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Thema: (?) (234) Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 238 Beiträge:
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Magdeburger Am: 02.12.2018 13:07:04 Gelesen: 12855# 214 @  
@ hajo22 [#213]

Hallo Hajo22,

ja, es hat was mit dem Stempel "C4" zu tun. Das C steht für Colligierung.

In der Vergrößerung denke ich, wird es deutlich klarer, dass es zwei Stempel sind, welche fast übereinander abgeschlagen wurden.



Nun eine komplette Erklärung des Beleges:

Die Aufgabe am 26.08.1842 erfolgte an einem Freitag - in Helmstedt kam er am Montag an.

Zuerst wird der C3-Stempel abgeschlagen worden sein und dies bedeutet, dass er für den Curs Egeln - Halberstadt - Zilly - Hornburg bis Emmerich stand. Der Abgang wäre Sonntag abend gewesen, jedoch hätte er so erstmal nicht das Ziel erreicht.

Der direkte Weg nach Helmstedt, war über den Kurs ( C4 ) über Erxleben - Helmstedt nach Braunschweig gegeben. Der Abgang war Montag früh und so konnte das Paket früher sein Ziel erreichen.

Einen schönen 1. Advent wünscht

Ulf
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 13:50:45 Gelesen: 12847# 215 @  
@ Magdeburger [#214]

Lieber Magdeburger,

so genau hatte ich mir den C - Stempel nicht angesehen und hätte natürlich auch nicht deine Erklärung dazu parat gehabt - da muss man schon hochspezialisiert sein, um diese Besonderheit zu erkennen. Aber wir lernen ja alle von dir gerne dazu.

Schönen 1. Advent und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 02.12.2018 14:15:56 Gelesen: 12840# 216 @  
@ bayern klassisch [#215]

Lieber Bayern Klassisch,

das Besondere ist ja die fast perfekte Überstempelung des C3- mit dem C4-Stempel.
Ich suche ja immer noch Besonderheiten und dies ist eine solche.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.12.2018 15:02:12 Gelesen: 12808# 217 @  
@ Magdeburger [#216]

Ja und ich habe ein neues Wort (kennen)gelernt: "Colligierung". Das dürfte ein total überholter (mega-outer) Fachbegriff sein.

Aber mit "Colli" kann ich was anfangen. Das ist eine Ladeeinheit, also z.B. ein Ballen oder ein Karton, ein Paket, usw. Modern: Ein Stückgut.

Nun ja, die Versandsprache des 19. Jahrhunderts hat so ihre Besonderheiten. Also nicht nur die Überstempelung ist eine Besonderheit, sondern auch dieses "C".

hajo22
 
Magdeburger Am: 02.12.2018 16:14:43 Gelesen: 12787# 218 @  
@ hajo22 [#217]

Hallo Hajo22,

der Beleg ist ja auch schon richtig alt, von heute gesehen immerhin 166 Jahre.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 08.12.2018 16:27:03 Gelesen: 12419# 219 @  
Liebe Sammelfreunde,

mit Hilfe eines netten Freundes konnte ich den (leider nicht ganz vollständigen) Beleg bekommen:



Am 26.09.1839 ging von Berlin eine Kiste (blos) von immerhin 74 Pfund auf die Reise nach Magdeburg. Siegelseitig sehen wir den Rahmenstempel 5 aus Berlin sowie einen Ankunftstempel nicht lesbar sowie den Paketausgabestempel von Magdeburg. Vorderseitig ist noch der A 1 aus Magdeburg zu sehen, welcher auch für den Ankunftskurs steht.

