Thema: (?) (128) Neues vom VP - dem Verband Philatelistischer Prüfer
Richard Am: 11.01.2017 13:20:52 Gelesen: 43263# 112@  
Hexit, Katharsis – oder einfach nur Neuorientierung? Der VP reformiert sich!

11.01.2017 (wm) - Wer die exzellent gestaltete Homepage des Verbandes philatelistischer Prüfer e.V. (VP) in den letzten Monaten besuchte hatte, dem dürfte eine Pressemeldung vom 29. Oktober 2016 aufgefallen sein, in der über die Neubildung des Vorstandes und die Berufung zweier neuer Vorstandsmitglieder berichtet wurde, denn u.a. war der 2. Vorsitzende Dieter Hettler aus dem Vorstand ausgeschieden. Damals kündigte sich mit dieser Meldung bereits ein „Spurwechsel“ im VP an, der dann zum Jahresende noch deutlich sichtbarer wurde. Denn am 22. Dezember teilte der VP mit: „In beiderseitigem Einverständnis trennen sich der Verband philatelistischer Prüfer e. V. und Dieter Hettler. Mit seiner Kündigung vom 12.12.2016 beendet Dieter Hettler die Mitgliedschaft und Prüfertätigkeit im VP. … Der VP Vorstand teilt dazu mit, dass die Mitgliedschaft bereits mit Ablauf des 31.12.2016 vorfristig endet. … Ebenso mit verkürzter Frist endet die VP-Mitgliedschaft und damit auch die Prüfertätigkeit im VP von Heinrich Hubert Jendroszek (Prüfgebiete u.a. Deutsche Neben- und Abstimmungsgebiete 1. WK, Danzig sowie Polen) und Jens Müller (Helgoland) einvernehmlich per 31.12.2016.“

Insider werten den Vorgang als „Ende eines monatelangen Ringens“ zwischen zukunftsorientierten Kräften, denen es an einer Neuausrichtung, auch mit Blick auf verbesserte kollegiale Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, zumal mit dem BPP, gelegen war. Deshalb stimmte der derzeitige VP-Zustand auch der vorzeitigen Kündigung der Mitgliedschaft Hettlers zum Jahresende 2016 (statt 2017) zu. VP-Mitglieder beanstandeten Hettlers „barocken Führungsstil“, monierten aber speziell auch juristische Auseinandersetzungen, die der Verband in der Vergangenheit führen musste. Hierzu erklärte der derzeitige Leiter der Geschäftsstelle des VP, Axel Dörrenbach, auf Nachfrage: Es ist erklärtes Ziel des neuen VP Vorstandes, dass die Entwicklung des Verbandes in Zukunft und seine komplette Ausrichtung nicht länger von juristischen Querelen sondern ausschließlich von fachlichen philatelistischen Inhalten geprägt werden soll. Die Kündigungen der Herren Jendroszek und Müller wurden in gleicher Weise vom Vorstand vorfristig angenommen, da beide Herren oft und vielfältig in der philatelistischen Wahrnehmung kontrovers diskutiert wurden.

Das war offenbar sehr diplomatisch ausgedrückt, wenn man am gleichen Tag, dem 22. Dezember 2016, im „Bund-Forum“ unter der Schlagzeile „Aufräumen beim VP“ nachlesen konnte, dass Jens Müller angeblich sogar wegen der Unterschlagung von Prüfsendungen und Betrug vorbestraft sei. Dort wagte man die Prognose, dass „der VP-Vorstand entschlossen ist, sich von fragwürdigen Mitglieder (sic!) zu trennen und einen personellen Neustart zu wagen.“

Derweil zirkulieren Gerüchte, dass eines der ausgeschiedenen Mitglieder angeblich einen weiteren neuen Prüferbund zu gründen beabsichtigt, sogar „in den vergangenen Wochen am Telefon einzelne Personen bis hin zur Einschüchterung von seinen Ideen zu ‚überzeugen‘ gesucht hat.“ Es sei dahingestellt, wie viel Wahres an solchen Informationen enthalten ist, eines dürfte aber aus Sicht des Berichterstatters sicher sein: Einer weiteren Erosion des Prüfwesens wird durch mehr und mehr Prüferverbände nicht vorgebeugt. Insofern ist die Neuausrichtung des VP, die – so Dörrenbach – „auf dem erklärten Willen der verbliebenen VP-Mitglieder beruht“ (dies sind zur Zeit 20 ordentliche und außerordentliche) – nachvollziehbar, zumal wenn der Bund Philatelistischer Prüfer (BPP) dies ebenso zu würdigen weiß.
 
Quelle: www.philaseiten.de
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