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Thema: Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 231 Beiträge:
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kauli Am: 08.04.2015 21:16:31 Gelesen: 72325# 107 @  
Hallo zusammen,

bei dem Beleg bin ich mir nicht sicher, ob es ein Paketbegleitbrief ist. Es kann auch sein, dass die 15 Münzen, wie links unten vermerkt, damit verschickt wurden. Sicher bin ich mir bloß, dass er nach Potsdam ging und der rote R 2 rückseitig auf Wertpaketbegleitbrief bekannt ist. Die vielen Vermerke irritieren mich auch etwas. Wer bringt Licht ins dunkle?

Viele Grüße
Dieter


 
Magdeburger Am: 09.04.2015 07:00:39 Gelesen: 72297# 108 @  
@ kauli [#107]

Guten Morgen Dieter,

gelaufen ist er von Presnitz (heute Přísečnice) - ich denke mal 1856/7? - der Berliner Stempel sollte hier helfen nach Potsdam. Zum Aufgabeort vielleicht noch folgendes - paßt auch auch zu den Münzen: http://de.wikipedia.org/wiki/P%C5%99%C3%ADse%C4%8Dnice

Links sind 2 13/20 Loth als Gewicht notiert.
Recht von oben nach unten
2 1/2 Loth
2 13/20 Loth
Pr A letzteres steht für Ausland
fr(an)co 5 für Österreich darunter 8 für Sachsen und 8 für Preussen Angaben in Kreuzer C.M. (21 Guldenfuß)

In jeder Taxe sind jeweils 2 Kreuzer Werttaxe für die 15 Münzen (wird max 100 Gulden sein und weniger als 50 Meilen je Strecke) enthalten.

Als Brief ist er m.E. als 3fach schwer zu taxieren, tatsächlich jedoch nur einfach, was für ein Paket spricht: Für Österreich - möglicherweise bis Bodenbach und bei unter 10 Meilen passen dann 3 Kreuzer (Bei dreifach eigentlich 9 Kreuzer!).

Einen Vertrag zwischen Sachsen und Österreich habe ich nicht. Hier sind nur 6 Kreuzer (über 10 bis 20 Meilen Transit) für Sachsen berechnet wurden. Die 2 Kreuzer Werttaxe dazu sind 8 Kreuzer C.M. Dazu passt auch die vorderseitige Notierung von 2 8/10 Neugroschen Weiterfranco.

Für Preussen gelten die gleichen Angaben wie für Sachsen. Die siegelseitige Notierung von 2 3/4 Sgr. sind dann das Weiterfranco für Preussen.

Vielleicht finde ich noch etwas, was Aufschluß zur Taxierung bringt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 09.04.2015 11:07:56 Gelesen: 72263# 109 @  
@ Magdeburger [#108]

Hallo Ulf,

besten Dank für Deine Erklärung zu dem Brief. Ist schon eine Wissenschaft für sich. Der Berliner Stempel ist von 21.3.1856-13.7.1858 bekannt. Sollte also aus der Zeit sein.

Der Paketbegleitbrief ist einfacher. Laut Inhalt am 31.1.1856 geschrieben und von Düsseldorf nach Berlin gelaufen. Vorderseitig ein roter Ausgabestempel der Berliner Packkammer.



Viele Grüße
Dieter
 
Magdeburger Am: 09.04.2015 13:21:40 Gelesen: 72238# 110 @  
@ kauli [#109]

Hallo Dieter,

zum vorhergehenden Beleg möchte doch noch ein paar Worte verlieren. Laut Vorschrift im DÖPV sollte in der jeweiligen Landeswährung die Taxe berechnet und dann entsprechend reduziert werden.

M.E. hätte er mit mindestens 9 Kreuzer C.M. für Sachsen und Preussen frankiert werden müssen, denn dies sind auch 3 Sgr. bzw. Ngr. Dies gilt nur dann, wenn es tatsächlich ein Wertbegleitbrief ist.

Als reiner Wertbrief hätte er als 3fach schwerer Brief + Wert behandelt werden müssen. 1 Kreuzer C.M. sind 1/3 Sgr. Damit ergab sich für Österreich 9 Kreuzer + 2 Kreuzer Wert.

