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Thema: Altdeutschland Postscheine
Cantus Am: 23.12.2009 00:30:52 Gelesen: 55957# 1 @  
Postschein der Königlich-Sächsischen-Post, ausgefertigt in Sebnitz am 12.November 1861.


 
BD Am: 23.12.2009 07:58:06 Gelesen: 55941# 2 @  
@ Cantus [#1]

Am 12 November 1861 wollte ein Sebnitzer einen Wertbrief über 52 Thaler und 1 Neugroschen an die Güterexpedition Bautzen (sorbisch Budissin) senden. Er bezahlte 1 Neugroschen für den Brief bis 5 Meilen (siehe Meilenzeiger für Sebnitz unten), der 1 Loth wog, was ab 1859 leider die zweite Gewichtsstufe war (9/10 Loth hätte nur 1/2 Ngr, gekostet). Weiterhin 1/2 Neugroschen Wertdeklarationsgebühr (bis 100 Taler bis 15 Meilen). Und er musste 6 Pfennige für den Schein bezahlen. Also bezahlte der Absender insgesamt 21 Pfennige an die Post, auf dem Brief stand frei und die bezahlten 15 Pfennige Porto. Er konnte nicht mit Marken freigemacht werden, denn Wertbriefe gehörten zur Fahrpost, da durften keine Marken darauf. Der Empfänger in Bautzen musste noch einmal 6 Pf. Botenlohn bezahlen, für einen einfachen Brief wären es nur 3 Pfennige gewesen.

Soweit zu dem Postschein, einen uninteressantes Stück Papier für manche Sammler.

Mit besten Grüssen BaD


 
BD Am: 23.12.2009 08:15:48 Gelesen: 55934# 3 @  
Nachtrag

Bei einem Portobrief, wo der Empfänger bis auf die Scheingebühr alles bezahlte, wurde das Franko durchgestrichen.


 
Cantus Am: 23.12.2009 20:57:11 Gelesen: 55875# 4 @  
@ BD [#2]

Hallo,

ich besitze nur noch einen einzigen zweiten Postschein, eine Art Nebenprodukt, da ich sowas eigentlich nur von Österreich sammle. Alleine die Lust an alten Postformularen lässt mich auch immer wieder mal nach so etwas Ausschau halten.



Postschein der Königlich-Sächsischen-Post, ein etwas anderes Formular, ausgefertigt in Sebnitz am 7. April 1864, diesmal gerichtet an eine Adresse in Dresden.
 
BD Am: 23.12.2009 22:00:29 Gelesen: 55869# 5 @  
@ Cantus [#4]

Hallo Cantus,

die alten Formulare haben ihren Reiz, das ist unbestritten.

Leider kenne ich den Termin nicht genau, aber ich glaube am 1.10.1864 wurde die Scheingebühr auf 5 Pf, gesenkt.

Einlieferungsscheine für Reco-Briefe waren ab 1851 nicht mehr mit einer Gebühr verbunden.

Mit besten Grüssen Bernd



 
Magdeburger Am: 27.12.2009 10:25:58 Gelesen: 55799# 6 @  
@ BD [#5]
@ Cantus [#4]

Nachdem hier schon einige sächsische Postscheine vorgestellt wurden, jetzt einige wenige aus Preussen. Da ich fast nur noch Magdeburg-Belege sammle, auch nur welche aus Magdeburg.

Der erste ist vom 15.Februar 1818. Leider kann ich den Bestimmungsort nicht entziffern.



Als zweites der Auszug aus der Taxverordnung gültig ab 01.01.1825



Dazu ein passender Schein vom 16 März 183? für eine Sendung nach Halberstadt



und abschliessend ein Schein vom 08.Oktober 1861 (?) für einen Wertbrief nach Bitterfeld



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Cantus Am: 27.12.2009 12:00:37 Gelesen: 55788# 7 @  
@ Magdeburger [#6]

Der Ort auf dem Postschein von 1818 heißt "Neuer Anbau". Das Problem dabei ist nur, dass ich die nachstehende Ortsangabe (P = Post ...) nicht eindeutig entziffern kann. In meinem Ortsbuch vom Deutschen Reich sind insgesamt sieben verschiedene Orte mit diesem Namen gelistet, es scheint aber keiner hierauf zu passen. Allen Orten ist jedoch gemein, dass sie in Sachsen liegen.

Viele Grüße
Ingo
 
Postgeschichte Am: 27.12.2009 19:44:28 Gelesen: 55747# 8 @  
@ Magdeburger [#6]
@ Cantus [#7]

Die Ortsangabe im ersten Postschein lautet: "Neuer Anbau P Dresden". Es müsste sich danach um Neuer Anbau (um die 70 Einwohner) im Bereich der Amtshauptmannschaft Großenhain, Kreis Dresden, handeln. Das Bestellungspostamt war Moritzburg.

Gruß
Manfred
 
BD Am: 27.12.2009 20:25:37 Gelesen: 55734# 9 @  
Interessanterweise hatte ich als Dresdener diese Ortbezeichnung noch nie gehört, erstaunlich was man durch Briefesammeln und anschauen so alles lernt. Der von Postgeschichte genannte Ort wird es sein.

Anbei noch ein älterer sächsischer von 1776, einen früheren von 1760 wollte ich später zeigen, aber soeben ging er den Weg wohl nach Polen. Es stand ja auch Sr.Königl. Majestät in Pohlen Churfl. Sächs. Post-Amt drauf, aber 40 Euro haben nicht gereicht.

Mit besten Grüssen Bernd


 
Cantus Am: 12.12.2010 21:24:29 Gelesen: 54802# 10 @  
Hallo,

hier ein Aufgabeschein von Springe am Deister, ausgefertigt am 6.Dezember (?) 1798.



