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Thema: Sansibar: Marken und Belege
Das Thema hat 87 Beiträge:
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Cantus Am: 22.05.2011 00:02:37 Gelesen: 44719# 1 @  
Vor vielen Monaten hatte ich mit Richard vereinbart, hier mal etwas aus entfernteren Weltregionen zu zeigen. Da ich in zwei anderen Foren stark eingebunden bin, hat mir immer wieder die Zeit gefehlt, mich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen; ich möchte nun aber endlich meine Zusage einlösen und hoffe, das es hier im Forum auch noch ein paar andere Sammler gibt, die mit ihrem Material meine Beiträge ergänzen können.

Alle genannten Inseln, dabei Zanzibar und die Komoren mit Mayotte und Nossi-Be flächenmäßig sehr klein, Madagaskar dagegen eine sehr große Insel, haben eine reizvolle Philatelie zu bieten. Während Zanzibars frühe Markenausgaben sich an indischen Vorbildern orientierten, ist das bei Madagaskar, Mayotte und Nossi-Be unzweifelhaft der französische Einfluss gewesen. Gleiches gilt auch für die Ganzsachen, die parallel zu den Markenausgaben in diesen Ländern bzw. auf diesen Inseln erschienen sind.

Um möglichst vielen Sammlern die Möglichkeit zu eröffnen, habe ich das Thema etwas weiter gefasst. Beginnen möchte ich heute mit Zanzibar.

Wenn man auf Börsen, im Internet oder bei niedergelassenen Händlern nach Briefen aus Zanzibar sucht, wird man immer wieder auf solche stoßen, die die vier Marken tragen, die anlässlich des Silberregierungsjubiläums von Sultan Chalifa bin Harub am 9.Dezember 1936 auf Zanzibar erschienen sind. Üblicherweise wurden diese Marken zusammen als Ersttagsbrief versandt, es kommen aber auch (selten) Einzelfrankaturen dieser Marken vor. Drei Beispiele solcher Satzfrankaturen will ich heute zeigen.

Der erste Brief lief als Einschreiben innerhalb von Zanzibar. Alle vier Marken wurden sauber mit dem Registered-Stempel vom 9.12.1936 entwertet.



Ein anderer Sammler gestaltete eine Ansichtskarte zu dem Nachweis einer Ersttagsverwendung der Marken um.





Die letzte Variante kommt als reizvoller Flugpostbrief daher, der mit Einschreiben von Zanzibar nach Mombasa in Kenia befördert wurde, wo er am 12.Dezember 1936 eintraf, wie der rückseitige Ankunftsstempel belegt.





Mit besten Sammlergrüßen
Cantus
 
AfriKiwi Am: 22.05.2011 09:09:13 Gelesen: 44698# 2 @  
Hallo Cantus,

So wie im Lande gab es Philatelie Zeiten und es gab Zeiten und es gab Zeiten !. Von gelieferten Briefen eines Briefträgers der nicht Abendmahl war einer größere Mietze zur Entdeckung daß FDC Geld reinbringt.

Hier ein Einschreibebrief als Bedarf nach Nairobi. Wie zu sehen ist beim Ankunftstempel immerhin 12 Tage unterwegs, wohl auch FDC mit gleichem Einschreibestempel was oft vorkam mit diesen Sultanmarken.





Nun ein Bedarfsbrief an dieselbe Adresse - kann das Porto stimmen ?



Dann kommen wir zu den modernen Geldsauger.



Erich
 
Cantus Am: 22.05.2011 12:03:48 Gelesen: 44685# 3 @  
Hallo Erich,

so moderne Geldsaugerbriefe von Zanzibar habe ich nicht. Schön bunt, mehr kann man dazu nicht sagen.

Das Porto auf deinem Brief nach Nairobi ist mit Sicherheit zu hoch. Ich habe hier die Vorderseite eines Erstflugbriefes vom 1.7.1937 nach London, und da haben 20 Cents völlig ausgereicht. London ist aber ein ganzes Stück weiter entfernt als Nairobi, sodass davon auszugehen ist, dass mit dem Brief nach Nairobi dem Empfänger einfach zwei hübsche Briefmarken zugeschickt werden sollten.



Viele Grüße
Ingo
 
doktorstamp Am: 22.05.2011 14:07:16 Gelesen: 44675# 4 @  
@ Cantus [#3]

Es sei hier angebracht zu erwähnen, wer sich mit Luftpost aus dieser Zeit beschäftigt hat es nicht einfach. Eine Vereinheitlichung des Portos innerhalb des "Empires" hatte auch in diesem Jahre noch nicht stattgefunden.

Wer sich darum bemüht die Tabellen zusammenzustellen wird ihm bald klar. Vor allem hat die Wirtschaftskrise jener Zeit ihre Auswirkungen verübt. Und im Jahre 1937 waren die Börsen, besonders stark in Europa, von den Unruhen in Spanien geprägt. Geplagt wäre vielleicht besser.

mfG

Nigel
 
AfriKiwi Am: 22.05.2011 23:35:21 Gelesen: 44648# 5 @  
@ Cantus [#3]

Es ist so daß die Bestimmung der Luftposttarife mehr abhängig war nicht nur von Land zu Land sondern auch die wenigen Träger in dieser Zeit.

Zufälligerweise gerade zum spezialen Tarif konnten spezielle Bilderpostkarten bei der Empire Exhibition 1936 in Johannesburg, Südafrika, weltweit verschickt werden. Es illustriert wohl eine unregelmässige Tarif Bedingung was mehr global strukturiert wurde ab Ende 1945.

Auf alle Fälle haben wir schon einige Luftpostbriefe hier von Zanzibar. Noch so 10 verschiedene Luftpost Belege zu diesem Zeitraum in diesem Thema könnte uns ein besseres Bild ergeben der Luftposttarife.

