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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 749 Beiträge:
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bignell Am: 04.12.2018 18:56:25 Gelesen: 33982# 700 @  
@ Heinz 7 [#699]

Hallo Heinz,

vielen Dank für die Richtigstellung, wieder etwas gelernt, bin kein Rumänienspezialist. Beim Iasi-Stempel war ich mir auch nicht sicher, da er nicht sehr gut abgeschlagen ist.

Was mir bei dem Brief so gefällt sind die verschiedenen Stempelformen, auf der einen Seite Tecuciu mit Rumänien-Stempelform, dann Bukarest mit ungarischer Stempelform, und ein Kastenstempel mit kyrillischen Buchstaben.

Lg, harald
 
nor 42 Am: 04.12.2018 21:53:29 Gelesen: 33967# 701 @  
@ Heinz #699
@ Bignell #700

Postgeschichte ist kein leichtes Metier und so auch nicht bei diesem Brief. Oktober 1917 gab es keine Postverbindung zwischen der unbesetzten Moldau (Iasi) und Bukarest, auch wurden in dem von Deutschen und Verbündeten besetzten Bukarest keine rumänische Zensurstempel und auch keine rumänische Zensurstreifen verwendet. Das sind Utensilien die man beim Rückzug mitgenommen hat und dann in der Moldau weiter verwendete. Von Iasi lief der Brief auch nicht südwärts nach Bukarest, sondern nordwärts nach Russland bzw. St. Petersburg. Dort wurde der violetter kyrillischer Stempel sowie die violette Nummer des Zensurbeamten aufgeschlagen. Von dort ging der Brief dann weiter nach Genf, wie viele andere Briefe auch. Vier Monate zwischen Postaufgabe und Zensur, manchmal auch noch länger, kommen öfters vor. In der Moldau wurden 1917-18 mehrere Zensurstempel benützt die ursprünglich den südlichen Zensurstellen zugeteilt waren.

nor 42
 
Heinz 7 Am: 04.12.2018 23:20:09 Gelesen: 33956# 702 @  
@ bignell [#700]
@ nor 42 [#701]

"Schuster, bleib bei Deinen Leisten" - dieser Rat ist mir eingefallen, als ich den Kommentar von Nor las. - Meine Kern-Sammlung Rumänien endet 1910, also sollte ich mich vielleicht besser NICHT zu Postgeschichte äussern zur Zeit des 2. Weltkrieges? - Mag schon sein.

Da ich "Nor" persönlich kenne, und er mich mit seinem grossen Wissen beeindruckt, nehme ich an, seine Erläuterungen seien alle korrekt.

Dass aber ein Brief, der eindeutig den Stempel "Bukarest" trägt, nie in Bukarest gewesen sein soll, ist sicherlich aussergewöhnlich. Dass Zensurmaterial (Klebebänder und Zensurstempel) an einem anderen als den vorgesehenen Ort verwendet wurden (Moldau statt Ilfov/Bukarest/Walachei), ist sicherlich eine Ausnahme, die aber - kriegsbedingt - vereinzelt natürlich vorkommen kann.

Wenn die Zensur in der Moldau, z.B. in Iasi, stattgefunden hat, dann frage ich mich, warum nicht ein Stempel von Iasi abgeschlagen wurde, sondern ein ortsfalscher (Bukarest)? -

Das ist eine kuriose Geschichte! Wir sehen, dass es oftmals anders lief, als man nach dem Anschein annehmen darf. Nur spezialisierte Postgeschichtler wissen genau Bescheid. Sie mögen es den anderen nachsehen, wenn sie das Spezialwissen nicht haben und nur das lesen, was sie sahen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.12.2018 18:53:17 Gelesen: 31306# 703 @  
@ Heinz 7 [#702]

Nor 42 hat mir freundlicherweise geschrieben und mir ein Beispiel geschickt einer Militär-Postkarte von 1917.



Die Karte geht eindeutig von Iasi nach Dorohoi. Nor 42 schreibt:

Ein Blick auf der Landkarte zeigt, dass die Karte 1917 auf dem Weg von Iasi nach Dorohoi kaum über das von den Deutschen (besetzte? Anm. Heinz) Bukarest gelaufen ist um dort zensuriert zu werden. Das ist nur einer von vielen anderen Belege die solche Stempel tragen.