Viele Grüße
Cantus
 
Jahnnusch Am: 13.12.2010 08:31:52 Gelesen: 54785# 11 @  
Das soll bestimmt November sein. Der Postbeamte konnte sich nicht für V oder F entscheiden.
 
roteratte48 Am: 13.12.2010 08:56:42 Gelesen: 54782# 12 @  
@ Jahnnusch [#11]

Na ja - letztlich hat er sich dann doch für ein "S" entschieden - es ist der September.

Schön, dass auch hier im Forum mal das Thema "Postscheine" angesprochen wird!

Gruss - Rolf
 
bayern klassisch Am: 13.12.2010 09:13:35 Gelesen: 54780# 13 @  
Hallo roteratte48,

ich muss dich leider korrigieren - Jahnusch hatte Recht, als er "Nofember" transkribierte. Im 18. Jahrhundert, speziell gegen Ende desselben, unterschied man das kleine "f" vom kleinen "s" durch einen Anstrich oder verkürzt "Knick" bei der Unterlinie, wie hier.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 14.12.2010 00:02:06 Gelesen: 54752# 14 @  
@ Jahnnusch [#33]

Hier ist noch eine Aufgabs-Recepisse aus Krems an der Donau vom 31.3.1802 (es könnte auch der 30. sein)



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 14.12.2010 23:51:17 Gelesen: 54723# 15 @  
Hallo,

ich hatte die Überschrift "Postscheine der altdeutschen Staaten" übersehen, denn mein Postschein ist aus Österreich, aber ich denke, der kleine Ausrutscher ist erlaubt.

Beste Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 15.12.2010 06:36:25 Gelesen: 54719# 16 @  
Hallo Cantus,

der Schein ist vom 31. May.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Christian Am: 26.01.2011 22:41:21 Gelesen: 54342# 17 @  
Hallo zusammen!

Heute kann ich euch einen Schein der königlich bayerischen Haupt-Expedition der Briefposten vom 6. April 1847 (?) aus Würzburg vorstellen. Befördert wurde der Brief nach Wien, das Franco betrug 18 Kreuzer die Scheingebühr 4 Kreuzer.



Herzliche Grüße

Christian

Im Thema "Formulare der Post" habe ich noch ein weiteres Exemplar aus St. Gallen eingestellt.
 
bayern klassisch Am: 27.01.2011 07:00:57 Gelesen: 54321# 18 @  
Hallo Christian,

ich darf etwas korrigieren: Das Franko betrug 1 Gulden 18 Kr., womit es ein schwerer Brief war. Die Summe dann 1 Gulden 22 Kreuzer. Das war der Tagesverdienst eines Lehrers in der damaligen Zeit.

Das Jahr 1847 ist richtig - prima!

Schöner Schein für einen schweren Brief.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manne Am: 20.02.2011 16:22:57 Gelesen: 54125# 19 @  
Hallo,

von mir etwas zu Württemberg, Schwenningen.

Gruß
Manne








 
Christian Am: 24.02.2011 23:53:26 Gelesen: 54059# 20 @  
Hallo Manne, schön, dass wieder Leben in das Thema kommt.

Dann möchte ich auch ein Paket-Begleitschreiben, abgestempelt in Braunschweig am 17. Februar 1831, gelaufen nach Magdeburg, vorstellen. Verwendet wurde der Aufgabe-Ortsvordruck Braunschweig. In den Braunschweigischen Taxordnungen von 1741 wurde das Scheingeld auf 4 Pfennige zugunsten der Postbeamten festgelegt. Auf diese Gebühr, die auch nach 1814 in der gleichen Höhe erhoben wurde, wurde im Text der Postscheine nicht hingewiesen. Diese Feststellung verdient Beachtung, da aus ihr hervorgeht, dass trotz hannoverscher Regie der Fahrposten nicht die in Hannover übliche Scheingebühr von sechs Pfennigen erhoben wurde.



Liebe Grüße

Christian
 
Martinus Am: 26.02.2011 11:59:05 Gelesen: 54023# 21 @  
Ein schönes Wochenende dem Forscher!

ich habe in meiner alten Beleg Sammlung auch zwei Scheine, weiß allerdings nicht, ob die auch hier Platz finden, da ich mich mit dem Thema überhaupt nicht auskenne! Vielleicht kann mir hier jemand helfen?

Beleg 1:



Beleg 2:



Leider ist hier nur die Vorderseite erhalten.

mit Sammlergruß Martinus
 
Hawoklei Am: 05.07.2012 12:07:25 Gelesen: 49086# 22 @  
Hallo an die Runde,

eine" Wiederbelebung" dieses schönen Themas. Ich habe mir alle Beiträge hier mal durch gelesen, habe aber keinen Vorgang von "Sr. Durchlaucht dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis" gesehen. Da kann ich hier einige zeigen, zunächst von 1819 und 1822:



Beste Grüsse Hans
 
Hawoklei Am: 05.07.2012 12:27:16 Gelesen: 49084# 23 @  
Hier folgen noch ein paar Belege, wobei ich hierzu eine Frage habe.

Auf dem oberen Schein von 1830 wird der Herr T u. T noch erwähnt. Die beiden unteren, auch in Darmstadt 1852 und 1854 ausgefertigt, erwähnen TT nicht mehr, wobei doch TT erst 1867 an Preußen überging. Allerdings fehlt auf den beiden unteren Scheinen der Hinweis "fahrender Posten", könnte auch ein Grund sein ?

Beste Grüsse Hans


 
bayern klassisch Am: 05.07.2012 16:05:23 Gelesen: 49067# 24 @  
[#23]

Hallo Hawoklei,

der älteste Schein repräsentiert noch eine ganz andere Zeit, als die beiden moderneren. An die Postverwaltung der Fürsten von Taxis hatte man sich gewöhnt und das neue "Hessisch" kam durch - auch ein Zeichen wachsender Souveränität nach den mißglückten Aktionen um das deutsche Parlament (Kurhessischer Verfassungsstreit). Auch das ist Postgeschichte, die sich ja immer parallel zur Weltgeschichte zeigt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
roteratte48 Am: 05.07.2012 20:05:59 Gelesen: 49045# 25 @  
@ Martinus [#21]

Habe erst eben gesehen, daß niemand auf Deine Frage eingegangen ist - dabei ist der obere Deiner "Scheine" (der untere Beleg ist wohl eher der Rest eines Postvorschußbriefes) überaus interessant.

