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Thema: Perfins / Lochungen: Deutsches Reich
Das Thema hat 1286 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 19.03.2025 09:39:08 Gelesen: 137026# 1112 @  
Liebe Freunde,

den schönsten, mir bekannten Brief (sogar mit einer Contravention) aus Britisch Hinter-Indien konnte ich vor vielen Jahren schnappen:



24.10.1868 Von Tranquebar lief er über Bombay, Suez, Malta, Marseille, Paris, Forbach nach Schweinfurt. Der bis 7,5 g leichte Brief war mit 6 Annas und 8 Pies frankiert, was nach dem Postvertrag bis zum 30.3.1868 korrekt gewesen wäre. Nun wären hier am 24.10.1868 aber 8 Annas und 8 Pies zu frankieren gewesen, was man übersah. Die britischen und französischen Postverwaltungen bemerkten die Unterfrankatur jedoch nicht und stempelten jeweils P.D. in schwarz und rot. In der Zeit vom 15.5.1866 bis 15.5.1872 bot Frankreich diesen Transit für Bayern an. Weil sich Bayern auf die P.D.-Stempelungen der beiden ausländischen Postverwaltungen zu verlassen hatte, unterließ man den Nachtaxierung und lieferte den Brief so nach 29 Tagen Transportzeit ohne Nachtaxe aus. Unikat in mehrfacher Hinsicht bis heute.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 19.03.2025 14:45:16 Gelesen: 136965# 1113 @  
@ bayern klassisch [#1112]

Hallo Ralph,

ein tolles Stück von vorne wie von hinten, allein schon der Laufweg ist interessant und das zwei Postverwaltungen geschlafen haben.

Was ich mich frage, auf den Brief wurde ja geschrieben, "Geburtstagsbrief für mich den 24.Nov.1868", auch wurde das Datum handschriftlich nochmals über die Briefmarken notiert, es sieht aber so als wenn die Notiz über dem Stempel liegt. Dann hat sich wohl ein Sammler selber eine Freude gemacht.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 19.03.2025 15:11:20 Gelesen: 136958# 1114 @  
@ Gernesammler [#1113]

Hallo Rainer,

das täuscht - der Absender hat den Brief über den Marken "datiert" und damit die Marken für einen potentiellen Dieb unbrauchbar gemacht. Man hat damals die Briefe nicht selbst zur Post gebracht, sondern durch Lakaien aufliefern lassen. Der Absender wollte sicher gehen, dass der Bedienstete nicht die Marken abnahm und den Brief einfach so aufgab.

Aus dieser Korrespondenz gibt es knapp 10 Briefe - und bei allen ist die Frankatur überschrieben, gerade so wie hier.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 20.03.2025 19:35:51 Gelesen: 136643# 1115 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postkarte vom 14.8.1872 von Herrn Rinke aus Ronsdorf, spediert an Herrn Joh.Kämmerer in Neustadt an der Haardt, hier kam die Karte am Folgetag zur Ausgabe.

Der Tag der Ankunft der Karte war ein Donnerstag, somit hatte Herr Kämmerer Gelegenheit sich auf seine Waren vorzubereiten, die als Eilgut am Samstag angekündigt wurden.

Für das Franko nahm man eine Mi.Nr.18 zu 1/2 Groschen, gestempelt wurde mit R2 Rahmenstempel von Ronsdorf (Feuser, nachverwendete Altdeutschland Stempel 2800) sowie zur Ausgabe mit dem Halbkreisstempel von Neustadt a./H. (Winkler 14) in violett, verwendet 1868-76.

Die Postkarte hatte ich vom Trödelmarkt, dieser war auch noch ein altes Attest von 1981 beigefügt.

Gruß Rainer




 
Briefuhu Am: 22.03.2025 09:42:06 Gelesen: 136046# 1116 @  
R-Brief vom 13.01.1908 vom Hotel Römischer Kaiser in Troppau nach München an die städtische Leihanstalt, dort Ankunft am 15.01.1908 (Stempel schlecht lesbar). Frankiert wurde mit 35 Heller, Österreich Michel Nr. 128.



