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Thema: Internetmarken: Sind das Briefmarken oder Freistempel ?
Das Thema hat 116 Beiträge:
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Gerhard Am: 28.01.2009 19:43:17 Gelesen: 225591# 42 @  
Ich sehe diese Entwicklung mit einem weinenden und einem lachenden Auge, sollte die Post bei uns und anderswo die Herausgabe von "richtigen Briefmarken" irgendwann einstellen oder zumindest so dezimieren, dass das Sammeln von Neuheiten für den Normalverbraucher unmöglich gemacht, oder zumindest wegen Hoffnungslosigkeit an echt gelaufene Marken mit (Orts)-Stempel zu kommen - wie altmodisch - unmöglich gemacht wird, müssen wir unser Hobby umbenennen.

Ich hätte da den Vorschlag Paläophilatelie oder Geschichtsnostalgik ? Was meint Ihr?

Briefmarken hatten und haben weitgehend noch die Eigenschaft und den Sinn landes- und gesellschaftstypische Motive in alle Welt zu tragen. Bei selbstklebenden oder nur noch vorgedruckten Motiven, die lediglich aus Nummern und Zahlen bestehen, ist das dann ja endlich vorbei.

Der gern zitierte "drohende Untergang des Abendlandes" ist im Vergleich dazu eher mit den ebenso "berühmten" peanuts zu vergleichen. Gut, ist ein anderes Thema.

Gerhard
 
AfriKiwi Am: 28.01.2009 22:20:25 Gelesen: 225577# 43 @  
@ Gerhard [#42]

Hallo Gerhard,

>>...müssen wir unser Hobby umbenennen. Ich hätte da den Vorschlag Paläophilatelie oder Geschichtsnostalgik ? Was meint Ihr ?<<

Absolut nicht umbenennen, die neue Generation kann 'TEXTphilatelie' dazu sagen. ;)

Wie war's 'es lebe die Briefmarke !' so lange dafür Liebe bei Lebensfrohen Sammlern gibt, sind die Textmarken tot für mich.

Was wohl für mich interessant ist, ist die Transitentwicklung von moderner Postbeförderung.

Erich
 
austriatony Am: 29.01.2009 16:34:53 Gelesen: 225561# 44 @  
Hallo Erich, Gerhard und Henry,

bis wir die Philatelie umbenennen müssen, werden wir wohl nicht mehr existieren.
Henry, besten Dank für Deinen Hinweis zur Aussage: Briefmarke ohne Deutschland, keine Briefmarke.

Ich bin der Ansicht, dass die Kernfrage dieses Themas nun gelöst ist. Wir sollten dieses Thema also abschließen. Um eine Diskussion über die Internetmarke weiter führen zu können, schlage ich ein neues Thema vor:

- Internetmarke - ein neues Sammelgebiet?
- Internetmarke, Plusbrief individuell - Randgebiete der Philatelie?

Vielleicht kann aber auch einer von Euch ein neues Thema eröffnen.

Es grüßt
Bernd

Noch ein Zusatz zur Internetmarke: Mischfrankaturen sind nicht zugelassen. Für den, den es interessiert.
 
andiL Am: 31.01.2009 07:41:24 Gelesen: 225539# 45 @  
@ austriatony [#44]

Hallo Bernd,

vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast! Anrufe usw. Jetzt weiß ich zumindest wie mit den Briefen umgegangen werden soll/muß. Mir und wahrscheinlich 90% aller Postmitarbeiter wussten/wissen dies nicht!

Auch Dein Hinweis auf die Mischfrankatur war mir nicht bekannt. Meine wurden bisher anstandslos befördert.

Die Sammelwürdigkeit darf jeder für sich entscheiden.

