Thema: Einschreiben: Belege und Informationen
Pete Am: 12.12.2009 17:21:55 Gelesen: 151698# 66@  
@ Martinus [#64]

Habe direkt noch eine Frage, warum ist diese Portoverwendung im Briefekatalog nicht aufgeführt ?

Der Michel-Briefe-Katalog listet im Normalfall lediglich Einzel- (EF), Mehrfach- (MeF) und Mischfrankaturen (MiF) auf, unabhängig davon, wie diese zustande kommen. Wichtig ist hierbei nur, dass der Beleg mit entsprechender Frankatur portogerecht ist.

Wenn man nach den Verwendungsarten sammelt, können je nach Verwendungsdauer einer Serie (z.T. über mehrere Portoperioden hinweg) verschiedene Verwendungsarten zustande kommen.

So kann es sein, dass die Einzelfrankatur einer bestimmten Briefmarke für Beleg A die Normalerhaltung darstellt, während Beleg B und C mit dieser Einzelfrankatur (große) Seltenheiten darstellen (Bsp. von muemmel siehe Beiträge 48, 49 und 50: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=1155&CP=0&F=1#newmsg).

Bei der Masse an Portostufen kann der Michel nicht jede einzelne Verwendungsform (in deinem Beispiel als Einschreiben) darstellen, speziell wenn es sich um Mehrfachfrankaturen handelt. Gerade unter der Verwendung von kleinen Nominalen kann sich der Sammler richtig "austoben" (Bsp. Verwendung der kleinen Werte aus der aktuellen Dauerserie "Blumen" ab Beitrag 78 von Henry: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=1&ST=472&CP=0&page=3).

Je nach Größe des eigenen Sammelgebietes kann man relativ zügig ein Gefühl dafür bekommen, welche Portostufendarstellungen mittels Briefmarken häufig (d.h. die Regel) und welche selten sind. Hierbei zu beachten sind auch die Möglichkeit des Verwendungszeitraumes (Ausgabedatum der Marke - maximal Gültigkeitsende) über Verfügbarkeit am Schalter (abhängig von der Briefmarkenmenge bzw. Verteilung an die Schalter seitens der Oberpostdirektion bzw. dessen Nachfolger) bzw. Automaten bis hin zum Verkauf und Akzeptanz bei der Bevölkerung (letzteres dürfte die relative Seltenheit aktueller nassklebender Sondermarken erklären, d.h. selbstklebende Marken werden bevorzugt in der Postfiliale/ Postpoint verkauft). Gerade einige Infla-Marken wie z.B. die MiNr. 307 ist deswegen echt gestempelt so selten, weil diese Marke nur an einigen (wenigen) Orten im Deutschen Reich und nur wenige Wochen als EF, MeF bzw. MiF vernünftig verwendbar war, ohne gleich ganze Bogenteile bzw. Schalterbogen für die Frankatur eines einzigen Briefes aufwenden zu müssen.

Es ist doch portogerecht, heißt 24 Pfennig für den Brief und 60 Pfennig für das Einschreiben! Kann mir jemand helfen?

Richtig; 24 Pf für den Versand als Fernbrief bis 20g in der Portoperiode vom 01.03.1946 - 31.08.1948 und zusätzlich 60 Pf Einschreibegebühr. Eine Auflistung der Portostufen ab dem 01.12.1933 findet sich z.B. im Michel-Deutschland-Spezial-Katalog Band 2 vor der BRD Mi-Nr. 111.

Gruß
Pete

Nachtrag:

Ich hatte mir vor einigen Jahren einmal den Spaß gemacht, die Verwendungsmöglichkeiten der Briefmarken des Abstimmungsgebietes Oberschlesien (4 Portoperioden, verteilt auf knapp 2,5 Jahre von 1920-1922) in den häufigsten Verwendungsformen (Postkarte, Drucksache, Brief in diversen Gewichtsstufen mit/ ohne Zusatzleistung Einschreiben) als Einzel- und Mehrfachfrankatur für das In- und Ausland darzustellen. Da kam einiges zusammen, wie man die Briefmarken (Nennwerte von 2,5Pf - 20Mk) verwenden konnte. Hinzu kam zeitgleich die erstmalige Erstellung einer Auflistung der Druckdaten (Angabe ausschließlich der Tages- und Monatsangabe ohne Jahresangabe auf den Schalterbogen) der Briefmarken in zeitlicher Reihenfolge, verteilt auf die gesamte Abstimmungszeit (in Zusammenarbeit mit einem Sammlerkollegen), um Rückschlüsse auf das Vorhandensein diverser Marken am Postschalter ziehen zu können. Die Ergebnisse erklärten teilweise einiges an vorhanden Frankaturarten (EF; MeF; MiF) zur jeweiligen Portoperiode.
 
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