestand aus 5 Werten (Mi. 1519-1523).

Drei Jahre später hat jemand beschlossen, dieses Couvert nach Ghana zu senden. Ich lese das Datum 13.4.1958 Ploesci (ohne Gewähr). Dazu musste eine (neue) Marke auf das Couvert: Mi Nr. 1476 (von 1954), die 1958 (oder ist es 1956?) offenbar noch gültig war.

Der R-Brief kam 12 Tage später in Ghana an. Warum er 12 Tage benötigte, weiss ich nicht, scheint mir ziemlich lange zu sein für diese Zeit (1950-1960).

Dass die Post diesen Sammlerumschlag (FDC) als Briefhülle akzeptierte, erstaunt nicht; er wurde ja mit einer Nachfrankatur freigemacht. Ob die Frankatur von 1.75 Lei korrekt war, kann ich dir nicht ohne Weiteres sagen, scheint mir aber "sehr knapp". Für ein Einschreiben nach Ghana mit Flugpost hätte ich mehr erwartet. Dass der Pöstler die bereits verklebten 4.30 Lei als (Zusatz-) Frankatur anerkannte/betrachtete, wäre eine interessante Zusatzfrage. Streng genommen wäre das sicher falsch gewesen, denn der Stempel 28.6.1955 entwertete die Nummern 1522/1523.

Ich bin kein Spezialist für die Frankaturen 1950 ff in Rumänien, auch Marinescu behandelt die Periode 1952-1992 in seinem Tarifbüchlein von 1993 nur summarisch auf nur 3 Seiten (Seite 65-67). Daraus kann ich nichts sagen zur Frankatur 1.75, ob das korrekt (ausreichend) war. Vielleicht nicht? Vielleicht wurde der Brief darum NICHT per Flugzeug befördert und benötigte (darum) so lange? Wir wissen es nicht.

Heinz
 
zonen-andy Am: 27.05.2015 18:59:26 Gelesen: 245594# 337 @  
@ Heinz 7 [#336]

Hallo Heinz,

herzlichen Dank für die wie immer ausführliche Beurteilung z.B. dieses Briefes. Eigentlich habe ich die Jahresunterschiede erst beim einscannen bemerkt.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
10Parale Am: 27.05.2015 21:50:35 Gelesen: 245565# 338 @  
@ zonen-andy [#337]
@ Heinz 7 [#336]

Ein sehr interessantes Einschreiben nach Ghana.

Ich kam heute abend ein wenig in Versuchung und musste wegen der Frankatur des Briefes in Höhe von 1,75 Lei bei Marinescu (Ausgabe 2008) schnuppern. Ghana erwähnt er nicht in seiner tabellarischen Aufstellung.

Also habe ich in der Geschichte Ghanas geforscht und herausgefunden, dass der Namen Ghana erst gegen 1950 ins Leben gerufen wurde aus den beiden Ländereien British Togo und Gold Coast (erinnert mich irgendwie an die Moldau und die Walachei! - Zusammenschluss).

Tatsächlich findet sich ja auch auf der Anschrift des Briefes, den zonen-andy hier zeigt, das Wort Gold Cost, ein Hinweis auf die alte Länderbezeichnung für den Teil, indem Sekondi liegt?

Nun gut, ich bin wie Heinz auch kein Spezialist für moderne rumänische Frankaturen, aber man kann sich ja mal schlau machen. Immerhin erwähnt Marinescu auf Seite 158, dass ein mit Luftpost beförderter Brief noch Rumänien nach Togo zu jener Zeit nur 1,25 Lei kostete. Ein Brief nach Togoland (was immer das auch ist) kostete in dieser Zeitperiode 1,45 Lei. Insofern halte ich die Frankatur von 1,75 für das Einschreiben wenigstens für möglich.

Ich möchte Marinescu nicht kritisieren, aber seine summarischen Auflistungen sind zwar schnell zu ergründen, aber lassen einiges offen. Ich zeige hier einen Luftpostbrief vom März 1935, freigemacht mit der Michel Nr. 379 (3 Lei karmin) und Michel Nr. 418 (16 Lei - leider mit Knickspur) und einer Gesamtfrankatur von 19 Lei. Lt. Marinescu kostete solch ein Brief nach Deutschlan 9 Lei - ich suche nach der Lösung.

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 28.05.2015 19:02:13 Gelesen: 245474# 339 @  
@ 10Parale [#338]

Hallo 10Parale,

auch dir herzlichen Dank für das Nachschlagen der Frankatur des Briefes. Da habe ich ja eine kleine Besonderheit (?) für 0,50 Cent gekauft.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
10Parale Am: 01.06.2015 21:09:05 Gelesen: 245009# 340 @  
@ zonen-andy [#339]

Gerne geschehen, zonen-andy.

Hier noch ein schönes Briefchen mit insgesamt 5 Stempeln, 2 vorderseitig und 3 rückseitig. Die 15 Bani Marke Ährenausgabe wurde wohl hinten verklebt, um den Brief zu schliessen, täusche ich mich?

Der Brief wurde am 16. September 1904 in COLELIA im Kreis Ialomita zur Post gebracht und auf der 15 Bani Marke portogerecht (einfacher Brief bis 15 gr.) entwertet. Der Stempel von COLELIA weist die Abkürzung jud. auf, was für judetul steht und "Kreis" bedeutet. COLELIA war ein von überwiegend Deutschen besiedeltes Dorf mit einer kleinen Kirche, die auch heute noch steht und wo man getrost eine Zivilisationspause einlegen kann.

Der Brief ging in das ca. 25 Kilometer entfernte CIOCHINA, ebanfalls ein kleines Dorf, das auch heute nicht mehr als 4.000 Einwohner zählt. Davon zeugt der Stempel rückseitig vom 16. September 1904.

Am 17. September gelang der Brief an sein Ziel in Bukarest, wo er mit einem Ortsstempel und einem Briefträgerstempelchen mit der Nummer 104 versehen wurde.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 02.06.2015 22:33:41 Gelesen: 244929# 341 @  
@ 10parale

Betr. Brief nach Deutschland 1937: Nehmen Sie sich die Zeit und lesen nochmals C. Marinescu. Auslandbrief nach 1 Juni 1932 - 10 Lei + Luftpostzuschlag für Deutschland nach 1 Marz 1934 - 9 Lei. Da sehen Sie, dass die 19 Lei Frankatur korrekt war.

Alles Gute,
Nor 42
 
10Parale Am: 10.07.2015 22:42:01 Gelesen: 242533# 342 @  
@ Heinz 7 [#309]

Hier eine Ansichtskarte mit wunderschönen Briefmarken der Freimarken König Karl I. aus Michel Nr. 127 - 144 (welche Ausgabe?).

Diesmal echt gelaufen und bildseitig beschrieben, wie es damals üblich war. Ich musste ja richtig lachen. Eine Ganzsache wird ja definiert durch den Eindruck des Wertzeichens. Hier musste also eine Frankatur angebracht werden.

Die angebrachte Frankatur (10 Bani Michel Nr. 133) ist nicht nur portogerecht aufgeklebt worden, sondern auf der Bildseite etwas versteckt vorzufinden.

Erst mal so etwas finden, eine Postkarte, in der von einem Wert sozusagen eine echte und eine virtuelle Marke der selben Wertstufe vorhanden sind.

Die Postkarte legte übrigens einen Weg von über 2.000 Kilometer zurück, von CHITILA (damals kleines Nest, heute Vorort von Bukarest) nach Liège in Belgien. Abschlag 21. Mai 1905 - Ankunft 24. Mai 1905 in Liège.

Liebe Grüße

10 Parale

@ Nor 42 (#341) - Danke für den wichtigen Hinweis.


 
Heinz 7 Am: 22.07.2015 22:07:47 Gelesen: 241917# 343 @  
@ 10Parale [#338]
@ zonen-andy [#335]

Hallo Andi,

Ghana ist bestimmt keine häufige Destination für Rumänien, wenn auch 1958 viel Postverkehr bestand.

Gehen wir 50 Jahre zurück ins Jahr 1908. Fritz Fruth aus Bukarest möchte seinem Kollegen einen ...-Gruss schicken und sendet dazu eine hübsche Postkarte mit einem Bild des Teatrul Lyric aus Bukarest.



Soweit ist das sicherlich nichts Besonderes. Auch dass die Postkarte zur Drucksache umfunktioniert wurde und damit nur mit 5 Bani frankiert werden musste, haben wir schon gesehen. Ganz bestimmt interessant ist aber die Adress-Seite der Karte. Erstens lernen wir etwas über den Absender: Fritz Fruth arbeitete vermutlich auf dem Konsulat von Rumänien und grüsste seinen Militärkollegen:

"an den Kanonier Herrn F. (?) Zehetmayr, Artillerie Zug, Deutsche Gesandschaft Schutzwache, Peking"

Die Karte ging also nach China, und erhielt einen schönen Ankunftsstempel PEKING (in kyrillischer Schrift). Welches fremde Postamt hat da wohl den Transport über Tausende von Kilometern durchgeführt? Es muss wohl die russische Post gewesen sein, ob (neben der rumänischen Post (siehe Aufgabestempel)) "in Kombination" mit noch weiteren Postverwaltungen, das weiss ich nicht genau. Möglicherweise hatte die russische Post 1908 auch ein Auslandbüro in Peking und die chinesische Post hatte rein gar nichts zu tun mit dieser Sendung. Die Karte lief "via Sibiria", was für die Zeit ein häufiger Transportweg war. Höchstens 9 Tage benötigte die Karte (Datum Abgangsstempel Bukarest nicht lesbar), handschriftlich aber 23.4.1908.



Für einmal ist also die Adress-Seite sicherlich viel interessanter als die Bildseite, obwohl die Frankatur dort angebracht wurde.

Schöne Sommertage wünscht
Heinz
 
merkuria Am: 23.07.2015 18:47:58 Gelesen: 241832# 344 @  
@ Heinz 7 [#343]

Lieber Heinz,

ein schöner und wohl nicht häufiger Beleg von Rumänien nach China! Du hast recht, Russland unterhielt von 1870 – 1920 Postämter in China. Für eine kleine Geschichte der Russischen Postämter in China verweise ich auf den Link: https://en.wikipedia.org/wiki/Russian_post_offices_in_China

Was den Wert einer solchen Ansichtskarte anbelangt, so denke ich dass dieser im Bereich von 80-100$ liegt. Ich selbst habe für einen vergleichbaren Beleg, einer Ansichtskarte von Griechenland nach China mit Abschlag eines russischen Postamtes in Peking, 80$ bezahlt. Da Griechenland schon damals ein häufigeres Ziel von Reisenden war als Rumänien, würde ich die Rumänien-Karte auch mit 100$ etwas höher ansetzen. Hier die Abbildung dazu:



Ja, mit den Destinationen ist dies so eine Sache. Da gibt es Liebhaber, denen ein Beleg aus China nach einer seltenen Destination wirklich viel Geld wert sind. Untenstehend zeige ich eine Postkarte von China (Tientsin) nach Costa Rica (San José), gest. 6. Juni 1908 mit Ankunftsstempel 11. Juli 1908. Wenn Du den Text der Karte liest, wirst Du feststellen dass dieser Beleg nur Dank einem Philatelisten entstanden ist. Diesen Beleg habe ich vor zwei Jahren an einen Sammler für 9'200 $ verkauft!


 
Heinz 7 Am: 23.07.2015 21:32:28 Gelesen: 241813# 345 @  
@ merkuria [#344]

Lieber Merkuria,

danke für die Angaben! Für "Destinationen" wurden/werden bekanntlich teils astronomische Preise bezahlt, siehe auch "Schweiz", z.B. Strubel oder Sitzende Helvetia. Wenngleich der "peak" da teilweise überschritten ist, wie es scheint. Die Harlan Stone-Auktion war da aufschlussreich.

US$ 9'200 ist ein stolzer Preis für eine solche Karte, aber wenn etwas extrem selten ist, können solche Preise auf dem Markt immer vorkommen. Wenn man solche Belege "überflüssig" hat, dann kann man natürlich schön Geld verdienen. Ich habe wohl auch das eine oder andere gute Stück, aber ich "kann" (will!) sie nicht verkaufen, weil sonst fehlen sie ja in meiner Sammlung. Und "zusätzliches" Material habe ich nur wenig, aber sicher nicht so hochwertiges!

Gratuliere!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 25.07.2015 14:42:47 Gelesen: 241701# 346 @  
Hier ein Pendant zur Karte die 10 Parale am 10.07 brachte [#342]. Diesmal ist es die 5 Bani Marke. Als Drucksache verschickt könnte auch die 3 Bani als Frankatur benützt worden sein.

Nor 42


 
10Parale Am: 25.07.2015 20:03:14 Gelesen: 241666# 347 @  
@ nor 42 [#346]

Schau her, ein wunderschöner Beleg und ich bin froh, dass es von diesen Ganzsachen auch welche im innerrumänischen Postverkehr gibt. Jetzt gehen wir mal auf Suche nach Drucksachen mit einer 3 Bani Marke.

An dieser Stelle möchte ich eine ungeprüfte Neuerwerbung vorstellen. Die 30 Parale (Michel Nr. 10) hat mich wieder mal in ihren Bann gezogen, hier portogerecht frankiert mit zwei roten Agraffenstempel S62 (A62?) von Bucuresci auf dem Weg nach Braila (Datum 29-07-1862 ?)

Fritz Heimbüchler zeigt den Stempel S62 (es gibt 2 Varianten) auf Seite 99 in seinem Werk "Fürstentum Walachei". Auf Seite 143 zeigt er einen ähnlichen Stempel, nennt ihn aber A62.

Kiriac Dragomir zeigt den Stempel auf Seite 97 in seinem Werk "Stampilografie Postala" und ich bin ziemlich sicher, dass es sich bei diesem roten Stempel um den Stempel A62 Abb. 366 handelt.

Rückseitig der Stempel A62 Abb. 368 von Braila mit Agraffe in blaugrüner Farbe. Hier ein weiterer interessanter Hinweis von Fritz Heimbüchler, der Aufschluss gibt über die Verwendungszeit des Stempels. Er führt aus, dass das Postamt in Bukarest ab Dezember 1862 nur noch schwarze Stempelfarbe verwendete. Demnach müsste der Brief im Juli 1862 verfasst worden sein.

Auf Seite 130 des oben genannten Werkes von F.Heimbüchler zeigt er einen Einschreibebrief von Bukarest mit eben diesem roten Stempel, auch dieser dort gezeigte Brief müsste aus dem Jahr 1862 sein. Übrigens bitte ich Heinz7 gerade mal diesen Brief auf Seite 130 genau anzusehen. Es ist keine Destination angegeben, man sieht nur "la", sowie bei meinem hier gezeigten Brief nach "la BRAILA". Der Brief ging auf jeden Fall in den Kreis Ialomita. Gerne hätte ich einmal die Rückseite dieses Briefes gesehen, in wessen Besitz befindet er sich?

Noch ein Wort zu Marke. Es handelt sich um die Michel Nr. 10I. Der Verkäufer hat den Brief mit Michel Nr. 10 II (Plattendruck) ausgewiesen, auf meinen Hinweis, dass es sich um die Michel Nr. 10 I handelt, gab es keine Reaktion. Also Augen auf!

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 30.07.2015 00:13:37 Gelesen: 241426# 348 @  
@ Alle

Hallo Kollegen,

wir haben in diesem Thema noch nicht viel gesehen und gelesen über die 9. Briefmarken-Ausgabe von Rumänien, obwohl es dazu sehr schöne Stücke und auch sehr gute Literatur gibt.

Vielleicht fangen wir einfach einmal damit an.



Ich zeige Euch ein Lieblingsstück aus meiner Sammlung. Wäre das Stück auf einem Ganzbrief, wäre das eine super - Rarität, aber auch als loser Sechserstreifen bzw. als Sechserstreifen auf kleinem Fragment gefällt mir das Stück sehr, besonders natürlich auch wegen der sehr kontrastreichen roten Stempel.

Wer weiss, für welche Postsendung dieser Sechserstreifen benötigt wurde? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 08.09.2015 21:36:41 Gelesen: 238075# 349 @  
Auf diesem doppelseitigen Geschäftsbrief, abgeschlagen am 13.06.1862 mit einem schwarzen M1 Galatz - Moldova befindet sich eine blaue Taxierung. Leider kann ich sie nicht entziffern. Könnte jemand behilflich sein?

Der Brief lief schon während der Markenzeit, diese begann in der Moldau mit den berühmten Ochsenköpfen am 22. Juli 1858. Hier stellt sich die relativ einfache Frage, weshalb der Brief nicht mit einer Marke versehen wurde? War keine vorrätig oder hatte man noch die Wahl, wer zahlt, Absender oder Empfänger? Simple Fragen, aber doch nicht einfach zu beantworten.

Würde mich über ein Feedback sehr freuen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 12.09.2015 22:34:57 Gelesen: 237666# 350 @  
Michel Nr. 39, 10 Bani blau, feiner Pariser Bdr. auf seltenem "thimble cancel", Fingerhutstempel (rum. stampile degetar) auf Faltbrief von Ismail nach Galati, rückseitiger Ankunftsstempel. Falte beeinträchtigt Markenbild.

Abschlag: 21. Februar 1873

Stempel: D Abb.549 Stampilografie Postala v. Kiriac Dragomir

Ismail befindet sich heute in der Ukraine und war früher Teil von Bessarabien. Der Name Basarabia stammt von einem sehr alten walachischen Fürstengeschlecht ab, welches im 13. bzw. 14. Jahrhundert regierte. Sehr interessant ist das Wappen Bessarabiens, es stellt einen Auerochsen dar, links eine Rose, rechts ein Halbmond und oben ein fünfzackiger Stern. Bessarabien gehörte bis zum Jahr 1812 zum Fürstentum Moldau. Wir alle kennen die Ochsenköpfe der Moldau, und wir erahnen daraus ein Gefühl für die Zusammengehörigkeit der Landschaft und deren Einwohner.

Was war Ismail 1873 zur Zeit der Beförderung dieses Briefes? Weshalb einer dieser Fingerhutstempel, handelte es sich um ein besonderes Postamt? Wer weiss mehr?

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.09.2015 22:41:48 Gelesen: 237350# 351 @  
@ 10Parale [#350]

Lieber Freund,

die Geschichte von Ismail ist sehr wechselvoll: Ich kopiere aus Wikipedia:

"Die Genuesen bauten hier im 12. Jahrhundert eine Festung, die bis 1484 zum Fürstentum Moldau gehörte. Sultan Bayezid II. eroberte die Festung, und von 1484 bis 1812 waren die Stadt und die Festung Teil des Osmanischen Reichs. Sie wurden am 6. August 1770 von den Russen erobert und nach der Wiederbesetzung durch die Türken am 22. Dezember 1790 von Alexander W. Suworow erstürmt und zerstört; nach der erneuten türkischen Besetzung wurden Stadt und Festung am 26. September 1791 zum dritten Mal von den Russen genommen.

Von 1812 bis 1856 und von 1877 bis 1917 gehörte die Stadt zum russischen Gouvernement Bessarabien, wo auch ein Teil der russischen Donauflotte stationiert war. Ismajil wurde mit der 1810 nahe dabei gegründeten Stadt Tutschkow (Тучков), nach dem Frieden von Bukarest 1812 unter dem Namen Ismajil vereinigt.

Die Festungswerke der Stadt wurden gemäß dem Pariser Frieden 1856 geschleift. Von 1856 bis 1877, von 1918 bis 1940 und während des Zweiten Weltkrieges von 1941 bis 1944 gehörte Ismajil zu Rumänien. 1940/41 und ab 1944 gehörte es zur Ukrainischen SSR der Sowjetunion bzw. seit 1991 zur unabhängigen Ukraine. Anfangs war es Hauptstadt der Oblast Ismajil, die bereits im Februar 1954 aufgelöst und der Oblast Odessa einverleibt wurde."

Für Rumäniensammler gehört Ismail also, streng genommen, nur wenige Jahre wirklich dazu. Im Jahre 1865 wurde meines Wissens erstmals ein Stempel "ISMAIL" eingesetzt (vgl. Buch Dragomir, fig. 401 auf Seite 100). Ich zeige den schönen Agrafen-Stempel hier auf einem markenlosen Amts-Brief von 1867 von Ismail nach Galatz:



Rückseitig finden wir den Ankunftsstempel "GALATZ 12 / 2" Allerdings kein A 65-Stempel, sondern der alte M 1-Stempel (ab 1858).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.09.2015 22:59:33 Gelesen: 237346# 352 @  
@ 10Parale [#350]

(Forts. zu Beitrag [#351])

Meines Wissens war der Fingerhutstempel ("Degetar") erst der zweite, den Ismail herausgab. Interessant: den Stempel gibt es auf zwei Schreibweisen: ISMAIL (vgl. fig. 548, Dragomir, Seite 111) und JSMAIL (fig. 549).



Dieser Brief vermag die Herzen der Sammler vielleicht eher begeistern als der Brief in Beitrag 351. Am 28. April 1873 wurde der Brief von Ismail auf die lange Reise geschickt: via Wien und Triest wurde der Beleg nach Corfu (Griechenland) transportiert. Dort wurde das Porto erhoben: 100 Lepta, wie bereits mit rot vermerkt wurde.

Rückseitig finden wir tatsächlich Transitstempel von Wien (2/5) Triest (3/5) und KERKYRA (28 APR). Das seltsame Datum (28.4.) erklärt sich durch den unterschiedlichen Kalender (gregorianisch, in Griechenland: julianisch).

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 18.09.2015 20:38:44 Gelesen: 237225# 353 @  
@ Heinz 7 [#351]

Hallo lieber Kollege,

die Angaben von Wikipedia decken sich nicht ganz mit den Angaben von Calin Marinescu in seinem Werk "OFICIILE, AGENTIILE SI GARILE POSTALE ROMANE 1850 - 1950" aus dem Jahr 1999 - Wikipedia nennt als Zugehörigkeit Ismails zu Rumänien den Zeitraum von 1856 - 1877.

Marinescu gibt als "Perioada de functiionare" - der Postämter in Ismail, also den Zeitraum, in dem die rumänischen Postämter in Ismail in Betrieb waren an von 1856 - Oktober 1878.

Immerhin 10 Monate länger als wie bei Wikipedia.

Im Jahre 1865 wurde meines Wissens erstmals ein Stempel "ISMAIL" eingesetzt

So müssten wir uns nun auf die Suche machen nach Stempeln aus dem Zeitraum ´von 1856 bis 1865, wie spannend.

Tatsächlich zeigt unser Freund Kiriac Dragomir in seinem bereits mehrfach erwähnten Werk "Stampilografie Postala" auf Seite 72 fig. 223 einen extrem teuren Brief, freigemacht mit 4 Marken x 40 Parale (Michel Nr. 6) und drei Stempel PM52 "ISMAIL" in kyrillischer Schrift vom 30. Januar 1859 von Ismail nach Iassi an "den türkischen Gasthof in Jassy".

Diesen Stempel zeige ich hier in einer Abbildung. Ismail gehörte zu jener Zeit also zu Rumänien.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 18.09.2015 23:35:02 Gelesen: 237206# 354 @  
@ 10Parale [#353]

Bravo!

Du hast recht, ich habe die anonymen FRANCO-Stempel nicht beachtet! Was lesen wir dazu im Handbuch 1994 Heimbüchler?

"Nach dem Frieden von Paris 1856 musste Russland den südlichen Teil Bessarabiens abtreten, der an die Moldau fiel. So kamen zu den 14 Postämtern der Moldau noch die neuen Ämter BOLGRAD, CAHUL und ISMAIL hinzu" (siehe Seite 32).

Der Stempel von Ismail ist sehr selten! Meines Wissens hatte auch Grossmeister Heimbüchler diesen Stempel nicht in seiner Grand Prix-Sammlung.

Im Stempelbuch von Dragomir finden wir übrigens 18 "PM52"-Stempel. Wie gelangen wir zu dieser Zahl?

14 Postorte der Moldau
+ 2 weitere Stempel: GALATI + IASI hatten je zwei Stempel
+ 2 ex Bessarabien (1856): CAHUL+ISMAIL. (Von Bolgrad scheint kein solcher Stempel bekannt!)

Neben dem von Dir erwähnten Brief mit 4 x 40 Parale nach Iasi (fig. 223) bildet auch Heimbüchler einen Brief mit dem Stempel von ISMAIL ab: siehe Seite 37 (fig. 36) (Bief Ismail nach Bacau).

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.09.2015 21:16:36 Gelesen: 237014# 355 @  
@ Heinz 7 [#354]

Vielen Dank für die weiteren Ausführungen. Bessarabien (1856) bestand aus 3 Kreisen (judetul - sing. judete - plural)- CAHUL + ISMAIL + (BOLGRAD).

