Thema: Gibt es Sammler von Fälschungen ?
bovi11 Am: 23.10.2023 17:54:30 Gelesen: 1144# 29@  
@ Attila [#28]

"Ich halte es für ein sehr großes Manko, dass ein sehr großer Teil der Prüfer nicht über die nötigen Kenntnisse der Drucktechniken verfügt."

Hallo Attila,

Selbst diese Unterschiede in den Druckverfahren muß man erst lernen. Deshalb werden in der Fachliteratur, beispielsweise in dem empfehlenswerten Werk "Erkennen Sie den Druck" von Adalbert König Beispiele der verschiedenen Druckarten nebeneinander gezeigt.

Eine Briefmarke als "in allen Teilen echt" zu beurteilen, bestimmt sich jedoch keinesfalls nur dadurch, das echte Druckverfahren zu erkennen. Das ist lediglich einer von vielen Aspekten. Viele echte Marken werden durch Manipulationen verfälscht. Da nützt mir das Erkennen des richtigen Druckverfahrens überhaupt nichts - die Marken sind echt (z.B. Bezirks-Handstempelaufdrucke).

Was ist mit falschen Abstempelungen?

Ich kenne keinen Prüfer, der nicht über eine mehr oder weniger umfangreiche Stempelsammlung verfügt. Nur so werde ich - abgesehen von Deppenfälschungen - falsch gestempelte Briefmarken erkennen.

Was ist mit Marken, bei denen nachträglich (zur Wertsteigerung) die Zähnung manipuliert wurde? Als eines von zahllosen Beispielen nenne ich nur die frühere Notopfermarke Nummer 2 KW mit der Linienzähnung 13 1/2, die von Colonnaden-Fischer vertrieben wurde und die bis 1975 sogar im MICHEL-Katalog verzeichnet war. Erst durch zahllose Vergleiche und Forschungen hat Friedrich Harlos (Vater des heutigen Notopfer-Prüfers Peter Harlos) den Betrug 1974 aufdecken und nachweisen können.

Beispiele aus allen möglichen Sammelgebieten könnte man zuhauf beschreiben.

Grüße

Dieter
 
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