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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 749 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 22.03.2018 23:50:07 Gelesen: 95780# 600 @  
@ Sleeran [#594]

Matthias zeigt uns an, dass seine Rumänien-Sammlung die Nrn. 5-34 umfassen soll (2.-8. Ausgabe). Das tun viele Sammler. Die Ausgaben der 9. Ausgabe (Fürst Karl im Perlenkreis) und die nächsten Ausgaben sind aber auch sehr reizvoll!

Die 10. Ausgabe von 1880 bestand nur aus zwei Werten. Ab 1881 war Rumänien ein Königreich und gab eine neue Ausgabe heraus (11. Ausgabe).

Anbei zeige ich einen guten Brief mit einer Mischfrankatur 10./11. Ausgabe (Michel Nrn. 56+69). Es ist ein Reco-Brief von Bukarest nach Reichenberg (Deutschland). Mischfrankaturen des Fürstentums / Königreiches sind selten.



Ich empfehle, auch die Ausgaben 1872-1900 (9.-14. Ausgabe) zu sammeln. Das ist einerseits eine philatelistisch anspruchsvolle Aufgabe, zweitens kann man auch mit "überschaubaren" Beträgen seltene und gute Stücke finden.

Ich freue mich, anbei den 600. Beitrag zu unserem schönen Sammelgebiet "Rumänien" einstellen zu können!

Heinz
 
Sleeran Am: 26.03.2018 09:28:39 Gelesen: 95427# 601 @  
Hallo zusammen,

erst einmal meinen Glückwunsch zum 600. Beitrag!

Von meiner Seite heute nur ganz kurz: Der Dragomir ist inzwischen angekommen, steht aber noch unbeachtet im Regal. Ich will mir an den Feiertagen nochmal die Stempel-Kapitel im Heimbüchler durchlesen, um die Systematik im Dragomir zu verstehen, da ich des Rumänischen nicht mächtig bin. Danach versuche ich, meine Stempel selbst zu bestimmen.

Im Moment habe ich aber beruflich viel um die Ohren.

Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 26.03.2018 13:51:09 Gelesen: 95400# 602 @  
@ Sleeran [#601]

Lieber Matthias,

wenn Du schreibst "Der Dragomir ist inzwischen angekommen", dann nehme ich an, du meinst das Stempelwerk (1822-1910). (Dragomir hat auch andere Werke verfasst, so war er z.B. Hauptautor beim CMPR '74).

Ich weise Dich darauf hin, dass vor vielen Jahren eine sehr nützliche Besprechung des Bandes "Stampilografie postala" im "Rumäniensammler" erschien (der Zeitschrift der ARGE Rumänien). So wurden insbesondere alle Titeln und einige Abkürzungen übersetzt auf deutsch wiedergegeben. Ich persönlich habe diese Hilfe sehr geschätzt (und auch benötigt).



Auch wenn der Buchumschlag bei Dir anders aussieht, sprechen wir vermutlich dennoch vom gleichen Buch. Dieses ist mit verschiedenen Umschlag-Seiten herausgegeben worden. Inhaltlich gibt es aber meines Wissens nur EINE Ausgabe.

Heinz
 
Sleeran Am: 27.03.2018 15:59:48 Gelesen: 95296# 603 @  
Hallo Heinz,

ich habe genau diese Ausgabe im blauen Umschlag. Wegen dem "Rumäniensammler" habe ich mich an Herrn Heimbüchler gewendet und hoffe, dass ich noch eine Ausgabe kaufen kann. Danke für den Tipp!

Viele Grüße,
Matthias
 
10Parale Am: 28.03.2018 21:33:33 Gelesen: 95232# 604 @  
@ Sleeran [#603]

Wünsche dir viel Erfolg und gratuliere zu dem Buch. Mir hat es auch sehr viel gebracht. Meine Frau ist Rumänin und ich habe gelernt, dass die philatelistischen Begriffe für sie ebenso schwer ins Deutsche zu übersetzen sind wie für mich die deutschen Fachbegriffe ins Rumänische.

über die Cuza-Marken wurde in diesem Forum schon viel geschrieben (zuletzt #582 von Heinz 7 zur 20 Parale oder im Thread "Rumänien Marken echt oder falch #100 ff., Nr. 141 und Nr. 142). Mir ist es jetzt nach einigen Versuchen gelungen, wenigstens einen sehr schönen Viererblock der Michel Nr. 12 (hier: weisses Papier) zu erwerben.