Interessant wäre es in diesem Zusammenhang auch, nach Stempel eines Ortes namens Chilia - Kilianova - zu suchen (siehe auch ttps://de.wikipedia.org/wiki/Kilija). Diese berühmte Donauhandelsmetropole liegt heute in der Ukraine und gehörte zu jener Zeit (1856 ff.) zu Rumänien. Die Geschichte Bessarabiens erinnert mich irgendwie an die Geschichte des Elsass.

Heute zeige ich ein kleines Einschreibe-Briefchen, dass am 7. Mai 1894 in Jassy portogerecht frankiert (25 Bani Gebühr für Briefe bis 20 gramm in die Länder der UPU zzgl. 25 Bani Einschreibegebühr (lt. Marinescu) mit einer Michel Nr. 98 Karl I. 50 Bani orange freigemacht wurde und am 10.V.94 Zürich erreichte.

Incoming Mail - Rumänien - Schweiz

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.10.2015 22:47:44 Gelesen: 236012# 356 @  
@ 10Parale [#313]

Du hast uns alte Belege vorgestellt, da knüpfe ich gerne an.



Dieser Brief wurde von Turnu Oknei nach Roman gesandt. Gestempelt ist der Brief sehr sauber mit einem Zweikreisstempel "M 2", "T. OKNEI", fig. 298 Kiriac Dragomir. Einen Tag später erhielt er rückseitig den Stempel "M 1" "ROMAN 17/10" (fig. 282).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 06.10.2015 23:23:44 Gelesen: 236005# 357 @  
Hallo,

um welchen Ort handelt es sich hier? BAIC??U



Gara steht für Bahnhof denke ich.

Danke, harald
 
10Parale Am: 07.10.2015 09:55:24 Gelesen: 235897# 358 @  
@ bignell [#357]

Es handelt sich um den Stempel PG10 von BAICOI. Diese aus mehreren Ansiedlungen bestehende Ortschaft lag im Kreis PRAHOVA an der Bahnstrecke zwischen Ploiesti und Campina. Ein sehenswerter, in meinen Augen seltenerer Stempel (Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Seite 203).

@ Heinz 7 [#356]

Dieser M2 Stempel von T.OKNEI fehlt mir noch in der Sammlung. Diese zwischen 1859 und 1965 gebrauchten Stempel haben schon Ihren besonderen Reiz. Ich kann lediglich mit einem M2 Stempel von FOKSCHANI auf einer Begleitliste für Briefe aufwarten, immerhin eine relative Frühverwendung, denn dieser Stempel galt am 22.12.1861 und wurde hier am 4.1.1862 aufgesetzt.

Liebe Grüße

10Parale


 
bignell Am: 07.10.2015 18:31:42 Gelesen: 235838# 359 @  
@ 10Parale [#358]

Hallo 10Parale,

vielen Dank für die Info.

Lg, harald
 
Pepe Am: 25.10.2015 22:06:38 Gelesen: 234579# 360 @  
Nach langer Pause wieder mal im Rumänienalbum angereist. Und da gehe ich ins Jahr 1894. Hier handelt es sicher um Nachauflagen der 13. Ausgabe. Mi vergibt vier Marken Nr.: 95-98, nun mit Wasserzeichen P R. Das wurde vermutlich wegen der Fälschungen von früheren Ausgaben eingeführt. Und dieser Satz hat es insofern in sich, weil erstens das Wz verschiedene Größen und acht verschiedenen Stellungen aufweist und zweitens die vier verschiedenen Zähnungen nach Spezialisierung rufen.

Am Normalsammler geht das vorbei. Er hat nicht die Literatur und kennt nicht die Wertunterschiede. Vielleicht kann er dank euer Hilfe doch etwas mehr erfahren. Ich stelle die vier Marken mal vor.



1894 01 ??, Mi 95, violett, Wz 1, gz: 11½:13½; Mi 96, grün, Wz 1, gz: 13½



Mi 97, ultramarin, Wz 1, gz: 13½; Mi 98, orange, Wz 1, gz: 11½:13½

Die Mischzähnung soll seltener sein. Nun ich freue mich schon auf die Meinung der Experten.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 25.10.2015 22:38:03 Gelesen: 234575# 361 @  
@ Pepe [#360]

Hallo Pepe

schön, vor Dir zu lesen!

Ich erlaube mir, anzumerken, dass in MEINER Zählung diese Ausgabe die 12. ist (nicht die 13.)

1 = 1858 (rund)
2 = 1858 (viereckig)
3 = 1862
4 = 1865 Cuza
5 = 1866 Karl I. Parale
6 = 1868 Karl I. im Perlenkreis
7 = 1869 Karl I. Backenbart
8 = 1871 Karl I. Vollbart
9 = 1872 Karl I. im Perlenkreis
10 = 1880 Karl I. Posta Romana
11 = 1881 Königreich, Ausgabe "Vulturi"
12 = 1890 König Karl I. im Doppeloval
13 = 1891 Regierungsjubiläum
14 = 1893 ff König Karl I., Ährenausgabe

Die Nummern 95-98 mit WZ "PR" werden im CMPR 74 mit 3 verschiedenen Zähnungen aufgeführt: A / B / C.

A = 13.5
B = 11.5
C = 11.5 : 13.5

Es mag etwas überraschen, dass die Zähnung C die am tiefsten bewertete ist.

3 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 4; A = Faktor 1.2
5 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 3; A = Faktor 1.5
25 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 10; A = Faktor 1.5
50 Bani: C = Faktor 1; B = Faktor 3.5; A = Faktor 1.2

Dies jeweils für die gestempelte billigste Farbe.

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 26.10.2015 20:15:44 Gelesen: 234516# 362 @  
@ Pepe [#360]

Freut mich sehr, dass du dein Rumänien-Album aufschlägst, ich hoffe, da sind noch viele schöne Marken versteckt.

Bei Briefen ist es fast unmöglich, eine genaue Bestimmung dieser 12. Ausgabe vorzunehmen. Da gibt es beispielsweise aus dem Jahr 1890/91 eine Marke zu 25 Bani mit dem Pseudofiligran "Kleines Wappen" in zwei Farben: A. blau und B. ultramarin, die wiederum in 3 verschiedenen Zähnungen vorkommen, zudem soll es diese Marken auch ungezähnt geben und mit einem auf dem Kopf stehenden Wasserzeichen.

Dann gibt es die Ausgabe 1890/91 ohne Wasserzeichen mit der Zähnung 13 1/2 und auch in Mischzähnungen, davon auch wieder ungezähnte Ausgaben.

Im Jahr 1894 wurden die von dir gezeigten 4 Marken herausgegeben mit dem Wasserzeichen PR II. Ich bin der festen Meinung dass der Brief, den ich hier zeige, mit exakt der gleichen Marke Michel Nr. 97 in Zähnung 13 1/2 abgeschlagen wurde, wie du sie zeigst. Ich müsste die Marke ablösen um das Wasserzeichen zu eruieren, was ich aber nicht tun will, mir gefallen diese Briefe so wie sie sind.

Das Brieflein wurde am 23. Mai 1894 portogerecht abgeschlagen und ging nach Wien, wo es am 25. Mai mit einem Stempel in Empfang genommen wurde.

10 Parale


 
Pepe Am: 26.10.2015 21:58:51 Gelesen: 234504# 363 @  
@ Heinz 7 [#361]

Hallo Heinz,

mein kleiner Irrtum hat was Positives gebracht. Die kleine Übersichtstabelle habe ich nun in meinen alten Mi übertragen. Und so wurde mir wieder geholfen. Für die schnelle Reaktion auf meine 4 Marken ein großes Dankeschön. Soll ja auch Neulinge für die Rumänienphilatelie anlocken. Nun wird einmal mehr deutlich, wie stark man sich hier spezialisieren könnte.

Noch werden ja massenhaft preiswerte Marken herumschwirren. Mich persönlich halten natürlich die so oft erwähnten Fälschungen von jeglichen Investments in Marken ab. Das nimmt ja mehr und mehr zu, in allen Bereichen bis hin in die moderne Marken und Stempelwelt. So hat mich die Sammelfreude langsam aber sicher verlassen.

Der Mi erwähnt für diese Ausgabe die 4 Zähnungen und berichtet im Vorfeld von der Seltenheit der Mischzähnungen. Da wird einmal mehr deutlich, wie hoch der Nachholbedarf in der deutschen Hochpreisliteratur tatsächlich ist. Allerdings könnte ja der neueste Katalog schon neueste Forschungsergebnisse eingearbeitet haben. Meiner ist von 2003 und schon nicht mehr aktuell.

Wenn du von der billigsten Farbe sprichst, gehe ich von aus, bei den Farben wird es weitere Spezialisierungen geben. Also ein Abenteuerland - die alte Rumänienklassik. Einige wenige werde ich auch noch zeigen können. Und freue mich immer auf die Meinung der Experten.

@ 10Parale [#362]

Auch dir großen Dank für den Beitrag. Ja dieses Wasserzeichen hat es in sich. Von den 4 Marken ist nur bei einer (Mi 97) ein vollständiger Buchstabe gut erkennbar. Bei allen anderen nur Teile der "P" und "R". So ist auch hier ein mühsames Mosaikspielen erforderlich. In euer Spezialliteratur wird sicher ausführlicher über die Wasserzeichenunterschiede berichtet. Bei meiner 97 könnte ich die Breite und Höhe und die Abstände zu den benachbarten Buchstaben ausmessen.

Der Blick gegen das Licht bringt hier leider nichts. So bleibt ein Briefgeheimnis. Schön am Brief ist natürlich das Datum und bedenkt man die 121 Jahre, das ist super stark.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 26.10.2015 23:33:30 Gelesen: 234491# 364 @  
@ Pepe [#363]

Besten Dank, Pepe, für Deinen Beitrag. Ich denke, Du kannst aber ohne Furcht gut Investitionen tätigen in Rumänien-Marken, denn viele sind ja wirklich nicht teuer. Dass sie praktisch allesamt gefälscht wurden, schon sehr früh, stimmt uns natürlich bedenklich, aber dadurch sich ganz entmutigen zu lassen, finde ich nicht richtig.

Teurere Marken habe ich immer auch erst gekauft, wenn ein zuverlässiges Attest oder eine Meinung eines Experten vorlag. Über die letzten 25 Jahre habe ich zwar einiges gelernt, aber bei wirklich teuren Marken ist eine Zweitmeinung IMMER zu empfehlen.

Von den ersten 144 Michel-Nummern von Rumänien (1.-14. Ausgabe) sind VIELE Marken tief bewertet und "für ein Butterbrot" zu haben. Ich habe selbst zuerst eine hübsche Grundstocksammlung gekauft, für einen Betrag von CHF 1'617 (1988). Dafür habe ich einen wirklich schönen Grundstock erhalten. Diese Marken haben mir unglaublich geholfen; ich hatte viel Vergleichsmaterial. Die nächsten 25 Jahre habe ich dann stets dazugekauft: Schönere, Bessere, solche, die noch fehlten...

Trotzdem - der Einkauf der Grundstocksammlung war einer meiner besten Käufe.

Einen anderen Tipp kann ich Dir auch gerne geben: Investitionen in Ganzsachen sind eigentlich risikolos. Ganzsachen sind sehr tief bewertet, in den Katalogen, und so werden auch seltene Sachen meist sehr preisgünstig zu kaufen. Versuche einmal, alle Ganzsachen 1870-1910 zu kaufen! Das ist zwar nicht "teuer", aber sehr schwierig! (Und spannend!).

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 29.12.2015 16:52:32 Gelesen: 228307# 365 @  
Da sich das Jahr dem Ende neigt, möchte ich zu diesem Thema noch einen gelaufenen Brief vorstellen.

Der Brief lief von BRAILA nach CORCELLES-PRÉS-PAYERNE in der Schweiz (Kanton Waadt). Abgeschlagen wurde er 1 x vorderseitig und 2 x rückseitig mit dem Stempel B4 (Ornament Posthorn - Typ VI oder X - Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Seite 141 ff.) von BRAILA (Große Walachei).

Stempeldatum Braila 26. Oktober 1906 - Ankunft rückseitig dokumentiert am 30.X.06.

Die Auslandsdestination wurde rückseitig portogerecht mit insgesamt 25 BANI freigemacht. Der Absender benutzte dazu ein waagrechtes Paar vom Bogenrand der Michel Nr. 179, 5 Bani grün/schwarz, 25 Jahre Königreich Rumänien und eine 15 Bani Marke der so schwierigen Ährenausgabe (im rumänischen Katalog sicher die Nr. 217).

2 interessante Details am Rande:

Die Michel Nr. 179 wurde in Bögen zu hundert Marken gedruckt, rechts erkennt man noch die Inschrift der Druckerei "Bradbury, Wilkinson et Cie. Ltd., Eagravers" aus London.

Der Empfänger ist eine Firma, die es seit 1852 gibt und heute noch existiert (unter dem Namen BOSSY CEREALES SA - spezialisiert in Getreideprodukten).

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.12.2015 21:58:26 Gelesen: 228265# 366 @  
@ 10Parale [#365]

Hallo 10 Parale,

danke für's Zeigen! Bis und mit 1900 war die rumänische Post noch einigermassen zurückhaltend mit der Herausgabe von neuen Briefmarken, das änderte aber, als 1903 zwei und 1906 gleich sieben (!) grossformatige Sätze mit Gedenk- und Wohlfahrtsmarken neu herausgegeben wurden. Schöne Verwendungen davon sind aber manchmal gar nicht einfach zu finden.



Ich zeige anbei auch eine Mischfrankatur der "Ährenausgabe" und einer Marke der Gedenkausgabe "25 Jahre Königreich Rumänien"; Michel Nr. 183. Ein inner-rumänischer Brief von 1907, der aber (Reko-Brief, höheres Gewicht) immerhin 55 Bani kostete.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 30.12.2015 01:46:04 Gelesen: 228229# 367 @  
@ Heinz 7 [#366]

Hallo Heinz,

von den grossformatigen habe ich auch einen:



1906 1+5+2x10 Bani Botosani - Lyon

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 08.02.2016 21:18:51 Gelesen: 224105# 368 @  
@ bignell [#367]

Hallo Freunde der Rumänien-Marken,

es ist schön, wenn man Briefmarken mit besonders schönen Stempelabschlägen zeigen kann. Anbei zeige ich Euch Michel Nr. 25 mit einem Stempel "GIURGIU" der Gruppe A65 ("Agrafa bogata"), fig. 396 Dragomir.



Der 50 Bani-Wert war der höchste der 7. Briefmarken-Ausgabe von Rumänien ("Karl mit Backenbart"). Erstmals wurden auch Marken für das Ausland ausgegeben (25 Bani & 50 Bani; Mi. 24 + 25).

Die Marke ist an drei Seiten riesenrandig und lässt keine Wünsche offen.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.02.2016 10:41:33 Gelesen: 221635# 369 @  
@ Heinz 7 [#368]

Liebe Kollegen,

geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt man, und also hoffe ich, dass Ihr Euch mit mir freut! Ich habe nämlich etwas sehr Schönes gefunden!



Was auf den ersten Blick aussieht wie eine ganz gewöhnliche Postkarte von 1900 von Frankreich, wie es sie zu hunderttausenden gibt, entpuppt sich bei genauerem Studium als grosse Rarität!

Diese Postkarte "Carte postale" trägt eine Frankatur aus Frankreich. Der Bestimmungsort, Caracal Roumanie, macht die Karte für mich als Rumäniensammler schon interessant, und saubere Postkarten aus der Zeit Frankreich - Rumänien sind gar nicht so häufig.

Der Stempel, der leider etwas schwach abgeschlagen ist, verrät uns nun etwas Wichtiges: "..AB EL OUED ALGIER; 13 NOV 00" können wir zweifelsfrei entziffern. Dies bedeutet nun also, dass die Karte nicht vom französischen Mutterland aus gesandt wurde, sondern von Algerien (mit der Französischen Post von Algerien). Das ist nun wirklich sehr selten!

Beim flüchtigen Hinsehen werden mehr als 99 % der Sammler diese Karte in einem Posten "überblättern". Wie viele Raritäten habe auch ich wohl übersehen? Manchmal lohnt sich aber auch ein Blick auf die Bildkarte.



Das Motiv mit der schwarzen schönen Frau gibt einen klaren Hinweis auf Afrika, und darum hat der Sammler wohl auch den fast unleserlichen Stempel so genau unter die Lupe genommen. Mit dem bekannten Ergebnis.

Das macht Spass!

Allen ein schönes Wochenende!

Heinz
 
Pepe Am: 29.02.2016 20:31:17 Gelesen: 221247# 370 @  
Heute frisch gescannte Marken der 14. Ausgabe, Ährenmarken ab 1893. Für Neulinge sei erwähnt, bei der Zähnung handelt es sich ausnahmslos um Linienzähnung. Im Michel keine Bewertungsunterschiede. Das große X, Y steht fürs Wasserzeichen. Von diesem sollen 8 mögliche Stellungen vorkommen. Also eine Ausgabe für Spezialsammler und Forscher. Meine kleine Auswahl zeigt lediglich mal das Muster aller Wertstufen dieses Satzes. (11 verschiedene)



Mi 99 Y, hellbraun, gz 11½; Mi 100 Y, schwarz, gz 13½



Mi 101 Y, lilabraun, gz 13½; Mi 102 Y, blau, gz 11½

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 29.02.2016 22:03:42 Gelesen: 221226# 371 @  
@ Pepe [#370]

Lieber Pepe,

danke für diese schönen Scans. Die 14. Ausgabe von Rumänien, die berühmte "Ährenausgabe", hat fast unzählige Varianten (Zähnungen, Papiere, Wasserzeichen).



Anbei zeige ich gerne einen Beleg mit einer Frankatur 25 Bani, zusammengestellt mit 3 Wertstufen, Michel Nr. 99 Y (5), 102 (2), 103. Da der Brief bereits im Februar 1897 befördert wurde, ist die Katalogbestimmung einfacher als bei späteren Ausgaben.

Auffallend an den Marken auf diesem Brief ist bestimmt, dass 7 von 8 Marken ziemlich dezentriert sind. Beim 5 Bani-Wert finden wir übrigens zwei verschiedene Farben: blau und hellblau. Sicherlich ein attraktiver Beleg.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 01.03.2016 21:10:55 Gelesen: 221117# 372 @  
@ Heinz 7 [#371]

Das ist schon 'Großes Kino', was Du hier zeigst. Ich glaube eine Fünfereinheit, 119 Jahre alt, mag ja schon lose selten sein. Und nun noch auf Brief. Schon sehr sehr stark. Und bemerkenswert wie das Markenbild auf dem Bogen sich verschiebt.

Ein wirklich starker Beleg. Danke fürs zeigen.



Mi 103 Y, grün, gz 11½; Mi 104 X, rot, gz 13½



Mi 105 X, dunkellila, gz 13½; Mi 106 Y, dunkelgrün, gz 13½

Bei der 10 Bani ein grüner Punkt neben dem Mund. Bei der 25 Bani unten rechts ein Punkt und oben über "N" weiße Linie.

Der BUCURESCI Stempel Durchmesser innen 12, außen 22 mm. Der No5 Stempel mit Datum 24 OCT 80 0. Zu diesem Stempel siehe auch [#232] [#236] [#238] [#241] [#243]. Da tun sich so allerhand Fragen auf. Das ist das schöne an der Klassikphila. Im Grunde genommen ist fast jedes Stück ein Unikat, welches auf seine eigene Art ein Stück Geschichte schreibt.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 01.03.2016 22:15:50 Gelesen: 221101# 373 @  
@ Pepe [#372]

Hallo Pepe,

herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, solche Briefe machen Freude.

Aber auch Deine schönen Einzelstücke gefallen mir! Zum Stempel No. 5 hat ja vor allem "10 Parale" einen wichtigen Beitrag geschrieben (no. 233).

Es ist ja gar nicht so einfach, bei diesen Marken der "Ährenausgabe" die Zähnungen alle zusammen zu kriegen, manche sind echt rar! Von der Ausgabe 1900, ohne Wasserzeichen, dem 15 Bani-Wert kann ich einen Satz zeigen



Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.03.2016 22:39:04 Gelesen: 221094# 374 @  
@ Pepe [#372]

Lieber Pepe,

ich freue mich, dass Du die Geschichte um den Stempel fig. 814 Dragomir nochmals aufnimmst (vgl. 232, 233, 236, 238, 241, 243). Marcel hat (einmal mehr: scharfsinnig) auf Unstimmigkeiten bei der Abbildung im Buch hingewiesen (no. 241). Marcel hat recht, die Jahreszahl bei diesem Stempel ist (meines Wissens) immer dreistellig: also z.B. 899 (für 1899) oder 900 (für 1900).

Dass dieser Stempel auch in der Goldmedaillen-Sammlung des Herrn Horst Scherrer besondere Beachtung fand, überrascht den Kenner nicht. (Horst Scherrer war der erste Leiter der ARGE Rumänien mit riesigen Sammlungen, die er sorgfältigst bearbeitete).



Hier sehen wir auch schön den accent auf dem é, wie bei Marcel erwähnt. Französisch war die Sprache des Weltpostvereins im XIX. Jahrhundert.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 03.03.2016 18:06:09 Gelesen: 221026# 375 @  
@ Heinz 7 [#373]

Gibt es bei der Ährenausgabe einen Bewertungsfaktor für die Zähnungen, so wie du schon im Beitrag [#361] geschrieben hattest?

Der Stempel ist eine spannende Sache. Schön mal als Vollstempel zu sehen. Vielen Dank.

Ich muß erst mal wieder scannen und grüße
bis bald
Pepe
 
Heinz 7 Am: 03.03.2016 22:32:51 Gelesen: 221003# 376 @  
@ Pepe [#375]

Lieber Pepe,

der rumänische Katalog CMPR '74 zeigt eine Bewertung für die Zähnungsvarianten.



Das Buch ist sehr detailliert bei den ältesten Marken

Kapitel 1: Klassische Marken (1858-1872): S. 30 - 132
Capitolul 2: Marcile postclasice (1872-1900): S. 133 - 162
Capitolul 3: Marcile moderne (1903-1937): S. 163 - 193

u.s.w.

Das Buch ist leider schon über 40 Jahre alt, aber die Wertrelationen sind ja dennoch ersichtlich.

Das Buch wird immer wieder antiquarisch angeboten, kostet ca. Euro 50. Für Spezialisten ein "Muss".

Heinz
 
Pepe Am: 07.03.2016 20:35:51 Gelesen: 220691# 377 @  
@ Heinz 7 [#376]

Es gibt eine Nachauflage von 2006. Solltest Du dies noch nicht gewusst haben? Für meine kleine Minisammlung lohnt der Literaturaufwand leider nicht. Ich führe schon wieder innerliche Überwindungskämpfe mit der Anschaffung des neuen DSK für 86 Euro durch. Mein 10 Jähriger tut ja noch seine Dienste und die Frage bleibt immer: Lohnt sich das überhaupt?



1893-1898, Mi 107 X, orange, gz 13½; Mi 108 X, hellbraun rosa, gz 13½; Mi 109 X, orange braun, gz 13½.

Der Nummernstempel 285 bei der 2 Lei wundert. So wie auch hier wieder allerlei kleinere Druckzufälligkeiten vorkommen.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 08.03.2016 23:29:51 Gelesen: 220630# 378 @  
@ Pepe [#377]

Auch in der Schweiz sind die Kataloge teuer, und kaum mehr jemand kauft sich jedes Jahr den neuen Katalog, wie dies vor z.B. dreissig Jahren bei den meisten Sammlern wohl die Regel war. Früher stiegen die Katalogwerte ja auch oft, und viele Sammler rechneten fleissig nach, wie viel ihre Bestände nun jedes Jahr an Wert gewannen. - Vergangene Zeiten ...

Wenden wir uns Schönerem zu, z.B. einem Viererblock

Michel 143



Du hast recht: diese Ausgabe wartet mit vielen kleinen und grösseren Druckzufälligkeiten auf.

Gute Nacht!

Heinz
 
10Parale Am: 15.04.2016 20:33:14 Gelesen: 215150# 379 @  
@ Heinz 7 [#289]

Obwohl ich heute schon um 4.00 Uhr aufgestanden bin, muss ich diesen kleinen Beitrag schreiben:

Rumänische Post in der Levante Michel Nr. 1a 10 Par auf 5 Bani blau Aufdruck schwarz in einem VB fein gestempelt mit dem violetten Stempel des rumänischen Hafen-Postamtes in Constantinopel (Cospoli) vom 14. April 1896. (Kiriac Dragomir Seite 260 fig. 1468 SMR18).

Laut den Angaben von Dragomir war dieses Stempel vom 13. April 1896 - 02. Mai 1896 in Gebrauch, d.h. kurze Verwendungsdauer.