Der rote Stempel sei auf einer Militärkarte von Iasi nach Dorohoi, die den roten Stempel CENZURAT / CENZURA MILITARA / BUCURESTI POSTA CEN trägt.

Dies ist also ein Beispiel, dass - wie von Nor 42 beschrieben - ein Bukarest-Zensurstempel in der Moldau verwendet wurde.

Ich kann den roten Stempel nicht lesen, nehme aber gerne an, dass es der oben genannte Stempel sei.

Ich finde es nach wie vor ungewöhnlich und "unkorrekt", dass ein Stempel mit Ortsangabe (hier: "Bukarest") an einem anderen Ort verwendet wird (hier: Iasi?) ohne Hinweis der Post. Dass der Zensurstempel verwendet wurde, ist noch verständlich, aber dann hätte ich zum Beispiel eine handschriftliche Korrektur des Stempels erwartet (z.B. Durchstreichen Ortsangabe "Bukarest" und handschriftliche Ergänzung des richtigen Ortes, z.B. Iasi).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 20.12.2018 22:44:39 Gelesen: 30701# 704 @  
@ Heinz 7 [#703]

Die 10 Bani-Marke (Michel Nr. 22) ist keine seltene Briefmarke. Wenn sie aber einen Agraffen-Stempel A65 in perfekter Erhaltung zeigt, wird das Ganze doch eine erfreuliches Schmuckstück



Der Stempel von Moinesti ist bei Dragomir katalogisiert auf Seite 100 (fig. 405)

Heinz
 
10Parale Am: 21.12.2018 23:10:56 Gelesen: 30670# 705 @  
@ Heinz 7 [#704]

Moinesti Agraffe, das ist eine pure Seltenheit, gut verwahren, so etwas findet sich nicht ein zweites Mal so einfach.

Ich zeige heute zum Abschluss des Jahres noch einen schönen Bogen der 30 Parale zu 40 Marken (Michel Nr. 10 II).

Mir fällt auf dass die mittlere Reihe sehr farbinstensiv ist. Die Druckvorrichtung ist meines Wissens ja der Nachwelt nicht mehr erhalten. Physikalisch betrachtet muss also der Anpressdruck der Platte im mittleren Feld am stärksten gewesen sein, so dass die Farbe stark aufgedruckt wurde.

Ein weiterer Beleg, dass es keine Marke gibt, die der anderen ähnelt.

Dieser Bogen wurde übrigens im November bei Corinphila feilgeboten und ich hatte das Glück, ihn meistbietend zu erwerben.

Ich wünsche allen Rumänien-, Tschechien- und Osteuropa-Sammlern, natürlich auch dem Rest der Welt-Sammler (ich kenne noch einen einzigen Sammler, der alle Welt sammelt) ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Möge Europa zusammenwachsen, denn alleine werden die Nationen die anstehenden Probleme nicht mehr lösen können.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 01.01.2019 11:47:28 Gelesen: 29389# 706 @  
@ Heinz 7 [#704]

Im Dezember habe ich einen schönen Agraffen-Stempel gezeigt, anbei ein "normaler" M1-Stempel des Fürstentums Moldau, wie er seit 1857 in Gebrauch war. Es gab 14 solcher "MOLDOVA"-Stempel: siehe fig. 271-284 im Stempelwerk von Kiriac Dragomir.



Ein Stempel vom 1. Januar ist fast immer etwas Spezielles. Der Stempel von Waslui hatte 1864 den typischen Stempel-Defekt, der auch im Buch von Dragomir sehr schön zu sehen ist. 1864 bestand das Fürstentum Rumänien, aus der Vereinigung der alten Fürstentümern Moldau und Walachei.