Der Geldversand war immer ein relativ heikles Thema, und hier für mehr Sicherheit und Vereinfachung zu sorgen ein wesentliches Anliegen aller Beteiligten - der früher übliche Versand teils schwerer Geldkisten mit der Fahrpost barg Risiken z.B. durch Raubüberfälle und brachte umständliches [neudeutsch] "Handling" mit sich. 1852 wurde daher die "baare Einzahlung auf Brief" eingeführt - die Abwicklung verblieb aus organisatorischen Gründen bei der Fahrpost und kostete den Nutzer auch deren höhere Tarife. Sie war noch immer ein Beförderungsauftrag.

Erst Mitte der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts (in Württemberg 1867 - bei Bayern bin ich mir nicht 100%ig sicher) übernahm man nach preußischem Vorbild den Postanweisungsdienst - die Aufgabescheine sind keine "Raritäten", sind aber von Sammlern gesucht. Glückwunsch zu diesem hübschen Beleg!

Gruss ins Forum - Rolf
 
bayern klassisch Am: 05.07.2012 20:22:39 Gelesen: 49040# 26 @  
[#25]

Hallo Rolf,

in Bayern ab 1.11.1866.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 19.03.2013 22:24:19 Gelesen: 46406# 27 @  
Es wäre doch schade, wenn dieses schöne Thema so völlig in Vergessenheit geriete. Da weiter oben Aufgabescheine von Thurn und Taxis gezeigt wurden, habe ich drei Postscheine herausgesucht, die ebenfalls damit zu tun haben.

Zunächst ein Aufgabeschein für einen Wertbrief, ausgestellt am 3.7.1845 in Altenburg; der Brief war vermutlich an eine Adresse in Heiligenstadt gerichtet.



Als Zweites ein Recommandationsschein für ein Einschreiben nach Berlin, ausgefertigt am 23.1.1861 in Frankfurt/Main.



Zum Dritten ein Postschein, ausgefertigt am 23.1.1866 in Schenkenheim (?, heute Mannheim-Schenkenheim ?), für einen Wertbrief nach Ilmenau.



Von den Gebühren verstehe ich leider nichts, vielleicht können Andere da nachhelfen.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 01.12.2013 02:58:19 Gelesen: 43926# 28 @  
Heute zwei Aufgabescheine aus dem Königreich Hannover. Zunächst ein Schein vom 28.10.1840 aus Celle, mit dem die Aufgabe eines Wertbriefes mit Ziel in Breslau bescheinigt wird.



Als Zweites ein ähnlicher Schein aus Goslar, inzwischen mit neuem Formular, über die Aufgabe eines Wertbriefes mit Ziel in Vienenburg.



Viele Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 01.12.2013 09:28:29 Gelesen: 43899# 29 @  
Liebe Sammlerfreunde,

weil ich gerade heute am scannen war, noch zwei schöne und besondere Scheine von mir.



Mit Welchselprotest - Vermerk nicht gerade alltäglich.



Mit Quittung über 6x Marken für die Postanweisung, auch nicht übel.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kdoe Am: 02.12.2013 11:53:37 Gelesen: 43846# 30 @  
@ Cantus [#27]

"Zum Dritten ein Postschein, ausgefertigt am 23.1.1866 in Schenkenheim (?, heute Mannheim-Schenkenheim ?), für einen Wertbrief nach Ilmenau."

Schenkenheim (Mannheim) dürfte als Aufgabeort nicht stimmen, da das nicht in Sachsen-Weimar-Eisenach lag! Ich kanns aber auch nicht lesen - ebenso wenig den Adressat in Ilmenau.

Gruß Klaus
 
bayern klassisch Am: 02.12.2013 14:02:35 Gelesen: 43831# 31 @  
@ Cantus [#27]

Hallo Cantus,

richtig ist Blankenhain.

http://de.search.yahoo.com/r/_ylt=A7x9QdXThJxS9FEA_dszCQx.;_ylu=X3oDMTE0ZGkwNWtxBHNlYwNzcgRwb3MDMgRjb2xvA2lyZAR2dGlkA0RFQzAwMl83Mg--/SIG=11s3gdbhg/EXP=1386018131/**http%3a//de.wikipedia.org/wiki/Blankenhain

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kdoe Am: 03.12.2013 11:07:14 Gelesen: 43774# 32 @  
@ bayern klassisch [#31]

Kannst du evt. auch die Adresse lesen? Interessiert mich als "Rand-Ilmenauer".

Gruß Klaus
 
bayern klassisch Am: 03.12.2013 12:53:52 Gelesen: 43763# 33 @  
@ kdoe [#32]

Hallo kdoe,

ich lese: Herrn Rechtsanwalt Igel, Ilmenau".

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
kdoe Am: 04.12.2013 11:13:05 Gelesen: 43720# 34 @  
Danke!
 
Cantus Am: 05.08.2014 23:57:38 Gelesen: 42049# 35 @  
Zur Wiederbelebung dieses lange vernachlässigten Themas heute ein Aufgabeschein aus Genthin vom 16.4.1873.



Viele Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 29.09.2014 13:49:36 Gelesen: 41678# 36 @  
Liebe Sammlerfreunde,

den folgenden bayerischen Postschein aus Regensburg von 1863 zeige ich im Bewußtsein, dass er niemals wird beweisbar richtig beschrieben werden kann - trotzdem habe ich ihn gekauft, denn er ist in dieser Form selten.

Was ist seine Besonderheit und worauf deutet diese hin?



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Mondorff Am: 29.09.2014 15:49:00 Gelesen: 41664# 37 @  
Ein Post-Einlieferungsschein aus der Bundesfestung Luxemburg gehört ja dann wohl auch zu Altdeutschland.



