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Thema: Ausstellungen: Bewertungskriterien für elektronische Datenträger und Internetseiten
Brigitte Am: 12.03.2017 09:44:54 Gelesen: 2460# 1 @  
Die nachfolgend aufgeführten Kriterien zur Bewertung elektronischer Datenträger und Internetseiten wurden zusammengestellt von unseren Mitgliedern Michael Lenke und Lars Böttger, basierend auf den Beiträgen für das Literaturjurorenseminar am 16. und 17 Juni 2012 im „Haus der Philatelie“ in Bonn.

Die Erstveröffentlichung erfolgt im "Philatelic Journalist" Oktober 2012, der Mitgliederzeitschrift der AIJP, einer Vereinigung von Philatelistischen Journalisten, in der wir Mitglied sind [1].

Mit Dank an Michael Lenke und Lars Böttger sowie an Wolfgang Maassen für die zur Verfügung gestellten Texte.

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Allgemeine Bewertungskriterien und Voraussetzungen:

Voraussetzungen:

Der Juror sollte einen internetfähigen Rechner besitzen, der eine möglichst aktuelle Softwarelandschaft aufweist (ab 2007). Der Internetanschluss sollte DSL-basiert sein, um kurze Zugriffszeiten zu gewährleisen.

Einfache Nutzung:

Idealerweise findet sich ein Nutzer auf einer Internetseite oder einem elektronischer Datenträger ohne Einweisung oder Gebrauchsanleitung zurecht. Dies setzt eine klare und einfache Struktur voraus. Je komplizierter und unstrukturierter die Seite oder der Datenträger ist, je schlechter fällt die Bewertung aus.

Optimale Darstellung:

Die Darstellung der Übersichtsseite findet optimalerweise auf einer normalen Bildschirmseite platz. Lange Menuleisten, die den Nutzer zum scrollen zwingen, verschlechtern die Bewertung.

Optimierung:

Elektronische Datenträger und Internetseiten bieten verschiedene Vorteile gegenüber gedruckter Literatur. Je besser der Autor diese Vorteile (Suchfunktion, Abbildungen, Datenbanken, interaktiver Austausch usw.) nutzt, desto besser fällt die Bewertung aus. Die reine Veröffentlichung eines bereits gedruckten Werkes auf einem elektronischen Datenträger oder im Internet ohne einen erkennbaren Zusatznutzen für den Anwender fällt in der Bewertung ab.

Präsentation:

Handwerkliche Mängel wie unterschiedliche Schriftarten, Vermischung von Blocksatz, Zentrierung, linksbündigen Absätzen usw. und Rechtschreibfehlern sollten vermieden werden.

Zugang:

Internetseiten und elektronische Datenträger können zugangsgeschützt sein. Der Autor muss sicherstellen, dass Passwörter o.ä. dem Juror zur Verfügung gestellt werden.

Elektronische Datenträger

Inhaltliche Bearbeitung (30 Punkte)

Klarheit/Übersichtlichkeit:

Der Anwender sollte den Inhalt des Datenträgers bzw. das Thema schnell erfassen können. Langwierige Suche und ständiges Blättern verringern die Punktzahl.

Auswahl/Zuordnung/Bearbeitung Bilder:

Farbige Abbildungen in hoher Qualität gehören zum Standard. Aussagekräftige und philatelistisch gehaltvolle Bildunterschriften sind einfacher zu realisieren als bei einem Buch. Ein Fehlen dieser Merkmale führt, je nach Ausprägung, zu einer unterdurchschnittlichen Bewertung.

Originalität/Bedeutung/Tiefe der Forschung (40 Punkte)

Originalität:

Unterscheidung zwischen Veröffentlichung von originärer Forschungsarbeit oder Wiederveröffentlichung eines bereits erschienen Werkes auf einem elektronischem Datenträger. Unter Umständen kann es bei einer Wiederveröffentlichung zu Problemen mit der Aktualität des Inhaltes kommen. Grundsätzlich kann hier beider Bewertung analog zu gedruckter Literatur vorgegangen werden.

Bedeutung:

Analoges Vorgehen zu gedruckter Literatur.