Der gleiche Stempel (ebenso wie der Eisenbahnstempel) aus Beitrag #289 ist vom 27. März 1896, ist also 18 Tage vor der von Dragomir angegebenen Verwendungszeit abgeschlagen worden. Der CMPR andererseits erwähnt eine abweichende Verwendungsdauer des Stempels vom 16. März bis zum 26. April. Bei solch widersprüchlichen Angaben sollten wir uns an die Fakten halten, d.h. an das, was man sieht.

Rückseitig ein Zeichen, dass mir bei anderen rumänischen Marken auch schon begegnet ist, eine literarische Erwähnung habe ich nicht gefunden.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 15.04.2016 22:16:21 Gelesen: 215126# 380 @  
@ 10 Parale

Es ist gut, wenn man sich die Zeit nimmt und sich alles in Ruhe und ohne Hast anschaut. Chiriac Dragomir gibt auf Seite 259 die Zeitspanne an, in welcher das Rumänische Postamt in Konstantinopel als solches funktionierte und zwar 4/16 März bis 27 April/9 Mai 1896. Auf Seite 260 gibt er dann bloß zwei Beispiele für die Verwendung des Stempels an, Marken die sich in der Sammlung (5) bzw. Silviu Dragomir befinden.

Nor 42
 
10Parale Am: 16.04.2016 19:23:01 Gelesen: 214926# 381 @  
@ nor 42 [#380]

Vielen Dank für den richtigen Hinweis. Ich vermeide früh aufstehen, denn wie man sieht, tut es mir nicht gut.

Ich zitiere aus o.g. Buch für die wenigen rumänischen Forenteilnehmer oder solche die sich rühmen, Latein gelernt zu haben:

A functionat in localul Agentiei S.M.R. intre 4 /16 martie - 27 apr. / 9 mai 1896. Durata scurta de 55 zile a acestui oficiu postal a determinat si raritatea singurului stemplu utiliziat...

Übersetzt: "die kurze Existenz dieses Postamtes, die 55 Tage dauerte, machte den einzigen dort verwendeten Stempel zu einer Rarität".

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 19.04.2016 12:48:03 Gelesen: 214637# 382 @  
@ Pepe [#62]

Zur Marke Michel Nr. 41b, Freimarkenserie Fürst Karl I. im Kreise, 25 Bani, Pariser Druck, dunkelorange auf hellchromgelb, hätte ich hier noch ein schönes Brieflein aus Jassy (ehemals Fürstentum Moldau).

Besonders gefällt mir der Stempel Jassy I (H) (mit achteckigem Stern), einer der 3 kleinen Stempel von Jassy (Kiriac Dragomir Stampilografie Postala Seite 107). Er wurde sehr klar am 6. Juli 1874 abgeschlagen. Rückseitiger Ankunftsstempel von Wien Landstrasse vom 8. Juli 1874.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.04.2016 22:47:58 Gelesen: 213509# 383 @  
@ 10Parale [#382]

Lieber 10 Parale,

ein schöner Brief, wenn auch nicht "ganz perfekt". Die Marke ist ja nicht sooo selten, trotzdem finden wir sie kaum je wirklich makellos. Die Zähnung Deiner Marke ist klar überdurchschnittlich.

Ich zeige anbei ein loses Paar.



Nicht alle 88 Zähne sind in voller Länge vorhanden, aber auch diese Marke ist sicher sammelnswert. Die Marke ist etwas dezentriert. Besonders hübsch ist aber sicher der Einschreibe-Stempel.

In Beitrag 37 habe ich bereits ein hübsche Paar der 25 Bani-Marke gezeigt, allerdings Mi. 41a, nicht b.

Freundliche Grüsse
 
Heinz 7 Am: 26.04.2016 23:20:37 Gelesen: 213502# 384 @  
@ 10Parale [#382]

Grössere Einheiten dieser Ausgabe Karl I. im Perlenkreis sind am ehesten bei den tiefen Wertstufen zu finden. Michel Nr. 36 hat einen Nennwert von nur 1.5 Bani. Anbei kann ich einen Neunerblock zeigen.



Dieser Block hat aussen total 180 Zähne; es ist klar, dass der eine oder andere Zahn etwas stumpf ist. Sicherlich ist der vorliegende Block aber recht gut erhalten und wirkt in seiner imposanten Grösse sehr beeindruckend, finde ich.

Bis bald

Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.06.2016 21:37:11 Gelesen: 208372# 385 @  
@ Rumäniensammler

Die Marke 50 Bani König Karl I., Michel Nr. 69, ist nicht selten. Aber der schöne C.F.R. (Eisenbahnstempel) macht dieses Exemplar zu etwas Besonderem.



Man kann sich an kleinen Raritäten freuen, es müssen nicht immer teure Stücke sein!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2016 21:42:54 Gelesen: 207905# 386 @  
@ 10 Parale

Lieber Freund,

als ich Deinen Namen zum ersten Mal auf Philaseiten las, habe ich mich ein wenig gewundert, weil eine "10 Parale"-Marke von Rumänien gibt es bekanntlich nicht!

Aber dennoch ist dieser Begriff für die Rumänien-Kenner nicht ganz unbekannt. Es gab "irgendwann" wohl einen Probedruck zu einer Zeitungsmarke über 10 Parale (zur Ausführung kam dann nur die Marke zu 5 Parale, siehe Michel Nr. 5), und später gab es Nachdrucke dazu. Irgendwie scheinen diese "Objekte" nicht sehr beliebt zu sein, denn sie werden in der Literatur nur ziemlich stiefmütterlich behandelt.

Umso grösser ist meine Freude, dass ich nun erstmals einen solchen Nachdruck kaufen konnte.

Teils wurden dafür schon Phantasiepreise gefordert. Nun schien mir der Preis vertretbar - also habe ich mir das sehr seltene Stück gekauft.



Ein ausführliches Attest dazu habe ich auch, von Leonard Pascanu. Wir können dieses Stück in Heidelberg gerne besprechen!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 14.06.2016 20:34:11 Gelesen: 207835# 387 @  
@ Heinz 7 [#386]

Hallo Heinz,

... was beweist, dass mein Name kein Fantasieprodukt sei.

Gratulation zum Erwerb dieser von Leonard Pascanu attestierten Nachdruck Marke zum Nennwert von 10 Parale. Ich warte gespannt auf die Besprechung in Heidelberg.

Wenn ich es richtig verstehe, handelt es sich um einen Nachdruck eines Probedrucks? Es war hier ja auch schon von einem Fälscher die Rede, der versucht haben soll, den Leuten eine 10 Parale Marke anzudrehen. Das wäre meines Wissens auch im Übrigen der erste Fälscher, der nicht nur fälscht, sondern gleichzeitig auch erfindet. Stelle Dir vor, heutzutage käme ein gefälschter 150,-- Euro Schein in Umlauf. Wie dumm müsste man sein, um ihn anzunehmen?

Was ich damit sagen will: Ich bin der festen Überzeugung, dass es dazu Probedrucke gab, vielleicht schlummern diese auch tatsächlich noch irgendwo ihren unentdeckten Dornröschenschlaf.

Na denn, ich freue mich auch auf Heidelberg und zeige zu guter Letzt die außergewöhnliche 30Parale auf Feld 31 im Bogen, den ich den Experten der Arbeitsgemeinschaft Rumänien zur Prüfung vorlegen werde.

Bis dann

10Parale


 
Heinz 7 Am: 18.06.2016 18:01:44 Gelesen: 207497# 388 @  
Wenn eine lang verschollene Sammlung wieder auf den Markt kommt, ist das Interesse naturgemäss gross. Fast 50 Jahre nach dem Verkauf der Hauptsammlung von Eduardo Cohen (Schwenn, September 1967) kam am Donnerstag ein wichtiger anderer Teil der Cohen-Sammlung zur Versteigerung: 4. - 8. Ausgabe! Corinphila hat angekündigt, diese grossartige Sammlung in drei Teilen anzubieten, und am Donnerstag (16.6.) wurden die ersten 141 Lose versteigert.

Die Liste der mich interessierenden Lose wurde lang und länger - viele sehr spezielle Lose kamen zum Angebot. Ich habe darum meine Abreise nach Heidelberg um einen Tag verschoben und fuhr an die Auktion nach Zürich.

Nun, ich habe fast nichts kaufen können, da in der Regel heftige Bietergefechte entflammten und einige Stücke ziemlich teuer wurden. Das ist einerseits zwar eine Enttäuschung, aber diese Situation habe ich als langjähriger Sammler schon oft erlebt. Und anstatt im Frust die eigenen Limiten zu vergessen und mehr zu bieten, als man eigentlich wollte, verzichtete ich auf einen Kauf und freue mich, dass mein Sammelgebiet eine starke Nachfrage hat!

Eine Besonderheit der Cohen-Sammlung sind die grossen Einheiten der Steindruck-Marken. Sie wurden fast alle ziemlich teuer verkauft. Wenn dann eine Einheit noch "Leerfeld"-Stellen aufweist, dann sind meistens mehrere Sammler an dem Stück interessiert, und in dieser Cohen-Auktion waren mehrere solcher Blockstücke vorhanden.



Dieser Bogenteil hätte Platz gehabt für einen Neunerblock. Es ist ein Eckrandstück, darum hat er oben und rechts einen breiten Rand. Dass wir hier nun einen "seltsamen Fünferblock" haben, hängt damit zusammen, dass vier Felder nicht bedruckt wurden. Ich finde wir sollten darum am Besten von einem "Neun-minus-Vier=Fünferblock" sprechen.

Diese Einheiten waren für die Plattierung der Briefmarken extrem wichtig. Cohen liebte diese Stücke.

Ich auch. EINES habe ich mir gesichert. Mehrere andere sind in andere Sammlungen gelangt. Verkauft wurde m.W. alle diese "Einheiten mit Blankfeldern". Sie sind schön, selten, philatelistisch interessant und wertvoll.

Schöne Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.06.2016 23:18:54 Gelesen: 207058# 389 @  
@ buzones [#82]

Dr. Gmach beschreibt den Stempel A. in blauer Tusche als Transitstempel, der aber erst in Wien angebracht worden sei. A = Herkunftsbezeichnung Autriche -....

Quelle: Österreichische und ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern 1782 bis 1880 Band I. Seite 209

Bei dem noch einmal gezeigten Brief von Jassy nach Paris an die Gebrüder Rothschild aus dem Jahr 1858 konnte ich nun auch Dank der Lektüre des Buches von Dr. Gmach die auf der Vorderseite sichtbare handschriftliche Taxierung "95" bestimmen. (Dr. Gmach Titel Band II Seite 173)

Der Brief musste demnach bis zur französischen Grenze für den österreichischen Auslandspostweg und den weiteren Transit über Österreich vom Absender freigemacht werden. Ein möglicher Postweg über die Schweiz war durch andere Verträge abgegolten, ein Postweg über Deutschland würde durch weitere Gebühren belastet worden sein. Diese kann ich auf dem Brief jedoch nicht erkennen.

Fakt ist, dass der Empfänger noch die Gebühr für die französische Inlandspoststrecke zu entrichten hatte, die zu jener Zeit bei einfachen Briefen bis zu 7,5 gramm bei 95 Centimes lag.

Hier die Postroute:

- Jassy 02.12.1858
- Lemberg 06.12.1858
- Krakau 08.12.1858
- Wien - A. - Transitstempel lt. Dr. Gmach
- Hüningen - da am nächsten zur Schweiz - Vermutung
- Paris 11.12.1858-

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.06.2016 23:15:25 Gelesen: 206814# 390 @  
@ Heinz 7 [#388]

Ich wollte diese Einheit (388) noch fertig erklären, finde aber erst jetzt Zeit dafür.

Hans Georg hat in seinem Buch "Rumänien / Typenmerkmale, Umdruckblocks und Drucksteine der STEINDRUCK-AUSGABEN 1865 - 1872" von 1979 mit einer Skizze (auf Seite 6) gezeigt, wie eine Druckplatte der 20 Parale-Marke damals aussah:

"Mit den Carol-Marken 1866 begann Sander die Herstellung der endgültigen Platten mit Hilfe der Umdruckblocks von 6 Marken im Bogen zu 200 Stück; je dreissigmal der Umdruckblock in einem Hauptkörper und 20 Ergänzungsmarken, beliebig eingesetzt, mit 4 Leerfeldern in der rechten, oberen Ecke".



17 x 12 = 204; diese Zahl eignete sich natürlich nicht für die Druckerei, also liess man 4 Felder (oben rechts) frei und unbedruckt. Schön, wenn man eine Bogenecke hat!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.07.2016 22:13:46 Gelesen: 204990# 391 @  
@ 10Parale

Eine Michel Nr. 54 im Viererblock ist sehr selten. Ich bin froh, dass ich dieses Exemplar finden konnte.



Der schwarze Punkt auf der ersten Marke ist zum Glück nur auf dem Scan, nicht auf der Marke.

Heinz
 
10Parale Am: 03.08.2016 22:06:46 Gelesen: 202203# 392 @  
@ Heinz 7 [#391]

Ein sehr schöner Viererblock. Das Papier scheint mir etwas wellig. Dieser Höchstwert des Freimarkensatzes aus dem Jahr 1879 wurde in Bukarest gedruckt und steht immerhin mit 140,-- Euro im MOK. Gratuliere!

Ich konnte schon vor einiger Zeit diesen Briefausschnitt erwerben. Er trägt die beiden gezähnten Marken Michel Nr. 34, Fürst Karl I. mit Vollbart aus dem Jahr 1872 zu 25 Bani.

Der Brief wurde an einem 27. Januar in Bukarest abgestempelt. War es üblich, pro Marke einen P.D. - Stempel anzusetzen? Vielleicht. Der Brief war portogerecht frankiert mit 50 Bani für eine Auslandsverwendung nach Mailand.

Da ich soeben von einem Urlaub aus der Toskana heimgekehrt bin, musste ich bei der Rückfahrt in Mailand an diesen Brief denken und den Weg, den er wohl genommen hat.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 06.08.2016 20:49:08 Gelesen: 202083# 393 @  
Soeben ging bei eBay eine Rumänien Michel Nr. 4, die Marke zu 108 Parale in "türkisgrünlicher Farbe" mit einem roten Stempel M1 von Jassy Moldova in einem Lot von 100 Briefmarken für sage und schreibe 256,-- Euro über den Tisch.

Möchte hier den Namen des Verkäufers nicht nennen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 21.08.2016 19:18:27 Gelesen: 201071# 394 @  
@ 10Parale [#393]

Hallo Sammlerfreund,

denkst Du, die Marke ist eine Fälschung? Dann sollte man den Verkäufer ruhig nennen, finde ich.

Eine 108 Parale für Euro 256 wäre natürlich ein Witz - auch wenn die Marke schwere Mängel aufweist, wäre so ein Preis viel zu tief (ich habe sie nie gesehen).

Wenden wir uns etwas Erfreulicherem zu:



Die abgebildete Marke ist eine Nummer 65. Besonders schön ist natürlich der perfekte Landpost-Stempel "JUD. DOLJIU, PL. BALTA. 18. FEB 87".

Eine gewöhnliche Marke wird durch so einen Stempel doch eine Rarität, das ist schön!

Heinz
 
10Parale Am: 23.08.2016 21:25:10 Gelesen: 200869# 395 @  
@ Heinz 7 [#394]

Sensationell! Augen auf, sage ich nur. Dieser seltene Landpost-Stempel vom JUDETUL DOLJIU ist bei Kiriac Dragomir in seinem Stempel-Handbuch auf Seite 173 abgebildet (fig. 954) als Stempel RJ2 klassifiziert. Allerdings ist dort PLASA ausgeschrieben, während bei dem von dir auf den beiden Marken abgebildeten Stempel PL. in Abkürzungsweise erscheint. Im Prinzip eine neuer, erst teilklassifizierter Stempel, gratuliere!

Es wird Zeit das Werk von Kiriac Dragomir ins Deutsche zu übersetzen bzw. das Werk der heutigen Forschung anzupassen. Das wäre ein Renten-Projekt!

Eine gewöhnliche Ganzsache, die ich hier vorstelle, wird durch den Stempel zwar nicht zur Rarität, aber erzählt Geschichten, die sich 296 Jahre zuvor und 75 Jahre danach abspielten:

Die Ortschaft Piua-Petri im Kreis Ialomita verschwand 1970 von der Landkarte. Es blieben zwar noch eine Kirche und Reste einer alten Festung über, aber die Bevölkerung wurde auf Grund stetig wiederkehrender Überflutungen des Flusses Ialomita sozusagen umgesiedelt. 1970 gab es eine besonders heftige Überschwemmung, Piua-Petri wurde von der Zivilisation aufgegeben. Schade, denn es wird vermutet, dass Mihail Viteazul 1558 dort geboren wurde. Der Woiwode (slawischer Ausdruck für Heerführer) vereinte 1599 für ein kurzes Jahr die Fürstentümer Moldau, Walachei und Siebenbürgen im Kampf gegen die osmanische Herrschaft.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.08.2016 00:02:15 Gelesen: 200433# 396 @  
@ 10Parale [#395]

Lieber 10 Parale,

toll, was Du alles weisst! Danke für die Info. Gerne steuere ich auch ein Bild zu, aber ich habe mich getäuscht, eine Briefmarkenserie mit alten Herrschern zeigte nicht Viteazul.

Und im CMPR '74 Inhaltsverzeichnis (Seite 563-596) finde ich auch keinen Hinweis.

Nun, ich habe ein wenig gestöbert und habe DOCH noch eine Ausgabe gefunden, die passt!



Na, ist doch schön, wenn Geschichte so ins Bild gesetzt wird! Ein stolzer Mann, Mihai Viteazul!

Herzliche Grüsse!
Heinz
 
Heinrich3 Am: 27.08.2016 08:46:45 Gelesen: 200368# 397 @  
@ 10Parale [#395]

Hallo,

Du schreibst: Es wird Zeit das Werk von Kiriac Dragomir ins Deutsche zu übersetzen bzw. das Werk der heutigen Forschung anzupassen. Das wäre ein Renten-Projekt!

Als ich noch Rumänien sammelte, fand ich in der Stadtbücherei München, Philatelistische Abteilung das Werk in deutsch. Es hat allerdings einen großen Nachteil; siehe folgendes:

Dragomir, Kiriac
Marcile poştale clasice Romaneşti: litografiate in perioada 1865 - 1872 / K. Dragomir
[Klassische Rumänische Steindruckausgaben]

[Masch.-schriftl. Durchschlag]
Benutzungsbeschränkung: Kopierverbot

Zuerst braucht man nur jemanden, der den Text in den PC tippt. Ich will und kann das nicht mehr auf Grund meines Alters.

Beste Sammlergrüße
Heinrich
 
10Parale Am: 05.09.2016 21:23:05 Gelesen: 199350# 398 @  
@ Heinrich3 [#397]

Vielen Dank für den wertvollen Hinweis. Ich fände es hochspannend, den Namen des Übersetzers zu erfahren. Für mich eine Überraschung. Im Tippen bin ich übrigens sehr sehr flink. Ich werde die Stadtbücherei in München und dort die Philatelistische Abteilung bei nächster Gelegenheit besuchen.

Das Studium beginnt eigentlich zu allererst mit dem Stichwort "Kartenkunde". Ohne Hilfe fachkundiger, philatelistisch interessierter rumänischer Zeitgenossen ist solch ein Werk auch fast undenkbar. Dennoch eine Herausforderung, über die es sich nachzudenken lohnt.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 05.09.2016 22:13:42 Gelesen: 199343# 399 @  
@ 10Parale [#398]

Lieber Freund,

ich weiss nicht, was Du genau meinst mit Deiner Bemerkung "Kartenkunde". Kann ich Dir weiterhelfen? Ich habe gute Literatur zur (Post-) Geschichte von Rumänien, u.a. der berühmte Band von Minescu. Was wünschst Du?

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.09.2016 22:27:19 Gelesen: 199340# 400 @  
@ 10Parale [#1]

Lieber Freund,

vor weniger als dreieinhalb Jahren hast Du dieses Thema mit der 5 Parale-Zeitungsmarke eröffnet. Nun sind wir immerhin bei Beitrag 400 angekommen, und wir haben schon viele schöne Stücke hier gezeigt und uns gegenseitig Freude bereitet.

Ich komme soeben heim von einer Geburtstagsfeier! Also feiere ich nun auch noch den Philaseiten-Beitrag 400 zu diesem Thema mit Euch!

Was gibt es Passenderes als Deinen ersten Beitrag aufzugreifen?

Anbei eine 5-Parale-Zeitungsmarke, echt und seit über 100 Jahren dokumentiert in Sammlerhand (bzw. - händen). Dieses Stück zierte einst die Sammlung Dorning Beckton.



Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.09.2016 23:47:37 Gelesen: 199017# 401 @  
@ Heinz 7 [#400]

Diese Marke sieht sehr ähnlich aus, aber sie ist NOCH seltener, weil sie ungestempelt ist! Die obere (Beitrag 400) hat einen feinen blauen Stempel.



Diese Marke ist eine Weltrarität, von der es ungebraucht keine zehn Stück mehr gibt.

Ein Stück wurde am 16.5.2015 in London verkauft bei Köhler, Wiesbaden: Los 369 brachte beachtliche Euro 32'000 (plus Zuschlag!) bei Katalogpreis von Euro 32'000. Der Katalogpreis der Marke galt schon vorher als "nicht zu hoch" (angesichts der Seltenheit), für die Jahre 2001-1015 kann dies meiner Meinung nach sicher bestätigt werden. Die Nummern 1 und 3 von Rumänien sind ungestempelt noch höher bewertet als unsere berühmte schöne Zeitungsmarke Nr. 5.

Heinz
 
10Parale Am: 15.09.2016 01:11:21 Gelesen: 198968# 402 @  
@ Heinz 7 [#401]

Hast du Informationen über den Verbleib dieser 10 Marken oder Anhaltspunkte, auf welchen Auktionen sie unter den Hammer kamen?

Ja, ich erinnere mich noch sehr gut an diese Auktion in London 2015, war ja live dabei! Der Ausruf der raren Zeitungsmarke lag bei 12.000 Euro.

Zuvor wurde tatsächlich eine Michel Nr. 3, 108 Parale ungestempelt bei einem Ausruf von 17.500 Euro für 36.000 Euro durch einen Telefonbieter ersteigert (siehe Bild).

Solche Tage vergisst man nicht. Für mich ein Grund, mich tiefer in die rumänische Philatelie zu knien. Dabei begeistern mich aber seltene Stempel im gleichen Maße wie solch unerschwingliche Raritäten.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 13.10.2016 23:19:33 Gelesen: 196642# 403 @  
@ 10Parale [#402]

Lieber Freund,

diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich habe kaum mehr Informationen, als ich aus dem Handbuch III von Heimbüchler (2007) entnehmen kann. Fassen wir zusammen:

Heimbüchler listet 10 Exemplare: Nummerieren wir sie gemäss seinem Buch (Seite.Abbildung)

61.87
61.89
61.oB (ohne Bild)
71.113
71.114
71.115
71.116
71.117
71.118
71.119

Die Exemplare 61.87 + 71.113 sind in Museen ausgestellt (Berlin + St. Petersburg)
zu den Exemplaren 61.oB + 71.119 nennt Heimbüchler keine "Funddaten".

Die übrigen 6 Exemplare erschienen in den letzten 55 Jahren nur selten!

1962 - Sammlung Burrus = 71.115
1964 - Auktion Robson Lowe = 71.116
1966 - Auktion Grobe = 71.114
1972 - Auktion Balasse = 61.89
1982 - Auktion Köhler = 71.118
1987 - Auktion Robson Lowe = 71.117

Das Exemplar aus der Sammlung Burrus kam 2006 wieder zur Auktion (Sammlung Tomasini/Künzi) und erreichte einen Wahnsinns-Preis: Ausruf: Euro 20'000, Zuschlag: Euro 65'000 + 18.5 %. Das Los ging meines Wissens in die Sammlung von Joseph Hackmey, der 2008 mit seiner Rumänien-Sammlung den Grand Prix holte in Bukarest.

Das "zweitälteste" Exemplar (71.116) erschien 2013 wieder auf dem Markt. Es zierte die Sammlung Heimbüchler. Los 5027 blieb aber unverkauft (Startpreis Euro 30'000). Ob das Exemplar später doch noch verkauft wurde, weiss ich nicht

Das Exemplar 71.117 kam 2015 in London zum Verkauf, Los 369. Der Ausrufpreis war sehr attraktiv, Euro 12'000, aber der Preis kletterte auf Euro 32'000, (= 100 % Katalogwert damals); dazu kam noch der Zuschlag! Käufer war meines Wissens wieder Herr Joseph Hackmey!

Ganz grosse Sammler hatten KEINE 5 Parale ungebraucht! Als Beispiel Caspary: Dieser hatte 8 Lose 5 Parale (!!), aber alle gestempelt: 5 Einzelstücke und 3 Paare (bzw. 2 Stück auf Zeitung). Auch in anderen grossen Rumänien-Sammlungen sucht man die 5 Parale ungebraucht vergebens. Kein Wunder! Es ist eine Welt-Seltenheit ersten Ranges!

