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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 3311 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 15.11.2024 10:39:13 Gelesen: 304096# 3062 @  
Liebe Freunde,

ehe ich eine neue Seite gestalte, möchte ich die folgende Postkarte aus 1874 hier zur allgemeinen Diskussion stellen. Sie wurde in Kaufbeuren am 26.9.1874 mit 2 Kreuzern korrekt frankiert aufgegeben. Absender war ein Herr Haffner. Gerichtet war sie wie folgt: Herrn Hermann Erdt mit Briefen der Herren G. Stempfle Litograph in Augsburg. Am selben Tag kam die Karte zwischen 12.00 und 13.00 Uhr dort auch an.



Siegelseitig lesen wir den Text: "Montags früh 6 Uhr komme ich nach Augsburg & habe 1 1/2 Stunden Aufenthalt dorten. Darf ich hoffen, daß Du am Bahnhof anwesend bist. Schlafe halt zwei Stunden weniger. Gruß an Hebbel, Kappel & Lohr. Schmid & Wiedemann. Dein Haffner. Kaufbeuren, den 26. September 1874".

Der 26.9.1874 war ein Samstag und der Montag demnach der 28.9..

Mir stellt sich nun die 100k Euro-Frage: Einer Postkarte konnte man nichts anhängen, auch keine Briefe. Hätte man einer Postkarte Briefe angetackert, angeklebt oder sonst wie beigebunden, hätte das die Post nicht interessiert, weil die Postkarte ihren begünstigten Charakter verloren hätte und das ganze "Bundle" einzeln taxiert worden wäre (Fernbrief frankiert 3 Kr., unfrankiert je 7 Kr.). Daher kann ich mir nicht vorstellen, warum jemand auf eine Postkarte schrieb "mit Briefe des Herrn G. Stempfle Litograph".

Gerne lese ich, welchen Sinn diese Postkarte damals mit diesem Vermerk gehabt haben soll.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gauss Am: 15.11.2024 10:55:08 Gelesen: 304089# 3063 @  
@ bayern klassisch [#3062]

Im Sinne von "per Adresse v. G. Stempfle ..."? Der saß in Augsburg.


 
bayern klassisch Am: 15.11.2024 11:22:08 Gelesen: 304081# 3064 @  
@ Gauss [#3063]

Danke sehr - das sieht sehr gut aus. Werde ich mir wohl ausdrucken, wenn ich die Seite aufziehe.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 15.11.2024 14:46:48 Gelesen: 304026# 3065 @  
@ bayern klassisch [#3062]

Hallo Ralph,

könnte es sein, das Haffner der an Herrn Hermann Erdt schrieb, das mit dem Treffen am Bahnhof erwähnte weil er die Briefe dabei hatte, die Hermann Erdt weiterleiten sollte.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 15.11.2024 15:03:34 Gelesen: 304021# 3066 @  
@ Gernesammler [#3065]

Hallo Rainer,

das wäre möglich, aber warum auf der Adresse das alles vermerken? Die Adresse war ja für die Post zu lesen bestimmt und nicht als briefliche Mitteilung zu sehen. Das hätte der Absender ja auch hinten auf der Karte schreiben können. Ich bin da leider auch ratlos.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gauss Am: 15.11.2024 17:06:22 Gelesen: 303998# 3067 @  
@ Gauss [#3063]

Ich streiche mein Fragezeichen. Es heißt definitiv "per Adresse v. Herrn G Stempfle, Augsburg ". Man findet diese Formulierung mehrfach, wenn man danach sucht.

Drum auch keine weiteren Adressangaben, die Druckerei Stempfle war bekannt.

Meine Kontonummer folgt per Mail.
 
bayern klassisch Am: 17.11.2024 11:53:13 Gelesen: 303722# 3068 @  
Liebe Freunde,

warum kauft man als geb. Pfälzer wohl so einen Brief vom 17.3.1858?



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 17.11.2024 12:07:11 Gelesen: 303715# 3069 @  
Liebe Freunde,

einen der für mich schönsten Trauerbriefe kann ich aus München - Bahnhof nach Sulzbach zeigen, der mit einem Kreuzer korrekt frankiert am 1.6.1869 aufgegeben wurde. Am Folgetag kam er an und ist - damals wie heute - als einfache Drucksache unverschlossen, aber auch leider ohne Inhalt.



Mein lieber Sammlerfreund Wolfgang Denkler hatte ihn mir vor Jahren aus der Sammlung gezogen, weil er ihn unbedingt haben wollte - jetzt kam er zu mir zurück und verbleibt auch dort so lange, bis für mich mal ein Mourning-Cover geschrieben werden wird.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 17.11.2024 14:36:59 Gelesen: 303687# 3070 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 22.8.1851 als Rechnung von E.Tauber aus Marktbreit über Kitzingen, spediert an G.Lettermeyer in Neustadt an der Aisch, einen Ankunftsstempel gibt es nicht.