Für Sachsen und Preussen sind es jeweils 21 Kreuzer (bei jeweils 10 bis 20 Meilen), was sich aus 18 Kreuzer für den Brief + 3 Kreuzer Werttaxe zusammen setzt. 3 Kreuzer Werttaxe deshalb, weil der Wertbetrag in Thaler zu reduzieren wäre und aus dieser sich die Gebühr von mindestens 1 Sgr. ergeben würde.

Das Sachsen 2 8/10 Ngr. notierte liegt daran, dass auf ein Vielfaches eines Viertels Sgr. aufgerundet werden soll. 7/10 Ngr. sind weniger auf 3/4 Sgr. und somit ist auf 8/10 Ngr. aufzurunden.

Dies ist alles wahrscheinlich wahnsinnig kompliziert....

Der Brief Düsseldorf -> Berlin ist wirklich einfach:

Paketgewicht 3 Pfund 4 Loth - Entfernung ca. 64 Meilen.

Die Taxe berechnet sich mit 1,5 Pfennige * 4 Pfund(auf volle Pfunde aufrunden) * 13 (60 - 65 Meilen) ergibt 78 Pfennige = 6 1/2 Sgr. Diese Taxe ist höher als die Mindestfahrposttaxe von 6 Sgr. und somit wurde die Gewichtstaxe angewendet.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.04.2015 16:31:38 Gelesen: 72197# 111 @  
Liebe Sammelfreunde,

vielleicht traut sich jemand:



Der Beleg stammt vom 13.09.1856.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 11.04.2015 11:29:45 Gelesen: 72145# 112 @  
@ Magdeburger [#111]

Hallo Ulf,

wer, außer Dir, soll sich da rantrauen? Nochmals Danke für den Nachtrag zu meinem ersten Beleg. Durchsehen tu ich trotzdem nicht. Ich mag ja diese Briefe wegen der Berliner Stempel.

Dann noch ein leichterer von Osnabrück nach Frauenmühle vom 11.4.1859. Rückseitig wieder der rote R 2 Berlin.

Viele Grüße
Dieter


 
Magdeburger Am: 11.04.2015 18:14:02 Gelesen: 72113# 113 @  
@ kauli [#112]

Hallo Dieter,

ich verstehe diese Briefe auch nicht viel besser als alle anderen.

Zu deinem Brief:

Die Taxierungsbestimmungen befinden sich im 2. Nachtrag zum 1. revidierten Postvertrag des DÖPV. Dazu gehörte, das siegelseitig die Progressionsstufe von der Aufgabepostanstalt notiert werden sollte. Dies geschah leider nicht immer. Bei den gezeigten ist es P17 (über den Berlinstempel). P17 entspricht einer Entfernung zwischen 64 bis 68 Meilen innnerhalb des DÖPV. Mit dem oben genannten Nachtrag, wurde eine durchgehende Taxierung vereinbart.

Laut vorderseitiger Angabe wurde ein 14 1/2 Loth schweres Röllchen mit einem Werth von 123 1/4 Reichsthaler aufgegeben. Das Röllchen wurde nachgewogen und neu 14 5/10 Loth angeschrieben. Der Krakel unter dieser Notierung könnte als "W" gedeutet werden.

Die Taxe setzt sich aus dem Mindestfahrposttarif + Wertgebühr zusammen. Danach waren der Mindestfahrposttarif von 7 Sgr. für das Paket und 6 Sgr. Werttaxe zu erheben. Letztere berechnet sich 3 Sgr. je angefangene 80 Thaler über 48 Meilen. Zusammen sind es 13 Sgr. wie vorderseitig angeschrieben.

Siegelseitig sind 15 Sgr. notiert worden, also 2 Sgr. mehr. Dies ist das Landbestellgeld für einen Paketbegleitbrief über einen Thaler.

Ich lasse die Beschreibung des von mir gezeigten Beleges mal noch bis morgen Abend offen. Ein Tipp gebe ich noch - er lief direkt von Berlin nach Sudenburg, also innerhalb Preussens.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 12.04.2015 19:57:49 Gelesen: 72023# 114 @  
Liebe Sammelfreunde,

dann werde ich mal den Beleg auflösen.

