Thema: Motiv Bücher, Zeitschriften und andere Druckwerke
Altmerker Am: 18.05.2019 19:24:55 Gelesen: 7409# 154@  
Ein spannendes Kapitel der Pressegeschichte des 20. Jahrhunderts verkörpert die Historie der „AIZ“ (Arbeiter-Illustrierten-Zeitung). 1921 als „Sowjetrussland in Wort und Bild. Internationale Zeitschrift“ gegründet, gab das „Auslandskomitee zur Organisation der Arbeiterhilfe für die Hungernden in Russland“ die Publikation heraus. Begründer und verantwortlicher Redakteur war Willi Münzenberg, unter dessen Leitung zwischen 1922 und 30. November 1924 die deutsche Ausgabe den Titel „Sichel und Hammer“ trug. Monatlich erschien im Neuen Deutschen Verlag in Berlin die sehr hohe Auflage von über 180.000 Exemplaren.
Die von Münzenberg geleiteten kommunistischen Medienunternehmen waren der zweitgrößte Medienkonzern der Weimarer Republik - nach dem rechtskonservativen und antisemitischen Alfred-Hugenberg-Konzern.

Für die AIZ schrieben so bekannte Schriftsteller wie Maxim Gorki, Kurt Tucholsky als Theobald Tiger, Anna Seghers und Franz Carl Weiskopf, der auch Chefredakteur war. Seit 1929 veröffentlichte John Heartfield in der AIZ seine politischen Fotomontagen.

Die faschistische Diktatur brachte das Verbot der Wochenzeitung mit einer unvorstellbaren Auflage von einer halben Million Exemplaren (1932) zum 5. März 1933. Bereits ab 25. März 1933 erschien die AIZ in Prag, ab 1935 mit dem Untertitel „Das illustrierte Volksblatt“  bzw. „Volksillustrierte“.

Gruß
Uwe


 
Quelle: www.philaseiten.de
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