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Thema: Sansibar: Marken und Belege
Das Thema hat 87 Beiträge:
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hajo22 Am: 30.05.2017 17:08:52 Gelesen: 28434# 38 @  
Zanzibar 1890

Brief(vorderseite) an Clemens Denhardt in Lamu aufgegeben beim britischen Postamt auf Zanzibar (das deutsche Postamt existierte noch nicht).

Das Postamt verklebte eine vorausentwertete Marke zu 2 Annas (Feb. 90).

Der Empfänger vermerkte rechts neben der Marke den Eingang in Lamu am 3.März 1890 und die Erledigung des Schreibens noch am gleichen Tag.

Zu den Gebr. Denhardt in Ostafrika siehe Wikipedia.



Ist einem Spezialisten im Forum die Praxis der Vorausentwertung von Marken beim britischen Postamt auf Zanzibar zu dieser Zeit bekannt?

hajo22
 
saeckingen Am: 01.06.2017 08:15:40 Gelesen: 28366# 39 @  
Eine Vorausentwertung von Marken auf Zanzibar ist nicht bekannt.

Hier sieht es wirklich so aus, allerdings ist der Stempel nahezu vollständig auf der Marke - so extrem zentriert habe ich ihn noch nie gesehen. Es könnte sein, dass das wenige Überstehende des Stempels einfach nicht bis auf das Umschlagspapier ging und quasi "in der Luft hing". Ich halte es für eine mögliche zufällige Erscheinung.
 
hajo22 Am: 01.06.2017 17:37:28 Gelesen: 28336# 40 @  
1902 Zanzibar - Karlsruhe

Ansichtspostkarte (vom einfachen Leben der Eingeborenen) frankiert mit 2x1/2 Anna nach Karlsruhe



hajo22
 
hajo22 Am: 01.06.2017 18:09:31 Gelesen: 28331# 41 @  
@ saeckingen [#39]

" Eine Vorausentwertung von Marken auf Zanzibar ist nicht bekannt."

Dachte ich mir. Eine Zufallsgeschichte.

1890

Hier noch ein weiterer Brief an die gleiche Adresse. Bei diesem Brief ist auch die Couvert-Rückseite beachtenswert (Deutsches Emin Pascha-Comité).

Der Brief war als Ortsbrief gedacht, wurde dann aber nach Lamu umgeleitet. Frankiert mit 1 Anna und 2 Annas (Marke defekt). Eingangsvermerk 11. April 1890, ohne Erledigungsnotiz. Absender ist die deutsche (Handels-)Firma Hansing & Co., Zanzibar.



hajo22
 
hajo22 Am: 02.06.2017 10:25:43 Gelesen: 28285# 42 @  
1898 Zanzibar - Ulm

Einschreib-Ganzsachenumschlag zu 2 Annas mit Zusatzfrankatur 5 Annas, Ankunft Ulm am 10.3.1898.



hajo22
 
hajo22 Am: 02.06.2017 19:35:11 Gelesen: 28261# 43 @  
1899 Zanzibar - Leipzig

Ansichtspostkarte mit Abbildung des Kilimandscharos (Grenze zwischen Deutsch-/und Britisch-Ost-Afrika) sowie einer Expeditionshütte mit Reichsflagge in Marangu am Fuße des Berges. Karte frankiert mit 2x 1/2 Anna. Ankunftsstempel Leipzig.



hajo22
 
saeckingen Am: 10.06.2017 18:35:34 Gelesen: 28035# 44 @  
Sollte der Brief aus [#41] mal ein neues Heim suchen, ich wüsste da eine Sammlung in die er gut passen würde.
 
Fips002 Am: 25.01.2018 16:44:22 Gelesen: 22667# 45 @  
Panoramakarte von Sansibar, 10.12.1904 nach Apolda/Thüringen, Ankunft 29.12.1904.



Gruß Dieter
 
saeckingen Am: 27.01.2018 07:36:20 Gelesen: 22522# 46 @  
Brief am 5. März 1967 von Zanzibar in die Niederlande. Obwohl die Marken dieser Ausgabe nach dem Zusammenschluss von Sansibar und Tanganjika zu Tansania erschienen sind, waren sie ausschließlich in Sansibar gültig.


 
Fips002 Am: 29.01.2018 18:13:06 Gelesen: 22339# 47 @  
Der Stempel DEUTSCHE SEEPOST/OST-/AFRIKANISCHE/HAUPTLINIE/22/11/93, Kennbuchstaben "f" wurde beim Auslaufen des Reichspostdampfers "Admiral" aus Zansibar am 22.11.1893 abgeschlagen. Der Dampfer lag vom 20.11.93 bis zum 22.11.1893 in Zansibar und befand sich auf der Heimreise nach Hamburg.

