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Thema: Bahnpost: Besonderheiten der Postbeförderung
Das Thema hat 47 Beiträge:
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Fillemille29 Am: 02.05.2010 09:30:52 Gelesen: 28165# 1 @  
@ muemmel

Hallo lieber Harald,

heute stelle ich einen speziellen Brief vor, dessen Beförderungsweg mir nicht klar ist. Es handelt sich um einen sogenannten "Streckenbrief". Ich hatte die Wahl einen Brief mit Nebenstempel oder mit handschriftlichem Eintrag zu wählen. Im Lexikon Grallert ist der Begriff "Streckenstempel" erläutert. Die handschriftlichen Hinweise zur Beförderung dieses Briefes sind "über Bahnpost 24.Zug D 55- Strecke Köln-Deutz-Lindlar". Wer weiß etwas über die postalische Verfahrensweise der Beförderung und Abholung eines solchen Briefes?



Vielleicht können wir das "Geheimnis" lüften.

Einen schönen Sonntag
Hans-Joachim
 
muemmel Am: 02.05.2010 10:35:48 Gelesen: 28150# 2 @  
@ Fillemille29

Guten Morgen Hans-Joachim,

was "Streckenstempel" betrifft, da kann ich leider nicht weiter helfen. Aber ich bin sicher, dass es Leute im Forum gibt, die Deine Frage beantworten können.

Schönen Gruß
Harald
 
Postgeschichte Am: 02.05.2010 11:35:45 Gelesen: 28134# 3 @  
@ Fillemille29

Hallo Hans-Joachim,

die Postbehandlung in den Bahnposten ist mit wenigen Sätzen nicht zu erklären. Ich werde mich auf Teile daraus beschränken. Vorwegnehmen möchte ich, daß es sich bei Deinem Problem nicht um eines der Zustellung, sondern der Beförderung handelt, unabhängig davon, ob die Post beim Bahnpostamt abgeholt wurde oder nicht.

Bei den Sendungen auf Eisenbahnen wurde unterschieden:

1. Beförderung und gleichzeitige Umarbeitung durch Postpersonal in
1.1. Allesbahnposten - A-Bp
1.2. Bahnposten - B-Bp
1.3. Paketbahnposten - P-Bp

2. Beförderung ohne gleichzeitige Umarbeitung in
2.1. Eisenbahnschaffner-Bahnposten - E-Bp
2.2. Ladeschaffner-Bahnposten - L-Bp
2.3. Transportbahnposten - T-Bp

Daneben gab es noch Unterschiede für Sendungen, die auf Straßen transportiert wurden.

Bei der Beurteilung Deines Briefes ist ein besonderes Augenmerk auf die "Umarbeitung" der Postsendung zu richten. Für bestimmte Strecken (dies konnten Strecken, Gebiete und auch Provinzen sein) waren Bunde für einen festgelegten Weg zu fertigen, die unter dem Namen "Streckenbunde" geführt wurden, wobei es auch hierbei unterschiedliche Arten gab. Sollte eine Postsendung einen anderen Weg als den hier vorgegebenen nehmen sollen, mußte diese Sendung aus der Bearbeitung und ggf. aus dem Streckenbund herausgelöst und separat behandelt (Streckenstempel, Leitvermerke), ggf. ein separater Bund gefertigt werden. Dies ist eine Tätigkeit, die unter dem Begriff "Umarbeitung" zu verstehen ist. Da bei Deinem Brief der Leitweg auf diesem selbst angegeben ist (kann handschriftlich oder in Form eines Stempels angegeben werden), vermute ich, daß er nicht in einem Bund aufgenommen wurde. Die Postsendung wurde am Empfangsort in den dort üblichen Postgang gegeben.

So viel in Kürze. Ich hoffe, daß Dir diese Hinweise bei der Einordnung des Beleges weiterhelfen.

Gruß
Manfred

[fbahnposten redaktionell auf Bahnposten geändert]
 
calliostoma Am: 02.05.2010 22:50:43 Gelesen: 28019# 4 @  
Hallo zusammen,

bei dem Vermerk über Bp 24 Zug 55 handelt es sich um einen Leitvermerk des Absenders. Dieser hatte wohl eine regelmässige Korrespondenz mit dem Empfänger und wollte sicherstellen, daß die Post den schnellsten Weg nimmt.

