Thema: Belege aus der eigenen Familiengeschichte
volkimal Am: 03.03.2019 14:12:26 Gelesen: 18722# 217@  
Hallo zusammen,

Victor John wurde nach der Gefangennahme nach Japan gebracht. Er kam zunächst nach Matsuyama, einem kleinen engen Lager, wo es ihnen nicht gut ging. In der damals 38.000 Einwohner zählenden Stadt Matsuyama befanden sich drei getrennte Lager mit zusammen ca. 400 Insassen. Sie wurden am 12.11.1914 eröffnet. Die Gefangenen bekamen die Nummern ab 2766. In welchem der drei Lager Victor John war, ist mir nicht bekannt. Er hatte die Gefangenen Nr. 2940.



Die Postkarte trägt oben rechts den kleinen roten Namensstempel „Motomiya“. Mit diesem Stempel übernimmt der Zensurbeamte die Verantwortung für deren unverfänglichen Inhalt. Auf der rechten Seite sind nebeneinander zwei orange Stempel abgeschlagen. Der Ellipsenstempel (links) ist ein Zensurstempel, der rechte Stempel bedeutet Kriegsgefangenenpost. Solche Einzelstempel gab es in allen schon 1914 gegründeten Lagern. Zusätzlich ist auf der Karte ein roter Stempel „Service des prisonniers de guerre“. Diesen Stempel erhielten fast alle ausgehenden Postsachen, soweit es keine amtlichen Vordrucke waren. Das handschriftliche Zeichen links von der Anschrift bedeutet Deutschland.
Victor John hat diese japanische Ansichtskarte an seine Schwester Anne-Marie John in Berlin geschickt.

Viele Grüße
Volkmar
 
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