Thema: Neues vom BPP - Bund philatelistischer Prüfer
Richard Am: 12.05.2015 09:34:30 Gelesen: 118966# 48@  
Bericht von der Prüfertagung des BPP in Nürnberg am 18. April 2015

Ungewohnt zügig konnte der alte und neue Präsident des Prüferbundes, Christian Geigle, die über 100 Mitglieder und Gäste der diesjährigen Prüfertagung am 18. April 2015 in Nürnberg in die Spätnachmittagssonne entlassen. Das hatten sie sich auch verdient, galt es doch zuvor eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten, deren diesjähriger Höhepunkt sicherlich die Neuwahl der gesamten Vorstandschaft war.

Die intensive Prüfung der vier neuen Bewerber für eine Prüftätigkeit im BPP fand am Tag zuvor statt. Ein Kandidat strich von sich aus die Segel, als er realisierte, dass die Hürden für ihn noch nicht zu überwinden waren. Die drei anderen Bewerber erhielten von den Mitgliedern der Prüfungskommission einstimmige Befürwortungen und wurden ebenso einstimmig vom Plenum des BPP als außerordentliche Mitglieder gewählt.

In seinem umfangreichen Bericht verzichtete Präsident Geigle weitgehend auf einen Rückblick auf seine erste vierjährige Amtsperiode, sondern appellierte stattdessen an die Gemeinschaft, in Zukunft noch besser zu werden: „Die Mitgliedschaft im BPP ist auch eine Verpflichtung. Eine Gemeinschaft wie die unsere ist nur lebensfähig, wenn sie ein gut durchdachtes Regelwerk besitzt, an das sich alle Beteiligten halten. Dazu kommen persönliche Verlässlichkeit, kollegialer Umgang miteinander, die Fähigkeit zur Selbstkritik und der ständige Wille, sich und seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“ Geigle betonte, dass die Aus- und Fortbildung der Prüfer im BPP höchste Priorität habe. In 2015 werde es sowohl ein zweitägiges Fortbildungsseminar in München für jüngere Prüferkollegen als auch wieder ein Nachwuchswerbeseminar im Herbst in Wiesbaden geben.

Bei der anschließenden Neuwahl der Vorstandschaft trat Geigle erneut an und wurde mit über 80 % der Stimmen im Amt bestätigt. Seine Stellvertreter sind Peter Sem und Dr. Peter Provinsky, der für den nicht mehr kandidierenden Rolf Tworek nachrückt. Gunnar Gruber bleibt Schatzmeister und Geschäftsführer, während als neuer Schriftführer Claus Petry gewählt wurde. Sein Vorgänger Dr. Helmut Oechsner schied nach 29 Jahren Vorstandsarbeit auf eigenen Wunsch aus und wurde von der Versammlung auf Antrag von Ehrenpräsident Günter Bechtold einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt.

Die Überarbeitung und Anpassung der umfangreichen Regelwerke des BPP nahm in der Versammlung den gewohnt breiten Raum ein. Zuguterletzt standen noch zahlreiche Verlängerungen der Prüftätigkeit über die generelle Altersgrenze von 70 Jahren hinaus an. Hier konnte Präsident Geigle ein bisher einmaliges Jubiläum vermelden: Johann Ulrich Schmitt, weithin bekannter und geschätzter Prüfer für Bayern, aber auch viele griechische Sammelgebiete, ist seit 50 Jahren aktiv als Prüfer im BPP tätig. Er trat 1965 als 29-jähriger in den BPP ein und hat damit als erstes BPP-Mitglied überhaupt die magische Grenze von 50 Jahren Prüftätigkeit erreicht. „Nächstes Jahr ist endgültig Schluss“, sagte ein sichtlich gerührter Schmitt, als er eine Flasche Champagner und den Applaus der Versammlung entgegennahm.

Um 16 Uhr war dann für alle Schluss. Der alte und neue Präsident Geigle lud zum Festabend, der um 19 Uhr beginnen sollte. Bis dahin war erstmal Freizeit angesagt, bei Kaffee und Kuchen oder auch einem ersten Bier. Das ist es, was den Reiz der Veranstaltung ausmacht: Man sieht und trifft sich als „Prüferfamilie“, diskutiert, streitet miteinander, einigt sich und freut sich bei der Abreise schon auf die nächste Prüfertagung – same procedure as every year!
 
Quelle: www.philaseiten.de
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