Schönen Gruß
Sepp
 
bayern klassisch Am: 05.04.2025 10:19:06 Gelesen: 127266# 1117 @  
Liebe Freunde,

wieso kauft man solche Briefe, wo man schon mehrere davon hat? Ich weiß es leider auch nicht ... muss eine Krankheit sein.



Brief aus London bis 7,5 g vom 2?.02.1867 an Dr. Malm, Oberbibliothekar der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek in München. Der Absender frankierte 2 Pence und 4 Pence = 6 Pence, dem Äquivalent zu 18 Kreuzern, die er auch von Bayern via Frankreich nach England gekostet hätte.

Über Calais, Paris, Strasbourg und Augsburg kam er am 25.02.1867 in München an und wurde durch den Stadtbriefträger Nr. 30 zugestellt.

Kaufgrund, neben der schönen Leitung durch Frankreich, war der schöne Aufkleber "Trübner & Co., 60, Paternoster Row, London, der auch der Siegelseite etwas Vornehmes verleiht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 05.04.2025 16:36:42 Gelesen: 127216# 1118 @  
@ bayern klassisch [#1117]

Hallo Ralph,

schönes Stück, da haben sich die Postbeamten größte Mühe gegeben die Stempel vorne und hinten so zu setzen, das der Brief dadurch noch ansehnlicher wird.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 05.04.2025 16:50:05 Gelesen: 127212# 1119 @  
@ Gernesammler [#1118]

Ja und der Absender ist auch ein "Promi", wie ich mir habe sagen lassen. Ich LIEBE diese Aufkleber!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 05.04.2025 17:06:19 Gelesen: 127207# 1120 @  
@ bayern klassisch [#1119]

Hallo Ralph,

das stimmt, hier der Link zu Trübner & Co in London.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Tr%C3%BCbner

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 05.04.2025 17:50:08 Gelesen: 127202# 1121 @  
@ Gernesammler [#1120]

Hallo Rainer,

vielen Dank - das "Who is Who" ist dabei und mittelalerliche Handschriften liebe ich.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 12.04.2025 18:29:11 Gelesen: 124686# 1122 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 3.11.1860 von Herrn G.Volker aus Mainz, spediert an Adam Scholz in Klingenberg am Main bei Aschaffenburg, dort kam der Brief wohl am Folgetag zur Ausgabe, genau kann man das Datum im Stempel nicht erkennen.

Für das Franko nahm man eine Thurn und Taxis Nr.21 zu 3 Kreuzer, gestempelt wurde mit Vierringstempel 134 und dem Einkreisstempel *Mainz*, sowie auf der Rückseite der Halbkreisstempel von Klingenberg (Helbig 11b) verwendet 1851-60.

Gruß Rainer




 
Eilean Am: 12.04.2025 19:50:38 Gelesen: 70807# 1123 @  


Hier eine Lochung von Franz Kathreiners Nachfolger F.K.N. aus 1912.

Zu FKN gab es schon einen Eintrag [1].

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/219022
 
bayern klassisch Am: 13.04.2025 10:22:57 Gelesen: 124398# 1124 @  
Liebe Freunde,

mal ne nette Seite von Baden-Baden über Darmstadt, Würzburg, Lohr, Marktheidenfeld und Lengfurt mit sehr seltenem Botenlohn zu dieser Zeit vom 24.09.1864.



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 1 Am: 29.04.2025 11:26:41 Gelesen: 69063# 1125 @  
DR Perfin bestimmen

Hallo zusammen,

ich habe eine Perfin aus dem DR mit Stempel von Aachen. Kann diese aber nicht zuordnen zu einer Firma. Kann es sein, dass diese Lochung nicht aus Aachen ist?. Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.