Habe leider kein Kursbuch von 1923 zur Hand, um festzustellen, wann der Zug 55 von Köln-Deutz abging, aber ich gehe davon aus das der Brief noch am gleichen Tag eintraf.

Wenn eine Abholung am Zug gewollt wäre hätte man die Versendungsform "Bahnhofsbrief" wählen müssen.

BP 24 = Bahnpostamt 24 Köln-Deutz, Anfang 1924 vereinigt mit Bahnpostamt 10.

Gruß

Dirk Stratmann
 
Fillemille29 Am: 11.02.2011 10:54:52 Gelesen: 27593# 5 @  
@ Postgeschichte [#3]

Hallo Manfred,

im Mai hatte ich einen "Streckenbrief" vorgestellt und Du hattest mir eine Erklärung gesendet, dort war angegeben

Allesbahnposten - A-Bp
fbahnposten -B-Bp
und Paketbahnposten - P-Bp

Was bedeutet fbahnposten?

Ich möchte auf Deine Informationen zurückgreifen und bei INFLA solche Belege vorstellen.

Anbei noch zwei Belege zur Problematik Streckenbriefe. Wenn noch was wesentlich Neues bei den 2 Belegen zu sehen ist, dann bin ich für Deine Informationen dankbar.



Vielen Dank für Deine Bemühungen

Achim
 
Postgeschichte Am: 11.02.2011 12:30:21 Gelesen: 27579# 6 @  
@ Fillemille29 [#5]

Hallo Achim,

da waren meine Finger wohl schneller als die Tastatur. Das Wort heißt komplett "1.2. Briefbahnposten - B-Bp -".

Bei dem von Dir im Beitrag [#5] gezeigten Brief nach Langensalza angebrachten Leitzettel "über D 76 Hannover Cassel" ist zu sagen, daß solche Leitvermerke sowohl von dem Absender als auch von der Bahnpost angebracht werden konnten.

Zu Deinem Streckenbrief hier einen "Briefbundzettel" (auch Vorbindezettel genannt), der vor dem entsprechende Briefbündel anzubringen war.



Gruß
Manfred
 
Martinus Am: 22.04.2011 11:17:22 Gelesen: 27257# 7 @  
Beim letzten Tauschtreffen habe ich diesen Beleg gefunden. Wer kann mir helfen diesen einzuordnen? Ich meine wofür wurde dieser z.B. gebraucht?



mit Sammlergruß Martinus
 
Postgeschichte Am: 24.04.2011 15:38:47 Gelesen: 27193# 8 @  
@ Martinus [#7]

Hallo Martinus,

zu Deinem Beleg findest Du einiges in Beitrag [#3]. Falls Du darüber hinaus noch Fragen hast, bitte stellen. Wenn Du künftig Belege nicht einordnen kannst, einfach mal die Suche-Funktion bei Philaseiten.de benutzen. Dann erhältst Du eine Übersicht der Themen, in denen der Beleg schon einmal erwähnt wurde und ggf. weitere Angaben.

Gruß
Manfred
 
juni-1848 Am: 03.08.2012 19:56:51 Gelesen: 24716# 9 @  
Eil-004 Hauzenberg - Zollikofen 1977 mit Rp-Stechuhr BPA III

Moin zusammen,

folgender Beleg - vorderseitig anrüchig philatelistisch - gibt mir rückseitig ein Rätsel auf:

Eilbrief ab 8395 Hauzenberg vom 20.10.77 -7
.......über 8390 Passau 20.10.77 -19
.......über BPA III 21.10.77 11:52 (Stechuhr)
.......nach 3052 Zollikofen 21.1o.77 - 15 (Bern / CH)



Wo befand sich 1977 das Bahnpostamt "BPA III" ?

Ein Sammlerkollege meinte: Stuttgart war "BPA 2", "3" müsste München sein. Ein anderer voll Inbrunst: Stuttgart (ein gerade noch denkbarer "Umweg" ?):



Wie schnell war die Bahn 1977 ?
München über die Alpen ? nach Bern in rund 3 Stunden ?
Stuttgart über Freiburg und Basel nach Bern in rund 3 Stunden ?