Dieser hier wurde für "recommandirte Briefe und für Beträge unter und bis fünfhundert Thlr. einschl." ausgestellt.

Bisher wurden, in Luxemburg gebraucht, drei Formulare aus den Jahren 1864 bis 1868 gesichtet.

Originalgröße 116 x 183 mm

Freundlichen Gruß
DiDi
 
bayern klassisch Am: 29.09.2014 17:28:39 Gelesen: 41646# 38 @  
@ Mondorff [#37]

Hallo DiDi,

Luxemburg gehörte nicht zu Altdeutschland, aber die Verwendung von altdeutschen (hier: preußischen) Vordrucken in einem fremden Land, auch wenn Luxemburg im Postverein war, ist schon ein Hammer!

Kein Wunder, wenn da nur 3 Stücke bekannt sind - ich kannte noch gar keines!

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

P.S. Hast du dir schon zu meinem Schein von Regensburg Gedanken gemacht?
 
Mondorff Am: 29.09.2014 20:57:29 Gelesen: 41621# 39 @  
@ bayern klassisch [#38]

Salü Ralph,

der von Dir angeführte Hammer wird kleiner, wenn man weiß, dass für die preußische Besatzung der Bundesfestung Luxemburg bis Ende 1863 eine Militärexpedition bestand, die ihre Sendungen durch einen Privatunternehmer zum Postamt in Trier befördern ließ. Am 1. Januar 1864 übernahm die luxemburgische Post diese Beförderung.

Der Schein ist vom 6.9.1864 datiert – also nachverwendet. Damit ist auch die handschriftlich erfolgte Streichung des Wortes Königliche erklärt.

Der kursiv gestaltete Text ist nach Rudolphi – Handbuch der Briefmarkenkunde, Lieferung 16/17, Luxemburg.

Zu dem Schein aus Regensburg weiß ich nichts zu sagen; ich kann ja nicht einmal die Handschrift zweifelsfrei entziffern.

Mit herzlichen Grüßen
DiDi
 
bayern klassisch Am: 29.09.2014 22:47:11 Gelesen: 41594# 40 @  
@ Mondorff [#39]

Hallo DiDi,

danke für die Erklärung - trotzdem ein Hammer, oder gerade deswegen? Einen zweiten Postschein Preußens, bei dem man "preußisch" gestrichen hat, wird man so schnell nicht finden.

Zu meinem Postschein aus Regensburg:

Entweder war der Absender eine hohe Behörde, oder der Absender war das Fürstenhaus Thurn und Taxis mit vollständiger Portofreiheit, oder es handelte sich um einen Postschein für einen Porto - Chargé - Brief, bei dem der Empfänger das Porto und die Recommandationsgebühr zu zahlen hatte.

Wie dem auch sei, ein seltener Schein allemal, aber lange nicht so gut wie deine Granate.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 14.10.2014 01:28:34 Gelesen: 41419# 41 @  
Von mir heute ein bayrischer Aufgabeschein aus Zweibrücken, mit dem am 6.7.1913 die Entgegennahme einer Postanweisung über 120 Mark und 60 Pfennig für einen Empfänger in Bonn bescheinigt wird.

Solch ein Aufgabeschein, der aus heutiger Sicht auf eine starke Diskrepanz zwischen Zweibrücken und Bayern hinweist, zwingt geradezu zu einer vertiefenden Beschäftigung mit der Geschichte von Zweibrücken [2].

Zweibrücken liegt in einem Gebiet, das von 1816 bis 1837 als Rheinkreis bezeichnet wurde; es war das linksrheinische Territorium des Königreichs Bayern. Vor den französischen Revolutionskriegen (1792) hatte das Gebiet größtenteils zur Kurpfalz gehört. Auf dem Wiener Kongress 1815 war es zunächst dem Kaisertum Österreich zugesprochen worden, nachdem es bereits seit 1814 unter einer provisorischen gemeinsamen österreichisch-bayerischen Verwaltung stand. Österreich trat es mit dem Vertrag von München (1816) an Bayern ab.

1837 wurde der Rheinkreis in Kreis Pfalz umbenannt. Gebräuchlich waren auch die Kurzbezeichnung Pfalz und die Bezeichnung Rheinpfalz. Das Gebiet blieb, mit Ausnahme des 1920 abgetrennten Teiles, der ungefähr dem heutigen Saarpfalz-Kreis entspricht, bis zur Gründung des Landes Rheinland-Pfalz am 30. August 1946 bayerisch [1].



Viele Grüße
Ingo

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinkreis
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Zweibr%C3%BCcken
 
bayern klassisch Am: 14.10.2014 06:13:17 Gelesen: 41410# 42 @  
@ Cantus [#41]

bis zur Gründung des Landes Rheinland-Pfalz am 30. August 1946 bayerisch

... und wäre es besser noch bis heute auch geblieben. Jedem echten Pfälzer blutet die Seele, wenn er deine richtigen Ausführungen zur Geschichte der Pfalz liest. Schade, dass man in diesem, unserem Lande solche Fehler nicht mehr rückgängig machen kann.

Danke fürs Zeigen des heimatlichen Scheins und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
wuerttemberger Am: 14.10.2014 08:22:17 Gelesen: 41400# 43 @  
@ bayern klassisch [#42]

Schade, dass man in diesem, unserem Lande solche Fehler nicht mehr rückgängig machen kann.

Das wurde doch versucht, aber es gab wohl nur 7,6% echte Pfälzer ...

Am 22. April 1956 scheiterte ein Volksbegehren zur Rückgliederung des Gebietes an Bayern, weil statt der erforderlichen 10 % nur 7,6 % Zustimmung erreicht wurde
 
Saguarojo Am: 14.10.2014 08:44:41 Gelesen: 41394# 44 @  
Post-Einlieferungsschein Duderstadt vom 9.12.1871


 
bayern klassisch Am: 14.10.2014 10:02:58 Gelesen: 41383# 45 @  
@ wuerttemberger [#43]

Zweifellos eine manipulierte Wahl, die durch die Überfrachtung des Landes mit "Zuagrasden" zustande kam.