Aus der #142 (Rumänien Marken echt oder falsch) zitiere ich Heinz 7: "Ein Paar wertete bei CMPR '74 mit Faktor 2.5 = Euro 125". Heinz hat den Michel 2010 zur Grundlage genommen. Laut MOK (Michel Online Katalog) aktuell liegt der Wert bei 80,-- Euro, also = 200 Euro.

Wenn ich richtig deute, wertet der CMPR ein Viererblock mit dem Faktor 6 - das hiese 80,-- Euro x 6 = 480,-- Euro.

Da dieser Viererblock aussergewöhnlich gut erhalten ist und die Rückseite keinerlei Falzreste o.dgl. zeigt, ist der Kaufpreis von 85,-- Euro angemessen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 12.04.2018 21:30:26 Gelesen: 92891# 605 @  
Wie es Euch gefällt

Ich bin heute nach einem mehrtägigen Aufenthalt aus Rumänien zurückgekehrt. In einem Antiquitäten-Laden in Hermannstadt habe ich diese schöne Postkarte gefunden.

Die farbige Litho ist aus der Shakespeare Serie und hat die Nr. 369. (wer weiß mehr darüber?). Die beiden Damen, die rechte zeigt sehr viel Bein stehen für das Stück "Wie es Euch gefällt" (Aufschrift).

Mir gefallen besonders die beiden Abstempelungen. Es sind 2 Filialpoststempel (posta sucursale) der Städte Berlad und Braila.

Wer nun das von Heinz 7 in [#602] abgebildete Nachschlagwerk von Kiriac Dragomir auf Seite 158 aufschlägt, findet dort die Abbildungen dieser Filialpoststempel, die es anfangs nur in Bukarest gab.

Interessant ist die Schreibweise: BARLAD - SUCURSALE bei der Postkarte - bei K.Dragomir (BERLAD), in der Beschreibung sogar (BIRLAD) - fig. 824)

Ich habe bislang noch keine Postkarte mit 2 Abstempelungen von Filialpostämtern gesehen.

Gelaufen ist die Postkarte am 10. März 1900, angekommen in BRAILA-BURSA am 13. März 1900. Es muss sich um einen Ort gehandelt haben, an dem etwas eingekauft und verkauft wurde, also eine Börse.

Für 8 Lei = ca. 1,80 € gewiss ein Schnäppchen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 14.04.2018 21:07:17 Gelesen: 92471# 606 @  
@ 10Parale [#605]

Im gleichen Antiquitäten-Laden in der Flaniermeile in Hermannstadt fand ich noch eine Postkarte, die mich zweifach in den Bann zog.

1. Praga 2018: Vom 15. - 18. August findet in Prag die Weltausstellung statt. Die Ansichtskarte zeigt das wunderschöne Stadtbild von Prag.

2. Als ich die Karte umdrehte, blieb mir die Spucke weg. Erst einmal, nüchtern betrachtet, dachte ich, oh schade, eine Marke ist abgefallen oder wurde abgelöst.

Offensichtlich wurde die Karte nachtaxiert, denn sie ist mit einer Portomarke Ziffernzeichnung zu 6 Lei nachfrankiert worden (Michel Nr. 61).

Auf Seite 107 des oft erwähnten Werkes von C. Marinescu Vol. 2 über die Auslandstarife in Rumänien erfährt der Leser, dass eine einfache Postkarte (CP) in der 5. Portoperiode ab dem 1. September 1924 tatsächlich 6 Lei gekostet hat.

So, wie war das nun mit dieser Postkarte aus Prag:

Kann es sein, dass auf dem Transportweg die ursprünglich Marke (hier wäre eine Tschechoslowakei-Experte nötig, der das tschechische Porto eruieren könnte) tatsächlich verlorenging und die rumänische Post deshalb nachtaxierte? Das ist die einzige logische Erklärung für das Nachporto von 6 Lei.

