Thema: Portobestimmung von Belegen: Altdeutschland Bayern - Schweiz
briefmarkenwirbler24 Am: 24.02.2019 10:34:17 Gelesen: 1704# 44@  
@ bayern klassisch [#43]

Hallo Ralph,

dann möchte ich mein Glück doch mal versuchen:

Dein Brief wurde in Lindenberg bei Lindau am Bodensee geschrieben und die Aufgabepost war Röthenbach/Bahnhof.

Hierzu als Hintergrundinformation bis zum 10.01.1852 wurde der Mühlradstempel mit der Nummer "391" Wirtheim zugeschrieben, ab dem 01.04.1853 Stadtprozelten und ab dem 31.05.1854 dann Röthenbach/Bahnhof, also bei deinem Brief ist der Stempel gerade mal 4 Monate dort benutzt worden.

Nun meine Vermutung zur Taxierung:

Der Postler von Röthenbach/Bahnhof taxierte den Brief mit "3/3", also 3 Kreuzer für Bayern bis Lindau und 3 Kreuzer für die Schweiz bis Wohlen, was auch der Frankatur von 6 Kreuzer auf dem Brief entsprach. Jedoch lag Wohlen bis zum 31.08.1859 für bayrische Briefe im 2. Rayon der Schweiz, sodass 6 Kreuzer fremdes Porto richtig gewesen wäre und insgesamt 9 Kreuzer hätten verklebt werden müssen (6x+3x).

Der Brief wurde dann mit dem Dampfboot über den Bodensee transportiert und Zürich taxierte ihn dann aber richtig mit 30 Rappen Gesamtporto, 10 Rappen für Bayern (=3 Kreuzer) und 20 Rappen für die Schweiz (= 6 Kreuzer). Oben rechts in der Ecke lese ich "3 Kr", vielleicht erkannte Zürich den Fehler und forderte den fehlenden Betrag ein?

Liebe Grüße

Kevin
 
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