Thema: (?) (1315/1317) Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
DERMZ Am: 19.11.2019 17:11:48 Gelesen: 4127# 1295@  
@ philast [#1271]

Hallol philast

jetzt bin ich dazu gekommen, den Text zu lesen und ich hoffe, daß ich nicht total daneben liege mit meiner Interpretation:

Mainz 22. IV 18
Liebste Eltern!
Seid mir nicht ungehalten, daß ich
Euch bis jetzt keinen ausführlichen Brief
geschrieben habe. Aber ich glaube nämlich nicht
recht daran, daß Briefe nach Österreich durchge-
lassen werden. Wenn ich dennoch schreibe, so
will ich eben nur den Versuch ??? machen,
obwohl ich kaum eine Nachricht erhalten werde
ob ihr den Brief bekommen habt. denn hierher
verirren sich nur höchst selten Nachrichten aus Wien
und an mich hat sich bis jetzt noch nichts verirrt.
Aber da kann man nichts machen, als
warten bis es besser wird. Einmal muß
es ja anders werden. Ewig werd ich ja nicht
hier bleiben. - Meine Lieben, meinetwegen
braucht Ihr ganz unbesorgt zu sein, mir geht
es hier ganz gut und wird es an der Front
wahrscheinlich noch besser gehen. Denn draussen
ist die Verpflegung sehr gut. - Heute nacht
ist ein ???asp. von Batterie III von unserem
Rgmt. hier angekommen. Der Fürnkranz der damals, wie wir im Dezember
hinausgegangen sind nach Russland
-2-
mein Transportkommandant war. Ein
großer Parka (?) mit einem Pelz. Also der
ist mit dem Batt. am Anfang März von
Kowel abgeangen nach dem Westen. ...
war bei seinem Batt. bis zum Ende März, da
hat er nämlich einmal mit einem fremden
Gewehr irgendwie ungeschickt hantiert.
Kurz un gut, es hat das Gewehr in Fetzen
gerissen und ihn in der Gegend des Auges
verwundet, da kam er dann ins Spi-
tal, und von dort kommt er jetzt hierher.
Er erzählt, daß es draußen gar nicht so
arg ist, als er es sich vorgestellt hatte. Man
gewöhnt sich an Alles. Er hat auch öfter
mit Hostalek gesprochen und sagt, er geht
im sehr gut. Also steht mir nur Gutes bevor,
wenn ich zu meinem Batt. komme.
Auch meint er meine Sachen dürften
noch ziemlich sicher mitgeführt werden.
Wo ich bin neugierig darauf aber
muß ich Euch gefaßt machen: Er
-3-
sagt nämlich, was ich Euch schon ein-
mal gesagt: An eine Postverbindung
ist kaum zu denken
. Er hat seit März
keine Nachricht von zu Hause und dürfte
auch seine Post nicht nach Haus gekommen
sein. Also darauf müßt Ihr Euch schon
gefaßt machen. Nicht daß Ihr dann
beunruhigt seid, wenn keine Nachricht
von mir kommt
. Ich werde alles mögliche
versuchen, aber wenns nicht geht, kann
man eben nichts machen. Und nun
meine Lieben, hoffe ich noch, daß zu Hause
alles wohlauf ist, Vaters Zustand sich
gebessert hat und auch Many Onkel (?) ge-
sund ist. Recht viele Grüße an Alle
Verwandten und Bekannte und
viele Küsse an Euch liebste
Eltern verbleibe ich Eucher dankb. Sohn
Oskar


Ich hoffe, es haben sich nicht zu viele Fehler eingeschlichen und die Fantasie ist auch im Zaume geblieben.

Beste Grüße Olaf
 
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