Korrektheit:

Analoges Vorgehen zu gedruckter Literatur; eventuell kann es aufgrund des Umfanges notwendig sein, Stichproben zu machen.

Forschung:

Analoges Vorgehen zu gedruckter Literatur; eventuell kann es aufgrund des Umfanges notwendig sein, Stichproben zu machen.

Technische Gestaltung (30 Punkte)

Gliederung:

Eine sinnvolle und leicht verständliche Gliederung ist Voraussetzung für die sinnvolle Nutzung des Datenträgers. Auf aussagekräftige Überschriften sollte der Autor achten. Das PDF-Format bietet hier gute Möglichkeiten zur Strukturierung.

Format:

Als sehr bedienerfreundlich wird das PDF-Format von adobe angesehen. Zum einen lassen sich über http://www.adobe.de jederzeit kostenfreie Leseprogramme herunterladen, zum anderen können die Texte durchsucht werden. Auf andere Dateitypen wie .doc, .ppt oder .jpg kann man ebenfalls in der Regel ohne Problem zugreifen.

Wenn Formate wie Word oder Powerpoint genutzt werden, kann es Probleme mit älteren/neueren Versionen geben. Der normale Anwender kann kaum verschiedene Versionen der Software vorhalten. Manche Fremdsoftware – z.B. Open Office - kann zwar das Wordformat lesen, aber nicht alles richtig darstellen. Darum sind Formate, die formathaltend sind – insbesondere PDF – vorzuziehen. Verschiedene PDF-Writer sind kostenlos verfügbar.

Datenformate, die ohne zusätzliche (eventuell kostenpflichtige) Software, nicht zu öffnen sind, sollte der Autor vermeiden. Ggfs. muss der Juror entscheiden, ob er den Datenträger bewertet oder nicht. Wenn für die Darstellung spezielle Software nötig ist – es gibt Reader-Software für EBook-Formate – sollte diese auf dem Datenträger verfügbar sein oder problemlos aus dem Netz installiert werden können. Wenn es keinen speziellen Grund für die Nutzung solcher Formate gibt, ist es eher negativ zu werten.

Suchfunktionen:

Ein Index bzw. Register lassen sich leicht anlegen und sind notwendig, da elektronische Datenträger vielfach sehr viele Informationen enthalten und eine Suche u.U. sehr langwierig ist. Suchfunktionen, die den gesamten Inhalt des Datenträgers umfassen und eine sinnvolle Suche ermöglichen, sollten höher bewertet werden.

Archiv:

Gerade CDs und DVDs bieten sich aufgrund ihres vorhandenen Speicherplatzes an, weiterführende Informationen (Amtsblätter oder Bildarchive) zur Verfügung zu stellen. Der Autor sollte nur sicherstellen, dass Abbildungen in entsprechender Qualität vorhanden sind und ein Archiv logisch aufgebaut ist. Eine Suchfunktion ist wünschenswert.

Präsentation (10 Punkte)

Layout:

Ausreichende Seitenränder, farbige Abbildungen, Seitenzahlen, Bildunterschriften usw. sollten selbstverständlich sein.

Kompatibilität:

Die Dateien sollten auf gängigen Betriebssystemen ohne Vorkenntnisse nutzbar sein. Installationshinweise können hilfreich sein. Ein automatischer Start ist nicht immer notwendig; eventuell vorhandene Sicherheitseinstellungen auf dem Lesegerät des Jurors blockieren u.U. den automatischen Start und sollten vor der Jurierung abgeschaltet werden.

Internetseiten

Um Internetseiten leichter bewerten zu können, ist der Aufbau einer Favoritenliste von Seiten sehr empfehlenswert. Eine Sortierung von gleichartigen Seiten erleichtert später das Wiederfinden von bestimmten Seiten.

Der Juror sollte vor dem Betrachten der Seite sog. „Pop-Up-Blocker“ abschalten, um eventuelle Werbeeinblendungen o.ä. registrieren zu können. Es ist empfehlenswert, die zu beurteilende Seite mindestens mit zwei gebräuchlichen Internetbrowsern anzusehen (Internet Explorer, Chrome, Safari, Firefox etc.). Damit wird geprüft, ob die Darstellung im Internet nicht browserabhängig ist und handwerkliche Mängel enthält.

