Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Österreich Rohrpost in Wien
Reini46 Am: 06.08.2025 15:27:36 Gelesen: 1742# 1 @  
Hallo,

Richard hat mich ersucht einen Beitrag über die Wiener Rohrpost zu bringen. Für die Zeit der Monarchie bin ich kein Experte auf diesem Gebiet und habe auch nur wenig interessantes Material. Später werde ich aber auch hier etwas zeigen.

Rohrpostbelege aus Wien können vier Merkmale aufweisen

- die zusätzliche Frankatur für die Benutzung der Rohrpost
- die Rohrpoststempel
- die Instradierung (das ist eine meist rote oder blaue Zahl die in der linken oberen Ecke aufscheint und den Rohrpostweg vorgibt)
- Rohrpostbüge, die durch das Falten der Belege entstanden sind



Diese Karte zur Österreichrundfahrt 1931 zeigt

den Stempel von Braunau 9.7.31.18 Uhr
den Rohrpoststempel 15 WIEN 101 P 10.7.31.17.Uhr 20
eine rote 1 = Instradierung zur Rohrpoststation 1 ( Telegraphenamt Wien 1 )
den Rohrpoststempel Telegraphenamt Wien 1 R/a 10.7.31. 18
den Rohrpoststempel Telegraphenamt Wien 1 R/b 18. Uhr 30

den Zeppelinstempel der Österreichfahrt 12.7.31
die Karte hat einen senkrechten Bug durch die 60 Groschen Marke

Die Gebühr für die Postkarte betrug 10 Groschen der Zeppelinzuschlag 160 Groschen für die Benutzung der Rohrpost wurde keine Gebühr verlangt. Flugpostbelege waren mit dem schnellsten Beförderungsmittel zu tranportieren und dazu gehörte auch die Rohrpost. Diese sowohl bei der eingehenden als auch der ausgehenden Luftpost.

Ich hoffe ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt.

Reini46
 
Reini46 Am: 10.08.2025 14:15:00 Gelesen: 1685# 2 @  
Hallo,

nach den Vorbildern Paris, London und Berlin wurde in Wien am1.3.1875 eine Rohrpostanlage in Betrieb genommen.



Damals gab es 10 Stationen, die bis Mitte 1913 auf 53 Stationen erweitert wurden. Damals erreicht das Rohrpostnetz seine größte Ausdehnung.

Am Beginn durften nur amtliche Ganzsachen verwendet werden, dafür wurden Briefbogen aufgelegt die einen Wertstempeleindruck von 20 Kreuzer hatten.

Ihr seht hier diesen Briefbogen mit dem Stempel K.K. Pneumatische Station Nr. 3. Dieser Beleg stammt von meinem Sammlerfreund Josef Berger aus Braunau.

Auch zeige ich das Rohrpostnetz um 1900, die Abbildung habe ich aus dem Buch von Klein.

Grüße
reini46
 
Reini46 Am: 17.08.2025 13:55:56 Gelesen: 1619# 3 @  
Hallo,



In der Folge erschienen dann Umschläge mit dem Wertstempeleindruck der Ausgabe 1883 wobei dann ab 1987 das Porto auf 15 Kreuzer ermäßigt wurde.

Wenn ein Brief weiter zu befördern war, wurde eine Zusatzfrankatur nötig, die dem jeweiligen Briefporto entsprach.

Diese Zusatzfrankaturen sind nicht häufig und erhöhen den Preis der Ganzsache erheblich.

Grüße
Reini46
 
Reini46 Am: 24.08.2025 12:41:32 Gelesen: 1571# 4 @  
Hallo,



der Rohrpostumschlag zu 15 Kreuzer ( Michel RU 10 ) wurde am 6.12.1891 nach Admont in der Steiermark geschickt.

Da mußte zusätzlich das Inlandsporto für einen Brief in Höhe von 5 Kreuzer geklebt werden.

Dieser Beleg ist von Josef Berger aus Braunau.

Der Rohrpostkartenbrief (Mi RK 4) ging am 18.2.1893 von Wien 5/2 55r Hundsturm nach Wien 2/1 23r Taborstrasse. Abgeschickt um 3.40 Uhr Ankunftszeit 4.20 Uhr - die Umstellung der Stempel erfolgte alle 20 Minuten.

Grüße
Reini46
 
DerLu Am: 13.09.2025 13:29:45 Gelesen: 1488# 5 @  
Wer sich mehr für die Wiener Rohrpost interessiert, für den ist diese englische Literatur bestimmt von Interesse:



Cobin Tobitt und Andy Taylor.
The Pneumatic Post in Vienna
Austrian Philatelic Society, 2005
0-900118-04-0

Gruß DerLu
 
Reini46 Am: 13.09.2025 22:26:35 Gelesen: 1451# 6 @  
Danke für den Hinweis.

Reini46
 
BANANA60 Am: 14.10.2025 16:33:46 Gelesen: 1318# 7 @  
Rohrpostkarte 25 Heller (Ausgabe 1908), gelaufen am 4.1.1913 vom Postamt Wien 45 (Weissgärber) nach Wien 40 (Landstrasse I).