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 30.10.2016 10:17:02 Gelesen: 194337# 404 @  
@ Heinz 7 [#403]

Vielen Dank für diese bedeutende Expertise.

Im Moment wird bei philasearch über ein Auktionshaus eine Rumänien Michel Nr. 2 angeboten, gestempelt mit einem blauen Datumsstempel BAIA/MOLDOVA.

Ein solcher Stempel ist mir aus der Literatur nicht bekannt. Allerdings gab es im Fürstentum Moldau solch eine Stadt namens BAIA. Sie war die erste Hauptstadt des Fürstentums bei der Entstehung im 14. Jahrhundert.

Wäre dies nun ein solcher Stempel M1 oder M2 BAIA MOLDOVA, wäre es eine unerforschte Sensation. Ich tippe eher auf den Stempel PIATRA/MOLDOVA.

Was denkst Du, Heinz, oder vielleicht hat ein anderer Experte hier eine Meinung zu dieser Geschichte.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 08.11.2016 16:09:08 Gelesen: 192866# 405 @  
@ 10Parale [#404]

Hallo 10 Parale,

es wäre wirklich eine Sensation, wenn nun ein völlig neuer (unbekannter) Stempel auftauchen würde. Ich weiss von Nichts und habe das Stück mit dem angeblichen Stempel "BAIA" auch nicht gesehen. Wo wird es denn angeboten?

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.11.2016 16:19:12 Gelesen: 192860# 406 @  
@ 10Parale [#404]

Liebe Briefmarkenfreunde,

etwas, das tatsächlich existiert, wird ganz neu zum Verkauf angeboten; ein ganzer Bogen der 25 Bani-Marke König Karl mit Vollbart braun, gezähnt.



Ich finde diesen Bogen sehr schön, vor allem, weil man hier perfekt sieht, wie die rumänische Post bei Steindruck-Marken absichtlich Leerfelder liess, damit ein Hunderter-Bogen gedruckt werden konnte:

7 Reihen à 15 Marken hätte 105 Marken ergeben,
also liess man 5 Felder leer
ergibt hundert Marken.

Dieser Bogen wird zur Zeit angeboten bei Cherrystone in New York. Er soll allerdings mindestens US$ 7'000 kosten und ist daher nur für wenige Sammler eine "Option". Ob es "zuviel" ist, ist Ansichtssache, aber vermutlich eher "nein". Denn ganze Bogen aus dieser Zeit sind mit Sicherheit ganz grosse Raritäten. Von vielen Marken dieser Zeit sind bereits Viererblocks ungestempelt nur sehr schwer zu finden. Die 25 Bani Marke dunkelbraun gezähnt findet man noch relativ oft, auch in grösseren Einheiten. Aber einen Original-100er-Bogen habe ich noch kaum je gesehen!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 09.11.2016 18:47:42 Gelesen: 192618# 407 @  
@ Heinz 7 [#405]

Die 54 Parale Marke "blue on greenish blue horizontally laid paper, used example with clear to very large margins, neatly cancelled by "Baia/Moldova" datestamp in blue ff." ist ungeprüft bei Christoph Gärtner auf der Rücklosliste der vergangenen Auktion zu finden.

Ich habe mir reiflich überlegt das Stück zu erwerben, aber der Stempel ist nicht leicht zu deuten und bedarf meiner Ansicht nach eine Expertenprüfung. Ausruf: 2.000,-- Euro. Wäre natürlich günstig, würde sich der Stempel als eine sensationelle Neuentdeckung entpuppen.

Christoph Gärtner hat übrigens noch 2 andere schöne Exemplare auf Lager, so eine 27 Parale mit einem schönen Stempel von Jassy/Moldova. Allerdings kostet das Stück 6.000,-- Euro zzgl. anfallenden Kosten.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 09.11.2016 23:23:46 Gelesen: 192580# 408 @  
@ 10Parale [#407]

Lieber 10 Parale,

jetzt sehe ich, was Du meinst. Ich denke, das Ding ist einfach nicht korrekt beschrieben.



Meines Erachrens ist dies eine zweimal gestempelte Marke mit Stempel "GALATZ / MOLDOVA" = Dragomir fig. 277. "GALA... sehe ich im rechten Stempel, "...Z" im linken. Also keine "BAIA" - Rarität.

Der Preis ist mit Euro 2'000 plus Aufgeld zu hoch! Gestempelt ist die Michel Nr. 2 nicht so selten und hat(te) einen Katalogwert von Euro 6'500 (Raritäten-Katalog Michel 2010). Das vorliegende Stück ist aber

a) unten etwas rund geschnitten
b) repariert! (oben)
c) zusätzlich mit Bug

Da findest Du für diesen Preis sicherlich bald ein besseres Exemplar!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.11.2016 23:49:16 Gelesen: 192577# 409 @  
@ 10Parale [#407]

Hallo 10 Parale,

die 27 Parale-Marke ist ein interessantes Stück



positiv: sehr schöner, klar lesbarer Stempel (Vollstempel)!
(fast...) vollrandig
nicht repariert
farbfrisch, soweit ersichtlich

negativ: zwei helle Stellen
Büge
oben eben doch berührt und darum etwas "unschön für's Auge" (oben stört es mehr als unten oder an der Seite, finde ich)
Schnitt nicht regelmässig (unten ist die Marke schmaler als oben)

Die Spur eines zweiten Stempels habe ich nicht als Mangel aufgeführt.

Ob man für diese Marke Euro 6000 + Aufgeld bezahlen "darf" ist Ansichtssache. Katalogwert war Euro 15'000 (2010, Michel). Ich empfehle lieber noch etwas mehr zu bezahlen, dafür auf ein qualitativ noch besseres Stück zu warten. Aber wer hat schon eine 27 Parale-Marke ! Ich habe schon schlechtere Stücke gesehen, die auch nicht billiger waren.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 11.11.2016 19:48:31 Gelesen: 192373# 410 @  
@ Heinz 7 [#408] [#409)

Vielen Dank für diese beiden Expertisen Heinz.

Ja, es kann sich bei der 54 Parale Marke eigentlich nur um den Stempel M1 GALATZ-MOLDOVA handeln. Ich werde mir Zeit lassen bei meiner Suche und Auswahl. Bei seltenen Objekten wie diesen Ochsenköpfen der 1. Ausgabe gilt der Spruch "... solange der Vorrat reicht" ... noch nicht ganz.

Um so mehr freue ich mich heute wieder über den Erwerb einer relativ günstigen Marke, die aber einen Stempel aufweist, den ich auf der Michel Nr. 10 I, 30 Parale blau bis heute noch nicht gesehen habe.

Natürlich ist die Marke nicht perfekt, aber irgendwo muss man immer Abschläge machen.

Stempel M3 FRANCO KAHUL, Dragomir fig. 314.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.11.2016 17:13:50 Gelesen: 192179# 411 @  
@ 10Parale [#410]

Ich gratuliere!

Der Kahul-Stempel M3 ist recht selten, es ist eine edle Aufgabe, alle Stempel der Gruppe M 3 zusammenzutragen! (M3 301-321). Ich wünsche weiterhin eine gute Spürnase!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.11.2016 23:33:35 Gelesen: 192086# 412 @  
@ 10Parale [#410]

Ich habe gesagt, es sei eine edle Aufgabe, alle Stempel der Gruppe M 3 zu sammeln (fig. 301-321). Da die Stempel ja oft ein ganz unterschiedliches Aussehen haben, ist es vielleicht schön, einmal alle Stempel zu sehen. In diesem Thema haben wir bis jetzt gesehen (sauf erreur et omissions):

fig. 302 = Beitrag 195
fig. 304 = B. 6 + 14
fig. 307 = B. 143 + 206
fig. 308 = B. 315
fig. 311 = B. 6, 7, 19, 148, 149, 193, 206
fig. 314 = B. 410
fig. 319 = B. 47 + 157
fig. 320 = B. 4 + 160

Ich möchte das wenn möglich noch etwas ergänzen. Zwar haben wir Berlad (fig. 302) schon gesehen, aber auf Brief ist der Stempel natürlich auch schön.



Auf diesem Amts-Einschreibebrief von Berlad nach Bukarest sehen wir oben den "FRANCO"-Stempel, daneben ist wie üblich auch der M 1-Stempel "BERLAD MOLDOVA" (fig. 272) zu sehen.

Schönen Sonntag!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.11.2016 21:59:47 Gelesen: 191871# 413 @  
@ 10Parale [#410]

Wir haben vor einiger Zeit alle M1-Stempel (fig. 271-286) hier gezeigt, ausser der Nummer 285+286.

Nr. 285 "FOKSCHANI (ohne "MOLDOVA")" kann ich nun noch nachliefern



Es ist ein Amts-Brief ohne Marken von 1862 nach Tekutsch. Rückseitig ist ein Ankunftsstempel.

Damit fehlt uns in diesem Thema für die Stempelgruppe M1 nur noch "BOTUSCHANI (ohne "MOLDOVA")".

Schöne Grüsse

Heinz
 
Pepe Am: 17.11.2016 18:48:11 Gelesen: 191332# 414 @  
Ja die Zeit-sie fliegt. Mit ganz bescheidenen Marken will ich mal meine Reise fortsetzen.

Im Mi unter 1898 findet man diesen Satz mit 4 Werten



Mi 113, smaragdgrün, gz 13½ und Mi 114, rosa gz 13½



Mi 115, schwarz, gz 13½ und Mi 116, blau, gz 13½

Ob der weiße Fleck durch's "R" von "ROMANIA" eine Schadstelle oder Plattenfehler ist, kann ich nicht sagen. Ein Durchscheinen (Fenster) ist nicht feststellbar. 10 fach Lupe.

Papier scheint waagerecht gerippt.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 18.11.2016 19:52:07 Gelesen: 191271# 415 @  
@ Heinz 7 [#413]

Der Stempel von Botuschani ohne Moldova scheint eine Rarität zu sein. Da muss ich leider auch passen, aber mein Jäger- und Sammlerinstinkt ist geweckt.

Ich zeige im folgenden, - ohne dem Verlauf vorgreifen zu wollen -, ebenfalls einen interessanten Stempel von FOKSCHANI ohne Moldova. Es handelt sich bei diesem Stempel auf der Briefkarte um eine Art Dekartierungsstempel (bayern klassisch sei Dank: sieh Rumänien: Postrouten und Transportwege).

K. Dragomir listet ihn als M2a fig. 299 - auf. Der Stempel auf der Briefbegleitliste ist in ultramarin. Dragomir nennt als spätestes bekanntes Datum den 12/12/1861 für diese Stempelfarbe. Es gab diesen Stempel noch in grünlicher Farbe und in schwarzer Tusche.

Wenn es sich tatsächlich um den Stempel M2a fig. 299 in ultramarin handelt (was ich nicht bezweifle, nur der "Bruchstrich" macht mir Sorgen), ist es ein neues Spätdatum (Date tirzii), nämlich der 4/1/1862.

  

Des weiteren möchte ich noch einen interessanten Bahnpoststempel vorstellen, zur Abwechslung mal in französischer Sprache (wir sind ja Europäer):

En 1891 le Bureau postal roumain situé dans le gare (autrichienne) de Itzkani a été transferé à Burdujeni. En conséquence, dans les nouveaux Cachets le nom "IZCANI" a été remplacé par "BURDUJENI".

Zu deutsch: 1891 wurde das rumänische Postamt im österreichischen Bahnhof !!!! von Itzkani (in das 4 km entfernte Anm. des Verfassers) nach Burdujeni verlegt. Dadurch wurde auf den Bahnpoststempel das Wort IZCANI durch BURDUJENI ersetzt. (und die Strecke verringert sich um 4 km).

Liebe Grüße

10 Parale


 
Heinz 7 Am: 22.11.2016 22:50:24 Gelesen: 190993# 416 @  
@ Pepe [#414]

Hallo Pepe,

schön, dass Du wieder dabei bist!

Plattenfehler gibt es zuhauf auf den Marken der 14. Ausgabe (Ährenausgabe, ab 1893)! Vermutlich hat Deine 15 Bani-Marke auch einen solchen Plattenfehler; das ist (leicht) werterhöhend. Weil es ein markanter Plattenfehler ist, gewinnt das Stück dadurch noch dazu.

Anbei möchte ich Euch eine kürzliche Neuerwerbung vorstellen.



Dieser eingeschriebene Brief von 1886 von Bukarest nach Reichenberg kostete 75 Bani. Frankiert ist dieser Brief mit:

10. Ausgabe (1880), 25 Bani, blau, Michel Nr. 56
11. Ausgabe (1885), 50 Bani, braungelb, Michel Nr. 69

Solche Mischfrankaturen erfreuen uns Sammler. Dass zwischen diesen zwei Ausgaben noch eine politische Änderung stattfand, macht diesen Brief sicher noch interessanter:

10. Ausgabe: Rumänien = Fürstentum
11. Ausgabe: Rumänien = Königreich.

Die 11. Ausgabe umfasste viele Wertstufen, und darum wären Mischfrankaturen nicht nötig gewesen. Dass sie trotzdem zustande kam, freut mich.

Heinz
 
Pepe Am: 27.11.2016 18:19:00 Gelesen: 190405# 417 @  
@ Heinz 7 [#416]

Nun neigt sich meine Rumäniensammlung dem Ende zu. Es wurde ja bis 1900 gesammelt und die letzten beiden Sätze gehen bis Mi 144.



1900 07 05, Mi 122, blau, gz 11½

Nachfolgende alle ohne Wasserzeichen und Zähnung 11½.



Mi 127, hellbraun; Mi 131, rotbraun; Mi 132, grün gelbgrün



Mi 133a, rosa; Mi 135, schwarz; Mi 138, blau



Mi 139, dunkelgrün; Mi 140, orange, Zähnung 13½:11½



Mi 141, hellbraun/rosa, Farbfleck auf Schläfe; 143, orange/braun

Schönen 1. Advent
nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 29.11.2016 23:49:17 Gelesen: 190300# 418 @  
@ Pepe [#417]

Danke, Pepe!

Ich habe diese letzte (14.) Ausgabe sehr gerne, die "Ährenausgabe" (oder: "Spic de Griu"). Die 1.-13. Ausgabe von Rumänien (bzw. Fürstentum Moldau) 1858-1891 waren alle bildgleich innerhalb einer Ausgabe; mit der 14. Ausgabe (ab 1894) änderte dies: da haben wir leicht unterschiedliche Bilder für die verschiedenen Nominalen.

Das sieht man bei Deinem Beitrag 417 sehr schön. Danke.

Die tiefen Werte (1 Bani, 1.5 Bani, 3 Bani) und die hohen (1 Lei und 2 Lei) haben in ihrer Zeichnung als Dekoration Ähren; daher kommt der Name.

Wie wir schon gesagt haben, ist diese Ausgabe sehr vielseitig und auch schwierig, wenn man es ganz genau nehmen will. Aber man kann sich ja auch auf die Hauptmerkmale konzentrieren; dann klappt das auch weitgehend mit der Bestimmung.

Meine klassische Rumäniensammlung endet übrigens auch mit dieser 14. Ausgabe (Ende XIX. Jahrhundert); ab Nr. 146 (1903) kommen bei Rumänien sehr viele Jubiläumsausgaben hinzu, ganze "Fluten", und darum habe auch ich, wie viele Sammler, hier den "Schluss-Strich" gezogen.



Einschreibe-Brief vom 2.1.1896 von Bukarest nach Braunschweig. Ankunft in Braunschweig bereits am 5.1. (rückseitiger Ankunftsstempel), frankiert mit 50 Bani-Marke, Michel Nr. 107.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 07.12.2016 18:04:27 Gelesen: 189515# 419 @  
Rumänien-Sammler,

wir haben im Thread "Rumänien: Marken echt oder falsch" unter # 72-73 über den Stempel A65 von GIURGIU diskutiert (Agraffen Stempel) gVon diesen Stempel (Agrafa bogata) gibt es lt. Kiriac Dragomir 50 verschiedene (von Bukarest gibt es 3 verschiedene).

Verwendungszeit: 26. Juni 1865 - 20. Februar 1880.

Ich zeige hier den Stempel von GIURGIU auf 5 verschiedenen Marken und einem Briefausschnitt nach Bukarest mit der Michel Nr. 20, Freimarkenserie Fürst Karl I. mit Backenbart im Perlenkreis. Wie man auch sehr schön sieht, gab es diesen Stempel in blauer und schwarzer Farbe.

Diese Michel Nr. 20 wurde in einer Auflage von 2 Millionen gedruckt und ist deshalb doch noch recht oft auf einem Beleg zu finden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 07.12.2016 22:12:02 Gelesen: 189470# 420 @  
@ 10Parale [#419]

Lieber 10 Parale,

schön, was Du uns da zeigst! Stempel fig. 396 Dragomir (A 65 Giurgiu) auf vier verschiedenen Ausgaben!

5. Ausgabe (Michel Nr. 16)
6. Ausgabe (Michel Nr. 20)
7. Ausgabe (Michel Nr. 23+24)
8. Ausgabe (Michel Nr. 27)

... und auf einer Brief-Vorderseite!

Ich ergänze diese schöne Darstellung mit einem kleinen Fragment, 40 Bani (Michel Nr. 23+24), gestempelt mit einem etwas späteren Stempel: T 69 "GIURGIU", fig. 461 Dragomir.



Den "DIM" Stempel gibt es ganz ähnlich mit Inschrift "SERA" statt "DIM". "Dim" steht für Morgen, "Sera" für Abend.

Es ist eine schöne Aufgabe, die vielfältigen Stempel auf den verschiedenen Marken zu sammeln!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.12.2016 13:48:54 Gelesen: 189349# 421 @  
@ 10Parale [#419]

Einen schönen Stempel "Giurgiu (Agrafe)" durfte ich auch zeigen unter Beitrag 368. Mindestens ein Postbeamter hat sich seinerzeit also die Mühe gemacht, den Stempel sauber anzubringen.

Es ist gar nicht so einfach, alle Stempel in guter Erhaltung, sauber abgeschlagen, zu finden! Es ist eine lohnende Aufgabe, weil viele Angebote unterscheiden nicht zwischen Normal-Erhaltung und Luxus.

Der Sammler aber schätzt die Unterschiede.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 29.12.2016 14:00:35 Gelesen: 185651# 422 @  
@ 10Parale [#419]

Zum Jahresende noch ein schönes, seltenes Stück:

Die Michel 44 F mattblau ist gestempelt mit Euro 750 notiert. Zusammenhängend mit einer 10 Bani blau Mi 45 ist die Marke aber kaum zu finden, und auf Brief wäre das Ganze eine grosse Rarität. Einen Brief habe ich zwar nicht, aber an dem gezeigten Briefstück habe ich trotzdem meine Freude.



Ich wünsche allen Philaseiten-Lesern schöne letzte Stunden 2016 und ein frohes Neues Jahr 2017!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 29.12.2016 17:15:03 Gelesen: 185602# 423 @  
@ Heinz 7 [#422]

Möchte mich den Wünschen anschließen und noch ein Papierchen zeigen.



1895

Eigentlich wegen mangelhafter Zähnung nichts für's Sammelalbum. Warum wird sie wohl trotzdem dort zu finden sein?

nette Grüße Pepe
 
Pepe Am: 03.01.2017 17:12:38 Gelesen: 184858# 424 @  
@ Pepe [#423]



1895 09 15, Paketmarke Mi 1, rotbraun, gez. 13½

Die Einprägung 'Wappen' kommt hier also auch liegend vor. Die Papiere mit den geringen Abständen waren für die normalen Freimarken gedacht. Ob das nun was aufregendes ist bleibt dahingestellt. In der Fachliteratur wird das wohl schon bekannt sein?

Nette Grüße und gutes 2017
Pepe
 
Heinz 7 Am: 03.01.2017 23:03:51 Gelesen: 184817# 425 @  
@ Pepe [#424]
@ Heinz 7 [#150]
@ Pepe [#152]

Guten Abend Pepe,

danke für die guten Wünsche.

Im CMPR '74 sind die Wasserzeichen genannt, aber da ergibt sich wieder das Problem, das wir oben schon besprochen haben: Beitrag 150/152: Im Katalog ist ein spitz zulaufendes Wasserzeichen abgebildet, während das Wasserzeichen bei Deiner Marke doch eindeutig unten rund ist (siehe Abb. Bild 152). Eine Abart: "liegendes Wasserzeichen" habe ich nicht gefunden bei CMPR (Seiten 428+429) und ich wollte schon aufgeben, da habe ich aber gefunden im Michel:

"Paketmarken, Mi. 2, 1896: Zifferzeichnung. Bdr. mit Wappeneinpressung (jedoch liegend) wie Freimarken MiNr. 70-75; ..."

Also genau Dein Fall. Es ist keine Michel Paketmarke Nr. 1, sondern eine Nr. 2 von 1896.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 04.01.2017 20:10:05 Gelesen: 184502# 426 @  
@ Heinz 7 [#425]

Im Mi 2003/04 hat man die Wappeneinpressung (liegend) bei Mi 2 gar nicht erwähnt. Die Farbe ziegelrot hätte mich stutzig machen müssen.

Die Mi 3 hat wieder eine Fragestellung.



1898, Mi Paketmarke 3, ziegelrot, gez. 13½, Wz. 1

Das Wasserzeichen dieser Marke ist gegenüber dem Katalog genau spiegelverkehrt. Siehe Skizze



Bekannt oder nicht, Marke auf gerippten Papier. Gibt es unterschiedliche Bewertungen?

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 04.01.2017 20:53:10 Gelesen: 184481# 427 @  
@ Pepe [#426]

Hallo Pepe,

offenbar hat Michel hier eine Ergänzung gemacht! Im Katalog Europa Ost 1999/2000 steht auf Seite 946 zu Paketmarke Nr. 2: "1896. Geänderte Farbe. Bdr.; gez. 11.5-13.5"

... 7 Jahre später, im Katalog Südosteuropa 2006/2007 steht auf Seite 793 zu Paketmarke Nr. 2: "1896. Zifferzeichnung. Bdr. mit Wappeneinpressung (jedoch liegend) wie Freimarken MiNr. 70-75; gez. L 11.5, L 13.5, L 11.5-13.5, L 13.5-11.5"

Da hat also jemand "nachgebessert". Das wundert mich, denn meines Wissens wurde in der ARGE Rumänien diese Verbesserung nie besprochen/thematisiert.

Betrachten wir nun Paketmarke Mi-Nr. 3. Auch 25 Bani, auch Farbe ziegelrot (wie Mi-Nr. 2), aber mit Wasserzeichen 1., also "PR breit", siehe Seite 463.

Wie schon erwähnt, ist in diesem Bereich der CMPR '74 Katalog nicht genauer als Michel, im Gegenteil, er ist teils sogar weniger genau. Ob ein Wasserzeichen kopfsteht, wird nicht besonders katalogisiert. Auch die Papierunterschiede ("glattes dickes oder geripptes Papier") werden zwar erwähnt, aber nicht besonders/unterschiedlich bewertet.

Ob ein späterer rumänischer Katalog hier genauer ist, weiss ich leider nicht.

Zum Abschluss auch eine Marke von mir



Wappeneinpressung, also Mi-Nr.2

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.01.2017 20:03:28 Gelesen: 184154# 428 @  
@ Pepe [#426]

Ich habe meine (wenigen) Paketmarken etwas genauer betrachtet. Dabei fand ich ein sehr dunkles Exemplar der Mi-Nr. 2



Ziegelrot stimmt wohl, aber diese Marke ist viel satter in der Farbe als mein Exemplar in Beitrag [#427].

Gruss

Heinz
 
10Parale Am: 16.01.2017 22:08:01 Gelesen: 183159# 429 @  
Habe so viel gelesen über den Rothen Turm und heute flog dieser Beleg in mein Haus. Er ist zwar österreichischer Natur, aber landete bei einem österreichischen Militärangehörigen, der am Rothen Turm Pass bei Boitza verweilte.

Dazu geselle ich eine 30 Parale auf gestreiftem Papier mit einem wunderschönen M3 Stempel von Galatz.

Ach wie schön ist die Philatelie.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.01.2017 22:18:31 Gelesen: 182352# 430 @  
@ 10Parale [#429]

"Ach wie schön ist die Philatelie" schreibst Du, und Du weisst, dass ich Dir da ganz beistimme!

Im Thread "Rumänien ab 1945" schwärmst Du von einer Michel Nr. 1, die bei Rauhut/Kruschel zur Auktion kommt.



Ich konnte das Bild nur in kleiner Auflösung abspeichern, zeige es aber unter dieser Rubrik und gebe Dir ein paar Gedanken dazu.

