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Thema: Die ersten Briefmarken von 1840 bis 1899
Das Thema hat 114 Beiträge:
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10Parale Am: 07.03.2019 18:40:46 Gelesen: 26362# 1 @  
Hallo zusammen,

Sierra Leone brachte im September 1859

- als 90. Land der Welt (?) seine erste Briefmarke heraus.

Sie zeigt das Bild von Queen Victoria (1819 - 1901) in einem 8-eckigen, oktogonalen Rahmen. Der Nominalwert betrug 6 Pence. Es gibt die Marke in zwei unterschiedlichen Farben a. dunkellila und b. violett (1874). Die Zähnung ist 14. Ungezähnte Marken sind Probedrucke.

Ich zeige hier ein mit einem roten Stempel entwertete, wunderschöne, ("6d Dull Purple SG1 Fine Used") violette Marke in sehr guter Erhaltung.

Ob Sierra Leone nun das 90. Land der Welt war, welches seine erste Briefmarke herausbrachte, habe ich letztlich erraten. Ob es überhaupt möglich ist, eine regelrecht chronologische Zeitabfolge der Ersten der Welt zu bestimmen, wird Regeln folgen müssen, sonst ist es unmöglich.

Ist der Kanton Zürich, der als zweites Land 1843 vor Brasilien und dem Geschwister Kanton Genf seine berühmte 4 und 6 Rappen herausbrachte, nun als ein eigenständiges Land zu betrachten. Wie sieht es aus mit den privaten Ausgaben der USA? Ist die Moldau ein selbständiges Fürstentum oder schon Rumänien? Wann genau begann die Schweizerische Eidgenossenschaft? Ja, da stellen sich viele Fragen.

Fangen wir mit der ERSTEN an oder mit der LETZTEN im 19. Jahrhundert, der Nr. 1 aus DAHOMEY, die 10 Centimes Allegorie, aber die kam ja erst im 19. Jahrhundert heraus, lediglich die 25 Centimes Farbe schwarz/rot auf lilarosa wurde schon vor der Ersten in 1899 ausgegeben.

Na, fangen wir mit der ERSTEN an und kämpfen uns vor. Ist das machbar? Ein spannendes Erlebnis waret.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 07.03.2019 19:52:42 Gelesen: 26335# 2 @  
... dann lege ich mal mit Bayern nach, wo am 1.11.1849 der Gongschlag erfolgte.





Bei Bayern kamen 3 Marken gleichzeitig an die Schalter - 1 Kreuzer für Drucksachen und Ortsbriefe, 3 Kreuzer für Briefe bis 12 Meilen innerbayerisch und 6 Kreuzer für Briefe über 12 Meilen innerbayerisch.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 07.03.2019 20:54:16 Gelesen: 26301# 3 @  
@ bayern klassisch [#2]

... und ich mit den Schweizer Kantonalmarken



Einmal Kanton Zürich mit beiden Werten



Und dann von Kanton Genf (hier senkrechtes Paar der linken Hälfte der "Doppelgenf")



und zuletzt die für mich schönste Briefmarke, die es gibt, das "Basler Täubchen" vom Kanton Basel

Für den Altschweiz-Laien: Der Wert der gezeigten Briefe entspricht etwa einem Einfamilienhaus mit großem Garten und Garage. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
Cantus Am: 07.03.2019 22:36:51 Gelesen: 26265# 4 @  
Ein schönes Thema, aber ich hoffe, noch viele Beispiele von exotischeren Ländern zu sehen. Außerdem wäre es schön, wenn hier nur Marken und Belege gezeigt werden, die sich im Eigentum desjenigen befinden, der sie hochlädt, um Komplikationen mit dem Bilddrechteinhaber zu vermeiden. Die Belege aus der Schweiz sind zwar schön, ich möchte aber bezweifeln, dass sie Kevin oder seinen Eltern gehören.

Viele Grüße
Ingo
 
Michael Mallien Am: 08.03.2019 07:54:13 Gelesen: 26225# 5 @  
Ja, ein schönes Thema, das ich gerne mitlesen werde, auch wenn ich es eigentlich nicht so mit der klassischen Philatelie habe.