Liebe Grüße
Harald
 
Baber Am: 14.10.2025 22:39:15 Gelesen: 1294# 8 @  
Die Wiener Rohrpost wurden nach dem 2. Weltkrieg wieder in Betrieb genommen und konnte von den Postkunden bis zum 3.4. 1956 genutzt werden.


Postkarte per Rohrpost, gelaufen 21.7.1950, Ortspostkartengebühr 70 Groschen, Rohrpostgebühr 30 Groschen


Brief per Rohrpost, gelaufen 8.1.1952, Orts-Briefgebühr 1,00 S, Rohrpostgebühr 60 Groschen.

Der Unterschied zur (teueren) Expressversendung, die wenn möglich auch über die Rohrpost verschickt wurde, war, dass die Rohpostsendungen zum Empfänger mit der normalen Post ausgetragen wurden.

Gruß
Bernd
 
Reini46 Am: 15.10.2025 16:04:22 Gelesen: 1266# 9 @  
Hallo,



Bernd hat zwei nicht häufige Verwendungen der Rohrpost in der 2. Republik gezeigt.

Bis 1899 sollten nur die Ganzsachen der Rohrpost verwendet werden, man findet aber oft auch schon früher gewöhnliche Postkarten in der Rohrpost verwendet.

Karte vom 23.11.97 von Wien I zum Aspanger Bahnhof. Karte 2 Kreuzer Rohrpostgebühr 8 Kreuzer

Karte vom 7.10.06 von Wien 18 nach Wien I. Karte 5 Heller Rohrpost 15 Heller

Grüße
Reini46
 
BANANA60 Am: 20.10.2025 18:37:01 Gelesen: 1204# 10 @  
25 Heller Rohrpostkarte, Ausgabe 1908 mit Wertstempel Kaiser im Türbogenmuster - blassultramarin, senkrechter Teilungsstrich.

Die Karte ist gelaufen am 4.6.1908 von der Telegraphen-Central-Station nach Wien 110 (Währing).



Liebe Grüße
Harald
 
Reini46 Am: 24.10.2025 11:43:18 Gelesen: 1115# 11 @  


Karte vom Aspanger Bahnhof in Wien 3 in die Barmherzigen Gasse auch in Wien 3 mit Rohrpost und Eilboten.

Nach dem 2. Weltkrieg waren große Teile des Rohrpostnetzes nicht benutzbar, nur wenige Linien waren in Betrieb.

Die Gebühren des Deutschen Reichs galten weiter.



Karte 5 Groschen ( Pfennig ) Express 40 Groschen Rohrpostbeförderung 10 Groschen

In den westlichen Zonen wurde die Zustellung durch Eilboten erst im Juli 1946 gestattet. Da die Posthornmarken mit Ende Mai 1946 ihre Gültigkeit verloren, dürfte es eigentlich keine Expressbelege mit dieser Ausgabe geben. In Wien jedoch war in bescheidenem Umfang die Expresszustellung möglich.

Karte vom 29.4.1946 von Salzburg nach Wien, Zensur in Salzburg.

Karte 6 Pfennig (Groschen) Einschreiben 30 Groschen Zustellung durch Eilboten 40 Groschen Rohrpost 10 Groschen, Rohrpoststempel von Wien 55.

Diese Karte wurde von einem Briefmarkenhändler für Sammlerzwecke gemacht.

Reini46
 
Baber Am: 24.10.2025 19:42:22 Gelesen: 1093# 12 @  
@ Reini46 [#11]

Hallo Reini46,

ich hatte immer die Information, dass wenn die Expressgebühr bezahlt ist, die Rohrpostbeförderung includiert ist, als nicht extra zusätzliche Wertzeichen verklebt werden müssen.

Du zeigst aber Belege wo zusätzlich zur Expressgebühr noch die Rohrpostgebühr verklebt wurde. Ich habe aber aus der gleichen Zeit Expressbelege, die auch über die Rohrpost gelaufen sind und keine zusätzliche Rohrpostfrankatur aufweisen. Was ist jetzt richtig?



Gruß
Bernd
 
Reini46 Am: 25.10.2025 19:40:13 Gelesen: 1063# 13 @  
@ Baber [#12]

Hallo Bernd,

beides ist richtig. Es wurde von den Postlern eigentlich so gehandhabt, daß Expressbelege - wenn es der Beschleunigung diente - ohne zusätzliche Kosten mit der Rohrpost befördert wurden. Dies wurde in der Ostmark schon so gehandhabt und dann auch Anfangs der 2. Republik.

Grüße
Reini46

p.s. Du zeigst einen seltenen Beleg
 
Reini46 Am: 23.11.2025 16:16:25 Gelesen: 906# 14 @  
Hallo,



Luftfeldpostbrief von der Feldpost Nummer 38137 vom 19.8.43 nach Wien Hietzing. In alter österreichischer Tradition wurde der Luftpostbrief ohne zusätzliche Frankatur mit der Rohrpost ( Instradierung 89 = Hietzing ) befördert. Rückseitig sehen wir den Ankunftsstempel Wien 24.4.43 sowie den Rohrpoststempel.