1892 war Zansibar der Haupt-Handelsplatz in Ostafrika und somit auch der Knotenpunkt des Schiffsverkehrs. In Zansibar trafen regelmäßig die ausgehenden und heimkehrenden Hauptlinien-Dampfer zusammen.



Gruß Dieter
 
Mondorff Am: 25.02.2018 16:53:46 Gelesen: 21332# 48 @  
@ hajo22 [#22]

Hallo Hajo,

hier (nach einer Bedenkzeit) nun die komplette Karte:



Welche der Zansibar/Sansibar-Postanstalten führte diesen Einkreisstempel?

Gruß DiDi
 
hajo22 Am: 26.02.2018 20:07:18 Gelesen: 21269# 49 @  
@ Mondorff [#48]

Ich habe mal im Stempelkatalog der Arge Deutsche Kolonialsammler nachgesehen.

Das deutsche Postamt (vom 31.8.1890 - 31.7.1891) gab es 1898 nicht mehr.

hajo22
 
saeckingen Am: 27.02.2018 05:52:46 Gelesen: 21249# 50 @  
@ Mondorff [#48]

Der Stempel ist vom eigenen Postamt des Sultanats. Es handelt sich um den Stempel D5 nach Proud der vom 5.11.94 bis 15.1.98 belegt ist.
 
Mondorff Am: 27.02.2018 10:44:39 Gelesen: 21213# 51 @  
@ saeckingen [#50]

Mit bestem Dank an Saeckingen.

Nun kann ich den Stempel in die Stempeldatenbank einfügen.

DiDi
 
Michael Mallien Am: 06.04.2018 17:30:19 Gelesen: 20376# 52 @  
Das gleiche Formblatt für ein Aerogramm wurde schon in Beitrag [#9] von Ingo gezeigt. Ich kann ein Aerogramm zeigen, dass am 10.6.1952 in die USA ging. Das Porto betrug 70 Cents.



Das Aerogramm war Teil einer Korrespondenz zwischen Briefmarkensammlern, wie sich aus dem Inhalt ablesen lässt:



Der Inhalt gibt einen schönen Einblick in die Sammler-Welt der beteiligten Personen.

Viele Grüße
Michael
 
Cantus Am: 07.04.2018 05:14:19 Gelesen: 20341# 53 @  
@ Michael Mallien [#52]

Hallo Michael,

ein schönes Aerogramm. Ich schließe mich mit einer Ansichtskarte an, die am 27.2.1899 (schwer lesbar) auf Zanzibar abgeschickt wurde und ihr Ziel in Friedenau (heute Berlin) am 20.3.1899 erreichte.





Viele Grüße
Ingo
 
Michael Mallien Am: 07.04.2018 15:34:00 Gelesen: 20312# 54 @  
Hallo Ingo,

ich habe auch noch einen Beleg, den ich gerne zeigen möchte. Zwar bin ich kein Freund von gemachten Sammlerbelegen, aber dieser Ersttagsbrief gefällt mit doch sehr gut, denn er ist nach Port Alfred in Südafrika adressiert und ging am 11.11.1946 auf die Reise.



Die Marken mit den MiNrn. 198 und 199 sind mit Aufdrucken versehene MiNrn. 178 C und 182 C und zwar zur "siegreichen Beendigung des 2. Weltkrieges". Der Aufdruck in Rot lautet:

VICTORY | ISSUE | 8TH JUNE 1946

Das Datum ist im Zusammenhang mit der Beschreibung der Ausgabe im Michel Afrikakatalog etwas irreführend. Ich vermute vielmehr, dass die Siegesfeierlichkeiten in London an eben diesem Datum der Anlass waren. [1]

Viele Grüße
Michael

[1]http://www.naval-history.net/WW2MiscVictoryParade1.htm
 
saeckingen Am: 02.08.2018 11:41:46 Gelesen: 15781# 55 @  
Um mal wieder auf den Aspekt "Marken" von Sansibar einzugehen, möchte ich zwei Stücke aus meinem heutigen Posteingang zeigen, über die ich mich sehr gefreut habe.