Diee Postkarte bekam ich für 20 Lei, was ungefähr etwas mehr wie 4 Euro sind.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 15.04.2018 18:35:36 Gelesen: 92278# 607 @  
@ 10Parale [#606]

Der erste Stempel BUCURESTI zeigt klar, dass die tschechische Marke noch vorhanden war als er aufgeschlagen wurde. Die Auslandstarife und die Nachtaxierungstarife sind nicht das gleiche. Schauen Sie mal bei Marinescu nach wie die Nachtaxierung der eingegangenen Sendungen aus dem Ausland erfolgte.

nor 42
 
Detlev0405 Am: 17.04.2018 15:06:37 Gelesen: 91780# 608 @  
@ 10Parale [#606]

Deine Karte fällt in die Porto Periode vom 01.03.1924 - 31.03.1927 und das Porto hätte 0,40 Kc betragen. Das die Marke, wie nor 42 bereits schrieb, erst in Rumänien entfernt wurde, ist auch meine Meinung.

Viel interessanter ist der blaue Taxvermerk über 30 (offenbar Heller denn mit den Lei kommt die 30 nicht hin), die Karte war wohl falsch frankiert als Auslandspostkarte. Daraus ergibt sich dann die Frage, ob die Marke von Amtswegen in Rumänien entfernt wurde und dann mit der 6 Lei Marke versehen wurde.

Gruß
Detlev
 
Heinz 7 Am: 17.04.2018 22:38:49 Gelesen: 91680# 609 @  
@ 10Parale [#605]

Es ist schon seltsam, dass eine Stadt auf Stempeln, die GLEICHZEITIG herauskommen, unterschiedlich geschrieben wird. Du hast uns den Stempel "BARLAD SUCURSAL" (10.3.1900) gezeigt, anbei zeige ich "BERLAD SUCURSAL" (13.6.1904)



K. Dragomir zeigt uns die Variante "Berlad" (= fig. 824), beschreibt aber auch "Barlad" (Seite 157; ohne Bild).

Mein Exemplar wurde auf einem Einschreibe-Brief angebracht. Leider ist der Brief nicht mehr komplett, aber das Fragment ist auch schön, der Stempel ist wunderbar klar: Die Marke ist eine 1 Leu-Marke: Michel 108, 125 oder 141 (das ist nicht einfach zu bestimmen).

Die Stempelgruppe "OS" (Oficii postale Sucursale) ist nicht sehr gross. Der gezeigte Berlad-Stempel ist eingeteilt wie folgt:

4. Die Stempel der Nebenstellen der Post
4.2. Die Stempel der Zweigstellen in der Nachklassik
4.2.2. Die Stempel der Nebenstellen in anderen Städten (nicht Bukarest; Bukarest = 4.2.1.)

Heinz
 
10Parale Am: 18.04.2018 22:44:41 Gelesen: 91380# 610 @  
@ Heinz 7 [#609]

Es gibt ja auch noch die Schreibweise BIRLAD, wofür ich aber bislang keinen Beleg vorweisen kann.

Es bereitet ja auch immense Freude, sich mit solchen Differenzierungen innert der Stempelgruppe OS zu beschäftigen.

Wir finden in Rumänien (Fürstentum Moldau, Fürstentum Walachei etc.) immer wieder Beispiele von unterschiedlichen Schreibweisen für Ortschaften. Das ist nicht nur bei Stempeln so, sondern auch innert den Texten.

Ich zeige das mal an Hand eines einfachen, aber raren Stempels. Am 25. Dezember 1879 schrieb ein gewisser VOSILUS eine Nachricht mittels einer 5 Bani Ganzsache von "Moinesti" nach Galati an Herrn Frigatorin.

Der Stempel "MOINESCI" (mit "C" anstatt "T") datiert vom 1. Januar 1880. Moinesti ist ein Dorfflecken im Kreis Bacau (ehemals Fürstentum Moldau) und zählt heute nicht mehr als 500 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte dürfte um 1880 höher gewesen sein.

Am 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel am Donnerstag, den 4. Jjar 5778, muss auch einmal darauf hingewiesen werden, dass viele jüdische Bürger auf Grund von Unterdrückung aus Osteuropa bzw. Rumänien ausgewandert sind. Ich schweife absichtlich etwas ab, aber wer sich ernsthaft mit der Philatelie beschäftigt, muss dieses unbedingt begreifen. Die sogenannte 1. Alija (Einwanderung nach Israel) fand zwischen 1882 und 1904 statt. In diesen Jahren wanderten etwa 29.000 Juden aus Russland, Rumänien und Jemen in Israel ein (Quelle: 100 Talmud Israeli, Jüdisches Wissen für die ganze Familie, Sonderausgabe der Jüdischen Allgemeinen).