Heinz
 
Perfin Fan Am: 30.04.2025 09:47:49 Gelesen: 68930# 1126 @  
@ Heinz 1 [#1125]

Endlich mal was Kniffliges! ;-)

Aber im Prinzip ganz einfach, wenn man sich die nicht durchstoßenen Löcher anschaut und das Ganze horizontal spiegelt. Dann wird klar, dass es die EH&-2-04-01 sein muss.

Verwender: Aachener Spiegelmanufaktur E. Hellenthal & Cie


 
Heinz 1 Am: 30.04.2025 12:14:05 Gelesen: 68909# 1127 @  
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Antwort und Recherche. Super!

heinz
 
bayern klassisch Am: 12.05.2025 09:57:19 Gelesen: 114085# 1128 @  
Liebe Freunde,



wer einen Brief der Firma Mannesmann sucht, ist hier richtig, denn in Remscheid versah er mit eigener Unterschrift einen unfrankierten Muster-ohne-Wert-Brief (inliegendes Muster, heute leider verschollen) an Firma Barth in Reuth bei Erbendorf, der unter 1 Loth und über 20 Meilen am 3.8.1863 den Empfänger 12 Kr. kostete, die am 5.8. auch bezahlt und von Bayern an Preussen bonifiziert wurden. Weitere Mannesmannbriefe kenne ich leider nicht nach Bayern.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 25.05.2025 13:11:28 Gelesen: 110501# 1129 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Ganzsachen Brief U 19 vom 23.10.1860 mit Werteindruck von 3 Silbergroschen aus Elberfeld, spediert an M.J. Wirsching in Iphofen bei Kitzingen.

Der Brief lief von Elberfeld über Frankfurt am Main bis Mainbernheim, die letzte halbe Meile per Boten bis Iphofen.

Gestempelt wurde der Brief mit Ra2 Rahmenstempel Elberfeld (Feuser, nachverwendete Altdeutschlandstempel 888), sowie auf der Rückseite mit dem Einkreisstempel von Frankfurt A/M (Feuser, nachverwendete Altdeutschlandstempel 998A) und mit dem Halbkreisstempel von Mainbernheim (Winkler 11b) verwendet 1854-70.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 01.06.2025 16:25:51 Gelesen: 106402# 1130 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Porto Brief vom 21.2.1840 von C.Blanchon aus Paris, spediert an den Baron de Würtzbourg in München, einen Präsentationsvermerk gibt es aber erst zum 2.4.1840.

Es war ein Rechnungsbrief, in diesem ging es um die Gesamtsumme von 54 Gulden.

Spediert wurde der Brief über Strasbourg, Kehl nach Augsburg, dann weiter nach München.

Für das Porto wurden in Augsburg 20 Kreuzer notiert und der Auslagenstempel darüber abgeschlagen, diese 20 Kreuzer bekam Frankreich, es war die Verrechnungseinheit für einfache Briefe aus dem 3.französischen Rayon. Darunter notierte man 18 Kreuzer ab Kehl für Bayern, gesamt musste der Empfänger 38 Kreuzer zahlen, Postvertrag vom 1.1.1822.

Gestempelt wurde mit Zweikreisstempel in blau von Paris, dem Stempel CF3R in rot (Correspondance Francaise du Troisieme Rayon) dieser wurde auch in Paris abgeschlagen, dann noch der schon erwähnte Auslagenstempel von Augsburg in rot, dieser wurde ab 1815-1850 verwendet.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 01.06.2025 19:00:00 Gelesen: 106347# 1131 @  
@ Gernesammler [#1130]

Hallo Rainer,

ein vorzüglicher Brief mit ebensolcher Beschreibung - Chapeau!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 05.06.2025 16:46:39 Gelesen: 104417# 1132 @  
Liebe Freunde,

unerkannt gekauft und daher noch schöner, als sonst schon, präsentiert sich ein Brief aus Heilbronn (Württemberg) vom 26.9.1853 von der Firma Georg Friedrich Rund.