Wer kann Licht ins Dunkel bringen:

1. Wo befindet sich das Bahnpostamt "BPA III" aus dem abgebildeten Stechuhr-Stempel ?

2. Wer kann mir eine Liste der Nachkriegs-Bahnpostämter zur Verfügung stellen ?
...(zur Vorkriegszeit mit Stand 1944 finden wir:
... http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/dd/e2d_4702.html )

Seid gegrüßt und genießt das sonnige Wochenende, Werner

[Leerstelle vor der Klammer hinter dem Link redaktionell ergänzt am 04.08.12]
 
Postgeschichte Am: 03.08.2012 21:09:51 Gelesen: 24698# 10 @  
@ juni-1848 [#9]

Hallo Werner,

die Bahnpostämter (BPÄ) im Bundespostgebiet waren 1958:

BPA Frankfurt (Main); BPA Hamburg; BPA Haqnnover; BPA Köln; BPA Köln-Deutz; BPA München; BPA Nürnberg und BPA Stuttgart. Die BPÄ waren nicht mit Nummern bezeichnet. Darüber hinaus gab es Postämter mit Bahnpostdienststelle, die auf den zugeteilten Strecken in den Bahnpostverkehr eingebunden waren.

Die Bahnpostämter (BPÄ) in der sowjetischen Zone waren 1958:

BPA 1 Berlin O 17; BPA 3 Schwerin (Meckl); BPA 6 Erfurt; BPA 7 Magdeburg; BPA 20 Dresden; BPA 20 Halle und BPA 32 Leipzig. Im Gegensatz zur Bundesrepublik waren hier die Nummernbezeichnungen beibehalten worden. Postämter mit Bahndienststellen waren hier aber nicht eingesetzt.

Leider kann ich Dir aus Zeitgründen die Streckenführung nicht heraussuchen. Die Bezeichnung BPA III steht aber m.E. nicht für das Bahnpostamt 3, sondern dürfte einen bestimmten Kurs beinhalten. Genaueres kann ich Dir aus den o.a. Gründen nicht nennen.

Dein von Dir angegebene Link ist durch die Klammer nicht erreichbar. Hier die richtige Adresse:

http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/dd/e2d_4702.html

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
juni-1848 Am: 05.08.2012 09:49:15 Gelesen: 24645# 11 @  
@ Postgeschichte [#10]

Danke, Manfred, für erste Hinweise.

Natürlich habe ich in alten Postleitkarten geblättert und als kürzeste/schnellste Strecke PASSAU - MÜCHEN - MINDELHEIM - LINDAU - BERN gefunden. Allein diese Karten helfen - genauso wie das Ortsbuch für das Deutsche Reich - nur für "Dorf-Zustellungen".

Ich bin auf Deine gelegentliche Detail-Antwort gespannt.

Dank vorab und einen fröhlichen Sonntag, Werner
 
Rainer HH Am: 14.12.2012 14:17:19 Gelesen: 23852# 12 @  
Für meine Heimatsammlung habe ich abgebildeteten Beleg erwerben können. Der 1922 gelaufene Einschreibebrief aus China trägt neben dem Einschreibestempel einen R-Zettel "Vom Ausland über Bahnpost Nr. 19" Kann mir hier jemand etwas über den Leitweg innerhalb Deutschland und über "Bahnpost (-amt?) Nr. 19" etwas berichten?



Vielen Dank im Voraus, Gruß Rainer
 
calliostoma Am: 14.12.2012 16:14:48 Gelesen: 23832# 13 @  
@ Rainer HH [#12]

BPA 19 = Bahnpostamt Frankfurt

Der Brief ist über Italien und die Schweiz nach Deutschland gekommen und in der Bahnpost (vermutlich Frankfurt-Basel) "nachbezettelt" worden.

Gruss

Dirk
 
juni-1848 Am: 09.05.2013 11:10:08 Gelesen: 22979# 14 @  
Dieser Beitrag [http://www.philaseiten.de/beitrag/65031] scheint hier besser aufgehoben:

Den Ovalstempel habe ich in all den Jahren ganze 2 mal (rückseitig auf Eilbriefen als Durchgangsstempel) gesehen:



"VORARBEITESTELLE \ 25.8.60 -24 \ KÖLN HBHF"

Welche Funktion erfüllte eine Vorarbeitestelle ? Gibt es derartige Stempel auch von anderen Bahnhofspostämtern ?