Eine Mischung von Fachbeiträgen und Verkaufsaktivitäten wird – mit Ausnahme von Händler- und Auktionsseiten als störend empfunden. Ein privater Internetseitenbetreiber sollte diese Funktionen trennen.

Externe Bewertungen via Internetseiten wie http://www.seitwert.de können interessante Indikationen zur Einbindung von Webseiten ins Internet geben. Die technische Qualität der Seiten im Vergleich untereinander lässt sich ebenfalls vergleichen. Eine abschließende Aussage, ob der Betreiber der Internetseite sein Ziel erreicht, kann damit nicht getroffen werden.

Für die Beurteilung von Internetseiten wird empfohlen, einen festen Zeitraum (zwei Wochen) fest zu legen. Damit wird sichergestellt, dass keine zu großen Veränderungen durch den Betreiber erfolgen, die das Ergebnis beeinflussen.

Inhaltliche Bearbeitung (30 Punkte)

Klarheit/Übersichtlichkeit:

Der Anwender sollte den Inhalt der Internetseite bzw. das Thema schnell erfassen können. Langwierige Suche und umständliche und unübersichtliche Menuführung verringern die Punktzahl.

Werbung bzw. Werbe-Pop-Ups werden vom Betrachter als störend empfunden. Kommt eine Internetseite ohne Werbung aus, dann ist das ein positives Merkmal.

Auswahl/Zuordnung/Bearbeitung Bilder:

Farbige Abbildungen in hoher Qualität gehören zum Standard. Aussagekräftige und philatelistisch gehaltvolle Bildunterschriften sind einfacher zu realisieren als bei einem Buch. Ein Fehlen dieser Merkmale führt, je nach Ausprägung, zu einer unterdurchschnittlichen Bewertung.

Aus Rücksicht auf Internetbesucher, die nur eine langsame Datenleitung zur Verfügung haben, sollten Abbildungen als kleine Dateien (sog. „Thumbnail“) eingebunden werden, die man im Bedarfsfall vergrößern kann.

Originalität/Bedeutung/Tiefe der Forschung (40 Punkte)

Originalität:

Unterscheidung zwischen Veröffentlichung von originärer Forschungsarbeit oder Wiederveröffentlichung eines bereits erschienen Werkes auf einer Internetseite. Wenn sich die Internetseite nur mit einem philatelistischen Thema auseinander setzt, dann kann die Bewertung analog zu gedruckter Literatur vorgenommen werden. Schwieriger zu bewerten sind Webseiten, die eher einen werblichen Charakter verfolgen.

Bei Internetforen kann die Quantität der Beiträge nicht unbedingt etwas über die Qualität der Seite aussagen. Hier gilt es, sich stichprobenhaft einen Eindruck zu verschaffen.

Bedeutung:

Analoges Vorgehen zu gedruckter Literatur, sofern möglich. Bei stark interaktiven Internetseiten kann die Anzahl der Mitglieder und die Menge der Beiträge ein Indiz für eine – zumindest vom Nutzer – wahrgenommene hohe Bedeutung sein.

Korrektheit:

Analoges Vorgehen zu gedruckter Literatur; eventuell kann es aufgrund des Umfanges notwendig sein, Stichproben zu machen. Bei Internetseiten mit starker Forenaktivität sind Rechtschreibmängel in den Beiträgen fast zu erwarten. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Betreiber der Seite moderierend eingreift.

Häufen sich in einem Forum Spam-Beiträge, dann ist das ein Zeichen von mangelnder Pflege der Seite. Das sollte einen entsprechenden Einfluss in der Bewertung finden.

Forschung: Analoges Vorgehen zu gedruckter Literatur, sofern möglich; eventuell kann es aufgrund des Umfanges notwendig sein, Stichproben zu machen. Quantität von Beiträgen bzw. Seiten ist hier nicht unbedingt ein zuverlässiger Hinweis.

Technische Gestaltung (30 Punkte)

Gliederung:

Eine sinnvolle und leicht verständliche Gliederung ist Voraussetzung für die sinnvolle Nutzung der Internetseite. Lange Menüleisten, die den Betrachter zum Scrollen zwingen, sollten vermieden werden.