Die oberen beiden Zeilen sind die Declaration:

Beigehend 1 Kiste (Signierung) Nachnahme Neun Thaler acht Silbergroschen
.
Darunter die Anschrift:

S(eine)r hochehrwürdigen dem Prediger Herrn Hirschberg Sudenburg bei Magdeburg.

Unter dem Nachnamen "Hirschberg" ist Magdeburg - wieder gestrichen und nochmals vor Sudenburg falsch Magteburg notiert wurden. Warum auch immer dieser Spagat gemacht wurde, kann spekuliert werden. Möglicherweise wollte man vermeiden, dass die Sendung nach Hirschberg geht, oder auch das ggf. Sude rburg in Betracht gezogen wurde.

Sudenburg war jedoch ein kleine Stadt vor den Toren Magdeburgs.

Die Entfernung zwischen Sudenburg -> Berlin beträgt etwa 17 Meilen, was der 4. Entfernungsstufe entspricht.

Die Nachnahme von 9 Thaler 8 Sgr. entsprechen 278 Sgr. was auch als Auslage notiert wurde. Die Kiste wog 15 Pfund 15 Loth.

Die Taxierung:

Für die Nachnahme war 1 Sgr. je angefangenen 1/2 Thaler ProCura zu entrichten, also 19 Sgr. Für das Paket waren 1,5 Pfennige * 16 Pfund (auf volle Pfund aufrunden) * 4. Entfernungsstufe = 96 Pfennige = 8 Sgr. zu zahlen.
Damit ergibt sich eine Gesamtrechnung von: 278 Sgr. Nachnahme + 19 Sgr. ProCura + 8 Sgr. Fahrposttaxe = 305 Sgr. zu zahlen.

2 Sgr. Botenlohn für den Postboten waren ebenfalls noch zu entrichen. wie noch notiert wurde.

Das Paket selbst mußte im Sudenburg Postamt abgeholt werden und wurde dort mit dem normalen Ortsstempel bestätigt.

Siegelseitig befindet sich nur ein Rahmenstempel mit der "1" aus der Berliner Packkammer und der Ausgabestempel von Sudenburg.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 15.04.2015 15:46:37 Gelesen: 71912# 115 @  
Liebe Sammelfreunde,

nachfolgende Briefhülle paßt hier hervorragend:



Sie mag nicht schön sein, aber etwas vergleichbares muß man erstmal finden:

Adressiert ist sie "An den könglichen preussischen Kammerherrn und Ritter des Joh. Ordens " Herrn Grafen von Hagen hochgeboren in Möckern bei Burg". Aufgegeben wurde sie in Langensalza.

Mit gesendet wurde ein Paket mit 38 Reichthaler 25 Sgr. 5 Pfennige. Links oben ist das Gewicht des Briefes mit 5 Loth angegeben, darunter 1 Pfund 29 Loth (gewogen von Beinherr) des Paketes. 1 Pfund 28 1/2 Loth darunter stammt aus Halle vom Beamten Kaiser und dies wurde in Magdeburg durch den Hilfsboten Sonntag bestätigt. Dass ein Paket zweimal auf einen Weg nachgewogen wird und dies auch noch notiert wird, einfach super!

Für das Paket wurde das Geldporto herangezogen. Die Entfernung beträgt knappt 20 Meilen. Es waren 2 Sgr. von 5 zu 5 Meilen jetzt zu erheben, also 2 Sgr * 4 (15 - 20 Meilen) = 8 Sgr.
Ein Begleitbrief war nur bis 3/4 Loth frei. War er schwerer, wurde das Mehrgewicht berechnet. Bei 5 Loth - 3/4 Loth sind also noch 4 1/4 Loth heran zu ziehen. Dafür war die 5fache Brieftaxe nun zu erheben, was immerhin 20 Sgr. sind. Somit sind die "28" geklärt. Die relativ kleine Notierung links unten spricht für einen Francobetrag - muß es jedoch nicht.