Etwas Geschichte, heute kopiert aus Wikipedia:

"Das Fürstentum Rumänien (rumänisch Principatele Române) entstand aus der Vereinigung der beiden Donaufürstentümer Moldau und Walachei 1859, als die Rumänen in beiden Fürstentümern Alexandru Ioan Cuza zum Fürsten ihrer Staaten wählten, welcher beide vereinte. Zur Hauptstadt wurde vorübergehend Iași gewählt. 1862 vollzog Cuza schließlich die Vereinigung der beiden Herzogtümer und wählte Bukarest als neue Hauptstadt. Jedoch wurde er schon am 23. Februar 1866 gestürzt und Karl von Hohenzollern-Sigmaringen zum neuen Fürsten ernannt"



Auf dieser Karte sieht man schön, dass Waslui nicht weit weg von Jassy liegt.

Fürst Cuza wurde nur auf einer offiziellen Briefmarken-Ausgabe abgebildet:

4. Ausgabe: Januar 1865: Fürst Cuza im Oval. Es gab drei Werte dazu:

2 Parale orange
5 Parale blau
20 Parale rot



Hier ein schön gestempeltes Stück mit dem Gratar-Stempel (fig. 363).

Am 1.1.1864 gab es diese Briefmarke noch nicht, obwohl Fürst Cuza damals schon einige Zeit Staatsoberhaupt war.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.01.2019 12:24:21 Gelesen: 29378# 707 @  
@ Heinz 7 [#706]

In Beitrag [#706] sagte ich, dass es nur eine offizielle Briefmarken-Ausgabe von Fürst Cuza gibt. Anbei ein Bild des Fürsten:



Bild aus Wikipedia kopiert (Quelle/aus: Bamberg, Felix: Geschichte der orientalischen Angelegenheit im Zeitraume des Pariser und des Berliner Friedens, Berlin 1891)

Aufmerksame Sammler haben aber auch schon andere Bildnisse von Fürst Cuza auf Briefmarken entdecken können.



Solche Bilder gibt es teils in unterschiedlichen Farben. Warum sucht der Briefmarkensammler die meisten dieser Marken vergeblich in den Katalogen?

Nun - die 1. Marke ist der dritte Wert der nie verausgabten Serie Fürst Cuza. Im Dezember 1864 waren 3 Werte vorbereitet worden (2 Parale, 5 Parale, 20 Parale), deren Ausgabe aber gestoppt wurde. Diese drei Werte sind im Michel immerhin katalogisiert worden (zwischen der dritten und der vierten Ausgabe von Rumänien) mit den Nummern I - III. Die hier gezeigte Marke ist also die Nummer (Michel) III von 1864.

Die zweite und die dritte oben gezeigte Marken sind aber im Michel nicht aufgeführt. Es sind Probedrucke. Altmeister Eduard Cohen hat diese Druckerzeugnisse vor rund 70 Jahren ausführlich beschrieben. Heute interessiert sich fast kein Sammler mehr für diese schönen, philatelistisch sehr interessanten Stücke.

Heinz
 
10Parale Am: 09.01.2019 13:03:50 Gelesen: 28017# 708 @  
@ Heinz 7 [#707]

Ja, Fürst Cuza, der übrigens später nach Heidelberg emigrierte, wo er auch starb, hat in seiner Regierungszeit eine Zeitenwende in der rumänischen Geschichte herbeigeführt. Schade, dass die Marken dem Dornröschenschlaf anheim gefallen sind, doch ich denke, eines Tages kommen die Prinzen, und werden auch das Interesse daran wieder wecken.

Nachdem ich nun in letzter Zeit einige Überraschungen und Niederlagen hinnehmen musste (ja, ich spreche offen von Niederlagen, wenn mir eine mir begehrte Marke durch die Lappen geht!), konnte ich nun wieder ein schönes, rares Stück erwerben.

Vor Kurzem wurde eine 30 Parale Marke mit einem M2-Stempel von T.FRUMOS / MOLDOVA (2-K-Stempel) bei ebay mit ca. 135 US-Dollar verkauft. Das hat mir fast den Atem genommen, zeigt aber, dass die seltenen Stempel des Fürstentums hoch begehrt sind und gewöhnlich mittelklassige Marken nach oben pushen.