Diese hatte den Brief einer Warensendung an Firma Friedrich Mittler in Augsburg, einem Fäßchen Grundierweiß, beigeschlossen und dasselbe dem Vermittler Heinrich Junker in Ulm zukommen lassen.

Junker übergab den mit 3 Kr. in Heilbronn frankierten Brief am 28.9. der Ulmer Post. Diese reichten aus bis Augsburg, das nur 9 Meilen von Ulm entfernt lag und wo der Brief am 29.9. auch am Bahnhof eintraf.



Aber damit nicht genug, denn mittig links lesen wir vom Heilbronner Absender: "Ich bitte um gefällige francirte Beförderung der Inlage unter Belastung des Porto & bin zu Gegendiensten gerne bereit."

Man hatte also einen Schmuggelbrief in diesen Brief verpackt, der ja schon seinerseits mit dem Fäßchen befördert worden war!

Unten rechts lesen wir von Firma Mittler folgendes: "6 Kreuzer Porto für einen Brief nach Landshut berechnet". Mittler nahm also den Schmuggelbrief, frankierte ihn mit einer 6 Kr. Marke für innerbayerische Briefe über 12 Meilen bis 1 Loth und stellte diese ausgelegten 6 Kr. später dem Heilbronner in Rechnung.

Auf die Frage: Geht noch mehr? würde ich antworten: Kaum!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 05.06.2025 19:08:43 Gelesen: 104380# 1133 @  
@ bayern klassisch [#1132]

Hallo Ralph,

tolles Stück Postgeschichte, Glückwunsch. Das einzige was jetzt noch der Clou wäre, das wäre der zweite Brief der geschmuggelt wurde, dort müsste ja theoretisch Heilbronn vermerkt sein, Augsburg gestempelt nach Landshut.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 05.06.2025 21:36:34 Gelesen: 104334# 1134 @  
@ Gernesammler [#1133]

Hallo Rainer,

rate mal, was ich sofort in meiner Sammlung gesucht habe? :-)

Leider kein Brief dabei gewesen, aber wenn ich den bekommen könnte, der da geschmuggelt worden ist, das wäre die Krönung!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 12.06.2025 18:20:14 Gelesen: 101567# 1135 @  
Liebe Freunde,





von einem geschätzten Forenmitglied zu fairem Preis eben erworben, kann ich eine Drucksache der Firma Daub in Ulm an Firma Euringer in Augsburg vom 11.3.1854 zeigen, die erst in Augsburg verschlossen als Brief aufgegeben wurde.

Da Ortsbriefe und Ortsdrucksachen dasselbe kosteten, gab es also keine Ersparnis und als offene Drucksache hätte sie von Ulm aus auch nur 1 Kreuzer gekostet, aber ich vermute, dass die Firma Daub mehrere Poststücke an diesem Tag nach Augsburg schmuggeln ließ und nicht wollte, dass Dritte ihre Preise kennen sollten.

Jetzt heißt es, den restlichen Monat bei trocken Brot und Leitungswasser zu überbrücken.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 01.07.2025 19:46:16 Gelesen: 96964# 1136 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief vom 5.8.1856 von Christian Weichand aus Frankfurt am Main, spediert an Herrn Benedict von Poschinger in Oberzwieslau, es geht um eine Bestellung.

Der Brief wurde wenn ich es richtig interpretiere mit 9 Kreuzern barfrankiert und in Rötel vermerkt.

Gestempelt wurde mit Zweikreisstempel mit Zierstücken von Frankfurt (Feuser 985-20, Vorphila-Stempel) dem Durchgangsstempel, Zweikreisstempel mit Zierstücken von Rgenesburg (Winkler 10) sowie dem Halbkreisstempel von Zwiesel (Winkler 11b) verwendet 1853-66.

https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_von_Poschinger

Gruß Rainer


 

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