Thema: (?) (234) Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Magdeburger Am: 01.08.2010 15:46:29 Gelesen: 108549# 39@  
Hallo Zusammen,

ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass die Taxierung von "A" nach "B" über "C" laufen kann. Passend dazu habe ich folgenden Paketbegleitbrief am 20.Januar 1857 in Nürnberg (Bayern) aufgegeben und nach Langensalza (Preussen) gelaufen.

Das Paket wog in Nürnberg 22 Loth und es wurde noch 2x nachgewogen. In Erfurt, dort handschriftlich mit Ortname, sind es 20 Loth und möglicherweise dort nochmals mit 20 2/10 Loth neu bestimmt.

Zusätzlich ist über dem Franco-Vermerk, eine Wertdeclaration von 11 Gulden vorhanden.

Der Gebührenbaum lautet 11 Kreuzer / 11 Kreuzer / 6 Kreuzer - total 28 Kreuzer.



Siegelseitig wurde mit hoher Sicherheit in Erfurt, scheinbar als Packkammerhilfsstempel - Uhrzeit fehlt, noch in blau f(ranco) 1 3/4 (1,75 Sgr) notiert.



Der Laufweg dürfte demnach Nürnberg - Thurn & Taxis - Langensalza. Zwischen Preussen und Thurn & Taxis ist der Austausch zwischen Gotha - Erfurt.

Bei der Taxierung über Gränzpunkte ist eigentliche in der entsprechenden Landeswährung zu rechnen. Daraus folgt: Für Bayern in Kreuzer, für TuT wahrscheinlich ebenfalls in Kreuzer und für Preussen in Silbergroschen.

Die mittlere "11" wird somit TuT zuzuordnen sein - Transit wird mit 30 Meilen angegeben - und damit ist der Mindestfahrposttarif von 9 Kreuzer + 2 Kreuzer Werttaxe hier anzuwenden.

Nun fangen die Schwierigkeiten an. Für Preussen sollten eigentlich 1 Sgr Mindestfahrposttarif + 1 Sgr Werttaxe = 2 Sgr = 7 Kreuzer anzuwenden sein. Durch die siegelseitige Notierung von f(ranco) 1 3/4 Sgr (entspricht den 6 Kreuzer und sehr wahrscheinlich in Erfurt notiert) gehe ich davon aus, dass dies Preussen zusteht.

Die obere "11" wäre schließlich dann Bayern zuzuordnen. Die Berechnung wäre hier dann wie bei TuT, jedoch bei einer Entfernung größer 20 Meilen.

Die vorseitige rote "1/2" ist das Bestellgeld in Langensalza.

Wer kann mir bei Laufweg helfen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
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