Du wünscht Dir, diese Marke kaufen zu können. Der Ausruf dazu ist Euro 6'000, inkl. Provision ergibt das also Euro 7'200, falls die Marke nicht hochgesteigert wird. Das ist natürlich eine Menge Geld, und man sollte sich das ohne Reue leisten können, sonst - wenn die Opfer zu gross sind - finde ich soll man die "ganz grossen Sachen" eben auslassen.

WENN aber die "Kriegskasse" gut genug gefüllt ist, würde ich Dir herzlich und mit Überzeugung gratulieren, falls Du die Marke kaufen könntest. Sie ist zwar unten angeschnitten, ist aber gesamthaft gesehen ein weit überdurchschnittlich gutes Stück! Das sagt ja auch das Attest. Der Stempel ist wunderbar, der Schnitt an drei Seiten sehr gut und Heimbüchler nennt im Attest keine Papierschäden oder dgl., sodass dieses Stück sicher sehr wertvoll ist. Die Marke hat nicht umsonst einen Katalogwert von Euro 17'000.

Ich weiss, es gibt Gebiete, da zahlt "man" für eine angeschnittene Marke nicht 42% Katalog, aber das angebotene Stück ist wirklich gut und selten und es ist ein absolutes "KEY"-item für eine Rumänien-Sammlung: Eine gute Nr. 1! Da hättest Du vermutlich Dein Leben lang grosse Freude daran. Darum wage ich es, Dich zu ermuntern, die Marke zu kaufen, sofern die finanzielle Last für Dich nicht zu gross ist. Du solltest dann aber auch nicht zu sehr enttäuscht sein, sollte später einmal eine günstigere Gelegenheit auftauchen - solche Entwicklungen sind immer wieder möglich. Aber das weisst Du ja!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.02.2017 14:04:38 Gelesen: 181311# 431 @  
@ 10Parale [#429]

Es ist ja interessant - in x Gebieten purzeln die Preise (nach unten) und irgendwie erwarte / befürchte ich dasselbe ja auch für das Sammelgebiet "Klassisch Rumänien". Aber noch immer gibt es meines Erachtens sehr viele überraschend hohe Ergebnisse.

Warum schreibe ich Dir das? Nun, ich habe schon oft geraten, für eine gute Marke auch den geforderten Preis zu bezahlen, sofern er angemessen/vertretbar ist. Für den Moment mag der Preis wohl stimmen, aber wer sagt uns, was in zehn oder zwanzig Jahren noch gilt? Vielleicht sind dann die hohen Preise wieder halbiert? Oder sie sind sogar noch höher als heute? Niemand weiss es wirklich.

Ich habe mir überlegt, auf den beiliegend abgebildeten Brief ein Gebot abzugeben:



Wir sehen einen sehr spektakulären R-Brief von Frankreich (Paris), 1864, nach Bukarest, mit Durchgangstempel "Wien", frankiert mit einem prächtigen Fünferstreifen der Nr. 34.

Der Ausruf des Briefes lag aber immerhin bei Euro 800, das nimmt die Mehrheit der Sammler nicht locker "aus der Portokasse". Ich auch nicht, ich habe kein Gebot abgegeben. Ich sehe nun aber, dass der Brief auf stolze Euro 1470 hochgeboten wurde. Dies ist ein Beweis mehr, dass "Klassisch Rumänien" in der Regel auch heute gute Preise bringt.

Übrigens: Befördert wurde der Brief mit der österreichischen Post. Wer weiss, warum dieser Brief nicht mit der französischen Post befördert wurde?

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 13.02.2017 22:33:48 Gelesen: 180719# 432 @  
@ Heinz 7 [#430]

Mein Vater pflegte zu Lebzeiten immer zu sagen "Lieber Sohn, wenn ich kein Geld habe, dann gehe ich nicht aus dem Hause".

Nun haben sich die Zeiten geändert. Man kann von zu Hause aus an Auktionen teilnehmen, Pizzas zu jeder Tageszeit und Blumen zum Valentinstag bestellen. Aber der Kern der Aussage meines Vaters bleibt natürlich erhalten, wir Jüngeren sagen dazu "Ohne Moos nix los".

Mit den Auktionen ist es so eine Sache. Sie kommen meistens zur falschen Zeit. Da ist die "Kriegskasse" mal gut gefüllt aber Ebbe am Auktionsmarkt. Da ist man knapp bei Kasse und schon leuchtet irgendwo ein Stern auf, hier in diesem Fall eine 27 Parale Marke, die du überdurchschnittlich gut beurteilst. Danke.

Ich werde mit großer Spannung das Angebot und auch die Nachfrage beobachten und hoffentlich im passenden Moment die richtige Entscheidung treffen.

zu [#431]

Befördert wurde der Brief mit der österreichischen Post. Wer weiss, warum dieser Brief nicht mit der französischen Post befördert wurde?

Du zeigst da einen wunderschönen Brief und das Gebot von 1470,-- Euro zeigt, wie begehrt hübsch frankiertes "Incoming Mail" aus dieser Zeit in die Fürstentümer ist. Sehr schön der Ausdruck "Principautés Unies" auf dem Briefvorderseite, der Brief war an einen Stabs-Arzt der rumänischen Armee gerichtet. Leider kann ich Deine Frage nicht beantworten. Der Ankunftsstempel ist vom österreichischen Postamt in Bukarest. War es ein Wertbrief und hat es damit zu tun?

Liebe Grüße

1oParale
 
Heinz 7 Am: 14.02.2017 21:33:56 Gelesen: 180576# 433 @  
Hallo, Kollegen!

Im Thema "Rumänien: Belege nach 1945" haben wir interessante Beiträge zu Inflationsphasen gefunden. Michael Mallien behandelt die neueste Zeit, ich habe die Zeit 1945-1947 beleuchtet, und 10 Parale trägt zu beiden Phasen wesentliche Ergänzungen bei.

Nun habe ich einen Beleg gefunden, der VOR "meiner" Inflation (1945-1947) liegt:



Am 4. August 1939 ging diesser Brief mit Luftpost von Baile Tusnad (Rumänien) nach Basel (Schweiz). Frankiert war er mit 27 Lei, dies ist nicht sehr viel weniger als am 1.5.1945 fällig gewesen wäre (65 Lei; 45+20), ABER - dann konnte die Dienstleistung "mit Luftpost" nicht (mehr) in Anspruch genommen werden (siehe "Rumänien: Belege nach 1945").

Noch habe ich das Buch Marinescu 2008 nicht gekauft und muss mir daher mit dem ungleich schmaleren Werk desselben Autors von 1993 begnügen. Daraus lese ich:

Scrisori simple: 12 Lei (ab 1.11.1938, gemäss Tabelle 23)
Suprataxele aeriene externe: 15 Lei (ab 17.4.1939, gemäss Tabelle 32)
das ergibt in der Summe tatsächlich die gezeigten 27 Lei!

Vielleicht kann mir einer der Kollegen bestätigen, dass im Marinescu 2008 die Tarife bestätigt sind?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 15.02.2017 21:57:46 Gelesen: 180511# 434 @  
@ Heinz 7 [#433]

Tabellen 233 und 272 im Kompendium von Calin Marinescu bestätigen die portogerechte Frankatur deines Briefes von 27 Lei.

Ich freue mich, dass wir nun auch ein Feld eröffnen, welches Briefe vor 1945 zeigt und evtl. diskutiert.

Die Freimarkenserie "Karl II" mit Inschrift Posta ziert auch einen Brief, den ich hier vorstellen möchte.

Ein Professor aus Berlin (ich spekuliere es handelt sich um Professor Robert Rössle [1], sendet am 27.10.1936 einen Luftpostbrief nach Rio de Janeiro.

Der Brief lief über Marseille (Transitstempel vom 31.10.1936) und wurde von dort mit einem Flugzeug nach Rio de Janeiro transportiert, wo er am 03.11.1936 eintraf.

Mir gefällt besonders der 3-er Streifen der Michel Nr. 506 (20 Lei orange - auch wenn die linke Marke kränkelt) und die rückseitig aufgeklebte Marke Michel Nr. 496 (6 Lei braunkarmin).

Der Brief hätte nur 10 Lei zuzüglich 53 Lei für die Luftpostbeförderung nach Brasilien gekostet, war somit mit 3 Lei leicht überfrankiert.

Liebe Grüße

10Parale

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_R%C3%B6ssle)
 
10Parale Am: 16.02.2017 19:42:16 Gelesen: 180426# 435 @  
@ 10Parale [#434]

Ich zeige einen mit 35 Lei freigemachten und vom Oberkommando der Wehrmacht zensierten Brief vom 15. Oktober 1940 von Bukarest nach Stuttgart.

Das der Brief per Luftpost ging, zeigt der handschriftliche "Vermerk" avion.

Empfänger war der damalige Oberbürgermeister Dr. Strölin (1933 - 1945), von Beruf Offizier und Mitglied der NSDAP.

Das Porto von 35 Lei setzt sich zusammen:

16 Lei für einen einfachen Brief
19 Lei Luftpostzuschlag

Für mich persönlich interessant aber ohne jeglichen philatelistischen Belang die kleine Zahl 666 (999), der in der biblischen Zahlenmystik Bedeutung zukommt.

Liebe Grüße

10Parale

    
  
 
bayern klassisch Am: 16.02.2017 19:59:06 Gelesen: 180422# 436 @  
@ Heinz 7 [#431]

Hallo Heinz,

dieser Traumbrief, an dem ich auch Interesse gehabt hätte, lief wie gewöhnlich über Strasbourg - Stuttgart - München - Wien, wo das Briefpaket aus Paris geöffnet und der Inhalt weiter distribuiert wurde.

Der siegelseitige französische Stempel wurde hier nicht auf einem Wertbrief, sondern auf einem eingeschriebenen Brief abgeschlagen. Er bezeichnete die Reconummer, die Anzahl der Siegel und die Farbe der Siegel (alles aus Sicherheitsgründen).

Glückwunsch unbekannterweise an den, der ihn sich geleistet hat. Es gibt dümmeres, was man mit seinem Geld machen kann ...

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 17.02.2017 00:02:09 Gelesen: 180383# 437 @  
@ bayern klassisch [#436]

Lieber Ralph,

danke, dass Du diesen schönen Brief auch kommentierst.

Noch "schöner" wäre er, wäre er mit der französischen Post (statt mit der österreichischen) befördert worden, oder was meinst Du? Immerhin ist es ja ein Brief aus Frankreich.

Michael zeigt uns im Thema "Rumänien Belege ab 1945" einen Stempel DUPA PLECARE (Beitrag 98)

10 Parale war flink, und hat ihm schon erklärt, was der Stempel bedeutet (Beitrag 99). Interessant ist sicher auch, dass es diesen Stempel mehr als 100 Jahre vorher bereits gab.



Dieser Brief von 1872 wurde frankiert mit 25 Bani und lief von Jassy nach Wien. Da er zu spät (für den aktuellen Postabgang) abgegeben wurde, erhielt auch dieser Brief den schönen Stempel "DUPA PLECARE". Am 20.8.1872 wurde der Brief gestempelt, der Ankunftsstempel auf der Rückseite datiert vom 24.8.

Beste Grüsse
Heinz
 
bayern klassisch Am: 17.02.2017 06:26:14 Gelesen: 180346# 438 @  
@ Heinz 7 [#437]

Lieber Heinz,

wäre der Brief mit den französischen "Messageries Maritimes" durch das Mittelmeer zum Balkan befördert worden, trüge er den unabänderlichen Makel, Bayern nie gesehen zu haben.

Ihn davon zu befreien war erste Pflicht unserer lieben französischen Kollegen damals und sie haben ganz sicher alles richtig gemacht. :-)

Spaß beiseite - in diese Richtung kenne ich eigentlich nur Briefe via Deutschland und Österreich, auch nach Serbien usw..

Es mag, ich kann es mangels Literatur nicht überprüfen, auch andere Leitungen gegeben haben damals, aber sie könnten langsamer bzw. teurer gewesen sein, so dass deren Nutzung wohl außer Verhältnis stand.

Einer Leitwegsvorgabe bedurfte es ja auch nicht - die Aufgabepost wusste schon, was sie zu tun hatte, von daher Daumen hoch.

Der in [#437] sieht aber auch nicht völlig daneben aus - schön, wenn man die Stempelkunde so weit verinnerlicht hat, wie du.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
10Parale Am: 17.02.2017 12:54:53 Gelesen: 180303# 439 @  
@ bayern klassisch [#438]

wäre der Brief mit den französischen "Messageries Maritimes" durch das Mittelmeer zum Balkan befördert worden, trüge er den unabänderlichen Makel, Bayern nie gesehen zu haben

diese Art von Humor gefällt mir. Bayern zählt nicht umsonst auch heute zu den beliebtesten Ferienländer "nichtbayerischer" Zeitgenossen.

@ Heinz [#437]

Kiriac Dragomir unterscheidet in seinem Werk "Stampilografie Postala" (Seite 281) 4 verschieden Frühformen des Stempels "DUPA PLECARE" (nach Abgang der Post).

Es wäre interessant, die Abmessungen deines Stempels zu haben. (27 X 13,5 mm oder 27 x 14 mm). Bei einer Höhe des Rahmens von 13,5 mm wäre es der erste Stempel (Abb. 1597). K. Dragomir liefert uns für diesen Stempel sogar genaue Daten hinsichtlich der Einführung und der Dauer des Gebrauchs:

30 Januar 1865 - 18. September 1872

Insofern könnte Dein Brief mit der 25 Bani Marke durchaus noch diesen 1. DUPA PLECARE Stempel tragen, was ihn in dieser Kombination meines Erachtens sehr selten macht.

Ich habe heute in meiner Sammlung gekramt und diesen einen Behördenbrief gefunden, der nach meinen Messungen (gutes altes Lineal) darauf hindeutet, der 1. Stempel DUPA PLECARE Abb. 1597 zu sein (27 x 13,5 mm).

Abgeschlagen wurde er zwillingshaft mit einem Stempel M2 "Moldova Mari" am 2. September in Jassy. Auf Grund dieser Zwillingskombination kann man den Brief, der sonst eher spärlich ist und keine weiteren Aussagen zulässt, zeitlich eingrenzen.

Den Stempel M2 Abb. 293 von Jassy gab es in grüner (frühe Verwendung) und schwarzer Farbe (späte Verwendung). Die Verwendungszeit war vom
29.9.1859 - 31.12.1867.

Auf Grund dessen kann man mit "relativer" Sicherheit sagen, dass der hier abgebildete Behördenbrief zwischen dem 30. Januar 1865 und dem 31.12.1867 gelaufen sein muss. So spannend kann Philatelie sein.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 20.02.2017 19:16:10 Gelesen: 180078# 440 @  
@ 10Parale [#439]

Lieber 10 Parale,

ich habe den Stempel vermessen, er ist 27 mm lang und 13.5 - 14 mm hoch, je nachdem, wie gemessen wird (mit oder ohne Rand)?

Nach meiner Meinung ist dieser Stempel Dragomir fig. 1597. Dieser Stempel ist achteckig, während fig. 1598 + 1599 vier abgerundete Ecken haben.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 21.02.2017 22:08:05 Gelesen: 179967# 441 @  
@ Heinz 7 [#440]

Das Sammelgebiet "Rumänien" ist bei den Auktionatoren beliebt, weil es relativ oft hohe Gebote gibt. Natürlich nicht durchwegs, und natürlich gibt es auch einige Rücklose, und die "ganz fetten Jahre" scheinen vorerst vorbei zu sein, aber noch immer müssen Interessierte oft tief in die Tasche greifen, wenn sie einen schönen Beleg wollen.

Wenn dann ein Los sehr günstig angeboten wird, ist die Spannung jeweils gross, ob das Los nun tatsächlich günstig gekauft werden kann. Um es vorweg zu nehmen - es ist kaum je möglich! Irgendwo sitzen immer einige Sachverständige, die aufpassen, dass die Ware nicht klar "unter Wert" verkauft wird.

Jüngstes Beispiel:



Dieser Brief wurde zu nur Euro 80 ausgerufen (Gärtner, Los 14938). Er trägt aber einen sehr seltenen Stempel, der bei Kiriac Dragomir mit "8R" bewertet wird! Es ist ein Karantäne-Stempel (K 44) von Galatz, aus der Zeit von 1835-1838. Ich habe diesen Brief auch beboten, habe ihn aber letztlich doch nicht bekommen. Zuschlag war Euro 320. Hätte der Brief nicht die braunen Flecken gehabt, wäre er noch deutlich teurer geworden.

Ich nehme solche "Auktions-Niederlagen" fast immer "sehr sportlich" und freue mich sogar, wenn ich sehe, dass Andere die philatelistischen Schätze noch höher einschätzen als ich selber.

Gratulation dem Käufer!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 22.02.2017 19:12:37 Gelesen: 179832# 442 @  
@ Heinz 7 [#441]

Irgendwo sitzen immer einige Sachverständige, die aufpassen, dass die Ware nicht klar "unter Wert" verkauft wird.

Das denke ich auch Heinz 7. Das Auktionshaus Gärtner hat tatsächlich einige sehr schöne Lose aus dem Sammelland Rumänien im Angebot.

Die 3 Briefe mit dem seltenen Stempel BUKAREST / IN DER WALLACHEY wurden allesamt beboten und verkauft, was mich nicht wundert.

Dein in [#441] gezeigter Brief ist wirklich eine absolute Seltenheit und ich halte den Preis für angemessen. Ich schließe mich der Gratulation für den Käufer an. Auch ich habe einen Brief beboten und war leider um die berühmten 10,-- Euro unterlegen.

Es handelt sich um eine mit der Marke 10 Bani blau freigemachten Brief mit einem schönen Stempel von TIRGUL FRUMOS. Was mir besonders ins Auge fiel war die rückseitige rote Aufschrift "MARIE", wobei ich davon ausgehe, dass das Brieflein aus dem Königshaus stammte.

Auch von meiner Seite aus Gratulation an den sachverständigen Käufer. Das Endgebot lag bei 230,-- Euro.

@ Heinz7 [#440]

Gratuliere zum achteckingen Stempel fig. 1597 fig. Kiriac Dragomir. Die späteren Stempel sind tatsächlich an den Ecken gerundet.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 22.02.2017 19:30:42 Gelesen: 179826# 443 @  
@ 10Parale [#442]

Hallo 10Parale,

warum sollte eine Marie aus dem Königshaus einen Brief frankieren müssen?

Die sogenannte "unbeschränkte Postportofreiheit" stand damals doch allen Mitgliedern der Regentenhäuser zu - oder war das in Rumänien anders?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 22.02.2017 20:34:40 Gelesen: 179817# 444 @  
@ bayern klassisch [#443]

warum sollte eine Marie aus dem Königshaus einen Brief frankieren müssen?


Vielleicht muss ich ein kleines Geheimnis über meine Kaufgewohnheiten lüften. Ich kaufe dann, wenn ich vermute, da könnte etwas sein, was enträtselt werden muss.

Ich kann über die "unbeschränkte Postportofreiheit" für Mitglieder der Regentenhäuser in Rumänien wenig sagen. Es mag so sein, dass offizielle Post portofrei befördert wurde.

Ich zeige deshalb auch die Rückseite des Briefes, der mir leider wg. 10,-- Euro entgangen ist. Wir sehen eine Krone und das Wort MARIE.

Ich vermute es handelt sich um private Korrespondenz. Empfängerin ist Elise Stourza, eine geborene Ghica. Es gibt schöne Damenbriefchen an diese Empfängerin.

"Ghica" war ein rumänisches Adelsgeschlecht, ebenso wie der Name "Stourza" von einem moldauischen Adelsgeschlecht herrührt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 22.02.2017 23:12:05 Gelesen: 179787# 445 @  
@ 10Parale [#442] und [#444]

Lieber 10 Parale,

dies ist wirklich ein hübsches Briefchen und Du hast recht, es geht hier um die Damen der guten Gesellschaft. Zu den Familien Ghica und Stourza fand ich den angegebenen Wikipedia-Artikel.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ghica_family

Ich zeige Dir, warum ich NICHT auf den Brief geboten habe.



Ich gebe gerne zu, dass der Gärtner-Brief noch etwas schöner ist als meiner. Aber meine 10 Bani-Marke (7. Ausgabe) ist voll- bis breitrandig, und die Schrift des Briefleins ist sehr sauber. Der Abgangsstempel meines Briefes ist nicht zu bestimmen. Der Brief gleicht einem ähnlichen (6./7. Ausgabe) sehr, den ich hiermit auch vorstelle:



"1868, Mi.Nr. 18 (minim. Randberührung links) zus. Mit Mi.Nr. 23 als entzückende Mischfrankatur zweier Ausgaben auf Damenbrief von BUCURESTI 25/9 SERA adressiert an Madame Elise Stourza, geb. Ghyka, auf Skiea bei Tirgu Frumos. Wundervoll farbfrisch und in ansonsten perfekter Qualität. Das Stück ist im Handbuch von Herrn Heimbüchler und in der 'Edition d'Or' abgebildet. Liebhaberstück! Ausführliches Fotoattest Fritz Heimbüchler BPP"

Dieser Brief wurde auch angeboten (Gärtner, Los 14961), ist aber etwas teuer und darum unverkauft.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
bayern klassisch Am: 23.02.2017 06:49:04 Gelesen: 179747# 446 @  
@ 10Parale [#444]

Hallo 10Parale,

deine Methodik unterscheidet sich von der meinigen nicht wesentlich - ich hätte ihn wohl auch genommen, wäre es mein Sammelgebiet.

Darf ich einen Interpretatiosversuch wagen? Vielleicht hatte jemand in der Nähe zu der guten Marie einen Brief zu schreiben, jedoch fand sich kein Kuvert (soll ja vorkommen). Was läge da näher, als die gute Freundin/Bekannte/Verwandte zu fragen, ob sie ihr mit einem aushelfen möge?

Weil man aber selbst keine Postportofreiheit anzusprechen hatte, musste man am Schalter frankieren und daher sieht der - wie ich finde wunderschöne - Brief so aus, wie er aussieht.

Fände man noch, zeitlich deutlich versetzt, weitere, ähnlich, würde meine Variante allerdings hinten runter fallen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 24.02.2017 14:00:26 Gelesen: 179556# 447 @  
@ 10Parale [#415]

Ich weiss nicht, ob Du wegen der Rumänien Nr. 1 - Marke das Thema "Finanzierung von Auktionskäufen" eröffnet hast. Es ist in der Tat ein nicht einfaches Thema.

Das Los, das wir in Beitrag 430 besprachen, ist in der Zwischenzeit verkauft worden. Und es ist zu einem Preis zugeschlagen worden, der vielleicht Bedauern auslöst, Bedauern, dass man nicht "dabei war"? Das schöne Stück wurde nämlich unter dem Ausrufpreis zugeschlagen. Euro 5'600 statt Startpreis Euro 6'000 (Los 776 bei Rauhut und Kruschel).

Natürlich ist das immer noch eine Menge Geld und ich bleibe bei meiner Meinung: nur wenn man sich mehr oder weniger ohne Reue den Betrag leisten kann, soll man ihn auch ausgeben.

Ich hoffe nun für Dich, dass Du ein ähnlich schönes Stück zu einem vergleichsweise "günstigen" Preis kaufen kannst, denn das ist es ja, was Du Dir wünschst.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.02.2017 21:16:34 Gelesen: 179339# 448 @  
@ Heinz 7 [#447]

"Ich weiss nicht, ob Du wegen der Rumänien Nr. 1 - Marke das Thema "Finanzierung von Auktionskäufen" eröffnet hast."

Es ist so. Manchmal sind Sterne zum Greifen nah. Wer über Geld schreibt, läuft Gefahr, sich in irgend eine Richtung zu outen. Beitrag [#2] im dortigen Thread von Wolffi dürfte in meine Richtung gehen. Lieber jeden Monat einen bescheidenen Betrag zur Seite legen und geduldig abwarten.

Nachdem das Los aus Beitrag 430 zunächst unbeboten blieb, habe ich mir tatsächlich ernsthaft überlegt, mit dem betreffenden Auktionshaus ins Gespräch zu kommen. Nun ist einer "sportlich" zuvorgekommen und das ist o.k. so.

Allerdings habe ich das System von "Untergeboten" bei Auktionen bis heute nicht verstanden. Läuft dies nach dem Prinzip, probiere mal Dein Glück, vielleicht bekommst du einen Handschlag? Mit dieser Perspektive vor Augen, was bedeutet hier der Ausrufpreis?

Ich möchte hier noch einen recht schönen Brief vorstellen, der am 13. April 1937 mit Schiffspoststempeln der Atlas-Levante-Linie auf dem Motorschiff "Cairo" aufgegeben wurde. Dieses Schiff wurde einige Jahre später von der Kriegsmarine vereinnahmt und war als Hilfskreuzer unter dem Namen "Stier" im Einsatz. 1942 wurde das Schiff nach schweren Zerstörungen selbst versenkt.