Meine Dänemarksammlung liegt im Tiefschlaf, aber die Nummer 1 Kroninsignien im Lorbeerkranz zu 4 Rigsbankskilling vom 1.4.1851 ist mit dabei.





Auf der linken Marke sieht man sehr schön das Wasserzeichen 1 X kleine Krone.

Ansonsten habe ich die Marken nie näher bestimmt. Es gibt zwei Typen: Type 1 I mit Unterdruck in Stichtiefdruck und Type 1 II mit Unterdruck in Buchdruck. Von der Type 1 II sind mit Michel-Nordeuropakatalog 3 Farben katalogisiert. Der AFA-Spezialkatalog widmet der Marke ein mehrseitiges Kapitel.

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen zur Drucktechnik würde ich sagen, dass die Marke links Type 1 II ist. Die Marke rechts könnte Type 1 I sein.

Viele Grüße
Michael
 
asmodeus Am: 08.03.2019 08:05:35 Gelesen: 26217# 6 @  
1840 Großbritannien Victoria 1d Black

Brief Maiverwendung 30 Mai 1840 Platte 2



Redirected/ weitergeleiteter Brief August 1840 Platte 2



"Damenbriefchen" Januar 1841


 
asmodeus Am: 08.03.2019 08:09:40 Gelesen: 26215# 7 @  
Hier noch ein paar Einzelmarken der Penny Black

Jeweils Platte 2





Manchester Malteserkreuz Platte 2


 
merkuria Am: 08.03.2019 10:34:31 Gelesen: 26179# 8 @  
Das Kaiserreich China zählt eher zu den späten Herausgebern eigener Briefmarken. Der Grund für diesen Umstand war einerseits die Rückständigkeit des Landes, andererseits die fehlenden staatlichen Strukturen für einen Postbetrieb. Die anfallenden Postbedürfnisse wurden seit 1865 durch die gut funktionierende private Schanghai Local Post sowie den zahlreichen Auslandspostämter der in China ansässigen fremden Mächte befriedigt.

1876 wurde der Generalpostinspektor des Seezollamtes Robert Hart von der Regierung beauftragt, ein Postsystem für ganz China auszuarbeiten. Im Juli 1878 (Tag nicht bekannt) erschienen die ersten drei Briefmarken des Seezollamtes, die sogenannten Grossen Drachen.



Wie schlecht die Akzeptanz der neu entstandenen kaiserlichen Post war, zeigt der Umstand, dass uns bis heute vom Ausgabejahr 1878 nur gerade vier Briefe mit Verwendung der Grossen Drachen bekannt sind! Der hier gezeigte Brief trägt mit dem 5. Oktober 1878 das früheste uns bekannte Stempeldatum dieser vier Briefe. Aufgegeben in Peking erreichte der Brief seinen Bestimmungsort Schanghai am 12. Oktober 1878.



Diese Rarität wechselte seit 1994 wieder einmal ihren Besitzer: An der 68. Interasia Auktion vom 16. Juni 2018 in Hongkong wurde der Brief unter Los Nr. 29
für 18‘975‘000 HK$ (ca. 2‘080‘000 € einschliesslich 15 % Aufgeld) verkauft!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
wuerttemberger Am: 08.03.2019 11:59:29 Gelesen: 26149# 9 @  
@ 10Parale [#1]

Ist der Kanton Zürich, der als zweites Land 1843 vor Brasilien und dem Geschwister Kanton Genf seine berühmte 4 und 6 Rappen herausbrachte, nun als ein eigenständiges Land zu betrachten. Wie sieht es aus mit den privaten Ausgaben der USA? Ist die Moldau ein selbständiges Fürstentum oder schon Rumänien? Wann genau begann die Schweizerische Eidgenossenschaft? Ja, da stellen sich viele Fragen.