In der 3. Alija zwischen 1919 und 1923 wanderten 50.958 jüdische Bürger aus Russland und Rumänien in Israel ein. Die letzte große Auswanderungswelle aus Rumänien ereignete sich dann nach dem II. Weltkrieg.

Der Ankunftsstempel von Galati ist so in das geschriebene Wort abgeschlagen worden, dass man nur staunen kann.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.04.2018 21:04:58 Gelesen: 88882# 611 @  
@ 10Parale [#610]

Es ist eine schöne Aufgabe, die verschiedenen Stempel auf Marken oder Ganzsachen möglichst sauber zu sammeln.

Auch der Nachweis der verschiedenen Frankaturstufen ist eine tolle Aufgabe. Wofür wurde die 5 Bani-Marke verwendet? Wofür die 10 Bani-Marke? Und-so-weiter?

Die 50 Bani-Marke der Carol-Backenbart-Ausgabe, Michel Nr. 25, 7. Ausgabe von Rumänien, konnte als Einzelfrankatur verwendet werden zum Beispiel für Briefe nach Italien.



Solche Marken auf Briefen sind recht selten und begehrenswert.

Noch seltener sind aber gewisse Kombinationen, die ebenfalls 50 Bani ergeben.



Dieser Brief vpn Braila nach Italien ist eine grosse Rarität; ich meine, es ist ein Unikat. Marken der 6. Ausgabe wurden aufgebraucht. Leider ist dieser Brief nicht in meinem Besitz.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.04.2018 17:04:50 Gelesen: 88512# 612 @  
Ab 1872 kam in Rumänien die 9. Ausgabe heraus: Fürst Karl I. im Perlenkreis. Diese Ausgabe enthält viele verschiedene Marken, da die Sammler die verschiedenen Auflagen unterscheiden können in

- feine Pariser Drucke (Michel Nr. 36 - 42)
- gröbere Bukarester Drucke (Michel Nr. 43 - 54).

Ausserdem können die Marken nach Zähnungen unterschieden werden, sodass der Spezialist hier ein grosses Betätigungsfeld findet!

Eine "Knacknuss" ist vielleicht auch die nachfolgende Marke:



Es ist eine 5 Bani Marke. Aber es ist zweifellos keine Nr. 38 (die wäre gelbbraun auf gelblich, Pariser Druck) und keine Nr. 45 (blau auf bläulich, Bukarest Druck) und auch keine Nr. 50 (grün auf grünlich, Bukarest Druck).

Na, was ist sie dann?

Ein Hinweis erhalten wir durch den Überdruck der Marke "ANULA". Zum Glück gab es eifrige Philatelisten, die diese Marken schon früh erforscht haben. Altmeister Eduard Cohen hat z.B. 1945 ein sehr wertvolles Buch geschrieben, das uns den entscheidenden Hinweis gibt:

Die oben gezeigte Marke dürfte eine Farbprobe gewesen sein, die nicht zur Ausgabe gelangte. Um ihre Verwendung zu verhindern, versah die Wertzeichendruckerei die Marke mit dem Aufdruck "ANULATA".

Warum dieser Versuchsdruck nicht in den Archiven der Druckerei blieb, weiss ich nicht. Wie selten diese Probedrucke in Sammlerhand sind, weiss ich auch nicht. Dazu kommt, dass die Marke zweiseitig ungezähnt ist, was für die reguläre Markenausgabe nicht vorgesehen war.

Man könnte diesen Probedruck nun als grosse Rarität und Abart anpreisen (und läge damit vermutlich nicht einmal falsch), aber man tut auch gut daran, den Wert solcher Stücke nicht all zu sehr zu überschätzen.

Auch die Frage, ob solche Marken/Probedrucke/Abarten in einem Katalog gelistet werden sollten, kann vielseitig diskutiert werden.

Heinz
 
Sleeran Am: 01.05.2018 09:43:55 Gelesen: 88359# 613 @  
Hallo allerseits,

dann will ich auch einen schönen Abschlag zeigen:



Der Stempel ist im Dragomir auf Seite 270 (PLANSA 74) zu finden. Dem Text nach gibt es frühere Versionen des Einzeilers. Eine solche vermute ich hier, da die Marke nur bis 1872 gültig war. Sie ist von Herrn Heimbüchler geprüft.

Wahrscheinlich ein eher seltener Abschlag, zumindest mein einziger L1.