Es grüsst Andreas
 
Carolina Pegleg Am: 19.03.2009 01:10:48 Gelesen: 225371# 46 @  
Ich komme heute in den grossen Genuss einige abendlichen Stunden mit den Hobby verbringen zu können. Beim Sortieren fallen mir nun laufend verschiedene Belege in die Hand, die hier zu verschiedenen Themen passen. Da mein Scanner ja heute schon glüht, also noch ein paar Ergänzungen zum Thema Internetmarken. Hier zunächst ein Bedarfsbeleg vom 16.10.1999 in Ergänzung zu dem oben [#29] von andiL gezeigten Ersttagsbrief der Internetmarken von e-stamp.com:



Wer 1999 schon Internet hatte und darin gedacht hat seine Marken selbst zu drucken, darf jetzt mal die Hand hochhalten. Aha. Sieht so aus, dass Belege mit diesen ersten Internetmarken wirklich nicht so häufig sein können, wie Andreas es beschreibt.

Schon in November 2000 beendete e-stamps.com sein Internetmarken Geschäft. Patente wurden Mai 2001 vom Wettbewerber stamps.com übernommen. Ach ja, die guten alten ".com"-Zeiten, wo der Begriff "toxic asset" noch einer fernen Zukunft angehörte.

Weiter also dann mit einem Brief von stamps.com, dem man die Ähnlichkeit mit dem ersten Brief ansieht:



Die "Marke" noch einmal in Detailansicht:



Richtig prall läuft das Geschäft für stamps.com übrigens auch nicht: http://quotes.nasdaq.com/asp/SummaryQuote.asp?symbol=STMP&selected=STMP -- ob's an der Substanz liegt, oder am allgemeinen Markttrend, wer kann es sagen. Ich halte diese Internetmarken für eine Spielerei, bei der das Geschäft von Einmalkunden aus Neugier getrieben wird. Ich bin allerdings auch nicht die Zielgruppe und kann die immensen Vorteile gegenüber einer stinknormalen Briefmarke am einen Ende des Wettbewerbs und der Freistempelmaschine am anderen nicht ermessen. Irgendwo dazwischen soll es jedenfalls einen Markt geben, in dem sich Millionen verdienen lassen (Achtung: Ironie!).

Die beiden oben gezeigten Internetbelege ähneln Freistempeln im übrigen insoweit, als sie nur am Tage der Erstellung gültig sind. Man beachte das mitgedruckte Datum, z. B. 25. Jan. 2007 bei dem stamps.com Brief.

Eine häufigere (und neuere) Variante der stamps.com Marken, ist diese:



Diese Marken sind in der Tat unbeschränkt gültig und daher wie "normale" Briefmarken zu gebrauchen. Hier noch einmal eine Detailansicht:



Es gibt von diesen Marken verschiedene Unterdruckpapiere (graue auf weiss). Ich bitte auch den gezähnten linken Rand zu beachten. Beides kommt im Scan leider nicht gut durch. Als letzte Bemerkung: Die Marken zeigen eine Kennummer des Herstellers, stamps.com 062S, e-stamps.com 053E.

Ok. jetzt wieder zurück zum Sortieren. Mal sehen, was ich sonst noch ausgrabe.
 
Jürgen Witkowski Am: 19.03.2009 22:12:08 Gelesen: 225316# 47 @  
@ Carolina Pegleg [#46]

Dieser Beleg gleicht im Codefeld Deinen ersten beiden Beispielen. Die übrige Aufteilung ist jedoch anders. Zudem scheint es sich um einen anderen "Hersteller" zu handeln: endicia.com.

Ist das nun wieder eine andere Freimachungsart oder nur eine Herstellervariante?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 06.09.2009 16:04:27 Gelesen: 224008# 48 @  
@ austriatony [#36]

Seit langer Zeit habe ich mal wieder eine deutsche Internetmarke bekommen. Der Beleg weist, genau wie Du es beschrieben hast, keinen Tagesstempel auf. Lediglich an der Codierung am unteren Rand kann man erkennen, dass er gelaufen ist.

