Thema: Portobestimmung von Belegen: Altdeutschland Bayern - Schweiz
bayern klassisch Am: 21.12.2018 14:16:14 Gelesen: 3372# 27@  
Liebe Freunde,

ein Brief, den ich nicht 100%ig verstehe. Unterstellen wir, dass Bayern sein Franko im Nenner und das Weiterfranko für die Schweiz im Zähler notierte, ergäbe sich folgende Möglichkeit.



Fellheim 6.5.1849, frankiert mit 12 Kreuzern und 4 Kreuzern vom Absender, nach Schönenwerd (Solothurn) per Aarau in der Schweiz an die Firma Bally Söhne, die wir heute noch durch ihre Schuhprodukte kennen.

12 Kreuzer kann ich nur erklären mit dem Postvertrag Baden - Bayern vom 1.8.1843 für einfache Briefe bis 1/2 Loth über 15 Meilen als Gemeinschaftstaxe Bayern + Baden (Fellheim - Basel zum Beispiel). Dann 4 Kreuzer für die Schweiz ab Basel für Briefe über 10 - 25 Wegstunden als Auslandstarif.

Problem: 4 Kreuzer passen hier ab Basel nicht, weil Schönenwerd bis 10 Wegstunden (45 km) von Basel entfernt lag, so dass hier 2 Kreuzer gereicht hätten. Da die Gewichtsstufen gleich waren, können wir 1. Gewichtsstufe Bayern und 2. Gewichtsstufe Schweiz ausschließen.

Alternativ: 3 dieser 4 Kreuzer durfte noch Basel behalten und gab 1 Kreuzer an den Kanton Solothurn? Aber das ist pure Spekulation und für mich wenig glaubhaft.

Siegelseitig sehen wir aber einen Zürcher Stempel vom 9.5.1849, so dass die Leitung wohl von Fellheim via Lindau (4 Kreuzer für einfache Briefe über 6 - 12 Meilen = 68 km hier konkret) unterstellt werden müsste. Sollten die 4 Kreuzer im Zähler also für Bayern gedacht sein?

Wenn ja, dann hätten wir 12 Kreuzer fremdes Franko für Zürich. Nach dem Auslandstarif der Schweiz gab es aber nur die Tarifstufen bis 10, über 10 - 25, 25 - 40 und über 40 Wegstunden und die kosteten 2, 4, 6 und 8 Kreuzer, aber keine 12. Die siegelseitige 3 von Zürich ergibt dann auch keinen Sinn, weil es dann noch 9 Kreuzer wären und ungerade Taxen sollte es in der Schweiz schon gar nicht gegeben haben.

Für Lösungsvorschäge wäre ich sehr dankbar, denn in dieser Zeit von 1849-1852 ist alles nicht so einfach.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
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