Der Absender bezahlte auch 74 Sgr. Porto - Berechnung: 3 Pfennige * 74 Pfund * 4 (15 - 20 Meilen) = 74 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 02.02.2019 17:37:18 Gelesen: 9585# 220 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich liebe grosse Paketzettel! Dazu ein weiterer Zugang:



Das Paket wog nur 3 Loth, also 50 Gramm (incl. Verpackung), wo es unmöglich war, den grossen Zettel anzubringen. Also wurde er ausnahmsweise auf dem Brief geklebt. Dies alles geschah im Jahre 1867.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
dr.vision Am: 06.02.2019 11:43:33 Gelesen: 9294# 221 @  
Moin zusammen,

hier ein Begleitbrief für ein Wertpaket mit 6100 Gulden von Bremen nach Lienen. Die Entfernung ist ca. 148 Kilometer, entsprechend 19,8 Meilen.



Auf der Rückseite habe ich - erst einmal - nichts ausradiert. Wer kann mir bitte die Tarifberechnung erklären?

Herzlichen Dank im Voraus.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Magdeburger Am: 06.02.2019 12:40:44 Gelesen: 9277# 222 @  
@ dr.vision [#221]

Hallo Ralph,

das Paket wog 173 Gramm und als Wert wurden 6100 Thaler Preussisch Courant angegeben.

Die Entfernung wird noch 15 Meilen betragen haben und so setzt sich das Porto von 38 1/2 SilberGroschen zusammen:

Alle Angaben beziehen sich bei einer Entfernung 10 bis 15 Meilen:

Paket nach Gewicht (Mindestfahrposttarif) = 3 Sgr.
Assekuranzgebühr 1 Groschen je 100 Thaler bis einschliesslich 1000 Thaler = 10 Sgr.
Assekuranzgebühr 1/2 Groschen je 100 Thaler über 1000 Thaler = 25 1/2 Sgr.

in Summe also 38 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
dr.vision Am: 06.02.2019 13:00:57 Gelesen: 9271# 223 @  
@ Magdeburger [#222]

Moin Ulf,

danke für die schnelle und kompetente Erklärung.

Ich hatte die Entfernung von Ort zu Ort gerechnet, aber damals wurden wohl die Mittelpunkte der Taxquadrate zur Berechnung herangezogen, oder? Daher wohl auch die Differenz?

Da mir als "Fachliteratur" ausschließlich das Buch von Hörter zur Verfügung steht, frage ich mich, wo man diese Informationen denn wohl nachlesen kann.

Nochmals danke und beste Grüße von der Ostsee

Ralf (der mit f am Ende) ;-)
 
Magdeburger Am: 06.02.2019 16:13:22 Gelesen: 9236# 224 @  
@ dr.vision [#223]

Hallo Ralf,

wenn ich mich recht erinnere, sollten die Paketgebühren ab 1868 bis 1875 identisch sein. Dies ist im Post- und Telegraphen Handbuch (Heft 29) zu finden.

Hier ist es zu finden:

https://www.arge-ndp.de/index.php/unsere-literaturangebote/39-nr-29-post-und-telegraphenhandbuch-inland

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 23.02.2019 14:29:56 Gelesen: 8478# 225 @  
Liebe Sammelfreunde,

normalerweise kaufe ich keine Belege mehr mit dem Einkreiser mit dem Buchstaben H, aber es gibt doch noch Ausnahmen, wie dieser:



Es ist zwar nur eine Hülle, etwa 1829 nach Alt-Stassfurt. Versendet wurden 2 Paket von jeweils 22 Pfund. Alles wurde als portofreie Bibel-Angelegenheit declariert. Siegelseitig ist nichts.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 17.06.2019 13:38:33 Gelesen: 4997# 226 @  
Eine Neuerwerbung, die ich hier vorstellen möchte, da ich die Gewichtsangabe nicht exakt lesen kann (17 Pfund 25 Loth?).

Paketbegleitbrief preussischer Ganzsachen-Umschlag zu 1 Sgr. + 1 Sgr. + waagrechtes Paar der 3 Sgr. jeweils Wappenserie gesamt = 8 Sgr. aus Triebsees nach Rostock an den "Hofmedicus" Dr. Schroeder vom 18.7.(ohne Jahr).