Über der "28" ist notiert: "2 Sgr. Postschein zahlt (d.) Empfänger" - zumindestens ist eine große "2" doppelt unterstrichen notiert worden, was auch ein Postschein kostete.

Die 2 Sgr. für den Postschein wurde bei der Aufgabe, laut meinen Infos, immer von Absender bezahlt.

Der Beleg dürfte aus den Anfang der 1840er Jahre sein - müsste ich auch noch schauen, ob er sich weiter eingrenzen läßt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 15.04.2015 16:11:18 Gelesen: 71908# 116 @  
@ Magdeburger [#115]

Liebe Sammelfreunde,

manchmal sollte man doch nochmal nachlesen.

In den Anmerkungen des §54 der Preussischen Porto-Taxe, gültig ab 01.01.1825, ist unter "G" zu lesen, dass das Scheingeld auch vom inländischen Empfänger erhoben werden kann, aber der Absender dafür haftet, falls der Empfänger dies nicht bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 29.11.2015 08:22:39 Gelesen: 66854# 117 @  
Liebe Freunde,

wie immer nach Durchwühlen großer Sammellose tauchen Fragen zu unbekannten Stempeln auf - bei mir sind es diesmal zwei Paketbegleitbriefe, zu denen ich mir von den Spezialisten Informationen erhoffe.

Ein Paketbegleitbrief der Bayerischen Lazarettverwaltung in München nach Bayreuth trägt einen kleinen Stempel, der m.E. eigentlich ein Fahrpoststempel sein sollte - oder? Und wenn ja - aus welchem Ort stammt er? Jeder Vorschlag herzlichst willkommen!



Die zweite Frage betrifft einen typischen preußischen Nierenstempel, wie er ab etwa 1825 in etlichen Orten eingesetzt wurde. Kennt jemand von euch einen solchen Stempel von KREFELD? Mir fehlt es dazu an Literatur - im Feuser ist der Stempel nicht aufgeführt. Bild folgt, sobald ich den Beleg im Chaos auf meinem Schreibtisch wieder gefunden habe.

Gruß ins Forum - und einen schönen 1. Advent!

Rolf
 
Magdeburger Am: 29.11.2015 09:39:56 Gelesen: 66838# 118 @  
@ roteratte48 [#117]

Guten Morgen Rolf,

leider kenne ich mit Bayern überhaupt nicht aus!

Allerdings stellt der Brief viele Fragen, bspw. wie sich die Taxen zusammensetzen.

Das Kistchen mit Bandagen und einem Wert von 96 Gulden dürfte nicht allzu schwer sein - jedenfalls ist keine Gewichtsnotiertung vorhanden.

Siegelseitig ist 1 Gulden 56 Kreuzer Fracht samt Auslage bis N(ürn)b(er)g ??? gegen Lieferschein, was der obigen vorderseitigen Angabe entspricht. Die zusätzlichen Frachtkosten von 40 Kreuzer könnten somit ab Nürnberg (Voraussetzung -ich interpretiere es richtig) bis Bayreuth sein.

Die Angabe der Auslage von 56x erschliesst sich mir nicht - auch Frachtkosten? Auch wie sich die 1 Gulden 56 Kreuzer zusammensetzen ist mir unverständlich.

Man könnte meinen, dass es ein Frachtbrief ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 30.11.2015 11:41:56 Gelesen: 66765# 119 @  
@ Magdeburger [#118]

Dank Dir für Zeitaufwand und Mühe, Ulf!

An alle aber nochmal die Frage nach dem gezeigten Stempel - kennt jemand den? Und auch noch offen die Frage nach dem Nierenstempel CREFELD - irgendwo in der Literatur erwähnt? Wie gesagt - bei Feuser Fehlanzeige!

Oops - gerade mit Peter Feuser telefoniert - in der Neuauflage seines Kataloges ist der Stempel Crefeld als Nr. 615-6a nachgetragen!

Gruss ins Forum - Rolf
 
bayern klassisch Am: 30.11.2015 12:09:48 Gelesen: 66758# 120 @  
@ roteratte48 [#117]

Lieber Rolf,

dein Brief zeigt einen Güter - Bestätterey - Stempel, also keinen Poststempel, weswegen du ihn in Postunterlagen nicht finden wirst.

