Thema: Grösseren Teil einer Sammlung zu verkaufen - aber wie ?
drmoeller_neuss Am: 20.10.2017 13:26:57 Gelesen: 888# 3@  
Ich möchte hier keine Lanze für Briefmarkenhändler brechen. Manche verhalten sich wirklich wie die Axt im Walde, um es höflich auszudrücken. Und zum Entsorgen taugt dieser Posten wirklich nicht, wie man es inzwischen leider bei vielen Bund-/Berlin-Anfängersammlungen raten muss.

Auf der anderen Seite würde ein wenig mehr Realität Artaios71 auch nicht schaden. Was wir sehen, ist ein durchaus interessanter Posten, aber in unterschiedlicher Qualität. Und "Sahnestücke" bringen eben nur ihr Geld, wenn auch die Qualität "Sahne" ist. Das sehe ich hier nicht. Der Markt ist brutal, und Prüfer müssen ehrlich bleiben.

Trotzdem bietet ein solcher Posten "Chancen", um in der blumigen Sprache von Auktionatoren zu sprechen. Fast wertlose Massenware findet sich neben besseren Farben und Stempeln.

Leider funktioniert das Geschäftsmodell 50% - 50% dafür nicht. Wer soll für das Aussortieren der billigen Marken bezahlen? Ein Händler lebt vom Verkauf seiner Briefmarken. Gönnen wir ihm den Lohn eines durchschnittlichen Handwerkers, muss er an einem solchen Posten 1000 EUR Bruttoumsatz machen. Die kann er aber nur mit den "Sahnestücken" machen, die er noch vorher heraussuchen und zum Prüfen schicken muss. Dann bleibt auf der Ankaufsseite eben nur 100 EUR über.

Oder Artaios71 macht sich selbst die Mühe und sortiert das Material vor. Natürlich wird es passieren und sich nicht vermeiden lassen, dass eine vermeintlich teure Marke zum Prüfen eingeschickt wird, die auf dem Markt noch nicht einmal die Prüfgebühr erlöst. Diesen Verlust müssen die "guten" Marken mit ausbaden.

Ein fairer Weg wäre es, die Sammlung auf den Philaseiten in einer Auktion anzubieten. Dafür wird der Posten am besten grob aufgeteilt, d.h. Infla separat, Klassik separat nach Ländern etc.

Das bereits geprüfte Material wird einzeln gezeigt. Der "Markt" sorgt für einen gerechten Preis. Dieser berücksichtigt natürlich das Risiko, ungeprüftes Material in unterschiedlicher Qualität zu erwerben. Auf den Philaseiten fallen keine Provisionen an, weder für den Käufer noch für den Verkäufer.

Eine Einlieferung in ein Auktionshaus wäre natürlich eine Alternative. Dann übernimmt der Autionator die Arbeit für das grobe Vorsortieren und die Beschreibung und den Verkauf und event. Prüfungen. Das geht vom Verkaufserlös ab (ca. 20% Abzug für den Einlieferer, Aufschlag für den Käufer ebenfalls ca. 20%). Die Konkurrenz unter solchen Posten ist natürlich groß. Man darf sich keinen Illusionen hingeben, und der Auktionator möchte nicht Kataloge mit blumigen Beschreibungen füllen, sondern verkaufen.
 
Quelle: www.philaseiten.de
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