Thema: Altdeutschland: Mecklenburg-Schwerin Postgeschichte
briefmarkenwirbler24 Am: 22.08.2015 10:47:57 Gelesen: 36439# 46@  
@ Magdeburger [#44]

Hallo Ulf,

aufgegeben wurde der an "Den Apotheker Herrn (seiner Wohlgeboren) Dr. Jesnetzer", in Magdeburg, Löwen-Apotheke adressierte Brief am 10.2 in Rostock. Das Jahr lässt sich wie immer nur eingrenzen, und zwar zwischen 1860 und 1866, was man anhand des Ganzsachen Umschlags ausmachen kann.

Von Rostock aus wurde der Brief am 11.2 in Richtung Hamburg verschickt, siehe siegelseitigen Ausgabestempel.

Von Hamburg aus ging es dann per Bahnpost weiter nach Berlin (die Gesamtstrecke Berlin-Hamburg wurde am 15.12.1846 erstmalig in Betrieb genommen). Weitere Hintergrundinformationen gibt´s hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Hamburger_Bahn

Von Berlin aus wird der Brief wahrscheinlich noch Potsdam passiert haben, bevor er dem Empfänger in Magdeburg zugestellt werden konnte.

Entgegen der am 19.6.1856 festgelegten Verordnung, die besagt, dass "die Entwertung der Freimarken mit Tagesstempel, die der Briefumschläge mittels Durchstreichung (mit blauer Tinte) der in dem Wertstempel befindlichen Zahl zu erfolgen hat", wurde dies bei deinem GU nicht durchgeführt. Damit sollte nämlich einer doppelten Verwendung entgegengewirkt werden.

Zu Taxierung:

Das Porto entsprach einem einfachen Brief unter 1 Loth über 20 Meilen, für den 5 Schilling, 3 Silbergroschen zu vergüten waren.

Zum zur Entwertung verwendeten Stempel:

Es handelt sich um einen 2Kr-Stempel mit Antiquabuchstaben in schwarz (der häufigste vom OPA Rostock verwendete Stempel).

So ihr seht was man alles aus so einem Umschlag rauslesen/-finden kann! :D

Liebe Grüße

Kevin
 
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