Das Motiv neben dem Matrixfeld stammt aus der Auswahl, die die Deutsche Post AG anbietet.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
reichswolf Am: 18.11.2009 03:12:59 Gelesen: 223269# 49 @  
So richtig durchgesetzt scheint sich diese Form der Freimachung wohl noch nicht zu haben. Jedenfalls habe ich heute zum ersten Mal eine Internetmarke in die Hände bekommen. Der damit frankierte Brief kommt aus der Geschäftspost der Firma, in der meine Frau arbeitet. Leider gibt der Umschlag keine weiteren Informationen preis, da es sich um einen Fensterumschlag ohne Absenderangabe handelt.



Beste Grüße,
Christoph
 
DL8AAM Am: 05.02.2010 19:00:27 Gelesen: 222277# 50 @  
@ reichswolf [#49]

So richtig durchgesetzt scheint sich diese Form der Freimachung wohl noch nicht zu haben.

Scheint so. Ich habe seit langer langer Zeit nun auch mal wieder eine bekommen.


0,85 EUR (Büchersendung)

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 09.07.2010 20:05:42 Gelesen: 219882# 51 @  
@ Stempelfuchs

Hallo Jürgen und Forumers,

ich habe hier vor einigen Tagen noch eine Variante bekommen:



Internetmarke zu 0,85 € mit zusätzlicher Angabe der Versendungsart BÜCHERSENDUNG. Das Datum im Format MM/YY (statt meist MM/20YY), der Portobetrag steht rechts neben dem Datum.

Ist dieses Zusatzbild stammt der (Post-)Stange, siehe

https://internetmarke.deutschepost.de/internetmarke/franking.do > Briefe > Motiv > Verschiedenes.

Schön so mit dem Posthörnchen ;-) Etwa wirklich nettes für den Philatelisten. ;-)

Die Sendung ist aber trotzdem nicht philatelistisch angestossen, hier wurde "nur" das normale, halbjährliche Heft der Amateurfunkvereinigung "Arbeitsgemeinschaft Telegrafie e.V. (AGCW-DL)" - http://www.agcw.org/ - verschickt.

Auf die schnelle mal versucht auf der o.g. Webseite das entspechende Muster zu erzeugen, klappte schnell in 2-3 Minuten:



Bisher folgten die hier im Beitrag gezeigten Formen eher (noch?) diesem (alten?) Muster:



Internetmarke (ohne Zusatzmotiv) zu 0,45 € aus März 2010, von einem Polsterumschlag einer Warensendung. Portobetrag und Datum (MM/20YY) in zwei Zeilen.

Hat sich das Grundmuster erst kürzlich so geändert ?

Eine auf der genannten Webseite erzeugtes Muster einer Internetmarke für eine Warensendung würde inzwischen (?) so aussehen



auch mit Zusatz der Versendungsart.

Gruß
Thomas
 
doc Am: 01.04.2011 15:55:30 Gelesen: 214216# 52 @  
Da ich gerade in einer Kiloware mehrere Internetmarken gefunden habe, die mir im täglichen leben noch nicht begegnet sind, will ich das Thema noch einmal ausgraben und Euch einige davon zeigen.

Für Leute, die so etwas sammeln, sicherlich nichts Besonderes. Mit der farbigen Abbildung sieht das Ganze aber gar nicht schlecht aus, oder?

Freundliche Grüße,
Wolfgang


 
DL8AAM Am: 01.04.2011 16:43:10 Gelesen: 214204# 53 @  
@ doc [#52]

Wolfgang,

schön, dass Du dieses Thema wieder reaktiviert hast.

Zur Information: Von Jürgen Olschimke gibt es (mind.) zwei interessante Artikel in der "Philatelie", die er dankenswerterweise auch ins Internet gestellt hat [1][2].