Eine Sitemap wird in den Bewertungskriterien ausdrücklich erwähnt. Bei gut strukturierten Seiten ist sie nicht notwendig, da der Nutzer sich intuitiv zu Recht findet. Wird eine Sitemap notwendig, um sich überhaupt auf der Seite zu orientieren, dann sollte das entsprechend negativ in die Bewertung einfließen.

Bedienerfreundlichkeit: Die Seite sollte möglichst mit mehreren neueren Browsern (Internet Explorer, Firefox, Chrome, Opera) betrachtet werden. Eine kurze Ladezeit ist ein gutes Zeichen für eine sorgfältige Gestaltung. Links und Bilder sollten funktionieren bzw. angezeigt werden. Veraltete Links und Bilder, die nicht mehr anzeigt werden, hinterlassen einen schlechten Eindruck.

Suchfunktionen:

Eine Suchfunktion kann gerade bei Seiten, die auf Datenbanken beruhen, sehr hilfreich sein. Der Juror sollte sich die Zeit nehmen, die Funktion zu testen. Sinnvoll ist die Kombination von mehreren Suchkriterien, um eine zielgerichtete Auswahl zu erhalten.

Archiv:

Je nach Intention der Seite sind Archive nicht unbedingt notwendig. Bei Webseiten mit vielen Artikeln oder Nachrichten macht diese Funktionalität durchaus Sinn.

Interaktionsfähigkeit:

Lässt sich leicht Kontakt mit dem Betreiber aufnehmen, ist eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer hinterlegt? In vielen Fällen gibt es integrierte Foren. Hier kann der Juror nachsehen, ob es eine vielfältige Aktivität gibt oder ob der Betreiber als Alleinunterhalter fungiert.

Präsentation (10 Punkte)

Layout:

Weniger ist mehr. Bunte und überladene Internetseiten schrecken ab. Farblich zurückhaltende Seiten, die durchgehend ein einheitliches Layout aufweisen, sind sehr viel angenehmer.

Grafiken/Bilder müssen in einer guten Qualität vorliegen. Offensichtlich minderwertige Bilder wirken negativ.

Der Einsatz von kostenlosen Zoomfunktionen ist auch für Laien realisierbar und sollte bei sinnvollem Einsatz positiv gewertet werden.

Regelmäßigkeit Updates:

Der Betreiber sollte möglichst auf der Startseite auf neue Artikel oder Funktionalitäten hinweisen. Es ist ärgerlich, wenn man nicht erkennt, ob es neue und interessante Veränderungen gibt.

Regelmäßige Updates können i.A. nicht überprüft werden, da die Seiten zu einem einzelnen Zeitpunkt betrachtet werden. Sind offensichtlich länger nicht gepflegte Informationen erkennbar, die aktualisiert werden sollten, führt dies zu einer Abwertung.

Bei Blog oder Forenseiten bleiben alte Beiträge verfügbar und haben keinen Einfluss auf die Aktualität.


[1] http://www.aijp.org/1,1,1e1f8ca588888b30f1005f3ce41d30d8,startseite.html
 
22028 Am: 12.03.2017 10:13:02 Gelesen: 2446# 2 @  
Dazu wäre interessant zu vermerken dass auf der "Exponate Online" Seite des BDPh mittlerweile 2 Internet Seiten zur Diskussion gestellt wurden.

http://www.exponate-online.de/e_verteiler.asp?k=14

Des weiteren sind die aktuellen Ausstellungsrichtlinien auf der Internet Seite des BDPh abrufbar.

http://www.bdph.de/index.php?id=365

Und der direkte Link zur Ausstellungsordnung für Literatur / Elektronische Medien.

http://www.bdph.de/fileadmin/Image_Archive/PDF/Downloadbereich/Bewertungsmerkmale/Literatur_Reglement_und_Richtlinien_Stand_01-07-2014.pdf
 
fdoell Am: 29.04.2017 23:10:14 Gelesen: 2099# 3 @  
Ich bin Ersteller und Webmaster einer relativ neuen Internetpräsenz und habe vor, die auch einmal auszustellen. Die Bewertungskriterien und Hinweise für Juroren habe ich deshalb mit großem Interesse gelesen. Dabei habe ich mich angesichts einiger Formulierungen allerdings gefragt, ob die angeführten Kriterien denn das treffen, was für einen Intenetauftritt m.E. aktuell möglich und evtl. auch erstrebenswert ist. Einige Beispiele:

Der Juror sollte einen internetfähigen Rechner besitzen

Für Juroren kenne ich die Bestellungsvoraussetzung, dass sie selbst ausgestellt haben müssen und dabei gute Bewertungen erzielt haben müssen. Überträgt man das auf Webseiten, ist diese Bemerkung doch eigentlich komplett überflüssig. Wenn sie dennoch hier steht, lässt das bzgl. der Jurorenauswahl Schlimmes erahnen.

Bei der ersten Ausstellung von Internetseiten in Mainz wurde ein Aussteller von einem Juror gefragt „kann ich das mal ausgedruckt haben“???!!!

Die Darstellung der Übersichtsseite findet optimalerweise auf einer normalen Bildschirmseite platz

Was hier offensichtlich unterstellt wird, ist eine Anzeige auf einem Desktop-Monitor. Ob eine Seite responsiv gestaltet ist, also bei einem schmäleren Monitor bei z.B. einem Tablet oder einem Smartphone eine automatische Verschachtelung der Inhalte stattfindet (so dass die Texte lesbar bleiben) und nicht nur eine Verkleinerung, scheint gar kein Kriterium zu sein.

Auch oder gerade weil wenn die Masse an Webseiten für breite Monitore (über 800 Pixel Anzeige) gestaltet wurde, sollte ein responsives Design, welches das Medium Internet auf modernen Geräten optimal nutzt, positiv in die Bewertung eingehen.

Um Internetseiten leichter bewerten zu können, ist der Aufbau einer Favoritenliste von Seiten sehr empfehlenswert. Eine Sortierung von gleichartigen Seiten erleichtert später das Wiederfinden von bestimmten Seiten

Wird hier bewertet, ob für den individuellen Webseitenbesucher eine individuelle Favoritenleiste interaktiv erzeugt wird? Oder was sollte anders sortiert sein als es ein einem verständlichen Menü dargestellt sein kann? Diese Vorgabe verstehe ich nicht. Versteht sie ein Juror?

Es ist empfehlenswert, die zu beurteilende Seite mindestens mit zwei gebräuchlichen Internetbrowsern anzusehen. Damit wird geprüft, ob die Darstellung im Internet nicht browserabhängig ist und handwerkliche Mängel enthält.

Siehe Anmerkungen oben. Die Seite sollte auch für Tablets und Smartphone funktionieren, was man durch eine Verkleinerung des Browserfensters leicht simulieren kann (man braucht dazu also keine eigenen Geräte). Natürlich kann man aber bei einer Mausbedienung die Touch-Funktionen eines Webs nicht testen…

Externe Bewertungen via Internetseiten wie http://www.seitwert.de können interessante Indikationen zur Einbindung von Webseiten ins Internet geben.

Hmm. Ob das für die Beurteilung einer philatelistischen Seite sinnvoll ist? Dort wird z.B. bewertet:

- Externe Wertungen der Site durch „Alexa“. Alexa ist ein Dienst von Amazon, der die Zugriffszahlen von Webseiten misst. Berücksichtigt werden dabei nur Nutzer, die die Alexa-Toolbar (sowie einige andere Tools) auf ihrem Rechner installiert haben (Information von seitwert.de). Relevanz der Amazon-Toolbar-Benutzer für die Philatelie ?

- Bewertet wird die Anzahl Shares, Likes und Comments in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+. Na denn man voran, wenn die Existenz eines Rechners beim Juror nur vorhanden sein „sollte“! Wie wir alle wissen, ist ja die Anzahl Likes ein echtes Indiz für hochwertige philatelistische Ergebnisse…

- wenn die Website noch nicht lange existiert, wird dies negativ gesehen. Ist das ein Kriterium?

- eine nicht vorhandene Referenzierung bei Wikipedia wird negativ bewertet. Welcher Verein und welche Arbeitsgemeinschaft steht denn bitteschön in Wikipedia?