Jedenfalls hat mein Groß-Onkel dafür gekämpft.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.10.2014 13:18:39 Gelesen: 41361# 46 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auch kleine Contraventionen machen Freude, vor allem dann, wenn ihre Behandlung Platz für Interpretationen lässt.



Ab dem 1.3.1874 war die Chargégebühr in Bayern ja erstmals mit Marken zu frankieren, blieb jedoch weiterhin Emolument (innere Bezahlung) der Postexpeditoren und hatte mit der Postverwaltung nichts zu tun. In Passau nahm man einen Recobrief nach Osterhofen an, strich jedoch die Gebührenzeile durch.

Von späterer Hand wurden bei Franko und Recommandation "10" Kreuzer eingetragen.

Welchen Wert hatte ein Postschein mit nachträglicher Applikation? Oder sollte die Recogebühr mit 10 Kr. angesetzt worden sein? Das war auch nicht möglich, denn sie betrug seit dem 1.1.1868 bis zum Ende der Kreuzerzeit 7 Kr.. Ich kann auch nicht sicher sagen, ob zuerst der Strich da stand, und dann die 10 vermerkt wurde, oder anders herum.

Aber ein Franko von 3x und eine Recogebühr von 7x ergaben schon 10x, wofür es ja auch eine eigene Marke gab (weil die einfachen, recommandirten Briefe ja so schrecklich viele wurden).

Portochargé konnte es auch nicht sein - diese Briefe kosteten im Fernverkehr ein Minimum von 14 Kr..

Wie hieß eigentlich der Empfänger? Ritzmyer? Fehlt ein "a"? Oder Retzmayer? Aber der Postler hieß Steinbach. Oder Steinbat? Steinbutt wird er schon nicht geheißen haben ...

Viele Gedanken für ein Stück im Werte von 2 Euro aus der Bucht. Kostet weniger als eine Bratwurst und sieht noch dazu besser aus. Nur satt wird man dabei nicht.
 
Briefmarkentor Am: 28.09.2016 21:29:55 Gelesen: 33857# 47 @  
Hallo,

im Anhang ein Post-Einlieferungsschein vom 18. November 1870 aus Boizenburg (Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin).



Kann ein Leser die Angaben auf dem Schein lesen?

Viele Grüße

Marko
 
Briefmarkentor Am: 29.09.2016 20:56:33 Gelesen: 33808# 48 @  
Hallo,

im Anhang ein Post-Einlieferungsschein vom 21. Juli 1858 aus Torgelow nach Wolgast (beides preußische Provinz Pommern).



Kann ein Leser die Angaben zum Gegenstand und Inhalt auf dem Schein lesen?

Viele Grüße

Marko
 
bayern klassisch Am: 29.09.2016 21:10:17 Gelesen: 33806# 49 @  
@ Briefmarkentor [#48]

Hallo Marko,

der Scan ist verkrüppelt - 5 mal mehr Datenmenge und man könnte alles perfekt lesen.

Was ich zu lesen glaube:

Brief

189 Thaler
1 Sgr (= Silbergroschen)

1 7/20 Loth

V. Z. Winther

Wolgast

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Briefmarkentor Am: 29.09.2016 21:26:20 Gelesen: 33802# 50 @  
Ich hoffe, dass diese Abbildung besser ist:


 
bayern klassisch Am: 29.09.2016 21:38:16 Gelesen: 33797# 51 @  
@ Briefmarkentor [#50]

Ja, ist sie. Meine "Rateversuche" waren Gott-sei-Dank alle richtig.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Briefmarkentor Am: 29.09.2016 21:41:19 Gelesen: 33795# 52 @  
@ bayern klassisch [#49]

Herzlichen Dank für die Hilfe.

Viele Grüße

Marko
 
Briefmarkentor Am: 30.09.2016 21:44:37 Gelesen: 33752# 53 @  
Heute ein Postschein vom 1. Januar 1842 aus Güstrow (Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin).



Wenn ich den Inhalt richtig deute, wurde hier die Bezahlung über 32 Schillinge für "1 Wochenblatt" bestätigt.
 
bayern klassisch Am: 30.09.2016 22:17:42 Gelesen: 33746# 54 @  
@ Briefmarkentor [#53]

Das liest du richtig - es war das Wochenblatt, für das die Kosten (Abo) im voraus zu zahlen waren.

Manchmal nannte man diese Scheine auch "Pränumerationsscheine". Nur falls dich mal jemand fragen sollte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 19.12.2016 20:04:28 Gelesen: 32454# 55 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postschein über ein Einschreiben vom 30.4.1887 aus Schömberg in Württemberg nach Kratzbach bei Kleinhennersdorf in Thüringen, wenn ich richtig lese ist der Empfänger ein Herr Brinkner, oben rechts sollte die Manualnummer sein. Hinten auf dem Schein steht Kleinhennersdorf, kann mir jemand mehr zu dem schönen Schreibschriftstempel sagen.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 19.12.2016 20:55:58 Gelesen: 32447# 56 @  
@ Gernesammler [#55]

Hallo Rainer,

der Empfänger hieß "Bruckner".

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Manne Am: 20.12.2016 12:14:49 Gelesen: 32403# 57 @  
Hallo,

hier ein Post-Einlieferungs-Schein aus Schwenningen vom 28.11.1872 mit Adressat Stuttgarter Bank in Stuttgart.

Gruß
Manne


 
Manne Am: 18.11.2017 17:31:58 Gelesen: 26171# 58 @  
Hallo,

ein Postschein von Gengenbach in Baden vom 12.08.1841 mit Vermerk auf der Rückseite.

Gruß
Manne


 
Manne Am: 21.11.2017 16:55:39 Gelesen: 26069# 59 @  
Hallo,

ein Postschein aus Sachsen vom 02.03.1851.