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag!
Matthias
 
10Parale Am: 01.05.2018 22:12:54 Gelesen: 88241# 614 @  
@ Heinz 7 [#612]

"Man könnte diesen Probedruck nun als grosse Rarität und Abart anpreisen (und läge damit vermutlich nicht einmal falsch), aber man tut auch gut daran, den Wert solcher Stücke nicht all zu sehr zu überschätzen."

Wir wissen im Prinzip auch sehr wenig über die Seltenheit bzw. über die Häufigkeit dieser Probedrucke, die manchmal auch von Verkäufern als Essais bezeichnet werden und meines Erachtens auch recht oft im Internet (z.B. ebay) angeboten werden, ohne wirklich hohe Preise zu erzielen.

Ich habe den Katalog "EXKLUSIVITÄTEN" des Auktionshauses Schlegel vor mir liegen. Dort wird ein Vorlagekarton der Staatsdruckerei Wien mit 8 Farbproben für eine Dienstmarkenausgab des Generalgouvernements mit einem gewissen Wert zu 1,20 Zloty zur Estimation im 4-stelligen Bereich angeboten. Dabei geht es wohl letztlich nur um Bögen mit der Wertstufe 1,20 Zloty, die sehr selten sein sollen. Außerdem kam dieser Wert nicht zur Anwendung.

Der Wert von 5 Parale in deinem Probedruck kam jedoch zur Anwendung. Ich zeige die Michel Nr. 38, Fürst Karl I. (feiner Pariser Bdr.) auf einer Ganzsache P5 als Zusatzfrankatur in einer Auslandsverwendung von BOTOSANI (19. Februar 1876) nach WIEN. Mit den Zähnungsvarianten habe ich mich bislang nicht beschäftigt.

Wie heißt das Buch von Altmeister Cohen, welches er 1945 schrieb?

@ Sleeran [#613] - Matthias

Ein von Meisterhand geprüftes Stück. Es lohnt sich immer die Stempel genauer zu betrachten. Selten, selten, selten, gut bewahren, Kurve geht nach oben!

Liebe Grüße

10Parale (der Wehmütige)


 
Buchfisch Am: 02.05.2018 12:30:18 Gelesen: 88131# 615 @  
@ 10Parale

Eduardo Cohen:

Contributions a l'etude des essais des timbres-poste de Roumanie, A. Molder, Lisbonne 1945, Handbuch und Katalog der Essais und Probedrucke von Rumänien 1858-1938, einschließlich Telegraphen,-Dienst u. sonstigen Marken und den Ausgaben der deutschen Besetzung von 1917, 90 S. und 21 Fototafeln, Einband mit Gebrauchsspuren, Papier gebräunt (nicht die Tafeln), seltenes Werk!

Text aus philabooks.com, gibt es dort für 120 €.

Ein Lob auch an diesen Thread und an 10Parale und Heinz 7, ich lese immer gerne mit.

Liebe Grüße
Buchfisch (Literatursammler)
 
10Parale Am: 20.05.2018 14:43:03 Gelesen: 85799# 616 @  
@ 10Parale [#559]

Der folgende Beleg bestätigt die portogerechte Frankatur der in [#559] gezeigten Drucksache. Nun ist es auch möglich, auf Grund des Stempeldatums die Portoperiode zu bestimmen:

1. Januar 1935 - 1. November 1938

Abgeschlagen wurde die "IMPRIMATE" am 25. August 1935 in SASCUT, eine der vielen Ortschaften, die aus mehreren kleinen Gemeinden bestehen, liegt in der Nähe von BACAU im ehemaligen Fürstentum Moldau.

Freigemacht mit einem waagrechten Paar der Michel Nr. 376 zu 50 Bani und einer dunkelvioletten Michel Nr. 377 aus dem Freimarkensatz König Karl II. aus 1930.

Liebe Grüße

10Parale

Interessante Rumänien Auktionen stehen vor der Tür, so am 30. Mai in Zürich bei Corinphila, da wird der III. Teil der E. Cohen Sammlung verkauft. Nichts für meinen Geldbeutel, aber auf jeden Fall eine Auktion mit großem philatelistischen Hintergrund.


 
Heinz 7 Am: 21.05.2018 18:23:39 Gelesen: 85518# 617 @  
@ Buchfisch [#615]

Danke, Buchfisch!