Ich halte den Brief für selten und habe seit Jahren keinen mehr mit einem solchen Stempel gesehen. Früher waren sie häufiger, doch hat wohl jemand (oder jemande) die wenigen, die im Handel frei verfügbar waren, vom Markt genommen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
roteratte48 Am: 30.11.2015 13:27:26 Gelesen: 66744# 121 @  
@ bayern klassisch [#120]

Lieber Ralph,

habe einmal mehr Dank für Deine Hilfe - von wem könnten Bayern-relevante Fragen eher beantwortet werden, wenn nicht von Dir!

Leider haben private Probleme bei mir den Kontakt zwischen uns deutlich eingeschränkt - ich hoffe zuversichtlich, daß wir uns künftig wieder öfter, hier oder an anderer Stelle, sehen resp. lesen werden!

Liebe Grüße - Rolf
 
Magdeburger Am: 23.02.2016 16:52:58 Gelesen: 63771# 122 @  
Liebe Sammelfreunde,

nachfolgender Begleitbrief erfreute mich sehr:



Ein 2 Pfund 15 Loth wurde in Buckau, vor den Toren Magdeburg gelegen, nach Berlin aufgeben. Es wurde mit 4 Sgr. dem Mindestfahrposttarif bar frankiert. Eine ständige Omnibusverbindung zwischen Magdeburg und Buckau existierte schon recht lange und darüber wurden auch die Postgüter ausgetauscht.

Interessant ist hier auch die Siegelseite, welche eine "5" trägt.

Im letzten Rundbrief der Bundesarbeitsgemeinschaft Preussen (144) wurde auf die siegelseitigen Zahlennotierungen eingegangen, welche sich nicht als Bestellgeld beschreiben lassen. Der Autor konnte plausibel nachweisen, dass es sich um die Nummer des Paketbestellers handelt.

Vielleicht können unsere Berlin-Sammler dazu noch was sagen oder zeigen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 12.03.2016 19:03:57 Gelesen: 62733# 123 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute habe ich es geschafft meine neuen Zugänge alle einzuscannen.

Ich stelle mal zwei Belege vor:



Paket von 1 Pfund 30 Loth ging etwa 1833 von Magdeburg nach Wester-Egeln. Der Brief selbst wog 1 1/4 Loth. Die Entfernung beträgt etwa 3,5 Meilen. Um auf die unten notierten 7 1/2 Sgr. zu kommen, können nur Acten/Schriften/gedruckte Sachen versendet worden sein. Das Porto laut Schriftentaxe betrug mindestens die 4fache Brieftaxe, was hier mit insgesamt 6 Sgr. zu Buche schlägt. Da der Brief nur bis excl. 7/8 Loth frei war, mußte das Mehrgewicht bezahlt werden, also hier nochmal das einfache Briefporto von 1 1/2 Sgr. dazu, was in Summe 7 1/2 Sgr. ausmacht.



Das Paket von 1 Pfund 11 Loth wurde hier als portofreie herrschaftliche Polizei Sache versendet, etwa 1840. Der vorderseitige Stempel C4 sagt aus, dass das Paket mit dem Halberstädter Curs befördert wurde.

Beiden Belegen gemeinsam ist, dass die Zielorte von Egeln aus bestellt wurden. Beim oberen Beleg ist siegelseitig 9 Sgr. 6 Pfennige, beim unteren 2 Sgr. notiert worden. Rechnet man beim oberen Beleg das Porto von 7 1/2 Sgr. ab, erhält man auch 2 Sgr., was in beiden Fällen höchstwahrscheinlich das Landbestellgeld nur für die Zustellung des Briefes (ohne Paket) darstellt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.05.2016 18:14:46 Gelesen: 60796# 124 @  
Liebe Sammelfreunde,

damit dieses Thema nicht zu kurz kommt:



Am 12.Juni 1829 wurde ein 17 Loth schweres Actenpaket von Magdeburg in das 3,4 Meilen entfernte Calbe/Saale versendet. Die 4fache Brieftaxe von 6 Sgr. wurde hier bar bei der Aufgabe entrichtet.

