Thema: Händer verkauft Hitler Marken - zu 1.600 Euro Strafe verurteilt
SonjaD17 Am: 16.01.2016 00:27:23 Gelesen: 19363# 24@  
@ Vernian [#22]

Mir fehlen eigentlich die Worte.

Ich lebe mittlerweile u.a. in England und hier habe ich das Gefühl wird viel liberaler mit dem Thema umgegangen. Ich hatte erst Bedenken, wie man mich im Ausland als Deutsche empfängt. Warum? Na eben, weil ich auch zu denen gehöre, die in der Schule im Geschichtsunterricht mit dem Thema - jedes Jahr wiederholt - quasi gequält wurden. Über die Fahrten zur politischen Bildung (80 er/ 90er Jahre) will ich gar nicht erst reden (Traumata).

Schuldgefühle wurden meiner Generation in die Wiege gelegt. Meine Eltern waren Kleinkinder zu Kriegszeiten oder in der Nachkriegszeit groß geworden. Was war es, was mich nach meinem Umzug vor 5 Jahren ins Ausland überraschte? Die meisten haben mich hier mit offenen Armen empfangen. Über Geschichte wird ganz offen gesprochen. Na klar schaue ich mir auch in Museen die Beiträge zum 2. WK aus englischer Sicht an. Das ist auch Bildung.

Heute erkenne ich, sozusagen von außen betrachtet, daß diese Schuldgefühl-Erziehungspolitik in Deutschland, zumindest bei meiner Generation, total unnötig war, wenn nicht vielmehr sogar Schaden angerichtet hat.

Und wegen dieser Symbol-Hochstilisierung bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung im speziellen Fall von Briefmarken und einem armen Händler, der mit Sicherheit nichts Böses im Sinn hatte, da werde ich jetzt eben wütend. Tja, ...

Grüße zurück
Sonja
 
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