Ich zeige hier einen vollständig erhaltenen Briefumschlag mit einer sehr breitrandigen Michel Nr. 10 I mit gewöhnliche Papier mit einem wunderschönen doppelten Abschlag von TURNU-SEVERIN in schwarzer Farbe vom 27.8. (1862 - 64). Der Brief ist an den Finanzminister in Bukarest gerichtet und unten rechts von L.PASCANU, dem berühmten rumänischen Prüfer und Philatelisten, signiert.

Rückseitiger Ankunftsstempel von Bucuresci einen Tag später zzgl. schönes Wachssiegel (FORTUNA ?).

Den Preis möchte ich nicht verraten, da ich die Preisfindung in der klassischen Rumänienphilatelie mittlerweile als "relativ der Tagesstimmung" bezeichnen möchte.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 09.01.2019 15:57:49 Gelesen: 27967# 709 @  
@ 10Parale [#708]

Hallo 10Parale,

wenn ich Rumäniensammler wäre und die Wahl hätte, zwischen seltener Marke auf hässlichem Brief und deinem hier, würde ich immer zu deinem greifen, garantiert. Wem da nicht das Herz aufgeht, bei dem steht es schon lange still.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 10.01.2019 10:31:13 Gelesen: 27727# 710 @  
@ bayern klassisch [#709]

"Wem da nicht das Herz aufgeht, bei dem steht es schon lange still."

Ja, da habe ich doch noch ein wenig Reserve für mein Hobby im Herzen. Freue mich, dass auch Ihnen dieser Brief so gefällt.

Der Scan zeigt eine 10Ix Einzelmarke mit einem M3-Stempel, nur Teile des Stempels ragen ins Markenbild. Die M3 Stempel haben alle den Vorteil, dass die Rahmen um den Ortsnamen verschiedene geometrische Figuren aufweisen.

Hier erkennt man eindeutig anhand der Form des Rahmens und den letzten 2 Buchstaben den M3-Stempel von BACEU.

Ja, die Stempel, die haben es mir angetan.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 10.01.2019 13:12:03 Gelesen: 27683# 711 @  
Hallo zusammen,

der Brief in Beitrag [#708] gefällt mir sehr! Ich frage mich, ob es bei Rumänien auch Postämter gibt, die besonders schön stempelten. Das kennt man ja von Bayern.

Anbei noch zwei Bilder der unverausgabten Cuza-Serie mit Leerfeldern.


 
Heinz 7 Am: 11.01.2019 10:03:35 Gelesen: 27500# 712 @  
@ 10Parale [#708]
@ bayern klassisch [#709]
@ Sleeran [#711]

10 Parale: Das ist wirklich ein besonders schöner Brief, auf den Du stolz sein kannst.

Ralph: Wir haben alle dieselben Emotionen, das ist schön! Ich erlaube mir aber anzumerken, dass es auch sogenannt "hässliche" Briefe gibt, die uns Philatelisten das Herz so richtig wärmen!

Sleeran: Auch solche Einheiten bringen uns zum Schwärmen. Hier besonders toll: Bogenrand-Sechserblock, wobei ein Feld unbedruckt blieb. Erklärung dafür: der Stein liess keine Anordnung 10x10= 100 Marken zu, sondern war unregelmässig, z.B. 7 Reihen à 15 Marken. Weil man aus abrechnungstechnischen Gründen nicht 105 Marken wollte, hat man die letzten 5 Felder nicht bedruckt.

Ich weiss nicht auswendig, ob es bei der unverausgabten Ausgabe diese Bogenanordnung gab, ober eine andere. Falls ja würden die zwei "Fünfer-/Sechserblocks" also folgende Bogenpositionen zeigen:
"84+85+86+99+100+Leerfeld"



Solche Einheiten mit Leerfeldern rechtfertigen beträchtliche Preisaufschläge, weil sie bei Sammlern sehr beliebt sind!

Heinz
 
10Parale Am: 13.01.2019 14:04:55 Gelesen: 27059# 713 @  
@ Heinz7 [#712]

Danke für die Blumen. Der Beleg hatte seinen guten Preis, ich musste gegen mehrere Bieter antreten. Das sind ja meistens auch Sammler wie ich mit pochendem Herzen und verzehrender Leidenschaft für das Objekt ihrer Begierde. So sehr wir auch solidarisch sind und unser Hobby gemeinsam frönen, bei einer Auktion werden wir zu Konkurrenten und dann zählen andere Gesetze wie beispielsweise in einem fröhlichen Sammlerverein.