Die technische Qualität der Seiten im Vergleich untereinander lässt sich ebenfalls vergleichen

Es fehlen m.E. eindeutig Kriterien, anhand derer der Juror die technische Qualität überhaupt beurteilen sollte. Die Angaben bei seitwert.de scheinen mir da wenig geeignet.

Welcher Juror beurteilt z.B. die Alternativtexte zu Bildern, damit sich Sehbehinderte den Inhalt einer Abbildung vorlesend beschreiben lassen können?
Oder die Verschlüsselung einer Mailadresse mit Javascript-Fuktionen zur Vermeidung von SPAM?

Oder die saubere Definition von Formatierungsanweisungen in CSS-Stylesheets. per Javascript oder ähnlichen Tools?

Klarheit/Übersichtlichkeit: Der Anwender sollte den Inhalt der Internetseite bzw. das Thema schnell erfassen können.

Nicht nur die Menüführung sollte m.E. Beachtung finden, auch das gesamte Webdesign, die Typographie, das Farbkonzept usw.

Originalität: Unterscheidung zwischen Veröffentlichung von originärer Forschungsarbeit oder Wiederveröffentlichung eines bereits erschienen Werkes auf einer Internetseite.

Hier wird offensichtlich ein Kriterium von geduckter Literatur, nämlich die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, als primärer Zweck eines Internetauftritts angesehen.

Die Bewertungskriterien sprechen zum Glück noch von Werbung für die Philatelie, Organisationsfragen und Dokumentationszielen.

Internetauftritts könnten m.E. eine viel größere Bandbreite von möglichen Zwecken erfüllen, z.B.

- Vorstellung von Sammelgebieten, räumlich und zeitlich gegliedert, evtl. mehrsprachig

- Informationen über Neuausgaben (ähnlich Katalogangaben, z.B. mit FDC- und Stempeldarstellungen und evtl. Zusatzinformationen zum abgebildeten Motiv usw., auch wenn das erfahrungsgemäß SEHR arbeitsintensiv ist)

- katalogähnliche Vorstellung von philatelistischen Sammelobjekten

- Ansprache neuer, junger potentieller Sammler (Mitgliedergewinnung, auch dazu responsives Design!)

- Vorstellung der Länder und Regionen in Form von Reiseberichten oder externen Links (viele neue Sammler kommen bei länderbezogenen Sammelgebieten über die Schiene Tourismus)

- Informationen zur Organisation und zu den „Machern“ eines Vereins oder einer ArGe, zu Prüfern und Partnerorganisationen

- Zurverfügungstellung vorhandener Informationen und Veröffentlichungen wie Mitteilungsblättern als digitales Archiv (z.B. als PDF-Dateien)

- Internetforen, öffentlicher Austausch zu philatelistischen Themen

- Nutzung von Medien, die in gedruckter Form gar nicht zur Verfügung stehen (z.B. 360°-Rundumbilder, Videos, akustische Informationen – nicht unbedingt Musik, aber vielleicht die Aussprache eines Fremdwortes?)

- Übersetzungshilfen bei fremdsprachigen Sammelgebieten u.a.m.

Bei stark interaktiven Internetseiten kann die Anzahl der Mitglieder und die Menge der Beiträge ein Indiz für eine – zumindest vom Nutzer – wahrgenommene hohe Bedeutung sein .

Auch bei eher statischen Seiten kann die Anzahl und Vielfalt der Beiträge den Nutzen für die Besucher erhöhen und könnte damit in die Bewertung eingehen.

Technische Gestaltung (30 Punkte)

Die nachfolgenden Themen befassen sich m.E. nur indirekt mit der verwendeten Technik wie z.B. der Verwendung von Codesprachen (HTML, XML usw.), Content Management Systemen, Datenbanken und deren Einbindung mit PHP etc.

Es geht um Gestaltung, Aufbau und Inhalte. Die einzige technische Frage, die aber nur im Ergebnis bewertet werden, ist die (relative) Antwortzeit (Ladezeit), wobei das erstmalige Laden z.B. von Schriftendateien aus dem Internet (die werden verwendet, damit das Ergebnis auf allen Browsern gleich aussieht) separat zu zählen ist; danach stehen die üblicherweise im Browser.