Gruß
Manne


 
Magdeburger Am: 25.11.2018 18:20:58 Gelesen: 16174# 60 @  
Liebe Sammelfreunde,

Posteinlieferungsscheine sind doch hin und wieder einen zweiten Blick wert, so wie dieser vom 23.02.1840, den ich gestern erstehen konnte.



Laut diesem Schein wurde er für ein Brief und 2 Pakete ausgestellt. Weiterhin ist zu lesen, dass das 1. Paket 7 Pfund 30 Loth, das 2. Paket 3 Pfund 14 Loth und der Brief 2 3/10 Loth wog und alles nach Nordhausen adressiert war.

Weiterhin sind Wertangaben zu sehen und zwar 65 Rt Ku (hier handelt es sich höchstwahrscheinlich um Kurshabende Papiere im Brief), 130 Rt cour(ant) also Silbermünzen und 1191 Rt# (höchstwahrscheinlich Gold).

Das erste Paket, also schwerere, enthielt die Silbermünzen.

Den Namen den Postbeamten kann ich nicht genau ausmachen, jedoch arbeitete in der Zeit um 1840 in der Packkammer jemand names Schwärzel, was der Unterschrift am nächsten kommt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 25.11.2018 20:05:18 Gelesen: 16158# 61 @  
@ Magdeburger [#60]

Lieber Magdeburger,

ich lese den Namen auch so.

Scheine für mehr, als nur ein Poststück, sind bei Bayern Raritäten - sogar in der späten Pfennigzeit noch. Glückwunsch zu der Rosine.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manne Am: 16.12.2018 12:07:47 Gelesen: 15427# 62 @  
Hallo,

zum heutigen 16.12. ein vom Datum passender Postschein aus Schwenningen vom 16.12.1867.

Gruß
Manne


 
Fips002 Am: 18.12.2018 20:02:20 Gelesen: 15374# 63 @  
Postschein der Königlichen Sächsischen Post, zu einem Brief von Zittau 13.März 1858, an das K.K. Bezirksgericht zu Wien.



Dieter
 
Fips002 Am: 05.07.2020 20:28:28 Gelesen: 8487# 64 @  
Postschein der Königlich Sächsische Post von Zittau, 15. Mai 1852, zu einem Brief nach Berlin.



Dieter
 
Magdeburger Am: 22.09.2020 12:01:28 Gelesen: 6996# 65 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier ein netter Posteinlieferungsschein:



Erteilt wurde er am 29.05.1867 in Dessau für eine Kiste von 36 Pfund 19 Loth mit einem Wert von 14 Thaler nach Loburg.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
sentawau Am: 25.09.2020 11:00:57 Gelesen: 6958# 66 @  
Ich möchte auf eine Neuerscheinung Postscheine betreffend aufmerksam machen. Das 84 Seiten starke Heft versucht eine Erfassung aller Postscheine der thüringischen Staaten. Sämtliche Scheine werden in Farbe abgebildet. Preis: 18,00, für Mitglieder des BGSV 12,00.

Ein zweites Heft, das sämtliche Scheine aus dem heutigen Hessen sowie aus Hohenzollern und Lippe in gleicher Weise zu verzeichnen versucht, ist im Druck und erscheint in Kürze.-

Zusammen mit Hans A. Weidlichs Handbuch der württembergischen Postscheine werden dann erstmals sämtliche Thurn&Taxis-Scheine der Zeit von 1815-1867 ansatzweise erfasst sein.


 
Fips002 Am: 01.11.2020 17:39:51 Gelesen: 6336# 67 @  
Postschein vom Königlich Sächsischen Postamt Zittau 05.März 1863 zu einem Brief nach Breslau.



Dieter
 
Magdeburger Am: 01.11.2020 18:08:21 Gelesen: 6330# 68 @  
@ Fips002 [#67]

Hallo Dieter,

es war genau genommen für einen Wertbrief von 15/20 Loth Gewicht mit einem Inhalt von 100 Reichsthaler Courant.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
siegfried spiegel Am: 02.11.2020 18:31:46 Gelesen: 6219# 69 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich zeige ein paar Postscheine aus meiner Heimat.

Zunächst aus Langenfeld.

Beste Grüße, Siegfried




 
siegfried spiegel Am: 02.11.2020 19:00:20 Gelesen: 6212# 70 @  
Dann noch kleine Besonderheiten aus Scheinfeld.




 
bayern klassisch Am: 02.11.2020 19:17:16 Gelesen: 6208# 71 @  
@ siegfried spiegel [#70]

Hallo Siegfried,

welche Besonderheit(en) denn?

Erklär doch mal etwas zu deinen Stücken.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
siegfried spiegel Am: 02.11.2020 19:32:19 Gelesen: 6205# 72 @  
Postschein der "Königl. bayer. Expedition fahrender Posten" vom 8. Januar 1869 für ein "Geldpacket an die gräfl. Creditkasse Castell", versehen sowohl mit dem Halbkreisstempel in Antiquaschrift von Scheinfeld, als auch mit dem offenen Mühlradstempel "617", was eine Besonderheit der Scheinfelder Postexpedition darstellt.

Ein ähnlicher Beleg wechselte bei Ebay vor einiger Zeit für 225,-- € den Besitzer



... und zwar dieser Beleg hier, hatte ich mir seinerzeit notiert.


 
bayern klassisch Am: 02.11.2020 20:05:29 Gelesen: 6197# 73 @  
@ siegfried spiegel [#72]

Hallo Siegfried,

was hatte denn ein Mühlradstempel bei der Fahrpost für einen Zweck?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
siegfried spiegel Am: 02.11.2020 21:49:56 Gelesen: 6188# 74 @  
Hallo Ralph,
ich kann dich gerne zitieren:

Zitat:"ein schönes Stück - Glückwunsch zu dieser Rosine, von der ich einige wenige Stücke kenne.