@ 10Parale [#616]

Lieber 10 Parale,

Du weist zu Recht auf die 3. Auktion "Cohen" von Corinphila hin. Die ersten zwei Teile brachten bereits viele schöne Lose. Teil 3 bringt jetzt - in einem separaten Katalog - nochmals 116 Lose "ex Cohen" sowie 188 weitere Lose von anderen Einlieferern, u.a. einem kürzlich verstorbenen Mitgliedes der ARGE-Rumänien, mit sehr schönen Stücken.

Ich bin nicht Deiner Meinung, dass in dieser Auktion nicht auch Stücke für Deinen Geldbeutel drinliegen, aber ich will Dich da nicht belehren. Natürlich sind im Katalog einige teure Stücke enthalten, aber es gibt auch viel sehr begehrenswertes Material im Preisbereich CHF 100 bis CHF 500.

Dazu noch eine Ergänzung für den Leser:

Buchfisch zitiert den Titel eines Buches, das tatsächlich von Eduardo Cohen geschrieben wurde, vor 73 Jahren. Cohen hatte eine der besten Rumänien-Sammlungen, die je existierten, und holte auch zweimal den Grand-Prix. Das liegt nun aber auch schon über 60 Jahre zurück.

Warum kommt denn seine Sammlung erst jetzt zum Verkauf?

Nun - ein grosser, wichtiger Teil wurde bereits 1967 verkauft, damals vom Auktionshaus Hartmut Schwenn, Frankfurt (12. Auktion, erste und zweite Ausgabe). Auf die dritte bis 8. Ausgabe mussten nun die Sammler rund 50 Jahre lang warten.

Sammler müssen bisweilen sehr geduldig sein.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.05.2018 14:23:16 Gelesen: 84475# 618 @  
@ 10Parale [#616]

Als Ergänzung zu meiner Mitteilung:

Nicht weniger als 122 der 306 Lose haben einen Ausruf von CHF 100-CHF 200, und 206 der 306 Lose haben einen Ausruf von weniger als CHF 500! Darunter sind viele sehr begehrenswerte Stücke. Ich möchte Dich also ermuntern, auch Dein Glück zu versuchen.

Ganz klar werden viele der angebotenen Stücke wesentlich höhere Zuschläge erzielen, davon bin ich überzeugt. Einige Lose sind sehr sehr günstig eingestellt



Obiges Los 4071 ist z.B. mit nur CHF 350 Startpreis im Angebot. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass es bei diesem Preis bleibt.

@ Heinz 7 [#617]

Ich muss noch etwas korrigieren:

Bei Schwenn kam Cohens Sammlung der ersten DREI Ausgaben zum Angebot (nicht "zwei", wie geschrieben). Und nun, bei Corinphila, sind es die vierte bis achte Ausgabe (nicht "3.-8.", wie geschrieben). Sorry. Dass aber am 30.5.2018 auch frühere Marken und Belege zur Auktion kommen hat damit zu tun, dass auch andere Einlieferungen mit wichtigem Rumänien-Material vorliegen. Der "Cohen"-Teil macht weniger als 50 % der Auktion aus (umfang- wie auch wertmässig).

Heinz
 
bayern klassisch Am: 24.05.2018 14:53:52 Gelesen: 84463# 619 @  
@ Heinz 7 [#618]

Hallo Heinz,

danke fürs Zeigen dieses Schmuckstücks - ich habe ein Gebot abgegeben und hoffe, dieses dann hier "live" zeigen zu können.

Über die Gründe meines Gebotes darf gerätselt werden - aber keine Bange, sie gehen auch aus dem Attest natürlich nicht hervor.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
joschka Am: 25.05.2018 00:01:18 Gelesen: 84320# 620 @  
Guten Abend Bayern Klassisch,

vermutlich spielen "die recht ordentlich, lesbaren Stempelabschläge" eine ganz besondere Rolle?

Irgendwann habe ich "Vergleichbares" (aber nicht aus Rumänien - jedoch wohl aus jener Zeit!) vielleicht schon mal gesehen? Ich liege mit der postgeschichtlichen Deutung zumeist komplett daneben, habe hier aber mal eine Vermutung.

Diese Ahnung werde ich gerne abgeben, insofern Ihnen "das Teil" zugeschlagen worden ist. Allein für Ihr unglaubliches Fachwissen und Ihre freundliche Art, Dieses mit Anderen zu teilen, sollte es etwaigen "Interessenten" Anlass genug sein, dieses Los nicht weiter zu bebieten!