Im Brief selbst geht es um die Summe von 78 Gulden 52 Kreuzer.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.2 II zu 3 Kreuzer, dies war die Gebühr für den einfachen Brief bis 1 Loth (Tarif von 1850), gestempelt wurde mit geschlossenem Mühlradstempel 196 sowie dem Halbkreisstempel von Marktbreit (Winkler 11a) verwendet von 1839-58, in Kitzingen dann mit dem Halbkreisstempel (Winkler 13) verwendet 1851-63.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 18.11.2024 14:34:58 Gelesen: 303543# 3071 @  




Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Brief aus Landau vom 28.5.1815, für den der Absender 6 Decimes (oder doch 9 Decimes?) bis zum Empfänger Monsieur le Maire (= Bürgermeister) in Grenoble bezahlte.

Er zeigt noch den französischen Stempel P67P Landau, also "Port payé Landau", womit er als Frankobrief bezeichnet und gestempelt wurde. Auch scheint der Empfänger Mitglied der Ehrenlegion gewesen zu sein. Nur kann ich den Inhalt gar nicht lesen oder interpretieren und ich würde mich sehr freuen, wenn das einer könnte.

Zur Postgeschichte von Landau gehört, dass es erst im November 1815 nach dem 2. Pariser Frieden im Rahmen des Wiener Kongresses Österreich zugesprochen wurde, wonach es sich hier formell um einen rein französischen Inlandsbrief handelte.

Erst im Laufe des Mai 1816 wurde die österreichisch verwaltete und von Thurn und Taxis postalisch versorgte Pfalz ("überrheinische Zeit") von Bayern übernommen, wobei in Landau am 11.5.1816 die offizielle Inbesitznahme durch die bayer. Postverwaltung erfolgte (durch Friedrich Freiherr von Tautphöus), indem man ihn aus seinem Eid dem Fürstenhaus gegenüber entließ und ihn sofort auf die Majestät des bayer. Königs vereidigte. Am Posthaus selbst waren die Wappen zu tauschen und es prangte nun das weiß-blaue Wappen des Kgr. Bayern an der Wand.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
SH-Sammler Am: 19.11.2024 05:47:01 Gelesen: 303431# 3072 @  
@ bayern klassisch [#3071]

Hallo Ralph

Gut dass Du schreibst, dass Landau zur damaligen Zeit französisch besetztes Gebiet war. Dadurch kam für den Brief nach Grenoble der innerfranzösische Tarif zur Anwendung.

Nach damaliger Vorschrift wurde ein Brief direkt von (Hauptpost)-Büro zu Büro auf dem kürzesten Postweg taxiert. Der Tarif war gültig ab 24. 04. 1806 bis Ende 1827 / Jan. 1828.

Die Distanz von Landau nach Grenoble ist über 600 km (bis 800 km), also liegt die Brieftaxe für einen 6 Gramm – Brief bei 9 décimes, siehe Tabellen.



Lieben Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 19.11.2024 08:21:28 Gelesen: 303407# 3073 @  
@ SH-Sammler [#3072]

Hallo Hanspeter,

vielen Dank - dann ist es also eine 9 und es passt alles.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 24.11.2024 17:49:45 Gelesen: 302574# 3074 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 19.1.1860 von der Baumwollspinnerei in Ausgsburg, spediert als Rechnung an die Firma Kolb & Schüle einer Feinweberei in Kirchheim, Württemberg, dort kam der Brief am Folgetag zur Ausgabe.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.4 II zu 6 Kreuzer, gestempelt wurde mit offenem Mühlradstempel Nr.28 sowie dem Zweikreisstempel mit Zierstücken von Augsburg (Winkler 10), auf der Rückseite mit dem Zweikreisstempel der Württembergischen Fahrpost Z.18 sowie zur Ankunft mit dem Zweikreisstempel von Kirchheim u./Teck.

Den dritten Zweikreisstempel auf der Absenderseite kann ich leider nicht entziffern und könnte da etwas Hilfe brauchen.

Gruß Rainer




 
Gauss Am: 24.11.2024 17:53:15 Gelesen: 302570# 3075 @  
@ Gernesammler [#3074]

Plochingen.
 
Gernesammler Am: 30.11.2024 17:29:48 Gelesen: 301396# 3076 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Regierungs Sache (RS) vom 8.4.1850 vom königlich bayerischen Landgericht (Kirchen)-Thumbach spediert an das löbliche Gericht der K.K. Hauptstadt Wien, dort kam der Brief am 11.4.1850 zur Ausgabe und wurde am 12.April 1850 präsentiert.

Gestempelt wurde der Brief in Thumbach mit dem Fingerhutstempel (Winkler 9) verwendet 1834-55 sowie dem B.O.C. Stempel für Bayerisch-Österreichische Korrespondenzen, auf der Rückseite mit dem roten Zweikreisstempel von Wien zur Ankunft, auf der Vorderseite rechts unten schon erwähnter Präsentationsvermerk.

Leider hat ein ehemaliger Sammler diesen Briefes auf der Vorderseite mit Kugelschreiber "1850" vermerkt.