Lange Menüleisten, die den Betrachter zum Scrollen zwingen, sollten vermieden werden.

Bei breiten Monitoren würde ich dem zustimmen, bei Tablets und Smartphones lässt sich das auch bei responsivem Design nicht vermeiden (wie soll man denn ein umfangreiches Menü in lesbarere Schrift sonst auf so einem relativ kleinen Bildschirmbereich darstellen?).

Bedienerfreundlichkeit: Die Seite sollte möglichst mit mehreren neueren Browsern betrachtet werden

Siehe oben. Responsivität sollte zusätzlich zum Funktionieren mit verschiedenen Browsern ein Thema sein und die Bedienung für Menschen mit Behinderungen ist ein aktuelles Thema, das auch in der Philatelie ein Krierium sein sollte.

Gruß
Friedhelm
 
22028 Am: 30.04.2017 10:04:10 Gelesen: 2043# 4 @  
Ich denke, dass die meisten Philatelisten mit den technischen Voraussetzungen, die ein Webseiten Designer sich vorstellt und welche ja auch machbar sind, überfordert sind.

Ich bin technisch affin, mit Computern aufgewachsen, aber mit Programmierung habe ich es ehrlich gesagt nicht.

Alle Standardprodukte die es gibt und da gehören Joomla, Wordpress etc mit dazu sind zwar recht schön, aber um die anzupassen, so dass es für einen gewissen Anwendungsfall passt, ist schon recht viel "Handarbeit" notwendig.

Meine Internetseiten wurden vor Jahren mal mit Microsoft Frontpage erstellt, nun heißt das Produkt Expression Web, das genügt mir mehr oder weniger, EW hat mehr Funktionen als ich beherrsche, alles andere müsste mittels Handarbeit eingebaut werden.

Ich gebe zu, ich habe keine graphischen Kenntnisse, bin halt kein Graphiker sonder Techniker und lege mehr Wert auf Inhalt der Seiten als auf die Graphische Ausarbeitung.

So schlecht kann es aber nicht sein, zumindest wurden meine Overland Mail Seiten vor einiger Jahren bei der ROSSICA mit Gold ausgezeichnet.
http://fuchs-online.com/overlandmail

Die Seiten und meine anderen Seiten die ich auch pflege nun auf ein anderes System CSS o.ä. zu migrieren ist ein Projekt das Unmengen an Zeit und Ressourcen binden würde, beides habe ich nicht, sollte jemand ein Utility kennen das EW Seiten auf ein anderes System mehr oder weniger automatisch migrieren kann, ich bin für alles offen.

Mit würde aktuell aber schon ein nettes Dynamisches Web Template (*.dwt) erstellen könnte das selbst ich anpassen kann das würde mir schon helfen.

Ich arbeite auf meinen Selten sehr viel mit Tabellen, schon sichtbar z.B. bei den Leitweganweisungen der Overland Mail (Im Menue dann durchklicken), wie soll ich das anders machen?
http://fuchs-online.com/overlandmail/01_route_markings.htm
bzw. zum Direkteinstieg:
http://fuchs-online.com/overlandmail/03-1_Route_Instruction_Handstamps.htm

Ich kann mir vorstellen, dass in einer Datenbank zu hinterlegen und dann mit Abfragen die Seiten dynamisch zu erstellen, nur, wenn sich das Datenbanksystem z.B einen Upgrade ändert zieht das oft auch eine Anpassung der Seiten/Abfragen nach sich, insofern sind statische Seiten mit einfachem HTML da in meinen Augen besser.
 
stephan.juergens Am: 01.05.2017 09:23:06 Gelesen: 1995# 5 @  
@ fdoell [#3]

Hallo Friedhelm,

die letzten Wochenenden habe ich dazu genutzt, mir die SEO Tools, welche die Autoren der BDPh-Ausstellungsordnung für Literatur / Elektronische Medien und Michael Lemke/Lars Böttger in obigem Text "empfehlen" näher anzusehen. In meinen "Bewertungen" bin ich ähnlich "unfair" gewesen wie du und habe völlig ignoriert, dass dieser Text schon einige Jahre auf dem Buckel hat, und dass die Autoren (und die Juroren) sicherlich inzwischen auch dazugelernt haben.

