Thema: Portobestimmung von Belegen: Altdeutschland Bayern - Schweiz
bayern klassisch Am: 24.02.2019 13:47:30 Gelesen: 1687# 45@  
@ briefmarkenwirbler24 [#44]

Hallo Kevin,

fast eine perfekte Beschreibung - Chapeau! Vor allem die Besonderheit des Mühlradstempels (selten!) hast du perfekt heraus gearbeitet und auch den Schweizer Teil gut beschrieben.

Aber die Besonderheit, die du noch nicht angesprochen hast, war die, dass nach dem Vertrag vom 1.10.1852 keine Teilfrankobriefe mehr akzeptiert wurden und im Falle einer Unterfrankatur der Wert der verklebten Marken verloren war, da ihn keine Postverwaltung anrechnen durfte! Im Postverein war das anders und genau das hat für Probleme bei der kleinen und unbedeutenden Aufgabepost Röthenbach gesorgt, die ja erst wenige Monate existierte.

Zürich mit seinen sehr routinierten Postbeamten wusste natürlich um diese Besonderheit des Vertrages und erkannte die Marke nicht an. Bayern hatte ja noch oben rechts das fehlende Franko mit 3 Kreuzern notiert. Zürich sagte, dass man dem Vertrag hier gar nichts frankiert wurde und demnach, du hattest es richtig ausgeführt, das volle Porto eines unfrankierten Briefes von 30 Rappen beim Empfänger angefordert.

Für Bayern war diese Eselei des Lindenberger Absenders ein Segen, bekam man doch 6 Kreuzer für die Marke und später 3 Kreuzer von der Schweiz überwiesen = 9 Kreuzer, also das Dreifache dessen, was man regulär zu bekommen gehabt hätte.

Erst mit dem 1.7.1856 kippte man diesen retardierenden Vertragspassus und rechnete das zu wenig Frankierte an. Dann hätte dieser Brief nur 10 Rappen für die Schweiz gekostet.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
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