Nun gut, ich zeige hier mal eine eher unschöne Briefmarke mit einem M3 - Stempel von TECOUTCI. Oben noch ein Stück des gleichnamigen M1-Stempels.

Ich finde es ehrenhaft vom Vorbesitzer, dass er diesen selteneren Stempel so ehrenhaft bewahrt hat und ich konnte einfach nicht an der Marke vorbeilaufen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Sleeran Am: 14.01.2019 10:33:49 Gelesen: 26899# 714 @  
Hallo Heinz,

die beiden Stücke waren nicht teuer. Ich hatte sie in einem Lot für einen kleinen zweistelligen Betrag ersteigert.

Unregelmäßige Bogenanordnungen sind in der Klassik ja häufiger anzutreffen. Spontan fallen mir die Andreaskreuze Österreichs oder die Marken Bergedorfs mit der unüblichen Bogenanordnung ein [1]. Leerfelder kann ich hierzu leider nicht zeigen, aber zumindest ein Kehrdruckpaar der Nr. 2 von Bergedorf, wovon es 5 im Bogen gibt.

Eigentlich ein schönes eigenes Sammelgebiet: Ungewöhnliche Bogenanordnungen in der Klassik. Rumänien kann hierzu ja einiges beisteuern - alleine schon durch die Erstausgabe der vereinigten Fürstentümer.



[1] (s. https://www.klassische-philatelie.ch/ad/altdeutsch_bdorf_bogen.html
 
Heinz 7 Am: 18.02.2019 23:56:37 Gelesen: 20727# 715 @  
@ Sleeran [#711]
@ Sleeran [#714]

Sleeran, da hast Du einen guten Fang gemacht! Ich bleibe dabei, solche unregelmässigen Bogenstücke sind selten und meist sehr begehrt. Es ist die Ausnahme, wenn man solche Stücke günstig bekommt.

Ich habe schon oft auf solche Stücke geboten, aber ich wurde fast immer überboten; es werden teils gewaltige Aufschläge für solche Blockstücke mit Leerfeldern bezahlt.

Tief in meiner Schatzkiste habe ich aber auch ein schönes Stück gefunden. 5. Ausgabe 1866 - Fürst Carol I. 20 Parale auf dünnem Papier, Michel Nr. 16y.



Der Block ist eigentlich ein "Neun-minus-vier=Fünferblock" und stammt aus der rechten oberen Bogenecke. Er umfasst die Bogenfelder

1. Reihe: Feld 15-16-17
2. Reihe: Feld 32-33-34
3. Reihe: Feld 49-50-51

aus dem Bogen à 12 Reihen x 17 Marken.

Weil eben 12 x 17 = 204 ergibt und das unpraktisch ist zum Rechnen, hat man einfach die Felder 16-17-33-34 mit Leerfeldern ersetzt. So kommt man auf genau 200 Stück.

Das schöne Stück oben stammt aus der grossartigen Sammlung von Grand-Prix-Gewinner Edouard Cohen.

Heinz
 
Pepe Am: 19.02.2019 21:41:17 Gelesen: 20450# 716 @  
@ Pepe [#470]

Nun schon fast zwei Jahre her, die Wasserzeichenvarianten. Der Michel 2003/2004 hat in der Einführung erwähnt:

"Wz. 10 kommt in 3 Versionen vor, die im Normalkatalog nicht unterschieden werden können"

Es sind 3 Versionen abgebildet, alles stehende Wz mit Buchstaben Ausrichtung nach links. Ich habe nun wieder einen Satz entdeckt, wo es sich um 2 Versionen eines liegenden Wz. handelt. Wird sicher hier und heute nicht aufgeklärt werden. Allerdings zukunftsorientierte Sammler könnten allein mit dem Wz. 10 eine Spezialsammlung aufbauen. Das Wz. hatte eine sehr lange Laufzeit, gute 10 Jahre von 1951 bis 1962, wenn da mal nicht die Routine für reichlich Nachlässigkeit bei der Herstellung gesorgt hat.