Eine Internetmarke "BÜCHERSENDUNG" zu 0,85 € aus 12/10, vom gleichen Absender wie [#51], nur dieses mal ohne Zusatzbild. Interessanterweise kann man sehen, dass die erste Kodezeile (A0) bei beiden Internetmarken (aus 06/10 bzw. 12/10) identisch ist "A0 0102 4FEF", lediglich die letzte 4er-Gruppe der zweiten Zeile (00) ist unterschiedlich. Steckt also in der A0-Zeile eine Kunden-Kennzeichnung (Kunden- oder Account-Nummer) mit drin?

Gruß Thomas

[1]: "Ein neues Produkt der Deutschen Post: Die Internetmarke" (2008) - http://www.jolschimke.de/2-d-barcode/ein-neues-produkt-bei-der-deutschen-post-die-internetmarke.html
[2]: "Neues von der Internetmarke" (2010) - http://www.jolschimke.de/2-d-barcode/neues-von-der-internetmarke.html
 
petzlaff Am: 01.04.2011 17:38:54 Gelesen: 214192# 54 @  
Sagen wir doch einfach mal so:

es ist eine relativ neue Kategorie von Postwertzeichen, die sich kaum den traditionellen philatelistischen Kategorien zuordnen lässt. Was soll da die Diskussion, ob es sich um Briefmarken handelt oder nicht. Wollt ihr hier die philatelistische Nomenklatur auf den Kopf stellen oder lieber um eine junge Kategorie bereichern, ohne diese nach traditionellen Sprachweisen vergewaltigen zu wollen. Oder wollt ihr, dass so was in die Kataloghörigkeit aufgenommen wird?

In Englisch-sprachigen Länder heißen solche Dinger übrigens "Meter Label" und werden (z.B. in USA) dort schon seit den 30er Jahren gesammelt. Dort ist bisher noch niemand auf die Idee gekommen, darüber zu diskutieren, ob es sich um Briefmarken handelt oder nicht. Warum muss bei uns immer alles so preussisch genau ablaufen?

LG, Stefan
 
DL8AAM Am: 01.04.2011 19:02:18 Gelesen: 214177# 55 @  
@ petzlaff [#54]

Dort ist bisher noch niemand auf die Idee gekommen, darüber zu diskutieren, ob es sich um Briefmarken handelt oder nicht.

Stefan,

na jein, ganz so einfach sehen es die Kollegen in den USA inzwischen auch nicht mehr. Hier eine kleine erläuternde Grafik von der Webseite der Gurus, der "Meter Stamp Society" [1], da es inzwischen auch dort paar kleinere, unbedeutende Abgrenzungsprobleme gab. Glücklicherweise haben die im englischen eben noch ihren schönen passenden Oberbegriff, in den alles moderne und bisher unbekannte reingedrückt werden kann, was eben noch so gerade metrierbar ("metered" > messbar) ist. Die Glücklichen. ;-) Hier brauchen wir scheinbar für alles und jedes haarfein formulierte, gesetzlich definierte Schubladen. ;-)) Am besten wir rufen eine verfassungsgebende Experten- und Bedenkenträgerkommission ein. In 15 Jahren wissen wir dann wieder, was eine Briefmarke ist.



Wie man sieht gibt es auch hier eine Schnittmenge zwischen "Metered stamps" und echten Briefmarken ("Postage stamps").

Mit den besten Frühlingsgrüßen zum 1. April



Für mich ist das eine vorausbezahlte, überall und jederzeit verwendbare Neobriefmarke ;-)

Thomas

[1]: http://www.meterstampsociety.com/gallery/Computer.html
 
ATM_Sammler Am: 02.04.2011 14:03:48 Gelesen: 214119# 56 @  
@ DL8AAM

An der von Ihnen gezeigten Grafik der amerikanischen meterstampsociety war ich übrigens massgeblich beteiligt.

Falls es jemanden interessieren sollte, es gibt auch einen von mir auf deutsch verfassten Katalog, der sich mit allen bisher in den USA erschienenen Internetbriefmarken und Automatenmarken (= computer vended postage) befasst.