Der Brief ist mit 15,25 Lei deutlich unterfrankiert. In Constanza selbst wurde er erneut abgeschlagen (siehe links oben) und lief dann über Bukarest und Wien (Flugpoststempel vom 14.IV.37) in Richtung Helvetia.

Was mich etwas erstaunt, ist der rückseitige Stempel "RECOMANDATE SOSIRE" von Bukarest. Als normaler Brief war der Brief eh schon unterfrankiert, denn er hätte 10 Lei zzgl. Supartaxa aeriene externe 9 Lei = 19 Lei gekostet. Als Einschreiben wären noch einmal 10 Lei fällig gewesen, so dass der Brief portogerecht mit 29 LEI zu frankieren war!!

Nun ja, es wurde bemerkt und nachtaxiert. Der Vermerk 21,50 c (rechts neben den T) hat was damit zu tun.

Den Brief habe ich mal in einer Kiste des Schweizer Auktionshauses Rölli gefunden und 20 Schweizer Franken dafür bezahlt. Bar versteht sich.

Liebe Grüße

10Parale

 
 
Heinz 7 Am: 26.02.2017 11:58:34 Gelesen: 179211# 449 @  
@ 10Parale [#448]

Lieber Freund,

es ist so - über Geld zu sprechen, ist immer heikel. Hut ab vor denen, die es trotzdem tun.

Sammler sind oft sehr ambitioniert, und streben nach Objekten, die im Normalfall ihre Möglichkeiten übersteigen. Das ist an sich nichts Schlechtes, und ist sehr oft Ansporn für stundenlange Recherchen, für Suchanstrengungen, Weiterbildung, u.s.w. - Entscheidend beim Ganzen ist, wie man mit dem "Unvermögen" umgeht, sich alle Wünsche erfüllen zu können. Die meisten Sammler, die ich kenne, haben eine gesunde Einstellung zum Thema. Die anderen sind abschreckende Beispiele.

Ich finde folgende Taktik die Beste: Beim Top-Sammelgebiet strebt man hohe Ziele an, ohne sich zu überfordern. DANEBEN pflegt man weitere Sammlungen im "low-budget Bereich". Dort kann man sich mit Kleinbeträgen auch ab und zu eine Neu-Anschaffung leisten (zum Beispiel einen Beleg Rumänien 1937!). Das erfreut die Sammlerseele und gibt uns Sammlern den "langen Atem", den die ambitionierten Ziele in der Regel erfordern.

Alles Gute bei der Verfolgung Deiner Ziele!
Heinz
 
bayern klassisch Am: 26.02.2017 17:47:30 Gelesen: 179144# 450 @  
@ Heinz 7 [#449]

Lieber Heinz,

ein geistvoller Beitrag, den man jedem Sammler ins Album schreiben sollte. Chapeau!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 27.02.2017 22:53:43 Gelesen: 178973# 451 @  
@ bayern klassisch [#450]

Danke, Ralph, für die Anerkennung.

@ alle

Es ist nicht schwierig und nicht teuer, Ansichtskarten von Rumänien aus dem XX. Jahrhundert zu finden. An den meisten grösseren Briefmarkenbörsen finden wir problemlos Ansichtskarten. Viele, ja die meisten, sind aber in schlechtem Zustand.

Suchen wir saubere Karten ohne Büge und mit intakten Rändern, wird es schwieriger, vor allem, wenn wir sogar ins XIX. Jahrhundert zurückgehen.



Karte von Balaci, geschrieben 21.4.1899, gestempelt 23.4.1899, nach Lemberg.

Wenn wir solche Belege finden, sollten wir sie kaufen, denn es sind wirklich rare Stücke. Logisch, dass wir dann mit Euro 5 auch nicht mehr zum Zuge kommen. Aber bei schönen Exemplaren dürfen wir nicht zu sehr knausern, sonst werden wir in der Regel leer ausgehen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 28.02.2017 21:01:46 Gelesen: 178824# 452 @  
@ Heinz 7 [#449]
@ bayern klassisch [#450]

Lieber Heinz,

ich schließe mich Ralph an. Das hast Du sehr schön ausgedrückt. Bei mir persönlich überwiegen sogar die Low Budget Sammelgebiete. Aber sie machen mir einfach Spaß und das ist mir am wichtigsten.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 02.03.2017 16:07:45 Gelesen: 178681# 453 @  
@ Heinz 7 [#451]

Solche intakte Postkarten mit den pittoresken Motiven vom Landleben sind echte Preziosen, zumal aus dem XIX. Jahrhundert.

Low Budget, high Budget sind ja eher moderne Anglizismen aus der Wirtschaftssprache.

Wie auch immer, viele Händler notieren mit Bleistift eine Preis auf Ihre feilgebotene Ware, wie auf dem Brief den ich hier kurz vorstelle:

Preis: 6 €uro, vermutlich habe ich ihn für 5,-- Euro erhalten, also low Budget.

Dennoch ein schöner Brief:

Verwendung: 15. Juni 1929 - 19. Juni 1929

Portobestimmung lt. C. Marinescu Tabelle 233 "Tarifele, Taxele, Gratuitatele postale in Romania 1841 - 2008 vol. 2" aus dem Jahr 2008

Portoperiode vom 1. Oktober 1929 - 31. Dezember 1934

3. Portoperiode vom 1. April 1929


Brief bis zu 20 Gramm = 10 Lei
Einschreiben = 10 Lei

insgesamt 20 Lei
 

freigemacht mit insgesamt 12 Marken der Freimarkenserie König Michael zu 1 Lei, 2 Lei und 3 Lei

Der Brief lief von Brasov mit Bahnpost "Breslau?? - Oderberg" nach Schramberg, dortiger Ankunftsstempel von 19. Juni 1929.

Empfänger war die Schramberger Uhrfedernfabrik.

Liebe Grüße

10Parale

   
 

Pepe Am: 11.03.2017 20:49:54 Gelesen: 177977# 454 @  
Frage an die Kenner, ist diese Marke in zwei Farbunterschieden bekannt?



1958 09 28, Mi 1733

Im 2003/2004er Mi mit schwarzblau/gelborange beschrieben. Hier deutlich in einer zweiten Farbe.

Nette Grüße und immer weiter mit den so schönen und interessanten Beiträgen. :)

Pepe
 
10Parale Am: 12.03.2017 16:34:59 Gelesen: 177949# 455 @  
@ Pepe [#454]

Michel Südosteuropa 2016/17 unterscheidet ebenfalls bei dieser "Sputnikmarke" die beiden Farben schwarzblau und gelborange.

Michel Nr. 1733 steht mit einer Auflage von 1.000.000 Stück postfrisch immerhin schon bei 12,-- Euro.

Wäre für mich interessant, solch eine Marke auf einem echt gelaufenen Brief zu sehen.

Kiriac Dragomir nennt im CMPR ebenfalls die beiden Farben

albastru-negru -- dunkelbalu
rosu-portocaliu -- hier eher rotorange als gelborange

Liebe Grüße

10Parale
 
Pepe Am: 12.03.2017 21:23:02 Gelesen: 177926# 456 @  
@ 10Parale [#455]

Danke für die Info. Dann liegt hier eine unbekannte Fehlfarbe vor. Könnte auch eine Teilauflage oder Nachauflage sein. Im 2003/04 Katalog war der Preis 7,50 - 2,00. Also nach über 10 Jahren doch eine steigende Tendenz. In den alten Auswahlheften ist die älteste postfrische Ausgabe aus dem Jahr 1946.



1946 05 01, Mi 987-991, Tag der Arbeit

Hier geben sich Mechaniker (10L blaugrün), Bauarbeiter (10L dunkellila), Bäuerin (20L dunkelbraun), Bauer (20L blau), Studenten (200L rot) ein Stelldichein. Obwohl die Auflagen sehr gering sind, 2 x 86000, 2 x 300000, 1 x 200000, sind die Preise sehr gering. Der Satz in beiden Erhaltungen je 2,80. Woran liegt das? Der Druck ist mangelhaft, sicher der Nachkriegszeit geschuldet. Die 200L weist unten rechts kein Entwerferzeichen auf. Ob Zufall oder Plattenfehler? Interessant auch das Wasserzeichen. Leider im Katalog nur ein Ausschnitt abgebildet. Gibt es hier verschiedene Stellungen?

Ich kann die kleinen Eindrücke unten nicht entschlüsseln, vermute Druckerei und Jahreszahl?





Mi 987, 990 und 991 Details

Nette Grüße Pepe
 
Gerhard Am: 13.03.2017 10:37:40 Gelesen: 177881# 457 @  
@ Pepe [#454]
@ 10Parale

Hallo auch,

ich denke, dass es sich bei der zweiten Marke um eine Gefälligkeitsabstemplung handelt, ob aus Nachauflage oder nicht - beides möglich. Die linke Marke trägt m.E. einen offensichtlichen Bedarfsstempel, da sichtbare beschriebene Phänomen der unterschiedlichen Farben taucht bei Rumänien, als auch z.B. bei den Marken der UDSSR aus den 50ger/60ger Jahren meiner Erfahrung nach häufig auf.

mphG

Gerhard
 
Heinz 7 Am: 14.03.2017 00:14:17 Gelesen: 177850# 458 @  
@ Pepe [#456]

Hallo Pepe,

ich habe Deinen Beitrag studiert und den CMPR '74 (= rumänischer Spezialkatalog von 1974 von Dragomir/Surpateanu) zu Rate gezogen. Dabei fiel mir etwas Interessantes auf.

Bei CMPR haben diese Marken die Nummern 1034-1038. Zum ersten Wert (10 Lei, carmin-violet, also Nr. 1034) gibt es eine Abart: 1034.1 "fara initialele gravorului, prima marca din coala"

das heisst (meines Wissens): "ohne Graveur-Zeichen, erste Marke des Bogens".

Gemäss CMPR hat diese Ausgabe des Wasserzeichen XIV (fig. 18).



Im CMPR ist (bei dieser Ausgabe 1946) nichts vermerkt, dass das Wasserzeichen in verschiedenen Stellungen vorkommen soll.

Heinz
 
Pepe Am: 15.03.2017 18:50:55 Gelesen: 177769# 459 @  
@ Gerhard [#457]

Ja, das wird wohl so sein. Und da es noch recht wenig Sammler dieser Gebiete gibt, wird man auch nur wenig Beachtung finden. Danke und immer weiter beobachten, gerade bei den russischen Marken wird das bestimmt mal ein Thema.

@ Heinz 7 [#458]

Danke für das Wasserzeichen, da kann es also kein stehend oder liegendes geben, denn das ist total symmetrisch aufgebaut. Der Katalog hat schon gute 40 Jährchen hinter sich. Da ist es schon mal wichtig zu wissen, das Abarten bekannt waren.

Für meine kleinen Rumänienbestände lohnt sich keine teure Literatur. Mal sehen was noch so Interessantes in diesen drei alten Auswahlheften auftaucht.



1947 06 15, Mi 1062-1064

Warum so spät herausgegeben? Warum bei 225000 Auflage gerade mal mit lächerlichen 1,50 Mi€ bewertet?

Hier würden mal Vergleichsstücke helfen, denn so einige Details verwundern doch.



Rückseitig am rechten Unterrand ein kopfstehendes Prüfzeichen. Richter. Muß alles vor 1984 passiert sein.

Nette Grüße Pepe
 
Michael Mallien Am: 15.03.2017 19:30:02 Gelesen: 177754# 460 @  
@ Pepe [#459]

Hallo Pepe,

ich habe einen Michel Südosteuropa 2012/2013 kürzlich für 12 Euro erworben und dabei festgestellt, dass dieser Katalog generell nicht so gefragt ist. Man bekommt also günstig ein neueres Exemplar.

In dem Katalog sind die 1062-1064 postfrisch mit 1,50 und gestempelt mit 3,- Euro bewertet. Der Katalogwert spiegelt ja nur den Handelswert wider oder, besser gesagt, die Relation zu Handelswerten anderer Marken. Die Auflage spielt zwar auch eine Rolle, aber bei den Rumänienmarken gibt es offensichtlich genug Material für alle interesierten Sammler, weshalb die Preise niedrig sind.

Im dem Katalog steht ansonsten nichts weiter zu der Ausgabe.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 15.03.2017 22:10:46 Gelesen: 177721# 461 @  
Der abgebildete Brief mit sage und schreibe 10 Marken der Ausgabe Fürst Cuza zu je 2 Parale wurde portogerecht als Inlandsbrief mit 20 Parale frankiert und mit wunderschönen Gitterstempeln abgeschlagen (1865).

Er lief von Braila nach Fokschani.

Dieser Brief wird bald von einem großen internationalen Auktionshaus zum Ausruf gebracht. Auf den Ausrufpreis bin ich mal gespannt, denn der Brief ist eine absolute Sensation! In der Literatur habe ich bei Herrn Heimbüchler eine Wertschätzung von Mehrfachfrankaturen der 2 Parale Marke in Höhe von 6000 Euro entdecken können. Ich denke das wäre doch ein guter Startpreis.

Bin mal richtig gespannt auf diese Auktion, bei der ich gerne live dabei sein möchte.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.03.2017 23:14:26 Gelesen: 177577# 462 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Kollege,

auch ich überlege mir ernsthaft, an der Auktion teilzunehmen, an der obiger, sensationeller Brief verkauft wird. Das lässt sich hoffentlich einrichten, und ich weiss jetzt schon, dass die Auktionsvorbereitung auf DIESE Auktion schwierig sein wird, denn es wird super Material kommen, und die eigenen Mittel (die beschränkten) müssen sehr klug eingeteilt werden. Ich freue mich!

Mit einem Ausruf von CHF/Euro 6'000 wird der Brief aber bestimmt nicht angeboten. Auch in hervorragenden Rumänien-Sammlungen sucht man solch einen Brief meist vergebens. Der Brief wird vermutlich eher bei Euro 15'000 - 20'000 starten, und dann auch verkauft werden, vielleicht klettert er auch auf Euro 30'000 oder noch höher?

Du meinst, ich phantasiere? Nun, wir werden sehen. Der Brief mit den 10 x Nr. 11 steht dem nachfolgend gezeigten Brief kaum hintennach.



2006 wurde der Brief mit 20 x der Michel Nr. 11 (von Focsani nach Braila) versteigert. Man sollte die Preise dieser Auktion nicht für "allein massgebend" betrachten, sicher nicht, aber das Resultat von Euro 110'000 sollte uns schon zu denken geben.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 17.03.2017 22:37:45 Gelesen: 177415# 463 @  
@ 10Parale [#461]
@ Heinz 7 [#462]

Hallo Ihr beiden Rumänienschwärmer,

nun kommt mal wieder herunter und schaut her was die kleinen Leute so zu zeigen haben. Bei der Ausgabe Mi 987-91 [#456] waren ja die Graveur-Zeichen nicht zu deuten. Nun kommt die Lösung, zumindest die halbe Lösung auf der rechten Markenseite. Dort steht die Druckerei.



Volksrepublik Rumänien, 1948 05 20, Mi 1094, 1948 02 12, Mi 1095

Diese Marken würdigen die Rumänische Staatsdruckerei Fabrica de Timbre, und dies wurde rechts unten als Druckvermerk angegeben. Links könnte der Name des Entwerfers der Marke stehen. Hier erkennbar I.DUMITRAMA.

Die 6 Lei Marke, rotlila wurde ein viertel Jahr später mit weitaus geringerer Auflage (200 000) herausgebracht. Die 7,50 Lei in blaugrün kam in hoher Stückzahl heraus (3 500 000). Das Wasserzeichen 8 ist schwer zu erkennen und beide Marken weisen verschiedene Gummierung auf.

Ja, mit diesen Briefen können diese Marken logischerweise nicht mithalten. Hoffe trotzdem auch mit den kleinen Dingen ein bissel Spaß zu machen. Über die Auktion werdet Ihr hoffentlich noch ausführlich berichten. Das wird ja eine spannende Angelegenheit.

Noch viel Freude und nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 18.03.2017 16:01:35 Gelesen: 177313# 464 @  
@ Pepe [#463]

Lieber Pepe,

Du hast vollkommen recht! Auch die kleinen/günstigen Sachen können genau so Freude machen, das wissen 10 Parale und ich sehr gut und das haben wir ja auch schon x-mal gezeigt (z.B. Thema: "Rumänien Belege ab 1945"). Aber auch die "grosse weite Welt" der Weltraritäten und superteuren Marken ist spannend, und ich finde es bereichernd, wenn man in beiden Gebieten sich zumindest auskennt.

Deine Rolle, Pepe, für unser Thema war bisher sehr bereichernd. Du hast uns in x Beiträgen viele "kleine" Marken gezeigt (klein im Katalogwert), aber das gab Anschauungsunterricht und Gesprächsthema für viele weitere Beiträge. So hoffe ich, dass Du auch in Zukunft noch viele Beiträge mehr beisteuerst zu unserem schönen Sammelgebiet Rumänien.

Danke für das Zeigen von Mi 1094 und 1095. Ich wusste gar nicht, dass die Fabrica de Timbre schon 1872 die Tore öffnete.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Pepe Am: 21.03.2017 22:41:38 Gelesen: 176987# 465 @  
@ Heinz 7 [#464]

Es ist das Schöne an der Philatelie. Die ungeheure Bandbreite. Für jeden finden sich aus allen Gebieten Möglichkeiten der Sammelleidenschaft nachzugehen.

Ich bin im Jahre 1950 angekommen. Die Ausgabe trägt den Titel: 2. Jahrestag der Verstaatlichung der Wirtschaft. Für unser heutiges Vorstellungsvermögen, die reinste Utopie. Und trotzdem haben das noch viele Menschen miterlebt.



1950 07 20, Mi 1229-32, rosa, karminbraun, schwarzoliv, dunkelblau, Mi Wert 2003/04 3,80 1,70, FDC 6,-

Was fällt auf? Eine senkrechte Trennungslinie rechts bei der karminbraunen Marke. Vermutlich durch Dezentrierung.

Das Wasserzeichen hat hier nicht die im Katalog angegebene Stellung.



1948 11 20, Wz 9, normal liegend, wie im Mi angezeigt



gleiches Wz, jedoch horizontal gespiegelt



um 90° nach links gedreht, auf rosa und karminbrauner Marke



um 90° nach rechts gedreht, auf schwarzoliv und dunkelblauer Marke

Hätte im Katalog erwähnt werden sollen. Was sagt die Spezialliteratur dazu? Gibt es weitere Varianten und sind Wertunterschiede zu erwähnen? Kann jemand mal ein FDC aus diesen Zeiten zeigen oder sind die sehr rar?

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 22.03.2017 22:23:43 Gelesen: 176856# 466 @  
@ Pepe [#465]

Hallo Pepe,

ich habe die Ausgabe im CMPR '74 auf Seite 247 gefunden, sie ist katalogisiert mit den Nummern 1288-1291. Es wird hier angegeben, dass das Wasserzeichen "filigran" XV. dabei Anwendung fand. Es entspricht Deinem oben gezeigten WZ (2. Bild). Dass das WZ gedreht vorkommt, wird nicht erwähnt.

Andere Varianten/Abarten sind auch nicht erwähnt. Einen FDC kann ich nicht zeigen. Da die Auflage aber immerhin bei 200'000 Serien liegt, nehme ich an, dass es auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von FDC gibt, sodass die Sammler "bedient" werden können, ohne dass sie allzu tief in die Tasche greifen müssen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.03.2017 21:44:49 Gelesen: 176679# 467 @  
@ Pepe [#465]

Ich habe meine Antwort [#466] auf Deine Frage [#465] nochmals überdacht und möchte Folgendes ergänzen:

Eine Auflage 200'000 ist zwar unter "normalen" Umständen wohl "genügend", um auch eine genügend grosse Menge von FDC herzustellen. Aber falls es damals, vor 67 Jahren, keine Verkaufsstellen gab, die FDC für Sammlerzwecke herstellten (die Post, Briefmarkenhändler oder -Vereine, usw.), dann ist es (gut) möglich, dass es nur wenige FDC gibt, und sie sogar als Raritäten gelten.

Ich weiss leider nicht, wie die Sammlerschaft um 1950 in Rumänien organisiert war. Gab es viele Sammler, die damals FDC sammelten und auch herstellten oder kauften (kaufen konnten), oder war es mehr ein Zufall, dass einige Bedarfs-FDC entstanden? Ein Hinweis darauf finden wir vielleicht in alten rumänischen philatelistischen Zeitschriften.

Vielleicht können auch erfahrene ältere Rumänien-Sammler noch ihre Einschätzung zu dieser Frage einbringen?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 24.03.2017 20:15:10 Gelesen: 176475# 468 @  
Freunde der Rumänien Philatelie,

dieser schöne Beleg zeigt die Kombination eines M3 + M1 Stempels von Tekutsch vom 12.6.18?? zusammen mit dem Komplementärstempel "RECEPISSE", sieh K. Dragomir Stampilografie Postale Seite 261 fig. 1471.

Die blaue Taxierung kann ich leider nicht erklären.

Rückseitiger Ankunftsstempel dieses markenlosen Behördenbriefes an einem Ministerialbeamten in Jassy vom 14/6.

Ein ehemaliger Sammler hat den schönen Vorderteil und das rückseitige Teilfragment mittels einer innerliegenden Kartonage schön hergerichtet. Ich verrate mal den Preis, den ich dafür bezahlt habe: ca. 60,-- Euro - ich denke das geht in Ordnung.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.03.2017 21:08:30 Gelesen: 175260# 469 @  
@ 10Parale [#468]

Diese beiden hübschen Briefe vom Februar bzw. Mai 1937 sind mit dem Freimarkensatz "Flugzeuge über rumänischen Landschaften", - Michel Nr. 419 - 423 aus dem Jahr 1931 und einer entsprechenden Zwangszuschlagsmarke "Fliegerkopf" Michel Nr. 21 entwertet. An Hand der rückseitigen Ankunftsstempel von Orsova (z.B. 31.Mai 1937) erkennt man den Nachweis der postalischen Beförderung.

Dennoch dürften die beiden Briefe lediglich zu Sammlerzwecken initiiert worden sein, da die Portobestimmung in den Zeitraum einer Portostufe fällt und ein Brief mit 18+1 Lei und der andere Brief mit 25+1 Lei freigemacht sind.

Bei einer für heutige Maßstäbe eher geringen Auflage von 100.000 Marken dürften Briefe mit diesen Marken dennoch nicht einfach zu finden sein.

Liebe Grüße

10Parale

 
 
Pepe Am: 29.03.2017 22:12:41 Gelesen: 175240# 470 @  
@ 10Parale [#469]

Das sind schon seltene Belege. Ich denke, wenn erst mal die Chinesen das Sammelgebiet Rumänien entdecken, dann werden die Preise für solche Seltenheiten explosionsartig steigen. Wie aber die Chinesen davon überzeugen?

Ich will euch noch ein letztes mal mit einer weiteren Wasserzeichenvariante quälen. Obwohl ich fast meine, es ist nicht von großer Interesse. Oder es gibt wirklich keine Rumäniensammler für diese Zeiträume. Oder zumindest keine Spezialsammler. Bei Klassik ist es anders.

Und weil dieser Mann gerade noch mal eine Karriere in den Kinos startet und die Chinesen ihm ein Denkmal in seiner Geburtsstadt Trier spendieren, habe ich diese Marke mal von hinten beschaut.



1953 05 11, Mi 1428, olivschwarz, 70. Todestag von Karl Marx

Wasserzeichen 10, RPR



so ähnlich die Mi Abbildung

Und nun das Wasserzeichen von der Rückseite betrachtet auf der Marke



Es ist erstens spiegelverkehrt und zweitens kopfstehend

Was sagt die Spezialliteratur und wer hat Vergleichsstücke?

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 30.03.2017 20:50:19 Gelesen: 175051# 471 @  
@ Pepe [#470]

Hallo Pepe,

ich habe für modernes Rumänien (XX. Jahrhundert) keine Spezialkataloge, ausser dem CMPR '74. Der zeigt aber den Zeitabschnitt 1903-1974 auch auf nur 257 Seiten (Seite 163-419), was für die Fülle der Marken und Gedenkblocks natürlich nicht sehr viel ist. CMPR vergibt die Nummern 142-3323, hat also für die 3182 Nummern auch nicht sehr viel Platz (12.38 Nummern pro Seite im Schnitt).

Vielleicht ist dies der Grund, dass für viele Marken keine Abarten und/oder Spezialitäten angegeben sind? Jedenfalls finde ich auch für die von Dir gesuchte Marke CMPR 1497 (=Michel Nr.1428) keine Abarten/Spezialitäten im CMPR, kann Dir also nicht gross weiterhelfen.

