Thema: Einschreiben: Belege und Informationen
reichswolf Am: 10.09.2010 22:46:13 Gelesen: 145992# 77@  
@ Hawoklei [#75]

Heute habe ich einen weiteren Beleg bekommen, der gut zu unserem letzten Thema, den Notmaßnahmen, passt. Es handelt sich dabei um einen eingeschriebenen Brief der zweiten Gewichtsstufe vom 26.06.1946, frankiert mit einer MiNr. 925W (= Walzendruck, erkennbar an den Walzenstrichen auf dem Unterrand) und einer 936 der Gemeinschaftsausgaben der Alliierten Besetzung. Die verklebten 108 Pfennig setzen sich zusammen aus 48 Pfennig für den Brief und 60 Pfennig für die Einschreibung.

Die Marken wurden entwertet mit dem wiederverwendeten Vorkriegsstempel AACHEN 4 d. Bei diesem Stempel wurde der Stern vor der 4 aptiert. Er wurde nach Kriegsende wiederverwendet, weil ein Mangel an neuen Stempel herrschte. Ebenso fehlte es an Einschreibezetteln, weswegen das Postamt Aachen 4 einen Gummistempel mit der Inschrift R Aachen 4a anschaffte, in den die Einschreibenummer handschriftlich eingetragen wurde.

Der Brief lief nach Hofheim am Taunus, wo er rückseitig ebenfalls einen wiederverwendeten Vorkriegsstempel als Ankunftstempel bekam. Leider ist dieser schlecht abgeschlagen und kaum mehr lesbar.



Beste Grüße,
Christoph
 
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