Die Fragen kann man schnell lösen, wenn man sich von den Nationalstaaten weg bewegt und sich auf die herausgebenden Postverwaltungen konzentriert. Thurn und Taxis hatte zwar eine Postverwaltung war aber kein Staat.
 
bayern klassisch Am: 08.03.2019 12:19:29 Gelesen: 26135# 10 @  
@ wuerttemberger [#9]

So isses! Es war auch nicht der Kanton Zürich, sondern das Postgebiet Zürich und damit hat man einen Parallelfall wie Thurn und Taxis, die ja immerhin die Begründer der modernen Post waren (1490). Von daher sollte man hier jedes Postgebiet (nicht Land!), welches Marken emittierte, aufzählen und darstellen dürfen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
10Parale Am: 08.03.2019 14:18:06 Gelesen: 26098# 11 @  
@ forenmitglieder #2 - #10

Ich fasse die wunderschönen Beiträge zusammen, sprich in der Zeitenfolge der Verbreitung der Briefmarken:

1. Großbritannien 6. Mai 1840
2. Postgebiet Zürich 1. März 1843
3. Postverwaltung Genf 30. September 1843
4. Postverwaltung Basel 01. Juli 1845
5. Dänemark 01. April 1851
6. Sierra Leone 21. September 1859
7. China Juli 1878
 

Allen, voran bayern klassich, besten Dank. Mir es geht darum, einmal aufzuzeigen, in welcher Reihenfolge die Länder (Postverwaltungen) die englische Postreform von Rowland Hill mit der Übernahme der Vorausbezahlung der Postgebühr in Form einer Briefmarke übernommen haben. Es geht mir de facto um eine Chronologie der Verbreitung.

So muss ich gestehen, ich besitze selbst nur wenige "1"-er, kann mir aber vorstellen, dass die Teilnehmer hier unterstützend einwirken und zeigen, was zu Hause in Ihren Alben schlummert.

Natürlich werden wir bei so hochpreisigen Marken wie Helvetia/Switzerland Zürich/Genf/Basel oder der orangen Mauritius kaum jemand finden, der hier seine Preziosen aufzeigt. aber ich meine, solche Marken sind Kulturgüter ersten Ranges und müssen abgebildet werden können.

briefmarkenwirbler24, vielen Dank für dein Präsentation in der korrekten, chronologischen Folge. Zu deinem letzten Satz:

"Für den Altschweiz-Laien: Der Wert der gezeigten Briefe entspricht etwa einem Einfamilienhaus mit großem Garten und Garage". Diesen Satz fand ich so gut, dass ich die Briefmarken gleich mal meinen Kollegen zeigen musste. Einer meinte lapidar zu deiner Feststellung: "Kommt drauf an, wo".

So kann Philatelie heiter sein und gleichsam auch das Interesse von Laien wecken. Das Basler Täubchen scheint mir besonders die Frauen zu beeindrucken. Aber dieser Eindruck mag subjektiv sein.

Ich zeige hier auch noch mal eine One Penny Black, wie asmodeus sie so herrlich präsentiert ([#3]), freue mich über jeden Beitrag, denn es stellen sich ja auch gleichzeitig wieder Fragen und neue Antworten werden gegeben (warum ist China so spät dran? Siehe merkuria [#8]).

Liebe Grüße

10Parale


 

volkimal Am: 08.03.2019 14:38:44 Gelesen: 26086# 12 @  
Hallo zusammen,

ein interessantes Thema. Ich bin darauf gespannt, was hier alles gezeigt wird.

In Afghanistan erschienen die ersten Briefmarken, wie man rechts auf der Marke lesen kann, im Jahr ١٢٨٨ = 1288:



Bei dem Jahr 1288 handelt es sich allerdings um den islamischen Kalender. Nach unserem Kalender ist es das Jahr 1871.

Die Briefmarke ist unten nicht beschädigt, sondern das war damals die übliche Entwertung in Afghanistan. Man hat vor dem Aufkleben einfach ein Stück der Marke abgerissen.

Viele Grüße
Volkmar
 
22028 Am: 08.03.2019 15:28:38 Gelesen: 26064# 13 @  
In Nepal erschienen die ersten Marken 1881. Hier ein 6-er Block der ersten Ausgabe, Platte 1, ungezähnt.


 
bayern klassisch Am: 08.03.2019 15:44:05 Gelesen: 26060# 14 @  
Liebe Freunde,

weil ich bei meiner Erstvorstellung die letzte erste Marke Bayerns, die sog. 4I, vergessen hatte, zeige ich jetzt gleich 3 Briefe mit ihr, die alle nicht so ganz gewöhnlich sind und die euch hoffentlich auch gefallen.





Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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