1961 06 13, Totale Sonnenfinsternis 15.Februar 1961, Mi 1991-92, Wz. 10, liegend 2 Versionen

Warum die Sonnenfinsternis vom 15.2. mit vier Monaten Verzögerung erst am 13.6. auf Marken kam, wird wohl auch ein Geheimnis bleiben.

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 23.02.2019 22:12:28 Gelesen: 19711# 717 @  
@ Markdo [#10]

Wir haben in diesem Thema, soweit ich mich erinnern kann, noch keine ECHTE Marke gesehen der allerersten Ausgabe von Rumänien, oder - besser gesagt - vom Fürstentum Moldau. An anderer Stelle (Thema: die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt) haben wir aber gesehen, dass diese Marken sehr selten und sehr begehrt sind. Sie gehören zu den besten der Welt.

1865 gab Pierre Mahé einen Katalog heraus, der alle ihm damals bekannten Briefmarken der Welt auflistete. 1863 war das Briefmarkensammeln noch nicht sehr weit entwickelt, und die Kenntnisse dazu waren, natürlich, noch nicht sehr gross.

Es ist nun sicher sehr interessant, zu untersuchen, wie denn unsere alten Rumänien-Marken 1863 katalogisiert wurden. Nota bene: damals waren die Erstausgabe 7 Jahre alt (Ausgabe 1. Ausgabe 1858). Wir sehen Erstaunliches: die Sektion "Moldo-Valachie" umfasste nicht weniger als 28 Nummern: Mahé n. 1229-1256. Damals waren damals erst die ersten 4 Ausgaben erschienen, die bei Michel nur 13 Nummern umfassen: Mi 1-13!

1. Ausgabe: Mi 1-4
2. Ausgabe: Mi 5-7
3. Ausgabe: Mi 8-10
4. Ausgabe: Mi 11-13

Wie kommt es nun, dass Mahé mehr als doppelt so viele Nummern belegte als Michel?

Nun - Mahé katalogisierte Papier- und grössere Farbunterschiede separat, wie dies auch J.-B. Moens (ein anderer der ganz grossen Philatelisten des XIX. Jahrhunderts) tat. So umfasste z,B, die 2. Ausgabe bei Mahé ganze 9 Nummern, weil die drei Werte zu 5, 40 und zu 80 Parale in drei verschiedenen Varianten gelistet wurden:

"premier type, papier azuré" = Mahé 1236-1238
"premier type, papier blanc" = Mahé 1239-1241
"deuxième type" = Mahé 1242-1244.

Anbei ein Bild einer 40 Parale-Marke (Michel Nr. 6). Welche "Mahé-Nummer" diese Marke hatte, ist nicht einfach zu bestimmen


 
Heinz 7 Am: 23.02.2019 22:42:15 Gelesen: 19698# 718 @  
@ Heinz 7 [#717]

Doch richten wir unseren Blick auf die ersten, die berühmtesten Marken von Rumänien, die runden Ochsenköpfe. Bei Michel sind sie gelistet wie folgt:

Mi. 1 = 27 Parale
Mi. 2 = 54 Parale
Mi. 3 = 81 Parale
Mi. 4 = 108 Parale



Anbei ein Bild der enorm seltenen 81 Parale-Marke. Hier das einzige Exemplar mit rotem Stempel. Es war ein Schmuckstück der Grand-Prix-Sammlung von Fritz Heimbüchler.

Bei der Konsultation des Kataloges von Mahé 1865 erleben wir nun eine grosse Überraschung: Wir haben 6 Notierungen!

Mahé 1229 = 54 Parale, papier vergé
Mahé 1230 = 81 Parale, papier vergé
Mahé 1231 = 108 Parale, papier vergé

Mahé 1232 = 54 Parale, papier uni
Mahé 1233 = 81 Parale, papier uni
Mahé 1234 = 108 Parale, papier uni

Daraus erkennen wir, dass Mahé erst drei Werte kannte (noch nicht aber die 27 Parale-Marke!), dafür nahm er an, dass alle Werte in zwei verschiedenen Papieren vorkamen!