Die Marke vom 11.5.1953 hatte eine Auflage von 2 Millionen Stück, aber das ist im Michel auch vermerkt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.03.2017 20:53:46 Gelesen: 175050# 472 @  
@ Pepe [#465]

Noch ein Nachsatz zu Beitrag [#465].

Wir haben oben darüber nachgedacht, ob ein FDC von 1950 wohl rar sei. Der Katalogwert von nur Euro 6 spricht eher nicht dafür.

Heinz
 
10Parale Am: 30.03.2017 21:53:48 Gelesen: 175041# 473 @  
@ Pepe [#470]

Ich denke, wenn erst mal die Chinesen das Sammelgebiet Rumänien entdecken, dann werden die Preise für solche Seltenheiten explosionsartig steigen. Wie aber die Chinesen davon überzeugen?

Karl Marx hat es geschafft, die Aufmerksamkeit der Chinesen auf sich zu ziehen. Davon profitiert das Trierer Stadtsäckel. Ich weiß nicht was der große Kapitalismuskritiker dazu selbst gesagt hätte.

Ich persönlich freue mich, dass die Chinesen sich hier noch hinterm Berg halten. So kann ich mir noch einiges leisten, denn der Run der Chinesen hätte sicher Preissteigerungen zur Folge.

Im übrigen ist es außerordentlich schwierig, die Top-Raritäten zu bekommen. Doch davon ein anders Mal mehr.

Leider kann ich Dir zur Marke von Karl Marx auch nur sagen, dass ab der Michel Nr. 1404 sehr viele Nachdrucke zu philatelistischen Zwecken gemacht wurden (siehe Notiz Michel Südosteuropa 16/17 - Seite 556). Diese sind jedoch alle gefälligkeitsgestempelt, was ich bei deiner Marke nicht sehen kann. Irgendwie scheint sie durchs Raster gefallen zu sein. Also aufbewahren, bis die Chinesen kommen.

Hier zeige ich einen weiteren Brief aus der Korrespondenz (Wilhelm Nathansohn) zu philatelistischen Zwecken, wie ich sie einmal nennen möchte. Dieser Brief ziert den Satz "50 Jahre königliche Sommerresidenz Schloss Peles, Sinaia" von 1933.

Der Höchstwert von 6 Lei Zinnober sticht mit einem waagrechten Paar hervor. Der Brief wurde am 12. Oktober 1933 mit insgesamt 4 kuriosen Stempel "BUCURESCI RECOM PREZENTATE" abgeschlagen.

Rückseitiger Ankunftsstempel von Orsova vom 14. Oct. 1933. Der Absender benutzte kurioserweise eine Reklamemarke der Briefmarkenausstellung von Aschersleben 1933 als Verschlussklebemarke.

Schönen Abend

10Parale


 
10Parale Am: 03.04.2017 21:04:31 Gelesen: 173808# 474 @  
@ Forum [#473]

Der rumänische Staat sorgte Anfang des 20. Jahrhunderts sehr für seine Postbeamten. Zu diesem Zweck wurde 1932 der Satz "Wohlfahrtseinrichtungen für Postbeamte" hergestellt, Michel 446-48.

4+1 Lei Sanatorium für lungenkranke Postbeamte in Predeal
6+1 Lei Gedenktafel für die im 1. Weltkrieg gefallenen Postbeamte
10+1 Lei Eforie am Schwarzen Meer, Erholungsheim für Postbeamte

Der völlig überfrankierte Brief wurde mit dem Satz wohl zu Sammlerzwecken freigemacht zzgl. einer Zuschlagsmarke und lief am 08. März 1934 von Bukarest nach Orsova.

Der normale Tarif für ein Einschreiben 1934 (C. Marinescu Tabelle nr. 60) wäre 14 Lei gewesen.

Dennoch eine seltene Satzfrankatur, die bei einer Gesamtauflage von 119.691 Sätze wohl nicht so oft anzutreffen ist.

Der zweite Brief wurde in Orsova abgeschlagen und zeigt die Marken Michel Nr. 499 und 502 mit einem roten Aufdruck "CEHOSLOVACIA / YUGOSLAVIA". Dieser Satz wurde am 5. Dezember 1936 anlässlich des 16. Jahrestages der Gründung der kleinen Entente herausgegeben.

Die sehr geringe Auflage von 54.800 Sätze hat Michel veranlasst, den Katalogwert des Satzes auf 12,-- Euro festzulegen.

Dieser Brief ist völlig überfrankiert (ein normaler Inlandsbrief kostete lediglich 4 Lei, siehe Tabelle 60 s.o.) und diente wohl auch nur Sammlerzwecken. Michel weist noch darauf hin, dass Marken dieses Satzes mit Silber- und Goldaufdrucken Fälschungen sind.

Liebe Grüße

10Parale


 
Lars Boettger Am: 30.04.2017 16:39:19 Gelesen: 168716# 475 @  
Heute hatte ich die Gelegenheit, die folgende Rumänien-Marke auf dem Tauschtag in Birkenfeld zu erwerben. Ich habe zur Bestimmung nur einen alten Europa-Katalog von Stanley Gibbons / 1941. Dort hat die Marke zu zwei Lei / braun und orange, ohne Wasserzeichen, gezähnt L 11 1/2 die Nummer 416. Hauptmangel ist ein waagerechter Bug und unten ein kurzes Zähnchen. Entwertet wurde die Marke in PIATRA-NEAMT.

Beste Grüße!

Lars
 


Heinz 7 Am: 01.05.2017 22:28:12 Gelesen: 168451# 476 @  
@ Lars Boettger [#475]

Lieber Lars,

ich freue mich, dass Du (neu?) Rumänien-Marken erwirbst. Die gezeigte Marke ist Michel Nr. 143 von 1901; der Höchstwert der 14. Ausgabe "Ährenausgabe".

Ich habe auch einen alten Stanley Gibbons Katalog, von 1939, und tatsächlich, hier wird diese Marke mit Nummer 416 gelistet! Warum diese grosse Differenz? Nun - Stanley Gibbons gibt vielen Farbnuancen und einigen Besonderheiten (z.B. Kehrdrucken) eigene Voll-Nummern. Das bläht das Sammelgebiet unnötig auf und ist meines Erachtens eine Schwäche dieses Kataloges. Da merkt man eben, dass Stanley Gibbons von Anfang an ein Handelshaus war, das Interesse daran hatte, das Sammelgebiet zu verbreitern.

Die gezeigte Marke hat einen Bug und der Stempel ist teilweise doppelt - ich empfehle also, die Marke durch ein besseres Stück zu ersetzen. Der Stempel ist nichts Besonderes. Du findest bessere Marken ohne Schwierigkeiten, "für ein Butterbrot".

Anders sieht die Sache aus, wenn Du die Marke auf Brief suchst oder auf Ganzsache/Formular/etc. - Dann wird die Suche schwieriger.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 01.05.2017 22:54:22 Gelesen: 168443# 477 @  
@ Heinz 7 [#476]

Lieber Heinz,

das war ein spontaner Marken-Kauf aus einem 10-Cents-Album. Auf die Erhaltung habe ich nicht geachtet, ebenso wenig auf den Stempel. Ich bin schon froh, dass ich den Stempel identifizieren konnte.

Andere Länder, andere Katalogisierung.

Beste Grüße!

Lars
 
10Parale Am: 02.05.2017 20:57:25 Gelesen: 168256# 478 @  
@ Lars Boettger [#475]

Zu der Marke mit dem Stempel von Piatra Neamt liefern Sie ja hinreichende Informationen, ohne Wasserzeichen, Zähnung 11 1/2 und die Stanley Gibbons Nr. aus einem alten Katalog, alle Achtung.

Wenn man solch eine Marke für 10 Cents erwirbt und solch eine treffende Analyse stellen kann, ist man wirklich ein guter Philatelist.

Die Empfehlung von Heinz7 (#476), die Marke dementsprechend durch eine bessere zu ersetzen, klingt auf Grund der Mängel zunächst sinnvoll. Ich gehe bei solchen Marken mit einer ganz anderen Herausforderung ans Werk: findet sich eine 2.te Marke mit einem noch schöneren Stempel von derselben Ortschaft?

Ich gebe zu, was Wasserzeichen und Zähnung betrifft, bin ich ein fauler Hund. Dabei gibt es gerade von den Freimarken der Ährenausgaben viele identisch erscheinende Marken, die sich nur an Hand der Wasserzeichenmerkmale, Einpressungen und Zähnungen zu unterscheiden lernen. Hat man sie auf Brief, wird es tatsächlich schwierig, eine exakte Bestimmung vorzunehmen.

Ich zeige hier 3 aus dieser Freimarkenserie´, bei denen ich an Hand des Stempeldatum bei den beiden links sagen kann, dass es sich um die Michel Nr. 108 aus der Freimarkenserie von 1893/1898 handelt. Ob nun WZ 1 oder WZ 2, kann ich erst sagen, wenn ich mir mal die Mühe mache, einen Wasserzeichenleser zu kaufen.

Die rechte Marke zeigt ein schönes Posthörnchen, weshalb ich sie nicht missen will.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.05.2017 21:49:54 Gelesen: 168246# 479 @  
@ 10Parale [#478]

Lieber 10 Parale,

Du zeigst uns zweimal die Nr. 108 (Michel), ob die dritte Marke evtl. Nr. 125 oder Nr. 141 ist, lässt sich nicht ohne Weiteres feststellen. Ich persönlich würde es begrüssen, wenn ein Katalog hier nur EINE Hauptnummer vergeben würde, aber NEIN, Michel, Zumstein, Yvert & Tellier, Scott; alle vergeben mehrere (Haupt-) Nummern, ganz zu schweigen von Stanley Gibbons, der noch mehr Hauptnummern aufführt. Schade, finde ich, aber ich nehme die Herausforderung an und versuche, alle drei Nummern: 108, 125 und 141 zu finden.

Ich habe auch keinen Wasserzeichenleser, versuche aber trotzdem, die WZ oder die Wappeneinpressungen zu bestimmen. Leider gelingt es wirklich nicht immer.

Natürlich bin ich ganz "hin und weg" von Deiner zweiten Marke! Wunderbare Zähnung und ein zentrischer Stempel, den man als "perfekt" bezeichnen kann: klar, und aussergewöhnlich schön wirkend (nicht zu fett). Unter 100 Exemplaren findet man in der Regel KEINE solche Marke, sondern vielleicht nur eine unter 300! Ein Super-Stück! Gratuliere!

Heinz
 
10Parale Am: 12.05.2017 20:49:27 Gelesen: 167253# 480 @  
@ Heinz 7 [#479]

Bin mir wohl bewusst, dass ich Richard einmal versprochen habe, mich in der Stempeldatenbank als fleißige Ameise zu betätigen. Ich habe dieses Versprechen im Hinterkopf und sobald es der Kalender zulässt, werde ich damit beginnen.

Was ich heute zeigen will ist ein besonderer, äußerst seltener Stempel mit einer eigenen, nur dem Stempel zugedachten Geschichte.

Ursprünglich gehörte dieser Stempel zu den sogenannten rumänischen Landpoststellenstempel (Posta rurala). Sie waren seit 1865 in Gebrauch. Die Abkürzung PL auf diesen Stempeln steht für PLASA, was Landpostbüro bedeuten soll. Der Rumäne übersetzt das Wort eher mit Netz. Aber darin ist ja sinngebend schon die Bedeutung enthalten, denn eine Stempel PL war ein Stempel im Netz der Landpoststellen.

Einzig und allein bei diesem Landpoststellenstempel von Oltenita (damals Dorfgemeinde 60 km südlich von Bukarest)wurde das PL entfernt und der Stempel diente weiterhin in den folgenden Jahren als offizieller Stempel des Postbüros von Oltenita.

Zur besseren Darstellung zeige ich das Stempel-Kriterium im Anschauungs-Design.

Quelle: (fig. 885 K. Dragomir, Stampilografie Postala Seite 165)

Liebe Grüße

10Parale
 
 
 
Heinz 7 Am: 23.05.2017 18:47:46 Gelesen: 165044# 481 @  
@ bayern klassisch [#436]

Ich habe in Beitrag [#431] einen sehr schönen Beleg gezeigt aus Frankreich nach Rumänien von 1864. Heute sehe ich an der Auktion Gärtner einen noch älteren Beleg



France, first issue, Ceres 40 C orange, gestempelt 1852 nach Rumänien. Auch hier ein hohes Porto (160 Centimes). Laut Auktions-Katalog soll es nur 6 solche Briefe mit der ersten Ausgabe von Frankreich nach Rumänien geben (je 3 nach Moldau und in die Walachei).

Der Brief kostet noch eine Stufe mehr als der in Beitrag 431 besprochene Brief. Euro 1470 erreichte der Brief von 1864. der hier gezeigte, weniger schön und spektakulär, aber noch seltener und älter, startet bei einem Ausruf von Euro 6'000.

Im Schweizer Zahlenlotto war der Jackpot letzte Woche wieder auf schwindelerregender Höhe. Nun hat ein Glücklicher den Jackpot geknackt. Ich war es nicht. Darum kann/will ich mir diesen schönen Brief auch nicht leisten. Naja. Macht trotzdem Spass.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.05.2017 22:10:52 Gelesen: 164612# 482 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Kollege,

ich habe in Beitrag [#462] einen hohen Preis für diesen Brief mit den 10 x Nr. 11 bx vorausgesagt und habe auf den Brief mit 20 x der Michel Nr. 11 ay (von Focsani nach Braila) als Vergleichsmasstab hingewiesen.

Betreffend "erwarteter Preis" möchte ich eines nachträglich aber doch zu bedenken geben. Die Erhaltung des Briefes ist nicht makellos. Der vertikale Bug durch die erste Marke des Fünferstreifens oben fällt stärker ins Auge als auf dem Foto zu Beitrag [#461] zu erkennen ist. Dazu kommt vermutlich ein horizontaler Riss oberhalb des Viererblocks. Diese zwei Mängel drücken vermutlich den Preis doch deutlich, auch wenn der Brief natürlich noch immer sehr begehrenswert und sehr, sehr selten ist. Die zitronengelbe Nuance dieser Marke ist ebenfalls ein Pluspunkt.

Mit anderen Worten: es wird sehr spannend sein, den Preis zu sehen, den dieses Stück am 8. Juni 2017 erzielt!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 26.05.2017 21:20:35 Gelesen: 164431# 483 @  
@ Heinz 7 [#482]

Vor wenigen Tagen habe ich mit einem anderen Mitglied der ARGE Rumänien aus München sämtliche interessante Rumänien - Lose der Corinphila Auktion in Zürich vom 8. Juni 2017 am Telefon besprochen und deine Aussagen über den Brief bestätigen eigentlich das, was wir auch besprochen haben.

Die in [#409] gezeigte 27 Parale /Rumänien Nr. 1 ist mittlerweile, - wie du weißt -, beim Auktionshaus Mohrmann für 4.500,-- am 1. Juni 2017 deutlich günstiger im Ausruf als zuvor beim Auktionshaus Gärtner. Ich war ja bereit 4.000,-- Euro (zzgl. Auktionskosten) dafür zu bezahlen, was leider nicht zu realisieren war. Geduld bringt Rosen.

Nun würde mich interessieren, was Du als Experte von dem 5-Parale Viererstreifen auf der Retour RECEPISE von 1866 haltest? Der Rückschein ist ja portogerecht mit 20 Parale frankiert, die Marken sind bis auf die linke Marke ja alle ganz gut, stehen seltsam auf dem Kopf. Die Stempel sind zeitgerecht und die bei diesen Scheinen üblichen Faltung ist keine Beeinträchtigung des gesamten Briefes.

Rückseitig hat der Brief Klebeflächen, was aber reparabel ist. Mir gefällt dieser seltene Beleg sehr gut. Ist dieser Brief Herrn Heimbüchler noch nie vorgelegt worden, weshalb "nur" Altsignatur Friedl?

Ich freue mich auf die Auktion

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 30.05.2017 18:44:21 Gelesen: 163784# 484 @  
@ 10Parale [#483]

Hallo 10 Parale,

der gezeigte Beleg ist eine grosse Seltenheit und mit CHF 2'000 tief bewertet. Im "Normalfall" sollte er deutlich teurer werden, aber da "die Konkurrenz" von anderen Stücken hoch ist, wäre auch ein Zuschlag nahe beim Ausruf nicht unbedingt eine Überraschung.

Dass die Marken Kopf stehen, schmälert den Wert des Beleges nicht oder nur wenig - Solche Recepise-Formulare mussten mit 20 Parale freigemacht werden, gelegentlich kamen dafür auch 4 x 5 Parale zum Einsatz. -

Ein Problem kann man jedoch darin sehen, dass der Stempel auf dem Viererstreifen nirgends auf den Beleg übergeht. Zwar ist der Stempel "BUCURESCI 23/3" auf dem Beleg nochmals abgeschlagen und alle drei Stempel sehen ja genau gleich aus... aber es gibt Sammler, die sagen, es sei nicht restlos sicher, dass der Streifen tatsächlich und zweifelsfrei am 23.3.1866 verwendet wurde.

Warum der Brief Herrn F. Heimbüchler vielleicht nicht für ein neues Attest vorgelegt wurde kann mehrere Gründe haben, über die ich lieber am Telefon unverbindlich meine Vermutungen Dir nenne, als hier öffentlich Stellung zu nehmen. Anbei nur soviel:

- es ist denkbar, dass F. Heimbüchler den Beleg nicht als zweifelsfrei echt attestieren will, aus den oben genannten Gründen (Fehlender Stempel-Übergang)
- es ist denkbar, dass die Altsignatur Friedl als "Gütesiegel" als ausreichend betrachtet wurde.
- es ist denkbar, dass die Provenienz "Cohen" als "Gütesiegel" als ausreichend betrachtet wurde.

Ich denke, Herr Heimbüchler würde Dir auf Anfrage weitere Auskünfte erteilen. Es ist richtig, wenn man (auch) hier vorsichtig ist.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 30.05.2017 19:48:52 Gelesen: 163759# 485 @  
@ 10Parale [#483]

Heinz hat grundsätzlich in allen drei Punkten recht. Wenn man prüfen will, ob die Marke zu einem Beleg gehören, dann kann man sich eine Eigenheit der Metallstempel nutzen: Sie drücken sich in das Papier ein. Wenn der Stempel mit genügend Kraft abgeschlagen wurde, dann hat sich der Stempelabschlag durch das Papier der Marke in das Papier des Beleges gedrückt. Der Abschlag auf der Marke sollte mit dem Abschlag im Papier identisch sein. Wurde der Stempel nicht mit genügend Kraft abgeschlagen, dann kann man in der Tat nicht sicher sein, ob die Marken zum Beleg gehören.

Beste Grüße!

Lars
 
10Parale Am: 03.06.2017 20:03:18 Gelesen: 163153# 486 @  
@ Heinz 7 [#484]
@ Lars Boettger [#485]

Vielen Dank für diese sachkundigen Ausführungen. Auf einem Prüferseminar könnte man solche Geheimnisse nicht besser in Erfahrung bringen.

Es wird Zeit, dass ich mir wieder einen guten alten Metall-Stempel für Selbstversuche zulege. Stempel verraten doch viel mehr als man oberflächlich zur Kenntnis nimmt. Der Hinweis von Lars Boettger zur Interaktion zwischen Metallstempel und Papier beim Abschlag wäre wichtig zur weiteren Untersuchung des Beleges.

Mir erscheint es seltsam, dass die Marken auf dem Kopf stehen. Es kommt mir fast der Gedanke, sie müssen dies tun, damit der Stempel in die selbe Richtung weist wie der sehr schön abgeschlagene Stempel auf der linken Seite. Nun denn, ich freue mich schon auf Zürich.

Die 27 Parale Marke aus [#409] wurde nun meines Wissens nach bei Mohrmann unter Ausruf für 4.300,-- Euro verkauft. Gratuliere unbekannterweise dem Höchstbietenden.

Ich zeige hier auch einen 3-fach Abschlag, etwas flippy floppy abgeschlagena am 21. Februar 1896 auf einer Ganzsache von Bukarest nach Berlin. Interessant, es handelt sich um den Stempel der fahrenden Bahnpost auf der Linie Bukarest - Verciorova, die am 1. Mai 1876 in Betrieb genommen wurde und über eine Distanz von 382 Kilometer reichte.

Siehe auch K. Dragomir Seite 221 Posta Ambulanta (PA), fig. 1329 Stmepel PA2.1.

Die Portobestimmung ist einfach, 10 Bani. Weshalb der Brief nun mit insgesamt 7 zusätzlichen Marken zu 1 1/2 Bani = 15,5 Bani Gesamtfrankatur freigemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Postbeamte der Bahn hat auf jeden Fall 3 x abgeschlagen und wie man sieht, stehen alle 3 Abschläge ziemlich im selben Winkel zur Vertikalen. Da gibt mir persönlich für den obigen Brief mit den 4 Cuza-Marken zu denken.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.06.2017 22:02:02 Gelesen: 162607# 487 @  
@ 10Parale [#486]

Sauber überlegt! Sehr gut!

Wenn die Marken auf der Recepisse zweimal gestempelt wurden, so fragst Du zu Recht, warum der dritte Stempel auf dem Formular eine andere Richtung aufweist. Jedoch können wir feststellen, dass der Stempel auf dem Formular sehr sauber abgeschlagen ist, gut möglich also, dass der Stempel vorher frisch im Stempelkissen eingefärbt wurde. Dann ist aber auch eine Drehung um wenige Grad durchaus denkbar/logisch.

Wir haben eine weitere Möglichkeit zur Prüfung. Die Rückseite der Recepisse wurde fotografiert, da sieht man einen deutlichen Bug oben, der horizontal auch durch die Marken laufen müsste. Die Foto der Vorderseite zeigt nicht eindeutig, ob wirklich ein Bug an der entsprechenden Stelle durchläuft, aber gewisse Spuren deuten darauf hin. Ich werde mir das Stück in Zürich "in natura" ansehen.

Deine Ganzsache 5 Bani mit Mehrfach-Zusatzfrankatur nach Berlin gefällt mir! Das Porto (15.5 Bani) gibt auch mir Rätsel auf, ebenso die Tatsache, dass wir an demselben Tag zwei verschiedene Abgangsstempel haben: "Bucuresci" und "B.-Vercirova". Vielleicht war dies ein philatelistischer Beleg? Zuerst der Bahntransport (Sonderfahrt), und danach der (normale) Auslandtransport? 5 + 10 Bani ergäbe 15; das würde stimmen! Lies einmal den Text der Karte, vielleicht gibt es irgendwelche Hinweise? Möglicherweise wurde also diese Karte "zweimal befördert"? - Das wäre eine Erklärung für das Porto.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 19:05:30 Gelesen: 162388# 488 @  
@ 10Parale [#461]

Lieber Freund,

vor 12 Wochen hast Du uns diesen schönen Brief gezeigt und Dich gefragt, was der Brief an der Auktion in Zürich denn kosten wird. Als Du von einem Startpreis von Euro 6'000 gesprochen hast (Beitrag [#461]) habe ich "protestiert" und einen Startpreis von CHF 15'000 - 20'000 vermutet mit der Voraussage, dass der Brief dann auch verkauft werden wird (siehe Beitrag [#462]).



Ich erschrak dann etwas, als ich sah, dass der Brief wirklich mit einem Startpreis von nur CHF 5'000 "ins Rennen geschickt" wurde (Startpreis an der Auktion, Los 1402). Der kräftige vertikale Bug ist zwar ein markanter "Schönheitsfleck", aber die Rarität des Beleges ist dennoch bedeutend.

Seit heute wissen wir also, was der Brief "gebracht" hat: Der Hammer fiel bei CHF 32'000 + 20 % Zuschlag = CHF 38'400. Das ist sicher ein hohes Ergebnis. Damit stellte sich sogar meine optimistische Voraussage "vielleicht klettert er auch auf Euro 30'000 oder noch höher?" als ziemliche "Punktlandung" heraus.

Nun ja, auch ich kenne den Spruch: "auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn", und will mir auf die erfüllte Prognose nicht zu viel einbilden. Aber es ist doch tröstlich, dass viele "zu günstig" angesetzte Briefmarken-Lose erstaunlich oft dann ihren "richtigen" Wert doch noch erzielen. Dies natürlich nur, wenn "der Markt" auch spielt. Dies ist nicht an allen Auktionen der Fall.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Lars Boettger Am: 08.06.2017 19:28:27 Gelesen: 162382# 489 @  
@ 10Parale [#486]

Noch eine Anmerkung zu den Stempelabschlägen:

Wenn ich mir die zwei Stempelabschläge auf den Marken ansehe, dann war der Postbeamte Rechtshänder. Sie sind nach stark links geneigt. Bei einem Linkshänder sind die Abschläge leicht nach rechts geneigt. Der dritte Abschlag dagegen ist dagegen kaum nach links geneigt.