Belege dieser Art sind sehr selten.

Grüße

Reini46
 
Reini46 Am: 01.12.2025 16:08:37 Gelesen: 741# 15 @  
Hallo,



die letzte Rohrpostkarte Österreichs Mi RP 34 ist die seltenste Rohrpostkarte, nach Angaben des zuständigen Prüfers sind nur etwa 10 Stück gebraucht bekannt. Das früheste bekannte Verwendungsdatum ist der 28.7.1922.

Die linke Karte ist vom 28.7.22 und wurde in Wien verwendet. Karte 12 1/2 Kronen Rohrpostzuschlag 40 Kronen.

Rechts sehen wir eine Verwendung ausserhalb der Rohrpost - Karte vom 30.10.23 Porto 300 Kronen.

Grüße

reini46
 
Reini46 Am: 08.12.2025 16:16:53 Gelesen: 675# 16 @  
Hallo,



Karte vom 1.8.39 aufgegeben in Hollabrunn um 14 Uhr nach Wien als Expresspostkarte. Eingangsstempel von Wien 1 um 24 Uhr, Instradierung 73 ( Lazarettgasse ) und Rohrpoststempel von Telegraphenamt Wien 73.

Text: Die Mitzi Kubat soll am 2.8. den Zug um 11.50 nehmen und nach Hollabrunn zur Wachkompanie kommen.

Kartenporto 6 Pfennig Eilzustellung 40 Pfennig - es wurden aber nur 30 Pfennig vorausbezahlt, die Mitzi mußte die fehlenden 10 Pfennig als Nachgebühr bezahlen.

Grüße

Reini46
 
BANANA60 Am: 13.12.2025 17:38:50 Gelesen: 613# 17 @  
Rohrpostkarte 10 Kreuzer (Ausgabe 1885) Wappenadler, ultramarin, zu erkennen dadurch, dass links 31 Aufgabeämter angeführt sind, es fehlt das "Abgeordnetenhaus" und bei der schreibweise von Nibelungengasse gibt es kein "ie" mehr.

Gelaufen ist die Karte am 13.3.1885 von der Telegrafen-Centrale (Blaustempel) in die Siebensterngasse.



Liebe Grüße
Harald
 
Reini46 Am: 03.01.2026 12:20:29 Gelesen: 438# 18 @  
Hallo,

Brief vom 23.7.1918 von Lemberg nach Wien. Der Brief wurde mit der Luftpost befördert. Oben links sehen wir den Leitvermerk 111 - das zeigt uns, daß der Brief nach Währing in den 18. Bezirk befördert wurde. Die Zahl 1605 kann ich nicht erklären. In Wien wurde der Flugpostbestätigungsstempel Wien 1 - 7.45 angebracht. Die Uhrzeit in römischen Ziffern = Vormittag, in arabischen Ziffern = Nachmittag. Rückseitig ist auch der Rohrpoststempel der Telegraphenzentralstation 1/1 Wien P (Stohl R0004c).



Ich habe nicht gewusst, dass bereits 1918 Luftpostbriefe ohne zusätzliche Gebühr mit der Rohrpost befördert wurden.

Briefporto 15 Heller, Luftpostgrundgebühr 1 Krone, 2 Teilstrecken zu 1,5 Kronen = 3 Kronen ergeben zusammen 4 Kronen.

Der Brief wurde sehr unsanft geöffnet, ich vermute daß es ein seltener Bedarfsbrief war.

Er hat auch nur € 5,- gekostet.

Grüße
Reini46
 
Reini46 Am: 24.01.2026 15:23:29 Gelesen: 318# 19 @  
Hallo,



Todesanzeige vom 27.4.1922 aus Wien nach Klein Pöchlarn. Rückseitig der Rohrpoststempel von Wien 101 = Westbahnhof.

Drucksache 2 Kronen Zustellung durch Eilboten 20 Kronen. Drucksachen per Rohrpost befördert sind keine Massenware.

Grüße

Reini46
 
BANANA60 Am: 24.01.2026 15:51:46 Gelesen: 314# 20 @  
Eine Einberufung zum Fußballspiel per Rohrpost !

Die "Sportsektion des Zentralvereines der kaufmännischen Angestellten Österreichs" verständigt am 3.8.1929 einen Spieler.

Gelaufen als Postkarte mit 40 Groschen Frankatur vom Rohrpostamt Magdalenenstraße nach Wien 55 (Hundsthurm).

Die Marke ist mit einem Perfin der "Wiener Internationalen Messe-AG" versehen.



Liebe Grüße
Harald
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 

Ähnliche Themen

1618402 1202 04.01.26 20:24chris63
714 22.12.24 11:19Rainer HH
6666 14 08.02.24 18:08Paul S.
1140 26.01.24 14:26wuerttemberger
2822 25.01.24 13:26volkimal


Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.