Thema: (?) (313) Rumänien: Belege nach 1945
Quincy Am: 26.04.2021 19:32:57 Gelesen: 4867# 306@  
@ 10Parale [#305]

Die rumänische Revolution ist auch in meinem Gedächtnis sehr markant eingebrannt, denn ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, sie auch hautnah miterlebt zu haben. Hier drei Blitzlichter von meinen damaligen Erlebnissen:

- Am 18. Dezember 1989 traf ich in Bukarest ein, um im Auftrag des damaligen deutschen Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) den Fortgang von Projekten im Rahmen der "Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit mit Rumänien" zu koordinieren.

- Am 22. Dezember 1989 wurde ich überraschend sehr früh morgens von deutschem Botschaftspersonal in meinem Hotel an der Calea Victoriei (unweit des ZK-Gebäudes) abgeholt und in die damals etwas außerhalb der Innenstadt liegende Deutschen Botschaft in Sicherheit gebracht.

- Dort verbrachte ich zwei Tage und eine Nacht, zeitweise im Untergeschoss, als in der nahen Innenstadt die Revolution mit Gewehrschüssen, Artillerie und Bränden tobte. Gesehen habe ich außer Rauchschwaden und nächtlichem Feuer nicht viel, aber gehört umso mehr.

- Am 23. Dezember wurde ich spätnachmittags zusammen mit anderem Botschaftspersonal zum Flughafen Otopeni gebracht. Dort wartete eine Maschine der Bundeswehr, die uns heil nach Köln-Porz zurückbrachte. Wir mussten dazu allerdings an der Zentrale des rumänischen Fernsehens vorbei, wo offensichtlich die Kämpfe noch nicht ganz vorüber waren.

Heute aus dieser dramatischen Zeit wieder ein Einschreiben des Forschungsinstituts für technologische Projekte im Transportwesen, abgestempelt am 4. Dezember 1989. Dieses Schreiben war übrigens der Auslöser, warum ich kurz vor Weihnachten noch nach Bukarest geflogen bin.



Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
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