Zum 1964 Ersttagsbrief von Sansibar kann man wohl bemerken an den Themen auf den Marken, die üblicherweise 'Freiheit' oder Unabhängigkeit widerspiegelt.

Erich
 
Cantus Am: 23.05.2012 23:52:54 Gelesen: 42729# 6 @  
Hallo Erich,

da die Software dieses Thema wieder nach vorne geholt hat, werde ich mal wieder ein wenig zum Thema zeigen.

Heute ein Brief, der von Zanzibar nach Mollis in der Schweiz gesendet wurde. Auch wenn der Poststempel von Zanzibar kaum zu entziffern ist, so glaube ich doch, zumindest ein "APR 27" lesen zu können; in Mollis jedenfalls kam der Brief am 30.4.1927 an. Zur Gesamtfrankatur von 4 Cent wurden zwei Marken verwendet (Mi. 166/167).

Viele Grüße
Ingo




 
Baber Am: 24.05.2012 18:23:59 Gelesen: 42683# 7 @  
@ AfriKiwi [#2]

Das mit den modernen Geldsaugern war für Zanzibar ja noch tragbar, da nur sehr kurzfristig eigene Marken ausgegeben wurden, bevor sich die Insel mit Tanganyika zu Tanzania vereinigt hat. Nicht zu vergleichen mit Republik Guinea oder Guinea-Bissao.

Anbei die Unabhängigkeitsausgabe und die Freimarken des Sultanats, überdruckt mit "Republik", da der Sultan bald nach der Unabhängigkeit durch eine Revolution verjagt wurde.

Gruß
Baber


 
AfriKiwi Am: 25.05.2012 09:27:51 Gelesen: 42649# 8 @  
@ Cantus [#6]
@ Baber [#7]

Schöne und schon selten als Bedarfspost, was Ihr uns zeigt.

Mit dem Sultan auf Flucht wäre auch schön diesen Satz mit Handstempelaufdruck als Bedarfsbeleg zu finden.



Ich glaube, dies war der Sultan, der seinen Thron verlassen mußte.



Thema - Von Insel zu Insel.

Erich
 
Cantus Am: 27.05.2012 01:03:55 Gelesen: 42613# 9 @  
Hallo Baber, hallo Erich,

ich freue mich, dass es auch Andere gibt, die schönes Material zum Thema Zanzibar vorstellen können. Euch beiden besten Dank für's Zeigen. Ich selber bleibe aber erst bis auf weiteres bei der etwas älteren Bedarfspost; einige solcher Belege habe ich schon für's Forum vorbereitet.

Heute ein Aerogramm, frankiert mit einer Marke zu 50 Cents in lilarot der Ausgabe vom 15.11.1946 (Mi. 184 C) und gelaufen von Zanzibar nach Liversedge in Yorkshire. Da der Stempel nicht lesbar ist, bilde ich einen Teil der Innenseite ab; danach wurde der Brief am 3.1.1951 geschrieben und erhielt am 5.1.1951 einen Firmen-Eingangsstempel.







Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 16.12.2012 21:23:05 Gelesen: 41692# 10 @  
Heute weitere Frankaturen mit Marken aus dieser Serie.

Zunächst ein Luftpostbrief, gelaufen am 18.7.1941 von Zanzibar nach Guildford in England. Als Frankatur dienten vier Marken zu je 30 Cents sowie eine Marke zu 5 Cents, die auf der Briefrückseite aufgeklebt wurden.



Mi. 177C, 182C(4)

Ein weiterer Brief lief im Jahr 1951 auf einfachem Postweg von Zanzibar nach Norden; die Frankatur wurde durch zwei Marken zu 5 und 25 Cent abgedeckt.



Mi. 177C, 181C

Nun noch ein Luftpostbrief, den von Zanzibar nach Braunschweig geschickt wurde und dort am 4.11.1933 eintraf. Hier wurde die Frankatur durch eine Einzelmarke zu 75 Cents abgedeckt.



Mi. 176

Viele Grüße
Ingo
 
zockerpeppi Am: 26.09.2013 21:39:07 Gelesen: 40521# 11 @  
Von mir auch einmal ein Beitrag zu Zanzibar.

Schreiben vom 7.6.1938 - Absender S.A. Dewjee Philatelist - Dealer in Zanzibar Stamps and near East. Frankiert mit 30cents. Ankunft in Luxemburg am 26.6.38. Der Inhalt ist noch erhalten.





Habe ich letzten Sonntag auf einer Tauschbörse gefunden. Das Schreiben ging an Omas Mann. Ich frage mich immer wo Mëtt nur diese Kontakte her hatte.

Tschü
Lulu
 
Fips002 Am: 29.12.2014 21:06:58 Gelesen: 39171# 12 @  
Heute von mir eine Ganzsache und eine Ansichtskarte von Zansibar.

Der Schreiber der Belege war ein Maschinenmaat auf dem Kleinen Kreuzer
"Bussard" der Kaiserlichen Deutschen Marine. Die "Bussard" befand sich auf der Ost-Afrikanischen Station und lief Häfen in Deutsch Ostafrika, Zansibar, Kenia, Mocambique und Südafrika an. Weiterhin Häfen im Indischen Ozean und bis nach Ost-Asien. Von diesen Fahrten schickte der Maschinenmaat an seinen Bruder von jeden Hafen Belege, auch an sich selber, für die Briefmarkensammlung seines Bruders.



Karte nach Apolda an seinen Bruder



Zansibar, 12.Dezember 1904. Ganzsachen Karte P 14, Ausgabe 1904.

Gruß Dieter
 

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