In vielen Punkten teile ich Deine Einschätzungen. Mit den "Favoritenlisten", die Du nicht verstehst, könnten die "Keyword-Blasen" gemeint sein, die vor einigen Jahren in einige CMS (Wordpress) "absolut hip" waren, inzwischen aber nur noch im Hintergrund laufen.

Meine Zusammenfassung findest Du in Form zweier Artikel unter:

http://stephan-juergens.de/seo.php

und

http://stephan-juergens.de/seo2.php

Mein Hauptproblem mit Seitwert.de und mit den im offiziellen BDPh Papier empfohlenen Tools (dort ist seitwert.de nicht dabei) ist, dass diese die Bewertung einer Webseite auf EINE Zahl eindampfen - und dies teilweise sehr intransparent tun.

Da ich meine Webseiten immer "handcodiert" habe, hatte ich in den Zeiten, als Word, Frontpage und Adobe die meistgenutzten Web-Editoren waren, gerade was "SEO" Ranking angeht, immer recht hohe Punktzahlen, da mein Code nur wenig Overhead aufweist. Inzwischen seinen scheinen entweder die Programme besseren Code zu schreiben, oder die SEO-Bewertungskriterien haben sich verlagert, die absoluten Top-Punktzahlen bekomme ich nicht mehr.

Ich will den Juroren nichts unterstellen (und die Bitte auf einen Ausdruck könnte man ja durchaus auch als einen Test auf Barrierefreiheit werten - eine Seite, die es nicht schafft, die Inhalte auf einen Schwarz-Weiss Drucker zu bringen, schafft es sicherlich auch nicht, mit einem ScreenReader für Blinde zurechtzukommen), aber das der Eindruck aufkommt, die Juroren füttern die zu beurteilenden Webseiten einfach in diverse SEO-Tools und schreiben
die dort erzielten Punkte einfach ins Bewertungsformular, wird durch die offiziellen Vorgaben nicht ausgeräumt.

Dass dort bessere Tools, welche allerdings ihre Ergebnisse nicht auf eine Zahl verdichten, nicht aufgeführt werden.
 
stephan.juergens Am: 01.05.2017 09:35:42 Gelesen: 1984# 6 @  
@ 22028 [#4]

Hallo Rainer,

schau Dir deine Seiten mal auf einem Smartphone an - insbesondere http://fuchs-online.com/overlandmail/03-1_Route_Instruction_Handstamps.htm ist viel zu breit. Mein Desktop-Browser nimmt bei mir i.d.R. ca. 800 Pixel breit, und ich muss rechts/links scrollen, um die Tabelle zu verstehen. Auf Smartphones ist das völlig unbefriedigend.

Aber: auf http://www.bollatrice.de/riassunto.php habe ich das gleiche Problem - und keine bessere Lösung bereit. Für manche Inhalte ist eine TABELLE halt die beste Lösung, auch wenn das Beste manchmal halt nur "Ausreichend" und nicht "Gut" ist, C'est la vie (oder wie die Amis dies übersetzen: Shit happens)

Gruß
Stephan
 
22028 Am: 01.05.2017 10:58:51 Gelesen: 1957# 7 @  
@ stephan.juergens [#6]

Stephan,

ich weiß, meine Seiten sind nicht Smartphone optimiert, auch sind die Tabellen aus Abbildungsgründen mit einer festen Pixelbreite codiert. Mit einem Tablet ist aber alles top-top. Gerade aber nochmal mit meinem Smartphone (LG V10) nachgesehenn - die Seite passt in der Breite auf das Display und Android optimiert, so wie es aussieht automatisch für das Smartphone. Zur Not halt das Display drehen?

Ich schrieb ja schon vorher, mir sind Inhalte wichtiger als die Programmierung, auf der anderen Seite, Bildschirmauflösung von 800 Pixel, das ist ja VGA Zeit, mein Laptop hat eine Auflösung von 1920 x 1080, bei einem Tablet auch problemlos machbar.
 
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