Ich wünsche Ihnen viel Glück und hoffe das dieser Beleg zu Ihnen kommt!

Beste Grüße aus Genshagen! H. Klatt
 
bayern klassisch Am: 25.05.2018 08:19:51 Gelesen: 84185# 621 @  
@ joschka [#620]

Hallo joschka,

vielen Dank für die Blumen!

Für mich ist hier sehr interessant der Laufweg, den ich als Bayernsammler zu kennen glaube. Ob meine potentiellen Gegenbieter hier im Forum sitzen, wäre möglich - ich hoffe auf einen gemäßigten Zuschlag, kenne mich aber bei Rumänien nicht aus, auch wenn ich den ein oder anderen Brief von dort und nach dort besitze (natürlich immer mit bayerischer Relevanz versteht sich).

Aber wenn ein echter Sammler ein Stück für seine Sammlung will, wird er es, koste was es wolle, eher zu kaufen versuchen, als dies von Zuneigung oder Forenaktivität abhängig zu machen; von daher glaube ich nicht an noble Zurückhaltung, sondern an das übliche Vorgehen im Saal. Aber wer weiß, vlt. hast du Recht und ich bekomme das gute Stück bei Corinphila zum "Forenpreis". Dagegen hätte ich nichts einzuwenden! :-)

Sollte ich Glück haben, stelle ich es hier umgehend vor - mit meiner Laufwegsexpertise, versprochen!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
joschka Am: 30.05.2018 23:23:44 Gelesen: 79300# 622 @  
Guten Abend bayern klassisch,

habe die Auktion mit Spannung verfolgt und hoffe Sie beglückwünschen zu dürfen. Der Zuschlag von €uro 500,-- netto, hätte sogar mein Schotten-Budget nicht allzu schmerzlich belastet.

Egal, nun mal kurz meine "Interpretation" zum feinem Stück, also:
Herr Macron erklärt Frau Dr. Merkel den Krieg. Oh, bitte um Entschuldigung - das wäre übelste völlig, utopische Zukunftsthese. Bitte nochmals meinen Fauxpas zu entschuldigen. Wohl richtig und unstrittig ist, daß der französische Miesepeter, Napoleon III. am 19.07.1870 dem Saupreussen Friedrich offiziell verkündet hat, einen Krieg führen zu wollen.

Euch Bayern konnte das relativ am A. vorbeigehen, aber Württemberg und Baden waren irgendwie mit "Preussen-Fritze" verbunden.

Die olle Post, besonders aus Südosteuropa in Richtung Frankreich wurde durch unsere Kumpels nicht mehr befördert! Die vertraglich vereinbarten Postrouten durch Krisengebiet waren somit ungültig.

Der Brief ging am 13. Juli ab Bukarest, womöglich über Buda(pest) und Wien nach Bayern (München?) und sollte dann durch Bayern, Württemberg und Baden via bspw. Strasbourg freundlichst in Paris zügigst aufschlagen. Demnach hatte Bayern sämtliche Post an der Backe und "verschob" das Problem Richtung Österreich und die stets loyale und neutrale, wie immer billige Schweiz. Demnach wurde durch die Schweiz (Transit, keine Stempel) geleitet, ging das Briefchen nach Frankreich (wohl LYON?) und wurde dann direkt nach Paris befördert. Der Stempel "AUTR. - Strasbourg 3" belegt lediglich den Eingang in Paris, jedoch keine Beförderung über Strasbourg.

So, nun habe fertig und vielleicht blamiert mich doll. Egal.

LG aus Genshagen! Heiko
 
Heinz 7 Am: 31.05.2018 00:43:34 Gelesen: 79230# 623 @  
@ joschka [#622]
@ bayern klassisch [#621]
@ Heinz 7 [#618]

Leider hat nicht Ralph den schönen Brief bekommen, obwohl der Zuschlag mit nur CHF 500 sehr tief war. Aber - ein Trost: selbst wenn Ralph CHF 1'500 geboten hätte, wäre er kaum als Käufer in Frage gekommen.

