Thema: Die Philastempel Datenbank - Dokumentation und Auswertung
DL8AAM Am: 17.09.2021 13:52:26 Gelesen: 5531# 1374@  
@ Pete [#1373]

Das Problem dabei ist "nur", dass sämtliche Frankiervermerke des Frankierservices schon seit immer unter "sonstige Freimachungsvermerke" registriert wurden. Vermutlich weil sich diese von den Postfreistempeln (wie Schalterlabel) hinsichtlich des fehlenden "Wertstempelteiles" unterscheiden. Dadurch unterscheiden sich die Frankiervermerke des modernen Frankierservices auch von den alten, klassischen Postfreistempeln. Nur weil jetzt zufällig eine Gerätenummer zusätzlich angegeben wird, ändert sich ja nichts an deren Charakter.

Aber ja, im Prinzip könnte man sie aber trotzdem als (Post-) Freistempel bezeichnen, als "Franco"-Stempel, aber dazu würden natürlich auch die alten Handstempel "Gebühr bezahlt bei Postamt xxxx" zählen (sogar die Eindrucke). Denn auch diese stempeln eine Postsendung frei ("franco"). Nur hat sich hier über die Jahrzehnte eine abweichende Einordnung und Nomenklatur ergeben und man grenzt diese (auch international) als "Postage Paid Indicia" (PPI), als "Gebührbezahlt-" bzw. "Entgeltbezahlt-Vermerke", ab - obwohl diese natürlich immer noch per Grunddefinition eigentlich echte Franco-Hinweise sind.

Deshalb werden die "Postfreistempel" des Frankierservices auch international nicht als Freistempel bzw. nicht als "Metered Postage" anerkannt und erscheinen folglich auch nicht in den entsprechenden Katalogwerken. In der Regel werden dort selbst "Postfreistempel" mit einen ausgewiesenen Frankaturwert ("2 Cent", "50 Pf.") nicht als "Freistempel" anerkannt und erfasst, da die Portoabrechnung in diesen Fällen nicht über einen Portowert-Zählwerk ("metered", = gemessen/gezählt) erfolgt (sondern nachgeschaltet über Listen, über Additionen), d.h. es handelt sich folglich auch nicht um ein "metered postage". Unter Postfreistempel werden nur echte "Post Office Meter" (d.h. Schaltergeräte) erfasst, d.h. Schalterfreistempel oder -Label, die bei Vorlage einer Kundensendung aufgebracht werden (d.h. die nach Kassenschluss über das interne Portokassen-Zählwerk des Schaltergeräts "gegen die Kasse" abgerechnet werden, d.h. "ge-meter-t" werden).

International spiegelt sich diese Zweiteilung auch sprachlich schon lange wider ("Metered postage" versus "Postage Paid Indicia"), während man im Deutschen noch an der uralten "FRANCO"-Stempelidee ("Freistempel") aus der Vorbriefmarkenzeit festgehalten hat.

Nur das soweit zum Hintergrund. Und eben wegen dieser unpräzisen, zu allgemeinen bzw. etwas schwammigen Sprachregelung, kommt es häufiger immer wieder mal zu diesen sprachlichen Missverständnissen. Die Frage ist nur, wollen wir wirklich immer noch "Entgeltbezahlt-Stempel" unter den echten "Freistempeln" (AFS/PFS) listen?

Übrigens, wenn man ganz allgemein in der Kombisuche, im Feld Volltextsuche FF99000034 eingibt, erscheint dieser "Entgeltbezahlt-Freistempel", egal unter welcher Oberkategorie dieser eingestellt ist. ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
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