Gruß Rainer




 
Gernesammler Am: 04.12.2024 19:42:19 Gelesen: 298124# 3077 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 13.5.1863 von C.Aug. Exter aus Ludwigshafen, spediert an Herrn Jos. Zimmer & Sohn in Trier, hier kam der Brief am Folgetag zur Ausgabe.

Für das Franko nahm man ein Bayern Nr.10 zu 6 Kreuzer, dies war die Gebühr für den Brief in der 2.Gewichtsstufe über 1 Loth, Tarif vom 1.1.1861.

Gestempelt wurde mit offenem Mühlradstempel 291 sowie dem Halbkreisstempel von Ludwigshafen (Winkler 14, große Type) verwendet 1863-68, sowie auf der Rückseite mit dem Bahnstempel Bingerbrück/14.5.I./Trier und dem Ausgabestempel in Trier.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 04.12.2024 19:50:49 Gelesen: 298116# 3078 @  
@ Gernesammler [#3077]

Hallo Rainer,

ein sehr attraktiver Brief - die 6 Kreuzer blau ist eine schwierige Marke, von der es nur wenige wirklich schöne Briefe gibt.

Kleine Korrektur: Unter 1 Loth ist richtig.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 05.12.2024 12:01:01 Gelesen: 297501# 3079 @  
Liebe Freunde,

als notorischer Dienstbriefsammler vergangener Zeiten kommt man ab und zu an den Tatort zurück - und kauft sich 2 kleine Schmankerl, wenn es das schmale Portemonnaie zuläßt.



1. Brief aus Frankenthal Pfalz mit PZU vom 4.5.1917 nach Ludwigshafen, frankiert mit 50 Pfg. Farbfankatur. Nett, wie ich finde.



2. Brief noch netter aus Mühldorf vom 2.5.1920, jetzt ohne PZU, nach irgendwohin bei Burghausen. 40 Pfg. elegant als Mischfrankatur, dazu INFLA-geprüft und schön gestempelt, da galt es nicht lange zu überlegen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 05.12.2024 19:55:33 Gelesen: 297343# 3080 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Königliche Dienst Sache (KDS) vom 2.8.1823 vom Königlich Bayrischen Appellations Gericht Neuburg, spediert an das Königlich Bayrische Ober-Donau Kreiszirkulat? in Augsburg, dort wurde der Brief am 15.8.1823 präsentiert und wenn ich es richtig interpretiere am 17.8.1823 beantwortet.

Gestempelt wurde der Brief mit L1 Einzeiler V.Neuburg (Winkler 1, Blockschrift) im Handbuch heißt es, entstanden durch abschleifen und Nachschneiden entstand diese Type, verwendet 1810-24.

Das einzige was für den Brief bezahlt werden musste, waren 3 Kreuzer Papier.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 05.12.2024 20:10:38 Gelesen: 297340# 3081 @  
@ Gernesammler [#3080]

Hallo Rainer,

Kreisfiskalat (das Wort "fiskalisch" kommt noch daher) steht da.

Schöner Brief, guter Stempel, alles richtig gemacht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 06.12.2024 20:05:55 Gelesen: 296921# 3082 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Beleg aus München vom 3.7.1858, spediert an den Bildhauer ?? Mayer in ?? Landgericht Obergünzburg, hier könnte ich wirklich Hilfe gebrauchen.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.4 II zu 6 Kreuzer, gestempelt wurde mit Mühlradstempel 325 sowie dem L2 Zweizeiler München (Winkler 8b) verwendet 1850-67.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 06.12.2024 20:16:40 Gelesen: 296918# 3083 @  
@ Gernesammler [#3082]

Hallo Rainer,

ich lese Alerich Mayr Bildhauer Wohlgeboren in Unterthingau.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 15.12.2024 17:11:30 Gelesen: 295061# 3084 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 4.11.1872 aus Augsburg von C.W. Wagenseil, spediert an Firma Dreifuss & Binswanger in München, einen Ankunftsstempel gibt es nicht.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.23 zu 3 Kreuzer, gestempelt wurde mit Einkreisstempel Augsburg Bahnhof (Winkler 20a) verwendet 1872-75, diesen gab es in schwarz und lila.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 17.12.2024 20:05:53 Gelesen: 294413# 3085 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 14.3.1853 aus Trostberg, spediert an den von Hunolsteinschen Gutsverwalter Herrn Jos.Schiemer wohlgeboren in ..., Ankunft wurde gestempelt in Traunstein am Folgetag.

Für das Franko nahm man eine Bayern Nr.2 IIa, gestempelt mit geschlossenem Mühlradstempel 451 und dem Halbkreisstempel von Trostberg (Winkler 11b) verwendet 1851-64 sowie zur Ankunft mit dem Halbkreisstempel von Traunstein (Winkler 11b, ohne Punkt) verwendet 1849-56.

Gruß Rainer




 
Gauss Am: 17.12.2024 20:30:37 Gelesen: 294405# 3086 @  
@ Gernesammler [#3085]

Herrenchiemsee bzw. Herrnchiemsee.
 

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