Weitere Infos dazu finden sich unter dem folgenden Link:

http://www.lulu.com/product/paperback/usa-postwertzeichen-mit-variablem-wertaufdruck-(1989-2010)/11707119

Liebe Grüsse aus Rhode Island,
ATM_Sammler
 
DL8AAM Am: 04.04.2011 14:09:31 Gelesen: 214042# 57 @  
@ ATM_Sammler [#56]

Hallo,

besten Dank für die Info. Ich habe auch gerade gleich bestellt. ;-))

The International Postage Meter Stamp Catalog, written and published by Joel Hawkins and Richard Stambaugh in 2005, and its 2008 Supplement.

@ petzlaff [#54]

Hallo Stefan, ich will nicht zu kleinlich werden, aber die Onlineversion des "International Postage Meter Stamp Catalog" [1] (basierend auf der gleichnamigen Papierausgabe von Joel Hawkins und Richard Stambaugh, 2005 & 2008") hat alle "Metered stamps", die keine Ortsangabe bzw. kein Gültigkeitsdatum (wie Internetmarken auch) zeigen inzwischen aus dem Katalog geworfen, da sie diese als traditionelle Briefmarken und weniger als "Metered" ansehen. Auch hier greift diese Problematik. ;-)

" This catalog does not include self-service, public vending machine stamps that do not show a date and town name. These stamps are portable, i.e. they can be carried away and used at any future time and from any location and thus function as traditional adhesive stamps rather than meter stamps."

Gruß
Thomas

[1]: http://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog
 
Nachtreter Am: 04.04.2011 19:39:50 Gelesen: 214015# 58 @  
@ DL8AAM [#57]

das mit dem "Metered"-Problem fängt aber auch dann schon bei Frankit-Belegen an! Keine Ortsangabe im Freimachungsteil (evtl. im Werbeteil) und das aufgedruckte Datum dürfte auch von nachrangiger Relevanz sein. So können diese Belege über den Briefkasten wie normale Briefe aufgegeben werden (nicht mehr im gesonderten, roten Umschlag) und zwar Standortunabhängig.

Man muß sich wohl damit abfinden, daß die Aufstell- und Sortiermaschinen den Matrix-Code für die Sortierung heranziehen, aber eben auch diesen selbst beim Durchlauf entwerten - auch bei der Internetmarke. Nichts ist so konstant wie der Wandel.

Daß sich dabei die Katze in den Schwanz beißt zeigt sich daran, daß Frankit das Nachfolge-"Produkt" der Absenderstempel ist.

Einen schönen Abend noch

Nachtreter
 
DL8AAM Am: 04.04.2011 20:14:49 Gelesen: 214011# 59 @  
@ Nachtreter [#58]

das aufgedruckte Datum dürfte auch von nachrangiger Relevanz

Hi,

nein, ich glaube, da inzwischen bei vielen "AFS" weltweit der Ort nicht mehr zwingend aufgeführt wird, dass eher das fehlende Datum der eigentlich Ansatzpunkt ist. Kein Datum heisst im Prinzip, dass diese Dinge irgendwann nach dem Druckdatum verwendet werden können, im Gegensatz zu AFS (Ausnahme "SASE", d.h. frankierte Rückumschläge) und anderen "metered stamps". Gerade durch das Fehlen manifestiert sich der Briefmarkencharakter dieser vorausbezahlten, überall und jederzeit verwendbaren Wertzeichen.

FRANKITs sind nur ganz klassische AFS, auch wenn der Ort fehlen sollte. Analog zu den moderen Schalter-AFS Label der DPAG.

Gruß
Thomas


 
T-M 123 Am: 04.04.2011 23:22:30 Gelesen: 213991# 60 @  
Für mich zählen sie dennoch eher zu den (Absender-)Freistempeln, da sie vom Absender selbst gedruckt werden.