Ein Packmeisterstempel von Magdeburg sucht man hier vergebens - was in dieser Zeit äußerst selten vorkommt. Normalerweise wurden alle Paketbegleitungen in Magdeburg damit versehen, mit Ausnahme von Wertpaketbegleitungen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 09.07.2016 18:34:48 Gelesen: 58231# 125 @  
Liebe Sammelfreunde,

vielleicht will sich ja mal jemand versuchen:



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 29.07.2016 18:32:54 Gelesen: 57621# 126 @  
Liebe Sammelfreunde,

da sich niemand traut, löse ich mal selbst.

Paket mit 12 Reichsthaler Courant wog 27 7/8 Loth - der Brief selbst nur 1/2 Loth, gelaufen von Morsleben nach Magdeburg, ca. 5 Meilen voneinander getrennt.

Bei Sendungen mit Geld wurde das sogenannte Geldporto veranschlagt, wo galt, dass bei über 1 bis 20 Reichsthaler mindestens die doppelte Brieftaxe galt, was hier zutraf. Einfach war diese 2 Sgr. -> doppelt 4 Sgr., was vom Absender bezahlt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Fips002 Am: 31.07.2016 22:13:11 Gelesen: 57508# 127 @  
Unter meinen Altbriefen fand ich die beiden Paketbegleitbriefe mit Fahrpost von Meissen nach Dresden/Neustadt.



Paketbegleitbrief mit 4 Pfund und 20 Lot Gewicht. Doppelkreisstempel Meissen, 23.IV.1864 und Kastenstempel Ausgeliefert/24 IV *N23.

Rückseite Doppelkreisstempel Fahrp.- Ausgabe 24 IV.



Paketbegleitbrief für ein Paket von 1 Pfund 5 Lot. Doppelkreisstempel Meissen 23.V.1865, Kastenstempel Ausgeliefert 24 ...,

Rückseite Doppelkreisstempel Fahrp.-Ausgabe 24 V.

Gruß Dieter
 
hajo22 Am: 01.08.2016 08:12:00 Gelesen: 57458# 128 @  
Der Titel dieses Threads sollte doch wesentlich so ergänzt werden:

Altdeutschland: Paketbegleitbriefe ohne Marken.

Immer nur Stempel und irgendwelche - teils merkwürdig in Postmanier geschriebene - Zahlen, sind nicht wirklich prickelnd anzusehen.

Aber wie oben geschrieben: Der Thread bedarf einer Ergänzung.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 12:26:03 Gelesen: 57383# 129 @  
@ hajo22 [#128]

Hallo Hajo22,

Immer nur Stempel und irgendwelche - teils merkwürdig in Postmanier geschriebene - Zahlen, sind nicht wirklich prickelnd anzusehen

... das liegt immer im Auge des Betrachters. Gerade wie die Zahlen sich ergeben, ist hoch interessant. Auch gibt es eine Menge Stempel, welche fast ausschließlich nur auf solchen Belegen zu finden sind.

Weiterhin sollte bedacht werden, dass i.d.R. meist Barfrankierungen nur zulässig waren und somit Markenbelege wie in Preussen möglich, somit seltener sind.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.08.2016 12:42:54 Gelesen: 57379# 130 @  
@ Magdeburger [#129]

Alles richtig. Aber ich sehe halt gerne Marken.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 12:58:30 Gelesen: 57376# 131 @  
@ hajo22 [#130]

Hallo Hajo22,

da zeige ich diesen Beleg noch hier:



Etwa 1861 kam aus dem entfernten 46 Meilen entfernten Wesel ein Paket von 2 Pfund 8 Loth an. Dazu war der Mindestfahr-Posttarif von 6 Sgr. ausreichend, dargestellt mit 3 Sgr.-Ganzsache + wertgleiche Zusatzfrankatur.

Bis 24.11.1862 kostete die direkte Zustellung des Paketes 1 ½ Sgr., wie siegelseitig notiert. Der Breite Weg 201 ist nur 4 Häuser vom Postamt entfernt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 

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