Das lässt jetzt folgende Schlussfolgerung zu:

Der Beamte hat nach dem ersten Abschlag bzw. den ersten beiden Abschlägen abgesetzt und die Recipisse noch einmal etwas gedreht. Oder er hat den Stempel noch einmal neu eingefärbt. Das ist beides nicht unmöglich, wenn es auch den Erfahrungen widerspricht.

Wie gesagt - Rumänien ist nicht mein Prüfgebiet. Aber ich habe leider schon zu viele Manipulationen an klassischem Material gesehen, als dass ich hier an einen Kauf ganz unbefangen herangehen würde.

Beste Grüße!

Lars
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 21:00:43 Gelesen: 162364# 490 @  
@ Lars Boettger [#489]

Lieber Lars,

danke für Deine Überlegungen. Ich habe mir heute dieses Los 1405 auch "in natura" unter die Lupe genommen.



Es ist natürlich nicht "erstrebenswert", dass eine Briefmarke Fehler hat. Aber wenn es zur Echtheits-Findung beiträgt, dann ist diesem Aspekt eben auch Beachtung zu schenken, das heisst, man ist "froh", dass ein Mangel ein Echtheitsmerkmal sein kann.

Corinphila hat auch die Rückseite der Recepisse abgebildet, und da sieht man einen klaren horizontalen Bug, der auch durch die Marken durchlaufen müsste. Darum habe ich heute den Viererstreifen dahingehend geprüft. Und ja, kein Zweifel, auch der Viererstreifen hat einen klaren horizontalen Bug. Das heisst also, dass die Marke auf der Drucksache klebt, BEVOR diese ihren Schaden erlitt (Bug).

Dies deutet darauf hin, dass die Marken original auf dem Postformular klebten und zeitgerecht verwendet wurden.

Der Zufall, dass die zwei Stempelabschläge nicht auf das Postformular übergehen, macht uns zwar zu Recht vorsichtig, daraus aber zu schliessen, der Streifen gehöre nicht auf das Formular, ist meines Erachtens nicht "zwingend". Über die drei Stempel BUCURESCI habe ich meine Meinung schon geäussert (siehe B. 487).

Ich komme also zum Schluss, dass der Beleg meines Erachtens nicht verfälscht wurde. Ich nehme an, Grossmeister Edouard Cohen hätte dieses Stück sonst auch nicht in seiner Sammlung belassen. Ich habe keine Hinweise darauf, dass er diesen Beleg als problematisch bezeichnet hätte.

Überraschend habe ich heute Herrn Heimbüchler in Zürich angetroffen. Er hat seine Sammlung Rumänien ja verkauft (2010-2013), aber er interessiert sich nach wie vor für sein ehemaliges Sammelgebiet, und die Sammlung Cohen ist natürlich sehr interessant. Da wollte er dabei sein.

Ich habe ihn auf das Los 1405 angesprochen. Er sagte mir, es sei ihm nicht zur Prüfung vorgelegt worden. Heute hat er keine Vorbehalte zum Beleg angebracht, er hielt ihn für echt. (Eine vollwertige "Prüfung" konnte er aber heute nicht vornehmen).

Noch ein Wort zur Auktion: Das Los wurde heute auf stattliche CHF 7'500 hochgeboten (Startpreis: nur CHF 2'000), dies ist meines Erachtens ein gutes, angemessenes, eher hohes Ergebnis.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.06.2017 21:32:47 Gelesen: 162360# 491 @  
Ich weiss, dass viele Sammler sich durch hohe Preise abschrecken lassen.

Ich hoffe, die Tatsache, dass wir hier manchmal auch von wirklich teuren Stücken sprechen, weckt nicht den Eindruck, "man" könne nicht Rumänien XIX. Jahrhundert sammeln.

Das stimmt so nicht. Es gibt viele Marken und Belege (und Ganzsachen!), die sind schön, selten und ... gar nicht teuer! Anbei ein Beispiel der 14. Ausgabe



Also, liebe Sammler: Augen auf und Rumänien sammeln! Ein gutes Gebiet mit vielen Möglichkeiten! Auch für Sammler mit kleinem Geldbeutel.

Liebe Grüsse
Heinz
 
bignell Am: 08.06.2017 21:50:55 Gelesen: 162356# 492 @  
@ Heinz 7 [#491]

Hallo Heinz,

interessantes Stück. Die 25 Bani sieht wiederverwendet aus, vielleicht Postbetrug?

Lg, harald
 
JohannesM Am: 08.06.2017 22:18:26 Gelesen: 162351# 493 @  
Ich habe heute einen Katalog von einem mir unbekannten Auktionshaus bekommen, der nur Lose einer einzigen Sammlung enthält, unter anderen auch Rumänien. Die Ausrufpreise erscheinen mir sehr niedrig. Da die Auktion auch im Netz präsent ist will ich euch den Link nicht vorenthalten.

https://www.weltphila.de/de/i_9455_661/5405_Rumaenien_Sammlungen/A3-200.html?breadcrumbId=1496952666.4896

Beste Grüße
Eckhard
 
10Parale Am: 09.06.2017 18:52:58 Gelesen: 162295# 494 @  
@ JohannesM [#493]

Ich habe mir das Los angeschaut. Sollten die Marken echt sein (bei einigen habe ich keine Zweifel - Scans sind halt immer schlecht zu beurteilen), ist der Mindestpreis von 300,-- Euro bestimmt angemessen. Immerhin befinden sich einige frühe Marken mit schönen Abstempelungen dabei, auch einige ungebrauchte Kopfausgaben, die natürlich auf Echtheit hin zu untersuchen wären.

Liebe Grüße

10Parale
 
JohannesM Am: 09.06.2017 19:25:09 Gelesen: 162288# 495 @  
@ 10Parale [#494]

Es soll sich ja um die Sammlung eines Apothekers handeln, die seit 1912 nicht mehr berührt wurde, aber selbst wenn das stimmt - es wurde ja auch damals schon gefälscht, was das Zeug hielt.

Beste Grüße
Eckhard
 
Heinz 7 Am: 09.06.2017 20:41:41 Gelesen: 162278# 496 @  
@ bignell [#492]

Lieber Harald,

Du hast recht, dass die 25 Bani-Marke irgendwie "gebraucht" aussieht. Ich habe mir den Brief nochmals angeschaut, die Marke ist in der linken oben Ecke beschädigt, und die ganze Marke ist etwas schmutzig, aber eine Spur eines früheren Stempels kann ich nicht entdecken. Ich nehme also an, der Absender hatte einfach eine beschädigte Marke verwendet. Der Absender war wohl kein Briefmarken-Liebhaber, er hat auch die 50 Bani Marke kopfstehend aufgeklebt.

Ein Postbetrug liegt aber meines Erachtens keiner vor.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.06.2017 21:34:46 Gelesen: 162271# 497 @  
@ JohannesM [#493]

Hallo Eckhard,

danke für das Zeigen dieser interessanten Sammlung. Man findet an fast jeder Auktion ähnliche Angebote, aber die gezeigte Sammlung ist meines Erachtens weit überdurchschnittlich! Ich bin froh, dass Du selber ein Problem ansprichst; selbst wenn die Sammlung seit mehr als 100 Jahren existiert, ist das keine Garantie gegen Fälschungen, denn, wie Du richtig sagst: "Es wurde ja auch damals schon gefälscht, was das Zeug hielt". 10 Parale hat darum recht, wenn er darauf hinweist, dass man die Sammlung selber besichtigen müsste, um Näheres sagen zu können.

WENN die Marken echt sind, dann ist diese Auswahl weit mehr wert, als ihr Ausruf vermuten lässt!

Die Auswahl gefällt mir und ich nutze die Gelegenheit, die rumänischen Briefmarken anhand dieser Sammlung vorzustellen, denn sie ist ziemlich "komplett" 1858-1906!

Seite 1 - die erste Ausgabe fehlt, das ist verständlich, denn da fehlen die weltbekannten runden Ochsenköpfe
Seite 1 - Zeile 2: Die 2. Ausgabe (Mi 5-7)
Seite 1 - Zeile 3: Die 3. Ausgabe (Mi 8-10)
Seite 1 - Zeile 4: Die 4. Ausgabe (Mi 11-13)
Seite 1 - Zeile 5: Die 5. Ausgabe (Mi 14-16)
Seite 2 - Zeile 1: 6. Ausgabe (Mi 17-20)
Seite 2 - Zeile 2: 7. Ausgabe (Mi 21-25)
Seite 2 - Zeile 3/4: 8. Ausgabe (Mi 26-34)
Seite 2 - Zeile 4/5, Seite 3, Seite 4/1: 9. Ausgabe (Mi 36-54)
Seite 4/Zeile 2: 10. Ausgabe (Mi 55-56)
Seite 4/Zeile 5 + Seite 5: 11. Ausgabe (Mi 57-75)
Seite 6/Zeile 2-4: 12. Ausgabe (Mi 76-89, 95-98)
Seite 7-13: 14. Ausgabe (Mi 99 ff.)
Seite 14: 13. Ausgabe (Mi 90-94) + Gedenkmarken 1903/1906

dazu viele Portomarken (Seite 4-11), Paketmarken (Seite 14) und Marken "Rumänische Post in der Levante" (Seite 19).

Es sind viele wirklich gut aussehende Marken enthalten:

Michel Nr. 5 Iy, (Katalog Euro 200)
Michel Nr. 8 I, gestempelt "Jassy 12 / 6" (Katalog Euro 300)
Michel Nr. 15, ungebraucht, gut gerandet (Katalog Euro 70 oder 80)
Michel Nr. 25, schön gestempelt
Michel Nr. 26+27, beide wunderbar gestempelt "GALATI" und "GALATI 8.JUN 71"
Michel Nr. 31, ungebraucht (Katalog Euro 250)

Auch viele kleinere Werte sind aussergewöhnlich schön gestempelt, z.B. auch Portomarken und Paketmarken; das sucht der Sammler oft vergebens.

Kurzum: Eine Besichtigung und eine ernsthafte Prüfung sind meines Erachtens sehr zu empfehlen! Vermutlich lohnt es sich!

Heinz
 
JohannesM Am: 09.06.2017 22:22:16 Gelesen: 162261# 498 @  
@ Heinz 7 [#497]

Kurzum: eine Besichtigung und eine ernsthafte Prüfung sind meines Erachtens sehr zu empfehlen! Vermutlich lohnt es sich!

Ich denke das auch, nach Katalogangaben sind die Marken schon damals bei namhaften Händlern erstanden worden, also könnte man Glück haben und es sind keine oder wenig Fälschungen dabei. Von mir brauchst du aber keine Konkurrenz befürchten, ich sammele Rumänien (noch) nicht, aber ich finde dieses Thema interessant und es ist auch trollfrei.

Beste Grüße
Eckhard
 
Heinz 7 Am: 10.06.2017 10:47:15 Gelesen: 162225# 499 @  
@ JohannesM [#498]

Hallo Eckhard,

ich werde auf dieses Los auch nicht bieten, da ich für meine Sammlung nur wenige Stücke hätte, die ich wirklich brauchen könnte. Aber für einen Anfänger wäre das (mit grosser Wahrscheinlichkeit) ein sehr guter Grundstock. Mit einem Schlag hätte man eine gehaltvolle Sammlung, die man problemlos gezielt weiter ausbauen könnte.

Ich hoffe, die Sammlung findet einen Sammler, der die Chance nutzt und viel Freude an seinem Einkauf hat.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.06.2017 11:47:34 Gelesen: 162220# 500 @  
@ 10 Parale [#1]

Liebe Freunde der Rumänien-Philatelie!

Vor etwas mehr als 4 Jahren startete unser Freund 10 Parale dieses schöne Thema "Rumänien für Sammler". Heute sind wir bei Beitrag 500 angelangt!

10 Parale hat rund 30 % aller Beiträge eingestellt, seine Begeisterungsfähigkeit ist einer der Hauptgründe, warum auch ich so gerne mitmache. Pepe hat mit seinen vielen schönen, grossformatigen Scan-Beiträgen wesentlich dazu beigetragen, die Schönheit der Briefmarken-Ausgaben sichtbar zu machen. Auch er hat über 50 Beiträge beigesteuert! Vielen Dank! Zonen Andy hat viele Beiträge geschrieben, leider in den Jahren 2016 und 2017 bisher keine Fortsetzung. Immer neue Namen erscheinen in der Autorenliste, bis heute 28 verschiedene.

Ich würde mir wünschen, dass Leute, die schönes Material haben und viel wissen, wie "wahewa" und "nor 42", noch verstärkt mitmachen würden; beide haben erst 4 Beiträge beigesteuert. Gerne würden wir mehr von ihnen lesen!

Wir haben nun in diesem Thema über 100'000 "Klicks" verzeichnet, also interessieren sich doch einige Leser dafür, das ist schön. Interessant und gut ist auch, dass wir für Spezialfragen auch "angrenzende" Themen eröffnet haben, so zu "Rumänien Ganzsachen" oder "Postrouten und Transportwege" oder Rumänien ab 1945.

Zu Ehren dieses wunderbaren Sammelgebietes "Rumänien" (das auch an der Auktion von Corinphila in Zürich aktuell mit hohen Preisen glänzte) stelle ich noch eine der schönsten Marken ein, die es zu dem Sammelgebiet gibt: das schönste Exemplar der Nummer 1:



Dieses riesenrandige, wunderschöne Exemplar zierte die Sammlung Caspary (und brachte vor 60 Jahren das Spitzenresultat, als seine phantastische Sammlung verkauft wurde). 1999 wurde es in Zürich wieder versteigert (Sammlung "Sarah", Los 4000). Ich bin zuversichtlich, dass das Gebiet Rumänien auch in Zukunft bei den Sammlern hoch im Kurs stehen wird!

Zudem danke ich dem Team "Philaseiten", dass wir diese Super-Plattform zur Verfügung haben! Das ist "Förderung der Philatelie" pur! Ohne finanzielle Interessen, das ist grossartig. Tausend Dank!

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Michael Mallien Am: 10.06.2017 11:59:53 Gelesen: 162216# 501 @  
@ Heinz 7 [#500]

Lieber Heinz,

es ist schön zu lesen, wie aus Dir die Begeisterung für die Rumänienphilatelie spricht. :)

Ich gehöre in diesem Thema zu den interessierten Mitlesern, denn schließlich beschäftige ich mich ja auch mit Rumänien, wenn auch eher mit jüngeren Postgeschichte des Landes.

Ich freue mich auf weitere Beiträge hier und in den anderen Themen zu Rumänien.

Herzliche Grüße
Michael
 
10Parale Am: 10.06.2017 21:34:19 Gelesen: 162181# 502 @  
@ Heinz 7 [#500]

An alle Freunde der Rumänien-Philatelie,

danke für die Blumen, lieber Heinz.

Am 21. Juli 1858 erschienen die ersten Briefmarken Rumäniens in der Hauptstadt des Fürstentums Moldau, Jassy (erster Verwendungstag: 22. Juli 1858!)

Ich möchte hier eine kleine Bestandsaufnahme zeigen, was von der 1. Moldau-Ausgabe noch erhalten ist (Stand 2008):

Wert ungebraucht gebraucht

27 Parale 14 178
54 Parale 25 290
81 Parale 35 27
108 Parale 20 189
 

Die 81 Parale scheint irgendwie aus dem Rahmen zu fallen, denn von ihr gibt es von den ungebrauchten die Meisten und von den gebrauchten die Wenigsten.

Es sind in den letzten 30 Jahren auch einige Marken neu aufgetaucht.

Ich möchte schließlich noch ergänzen, dass es auch verschwundene Marken gibt, besonders einige aus der Sammlung König Carols I., ie nach seinem Tod 1950 nicht mehr auftauchten.

Ich freue mich mit diesem Thema zumindest ein wenig, - so hast du, lieber Heinz es einmal ausgedrückt -, als ein "Botschafter" für ein Land in Südosteuropa tätig werden zu können, was allgemein heute noch zusammen mit Bulgarien und anderen kleinen Staaten den Status eines armen, entwicklungsbedürftigen Landes an der Außengrenze Europas genießt. Die Briefmarken zeigen, dass dieses Land seine kulturellen Schätze besitzt. Möchte hier mal meine Frau zu Wort kommen lassen und zitiere sie folgendermaßen:

"Rumänien hat es einfach nicht geschafft, seine Schätze ins richtige Licht zu stellen".

In diesem Sinne vielen Dank auch den passiven Mitlesern. Auch ich lese gerne andere Themenbereiche und danke wie Heinz 7 philaseiten für die Möglichkeit sich hier zu kostenfrei zu engagieren.

Liebe Grüße

10Parale

PS: Die von mir gezeigte Marke (Kehrdruckpaar der 27 Parale) gehörte einst zur Sammlung Carols I. und bleibt bis heute vermisst.


 

Heinz 7 Am: 12.06.2017 17:59:08 Gelesen: 162071# 503 @  
@ Michael Mallien [#501]

Lieber Michael,

Du bist mit grossem Fleiss ebenfalls breit eingestiegen bei "Philaseiten". Das Thema "Rumänien: Belege nach 1945" erhält von Dir viele Beiträge, und das Thema hat es in weniger als einem Jahr schon auf 176 Beiträge gebracht! Ich finde es gut, dass wir die Zeit nach 1945 in einem eigenen Thema behandeln.

Das Thema "Rumänien: Ganzsachen" ist auch bei Beitrag 172 (Start: 12.7.2013) und das Thema "Rumänien: Marken echt oder falsch?" bei Beitrag 124. Dazu kommt ein ähnliches Thema: "Rumänien Fürstentum Moldau: Marken echt oder falsch?", das zusätzlich 69 Beiträge aufweist.

Alles zusammen sind mehr als 1000 Beiträge zum Sammelgebiet Rumänien, das ja aus gutem Grund bei den Sammlern einen sehr guten Ruf hatte (die klassischen Ausgaben 1858-1872). Man beachte die älteren "Bestenlisten" von verschiedenen Autoren 1900-1980, da gilt (galt) Rumänien immer als "etwas vom Besten".

Gestern musste ich schmunzeln! Ich sah einen Uralt-Film mit Audrey Hepburn und Cary Grant: "Charade" auf ARTE, Jahr 1963. Ich wusste nicht, dass Briefmarken darin eine wichtige Rolle spielen. Doch ein Nichtganzehrlicher Mensch hatte seine Beute von 250'000 (guten alten!) US Dollars in Briefmarken angelegt! Die Auswahl würde mir auch gefallen:



Die 3 Marken im Film existieren exakt so nicht, sind aber alle täuschend ähnlich zu wirklichen Weltraritäten: die 4 Skilling Marke Schweden erinnert an den 3 Skilling Farbfehldruck, die Hawaii 3 Cent Marke an die gleich aussehende 2 Cents Marke und die 82 Parale-Marke an die 81 Parale-Marke Ochsenkopf-Erstausgabe!

Wenn Audrey Hepburn geahnt hätte, dass eine Briefmarke mit ihrem Konterfei auch einmal viel Aufsehen erregen würde, wäre sie bestimmt "amused" gewesen!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2017 23:57:29 Gelesen: 162024# 504 @  
@ 10Parale [#502]

Lieber Kollege,

die gezeigten Zahlen sagen meines Erachtens genügend klar:

Die 81 Parale Marke ist sehrsehrsehr selten, ungebrauchte runde Ochsenköpfe (1. Ausgabe) sind alles Weltraritäten, noch deutlich seltener als gestempelte Marken

Lange Zeit galt die 81 Parale Marke als die grösste Seltenheit von allen. Das stimmt ja auch, wenn wir die Gesamtzahlen betrachten. Dass in den letzten Jahrzehnten die Anzahl der bekannten Ungebrauchten erhöht hat, wurde vielleicht etwas zuwenig in den Katalogpreisen berücksichtigt. Die 81 Parale ungebraucht ist zwar etwas hoch bewertet, das hängt aber auch damit zusammen, dass manch ein Sammler eine ungestempelte Marke kauft, weil er keine gestempelte findet. Die 54 Parale ungebraucht sollte aber nicht so deutlich tiefer bewertet sein als die 81 Parale Marke *.

Ich finde es auch erstaunlich, wie hoch die Resultate der Auktionen sind in den letzten 15 Jahren, für die ungebrauchten Marken der 1. Ausgabe. Wenn ich das mit anderen europäischen Raritäten vergleiche, so muss ich sagen: die Katalogpreise für Rumänien haben durchaus ihre Berechtigung, was wir für viele andere Länder nicht unbedingt bejahen können.

Eine letzte Ergänzung zur Anzahl der 81 Parale Marken: auch diese Marke ist ungebraucht kaum zu finden! Das liegt nicht zuletzt daran, dass von den registrierten Stücken eine ganze Reihe verschollen sind (1950-2006, gemäss Beobachtung David Feldman, siehe Auktionskatalog 3.12.2006): 8 Stück! 5 weitere Exemplare sind in einem Museum. Das reduziert die Zahl der verfügbaren Exemplare empfindlich. Die drei Exemplare, die dann (2006) versteigert wurden, erreichten spektakuläre Preise:

Los 20015: Euro 120'000
Los 20016: Euro 80'000
Los 20017: Euro 70'000

Alle Lose übertrafen also den Katalogwert erheblich! Die 2006er-Auktion war zwar (preislich) ein Ausreisser nach oben, aber auch viele andere Resultate 1999-2017 sind hoch.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.06.2017 17:28:48 Gelesen: 160209# 505 @  
@ Heinz 7 [#504]

Wir müssen den ständig stattfindenden Auktionen nicht nur dankbar sein, dass Sie uns die Möglichkeit bieten, den Markt zu beobachten, sondern auch bei diesen sehr begehrten und raren Sammlerobjekten Forschungen über das Vorkommen und deren Bestand zu führen.

Leider ist der Rumäniensammler Nr. 34 aus dem Jahr 1979 nicht in meinem Besitz. Dort befindet sich auf Seite 41/42 ein Artikel über die violette 3-Bani Marke von 1870 (Quelle: F. Heimbüchler: Fürstentum Walachei, Vereinigte Fürstentümer).

Ich hoffe, ich kann bis zu unserem Treffen der ARGE Rumänien in München eine kleine Expertise über den Bestand der noch erhaltenen Briefe mit der 3-Bani Marke erstellen, die allein nur auf Drucksachen vorkommt, Misch- und Buntfrankaturen ausgenommen.

Während ab dem 13. Januar 1868 infolge der Währungsumstellung von Parale auf Bani die Drucksachen je 15 gramm 2 Bani kosteten (anstatt 2 Parale: sie CUZA-Marken), wurde am 15. Oktober 1870 die Gebühr für Drucksachen im Inland von 2 auf 3 Bani erhöht, und zwar bis zu einem Gewicht jetzt von je 40 gramm.

Aus aktuellem Anlass möchte ich es ein wenig spannend machen und allen Interessierten ein Brief vorstellen, der gerade bei einer eBay Auktion erhältlich ist und aus der berühmten Korrespondenz an den Bürgermeister von Dorohoi stammt. Ich halte den Brief im übrigen für echt, allerdings ist er nicht so schön wie die anderen 2 Briefe, die ich aus dieser Korrespondenz kenne.

Von diesen Drucksachen konnte ich bislang 5 Stück festmachen.

3 der Briefs wurden meines Wissens bislang bei Corinphila zum Verkauf gebracht (Februar 2007, Los 5145 - Ausruf: 1.500,-- SFr. Ergebnis: unbekannt)
(2013 - Los 5077 - Ausruf 1.000,-- SFr., Ergebnis: unbekannt) (Juni 2017, Los 1425, Ausruf 500,-- SFr. Ergebnis: 700,- SFr.).

Auf Seite 205 im o.g. Band von F. Heimbüchler ist eine weitere sehr schöne Drucksache an den Bürgermeister von Dorohoi abgebildet.

O.g. Brief, den ich nun völlig überraschend entdeckte, wird übrigens von rgadidov angeboten, ein Anbieter mit Sitz in Amerika.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.06.2017 22:27:13 Gelesen: 160048# 506 @  
@ 10Parale [#505]

Lieber 10 Parale,

es würde mich freuen, wenn Du im August eine Studie über diese schöne Briefmarke präsentieren würdest!

Den Rundbrief 34 vom Juni 1979 der ARGE, ein Aufsatz "Die 3 Bani Marke von 1870, violett" von Dr. Liviu Cristea und Fritz Heimbüchler, habe ich zwar nicht im Original, aber in Kopie. Die Abbildungen sind darum schlecht, aber trotzdem sind sie Dir meines Erachtens nützlich. Einzelne Fotos könnten wir heute durch neue Farbfotos ersetzen! Ich sende Dir die 7 Seiten zu (eine Kopie der Kopie).

Auch mit den Auktionsergebnissen kann ich Dir voraussichtlich helfen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.06.2017 23:35:13 Gelesen: 160033# 507 @  
@ 10Parale [#505]

Soviel vorweg:

Los 5077 der 179. Auktion 201