Heute wissen wir (seit langer Zeit), dass die erste Ausgabe aus vier Werten besteht, aber jeder Wert wurde nur auf einem Papier gedruckt:

einfaches Papier: 27 Parale, 54 Parale, 108 Parale
gestreiftes Papier: 81 Parale

Die oben genannten Nummern Mahé 1229, 1231, 1233 wurden also zu Unrecht vergeben. Das ist doch bemerkenswert!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 01.03.2019 14:56:58 Gelesen: 18629# 719 @  
Hallo Rumänien-Freunde,

wenn das so weitergeht, müssen wir wohl ein zweites Thema aufmachen, das heisst dann nicht mehr: "Rumänien für Sammler", sondern "Rumänien für Millionäre".

Im Februar habe ich an einer Auktion auf ein kleines, aber feines Angebot von Rumänien insgesamt 4 Gebote abgegeben. Als ich nun die Resultate sah, war ich wirklich erschlagen. Jedes meiner Gebote wurde gleich MEHRFACH überboten.

Beispiel Los 4 - ein hübscher, seltener Brief von Bukarest, ca. 1878, Mehrfachfrankatur 10 X 1.5 Bani (Michel 48)



Das Stück war nicht etwa sehr günstig ausgerufen, sondern startete bereits bei Euro 150. Rumänien 1858-1872 ist schon seit rund 30 Jahren teuer, aber aus den Jahren 1875-1910 fand man bislang noch oft günstige, wirklich schöne und seltene Stücke. Zunehmend werden nun aber auch Ausgaben der 9.-14. Ausgabe von Rumänien teuer bezahlt. Anbei ein Beispiel.

Ich habe im Februar 2019 diesen Auktions-Preis bewilligt, habe noch eine Stufe höher geboten, also Euro 160. Mein Gebot wurde aber pulverisiert. Gemäss Ergebnisliste bot der Käufer glatte Euro 1000 für dieses Los.

Schade, dass man "solche Stücke" in der Regel nicht als überzählige Dubletten in den Beständen hat (ich jedenfalls nicht), denn sonst würde ich bei dem nun seit einiger Zeit geltenden Preisniveau meine Rumänien-Überbestände versilbern (verkaufen).

Heinz
 
Koban Am: 01.03.2019 15:46:22 Gelesen: 18610# 720 @  
@ Heinz 7 [#719]

In Frankreich kommen im gleichen Zeitraum gelegentlich ebenfalls hohe und kleine Marken vor. Gleich alle drei Formate auf einem Brief habe ich noch nicht gesehen. Hier erste Marke im Normalformat, zweite Marke klein, dritte Marke groß.

Zur Häufigkeit von verschiedenen Formaten bei Rumänien kann ich nichts sagen, könnte mir aber vorstellen, dass der hohe Preis auch dieser Tatsache geschuldet ist.

Ein tolles Stück!

Gruß,
Koban
 
10Parale Am: 01.03.2019 15:47:14 Gelesen: 18610# 721 @  
@ Heinz 7 [#719]

Eine seltene 15 Bani Gesamt-Frankatur, die du da zeigst. Ich hätte den Brief sicherlich auch nicht höher bewertet als 150,-- Euro. Der Markt für Rumänien scheint wirklich in einem Aufwärts-Trend zu sein, doch weshalb?

Ein wichtiger und bedeutender Grund ist meiner subjektiven Meinung nach die Tatsache, dass auch Rumänen wieder entdecken, welche philatelistischen Schätze ihr Land so bereit hält.

Ich habe mich selbst in den letzten Wochen von ein paar wesentlichen Stücken meiner 30 Parale Sammlung getrennt, weil ich eingesehen habe, dass das Ziel, dass ich mir gesteckt habe, für meinen Geldbeutel zu hoch war. Frühestens an dem Tag, als bei einem Auktionshaus ein Brief mit dem seltenen M3-Stempel von Husch für über 6.000 Schweizer Franken zugeschlagen wurde, kam mir die späte Einsicht.