Es handelt sich um zwei Vorläufer aus der Zeit des indischen Postamtes in Zanzibar. Marken Indiens in Zanzibar gestempelt sind lose zwar nicht an jeder Ecke zu finden, aber sicherlich nicht als selten zu bezeichnen. Bei diesen beiden Stücken ist das aber anders. Es handelt sich um zwei Dienstmarken mit dem Aufdruck On H. M. S. ( On Her Majesty's Service). Obwohl die indischen Dienstmarken in Zanzibar verwendet nicht sehr viel höher als die gewöhnlichen Briefmarken bewertet werden, sind sie im Vergleich extrem selten. Ich schätze das Verhältnis auf mindestens 1:1000.




In über 10 Jahren, in denen ich die Vorläufer von Zanzibar suche, sind das erst die Exemplare 2 und 3 die ich bekommen konnte (und die ich überhaut angeboten gesehen habe).
 
saeckingen Am: 12.09.2018 15:10:56 Gelesen: 14813# 56 @  
Heute mal ein kleines Rätsel.

Warum ist dieser Brief vom 25.11.1890 aus Dar-Es-Salaam hier unter dem Thema Sansibar: Marken und Belege richtig eingestellt?


 
Michael Mallien Am: 12.09.2018 18:25:05 Gelesen: 14798# 57 @  
@ saeckingen [#56]

Viele denken bei Sansibar an eine Insel oder Inselgruppe, aber es war einmal ein Sultanat. In dem Sultanat bestand vom 27.8.1890 bis 31.7.1891 ein Auslandspostamt und das Sultanat hatte zeitweilig eine Ausdehnung bis an den Tanganjikasee. 1888 verpachtete der Sultan Dar Es Salam zusammen mit der gesamten Küste des heutigen Tansania an die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft. Am 28. Oktober 1890 wurden Stadt und Küste dann an die Deutschen verkauft.

Schöner Beleg :)
Michael
 
saeckingen Am: 12.09.2018 19:09:41 Gelesen: 14794# 58 @  
Als 1885 Deutsch Ostafrika gegründet wurde, galt das nur für die Inlandsgebiete. Ein 10 Meilen breiter Küstenstreifen auf dem Festland verblieb unter der Hoheit des Sultans von Sansibar. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft übernahm 1888 lediglich die Verwaltung des sansibarischen Festlandsgebietes gegen eine jährliche Pachtzahlung an den Sultan. Zum 1.1.1891 übernahm ads Deutsche Reich die Kolonie und auch den Küstenstreifen vom Sultan von Sansibar.

Bis zum 31.12.1890 war der Küstenstreifen mit allen Küstenorten also sansibarisches Territorium. Somit waren die im Oktober 1890 eröffneten Postanstalten in Dar-es-Salaam und Bagamoyo in 1890 deutsche Auslandspostämter in Zanzibar und keine Postämter in einer deutschen Kolonie. Das änderte sich erst 1891. Zu erkennen ist das auch an der Inschrift der ersten verwendeten Stempel "Kaiserl. Deutsce Postagentur", die nur für Auslandspostämter verwendet wurde.

Der zuvor gezeigte Brief stammt also von einem der drei deutschen Auslandspostämter in Zanzibar.
 
saeckingen Am: 12.09.2018 19:19:58 Gelesen: 14792# 59 @  
Hier als Ergänzung noch ein Exemplar des dritten deutschen Auslandspostamtes in sansibarischem Territorium:



Brief bis 15 g zum Weltpostvereinstarif von 20 Pf von Bagamoyo 31.12.90 nach Sagan. Letzttag als Auslandspostamt! Ankunftstempel Sagan 24.1.91.
 
saeckingen Am: 09.10.2018 16:10:54 Gelesen: 13755# 60 @  
Hier zwei Belege aus 1963 mit nicht so häufigen postlisch angebrachten Slogan-Stempeln.


 
Cantus Am: 10.10.2018 01:27:06 Gelesen: 13734# 61 @  
@ saeckingen [#60]

Sehr interessante Belege, die hatte ich noch nie so gesehen. Vielen Dank für's Zeigen.

Viele Grüße
Ingo
 
hajo22 Am: 10.10.2018 08:32:32 Gelesen: 13719# 62 @  
Auf Zanzibar gab es im 19. Jahrhundert auch ein französisches Postamt.

Französische Ganzsache zu 10 Centimes mit aufgeklebter 10 Pf. Krone/Adler-Marke und bei der deutschen Postagentur am 7.12.1890 gestempelt.

Da die Karte ins Deutsche Reich adressiert ist, hat der Absender - möglicherweise aus Beförderungsgründen - das deutsche Postamt in Anspruch genommen.

Dankenswerterweise, denn jeder Beleg der deutschen Postagentur auf Zanzibar ist eine kleine Rarität.



hajo22
 

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