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Thema: Postlagernde Sendungen
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volkimal Am: 14.04.2013 20:18:06 Gelesen: 26622# 1 @  
Hallo zusammen,

Vor einiger Zeit habe ich diese Abfolge von Briefen gefunden. Die beiden ersten vom 27.07. bzw. 01.08.1927 sind mir durch die Anschrift besonders ins Auge gefallen.



Weshalb waren die Briefe postlagernd und hatten eine solch eine ungewöhnliche Anschrift? Zum Glück ist der Inhalt des ersten Briefes noch erhalten, denn er liefert die Erklärung. Ich möchte Euch den Text nicht vorenthalten:



Ist der Schluss nicht süß? Ich gehe davon aus, dass die Freundschaft mit Mia noch geheim bleiben sollte. Wer von Euch kennt sich mit postlagernden Sendungen aus? Genügte es danach zu fragen, ob ein Brief mit der Anschrift „H. S. B.“ angekommen ist oder muss man einen Ausweis vorlegen um die Post zu erhalten?

Wenn man keinen Ausweis vorlegen musste und sich die Post zusätzlich nicht zum Wohnort schicken ließ, würde man auch als Empfänger unbekannt bleiben. Allzu lange blieb die Freundschaft mit Mia aber nicht geheim, denn der dritte Brief vom 23.09. hatte eine offene Anschrift.



Bei dem nächsten Brief vom 07.09. fällt der Absender besonders auf. Vielleicht hatte H.S.B. ja eine zweite Freundin, denn dieser Brief lag vom Datum her zwischen den beiden vorherigen.

Erst dachte ich übrigens, dass „Eva Ringeltaube“ ein erfundener Name ist. Aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher. Im Telefonverzeichnis kommt der Name Ringeltaube 36 mal in Deutschland vor. Der Name Turteltaube ist 4 mal vertreten. Der Name kann also echt sein.



Eva Ringeltaube als zweite Freundin ist aber durchaus möglich, denn es sieht so aus, als ob H.S.B. ein Herz für viele Frauen hatte. Aus der gleichen Sammlung sind noch vier weitere Liebesbriefe erhalten geblieben. Die Absenderinnen waren Mischka, Addy, Liesel und eine unbekannte Verehrerin. Dadurch, dass H.S.B. seine Liebesbriefe aufgehoben hat, konnte ich einen netten Beitrag ins Forum stellen. Außerdem sind einige Maschinenstempel zu zeigen.



Viele Grüße
Volkmar
 
bayern klassisch Am: 14.04.2013 22:41:25 Gelesen: 26593# 2 @  
@ volkimal [#1]

Hallo Volkmar,

ich darf mal von Altdeutschland auf das Deutsche Reich schließen, auch wenn das nicht immer legitim ist.

Der Empfänger einer Sendung poste restante = postlagernd war zuerst einmal das betreffende Postamt. Nach Eingang musste die Sendung 3 Monate liegen bleiben; geschah innerhalb dieser Zeit keine Nachfrage, war der Grund der Rücksendung an den Absender anzugeben und die Sendung zu retournieren.

Bei der Abholung genügte es, sich zu legitimieren (Paß, Ausweis, Schreiben oder die Anwesenheit eines örtlichen Notabeln).

Bei chiffrierten Sendungen genügte die Angabe der Chiffre, wie hier, denn in keinem Paß der Welt hatten Chiffren zu stehen, daher war das nicht anders möglich.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
volkimal Am: 16.04.2013 14:22:39 Gelesen: 26535# 3 @  
@ bayern klassisch [#2]

Hallo Bayern klassisch,

danke für die Erklärungen!

Volkmar
 

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