Allerdings stellt sich wirklich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, derartige moderne Möglichkeiten der Frankatur in die Kategorien "Freistempel" oder "Briefmarke" quetschen zu wollen. Viel mehr scheint es mir so zu sein, dass es mittlerweile (?) fließende Übergänge gibt zwischen (Automaten-)Briefmarken, Freistempeln, Schalterlabels, Internetmarken usw. ("Barfrankatur" wäre eine dritte Kategorie, die mit rein spielt, wenn es um Schalterlabels und Schalterfreistempel geht.) Und das ist ja, wie man an den Beispielen sieht, nicht nur in Deutschland so, sondern in immer mehr Ländern. Eine Abgrenzung, die nur auf die deutschen Gegebenheiten abzielt, schiene mir daher wenig sinnvoll.

Vielleicht wäre es sinnvoller, statt der Einteilung in Briefmarke und Freistempel in mehrere kleinere Kategorien (Briefmarke, ATM, Schalterlabel, AFS, Internetmarke usw.) zu unterteilen, und eventuell vorhandene Grenzfälle und Überscheidungen als solche zu betrachten.
 
Pommes Am: 05.04.2011 01:16:48 Gelesen: 213984# 61 @  
@ T-M 123 [#60]

Da stimme ich Dir inhaltlich absolut zu. Man sollte sich halt nur auf eine jeweilige Benennung einigen, um in der derzeitigen philatelistischen Realität die Übersicht nicht zu verlieren. Ob es "Briefmarken" in zehn, zwanzig oder 50 Jahren noch gibt ? An und für sich sind sie heute schon überflüssig. ABER schön sind sie allemal! Und wie ein BZ-Zudruck in letzter Zeit titelt: "Postwertzeichen bilden". Rückbesinnung oder Zukunft, so viele Fragen.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
DL8AAM Am: 24.05.2011 18:10:25 Gelesen: 212490# 62 @  
@ Stempelfuchs

Interessante Variante, Marke dient zugleich als Anschriften- und Absenderetikett

Scheinbar hat sich für die Variante "mit Absender- und Empfängeradresse" das Format der Internetmarke geändert. Zeigt noch den Schriftzug mit der Webadresse, findet sich dieser neuerdings (seit wann ?) nicht mehr.



Ein zusätzliches Bild lässt sich in diesen Fällen im Gegensatz zu scheinbar auch nicht hinzufügen. Ein Muster über die Webseite der DPAG gerade erzeugt sieht so aus:



Noch etwas neues (für mich), es gibt nun auch Päckchen-Internetmarken. Bisher habe ich aber noch nie in der freien Wildbahn gesehen.

Hier ein Muster zum Erkennen. Aufpassen und nicht wegwerfen! Auch das sind zu katalogisierende "echte Postwertzeichen". ;-)



Und wenn wir schon einmal bei Briefmarken sind, die ich zumindest auch noch nie freilaufend gesehen habe, sind die Zuschlagsinternetaktionsmarken. Aktuell gibt es nur die "Ein Herz für Kinder" 30 Cent-Zuschlagsmarken. Auch hier ein Muster:



Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 24.06.2011 13:33:32 Gelesen: 211612# 63 @  
Gerade kam folgende Info im INTERNETMARKE Newsletter der DPAG per Email an, die vielleicht am Rande von Interesse sein könnte. Zumindest bestätigt es wieder die bisherigen Annahmen, dass die Umsatzsteuer ("Mehrwertsteuer") nicht durch (Post-) Wertzeichen bezahlt werden kann und folglich auch nicht auf den Sendungen nachgewiesen bzw. abgebildet wird.

Umsatzsteuerpflicht für den INFOBRIEF

Das Produkt INFOBRIEF wird ab dem 01.07.2011 umsatzsteuerpflichtig abgerechnet. Was ändert sich dabei für die Frankierung über die INTERNETMARKE? Nicht viel. Sie können Ihre Infobriefe bei Erreichen der nötigen Mindestmengen weiterhin über die INTERNETMARKE frankieren.