Ker - welch ein verregneter Vatertag !
 
volkimal Am: 09.05.2013 12:09:10 Gelesen: 22968# 15 @  
@ Rainer HH [#12]

Hallo Rainer,

der Brief kommt aus Harbin. Diese chinesische Stadt liegt an der Transmandschurischen Eisenbahn mit direktem Anschluss an die Transsibirische Eisenbahn. Obwohl die Post von Harbin aus über die Transsibirische Eisenbahn viel schneller nach Deutschland kam (ca. 1 Woche), ist Dein Brief über Shanghai und per Schiff nach Deutschland gelangt. Damit war er fast 7 Wochen unterwegs.

Den Grund für diesen umständlichen Weg kenne ich nicht. Für den Transport mit der Transsibirischen Eisenbahn fehlte der Zusatz "Via Sibiria". Ob dieser einfach vergessen wurde, oder ob der Seeweg billiger war - keine Ahnung.

Der Stempel aus Shanghai trägt das Datum "20 Januar 12". Der Ankunftsstempel aus Hamburg ist vom 07. 03.1922. Das gibt mir Rätsel auf. In China wurde die Post innerhalb des Landes normalerweise mit Stempeln mit dem chinesischen Datum entwertet. Die Post ins Ausland trug normalerweise das Datum nach unserer Zeitrechnung.

Es ist so, dass unser Jahr 1912 zum 1. Jahr der chinesischen Zeitrechnung erklärt wurde (Errichtung der chinesischen Republik zur Jahreswende 1911/1912). Mann muss also zum chinesischen Datum jeweils 1911 Jahre addieren um auf unser Datum zu kommen. Das chinesische Datum "20 Januar 12" wäre bei uns also der "20. Januar 1923". Irgendein Stempel ist falsch eingestellt. Leider ist im Stempel aus Harbin keine Jahreszahl zu erkennen.

Viele Grüße
Volkmar
 
doktorstamp Am: 12.07.2013 18:20:56 Gelesen: 22625# 16 @  
http://www.youtube.com/watch?v=R0lLv2jfXSA

Spotlight on the Night Mail 1 (08:58)

http://www.youtube.com/watch?v=fyhIKXV8CKs

Spotlight on the Night Mail 2 (08:22)

Teil 1 und 2 aus dem Jahre 1948.

Viel Spaß beim Zuschauen

wünscht

Nigel
 
Altmerker Am: 21.01.2014 20:00:58 Gelesen: 21860# 17 @  
Ich hoffe, mit meinen beiden Bahnhofsbriefen liege ich an dieser Stelle richtig. Der eine Stempel lautet Leipzig BPA (Bahnpostamt), beim anderen muss man wissen, Halberstadt 2 war das BPA. Der Halberstadt-Brief wurde immer wieder benutzt, d.h. die Tagesstempelabschnitte neu aufgeklebt. Bezahlt wurde dann mit Monatsrechnung. Darin kamen täglich die Fotos aus der Redaktion in die Druckerei. Abfahrt 17 Uhr, Ankunft so eine Stunde später, dann die 100 Meter vom Bahnhof rüber zur Mettage.


 
Altmerker Am: 29.01.2014 19:55:14 Gelesen: 21780# 18 @  
Der Bahnpostbeleg ist nun ziemlich politisch. DDR-Journalistenverband, Volksstimme Magdeburg und Bahn veranstalteten bis 1989 vier Solidaritätsfahrten ab Magdeburg. Zwar gab es damals noch mehr Dampfrosse, aber es gab immer ein tolles Programm und die Züge waren (über)voll. Dazu hat die Betriebs-AG der Bahn Umschläge gestaltet. Passend dazu gab es eine Bahnpostabfertigung. Kreative Form, seinen Soli zu bezahlen und man hat es noch im Album. In den anderen Jahren ging es m. E. nach Blankenburg und Salzwedel.