"Hierbei ein Lederkoffer, gezeichnet: Dr. Schroeder" und "Hierin ein einzelner Schlüssel".



hajo22
 
bayern klassisch Am: 17.06.2019 15:52:47 Gelesen: 4979# 227 @  
@ hajo22 [#226]

Ja, das Gewicht hast du richtig gelesen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 17.06.2019 16:51:45 Gelesen: 4971# 228 @  
@ hajo22 [#226]

Hallo Hajo22,

der Brief selbst wog auch 1 Loth und damit war er nicht mehr frei wie auch die Taxierung zeigt. Die Entfernung beider Orte beträgt 6 Meilen, so dass 2 Sgr. für den Brief und 6 Sgr. für das Paket berechnet wurden. Allerdings erschliesst sich mir nicht, wofür noch 4 1/4 Shilling L.M. gezahlt werden sollte. Siegelseitig sieht es fast aus, als wenn Zoll4 1/4 dort notiert wurden, jedoch sicher bin ich mir nicht.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 17.06.2019 18:22:27 Gelesen: 4964# 229 @  
@ bayern klassisch [#227]
@ Magdeburger [#228]

Danke sehr. Dann habe ich doch richtig gelesen. Den Vermerk auf der Siegelseite kann weder ich noch der Verkäufer deuten. Ein Ankunftsvermerk/-stempel wäre mir lieber gewesen. Man kann (leider) nicht alles haben.

hajo22
 
bayern klassisch Am: 17.06.2019 18:49:05 Gelesen: 4958# 230 @  
@ hajo22 [#229]

Ich lese hinten "Zoll 4 1/4", kann das aber sonst in keinen Zusammenhang bringen. Im Brief selbst lag der Schlüssel und das Frachtstück war der Koffer.

Das hat man oft so gemacht, weil man nicht haben wollte, dass einer Koffer und Schlüssen zusammenbringen konnte - da wäre der Koffer wohl schnell geleert worden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 21.06.2019 16:16:57 Gelesen: 4876# 231 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute eine leider etwas unvollständige Briefhülle:



Gelaufen am 31.10. aus Neuhaldensleben, welche An Ein Köngliches Wohllöbliches Land und Stadtgericht zu Magdeburg gerichtet wurde.

Unten ist vermerkt:

mit Akten in Wachsleinen gez: L.G. nro 28. - etwas weiter oben das Gewicht von 7 Pfund 20 Loth. Das ganze war als portofreie LandesCulturSache declariert wurden. Siegelseitig erkennt man noch deutlich den Ausgabestempel vom 01.11.

Vorderseitig ist die Paketausgabe durch den Einkreiser A+Posthorn zu sehen. Das Einführungsjahr dürfte 1836 gewesen und es spricht auch dafür dass die Hülle aus diesem Jahr ist.



Etwas ungewöhnlich ist ein Stempel, wo mit etwas Fantasie auch der 1 11 zu erkennen ist. Der Form nach zu urteilen sieht er wie ein Ovalstempel aus. Gesehen habe ich so etwas noch nicht.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 13.07.2019 10:54:23 Gelesen: 4181# 232 @  
Liebe Sammelfreunde,

es gibt so vieles, was einer Klärung bedarf, so wie dies hier:



Der Brief ist zwar nur eine Hülle, jedoch läßt er sich an Hand der rückseitigen Paketzettel auf das Jahr 1857 datieren. Wer hat Ideen, was die beiden Taxierungen bedeuten könnten.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 21.07.2019 12:58:34 Gelesen: 3899# 233 @  
Liebe Sammelfreunde,

leider hatte niemand etwas zu dem Beleg [#232] zu sagen.

Deshalb nun die Auflösung.

Laut Declaration wurde 1 Reisetasche sign, H.M.H.#1 und 1 Packet sign. H.M.H.#2 versendet.

Das Gewicht der Tasche betrug 6 Pfund 5 Loth und des Paketes 12 Pfund 20 Loth.
Jedes Paket mußte einzeln berechnet werden. Der Mindestfahrposttarif je Paketes betrug 2 Sgr. und so ergibt sich die 4 Sgr.