Bei der anschließenden Einlieferung in der Filiale muss die Umsatzsteuer dann nachentrichtet werden.



Screenshot des betreffenden Teils der Email.

Übrigens, eine Internetmarke mit der Produktbezeichnung INFOBRIEF ist auch wieder etwas, was ich noch nicht in freier Wildbahn gesehen habe. Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an, oder wie der Philatelist sagt, schauen wir mal in die blaue Altpapiertonne des Nachbarn. ;-))

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 17.10.2011 19:50:55 Gelesen: 205008# 64 @  
@ [#55]

Zu der oben gezeigten Grafik "wann ist eine Internetmarke", wann ein "metered stamp" zu einer echten Briefmarke gezählt wird, habe ich heute ein Beispiel bekommen, dass eindeutig zwar immer noch eine Internetmarke ist, aber in diesem Fall keine Briefmarke.

Dieser indicia ist im Mengendiagramm, links unter PC Postage-Dated (d.h. das Porto wird über das Internet "gebucht" und über den eigenen PC ausgedruckt) zu finden. Das abgrenzende Kriterium zu einer Briefmarke ist hier der Punkt "Dated", d.h. im indicia ist ein (Druck-) Datum genannt und ist deshalb nur diesem Tag verwendbar. Falls das Datum fehlen würde, würde es sich wieder um eine ganz "normale" Briefmarke handeln, da diese zu jedem späteren Zeitpunkt nutzbar wären (im Diagram unten links "PC Postage-Undated", im Schnittmengenbereich "Postage stamps" ("Postwertzeichen/Briefmarken"). Analog gilt das auch für die deutschen Intermarken.



"Customs Declaration Dispatch Note (CP 72)" für eine Priority Sendung aus Temecula, CA 92590 nach DL.

Frankiert mit einem metered stamp/dated online PC postage-Frankiervermerk ("23 lbs Priority Mail Int'l Rate / Commercial Base Pricing") der 2002er "Envelope Manager Software" DAZzle 2000 von Endicia Inc. ("endicia.com"), "US POSTAGE AND FEES PAID" mit 071V Präfix-ID-Nummer ("Gerätenummer") [071V00525758]). Keine Angabe des Portowertes (hier: 89.44 $) im PPI. Interessant ist der eingedruckte Poststempel "Online Postage / 92590 / USPS" (gerade auch in die Stempeldatenbank eingestellt...hi).



Diese Form wird katalogtechnisch auf der Webseite der Meter Stamp Society [1] unter der Nummer "USPMSC RE2", im "The International Postage Meter Stamp Catalog" auf Seite 1136a [2] unter "PC-F2" bzw. etwas aktueller in dessen Onlineausgabe unter der Unternummer "PC-F2 A.a." [3] gelistet.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.meterstampsociety.com/gallery/PCDated.html
[2]: http://www.worldmeterstamps.com/USA1134_1136d.pdf
[3]: http://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/United_States_of_America,_Part_3
 
Pommes Am: 17.10.2011 20:17:11 Gelesen: 205001# 65 @  
@ DL8AAM [#64]

Hallo Thomas,

was ist ein/der PPI?

Ansonsten bin ich einfach nur beeindruckt!

Kennst Du wirklich Menschen, die Deine Beschreibung, wenn Du sie ihnen so sagen würdest, wie sie in Deinem Beitrag steht, sofort verstehen? Whow, Philatelie ist ... (explicit lyrics)!

Aber für 6 Taschenlampen 949,00 $ - das müssen wahre Wunderwerke der Technik sein.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Sammler Am: 17.10.2011 21:54:52 Gelesen: 204991# 66 @  
Also sind deutschen Internetmarken PC Postage-Undated und somit Briefmarken, richtig ?
 

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