Thema: Einschreiben: Belege und Informationen
Totalo-Flauti Am: 30.08.2018 09:50:19 Gelesen: 21130# 146@  
Liebe Sammlerfreunde,

im Anhang zeige ich Euch einen rekommandierten = eingeschriebenen Brief aus dem sächsischen Postbezirk von Leipzig nach Altenburg vom 23.3.1861. Für die Kennzeichnung eingeschriebener Briefe wurden bei vielen Postämter der Zackenrechteckstempel "Recomandirt" angeschafft. Er wurde regelmäßig in Rot abgeschlagen.

Der Brief wurde porto versandt. Der Absender hatte das Porto zu bezahlen. Entgegen den Verhältnissen im DÖPV wurde im sächsischen Postbezirk kein "Strafporto" in Form eines zusätzlichen Neugroschen bei Portobriefen gefordert. Da auch der Inhalt vorliegt, kann ich den Brief wiegen. Mit 29 Gramm wog er fast 2 Loth. Altenburg lag mit 5 Meilen Entfernung von Leipzig aus noch im ersten Entfernungsrayon. Mit der Gewichts- und Entfernungsprogression kostete der Brief 1 Neugroschen. Die Rekommandation kostete zusätzlich 2 Neugroschen. Zusammen mußte der Empfänger die in Blau ausgezeichneten 3 Neugroschen zahlen. Der Brief wurde in Altenburg im ersten Bestellgang ausgetragen.

Im Leipziger Oberpostamt gab es wahrscheinlich einen eigenen Schalter für eingeschriebene Briefe. Der Postbeamte hatte zur Unterscheidung einen eigenen Stempel. Dieser ist an der Schriftart (Grotesk) zu erkennen. Dieser Grotesk-Stempel kommt bisher nur auf eingeschriebene Briefen vor. Nach Sammlerfreund Klaus Fritzsche "Die Entwicklung der Leipziger Poststempel" Band I wurde der Stempel von 1860 bis 1867 verwandt.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
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