 
Pommes Am: 25.03.2014 14:33:16 Gelesen: 21473# 19 @  
Hallo,

ich weiß nicht, ob der Beitrag aus dem Guardian zur Mail Rail in London hierher passt, aber für mich war es etwas neues, weil ich mich sonst so gar nicht mit UK beschäftige. Darüber hinaus enthält der Beitrag einige beeindruckende Bilder. Viel Spaß beim schmökern!

http://www.theguardian.com/uk-news/gallery/2014/mar/25/royal-mail-open-mail-rail-public-in-pictures

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
filunski Am: 25.03.2014 14:44:40 Gelesen: 21467# 20 @  
@ Pommes [#19]

Hi Thomas,

Just great! :-)

Peter
 
Altmerker Am: 20.04.2014 14:18:58 Gelesen: 21308# 21 @  
Ich bin nun kein Bahnpost-Spezialist, aber wer Interesse hat, es gibt die Chance, am 27. Juni etwas fast echt laufen zu lassen. Von Prag nach Brno, wo am 28.6. ein Geschichtsspektakel 100 Jahre 1. Weltkrieg abgeht, fährt ein Zug mit Salonwagen. Belege nimmt dafür das Postmuseum Prag entgegen. Schon am 30. April erscheint in Prag die Inlandspostkarte "Bahnpost" zu 18 Kronen.

Gruß
Uwe


 
Totalo-Flauti Am: 15.05.2014 22:02:31 Gelesen: 21121# 22 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auf der Ansichtskarte ist der Leipziger Postbahnhof aus Richtung Gleisfeld abgebildet. Im Postbahnhof befand sich das Postamt Leipzig N 18. Die Inbetriebnahme erfolgte zum 01.10.1912. Der Bau wurde etwa mit sieben Jahren zeitgleich mit dem Hauptbahnhof fertiggestellt. Es war seinerzeit der größte Postbahnhof. Mit 28 Gleisen war der Postbahnhof nicht viel kleiner als der Hauptbahnhof. Der Postbahnhof wurde als Kopfbahnhof an der "Ecke" Brandenburger Strasse / Rohrteichstrasse gebaut. Das Betriebsgelände erstreckt sich über knapp 58.000 m² und kostete über 4 Mill. Reichsmark. Ca. 16.000 m² waren überdacht. Im Postbahnhof wurden ein Annahmepostamt, ein eigenes Heizwerk, das Telegraphenzeugamt, ein Beutelreinigungswerk, Batterieladeeinrichtiungen und Werkstätten eingerichtet. Für die Bahnschaffner und Begleiter der Bahnposten waren Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden. Es waren noch weitere Verwaltungs- und Lagergebäude auf dem Gelände zu finden.

Dem Postamt wurden folgende Aufgaben zugeteilt:

- Wahrnehmung des gesamten Paketverladeverkehrs aus und für Groß-Leipzig und Umschlag der durchgehenden Sendungen,
- Abfertigung sämtlicher bei der Annahmestelle des Postamtes angelieferten Postsendungen
- Wahrnehmung der Geschäfte einer Grenzausgangspostanstalt im Verkehr mit Österreich/Ungarn
- Regelung des gesamten Postkraftwagenverkehrs für Groß-Leipzig.

In der alten Leipziger Packkammer mit einer Fläche von 3.282 m² wurden 1911 10,4 Mill. Stück in abgehender und 4,8 Mill Stück in ankommender Richtung bearbeitet. Weiterhin wurden täglich 100.000 Stück (auf das Jahr also 36 Mill. Stück) im Durchgangsverkehr umgeschlagen. 1915 mußten dagegen im Ein- und Abgang 300 Güter- und Bahnpostwagen in 24 Stunden bewältigt werden.

Der Betrieb innerhalb des Postbahnhofs wurde bis in die 1970-ziger Jahre überwiegend mit Elektrokraftwagen durchgeführt. Bis 1931 erfolgte die Verteilung und Sortierung der Postsendungen noch per Hand. Erst nach und nach wurden Sortieranlagen verwendet.

Die Stilllegung erfolgte 1994 im Zuge der Einstellung des Bahnpostverkehrs. Allzu viel steht von den alten Gebäuden heute nicht mehr. Die Gleise sind komplett abgebrochen worden. Die Frachtpost wird seit 1995 im Frachtzentrum neben dem Briefzentrum 04 in Radefeld in der Nähe des Leipziger Flughafens und direkt an der A 14 bearbeitet.



Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti

Literatur: Michael Reinboth, Sieghard Marsteller Vom Postamt Leipzig 18 zum Frachtpostzentrum Radefeld, Post-und Telekommunikationsgeschichte Heft 1 1997 Regionalbereich Ost ISSN 0949-8095
 

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