Allerdings wurde nicht die Gewichtstaxe berücksichtig, denn wenn diese höher als der Mindestfahrposttarif ausfiel, war diese auch anzuwenden. Die Entfernung Magdeburg - Bernburg beträgt 6 Meilen (Nach Taxquadraten sind es nur 4!) und die tatsächliche Entfernung war auch in die Berechnung einzusetzen.

Für die Tasche ergibt sich:

1,5 Pfennige * 7 Pfund * 2 (5-10Meilen) = 21 Pfennige = 1 3/4 Sgr. und damit sind 2 Sgr. anzuwenden.

Für das Paket:

1,5 Pfennige * 13 Pfund * 2 (5-10Meilen) = 39 Pfennige = 3 1/4 Sgr. - was nun auch einfliessen mußte.

In Summe ergibt sich somit 2 Sgr. für die Tasche + 3 1/4 Sgr. für das Paket = 5 1/4 Sgr., was hier fehlerhafter weise siegelseitig notiert wurde. Richtig wäre es gewesen, wenn es vorderseitig geschehen wäre. Siegelseitig wäre nur ein Bestellgeld anzugeben gewesen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.08.2019 14:26:44 Gelesen: 2914# 234 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal ein Beleg, mit dem ich ein wenig auf Kriegsfuss stehe, auch was die Datierung (02.August 17?4) angeht:



Soweit ich lese:

Per Faveur.
A Monsieur
Monsieur Duglas
Tres Reverend
Ministre In St.
Evanglie a L' Eesife
Reforme a Jerichou

Nebst einem grau brauen Beutel mit 64 rt: Kirchen= und Collecten=Geld

Siegelseitig:
Das Herrn Ganfauges
................: werden
ergebenst ersuchet um
güthige Eihändigung
durch B...... und ...........
............

Hier noch der Inhalt, welcher für mich fast nicht zu lesen ist:



Über jede Hilfe wäre ich sehr dankbar!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.09.2019 12:27:49 Gelesen: 1230# 235 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute eine nette Hülle:



Diese dürfte etwa aus dem Jahre 1820 stammen. Es handelt sich um ein Wertpaktbegleitbrief von Magdeburg nach Völpke für ein Paket in Leinen worin sich 22 Thaler 15 Gute Groschen 6 Pfennige Courant befanden. Das Gewicht ist mit 1 Pfund 18 Loth angegeben worden.

Pakete mit Geld bzw. werthabenden Papieren oder Edelsteinen sollten eigentlich nicht in Magdeburg mit einem Stempel des Packmeisters versehen werden. Hier ist jedoch einer zu sehen und zwar das kleinere Schreibschrift "E". Der Irrtum wurde bemerkt und es wurde durchgekreuzt, also ungültig gemacht.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
mausbach1 Am: 01.10.2019 09:51:49 Gelesen: 980# 236 @  
1864 von Freudenberg nach Siegen





Rechteckstempel 3z - fast unleserlicher Packkammerstempel

Herrschaftliches? Siegel - Ausgabestempel - geprüft FLEMMING BPP
 
mausbach1 Am: 01.10.2019 09:54:52 Gelesen: 978# 237 @  
Zu [#236]

MiNr. U 26 A auf MiNr. 16a
 
Magdeburger Am: 14.10.2019 17:00:23 Gelesen: 99# 238 @  
Liebe Sammelfreunde,

Heute ein Beleg, welchen ich schon lange gesucht habe:




Er ist vom 27.07.1826 von Magdeburg nach Salzmünde gelaufen. Versendet wurde ein Paket von 14 5/8 Loth mit 400 Reichstaler in CassenCoupons. Bei Inlandsgeld wurde die halbe Taxe erhoben.

Nach Salzmünde sind es 10 Meilen und hier galt je 100 Thaler 4 Sgr je 5 Meilen, also 4(00) Thaler * 4 Sgr. * 2 (5 bis 10) Meilen / 2 (halbe Taxe) = 16 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 

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