Du hast natürlich Recht - hier hat der Expeditor "gespielt", denn sein Mühlradstempel war wohl sein Hobby Nr. 1, wie wir anhand zahlreicher Vorausentwertungen wissen.

Er hat diese Postscheine, die ja zur Fahrpost gehörten, welche damals eh nicht mit Marken frankiert werden durfte, vermutlich zu Hunderten vorabgestempelt und dann, wenn es Bedarf gab, verwendet.

Daher gibt es auch diese Scheine mit Daten nach dem 10.3.1869 noch. Oberschlaue, die etwas weniger Ahnung von der damaligen Postmanipulation in den Expeditionen haben, versuchten dann große Mühlradstempelsammler zu ködern, in dem sie suggerierten, dass diese Postscheine mit späten März oder April - Daten auch Spätverwendungen des Mühlradstempels darstellen müssten, was natürlich falsch ist.

Die Benutzung von Markenkillerstempeln auf Postscheinen war natürlich sinnlos, aber in Scheinfeld hat das niemanden gestört ..." Zitat Ende.

Zwei Fragen hätte ich doch noch dazu: ist so eine "Spielerei" auch von anderen Expeditionen bekannt? Und wie passt dann der Postschein ohne den Mühlradstempel in die Reihe, wenn Hunderte Scheine damit abgestempelt wurden?

Beste Grüße, Siegfried
 
bayern klassisch Am: 02.11.2020 22:53:21 Gelesen: 6170# 75 @  
@ siegfried spiegel [#74]

Hallo Siegfried,

sehr gut zitiert. :-)

Ja, der Scheinfelder hat seine Liebe zum offenen Mühlradstempel überall dort ausgedrückt, wo es eigentlich verboten war. Auch Vorausentwertungen waren ja nicht erlaubt, wurden aber von Dutzenden von Expeditoren angefertigt. Bei der Fahrpost hatte der Markenstempel 617 natürlich nichts zu suchen, weil die Fahrpost erst ab 1.2.1874 überhaupt mit Marken frankierbar war und da gab es Nummernstempel schon lange nicht mehr.

Der Schein ohne Mühlrad wird einer sein, den ein Kunde wollte, als sein letzter Mühlradschein verbraucht war - ist doch schön, beide Varianten zeigen zu können.

Es gab mehrere Orte, die mit ihren Mühlrädern gespielt haben, da war der Scheinfelder nicht allein. Von einigen Expeditionen sind aber nur ganz wenige, teils nur Einzelstücke bekannt, während Scheinfeld sicher Dutzende von diesen Scheinen hinterlassen hat.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Erdinger Am: 03.11.2020 11:47:34 Gelesen: 6132# 76 @  
@ siegfried spiegel [#69]

Hallo Siegfried,

Langenfeld und Scheinfeld sind interessant, weil in unmittelbarer Nachbarschaft die ansonsten vorwiegend in Böhmen und Österreich aktive Adelsfamilie Schwarzenberg am alten Stammsitz ein Herrschaftsgericht unterhielt und über umfangreiche Ländereien verfügte. Dieser Tatsache verdanken wir eine Reihe von Fahrpostscheinen mit bisweilen kolossalen Wertangaben und entsprechend hohen Gebühren, für innerbayerischen Versand wie grenzüberschreitend.

Mir gefällt aus diesem Posting besonders der erste Schein von 1812 für einen eingeschriebenen Brief mit Rückschein – von 1812 noch eine echte Seltenheit (da war die entsprechende Regelung gerade einmal ein Jahr in Kraft). Dann alle Gebühren auch noch vor Addition sauber nach Einzelposten aufgeschlüsselt, das sieht man ebenfalls selten so deutlich.

Es lohnt sich bei Postscheinen stets, das „Kleingeschriebene“ zu studieren. Während Scheine mit Mühlradstempelabschlägen natürlich etwas fürs Auge sind und häufig teuer gehandelt werden, sind ihre unscheinbareren Verwandten postgeschichtlich oft viel interessanter (und wesentlich preisgünstiger).

Viele Grüße
Dietmar
 
siegfried spiegel Am: 03.11.2020 12:52:00 Gelesen: 6121# 77 @  
@ Erdinger [#76]

Hallo Dietmar,

über Schloß Schwarzenberg und die Adelsfamilie erfährt man bei Wikipedia so Einiges, ich schicke einfach mal den Link [1]

Die Post etc. von Schwarzenberg lief bis zur Eröffnung der Expedition Markt Bibart über Langenfeld, ab 1.7.1851 war dann Markt Bibart zuständig, ab 15.4.1858 hatte Scheinfeld/Schwarzenberg eine eigene Expedition.

Dass der Adel große Geldmengen bewegte, davon zeugt der abgebildete Geldbegleitbrief (hat jetzt allerdings nichts mit Postscheinen zu tun).

Das Studium des "Kleingeschriebenen" ist selbstverständlich lohnend, scheitert bei mir allerdings häufig an der "Sauklaue" der Schreiber.

Ich danke deshalb für die klasse Hinweise hier im Forum.

Viele Grüße aus Mittelfranken,
Siegfried






[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Schwarzenberg_(Scheinfeld)
 
Erdinger Am: 03.11.2020 13:46:44 Gelesen: 6108# 78 @  
@ siegfried spiegel [#77]

Hallo Siegfried,

feiner Brief und hübsche Karte.

Meiner Einschätzung nach steht die Eröffnung der Expedition Scheinfeld in einem engen Zusammenhang mit den Schwarzenbergs. Da wurde im Hintergrund wahrscheinlich ausdauernd Lobbyarbeit verrichtet.



Hier kann ich einen Postschein für eine Wertsendung mit 4400 Gulden in vier Säcken mit insgesamt 147 Pfund Gewicht zeigen, die ans fürstlich Schwarzenbergische Hauptzahlamt in Wien aufgegeben wurde.

