Thema: Umstellung auf 4-stellige PLZ durch Aufnullung am Beispiel Hanau und Burghaun
Christoph 1 Am: 07.11.2021 19:43:12 Gelesen: 2796# 4@  
@ StephanN [#3]

Hallo Stephan,

die erste Verwendung eines Poststempels (nicht AFS) mit Ortsbezeichnung HANAU (ohne Zusatz) finde ich in den beiden relevanten Stempeldatenbanken am 21.2.1972. Da in der Folge zahlreiche weitere Abschläge in kurzen zeitlichen Abständen dokumentiert sind, gehe ich davon aus, dass die Einführung dieser Stempel nicht allzu lange vor dem Februar 1972 erfolgt sein kann. Sonst gäbe es dazu in den Datenbanken auch die entsprechenden Nachweise.

Dass auch nach der Einführung neuer Stempelgeräte die vorhandenen älteren Stempel noch eine Weile weiter verwendet wurden, ist ganz normal. Das ist in allen Orten so.

Gehen wir also von einer postalischen Namensänderung zum Jahreswechsel 1971/1972 aus. Da gibt es demnach weder einen unmittelbaren Zusammenhang mit der deutschlandweiten Einführung der PLZ-Aufnullung, noch mit der Gemeindegebietsreform in Hessen (die war im Jahr 1974).

Leider kann ich Dir die Frage auch nicht beantworten, warum man bei der Post zwischen 1962 und 1972 auf den Zusatz "am Main" so viel Wert legte. Davor war dieser Zusatz ja in den Stempelgeräten (vor Einführung der PLZ 645) auch nicht enthalten gewesen. Auch meine erste Vermutung, dass der Zusatz eventuell der Abgrenzung von einem anderen, gleichnamigen, Ort gedient haben könnte, ließ sich nicht bestätigen. Ich habe keinen anderen Ort namens Hanau gefunden.

Ein ähnliches Beispiel ist mir aus meinem Sammelgebiet bekannt: Die Stadt Bad Driburg hatte bis Mitte/Ende der 1970er Jahre in allen Stempeln den Zusatz "Westf." also "BAD DRIBURG, WESTF" für Westfalen. Dieser Zusatz ist dann ab etwa 1979 entfallen. Die Gründe sind mir ebenfalls nicht bekannt.

Viele Grüße
Christoph
 
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