Welche Erfahrungen habe ich nun selbst gemacht:

80% meiner Käufer waren Rumänen, die aber zum größten Teil im Ausland wohnen. Dennoch gingen auch 2 Exemplare meiner Sammlung zurück in ihr Heimatland Rumänien. Dafür freue ich mich. So habe ich für einige wenige ehemalige Auktionslose stark "unter" Preis verkauft, was mich aber nicht sonderlich störte, weil auch etwa 50 Prozent meiner angebotenen 30 Parale Objekte unerwartet hohe Preise erzielten.

Natürlich werde ich den Markt und auch diese Threads hier weiter beobachten und auch zuschlagen, wenn sich mal eine "günstige" Gelegenheit bietet. Allerdings konzentriere ich mich nun tatsächlich auf das, was mein Portemonnaie auch hergibt. Gott sei Dank bietet die Philatelie ein unerschöpfliches Reservoir "Alle Welt".

Ich hoffe nicht, dass eine Beitragsreihe "Rumänien für Millionäre" nötig sein wird. Das wäre der Geschichte dieses Landes auch nicht angemessen. Interessant wäre es allemal, denn wer wirklich zu viel Geld hat, sollte es nicht auf der Bank liegen lassen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 02.03.2019 21:10:13 Gelesen: 18357# 722 @  
@ Koban [#720]

Die Grössenunterschiede wegen Verzähnungen sind nach meinen Feststellungen für die Ausgaben 1872 ff nicht wirklich selten. Aber einzelne Spezialisten mögen sich sehr dafür zu engagieren. Mindestens zwei Sammler schätzen den Brief sehr hoch ein, wie der erzielte Preis zeigt.

Heute traf ich beim Stöbern in einem alten Auktionskatalog auf eine Gross-Rarität.

1974 veranstaltete Edgar Mohrmann seine 141. Auktion. Der Katalog zeigt, dass einige schöne Stücke zum Verkauf kamen. Trotzdem kamen nur 6 Farb-Fotoseiten "zum Einsatz" (1.+4. Umschlagseite und innen 1-4). Auf Seite 3 entdecke ich folgendes Los:



Die Kenner wissen, dass dies ein Top-Stück ist für Rumänien. Die 81 Parale-Marke gestempelt ist äusserst selten, hier ist sie auf Fragment, zusammen mit einer 27 Parale-Marke. Das Stück zierte die Grand-Prix-Sammlung von Fritz Heimbüchler.

Nach Information von Edgar Mohrmann war das Stück auch in der Sammlung von König Carol! Diese Information fehlt im Handbuch 1994 von Fritz Heimbüchler. Auch ein "Royal" Attest soll dafür bestehen. Dies sind wichtige Zusatz-Informationen.

An der Auktion 1974 bei Mohrmann wurden nur zwei Rumänien-Lose angeboten. Offenbar fand das Los keinen Käufer, denn 5 Jahre später wurde das Los von einem anderen Auktionator angeboten. Die DM 30'000 Ausruf von 1974 waren offenbar eine zu hohe Hürde. Die Preise für dieses Top-Stück waren uneinheitlich, teils hoch, gelegentlich aber auch "günstig". Ich werde dies demnächst noch etwas kommentieren.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.03.2019 18:14:37 Gelesen: 15103# 723 @  
@ Heinz 7 [#722]

Wenn ich im Routenplaner "Bukarest - Braunschweig" eingebe, erhalte ich eine Distanz von mehr als 1800 Kilometer. Und die Verkehrsverbindung ist dann ziemlich direkt.

Wenn also ein Brief im Jahr 1896 nur drei Tage benötigte, um von Bukarest nach Braunschweig zu gelangen, so finde ich das beeindruckend.

So geschehen: 2. Januar 1896 auf diesem Einschreibebrief mit einer sehr hübschen Einzelfrankatur.



Einen schönen Abend wünscht

Heinz
 
Michael Mallien Am: 24.03.2019 18:24:25 Gelesen: 15099# 724 @  
@ Heinz 7 [#723]

Hallo Heinz,

der gregorianische Kalender wurde in Rumänien erst 1919 eingeführt. ;)

Man muss noch 13 Tage dazu zählen, was mir realistischer zu sein scheint.

Viele Grüße
Michael
 

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