Das geschah im März 1851 noch in Langenfeld, ehe Markt Bibart die Zuständigkeit übernahm. Bei der Ermittlung der Gebühren für diese Postvereinssendung hat sich der Expeditor wahrscheinlich zu Ungunsten der Post verrechnet, wie Freund Magdeburger mir einmal dargelegt hat.

Viele Grüße
Dietmar
 
siegfried spiegel Am: 03.11.2020 15:19:45 Gelesen: 6097# 79 @  
@ Erdinger [#78]

Oder er hat wieder in die eigene Tasche abgezweigt.

"Kommisar Ralph" hat ihn schonmal überführt.


 
siegfried spiegel Am: 03.11.2020 15:47:26 Gelesen: 6092# 80 @  
@ Erdinger [#78]

Ein paar Postscheine von der "Königl. bayer. Expedition fahrender Posten" aus Langenfeld kann ich auch noch zeigen.

Der Langenfelder Posthalter von 1820-1852 war übrigens Herr Georg Moritz Stöcker, bzw. vertretungsweise seine Frau Johanna (Posthaltertochter aus Emskirchen).

Am Langenfelder Rathaus hängt eine Informationstafel zur Postgeschichte des Ortes, ich zitiere daraus:

"Georg Moritz Stöcker (1797-1852) Sohn von David Stöcker tritt mit 23 Jahren das Amt an. Der umtriebige Posthalter bringt nicht nur sein Geschäft zum blühen, sondern wird zu einem aufrechten und unerschrockenem Streiter für Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und Demokratie. Moritz Stöcker ist der berühmteste Sohn des Ortes. Er gilt als Mitbegründer der Sparkasse im Landkreis, sitzt insgesamt neun Jahre im Bayerischen Landtag und gehört der Frankfurter Nationalversammlung von 1848/49 an, dem ersten deutschen Parlament"




 
Magdeburger Am: 03.11.2020 16:09:18 Gelesen: 6086# 81 @  
@ Erdinger [#78]

Hallo Dietmar

meine damalige Rechnung wird nicht ganz richtig gewesen sein, denn soweit ich mich erinnere, habe ich damals falsch gedacht, dass in Österreich im 21Gulden-Fuß gerechnet wurde. Tatsächlich ist es der 20Gulden-Fuß.

@ siegfried spiegel [#77]

Hallo Siegfried

Ich komme auf 5f 48 Kreuzer je Paket, also 9 Kreuzer mehr.

Die Gebühr für ein Paket errechnet sich so (Bayern):

7/12 Kreuzer * 37 Pfund * 6 (25-30 Meilen) = 129,5 aufgerundet = 130 Kreuzer.
Die Wertgebühr betrug 4 Kreuzer je 100 Gulden, also 44 Kreuzer, in Summe so 174 Kreuzer.

Die gleiche Gebühr sollte auch in Österreich so sein. Nur so ergeben sich 2* 174 = 348 Kreuzer = 5f 48 Kreuzer.

Wird mit nur 36 Pfund gerechnet, ergeben sich nur 170 Kreuzer, jedoch auch noch 2* 170 = 340 = 5f 40 Kreuzer.

Ich kann es also so nicht nachvollziehen. Die einzige Frage ist, wieso noch 3 Kreuzer in Österreich anfielen. Hat man dort korrigiert.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

Rechnet man nun so:
Bayern: Paket 130 Kreuzer + 44 Kreuzer = 174 Kreuzer
Österreich: Paket 130 Kreuzer + 45 Kreuzer = 175 Kreuzer
Gesamt 174 + 175 = 349
 
Manne Am: 03.11.2020 17:02:05 Gelesen: 6074# 82 @  
Hallo,

heute ein weiterer Postschein aus Sachsen vom 16.10.1851.

Gruß
Manne


 
Cantus Am: 12.11.2020 00:14:29 Gelesen: 5767# 83 @  
@ Manne [#82]

Hallo Manne,

ein sehr schöner Postschein, nur leider kann auch ich nicht den Aufgabeort lesen. Da habe ich es bei meinem Beispiel leichter, denn im Postamt wurde ein Stempel verwendet statt einer Handschrift. Ich zeige einen Aufgabeschein, der am 30.7.1865 in Osterode für ein Einschreiben mit Ziel in Hannover ausgegeben wurde.



Viele Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 12.11.2020 01:40:37 Gelesen: 5760# 84 @  
@ Manne [#82]

Hallo Manne,

der Aufgabeort ist Reichenbach.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Manne Am: 12.11.2020 10:01:40 Gelesen: 5744# 85 @  
@ bayern klassisch [#84]

Hallo Ralph,

danke für die Beschreibung des Ortes.

Heute ein Einzahlungsschein aus Sachsen vom 07.05.1856. Den Ort kann ich nicht entziffern.

Hänge mal als Ergänzung die Münzen an, die eventuell zur Einzahlung benutzt wurden.

Gruß
Manne










 
Roda127 Am: 12.11.2020 10:46:49 Gelesen: 5740# 86 @  
@ Manne [#85]

Hallo,

der Ort ist Markranstädt.

Viele Grüße Roda127 (Matthias)
 
Manne Am: 12.11.2020 11:46:43 Gelesen: 5734# 87 @  
@ Roda127 [#86]

Danke für die Ortsangabe.

Gruß
Manne
 
Cantus Am: 02.12.2020 00:40:43 Gelesen: 5229# 88 @  
Ich zeige heute einen Aufgabeschein vom 30.6.1865 über einen Wertbrief, der von Osterode am Harz nach Braunschweig befördert werden sollte. Zur besseren Lesbarkeit habe ich Ober- und Unterteil des Scheines gesondert abgebildet.






Viele Grüße
Ingo
 
Manne Am: 02.12.2020 11:54:20 Gelesen: 5196# 89 @  
Hallo,

ein weiterer Postschein aus Sachsen vom 21.03.1852. Ausgestellt in Oschatz mit Ziel Chemnitz.

Gruß
Manne


 
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