Vor 36 Jahren habe ich meine erste Auktion besucht, aber einen solchen "Event" wie heute habe ich noch nie erlebt! Für die rund 300 Lose benötigten wir mehr als 5 Stunden! Und - fast alle Lose wurden verkauft. Wenige recht günstig (tiefe Startpreise!, z.B. Los 4071), die meisten aber eher teuer, einige exorbitant hoch. EIN Sammler hat gekauft wie ein Wahnsinniger. Und hatte er einmal "angebissen" (bei einem Los), dann liess er praktisch nie locker, bis er das Stück zugeschlagen erhielt. Viele Stücke wurden weit überzahlt.

Nun ja! Auf meiner Interesse-Liste waren Dutzende von Losen, ich habe fast NICHTS bekommen. Stundenlange Vorbereitung, zweieinhalb Stunden Besichtigung, 5 Stunden im Auktionssaal und dennoch ging ich beinahe leer aus. Das gibt mir schon zu denken.

Jetzt bin ich aber müde und gehe ins Bett.

Gute Nacht!

Heinz
 
bayern klassisch Am: 31.05.2018 12:47:34 Gelesen: 78583# 624 @  
@ joschka [#622]

Egal, nun mal kurz meine "Interpretation" zum feinem Stück, also:
Herr Macron erklärt Frau Dr. Merkel den Krieg. Oh, bitte um Entschuldigung - das wäre übelste völlig, utopische Zukunftsthese. Bitte nochmals meinen Fauxpas zu entschuldigen. Wohl richtig und unstrittig ist, daß der französische Miesepeter, Napoleon III. am 19.07.1870 dem Saupreussen Friedrich offiziell verkündet hat, einen Krieg führen zu wollen.

Euch Bayern konnte das relativ am A. vorbeigehen, aber Württemberg und Baden waren irgendwie mit "Preussen-Fritze" verbunden.

Die olle Post, besonders aus Südosteuropa in Richtung Frankreich wurde durch unsere Kumpels nicht mehr befördert! Die vertraglich vereinbarten Postrouten durch Krisengebiet waren somit ungültig.

Der Brief ging am 13. Juli ab Bukarest, womöglich über Buda(pest) und Wien nach Bayern (München?) und sollte dann durch Bayern, Württemberg und Baden via bspw. Strasbourg freundlichst in Paris zügigst aufschlagen. Demnach hatte Bayern sämtliche Post an der Backe und "verschob" das Problem Richtung Österreich und die stets loyale und neutrale, wie immer billige Schweiz. Demnach wurde durch die Schweiz (Transit, keine Stempel) geleitet, ging das Briefchen nach Frankreich (wohl LYON?) und wurde dann direkt nach Paris befördert. Der Stempel "AUTR. - Strasbourg 3" belegt lediglich den Eingang in Paris, jedoch keine Beförderung über Strasbourg.

So, nun habe fertig und vielleicht blamiert mich doll. Egal.


Hallo Heiko,

Damit hast du dich dem Olymp der internationalen Postgeschichte mit 7-Meilen-Stiefeln genähert, denn es ist alles richtig, was du schreibst. Mit Datum vom 19.7.1870 (bekannt war das schon davor per Dienstdepeschen an jede bayerische Poststelle!) hatte Bayern verfügt, dass alle Post nach Frankreich, also die eigenen Poststücke, wie auch die transitierenden Briefe wie hier, nach München zu kartieren seien, von wo aus es im geschlossenen Paket auf bayer. Kosten via Genf nach Lyon und dann nach Paris ging. So auch hier, so dass wir eine Brief von Rumänien über Ungarn, Österreich, Bayern und der Schweiz nach Frankreich hatten. Wie viele mag es davon wohl gegeben haben? Ich denke, eher wenig, dazu noch schön frankiert - Sammlerherz, was willst du mehr?

Leider nicht der meine - schade, bei mir hätte er es gut gehabt, in jeder Hinsicht und ich hoffe, er wird es bei seinem neuen Herrchen auch gut haben - es wird ja hoffentlich weder Macron, noch Merkel heißen!

@ Heinz 7 [#623]

Hallo Heinz,

eben erst mit Erschrecken gesehen (ich wähnte mich schon als Sieger!), dass ich nicht 550 CHF geboten hatte, sondern nur 450 CHF und daher bei 500 Euro gar nicht vorne sein konnte. Mea culpa, aber wie Heinz schon schrieb, hätten wohl auch die 550 CHF nicht dafür gereicht und so bleibt mir nur eines, nämlich ein guter Verlierer zu sein und den Käufer zu seiner Bombe (die es wirklich ist in Kriegszeiten) herzlichst zu beglückwünschen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

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